Lieber Gott, das Gleiche noch einmal, bitte - Ernie Noelle - E-Book

Lieber Gott, das Gleiche noch einmal, bitte E-Book

Ernie Noelle

0,0

Beschreibung

Ernie Noelle ist den meisten Cluburlaubern vermutlich als der gut gelaunte Chef mit dem Schalk im Nacken bekannt. Er prägte die Kreuzfahrt-Marke Aida maßgeblich schon vor ihrem Beginn im Jahr 1996 mit und verhalf ihr zum Erfolg. Doch auch auf dem Land versüßte er mit dem Konzept Cluburlaub Tausenden von Reisenden die Ferien. In seinem gesamten Berufsleben musste er noch nie eine Bewerbung schreiben, stets wurde er abgeworben. Er gewann Preise als bester Clubchef, wirkte in diversen Fernsehdokumentationen über Kreuzfahrten mit und ist noch heute bekannt wie ein bunter Hund. Doch was macht sein Leben eigentlich aus? Ernie Noelle öffnet für uns sein Schatzkästchen und lässt uns einen Blick auf zahlreiche, spannende Erlebnisse werfen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 235

Veröffentlichungsjahr: 2022

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Ernie Noelle

Lieber Gott, das Gleiche noch einmal, bitte

Geschichten aus meinem Leben

Impressum

© NIBE Media © Ernst (Ernie) Noelle

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags und des Autors reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Created by NIBE Media

Lektorat: Christiane Gref

Alle Fotos Privatarchiv Ernst (Ernie) Noelle

NIBE Media

Broicher Straße 130

52146 Würselen

Telefon: +49 (0) 2405 4064447

E-Mail: [email protected]

www.nibe-media.de

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort von Matthias Killing

Neugier auf AIDA geweckt durch „ERNIE“

Lebensmotto (Mein Vorwort)

Der Ruf der großen weiten Welt

Ave-Maria über dem Achensee

Robinson, eine neue Erfahrung

Tennis im Robinson Club Atalaya 1979

Ausflug in den Club Med

Empfang im Robinson Club Atalaya

Robinson Club Phocea – 1. Saison 1980

„Ich will f…“

Sexy Lady

Spezieller Empfang der Gäste in Phocea

Love is in the Air / Mafia in the Club

Welcome-Geschichte im Robinson Club Calabria

Verabschiedung im Robinson Club Calabria

Italiener vs. Deutsche

Robinson Club Katschberg

Lyttos Beach 1983

Flitterwochen

Animationsworkshop

Erstes Treffen mit Niki

AIDA rückt näher

Tschüss, Robinson – und hallo Alpenrose Zürs

AIDA

Endlich an Bord

Brückenführung

Silvester Überraschung 1996 auf 1997

Dr. Schiefelbein an Bord

Eine sehr bewegende Geschichte

Heiratsantrag mit traurigem Ende

Mallorca 1997

Älteres Pärchen versuchte gemeinsamen Selbstmord

Bombenalarm

Blinder Passagier

Echte Blinde Passagiere

Die Schlüppers

Queen Mary 2 und ihre prüden Gäste

Beinahe die Queen geküsst

Die vergessenen Koffer

Das passiert nicht alle Tage

Palermo

Gunter Gabriel on Bord

Erwin Resch

Boney M.

Upgrade

99 …

Bonnie Tyler an Bord

Ilka, später Cindy aus Marzahn

Mein 50. Geburtstag

Tanger – muss nicht mehr sein

Nix wie weg

Bizarre Erlebnisse

Flitterwochentreff

Hochzeitsreise ab Antalya

Andachtsraum

Unwetter und ein Hurrikan

Lenny

Montserrat – die Bergsäge schlägt zurück

Solo-Spaß im Whirlpool

Zwei verwöhnte Söhne

Der Kundenfragebogen

Beluga Kaviar

Opa und „Enkelin“

Ernie schippert fremd

Robinson Club Nobilis ab 2014

Gala Abend im Nobilis

Das Ende bei Robinson

Vorwort von Matthias Killing

Ernie Noelle war mein erster Chef. In einem anderen Jahrtausend, einer anderen Zeit – ich muss sagen – einer sehr guten Zeit. Er war in den Jahren 1998 und 1999 eine für mich sehr prägende Figur. Ich kam als 18jähriger, junger, völlig unerfahrener Animateur auf das Clubschiff AIDA. Ernies Clubschiff … Er stand jeden Tag und jeden Abend auf der Bühne und hat das Publikum auf seine unnachahmliche Art und Weise unterhalten. Egal was er am Mikrofon gesagt oder gemacht hat, Lacher waren immer garantiert. Seine Bühnenpräsenz und seine Art die Menschen zu unterhalten hat mich früh begeistert und gleichzeitig motiviert. So wollte ich auch werden – ein Moderator, der es schafft Menschen zum Lachen zu bringen. In den beiden Jahren, die ich für sein Team arbeiten durfte, waren die prägendsten Jahre meines Lebens. Ernie hat mir den Mut gegeben meinen Lebenstraum zu erfüllen – am Ende war er als Clubchef dafür verantwortlich, dass ich irgendwann auch jeden Abend auf der Bühne gestanden habe und jeden Abend moderieren durfte. Bingo, die Karaoke-Abende, die Bord-TV-Sendung – all das ist meine berufliche Wurzel. Ohne Ernie und sein blindes Vertrauen in sein Team hätte es das alles für mich nicht gegeben. Und ich hätte niemals den Traum weiter verfolgt TV-Moderator zu werden. Ernie hat schon mit 18 an mich geglaubt und dafür danke ich ihm bis heute. Ich bin nur ein winziger Teil seines bewegten Lebens und ich glaube, dieses Buch wird tausende Menschen begeistern – weil er immer begeistert hat und hoffentlich noch lange begeistern wird. Im Spaß war er immer mein „Schwiegerpapa“ – vor allem aber ist er mein Job-Papa.

Danke für alles, ich wünsche dir viele begeisterte Leser.

Dein Matze

Matthias Killing

… moderiert seit 2009 das SAT.1 Frühstücksfernsehen und seit 2010 die Sportsendungen von SAT.1 ran.

Neugier auf AIDA geweckt durch „ERNIE“

(von Arne Johansen)

Ein mancher erinnert sich sicherlich noch an seine erste Folge „Tutti Frutti“, „Alles Nichts Oder?!“, „Ruck Zuck“, „Knight Rider“ oder „Wetten, dass …?“, was man als Kind gesehen hat und dachte, das würde man auch gerne machen, was der Moderator da alles erlebt und veranstaltet. Auf der Mattscheibe war scheinbar alles möglich. Man tauchte zu regelmäßigen Terminen in eine „andere“ Welt ab und war schon Tage vorher gespannt, was die sich da jetzt schon wieder haben einfallen lassen und machen werden, wo dann alle im Verwandten-, Bekannten- & im Freundeskreis tagelang drüber sprechen werden.

Im Juli 1998 sollte ich Ernie das erste Mal kennenlernen, jemanden, der nicht nur täglich im Bord-TV zu sehen war, sondern der scheinbar als „verehrter Leader“ immer wieder dafür sorgte, dass man sich täglich mehrfach so fühlte als wäre man in jenem Wunderland.

Mein erstes Treffen mit Ernie

An jenem besagten Sommertag 1998 hatten meine Eltern mich dazu „überredet“, dass wir uns eine Reise auf der AIDA im östlichen Mittelmeer gönnen sollten. Die typischen Vorurteile (nur alte Leute / werde ich Seekrank? / was ist, wenn mir das nicht gefällt?) wurden von meinen Eltern nicht ernst genommen, da sie schon einmal an Bord gewesen waren und wussten, dass ich wie sie begeistert sein werde.

Schon beim Check-in war ich verwundert, warum da bei über 30 Grad zwei im Skianzug und mit Skiern beim Check- in standen. Überall waren schöne und gut gelaunte Menschen in bunten Kostümen und farbenfrohen Hemden zu sehen, die zu der Livemusik gefühlt nur so um die Gäste „herumflogen“ und diese mit Getränken begrüßten, als wäre man in einer anderen Welt. Es war nicht wie die sonstigen Urlaube auf Föhr oder im Weserbergland, welche auch cool waren, aber das hier war gaaaannz anders.

Wie man sich eine Hollywood-Produktion mit dem Auftritt des Helden vorstellt, so war das nach meiner lange zu- rückliegenden Erinnerung mit dem ersten Kontakt – nur dass Ernie nicht auf einem weißen Pferd saß, einen Waschbrettbauch hatte, ein Schwert schwang und die „Bösen“ in die Flucht schlug usw.

Die schon gute Stimmung beim Check-in hob sich merklich, als ein in weißer Uniform gekleideter Mann mit langen Haaren und Zopf, riesigem Walky Talky in der Hand, goldenen Streifen auf den Schultern, goldener Sonnenbrille und AIDA-Cap sowie eingerahmt von mehreren „Models“ und lachenden Menschen an der Gangway auftauchte: ERNIE.

Meine Eltern waren ja bereits einmal an Bord gewesen, und als wir an die Gangway kamen und sie ein „Hallo Ernie, wie geht’s dir?“ rausschmetterten, erhielten sie als Antwort: „Super, schön dass Ihr beide wieder da seid. Und wer bist du? Herzlich willkommen.“ Der kannte meine Eltern …?! Der hat mich angesprochen? „Ist das der Kapitän?“, habe ich gefragt, worauf meine Eltern sagten: „Das ist der Clubchef Ernie, das ist hier der Boss und die Stimmungskanone“. Neben den neuen Erfahrungen „Schiff“, tauchte überall Ernie auf, für die Durchsagen, am Abend auf der Bühne hat er mit allen Gästen angestoßen usw. Darauf folgte ein Witze- und Sprüche-Feuerwerk und immer wieder eine Überraschung. Kurz, ich war fasziniert. Am nächsten Tag hat er mit dem Kapitän auf der Bühne Witze erzählt, beim Poolbrunch Freibier und Essen „ausgegeben“, immer begleitet vom Tanz der Clubtänzer. Man hatte Angst, bei brennender Sonne etwas zu verpassen, wenn man nicht oben am Pool war. Ich war im 7. Himmel … und man hatte ständig Sonnenbrand.

Wenn man dachte, es geht nichts mehr, dann wurde kurz mit ihm und dem Kapitän bei „Wetten, dass …?“ am Pool auf Deck gewettet, dass der Kapitän das Schiff nicht anhalten, einmal komplett drehen und weiterfahren würde, was der Kapitän natürlich unter dem Grölen und Johlen der Gäste machte. Als verlorene Wette musste Ernie von den Gästen dann möglichst trocken über das Wasser des Pools getragen werden. Das hatte noch nie geklappt und sollte auch diesmal unter dem erneuten Gejohle der Gäste nicht funktionieren. Er fiel in den Pool und kam mit der komplett klitschnassen Uniform heraus, blieb an Deck und unterhielt sich noch eine ganze Weile mit den Gästen und machte Fotos – was für ein geiler Typ, hier will ich auch arbeiten!

Bewundernswert war des Weiteren, dass Ernie die ganze Reise über für jeden da war, mit jedem gesprochen hat, je- den Tag etwas Neues und Verrücktes gemacht hat, was uns Gäste absolut begeisterte. Man fragte sich: Wann wird er uns offenbaren, dass er auch noch fliegen kann … (das konnte er nicht, aber alles andere war der Wahnsinn). Unvergessen als Junge: Oben-ohne-Bikini-Schlange am Pool – die Seite der Animateure gegen Ernie und die Offiziere. Eine Frau, ein Bikini Oberteil, danach dann wieder eine Frau usw. war die Aufgabe an die Gäste.

Wer als erstes einmal über das Pool-Deck und über das D11 wieder zurück die Schlange komplett hatte, bekam ein Glas Sekt. Bis auf meine Mutti (und wenige andere Frauen) waren fast alle dabei. Ein Kameramann hielt auch das für den Reisefilm fest, den wir uns natürlich auch schon längst als VHS bestellt hatten. Ernie „sorgte“ dafür, dass wir im Restaurant jeden Abend ein anderes Motto hatten, es jeden Abend eine andere Show und ein anderes Motto am Pool- Deck gab und wir uns rundum wohl fühlten. Es musste ein Double von ihm geben, denn der war gefühlt immer und überall dabei, an der AIDA-Bar, der Gangway, am Pool usw.

Die Reise verging wie im Flug, und auch bei der Verabschiedung stellten wir uns in der Schlange an, die lang war, um Ernie und die Offiziere zu drücken, welche an der Gangway standen und „Auf-AIDAsehen“, sagten. Wir waren alle „mit dem AIDA-Virus infiziert“ und „ein Teil der neuen Familie“. Leider musste man damals mindesten 21 Jahre alt sein, um an Bord zu arbeiten, was bei mir ja noch bedeutete, dass ich mindestens 3 Jahre warten musste. Dann bot sich die Chance auf ein Casting für Animateure bei AIDA in Hamburg. Ich war hier gerade Bankettleiter in einem Hamburger Hotel, hatte meinen Ausbilderschein inne und ging trotzdem hin.

Mit vielen weiteren Bewerbern stand ich nun da, und dann kamen die „Prüfer“. Mit dabei war neben dem Clubmanager Heli (später auch ein toller Freund und Kollege) ERNIE!!!

Natürlich habe ich mich vorgestellt mit „Hallo Ernie, kennst Du mich noch“ – und sicherlich hat er auch da wieder gesagt „Na klar – wie geht’s Dir denn?“, und ich dachte dann: Wahnsinn, nach so vielen Jahren kennt der mich immer noch, das kann er wie kein anderer, einem das Gefühl geben, einen Freund zu haben, den man eigentlich gar nicht kennt. Nach zwei spannenden Tagen des sich vorstellen und auf „Herz und Nieren“ prüfen lassens, gingen alle wieder nach Hause und würden Post bekommen, ob es geklappt hat. So auch ich – es sollte im Januar 2004 als Animateur auf die AIDAcara nach Asien gehen. Erst im Nachhinein erfuhr ich von Ernie und Heli, dass die beiden sich nicht sicher gewesen waren, ob ich mich für den Job eignen würde, aber man könne es ja mal versuchen (zum Glück wurde ich viele Jahre später Clubdirektor – also Heli’s Chef – und konnte ihm daher noch lange vorhalten, was er damals über mich gedacht hat – und auch meinem späteren „Schiffspapa“ und gutem Freund Ernie).

Nach einigen Einsätzen als Animateur und Teamleiter Animation, hatte ich meinen 1. Einsatz als Clubmanager (mit weißer Uniform und Streifen), später auch mit Ernie als Clubdirektor an meiner Seite – mein Traum, mit ihm zu arbeiten, wurde wahr. Wir waren ein super Team. Ich war (wie auch meine Eltern zuhause) stolz wie Bolle, konnte viel lernen und habe die Zeit genossen. Wie Ernie auch noch schreiben wird, haben wir sehr, sehr viele unvergessliche Momente erlebt. Ich muss jetzt schon lachen, wenn ich wieder daran denke, aber ich will nichts verraten.

Er zeigte mir, wie wichtig „menschlich sein“ und das „da sein“ sind – ein „Sturz in den Pool“ kann eine Woche mieses Wetter retten, eine Crew-Show kann ausgefallene Häfen vergessen lassen, und dass gefühlt immer an der Bar „herumsitzen“ sorgt nicht nur für enorme Kaffeemengen, sondern auch dafür, dass man immer ansprechbar ist, für Gäste und für die Crew! Man musste nicht der Beste mit Tabellen und Computerprogrammen oder ähnlichem sein, sondern man musste sich als perfekter Gastgeber präsentieren, dem Gast zuhören, um so den Weg und die Reise für diesen zu planen und zu begleiten – egal, wo man in der Welt gerade war, mit welchen Herausforderungen auch immer man zu kämpfen hatte.

Nachdem ich dann zwei oder drei Einsätze gemeinsam mit Ernie fahren durfte, trennten sich leider die Wege von Ernie und der Firma, welche sich wie die Welt drumherum natürlich auch verändert hatte. Mit einem Altersdurchschnitt von knapp über 30 Jahren bei bestem Wetter im Mittelmeer, Karibik oder Asien und mit Poolpartys und wilden Events, fuhren wir dann in die Werft nach Rostock und von dort das erste Mal in die Ostsee. 5 Grad in St. Petersburg, Tallinn, Helsinki, Stockholm, Gdynia, Mukran, bei einem Altersdurchschnitt von knapp 60 wurde aus dem Du das Sie – kurz, die Flotte wurde erwachsen und hat innerhalb von 14 Tagen einen harten Cut durchgemacht. Für einen „Sunnyboy“ wie Ernie, der über die letzten Jahre so viel Herz in das Produkt gesteckt und das täglich gelebt hatte, war es sicherlich sehr schwer, diese Veränderung zu sehen und zu erleben, wie sich ein Produkt innerhalb kürzester Zeit verändern musste. Jägermeister und Radeberger Bitter haben uns da so manche Sorge vergessen lassen … Wir sind auch anschließend immer in Kontakt geblieben, haben uns gegenseitig besucht und regelmäßig gesprochen.

Im Jahr 2010, also nach beinahe 7 Jahren an Bord, wurde ich dann auch Clubchef – jetzt unter dem neuen Titel „Cruise Direktor“.

Es ist der Wahnsinn gewesen, wie viele Gäste mich und die Crew in den folgenden Jahren immer noch auf Ernie angesprochen haben. Für so manchen Direktor und Kapitän muss es eine Farce gewesen sein, immer wieder zu hören, wie toll und grandios der Ernie doch gewesen ist – so, aber nicht für mich, denn ich durfte ja mit ihm gemeinsam viele Gäste an Bord begleiten und begeistern. Da hörte ich natürlich auch sehr gerne, was man für ein tolles Gespann gewesen ist.

Bei einem Anlauf in Antalya habe ich ihn und „Mama Funda“ einfach an Bord eingeladen, um zu zeigen, wie es seinem „Schiffssohn“ und dem Schiff geht. Wir hatten auch zu der Zeit noch so viele Kollegen an Bord, die mit Ernie gefahren waren, ihn ebenfalls vermissten und sich auf die beiden freuten.

Gesagt, getan … Es war so schön, die beiden kurz wieder- zusehen und zu quatschen. Er erwähnte mehrfach, wie stolz er auf mich sei, und das haben wir dann auch fotografisch festgehalten.

Es war erstaunlich, wie sich der Besuch herumsprach (die Welt war ja noch nicht so vernetzt wie heutzutage). Von vielen Schiffen kamen Fragen und Kommentare: „Wie geht’s den beiden denn? Wie schön, Euch zu sehen“, usw.

Es war eine grandiose Zeit, für die ich mich hier nochmals bedanken will!

Nun aber genug von mir und uns. Die Leser wollen ja mehr von Dir erfahren, und somit schreibe ich nur noch: bis bald – denn das bedeutet, dass wir uns dann hoffentlich ganz schnell wiedersehen und weiter stundenlang über das reden, lachen, fluchen und weinen können, was uns so verbunden hat, nämlich unsere gemeinsame Zeit. Danke, dass es Euch beide gibt!

Euer „Schiffssohn“ Arne

Lebensmotto (Mein Vorwort)

Danke zuerst an Matthias Killing für die lieben Worte, die mich sehr stark berührt haben, ebenso die Zeilen von Arne Johannsen. Mir war nicht bewusst, was ich bei euch ausgelöst habe, bin jedoch stolz und froh, dass es so kam. Ihr gehört zu den aufrichtigsten und charakterstärksten Menschen, die ich kennen lernte. Ich wünsche euch für die Zukunft alles Glück der Erde und vor allem gesund bleiben. Schön, dass wir über die vielen Jahre den Kontakt nicht verloren haben.

Die Erkenntnis meines Lebens ist positiv bleiben, egal in welcher Situation, alles hat seinen Sinn.

Warum dieser Buchtitel? Einige meinten, wenn sie nochmal auf die Welt kommen, möchte ich gewisse negativen Erlebnisse nicht mehr haben wollen. Ich sage mir, ohne diese Erlebnisse kannst du die schönen Dinge im Leben gar nicht schätzen und genießen. So denkt halt jeder anders.

Schlussendlich wundere ich mich immer noch, wenn ich zurückschaue, was ich so alles erlebt habe und auch teilweise unter welchen Bedingungen.

Ich habe im Prinzip nie eine Bewerbung geschrieben, da ich meistens abgeworben wurde. Dies war schon merkwürdig, wenn ich hörte, dass etliche Freunde und Wegbegleiter viele Bewerbungen geschickt haben, um einen Job zu ergattern. Alles kam immer auf mich zu. Ich fiel beruflich von einem Glücksfall in den anderen. Ich habe aber auch nie lange gezögert, wenn sich eine Chance bot, und sie passte zu meinem Lebensstil, sie zu ergreifen.

Und wenn einer dann meine Bewerbung haben wollte, war ich bei denen schon längst angestellt. Das war schon verrückt. Wo andere gekämpft haben, hatte ich immer großes Glück. Das größte Glück war, dass Herren oder Damen in verantwortlichen Positionen, meine Arbeitsweise und meine Art gefielen und dadurch regelrechte Protegé für mich wurden. Und das war mein größtes Glück! Deswegen ist mein Leben, bis hierhin auch unheimlich leicht und locker verlaufen. Und es ist leider zu schnell vergangen. Meinen letzten Vertrag bekam ich mit 68 Jahren, einfach unglaublich in der heutigen Zeit. Dankbar bin ich allen Menschen, die ein großer oder kleiner Teil meines Lebens waren, egal ob in positiver oder negativer Weise. Sie alle haben meinen Weg geprägt und dafür danke ich allen, die ich natürlich nicht alle benennen kann.

Jetzt bin ich über 70 Jahre und denke mir nur, wo ist die Zeit geblieben? Bekomme ich meine Erinnerungen auf die Reihe? Das war doch alles so schön und ging so schnell vorüber. Manches konnte man gar nicht so richtig genießen, schon kam das nächste Abenteuer, und das Nächste. Auch die vielen Gäste, die man getroffen hat. Die vielen Menschen, Schicksale, Weggefährten und Mitarbeiter. Wechselhafte Begegnungen. Viele hat man noch in Erinnerung, und etliche wieder vergessen. Natürlich gibt es Begegnungen, die sollten sofort wieder in Vergessenheit geraten. Begegnungen waren ja tausende über die Jahre. In so vielen Leben, habe ich meine Spuren hinterlassen. In so vielen Urlaubsfotoalben, in denen sich Bilder von mir befinden. Das ist manchmal erschreckend, aber wenn ich daran denke, erfüllt es mich mit Stolz. Wenn ich mich in Ruhe mit einem Kaffee auf den Balkon setze und aufs Meer schaue, und melancholisch zurückschaue, muss ich sagen: Das meiste was geschehen ist und was ich gesehen habe, war überwiegend positiv. Was da so abging, wie das alles so gelaufen ist, war auch viel Glück mit dabei. Aber anderseits? Wenn ich nicht so ein offener Mensch gewesen wäre, der sich für keine Arbeit zu schade war, hätten sich viele Türen nicht geöffnet. Mein Talent, wenn man das so nennen mag, war Chancen zu sehen, erkennen und zuschlagen. Ich habe erkannt, oder gelernt, dass das nicht jedem gegeben ist. Ich liebe es mit und für Menschen zu arbeiten, jedoch wenn jemand hinterhältig, falsch, verlogen und ein Schleimer ist, der bekam und bekommt meine Abneigung ebenfalls zu spüren. Da ich es auch einigen wenigen Vorgesetzten spüren ließ, die sich so verhielten, war nicht jeder Chef auf mich gut zu sprechen. Gottseidank gab es davon nur sehr wenige.

Ein Zeitraffer Blick auf mein Leben:

1950 erblickte ich in Düren zuerst die Hebamme, dann meine Mutter. Nach 7 Jahren Gymnasium absolvierte ich eine Fotografenlehre, dann noch die Bundeswehr und nebenbei spielte ich für mein Leben gerne Tennis. Es folgte der Kauf einer Tennishalle mit meiner Schwester und Hilfe meiner ersten Frau Ute und meiner Eltern. Mit Ute kam Sohn Christian zur Welt. Einige Saisonverträge bei Robinson. Zweite Ehe mit einer Italienerin und Tochter Alissa erblickte in Rom die Welt. Verantwortlich für 4 Clubhotels in Griechenland für die Firma ITAS aus Österreich. Lauda Air war unser Ferienflieger. Dann wieder zu Robinson, Laufbahn zum Clubchef. 1995 begann die Aida Zeit bis 2007 und kam wieder ein Angebot durch Jens L. ab für die Türkei, um bis 2012 Lykia World und Lykia Links Golf zu leiten. Mahmud Var (R.I.P.) holte mich in den Robinson Club Nobilis. Dritte Ehe mit Funda, mit ihr habe ich mich geeinigt keine Kinder mehr zu bekommen, was bisher einwandfrei funktioniert. Zum Abschluss meines beruflichen Lebens ging es dann noch in die Berge als Clubdirektor zum Aldiana Hochkönig. Mit 70 Jahren endlich Rentner!

Mein Gott, in Stichwort Form fühlt sich das Leben noch kürzer an.

Danke lieber Gott für meinen Sohn Christian, der mit seiner Liebe Angie, das tollste, coolste, liebste Enkelkind Emil auf die Welt brachten und für meine Tochter Alissa. Ich bin auch sehr stolz auf meine Nichten Sabrina und Adriana (sie sind über das Clubleben in die Hotellerie mit Erfolg eingestiegen). Ebenso danke ich meiner Schwester Karina für die Unterstützung in jeglicher Hinsicht!

Meine Traumfrau FUNDA

Angie, Enkelkind Emil, Christian

Genug der Lobeshymnen, doch ganz am Schluss werde ich noch einige erwähnen, die in meinem Leben irgendeine kleine oder große Rolle gespielt haben.

In diesem Buch nehme ich euch mit auf eine Reise durch mein Leben, mit wahren, lustigen und auch traurigen Ge- schichten. Leider werde ich nicht alle Erlebnisse schildern können, doch ich hoffe, meine Auswahl wird euch gefallen. Man widmet immer jemanden das Buch und ich widme es meiner großen Liebe, meiner Frau Funda.

Habt viel Spaß.

Willkommen in meinem Leben

Der Ruf der großen weiten Welt

Wenn ich den Zeitpunkt festmachen soll, an dem ich merkte, dass ich raus in die Welt musste, dann fiel dieser zweifelsohne mit dem Kauf der Tennishalle in Andernach zusammen. Das war in den 1970er Jahren. Klar, das wirft erst einmal Fragen auf. Wie passen eine Tennishalle, die so ziemlich das Immobilste ist, was man sich vorstellen kann und Reisen in ferne Länder zusammen? Die Wahrheit ist, es passt auch nicht zusammen, doch irgendwo fängt jede Geschichte einmal an und so beginnt meine.

Zuerst einmal stand ich da, in dieser großen Halle. Ich legte den Kopf in den Nacken und blickte nach oben. Die Decke schien ewig weit weg zu sein. Der Kaufvertrag war gerade erst unterschrieben und ich fragte mich, ob hier weiterhin genügend Bälle über das Netz geschlagen werden würden, um uns zu ernähren. Die Existenz der ganzen Familie stand auf dem Spiel. Meine Schwester Karina und ich haben den Kaufvertrag unterzeichnet und meine Eltern unterstützten uns in der Gastronomie. Würden wir (meine damalige Frau Ute) es schaffen oder war alles lediglich eine Schnapsidee gewesen? Na ja, es gab nur zwei Möglichkeiten, entweder wir meistern es, oder wir scheitern. Unser aller Optimismus behielt die Oberhand. Zwar hämmerte mein Herz, als die ersten Gäste unter unserer Führung die Halle betraten. Es war auf einmal alles neu und aufregend.

Aber im Laufe der Zeit bekam ich im Ablauf der Tennisschule immer mehr Routine. Die Schule wuchs und bald stand ich vom frühen Morgen bis zum späten Abend auf dem Platz und unterrichtete. Es machte wahnsinnig Spaß, aber es gelang mir beim besten Willen nicht, neben den Trainingsstunden auch noch die Gastronomie zu bewirtschaften. Meine erste Frau, Ute, nahm sich ja schon des Restaurants an, als wir die Tennishalle noch pachteten. Doch sie musste aus einem wichtigen Grund bereits 1978 wieder aufhören, denn da brachte sie unseren Sohn Christian zur Welt. Meine Eltern unterstützten uns weiterhin, ebenso wie meine Schwester, die mittlerweile ihr Fotogeschäft verkauft hatte, um als volle Kraft mitzuarbeiten.

Nach etwa 3 Jahren kam bei mir die Sehnsucht nach Veränderung. Das konnte doch nicht alles sein?

Als hätte irgendetwas meinen Wunsch vernommen, erschien Manfred Höller, ein bekannter Tennislehrer aus Österreich, in meiner Halle und fragte mich, ob ich Lust hätte, mit ihm ein Drilltenniscamp nach Harry Hopman, dem Erfinder des Drilltennis, aufzubauen. Drill hört sich erst einmal schrecklich negativ an. In Wirklichkeit handelt es sich um verschiedene Übungen, die kombiniert werden, um Reaktion, Geschicklichkeit und Antizipation zu trainieren. In einer Übung tritt ein Spieler beispielsweise gegen zwei andere an. Sobald ein Ball verloren geht, spielt der Trainer einen neuen Ball ins Spiel rein. Die Kombination der verschiedenen Einheiten, macht ein individuelles und vielseitiges Training möglich. Die Spieler haben wahnsinnigen Spaß, der Trainer ebenso. Win-Win, wie man heute sagen würde. Wir zogen also nach Pertisau an den Achensee in Österreich und nahmen die Sache in Angriff.

Pertisau 1978 – Drilltenniscamp

Ave-Maria über dem Achensee

Es war ein sonniger, warmer Tag in Pertisau am Achensee. Wie jeden Tag stand ich auf dem Tennisplatz und feuerte meine Tennisschüler an. Seit ich hier bei Manfred Höllers Drilltenniscamp arbeitete gab es überwiegend sonnige Tage und wir konnten draußen auf den Aschenplätzen spielen. Ich schaute von den Plätzen auf das zweistöckige Haus, in dem ich im ersten Stock eine Wohnung angemietet hatte. Dieses Haus lag allein am Rand einer großen Wiese, die nicht bebaut werden durfte, da dort alle Kühe jährlich nach dem Almabtrieb zusammengetrieben wurden. Natürlich mit etlichen Kuhglocken und geschmückten Hörnern. Das zog viele Touristen an, die Bauern erschienen in ihrer Tracht, und die Frauen im Dirndl. Ein buntes, lebhaftes Bild, das von Blasmusik untermalt wurde. Von meinem Balkon, der rund ums Haus ging, war die Szenerie sehr gut zu beobachten. Der Ausblick war einfach grandios, zu der einen Seite auf den Achensee und auf der anderen Seite die Berge mit der kleinen, aber schönen Kirche am Ende der Wiese. Zu dem Glockengeläut der Kühe kam noch das der Kirche hinzu. War echt ein lautes Erlebnis. Jetzt stand ich also auf dem Platz mit der neuen Gruppe, die heute ihren ersten Tag hatte. Wie jede Woche holte ich kurz vor 12 Uhr die Gruppe zusammen und wollte sie mit einer Sache überraschen. An unseren Plätzen fuhren einige Busse vorbei und hielten an der Wiese, in der Höhe meiner Wohnung. „Ernie, was wollen den die ganzen Leute hier?“, fragte mich ein Schüler.

„Das wollte ich euch gerade erklären“, war meine Antwort. Ungefähr 200 Menschen standen jetzt andächtig an der Wiese.

Ich fuhr fort: „Jeden Mittag um 12 Uhr erschallt aus der Kirche das AVE MARIA über das ganze Tal bis zum Achensee. Mittlerweile ein Highlight für Touristen und auch noch immer für die Einheimischen.“ In Pertisau wird der christliche Glaube noch traditioneller gelebt als in manch anderen Regionen. Das Ave-Maria ließ immer wieder etliche Reisende niederknien und sich bekreuzigen, sie kamen extra für das Lied angereist.

Nachdem die Glocken 12-mal geläutet hatten, kam wie immer … nein was war das? Es sollte jetzt das Ave-Maria zu hören sein. Doch es seufzte und stöhnte Jane Birkin und Serge Gainsbourg mit „Je t’aime“ um die Wette. Entsetzt starrten die Leute Richtung Kirche. Nur langsam löste sich die Starre und ein Geplauder ging los. Viele waren belustigt, doch die meisten stiegen entsetzt wieder in die Busse. Meine Tennisspieler konnten sich das Lachen nicht verkneifen, mir ging es genauso.

Da ich auf dem Tennisplatz stand, war ich definitiv nicht schuld an diesem Scherz, denn nur um einen solchen konnte es sich handeln. Wir spielten weiter und achteten nicht mehr auf die Umgebung, sondern stöhnten bei jedem Schlag wie Jane Birkin … Monica Seles musste auch hier gewesen sein, denn sie führte das Stöhnen auf dem Tennisplatz in den 80er hervorragend ein.

Dieses Ereignis schlug in Pertisau und dem näheren Umkreis jedoch hohe Wellen. Es wurde von „dem Täter“ gesprochen. Anscheinend nahm man das sehr ernst und fand es mitnichten lustig. Es stellte sich dann heraus, dass das Tape von Jugendlichen extra vertauscht worden war. Eine kurzweilige Abwechslung war es allemal und ging in die Geschichte von Pertisau ein.

Robinson, eine neue Erfahrung

Nach einer Saison sollte ich das Tenniscamp im Robinson Club Atalaya in Andalusien übernehmen. Meine Frau blieb mit unserem kleinen Sohn erstmal in Andernach und half in der Tennishalle mit. Dort trainierten weitere zwei Trainer, um die Nachfrage aufzufangen. Mit meinen Eltern und meiner Schwester einigte ich mich, halbjährlich als Trainer in der Halle zu arbeiten. Jedoch das Robinson Leben hatte es mir angetan, somit blieb ich etwas länger als geplant.