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Wer an einer wahren Lebensgeschichte interessiert ist über eine Scheidung und Kindesentfremdung, die stellenweise beinahe wie ein etwas zu billig geratener Groschenroman erscheinen könnte, liegt mit dem Lesen dieses Buches genau richtig. Es ist erstaunlich, wie nahe beieinander Fakten, nüchterne Betrachtungen, irrwitzige Wendungen und abstruse Verhaltensweisen liegen können. "Meine Wahrheit über mein Leben: Die ungeschminkte Geschichte über den Diebstahl meiner Kinder durch meine narzisstische Exfrau und ihrem Ehemann, dem manipulierten Familiendieb. Und wie ich dabei der Fels in der Brandung geblieben bin, der ich schon immer war." Aus der Sicht des geschiedenen Vaters gibt das Buch die erlebte und subjektiv empfundene Geschichte über den Diebstahl seiner drei Kinder wieder. Es illustriert beispielhaft, wie weit eine Frau gehen kann, die als einzigen Lebensinhalt die Zerstörung ihres Exmannes sieht. Interessanterweise verlief die Scheidung nach neun Ehejahren einvernehmlich und auch einigermassen vernünftig und friedlich. Der Horror begann erst später, als die Exfrau sich ihren neuen (zukünftigen) Ehemann angelacht hatte, den Sie als Instrument mit einsetzen konnte. Das Buch zeigt aus Sicht des betroffenen, ausgebooteten Vaters die Dynamik der Entwicklungen und die Dramatik der Ereignisse auf. Das Ganze in einem Plauderton enthalten, nicht ohne bissigem Sarkasmus. Und es zeigt auf, wie der Autor immer sich selbst geblieben ist, der Fels in der Brandung, wie man ihn schon immer gekannt hat. Das Buch ist ein Signal an alle Opfer von entfremdeten Kindern, manipulativen Ex-Ehegattinnen (und Ehegatten), Familiendieben, Narzisstinnen: Ihr seid nicht alleine, solches ereignet sich täglich, überall. Die Geschichte spannt sich über den Zeitraum von zwei Jahrzehnten. Gibt es ein Happy End, kann es eines geben?
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Seitenzahl: 288
Veröffentlichungsjahr: 2023
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ORWORT
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ESCHICHTE IN
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ÜRZE
Nur kurz etwas über „die Kohle“
TEIL 1: HEUTE, 2021 - DER KERN
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EINE
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AHRHEIT
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MEINE
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RKENNTNISSE
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ERNBOTSCHAFTEN
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EUTIGE
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INSCHÄTZUNG
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ND JETZT
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SO WHAT
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TEIL 2: ZWISCHEN 2010 UND 2021
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IE GING ES MIR
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ANDRO
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DER
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RSTGEBORENE
Aus dem Hinterhalt
Volljährigkeit
Neustartversuch
Matur – irgendwas mit „Reife“?
Sommerleuchten
Auffahrt – wohl eher „Ausfahrt…“
Das blaue Wunder
Zurück bei Mutti
Sozialamt mit Herz und Verstand
Was macht Sandro heute?
Seine Grosseltern
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NNA
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MEINE
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OCHTER
Da ist vermutlich nix zu machen
Der letzte Versuch
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ANIEL
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DER JÜNGSTE
zaghafter Versuch, grandios gescheitert
TEIL 3: WIND KOMMT AUF
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ROLOG
Eine Schlagzeile
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HE
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CHEIDUNG
TEIL 4: DIE UNRUHE VOR DEM STURM
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RENNUNG
Ein unmoralisches Angebot
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AHRTAUSENDWENDE
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AHR
2000
DER
NEUE
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LANUNG
TEIL 5: DIE ESKALATION
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ENDE
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EISTER
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EIHNACHTEN
2000
Vorweihnachtliches Telefongespräch
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ÜNDENREGISTER
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IEDERSEHEN
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OMMUNIKATIONSWEGE
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EBENSCHAUPLÄTZE
Fasnacht
Bankkonti
Anruf
Sportferien
Möbel
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ISSBRAUCH
Verdacht
Ungewissheit
Tatzeit
Die Zweifel
Strafanzeige
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ER
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AMMERSCHLAG
Der letzte Besuch
Die Behörde
Die Aussprache
Kinderschutzmassnahmen
Feindkontakt
Behördenpersonal
BBT – begleitete Besuchstage
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ÖTIGUNG
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ROHUNG
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ÄTLICHKEITEN
Strafuntersuchung
Das Gesetz
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ARALLELEN
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ULPA
Die Fehler als Vater
Die Fehler im aussichtslosen Kampf
Mein Umfeld
TEIL 6: DIE KÄLTE
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ACHRICHTENLOSIGKEIT
Kinderkontakt
erneuter Feindkontakt
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OFFNUNGSSCHIMMER
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OFFNUNGSLOSIGKEITSSCHIMMER
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TRATEGIE
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NWÄLTE
PAS – P
ARENTAL
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LIENATION
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YNDROM
TEIL 7: LOST DECADES
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AMENSPIELE
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EGENWART 2010
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INANZEN
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VER
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Liebe Leserin, lieber Leser,
Wenn du an einer wahren Lebensgeschichte interessiert bist, die teilweise so kurios ist, dass sie stellenweise beinahe wie ein etwas zu billig geratener Groschenroman daherkommt, dann liegst du hier, mit dem Lesen dieses Buches, genau richtig. Möglicherweise wirst du erstaunt sein, wie nahe beieinander Fakten, nüchterne Betrachtungen und irrwitzige Wendungen und abstruse Verhaltensweisen beieinander liegen können.
Ich erzähle dir, liebe Leserin und lieber Leser, heute einen Abschnitt aus meinem Leben, aus meiner Perspektive, so wie ich ihn erlebt habe. Es geht um die Nachwirkungen einer gescheiterten Ehe, um die Entfremdung meiner Kinder. Es geht um böswilliges Handeln einer narzisstischen Person, meiner Exfrau. Es geht um ein Verhalten, das ich heute als hochgradig menschenfeindlich und arrogant einstufe. Und auch um meine Ohnmacht, wirkungsvoll dagegen anzutreten.
Ich bin Vater von drei erwachsenen Kindern, die ich seit Jahren nicht sehe. Sie wurden mir von der Kindsmutter vorsätzlich entfremdet, gegen meinen Willen. Diese Frau hat mir mit Hilfe ihres neuen Lebenspartners und Ehemannes, unter tatkräftiger Unterstützung von völlig an der Wahrheit desinteressierten und unfähigen Amtspersonen und Helfern, meine Kinder entfremdet und ihnen eine falsche „Wahrheit“ eingetrichtert. Sie hat den drei Menschen, die sie angeblich am meisten liebt, in ihrer Entwicklung und in ihrer Psyche Schäden zugefügt, die nur sie alleine zu verantworten hat. Geholfen hat ihr dabei auch eine unzureichende und ungenügend umgesetzte Rechtsprechung. Vieles davon wurde in der Zwischenzeit von Legislative und Judikative korrigiert – für meinen „Fall“ leider zu spät.
Ich habe die Geschichte vor Jahren unter dem Titel „ausgebootet – der geschiedene Vater“ aufgeschrieben, jedoch nie veröffentlich. Damals sprach ich von „einer verlorenen Dekade“. Inzwischen sind daraus zwei Jahrzehnte geworden – eben „two lost decades“. Inzwischen verliere ich keine Zeit mehr, sondern lebe. Im Hier und Heute.
Als ich 2009 das Manuskript schrieb, waren die Ereignisse noch frisch. Offensichtlich stand ich noch unter Schock und hatte das Ganze noch nicht verdaut – wie hätte ich es auch können? Manches würde ich heute vielleicht noch direkter und unverblümter sagen. Das damalige Skript bildet den zweiten Teil dieses Buches. Aus der heutigen Perspektive erzähle ich nun im ersten Teil, wie sich die Geschichte seither entwickelt hat. Wie ging es nach der erzwungenen Entfremdung weiter? Habe ich die Kinder je wieder gesehen? Und wenn ja, gab es eine Basis, um eine gesunde, gute Beziehung aufzubauen?
Insbesondere aber halte ich meine Lehren und Kernbotschaften fest, und ergänze sie mit einem Wunsch: Möge jeder Mensch die gerechte Quittung des Schicksals für sein Handeln erhalten und die Früchte dessen ernten, was er sät.
„The night is gone, the time has come,
to find a new day has begun and it promises to stay.
To soothe the pain of wasted years and kiss away the bitter tears.
A love to light the way.
And from the darkness comes a smile that reaches out for many
miles, touching everyone.
No more shadows of the past, your spirit free to fly at last, shining
in the sun.
Like the rolling thunder I feel the power of love.
…
We walk toward desire, through fields of fire.
with only love to light the way, on the road to judgement day.”
David Coverdale/Whitesnake, “Judgement Day”
Wie bereits im Vorwort erwähnt: ich schrieb die Ereignisse rund um die ungewollte Entfremdung von meinen Kindern in den Jahren 2009 und 2010 auf. Es sind die Kapitel ab „Teil 3: Das Skript – 2010: Wind kommt auf“. Wenn du das Ganze verstehen willst, kannst du gerne zuerst den hinteren, älteren Teil des Skripts lesen, ab der genannten Stelle bis zum Schluss. Und erst danach hier, an dieser Stelle weiterlesen. Dann gehst du auf Nummer sicher. Du kannst das jetzt entscheiden.
Du liest noch? Super! - Du bist hier an dieser Stelle nun zurück, vom Lesen des hinteren Teils? Auch super? So oder so machen wir nun also weiter.
Die heutige Einschätzung, die Kernbotschaften, die ergänzenden Fakten, wie die „Geschichte“ weiterging, habe ich in den Jahren 2020 und 2021 geschrieben. Sie bilden zusammen mit dieser Zusammenfassung den Anfang dieses Skriptes. An dieser Stelle ist es sicher richtig, einen schnellen Überblick über meine Lebensgeschichte zu geben.
Ich kam als zweites Kind von italienischen Gastarbeitern Mitte der 1960er-Jahre in der Schweiz zur Welt. Meine Eltern waren unglaublich arm, aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Sie arbeiteten wie die wilden, um sich eine Existenz aufzubauen und bald wieder zurück nach Italien zu gehen. Es kam dann alles anders. Mein Vater verstarb, als ich noch keine elf Jahre alt war, und so wuchs ich definitiv hier auf. Um die finanzielle Last von meiner Mutter wegzunehmen, war für mich klar, dass ich früh ausziehen wollte und selbst für meinen Lebensunterhalt aufkommen wollte. Gedacht, getan.
Ich heiratete 24-jährig, war mit knapp 30 Vater von zwei Söhnen und einer Tochter. Wir hatten ein älteres Haus gekauft und umgebaut. Ich bildete mich nebenberuflich weiter und schuftete viel. Den Kindern sollte es an nichts fehlen. Wir waren gegen aussen so etwas wie eine Vorzeigefamilie. Sie die Übermutter für die Kinder, ich der Ernährer. Gut vernetzt, Mitglieder im Familienclub unseres Dorfes, anerkannt, beliebt, geschätzt.
Leider hatte ich die narzisstischen Züge meiner Ehefrau übersehen, oder besser gesagt, falsch eingeschätzt. Die Annahme, dass sich diese mit der Zeit in Luft auflösen würden, war natürlich völlig falsch und weltfremd gewesen. Ganz im Gegenteil. Es war immer schlimmer geworden. Die Gute beherrschte die Kunst der emotionalen Erpressung aus dem Effeff. Die Details erspare ich dir, liebe Leserin, lieber Leser, an dieser Stelle. Sie folgen wie bereits erwähnt dann weiter hinten im Skript. So kam es aber, dass ich nach rund 9 Ehejahren die Reissleine gezogen hatte. Trennung – Scheidung. Ich wusste, diese Beziehung würde mich sonst auffressen, in den Wahnsinn treiben. Ich existierte nicht mehr. Ich musste es beenden. Ich rang eine sehr lange Zeit mit mir, denn ich wollte die Kinder auf keinen Fall im Stich lassen. Aber es ging einfach nicht mehr. Ich hoffte, dass ich genug Einfluss nehmen konnte, dass es mit den Kindern gut kommen würde. Dass sie sogar mehr von getrennten Eltern haben könnten, die aber beide auf ihre Weise sich selbst sein konnten, als wenn wir einfach zusammen geblieben wären, und ich zum psychischen Wrack mutiert wäre, während dessen ihre Mutter immer mehr ihren Narzissmus ausleben konnte.
Zwischen der Trennung Mitte 1999 und der Rechtskraft der Scheidung im Sommer 2020 erhöhte meine Exfrau zwar ihre finanziellen Forderungen schrittweise ins Unermessliche. Die Kontakte zu den Kindern waren aber gut. Ich sah sie regelmässig, ich hatte eine Beziehung zu ihnen. Diese verschlechterte sich dann, als kurz nach der definitiven Scheidung der neue Lebenspartner meiner Exfrau aufkreuzte. Schleichend trieben die beiden einen Keil zwischen mir und den Kindern. Schamlos stahl er mir meine Kinder. Ich wurde nach allen Regeln der Kunst von ihnen getrennt und entfremdet und zur Nichtperson degradiert. Die beiden zogen alle Register. Erst subtile Nadelstiche in Form von Bemerkungen und Befehlen mir gegenüber. Dann haltlose und unwahre Verleumdung und Vorwürfe. Es war alles dabei. Von Gewaltanwendung und Bedrohung der Kinder bis schlussendlich der Vorwurf eines sexuellen Übergriffes an die Adresse einer Person aus meinem Umfeld im Raum stand. Alle Vorwürfe wurden juristisch widerlegt. Du weisst aber, wie das ist: Du hörst etwas, und kannst es nicht glauben. Du hörst es wieder. Und wieder. Und selbst wenn es eine Unwahrheit, eine Lüge, eine hinterhältige und gemeine Unterstellung ist. Es bleibt in deinem Hirn haften. Etwas bleibt immer haften. Egal ob wahr oder unwahr. Die Person, um die es sich handelt, wird irgendwann dann mit der Unterstellung verknüpft. - „Da war doch etwas…“ – in der Erinnerung der Menschen bleibt der Makel haften. Die Verknüpfung zwischen dem Namen der betroffenen Person und der angeblich begangenen Tat lässt sich nicht mehr aus dem Gehirn der Menschen löschen.
Was ebenfalls geblieben ist: Die Entfremdung der Kinder. Von mir ungewollt, für mich bis ins Tiefste meiner Seele grausam und schmerzhaft. Es heisst ja immer, man könne einer Mutter die Kinder nicht wegnehmen. Warum, so frage ich mich immer, denken alle, dass es für einen Vater weniger schlimm ist? Warum die Unterscheidung zwischen Mutter und Vater? Es gibt „Mütter“ und „Mütter“. Und es gibt „Väter“ und „Väter“.
Die Entfremdung wurde offenbar systematisch eingefädelt und durchgeführt. Und wenn es nicht systematisch angedacht war, dann haben sie es zumindest effektiv umgesetzt. Natürlich hatte ich es nicht sofort bemerkt. Meine Reaktion war viel zu zurückhaltend und defensiv gewesen. Meiner Exfrau und ihrem neuen männlichen Manipulationsinstrument war es gelungen, für die Kinder eine neue Wahrheit zu kreieren. Sie hatten alle Personen aus dem Leben der Kinder geräumt, die eine andere Realität dargestellt hätten. Sie hatten ihr Umfeld neu programmiert, so dass es mich und meine Verwandten, beispielsweise meine Schwester, die für zwei der Kinder die Patin gewesen war, für die Kinder und deren Bezugspersonen nicht mehr gab. Bei ihrem systematischen Vorgehen nutzten sie die Schwächen der involvierten Amtspersonen und ihres näheren Umfeldes. Beispielsweise waren die Eltern der Exfrau nicht im Stande, sie auch nur annähernd zur Vernunft zu bringen, geschweige denn, ihr Einhalt zu gebieten. Und die involvierten Sozialarbeitenden? Da lege ich lieben einen pietätsvollen Mantel des Schweigens darüber. Ob sie unfähig oder nur zu faul sind, um ihre Arbeit zu machen, ist schlussendlich zweitrangig. Es gibt leider einfach zu viele, die zu gar nichts taugen.
Und ich selbst war zur damaligen Zeit zu schwach gewesen, um ihr ernsthafte Gegenwehr entgegenzustellen, ihr Spiel mitzuspielen, zumal es aus meiner Sicht kein Spiel gewesen war. Ich war zu sehr damit beschäftigt gewesen, den Grundstein für meine Existenz zu legen, mit einer weiteren Weiterbildung, und ihre juristischen, verleumderischen Attacken abzuwehren. Ich war von der schieren Menge ihrer unerwarteten Attacken aus dem Hinterhalt überfordert gewesen.
Die Kinder sind inzwischen erwachsen geworden. Der Kontakt zu ihnen hat sich in unterschiedlichen Handlungssträngen entwickelt. Eines aber haben sie heute alle gemeinsam: Es gibt keinen Kontakt.
Meine Exfrau machte mir oft den Vorwurf, mir ginge es nur ums Geld. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich durfte aber feststellen, dass es ihr vor allem ums Geld ging, und in zweiter Linie natürlich auch um Ausübung und Missbrauch von Macht. Einfach damit es gesagt ist. Zwischen 1999 und 2017 habe ich die schöne Summe von CHF 810‘000 aufgewendet, an Unterhaltszahlungen und Rechtskosten. Rechtskosten verursacht durch eine rachsüchtige, unwürdige Nichtperson, die höchst wahrscheinlich noch von ihrem heutigen Partner dazu angestachelt wurde. Beide, die Nichtperson und ihr Partner, haben in all den Jahren keine Minute für ihren Lebensunterhalt gearbeitet. Sie leben von der Unterstützung der Sozialwerke und lebten lange von meinen Beiträgen, die für die Kinder gedacht waren. Wie das möglich ist, verstehe ich bis zum heutigen Tag nicht.
Ich schreibe hier einfach mal ein paar Zahlen auf. Über all die Jahre habe ich immer pünktlich bezahlt, jeweils monatlich im Voraus. Immer, bis auf zwei Ausnahmen, bei denen technische Probleme zu ein paar wenigen Tagen Verzögerung geführt hatten. Als Gegenleistung für Kontaktabbruch, Beschimpfungen, Verunglimpfungen, übler Nachrede, Demütigungen, Kindesentfremdung:
CHF 810‘081
Total inklusive Zulagen
CHF 662‘951
Total der effektiven Zahlungen ohne Zulagen
CHF 92‘074
Ehefrauenalimente bis 2003. Warum nur so kurze Zeit? An dieser Stelle: Danke für die rasche Wiederheirat!
Die gute hat ihren angeblichen Trennungsschmerz sehr schnell überwinden können und bald ihren heutigen Herzallerliebsten geheiratet. Vermutlich erfolgte dies in erster Linie zur Absicherung. Der neue Mann musste ja angebunden werden, das neue Kind alleine wäre vielleicht zu wenig „entrapment“ für ihn gewesen, wer weiss.
CHF 49‘658
Anwaltskosten – wobei ich hier der Vollständigkeit nicht sicher bin. Insbesondere aus den Jahren zwischen der Trennung und der Scheidung und unmittelbar danach habe ich nicht mehr alle Belege.
Warum ich das hier aufliste? Nun, für mich war immer klar, dass es den Kindern an nichts mangeln sollte, zumindest finanziell. Leider erfuhr ich erst später, und nur bruchstückhaft, dass ganz offensichtlich der grösste Teil der Kinderalimente nicht für die Bedürfnisse der Kinder verwendet worden war. Sondern einfach für den Lebensunterhalt der neuen Familie meiner Exfrau mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen neuen Kind. In den ersten Entwürfen der Anwältin meiner Exfrau war eine nacheheliche Unterhaltspflicht von über dreissig Jahren enthalten gewesen. Ihre Forderungen waren dann zeitlich etwas reduziert worden, dafür in der effektiven Höhe der monatlichen Zahlung wieder erhöht worden.
Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn ungezählte Kreditdossiers gesehen, in denen Scheidungskonventionen enthalten waren. Höchst selten aber ist mir eine derartige Abzocke begegnet, wie das, was meine Exfrau veranstaltet hat. – „Selber schuld, wenn du sowas eingehst.“ – wirst du nun vielleicht denken. Nun, erstens hatte sie damals das Druckmittel, dass sie das Verfahren über vier Jahre strecken konnte, wenn wir uns nicht auf einen Betrag einigten. Dieser Gesetzesartikel ist inzwischen glücklicherweise geändert worden. Und zweitens wollte ich von dieser Unperson geschieden werden. Ich hätte ihr das Doppelte dafür bezahlt, um einfach nur frei zu sein von ihr. – „Und falls du das liest, du verdammtes Biest, dann lies das genau. Ich lasse es mir auf der Zunge zergehen: - „Ja, du hast mich abgezockt. Du hast viel zu hohe Beträge in die Konvention reinschreiben lassen. Du warst äusserst ungerecht und unfair. Zu meinem Glück hast du dann aber bald mit deinem neuen Lover ein Kind gezeugt und hast ihn geheiratet. Tja, diese Absicherung, die du dir da geholt hast, führte dann halt dazu, dass meine Unterhaltszahlungen für dich aufhörten. Trotzdem hast du ja bekanntlich weiterhin mehr als genug für die Kinder erhalten. Aber weisst du was, du verblödete, gierige, unmögliche Unperson? Ich hätte noch viel mehr abgedrückt. Du hättest noch mehr in deinen dicken Hals bekommen können, in den du nie genug kriegst. Denn ich wollte nur eines: weg von dir und deinem unmöglichen Charakter! Du hast dich verspekuliert. Du hast nicht das Maximum herausgeholt. Du hast auch in diesem Punkt versagt. Genauso wie du als Mensch, als Mutter, als menschliches Wesen eine Versagerin bist!“
Entgegen der Prognose vieler Fachleute ist bis zum heutigen Tag kein neuer, positiver, guter Kontakt mit meinen Kindern mehr entstanden. Dies hat viele Gründe. Es ist schade und schmerzt. Auch dies ist aber Teil meiner Lebensgeschichte, Teil meines Lebens. Es ist, wie es ist. Ich habe auf meinem Weg einiges gelernt über das Leben, über das Wesen von Menschen, über mich selbst.
Aus den vielen negativen Erlebnissen habe ich schlussendlich vieles gelernt. Sie haben dazu beigetragen, dass ich stärker geworden bin und eine gehörige Portion Resilienz in mein Skillset aufnehmen durfte.
Aus vielen Gesprächen mit Bekannten und Freunden sowie aus der Lektüre vieler Bücher und Artikel habe ich gelernt, dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, seinen Rucksack trägt. Selbst grosse Persönlichkeiten haben ihre dunklen Seiten, und die meisten Menschen durchleben mit ihrer Psyche gute und schlechte Zeiten. Das alles gehört zum Leben und macht jeden und jede von uns einzigartig.
Es ist wichtig, nie den Mut zu verlieren. Und ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen, und empfehle das jedem und jeder. Nimm Hilfe an, wenn sie dir angeboten wird. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Das gibt dir neue Energie, du empfängst und fühlst die Kraft anderer Menschen und entwickelst daraus wieder eigene Ressourcen.
Du findest hier meine Geschichte, wie ich sie erlebt habe, und wie ich mich daran erinnere. So habe ich alles aus meinen Erinnerungen und aus meinen wenigen Notizen zusammengetragen und rekonstruiert. Meine ehrliche Geschichte.
Vielleicht kennst du das aus der Literatur oder aus Filmen: Zeugenaussagen stimmen vor Gericht nicht überein, obwohl alle Beteiligten sich ganz sicher sind, und aufrichtig die Wahrheit sagen. Aussagengenauigkeit, Aussagenqualität und Aussagenzuverlässigkeit können abweichen, weil das reine Erinnerungsvermögen, aber auch die effektive Wahrnehmung einer Situation unterschiedlich sind. Und auch, weil nach dem Ereignis, an das man sich erinnert, vielleicht Einflüsse auf eine Person stattfinden, welche die Erinnerung verändern können. So kann es sein, dass zwei Personen völlig unterschiedliche Erinnerungen an eine Situation beschreiben, ohne dass eine von beiden subjektiv lügt. Falschaussagen können durch Irrtum, Lügen oder Suggestion entstehen. Brennend gerne würde ich die objektive Wahrheit jeder der beschriebenen Situationen kennenlernen. Von meiner Seite her weiss ich: Hier steht meine subjektive Wahrheit, die ich auch für die objektive Wahrheit halte.
„Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.“
Friedrich Christoph Oetinger oder Reinhold Niebuhr (unklar)
Ich finde es anmassend, wenn mir jemand ungefragt Ratschläge erteilt. Ich halte ungefragte Ratschläge auch als Kritik. Denn, warum meinst du, du müsstest mir einen Ratschlag geben? Offenbar tue ich etwas, was in deinen Augen falsch ist, oder mache zwar das richtige, aber auf eine falsche Art und Weise. Viele Leute geben dir dann „gut gemeinte“ Ratschläge. Meine Bitte an diese Leute: Hört auf, es gut zu meinen. Schaut auf euch selbst, und schaut zu, dass ihr für euch in eurem Leben das richtige tut, und es auch richtig tut. Ich danke aber allen, die mir geholfen habe, die mir Ratschläge erteilt haben, wenn ich danach gefragt habe. Eure Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit war und ist unbezahlbar, von euren Herzen gekommen, bei meinem Herzen angekommen. Danke!
Und deshalb, liebe Leserin, lieber Leser, lass mich hier einfach ein paar Kernbotschaften auflisten, die ich genauso meine, wie ich sie hinschreibe. Falls du keine Lust darauf hast, lies einfach beim nächsten Kapitel weiter.
Bleibe bei dir. Sei du selbst. Sei der, der du bist.
Sei bereit. Mache deine Hausaufgaben. Sei bereit.
Setze dich auf den driver-seat.
Right here – right now. Dein Leben findet jetzt statt, genau in diesem Augenblick. Kümmere dich um das «Jetzt». «Gestern» ist vorbei, vergangen. Du kannst nichts mehr daran ändern. Du trägst damit höchstens eine unnötige, schwere Last mit dir herum.
Und «Morgen» kommt erst noch. Mache dir noch keine Sorgen darüber. «Morgen» könnte auch niemals stattfinden für dich. Das kannst du nicht wissen.
Alles, worüber du dir Gedanken machen sollst, ist «genau hier – genau jetzt».
Kämpfe.
Lass dir nichts gefallen. Finde heraus, wann es sich lohnt, wofür es sich lohnt. Und dann kämpfe.
Und lasse es bleiben, wenn es sich nicht lohnt, wenn es Zeitverschwendung ist, wenn es Verschwendung von Energie ist. Lerne zu unterscheiden, wann und wofür es sich lohnt, und wann und wofür nicht.
Gehe «all in». Zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort.
Ärgere dich nicht. Das schadet nur dir selbst. Das beeinflusst nur dich selbst. Wundere dich, sei erstaunt und verwundert. Aber lass dich nicht verärgern.
Klingt das zu einfach und vereinfachend für dich? Ist aber nicht so. Lerne entsprechende Techniken, es gibt sie. Lerne, deine Empfindungen im Ansatz zu erkennen, dann kannst du sie auch besser steuern.
Es wird dir viel besser gehen. Genau dir. Und darum geht es ja. Dein Ärger nützt niemandem, dir selbst zuletzt. Also lasse es doch ganz bleiben.
Wenn du mit dir im Reinen bist, gibt es keine Konventionen, keine Zwänge, keine äusseren Quellen, keine öffentliche Meinung, die dir Unrecht zuschieben können.
Lass dir nichts einreden. Lass dir nicht einreden, dass du zu klein bist, zu schwach, dass du nicht richtig bist. Lass dir das nicht gefallen.
Trainiere; übe.
Was immer dich auszeichnen soll, was immer du tun möchtest. Erarbeite es dir, trainiere deine Tugenden, deine Stärken und an deinen Schwächen, deine Merkmale und deine Kompetenzen. Vielleicht bist du mit viel Talent gesegnet, vielleicht mit etwas weniger. So oder so, ohne regelmässige Übung, ohne Training, verkümmert auch das grösste Talent.
Denke das Unmögliche. Es könnte morgen sein.
Einfach eine Beobachtung: «Unvorgesehene» Ereignisse, Katastrophen, Unglück… Meistens kommen sie schneller und heftiger als erwartet. Darum gelten sie ja auch als «unerwartet». Stelle dich darauf ein.
Behandle jeden Menschen mit Respekt, auch jene, die es nicht verdienen. Denn Respekt ist das Spiegelbild deines Charakters, nicht des ihren. Du darfst aber die eine Ausnahme machen, in deinem Leben. Ich mache sie hier auch. Meine Ex verdient es nicht, mit Namen genannt zu werden. Auch nicht mit einem Nickname oder Pseudonym. Nein. Sie nicht.
„Das, wovor du Angst hast, kriegst du immer wieder.
Das, worauf du dich freust, kriegst du auch immer wieder.“
und
„Wenn man sich länger als fünfzehn Sekunden ärgert,
sind es die eigenen unerledigten Geschäfte.“
Vera F. Birkenbihl
Recht haben – Recht kriegen. Wir wissen es, das ist nicht dasselbe. Zu oft wurde ich auch von der Unfähigkeit der zuständigen Amtspersonen betrogen. Lange Zeit hatte ich Verständnis für deren Situation. Viele von ihnen arbeiten, haben eine grosse Anzahl an Dossiers zu bewältigen. Sie müssen sich mit Fällen von häuslicher Gewalt auseinandersetzen. Sie haben es mit „Kunden“ zu tun, die sie bedrohen, tätlich angreifen. Da war so ein verirrter und teilweise auch von dem was ihm gerade widerfuhr verwirrter Typ wie ich, gerade ein harmloser „Fall“, den man sehr rasch abhandeln konnte. Und so bemerkte ich leider zu spät, dass viele dieser Schreibtischtäter nicht wirklich „arbeiten“. Sie wickeln ihr Tagesgeschäft so mühelos wie möglich ab, um sich anderem widmen zu können. Viele sind schlicht überfordert, unfähig.
Und leider war die Rechtsordnung wie auch die Rechtsprechung in der Praxis leider zu lange Zeit unzulänglich. Gerade in der Zeit, in die meine Geschichte fällt, bestanden gewichtige Mängel in unseren Gesetzen und in der Art, wie sie umgesetzt wurden.
Wir schreiben das Jahr 2021. Nebst der unsäglichen Covid 19 – Pandemie, die uns alle stark beschäftigt, sticht mir die neue Praxis des Bundesgerichts ins Auge. Neu sollen Geschiedene grundsätzlich für sich selbst verantwortlich sein und sorgen. Dies ist der vorläufige Höhepunkt einer langjährigen Entwicklung. Wie anders war es damals als ich mich im Jahr 2000 scheiden liess. Das Ehescheidungsrecht war neu geschrieben worden, eine Scheidungspartei konnte schlimmstenfalls die Einwilligung zur Scheidung für vier Jahre verweigern. Und oft wurden prohibitiv hohe Unterhaltszahlung einer Scheidungspartei aufgebrummt. Es sind nur knapp zwanzig Jahre vergangen, dennoch ist es eine andere Welt. Ja, und auch andere Bestimmungen, Gesetze, und insbesondere deren Auslegung und Praxis, haben geändert. Vielleicht wäre einiges anders, wenn schon damals… nein, lassen wir das, das bringt nichts.
Waren vor Ende der 1990er-Jahre wohl die Ehefrauen benachteiligt gewesen, waren es danach die Ehemänner gewesen. Mich persönlich hat dies mit voller Härte getroffen. Theoretische Rechte, die sich in der Praxis nicht durchsetzen liessen. Unendliche Pflichten, und eine untragbar grosse finanzielle Belastung.
Ob nun die aktuelle gesetzliche Auslegung in allen Fällen zu mehr Gerechtigkeit führen wird, muss sich noch weisen. Sicherlich sollte aber ein derart stossender Rechtsmissbrauch, wie dies meine Exfrau veranstaltet hat, unterbunden werden. Ich wünsche es allen Geschiedenen.
Recht haben, Recht kriegen. Objektive und subjektive Gerechtigkeit. Es dürfte weiterhin immer Divergenzen zwischen scheidenden Eheleuten geben. Deshalb empfehle ich schon seit Jahren den jungen Leuten, die mich um Ratschläge fragen, dasselbe. Ihr wollt heiraten? Ihr liebt euch? Super, tut es. Aber erstellt heute schon den Scheidungsvertrag. Ich meine, bei einer Scheidungsrate von +/- 50 %, da ist eine gewisse Wahrscheinlichkeit da, dass es auch dich treffen kann. Ja, genau dich. Euch zwei. In allen anderen Bereichen empfehlen Juristen, die Exitklausel in jeden Vertrag einzubeziehen. Warum nicht bei der Ehe? Beim wohl einschneidendsten privaten, persönlichen Rechtsgeschäft? Mit der Ehe erweitert man die Zweierbeziehung zwischen zwei Menschen um eine dritte Partei, nämlich um den Staat, der gewisse wichtige Rahmenbedingungen festlegt. Wenn man sich liebt, sollte es doch möglich sein, eine Klausel aufzuschreiben, die beiden Parteien behagt, die für beide gerecht ist. Wenn man es zu diesem Zeitpunkt nicht fertig bringt, sollte man sich den Abschluss des Vertrages wirklich nochmals überlegen. Oder noch besser wäre, jeden Ehevereinbarung auf fünf Jahre zu befristen. Vertrag mit fester Laufzeit, nach fünf Jahre ist mal Schluss. Selbstverständlich darf man verlängern, mit oder ohne Anpassung. Wenn man dann aber nicht will, lässt man es bleiben. Ich stelle mir vor, dass die Leute mit viel mehr Anstand und Respekt miteinander umgehen würden. Und wenn nicht? Ja, dann würde ihnen wenigstens eine juristische Auseinandersetzung erspart, oder zumindest vereinfacht. Nur darum geht es mir. Nicht etwa darum, sich eine gute Option offen zu lassen, unverbindlich sein zu wollen, einen Freipass für künftige bessere Opportunitäten zu erhalten. Nur um mehr gegenseitigem Respekt, mehr Achtung, mehr Wertschätzung, mehr Achtsamkeit. Wenn mehr von all dem vorhanden ist, braucht es die vertraglichen Klauseln gar nicht. Setzt euch selbst ans Steuer, lasst euch nicht steuern!
Und jetzt? Gar nichts. Jeder Mensch soll seinen Weg gehen in seinem Leben. Nur das zählt. Lass dir von anderen nichts einreden.
Gehe deinen Weg. Bleibe bei dir. Mach die Hausaufgaben. Sei du selbst.
Damit meine ich nicht, dass man stur seinen Weg gehen soll, ohne Rücksicht auf Verluste. Tausche dich mit anderen aus. Hol dir Ratschläge, höre, was andere zu sagen haben. Lerne von anderen Menschen. Lerne von ihren Weisheiten, von ihren Worten, von ihren Taten. Lerne auch und vor allem von ihren Fehlern. Wenn du jedoch zu sehr auf andere hörst, wirst du immer Zweifel haben. Und du wirst es schon gar nicht allen recht machen können. Versuche deshalb auch nicht, von allen gemocht oder geliebt zu werden. Sonst riskierst du, dass du dich selbst irgendwann nicht mehr erkennst. Ganz geschweige denn magst.
Das bedeutet nicht, dass du gleich bleibst, wie du immer warst. Ganz im Gegenteil. Das Leben gleicht einem Fluss, es fliesst in eine Richtung, es ist eine Wellenbewegung durch die Unendlichkeit des Universums, durch die Möglichkeiten unserer Welt. Und irgendwann … fällst du in die Grube. Bis es aber so weit ist, ist es mehr als legitim, dass du dich entwickelt. Du darfst dich verändern, über die Jahre wirst du das tun. Gewisse Grundzüge deines Charakters werden dich dein Leben lang begleiten. Anderes wird sich aber entwickeln, ein Charaktermerkmal kommt dazu oder verstärkt sich, ein anderer Charakterzug schwächt sich ab oder verschwindet vielleicht. So wirst du der, der du bist. Und so bleibst du es, dein Leben lang. In der Bewegung, in der Veränderung. In der Stabilität und Stärke deiner Persönlichkeit.
Lebe so, dass du jeden Morgen in den Spiegel schauen kannst. In dich ruhend, aus deiner Mitte. Ohne Scham, ohne Bedauern.
Das bedeutet selbstverständlich, dass du Fehler gemacht hast, und dass du weiterhin Fehler machen wirst. Perfektion ist nun mal nicht menschlich. Wenn du aber jederzeit sagen kannst, dass du im Einklang mit dir selbst, mit deinen Gefühlen, mit deiner Seele gehandelt hast, dann passt es für dich. Und wenn es für dich passt, ist gut.
Denn dann wird es auch für die Leute passen, die um dich sind, die sich für dich, für deine Nähe, für deine Präsenz entschieden haben. Denn sie werden dich erleben, authentisch, echt, so wie du bist. Und das werden sie mögen. Mit all den Schwächen und Unzulänglichkeiten, die zu dir gehören. Mit den glatten Seiten, und mit den Ecken und Kanten. Und wenn sie das nicht tun, werden sie sich entscheiden müssen, mit jemand anderem vorlieb zu nehmen. Und das wird dann euch beiden dienen. Deine Begleitung wird sich für etwas entscheiden, was ihr eher zusagt und dich in Ruhe lassen. Sie muss dann nichts mehr in dich hineinprojizieren. Und du selbst hast die Freiheit, du zu sein, ohne dass jemand ständig versucht, dich zu verändern.
Weil heute 2021 ist, und mein Skript ab Teil 3 im Jahr 2010 aufhört, erzähle ich in den nachfolgenden Kapiteln kurz, wie es nach 2010 weitergegangen war. In einem ersten Abschnitt, was in meinem Leben passierte. Und danach, je in einem separaten Kapitel, wie sich die Beziehung zum jeweiligen Kind entwickelt, oder besser gesagt, eben nicht entwickelt hat.
Logischerweise hatte ich vor dem Kontaktabbruch die intensivste Beziehung zu meinem ältesten Sohn. Und weil er der Einzige war, der bisher wieder den Kontakt zu mir aufgenommen hat, ist das Kapitel über die Beziehung zu ihm das längste. Daraus lassen sich aber keine Rückschlüsse ziehen, dass jemand wichtiger oder weniger wichtig für mich ist. Alle drei Kinder haben ihren festen Platz in meinem Herzen.
Diesen Teil halte ich kurz. Diese Biografie, diese Vorgeschichte mit meiner ersten Familie, sie lastete stets auf meinem aktuellen Bewusstsein. Immer hing das Damoklesschwert über meinem Kopf, dass irgendetwas Negatives eintrifft. Post, Forderungen, haltlose Vorwürfe. Immer fand ich auf alles eine Antwort. Weil ich im Recht war. Recht haben und Gerechtigkeit erleben, das sind zwei Paar Schuhe. Ich habe gelernt zu kämpfen. Ich bin in meinem Leben oft hingefallen, und immer einmal mehr wieder aufgestanden. Das hat mich selbstverständlich geprägt. Das hat mich desillusioniert gemacht, und den Glauben an vielem genommen. Es hat mich abgehärtet. Vielleicht sogar zu hart. Es ist gleichzeitig aber auch die Basis für manchen Erfolg im Beruf, in meinen öffentlichen, angesehenen Nebenämtern. Und für viele Leute bin ich immer das geblieben, was ich schon immer war. Der Fels in der Brandung, wenn es stürmt. Die Wand, um anzulehnen, wenn der Wind zu stark wird.
Meine Frau Ramona hat kein einfaches Los an meiner Seite. Sie hat alles tapfer mit mir durchgemacht, ist zu mir gestanden, auch und gerade in den dunkelsten Stunden. Das hat sich auch negativ auf ihre Gesundheit und psychische Verfassung ausgewirkt und hat auch unser Leben in Bezug auf Familienplanung und berufliche Situation mitbestimmt. Den Dank dafür kann ich nicht in Worte fassen. Eine zusätzliche Belastung für mich war auch ihre Familiengeschichte und insbesondere das spezielle Verhältnis zu ihren Eltern, das schon oft alles von uns, von mir, abverlangt haben. Das Leben ist keine Milchbüchlein-Rechnung, in der man sich gegenseitig Rabattmarken und Lotterielose ausstellt, die man dann einlöst. Ich bin ihr einfach nur dankbar für alles. Und ich hoffe, dass sich vielleicht vermehrt Lichtblicke in unserem Leben eröffnen, und unsere Zukunft rosiger und glücklicher wird, als es die Vergangenheit war. Ich arbeite weiterhin daran. Und auch wenn der Erfolg bisher überschaubar blieb, habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es so werden wird.
„Ever tried. Ever failed. No matter.
Try again. Fail again. Fail better.”
Samuel Beckett
Das Skript ab Teil 3 hört zwar 2010 auf. Ich hatte darin aber ein wichtiges Kapitel nicht erwähnt, weil ich es zu jenem Zeitpunkt als nicht erwähnenswert erachtet hatte. Heute sehe ich es anders, und erzähle auch diesen Teil, der sich ab 2007 ereignete. Ja, und dann geht die Geschichte ja auch noch weiter, es gibt eine Zeit „nach 2010“.
Also, 2007. Ich hatte langsam wieder Fuss gefasst und wir hatten ein Häuschen auf einem hübschen Bauplatz am Dorfrand gebaut. In meiner grenzenlosen Naivität meldete ich brav die neue Adresse an meine Exfrau, nur für den Fall, dass sie sich besinnen würde. Als Antwort bekam ich drei Wochen später Post von ihrer Anwältin. Sie liess mir mitteilen, dass unser Sohn Sandro hochbegabt sei (du meine Fresse… das müssen wohl ihre Gene angestellt haben, an mir kann es nicht liegen) und er deshalb ein entsprechendes Gymnasium besuchen würde. Das renommierte K + S – Gymnasium Rämibühl in Zürich, K + S steht für Kunst und Sport. Die sei mit einem angemessen hohen Budget für seinen Lebensunterhalt durch mich zu unterstützen. Welch ein grosses Glück für mich, dass mein Anwalt diesen hinterhältigen Angriff abwehren konnte. Der gute Junge wurde von mir schon seit Jahren mit grösseren Beträgen unterstützt, als er verbrauchen konnte. Den Rest verputzten seine Mutter und der Familiendieb an ihrer Seite. Mich kostete es einmal mehr viele Nerven und das Anwaltshonorar. Mein Anwalt regte sich fast noch mehr auf als ich selbst. Für ihn war es klar, dass der Angriff insbesondere auf meinen beruflichen Erfolg abzielte. Ein reiner Ausdruck von Neid und Missgunst von Seiten meiner Ex-Allerliebsten. Danke schön vielmals, würde gerne darauf verzichten.
„Mitleid gibt es umsonst – den Neid muss man sich verdienen.“
Volksweisheit
