Louis Armstrong - Ilse Storb - E-Book

Louis Armstrong E-Book

Ilse Storb

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Beschreibung

Louis Armstrong (1900-1971) ist einer der Väter der Jazzmusik und des Swing. Mit seinem Trompetenspiel, aber auch mit seiner unverwechselbaren Gesangsstimme hat «Satchmo» ganze Generationen von Musikern geprägt und beeinflusst. Zugleich war er stets ein Botschafter des «Schwarzen Amerika» und hat sich mit seinen Mitteln gegen Rassendiskriminierung engagiert. In dieser Monographie werden die wichtigsten Stationen seiner Karriere nachgezeichnet und seine berühmtesten Stücke vorgestellt. Das Bildmaterial der Printausgabe ist in diesem E-Book nicht enthalten.

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Seitenzahl: 192

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Ilse Storb

Louis Armstrong

 

 

 

Über dieses Buch

Louis Armstrong (1900–1971) ist einer der Väter der Jazzmusik und des Swing. Mit seinem Trompetenspiel, aber auch mit seiner unverwechselbaren Gesangsstimme hat «Satchmo» ganze Generationen von Musikern geprägt und beeinflusst. Zugleich war er stets ein Botschafter des «Schwarzen Amerika» und hat sich mit seinen Mitteln gegen Rassendiskriminierung engagiert. In dieser Monographie werden die wichtigsten Stationen seiner Karriere nachgezeichnet und seine berühmtesten Stücke vorgestellt.

Das Bildmaterial der Printausgabe ist in diesem E-Book nicht enthalten.

Vita

Ilse Storb wurde 1929 in Essen geboren. Sie studierte Schulmusik und Klavier an der Musikhochschule Köln, Musikwissenschaft und Romanistik an der Universität Köln und an der Sorbonne, Paris. Mit einer Dissertation über «Die Harmonik in den Klavierwerken von Claude Debussy» Promotion 1966 in Köln. - Ilse Storb war elf Jahre an verschiedenen Essener Gymnasien tätig und wurde 1968 Oberstudienrätin im Hochschuldienst im Fach Musikpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ruhr - Abteilung Duisburg. Motiviert durch den ersten Kongress der Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung 1969 in Graz, gründete sie 1971 zusammen mit Joe Viera, München, ein Jazzlabor für die Musiklehrerausbildung. Sie verfasste ihre Habilitationsschrift über den Pianisten und Komponisten Dave Brubeck und schrieb ein Jazzbuch für die Schule. 1982 wurde sie zur Professorin für «Systematische Musikwissenschaft einschließlich Jazzforschung» an der Universität - Gesamthochschule Duisburg ernannt. Ilse Storb erhielt 1998 für ihre Arbeit «Musik kennt keine Grenzen - Völkerverständigung durch Musik» das Bundesverdienstkreuz am Bande. Das «Who is who?» weist sie als einzige Professorin für Jazzforschung in Europa aus. 2011 gründete sie das «Labor für Weltmusik» an der Folkwang Schule in Essen.

Impressum

Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Hamburg, Dezember 2015

Copyright © 1989 by Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Covergestaltung any.way, Hamburg

Coverabbildung Umschlagfoto: ullstein bild – Jochen Blume

ISBN 978-3-644-54411-6

 

Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation

Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp

 

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www.rowohlt.de

Der Musiker und sein Instrument

«Du kannst nichts auf einem Horn spielen, das Louis nicht gespielt hat.»[35] – «Armstrongs Begabung erstreckt sich auf beinahe alle wichtigen Etappen der Jazzgeschichte … er ist fast identisch mit ihr geworden.»[36]

Louis Armstrong wird von zahlreichen amerikanischen Journalisten als «der größte Musiker der Welt» oder «der größte Trompeter der Welt», als Titan und Genie bezeichnet. Vielleicht war Armstrong einer der größten kreativen Geister der Musikgeschichte überhaupt. Er wird verglichen mit Bach und Beethoven. Die Musik Jazz wird mit Armstrong identifiziert. Er wird als «Vater des Jazz» verehrt. Die Symbolkraft des Namens Armstrong, so wird behauptet, sei mit der des Namens Picasso vergleichbar.[37]

Negative Kritik erscheint fast nie in den wenigen Büchern und zahlreichen Artikeln über Louis Armstrong. Umso heftiger und missgünstiger muss die folgende Darstellung erscheinen. Schlagzeile im Jahre 1941: «Louis Armstrong hörte auf, Gott zu sein.»[38] Der Kritiker D. Leon Wolff misst Armstrong an der Virtuosität der Bebopper oder Bopper, die den modernen Jazz durch reichhaltigere Harmonien und kompliziertere Rhythmen einleiten, und kommt zu dem Ergebnis: Louis Armstrong ist altmodisch und weder technisch noch kreativ auf dem letzten Stand. Sogar beim Westend Blues (1928), besonders bei der Introduktion, kämpfe er gegen sein Instrument. Bop-Trompeter Dizzy Gillespie sieht den Unterschied zwischen sich und Armstrong so: «Wir Bebopper beschäftigen uns mit differenzierten Rhythmen und anderen Dingen, an die kein Mensch denkt, wenn Louis bläst. Zu seiner Zeit blies man ganz einfach das heraus, was man auf dem Herzen hatte.»[39] Für Louis waren das Melodiespiel und das ausdrucksvolle Spiel immer vorrangig. Außerdem spielte er immer für sein Publikum und wollte die Menschen durch seine Musik glücklich machen.

Louis Armstrong war ein hervorragender Trompeter, ein ausdrucksvoller, faszinierender Sänger, ein beeindruckender, kommunikationsreicher Showman, Schauspieler und Entertainer. – Er hat die Solo-Technik im Gegensatz zur Kollektiv-Technik des New Orleans-Stils, der ein Gruppenstil war, entwickelt. Alle Musiker spielten gemeinsam, niemand stand im Vordergrund. Der Solist integrierte sich, wie in der afrikanischen Musik, weitgehend in den musikalischen und menschlichen Kontext. Durch Louis Armstrong wurden Technik, Virtuosität und Expressivität des Solisten als hervorragendem Musiker entwickelt. Kollektive Kompositionen und Improvisationen wurden allmählich zu individuellen Produktionen. – Der New Orleans-Stil beruhte auf dem sogenannten two beat mit Betonung auf dem zweiten und dem vierten beat. Trompete, Klarinette und Posaune waren die typischen Melodieinstrumente des New Orleans-Stils, die mit rauer Tonbildung gespielt wurden.

Louis Armstrong hat zur Verfeinerung der rhythmischen Konzeption im Jazz entschieden beigetragen. In den Minstrel-Nummern (Minstrel, erste eigenständige Theaterform Amerikas) und im Cake Walk, einem bei Schwarzen und Weißen beliebten Tanz, erfolgte oft nur ein Schlag auf einen Takt. Im Ragtime, einer synkopierten Klavierkomposition, wechselten schwere und leichte Schläge. Armstrong führte einen durchgehenden four beat ein, löste die Starrheit der Ragtime-Synkopen durch off beats, das heißt Zwischenschläge, und brachte swing feeling, Spannung zwischen beat und off beat ein. «Swinging» geschieht individuell durch das Gehör und reinen musikalischen Instinkt … you will catch new notes and broken up rhythms (du wirst neue Töne und unterbrochene Rhythmen entdecken).[40]

Auch auf dem Gebiet der Melodik hat Armstrong für Neuerungen gesorgt. Seine überzeugenden melodischen Linien waren nicht nur Varianten und Paraphrasen des Themas, sondern im Sinne des Jazzforschers André Hodeir melodische Neuerfindungen, Gegenmelodien.[41] Die melodische Gestaltung war für Armstrong immer von hervorragender Bedeutung. «De la mélodie avant toute chose» (Vor allem Melodie) könnte man in Abwandlung des berühmten Gedichts und literarischen Glaubensbekenntnisses von Paul Verlaine sagen. Oft waren Armstrongs Melodien von absoluter Einfachheit, aber oft auch von unnachahmlicher Subtilität. Technisches, virtuoses Spiel über «Changes»[42] (Akkordwechsel) lehnte er ab. «Für Louis ist alles einfach genug. Er folgt Olivers [sein Lehrer in New Orleans und Chicago] Ausspruch: ‹Wenn ein Jazzmusiker [cat] ein Thema zum Swingen bringen und eine Melodie spielen kann, das allein zählt.› … Er erzählte einst dem Jazzkritiker Leonard Feather: