Lust als Strafe - Amelie Wild - E-Book

Lust als Strafe E-Book

Amelie Wild

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Beschreibung

»Lust kann töten. Doch was geschieht, wenn sie zur Strafe wird?« Dr. Mara Levin ist Polizeipsychologin und wird immer dann hinzugezogen, wenn Ermittlungen ins Stocken geraten und Täter nicht nur Spuren, sondern ganze Identitäten verwischen. Sie arbeitet dort, wo andere keinen Zugang mehr finden, in der Psyche von Serienmördern, in den Abgründen sexueller Vergewaltiger und moralischer Selbstrechtfertigung. Als mehrere junge Frauen tot in Hotelzimmern aufgefunden werden, nackt und in eindeutigen, erotischen Posen arrangiert, ohne sichtbare Gewaltspuren, erkennt Mara schneller als alle anderen, dass diese Tatorte keine Zufälle sind. Sie sind sorgfältig komponierte Botschaften. Jedes Detail ist bewusst gesetzt, jede Körperhaltung wirkt wie eine Inszenierung, die weniger von Hass als von einem verstörenden moralischen Anspruch erzählt. Der Täter richtet seine Opfer nicht einfach hin, er stellt sie aus. Während Mara das psychologische Profil immer präziser formt, wächst in ihr ein beunruhigender Verdacht. Die Inszenierungen tragen eine Handschrift, die ihr vertraut erscheint, als würde jemand nicht nur die Psyche seiner Opfer, sondern auch ihre eigene studieren. Der Mörder kennt ihre diskreten Affären mit Unbekannten, und ihre ungewöhnlichen sexuellen Fantasien. Was als professionelles Duell beginnt, entwickelt sich zu einem perfiden Spiel aus Begehren, Schuld und Macht. Je tiefer Mara in das Denken des Täters eindringt, desto klarer wird, dass sie längst Teil seiner Dramaturgie geworden ist. Dieser Fall ist nicht nur persönlich, er ist darauf ausgelegt, sie zu brechen, indem er genau das gegen sie richtet, was sie für kontrollierbar hielt. "Lust als Strafe" ist ein expliziter, kompromissloser erotischer Psycho-Thriller über sexuelle Obsession, moralische Selbstjustiz und die gefährliche Grenze zwischen Lust und Schuld. Dieser Roman enthält deutliche Darstellungen von Sexualität und ist ausschließlich für Leserinnen und Leser ab 18 Jahren geeignet.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Amelie Wild

Lust als Strafe

Im Kopf des Täters (Band 1)

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

Impressum neobooks

Prolog

Das Hotelzimmer 412 war nicht dekoriert, sondern ausgerichtet. Nichts wirkte zufällig, nichts beiläufig, weder die Stellung der Möbel noch die Art, wie das Licht den Raum füllte. Eine einzelne Lichtquelle ließ die Wände weich erscheinen, warm genug, um Hauttöne zu vertiefen, gedämpft genug, um jede Härte zu vermeiden. Die Vorhänge waren geschlossen, sorgfältig zu gezogen, sodass die Nacht draußen blieb und der Raum sich ganz auf sich selbst konzentrieren konnte.

In der Luft lag ein Duft, eindeutig und dennoch schwer zu greifen, eine Mischung aus Schweiß, Angst und weiblichen Lustsäften. Er haftete an den Textilien, an der Haut, an der Stille, als wäre er Teil der Komposition und nicht bloß ein Überbleibsel. Wer diesen Raum betrat, nahm ihn wahr, ohne ihn sofort zu benennen, und genau darin lag seine Wirkung.

Die Frau auf dem Bett war komplett nackt.

Ihr Gesicht war ruhig. Die Lippen waren leicht geöffnet, der Ausdruck weich, beinahe gelöst, als hätte ein Gedanke sie verlassen, bevor er zu einem Wort werden konnte. Die Augen waren geschlossen, nicht verkrampft, sondern still und friedlich.

Sie war mittig auf dem Bett auf dem Rücken positioniert, ruhig und ausgerichtet, als hätte jemand diesen Platz bewusst gewählt. Ihr Kopf ruhte flach auf der Matratze, die blonden Haar wie ein Heiligenschein arrangiert, während ein Kissen unter ihrem Rücken lag und den Unterleib leicht anhob. Um den Hals lag ein schwarzes Lederband mit einem silbernen Verschluss im Nacken. Die Arme waren seitlich ausgestreckt und entspannt abgelegt, in einer Haltung, die wirkte, als sei sie selbst so zur Ruhe gekommen. In der rechten Hand lag ein kleines, schwarzes Kästchen.

Die Beine waren aufgestellt und weitgespreizt. Auf dem Venushügel befand sich ein blondes Schamhaardreieck, deren untere Spitze direkt auf die Klitoris zu zeigen schien. Die Lippen ihrer Vagina, die Zonen daneben und darunter waren glattrasiert. Aus dem Anus ragte ein schmaler, weißer Kunststoffstab.

Nichts daran wirkte brutal. Nichts sprach von Gewalt. Es machte den Eindruck, es fand gerade ein intensives Liebesspiel zweier Menschen statt, die ihre persönlichen Fetische auslebten.

Und genau das machte es so verstörend.

Der Raum erzählte von Nähe, von Kontrolle, von einem Moment, in dem jemand entschieden hatte, wie dieser Körper gesehen werden sollte. Es war keine Demütigung, keine Entstellung. Es war eine Präsentation.

Er stand einige Schritte entfernt und betrachtete die Szene ruhig. Sein Blick war nicht gierig, nicht erregt, sondern konzentriert, beinahe analytisch, als würde er prüfen, ob das Bild vollständig war. Er sah nicht sie als Person, nicht ihr Gesicht, nicht ihre entblößten Geschlechtsorgane, sondern das, was sie darstellte.

Die Haltung. Die Offenheit. Die Wirkung.

Begehren.

Nicht seines.

Sondern das Begehren der Person, die später kommen würde.

Er wusste, wie Menschen blickten. Er wusste, wie Augen verweilten, wie Gedanken abschweiften, wie Körper reagierten, selbst dann, wenn der Verstand sich wehrte. Diese Inszenierung war kein Angebot. Sie war ein Spiegel.

Wer hier stand, würde sich selbst erkennen müssen, ob er wollte oder nicht.

Er trat näher, ohne sie zu berühren, und verharrte einen Moment. In seinem Gesicht lag keine Regung, die man hätte deuten können, nur eine stille Aufmerksamkeit, wie bei jemandem, der einen Gedanken zu Ende führt und sicher sein will, dass nichts fehlt.

Er wusste, dass diese Darstellung Fragen aufwerfen würde.

Er wusste auch, dass sie Antworten provozieren würde, die niemand laut aussprach.

Er griff nach seinem Handy, hielt es vor die Inszenierung und machte einige Fotos, als Nachweis seiner erfolgreichen Präsentation.

Die Szene war vollständig. Sie sagte alles, was sie sagen sollte. Er blieb noch einen Moment stehen und sah auf den Körper. Dann öffnete er den Verschluss des Halsbandes, zog es herunter und schob es in seine Jackentasche. Auf dem Hals der Toten waren jetzt rote Strangulationsmerkmale zu erkennen.

Er lächelte nochmals zufrieden, dann drehte er sich um, ging zur Tür und schloss sie leise hinter sich.

Das Hotelzimmer blieb zurück, unverändert, still, bereit. Bald würden andere kommen. Stimmen würden den Flur füllen, Schritte würden näherkommen, sachliche Blicke würden sich über den Körper legen. Sie würden messen, sichern, fotografieren, benennen. Sie würden glauben, Ordnung in etwas zu bringen, das sich jeder einfachen Erklärung entzog. Sie würden einen toten Körper sehen und überzeugt sein, verstanden zu haben, was hier geschehen war.

Doch sie würden sich irren.

Diese Szene war nicht für sie gemacht.

Sie war für eine andere bestimmt. Für jemanden, der nicht nur sah, sondern begriff, was gezeigt worden war. Jemand, der lernen musste, dass Schuld nicht verschwindet, sondern nur durch Sühne ausgeglichen werden kann.

Und während die Stadt draußen erwachte, während irgendwo Kaffee gekocht und Türen aufgeschlossen wurden, war sie noch ahnungslos. Sie wusste noch nicht, dass dieser Raum für sie vorbereitet worden war.

Aber das würde sich ändern.

1

Der Anruf kam früh, zu früh für einen Montag!

Dr. Mara Levin ließ das Handy zweimal klingeln, nicht aus Trotz, sondern weil sie den Moment brauchte, um vom Schlaf in die Konzentration zu wechseln, die ihr Job verlangte.

Als sie den Anruf annahm, hörte sie nicht zuerst Worte, sondern die Pause am anderen Ende, dieses kurze Zögern, das verriet, dass jemand abwog, wie viel er sagen durfte.

„Mara!“, sagte Tobias Reiter schließlich, ruhig wie immer, seine Stimme tief, leicht heiser, als hätte er bereits mehrere Stunden hinter sich. „Wir haben einen Tatort. Und du solltest dir das ansehen.“

Sie fragte nicht nach Details. Wenn Reiter sie so früh anrief, war es kein gewöhnlicher Fall. Sie kannte ihn lange genug, um zu wissen, dass er seine Worte sparsam einsetzte, wenn er etwas für problematisch hielt.

„Ich schick dir die Adresse über WhatsApp!“, sagte Reiter.

„Ich bin unterwegs“, antwortete Mara, beendete den Anruf und ließ das Handy sinken. Einen Moment blieb sie sitzen, auf der Bettkante, die Füße auf dem kühlen Boden, den Rücken aufrecht, als würde sie sich innerlich sortieren. Das Zimmer war noch halbdunkel, die Nacht hing ihr nach, nicht als Müdigkeit, sondern als Schwere, die sie kannte.

Sie stand auf und ging barfuß ins Bad. Der Boden war kühl unter ihren Fußsohlen, wach machend. Als sie das Licht einschaltete, blieb sie einen Moment vor dem Spiegel stehen, ohne Eile, ohne Hast, als würde sie sich selbst kurz abholen müssen, bevor der Tag beginnen durfte.

Sie sah ihr Gesicht an, prüfend, nicht kritisch. Die Linien waren klar, die Wangenknochen hoch, die Haut ruhig. Ihre Augen, grau-grün, sahen ihr direkt entgegen, wach, aufmerksam, mit diesem Blick, der selten etwas preisgab und doch viel wahrnahm. Ihr Haar schimmerte in einem dunklen Honigblond, durchzogen von feinen goldenen Reflexen, die im Licht lebendig wirkten; schulterlang geschnitten fiel es ihr locker und ungebändigt über die Schultern, vom Schlaf leicht zerzaust, weich und vertraut wie etwas, das nie ganz verloren geht.

Ihr Blick glitt tiefer, über den schlanken Hals, die Schultern, die sich gerade hielten, über den Körper, den sie kannte und dem sie vertraute. Er war trainiert, schlank, mit einem flachen Bauch. Die Brüste besaßen die Größe zweier Grapefruits, ein C-Cup, mit ausgeprägten, langen Nippeln, die wie harte Dornen von ihren Halbkugeln abstanden. Auf dem Venushügel trug sie ein kurzrasiertes Schamhaardreieck, deren Farbe honigblond mit dunkleren Nuancen war. Die Schamlippen, die Bereiche daneben und der Damm waren perfekt glattrasiert.

Sie hob leicht die Mundwinkel, ein kleines, kaum merkliches Lächeln. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Anerkennung. Für eine Frau von einundvierzig Jahren war das, was sie sah, mehr als nur akzeptabel. Es war ein Anblick, mit dem sie sich wohlfühlte. Ein Körper, der wusste, was er konnte. Und was er wollte.

Einen Moment blieb sie noch stehen, ließ den Blick ruhen, bevor sie sich abwandte und die Dusche aufdrehte. Das Wasser prallte zuerst hart auf die Fliesen, dann lief es über ihren Kopf, über das Haar, über Nacken und Schultern, warm und schwer, als würde es sie langsam in den Tag ziehen.

Sie schloss die Augen und ließ den Kopf leicht nach hinten sinken. Sie träumte fast jeden Morgen von Nähe, von Körpern, von Lippen, von erigierten männlichen Geschlechtsorganen, oder feuchten Schamlippen. Sie war eine Switcherin, nicht auf ein Geschlecht festgelegt, genoss sowohl den hetero Sex als auch das lesbische Vergnügen.

Sie brauchte die morgendliche sexuelle Erregung in ihrem Körper, die Anspannung, das Kribbeln, um richtig wach zu werden.

Ohne die Augen zu öffnen, streckte Mara die Hand aus und pumpte ein paar große Spritzer Duschgel aus der Flasche in ihre Hand. Sie drehte sich leicht herum, so dass das Wasser nur ihren Rücken hinunterspülte, und begann, die Lotion auf die Vorderseite ihres Körpers aufzuschäumen. Ihre zarten Hände glitten über ihre glatte Haut. Sie rieb das Duschgel über ihren flachen Bauch, dann fuhr sie mit beiden Händen über ihre Brust und die erigierten Nippel.

Nachdem sie die Bewegungen einige Male wiederholt hatte, war ihr nackter Körper vollständig mit dem Duschgel bedeckt. Sie begann, sich zu säubern. Als sie mit einer Hand von ihren Beinen, über ihren Bauch, zu ihren Brüsten strich, hielt sie kurz inne und atmete tief ein.

Dann umgriff sie mit den Kuppen des Daumens und des Mittelfingers die rechte erigierte Brustwarze; quetschte, drehte und zog an der Knospe, bis es schmerzte. Dann ließ sie die Hand nach unten sinken, strich durch das honigblonde Schamhaardreieck, und weiter zu ihrem glattrasierten Schlitz. Sofort lief ein warmes Kribbeln durch ihren Unterleib. Langsam schob sie die Kuppe ihres Mittelfingers zwischen die Schamlippen. Sie erzitterte, und begann sich selbst mit den beiden Fingern zu ficken.

Rein und raus. Etwas tiefer. Ja, nur ein bisschen tiefer ... ich brauche es … so dringend … rein und raus ... noch tiefer … die Finger drehen und anwinkeln … tiefer ... ja, einfach da ...

Sie schob unbewusst ihre Füße auseinander und beugte leicht die Knie, um ihr Becken zu öffnen. Ihre Finger gruben sich nun bis in die Tiefe ihres zweiten Fingerknöchels, bearbeiteten ihren Vaginalkanal.

Rein und raus ... rein und raus ... tiefer ...

„Bitte … oh, ah …“, stöhnte sie.

Sie registrierte vage, dass sie ihre eigene stöhnende Stimme hörte, aber sie klang weit entfernt, als würde sie von einer anderen Person in einer anderen Sprache gesprochen. Doch allein der Akt, die eigenen lustverzerrten Worte zu hören, reichte aus, um ihren Höhepunkt zuzulassen.

Ihr Orgasmus baute sich auf und sie konnte ihn jetzt nicht mehr stoppen. Er packte sie und füllte sie auf, bereit, mit voller Wucht herauszubrechen. Sie keuchte und saugte die winzige Menge an Luft ein, die sie bekommen konnte. Dann explodierte sie in einer heftigen Welle, zitterte und zuckte. Sterne füllten ihre Augen, ihr Verstand konnte nicht denken, sie konnte nicht atmen. Sie kam wieder und wieder, ihre Fotze brannte in einer Vielzahl heftiger Empfindungen.

Es brauchte ein paar Sekunden, bis ihr Körper wieder ruhig wurde und der Atem sich normalisierte. So war es immer, wenn sie zu einem neuen Tatort gerufen wurde. Sie brauchte diesen Moment der Entladung davor, dieses kurze Loslassen, um das, was sie sehen würde, ertragen zu können. Die körperliche Nähe zu sich selbst schuf Abstand zu den Bildern, die kamen, und half ihr, klar zu bleiben, wenn andere bereits wegschauten.

Als sie sich abtrocknete und anzog, geschah alles ohne Eile. Schwarze Jeans, eng, aber bequem, ein schlichtes Oberteil, darüber die dunkle Jacke, die sie oft trug, weil sie unauffällig war und sich überall einfügte. Sie band die Haare locker zurück, sah noch einmal in den Spiegel und nickte sich kaum merklich zu.

In der Küche stellte sie die Kaffeemaschine an, wartete nicht, sondern griff nach einer Tasse, während der Raum sich langsam mit dem Geruch von starkem Kaffee füllte. Sie trank den ersten Schluck im Stehen, heiß und bitter, und spürte, wie er sie endgültig wach machte.

Als sie die Wohnung verließ, roch der Hausflur nach Reinigungsmittel und kaltem Stein. Ein vertrauter Geruch, nüchtern, klar. Er erdete sie, bevor sie die Haustür hinter sich schloss und in die Stadt hinaustrat, die längst begonnen hatte, ihren eigenen Rhythmus aufzunehmen.

Das Hotel lag in einer ruhigen Seitenstraße unweit der Leopoldstraße, ein schmales, modernes Haus mit sandfarbenem Stein und großen Fenstern, die den Blick nach innen freigaben, ohne etwas preiszugeben. Über dem Eingang stand in schlichten Lettern Hotel Aurelia, ein Name, der Wärme versprach und Distanz hielt. Die Adresse wirkte unscheinbar, fast beiläufig, als sei dieser Ort dafür gemacht, übersehen zu werden.

Mara stieg aus dem Wagen, zog den Mantel enger um sich und ging die wenigen Schritte zum Eingang. Die Drehtür glitt lautlos auf, und sofort veränderte sich die Luft. Gedämpftes Licht, der Geruch von Kaffee und Reinigungsmittel, leise Musik, die so neutral war, dass man sie erst bemerkte, wenn sie verstummte. Die Lobby war fast leer. Ein Mann hinter dem Tresen hob kurz den Blick, musterte sie professionell und senkte ihn wieder.

Alina wartete nahe der Sitzecke, die Jacke bereits ausgezogen, die Haare streng zurückgebunden, das Gesicht noch ungeschminkt, aber wach. Als sie Mara sah, löste sich etwas in ihrer Haltung, kaum sichtbar, aber eindeutig.

„Du bist pünktlich“, sagte Alina leise.

„Reiter war dringlich“, antwortete Mara leise und blieb für einen Herzschlag stehen, als müssten sie beide erst unauffällig prüfen, in welcher Rolle sie einander jetzt begegneten.

Gemeinsam gingen sie den Flur entlang zum Aufzug, Schritt für Schritt im gleichen Tempo, ohne es bewusst abzusprechen. Zwischen ihnen fiel kein überflüssiges Wort, doch die Stille war nicht leer, sondern geladen mit Blicken, die nur Sekunden dauerten und doch länger wirkten, als es notwendig gewesen wäre. Es war diese feine, kaum greifbare Spannung, die entsteht, wenn zwei Menschen zu viel wissen, um es einfach beiläufig zu übergehen.

Der Lift stand bereits im Erdgeschoss, als hätte er auf sie gewartet. Mit einem sanften, beinahe höflichen Geräusch glitten die Türen auseinander, und sie traten nebeneinander hinein. Als sich die Türen wieder schlossen, schnitt das gedämpfte Geräusch der Außenwelt ab, und ein enger, spiegelnder Raum blieb zurück, in dem es keinen Ausweg für Blicke gab.

Der Spiegel an der Rückwand zeigte sie Schulter an Schulter, zwei Frauen in Zivil, beide aufrecht, beide gefasst, und doch unterschiedlich angespannt. Mara sah aus dem Augenwinkel die Linie von Alinas Kiefer, die leichte Spannung in ihren Schultern, die kontrollierte Ruhe in ihrem Stand, als hielte sie sich bewusst stabil.

Alina wiederum ließ den Blick über Maras Gesicht gleiten, beinahe unmerklich, blieb einen Moment an ihren Augen hängen, als suche sie dort nach etwas, das nur sie erkennen konnte, bevor sie wieder nach vorne sah.

Der Aufzug setzte sich in Bewegung, leise und gleichmäßig, und das Summen des Motors war das einzige Geräusch zwischen ihnen, während die Anzeige über der Tür aufleuchtete. Vierter Stock.

„Zimmer 412“, sagte Alina schließlich, mehr zur Bestätigung als zur Information.

Mara nickte. „Wer hat es gemeldet?“

„Das Hotelpersonal“, antwortete Alina. „Eine Reinigungskraft. Routinekontrolle.“

Die Türen des Aufzuges öffneten sich. Der Flur war schmal, mit dunklem Teppichboden und gedämpfter Beleuchtung. Türen reihten sich aneinander, alle gleich, alle verschlossen, alle mit diesem stillen Versprechen von Anonymität. Schritte waren hier gedämpft, Stimmen wurden automatisch leiser.

Alina ging voran, sicher, ohne zu zögern. Mara folgte ihr, nahm die Umgebung auf, die Stille, die Gleichförmigkeit, den Geruch nach frischer Wäsche. Sie kannte solche Flure. Zu gut.

Vor Zimmer 412 blieb Alina stehen. Sie drehte sich zu Mara um, sah sie kurz an, als wolle sie etwas sagen, entschied sich dann dagegen. Stattdessen zog sie die Karte aus der Tasche, hielt sie bereit, ohne sie sofort zu benutzen.

„Bist du bereit?“, fragte Alina mitfühlend.

„Dafür kann man nie bereit sein; aber es ist Teil unseres Jobs“, antwortete Mara ruhig.

Alina nickte, schob die Karte durch den Schlitz. Die Tür öffnete sich mit einem leisen Klick.

Und bevor sie eintraten, war da dieser kurze Moment zwischen ihnen, in dem klar war, dass sich hier mehr überlagerte als ein weiterer Tatort.

Dann traten sie ein.

Kriminalhauptkommissar Tobias Reiter, Leiter der Münchner Mordkommission, lehnte an der Wand. Die Hände steckten locker in den Manteltaschen, der Körper wirkte entspannt, der Blick war aufmerksam. Er trug einen grauen Mantel über einem dunklen Anzug, das Hemd am Kragen offen, als hätte er auf dem Weg hierher anderes im Kopf gehabt als Äußerlichkeiten.

„Du bist schnell“, sagte er, als Mara auf ihn zukam, und musterte sie kurz, nicht prüfend, eher bestätigend.

„Du klingst nicht nach Smalltalk“, erwiderte sie.

„Du solltest es dir selbst ansehen!“ Reiter machte eine kurze Bewegung mit dem Kopf in Richtung des offenen Raumes.

Mara trat ein. Es war eines dieser standardisierten Hotelzimmer, sauber, ordentlich, neutral bis zur Austauschbarkeit. Gedimmtes Licht, schwere Vorhänge, ein breites Bett mit glattgezogener Tagesdecke, ein kleiner Tisch am Fenster, darauf zwei unbenutzte Gläser. Nichts wirkte überstürzt oder verwüstet. Genau das ließ den Raum unruhig erscheinen.

Dann trat sie neben das Bett, betrachtete die nackte Frau, die rücklings auf der Matratze lag. Das Gesicht wirkte ruhig, entspannt, als würde sie schlafen. Kurz verweilten ihre Blicke an den roten Strangulationsmalen, die sich deutlich um den Hals abzeichneten, als hätte sich hier ein enganliegendes Lederband befunden. Die Arme waren seitlich ausgestreckt, in der rechten Hand hielt die Tote ein kleines, schwarzes Kästchen. Unter dem hinteren Rücken lag ein Kissen, dass ihren Unterleib anhob.

Dann ließ sie ihre Blicke tiefer schweifen. Die Beine waren aufgestellt und weitgespreizt. Sie betrachtete kurz das blonde Schamhaardreieck, blieb dann bei dem schmalen, weißen Kunststoffstab hängen, der aus analen Muskelring herausragte.

„Was ist das?“, fragte Mara.

„Wir vermuten, es befindet sich ein Vibrations-Ei in ihrem Enddarm. Das könnte auch das kleine schwarze Kästchen in ihrer Hand erklären. Wir vermuten, dass es sich um die Fernbedienung handelt“, antwortete Reiter, der sich neben Mara gestellt hatte.

„Habt ihr bereits das Gästeprofil?“, fragte Mara, ohne die Blicke vom Leichnam abzuwenden.

„Allein angereist“, sagte Alina, die ein kleines Tablet in der Hand hielt, und die dortigen Informationen ablas. „Einchecken gestern Abend, keine Auffälligkeiten. Barzahlung. Keine Begleitung gemeldet.“

„Zimmerservice?“, hakte Mara nach.

„Abgelehnt.“

Mara nickte langsam. Sie ging ein paar Schritte zurück, ließ alles auf sich wirken. Der Raum war ruhig. Zu ruhig. Eine Ordnung, die nicht nach Alltag roch, sondern nach Absicht.

„Ich dachte, du willst das zuerst sehen, bevor die Spurensicherung und die Gerichtsmediziner eintreffen“, sagte Reiter leise.

„Danke“, antwortete Mara. „Das war richtig. Gibt es bereits eine Vermutung der Todesursache?“

„Das wird die Gerichtsmedizin bestimmen. Unsere erste Einschätzung deutet auf Erdrosselung hin. Was hältst du davon?“

„Der Täter hat den Ort bewusst ausgewählt. Auch den Zeitpunkt. Die Art. Die Ruhe.“

„Du meinst, es könnte eine Inszenierung sein?“, fragte Alina.

Mara nickte. „Was vermutet ihr zum Todeszeitpunkt?“

„Vermutlich in den frühen Morgenstunden“, antwortete Reiter. „Es gibt keine Kampfspuren, keine Abwehrverletzungen. Die ersten Befragungen der Nachbarzimmer ergab nichts, niemand hat etwas gehört.“

Die Stille im Zimmer hielt nicht lange. Schritte näherten sich auf dem Flur, gedämpft zunächst, dann klarer, begleitet von Stimmen, die bewusst leise blieben, aber nicht geflüstert waren. Die Spurensicherung traf ein wie ein Uhrwerk, präzise, routiniert, ohne Hast. Schutzanzüge raschelten, Koffer wurden abgestellt, Reißverschlüsse geöffnet. Der Raum veränderte sich, nicht sichtbar, aber spürbar. Aus einem normalen Hotelzimmer wurde ein Tatort.

Jens Pohl trat als Erster ein, groß gewachsen, schlank, das Haar bereits graumeliert, die Bewegungen ruhig, fast gelassen. Er nickte Reiter kurz zu, dann Mara, ohne ein Wort zu verlieren. Sein Blick glitt durch den Raum, registrierte das Bett, den Boden, die Möbel, noch ohne sich festzulegen.

„Morgen“, sagte er schließlich knapp.

„Guten Morgen“, erwiderte Mara. „Ich bin gleich weg, und lass dich in Ruhe arbeiten.“

Pohl blieb einen Moment stehen, sah sie an. „Du willst die Bilder.“

„Schnellstmöglich!“, antwortete sie ruhig. „Alles. Übersichten, Details, Reihenfolge.“

Er nickte. „Geht raus, sobald wir so weit sind.“

„Danke.“

Das Team verteilte sich, markierte erste Bereiche, stellte Maßstäbe auf, begann mit der Arbeit, sachlich, ohne Worte, die den Raum weiter belastet hätten. Die ruhige Ordnung wich einer kontrollierten Unruhe, dem leisen Rhythmus professioneller Abläufe.

Mara trat einen Schritt zurück, ließ den Blick noch einmal durch das Zimmer wandern, nicht suchend, sondern speichernd. Dann wandte sie sich ab.

Im Flur wartete Reiter bereits. Alina stand neben ihm, die Hände locker an den Seiten, den Blick aufmerksam.

„Ich fahre ins Büro“, sagte Mara. „Sobald die Bilder da sind, beginne ich mit meiner Arbeit.“

Reiter schwieg einen Moment, als würde er die Entscheidung innerlich noch einmal prüfen, dann sagte er ruhig: „Deshalb habe ich dich geholt. Ich fordere dich offiziell an. Wir brauchen deine erste Einschätzung, ein Täterprofil!“

Dr. rer. nat. Mara Levin, Polizeipsychologin beim Landeskriminalamt Bayern, wurde immer dann hinzugezogen, wenn Gewalt nicht allein aus Gelegenheit oder Eskalation entstand, sondern aus inneren Strukturen heraus geplant war. Wenn Sexualität, Kontrolle und Inszenierung ineinandergriffen und die Tat mehr bedeutete als den Tod eines Menschen. Sie führte keine Ermittlungen und besaß keine hoheitlichen Befugnisse, doch ihre Aufgabe begann dort, wo reine Beweisführung an ihre Grenzen stieß: Muster zu erkennen, bevor sie sich verfestigten, und Motive zu lesen, bevor sie erneut handelten.

„Ich versuche, ihn zu verstehen“, sagte sie schließlich. „Nicht, um ihn zu entschuldigen. Sondern um ihm voraus zu sein.“

Reiter nickte. „Dann fang an.“

Sie verließen das Hotel. Mara spürte, wie sich etwas in ihr löste, als würde ein Druck nachlassen, nur um an anderer Stelle stärker zurückzukehren. Sie wusste, dass sie diese Bilder nicht einfach ablegen würde, dass sie sich festsetzen würden, nicht als Schock, sondern als Referenz.

Draußen hatte der Morgen Fahrt aufgenommen. Menschen gingen zur Arbeit, tranken Kaffee, lachten leise, während im vierten Stock ein toter Frauenkörper lag, der mehr sagte, als alle Berichte es je könnten.

Reiter blieb stehen, sah die Straße entlang, dann zu Mara.

„Du weißt, dass Krämer Fragen stellen wird“, sagte er, und meinte damit die zuständige Staatsanwältin Dr. Nadine Krämer.

„Das tut sie immer“, antwortete Mara ruhig.

„Dieses Mal mehr“, entgegnete er. „Der Fall wird Aufmerksamkeit erregen! Krämer will Antworten. Wie ist dein erster Eindruck?“

Mara atmete einmal tief ein, nicht aus Nervosität, sondern um den richtigen Ton zu finden. „Ich meine, dass der Täter nicht tötet, um seine Lust zu befriedigen, sondern um etwas zu zeigen. Dass Sexualität hier nicht Mittel zur Gewalt ist, sondern das Thema selbst. Und dass wir den Fehler machen würden, ihn als klassischen Sexualstraftäter zu behandeln.“

„Und was ist er dann?“, fragte Alina Hartwig, und strich eine Strähne ihres dunkelblonden Haares zurück.

„Ein Regisseur!“, sagte Mara. „Oder jemand, der glaubt, einer zu sein.“

Reiter sah sie lange an. „Das ist eine gefährliche Zuschreibung.“

„Ja“, sagte Mara. „Und er hat gerade erst begonnen!“

„Du glaubst, er wird erneut morden?“

Mara nickte. „Es deutet eindeutig auf einen Serienmörder hin. Er inszeniert, um etwas zu sagen. Er ist damit noch nicht zu Ende. Es wird weitere Opfer geben.“

„Dann sollten wir schneller arbeiten!“

2

Sie verabschiedeten sich. Reiter musste zurück ins Präsidium, Alina blieb noch Hotel, um die weiteren Befragungen mit dem Personal zu koordinieren.

Mara ging zu ihrem Wagen, einem dunkelblauen Audi A6 Avant, der vom Landeskriminalamt gestellt worden war und den sie für Außeneinsätze nutzte. Sie setzte sich hinein und schloss die Tür, ohne den Motor sofort zu starten. Für einen Moment saß sie still, die Hände locker auf dem Lenkrad, den Blick auf die Windschutzscheibe gerichtet.

Die Bilder kamen zurück, nicht drängend, sondern ruhig, fast geordnet. Die Haltung des Körpers, die Offenheit, das Fehlen von Abwehr. Dann sah sie den Plastikstab, der aus dem Anus der Toten ragte, vor ihrem geistigen Auge. Sie kannte dieses Produkt, benutzte es selbst für ihre sexuelle Befriedigung.

Sie startete den Motor und fuhr zur Maillingerstraße 15. Das Gebäude des Bayerischen Landeskriminalamts lag kühl und sachlich in der morgendlichen Stadt, ein Ort, der Ordnung versprach, selbst wenn sie im Inneren jeden Tag neu verhandelt wurde.

Ihr Büro lag im zweiten Stock, in einem Trakt, der für Analysen und Fallarbeit gemacht war, nah genug am Geschehen, um schnell eingebunden zu sein, aber weit genug weg entfernt von der täglichen Einsatzroutine.

Als sie das Büro betrat, schloss sie die Tür hinter sich und ließ ihre Handtasche achtlos auf den Stuhl fallen. Der Raum empfing sie mit der vertrauten Ruhe, die sie brauchte, um denken zu können. Gedämpftes Licht, sachlich, ohne Wärme, aber auch ohne Kälte. Keine Fenster zur Straße, nur ein schmaler Blick in den Innenhof, der das Außen fernhielt.

Der Schreibtisch nahm fast die gesamte Wandseite ein. Breit, aufgeräumt auf eine nüchterne Weise. Zwei große Bildschirme standen nebeneinander, leicht angewinkelt, bereit für Fotos, Akten, Vergleiche. Dazwischen lagen geordnete Stapel aus Papier, keine losen Blätter, sondern sauber sortierte Vorgänge, markiert, beschriftet, griffbereit. Daneben ihr Notizbuch, abgegriffen vom häufigen Gebrauch, und die Lesebrille, die sie automatisch aufsetzte, sobald sie mit der Arbeit am Computer begann.

An den Wänden hingen keine Bilder, auf dem Schreibtisch standen keine persönlichen Fotos, nichts, was sie an ein anderes Leben erinnerte. Nur ein Whiteboard, auf dem wenige Stichworte standen, Pfeile, Zahlen, Fragmente vergangener Fälle. Dinge, die längst abgeschlossen waren und sich dennoch nicht vollständig hatten löschen lassen.

Es war eine bewusste Entscheidung gewesen. Dieses Büro war kein Ort für Nähe. Nicht für Bilder, die blieben, wenn die Gedanken abschweiften. Mara hatte früh gelernt, dass Erinnerungen Gewicht hatten, besonders jene, die nichts mit der Arbeit zu tun hatten.

Ihre Mutter war vor Jahren gestorben, ihr Vater lebte noch, aber weit genug entfernt, um keine Rolle im Alltag zu spielen. Es gab keine Geschwister, keine Familie, die sie regelmäßig einholte. Die Ehe, die sie geführt hatte, war leise zerbrochen, ohne Schuldzuweisungen, ohne Drama, und endete in einer sauberen Scheidung. Kinder hatte es nie gegeben.

All das hatte hier keinen Platz.

Dieser Raum war dafür gemacht, klar zu bleiben. Für Analysen, nicht für Rückblicke. Für Konzentration, nicht für das, was fehlte. Mara wusste, dass sie Nähe brauchte, aber nicht hier, nicht zwischen Akten und Bildern, die eine andere Art von Intimität verlangten.

Sie setzte sich, und schaltete den Computer ein. Es waren bereits die ersten Tatortfotos der Spurensicherung eingetroffen, nüchtern aufgenommen, frontal, sachlich, ohne Dramatisierung. Doch selbst in dieser distanzierten Form war die Inszenierung nicht zu übersehen. Die Ordnung, die Haltung, die bewusste Platzierung. Je länger sie hinsah, desto klarer wurde ihr, dass hier jemand gearbeitet hatte, nicht im Affekt, sondern mit Absicht.

Mara rückte die Brille zurecht und beugte sich näher an den Bildschirm. Jetzt begann der Teil, den sie kannte. Der Raum um sie herum trat zurück, und alles konzentrierte sich auf das, was zwischen den Bildern lag.

Sie vergrößerte einzelne Ausschnitte, die Stellung der Hände, den Winkel der Hüfte, die Spreizung der Beine. Ihr Blick war präzise, doch sie spürte, wie ihr Körper anders reagierte als sonst, wie sich Wärme ausbreitete, nicht unkontrolliert, sondern fokussiert.

„Reiß dich zusammen“, murmelte sie leise, nicht als Tadel, sondern als Feststellung.

Kurz darauf klopfte es von außen an die Tür. Noch bevor Mara antworten konnte, öffnete sie sich bereits, und Alina trat ein. Sie blieb einen Moment stehen, ließ ihre Blicke durch den Raum schweifen.

„Reiter wollte, dass ich vorbeikomme“, sagte sie ohne Umschweife. „Ich soll dich darüber informieren, was die Spurensicherung herausgefunden hat. Es könnte dir bei deinen ersten Schritten helfen.“

Mara hob den Blick, und betrachtete sie einen Moment länger, als es nötig gewesen wäre. Kriminalkommissarin Alina Hartwig. Anfang dreißig, schlank, sportlich trainiert. Die dunkelblonden Haare waren kurz geschnitten. Das Gesicht war offen, die Mimik schnell, wach, als würde sie ständig mehr aufnehmen, als sie zeigte.

„Komm rein“, sagte Mara ruhig und deutete auf den freien Stuhl. „Dann erzähl.“

Alina löste sich vom Türrahmen, ging ein paar Schritte in den Raum und blieb neben dem Schreibtisch stehen. Ihr Blick glitt über die Monitore, auf denen bereits die Tatort Bilder geöffnet waren, gingen dann zurück zu Mara, blieben kurz an den Augen und den Wölbungen ihrer Brüste hängen, die unter dem Stoff modelliert waren.

Einen Moment lang sagte keine von beiden etwas. Mara spürte ein nervöses Kribbeln zwischen ihren Schenkeln, ausgelöst durch die Blicke der jungen Kommissarin, die ihre Brüste zu prüfen schienen.

Alina atmete aus, lehnte sich kurz an den Schreibtisch und sah Mara an, offener jetzt, weniger dienstlich.

„Du siehst aus, als wärst du schon tiefer drin, als dir lieb ist.“

Mara nahm die Lesebrille ab und legte sie neben die Tastatur. Einen Moment lang sah sie Alina einfach nur an, als würde sie prüfen, wie viel von dem, was gleich folgen würde, bereits zwischen ihnen stand.

„Der Tatort lässt mich nicht los“, sagte sie ruhig. „Vor allem die Inszenierung. Was hat Pohl herausgefunden?“

Alina entsperrte ihr Tablet, das sie in ihrer Tasche mitgebracht hatte, wischte routiniert über den Bildschirm und öffnete einen Ordner mit Tatortaufnahmen. Sie rückte näher, hielt Mara das Gerät so hin, dass sie gemeinsam darauf sahen.

„Du hattest mit deiner ersten Einschätzung recht“, begann sie sachlich. „Im Enddarm der Toten befand sich ein Vibrations-Ei. Die dazugehörige Fernbedienung lag in ihrer rechten Hand.“

Mara ließ den Blick über die Bilder gleiten, ohne sichtbare Reaktion. Sie kannte das Modell, nicht aus den Akten, sondern aus eigener Erfahrung. Ihre Stimme blieb ruhig.

„Marke? Irgendein Hinweis auf einen speziellen Hersteller?“

Alina schüttelte den Kopf. „Nein. Massenware. Nichts Besonderes. Onlinehandel, frei verfügbar. Jeder Erotikshop führt so etwas.“

Sie scrollte weiter. Die Bilder wechselten. Jetzt war der Hals der Toten zu sehen. Die Haut darunter zeigte tiefe, unregelmäßige Rötungen, deutlich abgezeichnete Druckstellen.

„Todesursache ist eindeutig“, sagte Alina leise. „Strangulation durch einen etwa vier Zentimeter breiten Lederriemen, oder Halsband. Das Opfer wird langsam und qualvoll erstickt sein.“

Mara lehnte sich zurück, ließ den Blick noch einmal über die Bilder gleiten.

„Wie ist dein Eindruck? Was glaubst du? Wir brauchen dringend eine erstes Täterprofil“, sagte Alina und schob das Tablet zurück in ihre Tasche.

Mara nickte. „Er will uns etwas zeigen.“

Ein kurzer Moment der Stille entstand, in dem beide Frauen einander ansahen, nicht konfrontativ, eher prüfend.

„Dann sag mir, worauf ich achten muss“, forderte Alina.

Mara lehnte sich zurück, ließ den Blick kurz über die Bilder auf den Monitoren gleiten, bevor sie wieder zu Alina sah.

„Der Tatort scheint von Bedeutung zu sein. Er wird erneut ein Hotelzimmer auswählen. Er wird vermuten, dass wir nicht verstanden haben, was er uns durch seine Inszenierung sagen wollte. Daher wird er die Präsentation verändern, diesmal eindeutiger.“

Alina wartete. Sie wusste, dass Mara jetzt nicht unterbrochen werden wollte.

„Achte auf Kontrolle“, fuhr Mara fort. „Er will Nähe und Vertrauen herstellen. Das Opfer muss sich bis kurz vor dem Ende sicher gefühlt haben. Das zeigt auch die fehlenden Abwehrverletzungen.“

„Worauf noch?“, fragte Alina.

Mara zögerte einen Moment, dann sagte sie: „Auf die Auswahl der Opfer. Er hat die junge Frau nicht zufällig ausgewählt. Das Verhalten zeigt mir, dass er es auf einen bestimmten Typ abgesehen hat. Analysiert das Alter, das Aussehen, die berufliche Stellung.“

Alina runzelte leicht die Stirn. „Das grenzt es nicht besonders ein.“

„Nein“, sagte Mara. „Aber es hilft euch, einen weiteren Ansatz zu wählen. Ihr solltet nicht nach einer zufälligen Begegnung suchen. Kontrolliert die Kontakte des Opfers, ihre E-Mails, ihr Handy. Der Täter ist bewusst mit ihr in Kontakt getreten.“

Einen Moment lang lag Stille im Raum. Mara ließ den Blick nicht von den Bildern auf dem Bildschirm lösen, als sie schließlich weitersprach.

„Und noch etwas“, sagte sie ruhig. „Er beobachtet alles. Er wird immer in der Nähe sein, denn er möchte sehen, ob wir seine Hinweise verstanden haben.“ Sie hob den Kopf, sah Alina an. „Wenn euch jemand auffällt, der zu früh zu viel weiß, der Fragen stellt, die nicht zu seiner Rolle passen, dann nehmt ihn ernst.“

Alina erwiderte den Blick, prüfend, wach. „Du überschreitest gerade Grenzen.“

Mara hielt stand, ohne die Stimme zu heben. „Ja“, sagte sie. „Und du wirst trotzdem darauf achten.“

Ein kurzer Moment verging, dann nickte Alina langsam. „Das werde ich.“

Sie stand auf, zog die Jacke enger um sich, und verabschiedete sich von Mara. Draußen wartete der Tatort, und mit ihm das Wissen, dass Zeit kein neutraler Faktor mehr war. Wenn Mara recht behielt, dann würde der Täter bald wieder zuschlagen!

Mara blieb noch eine Weile sitzen, nachdem Alina gegangen war.

Sie schob den Stuhl zurück, stand auf und ging zum Fenster, öffnete es einen Spalt und ließ kühle Luft herein.

Sie atmete tief ein, schloss das Fenster wieder und ging zurück zum Schreibtisch. Dann setzte sie die Brille auf und ließ erneut die digitalen Akten über den Bildschirm laufen. Datenblätter, Vermerke, Meldungen, sauber strukturiert, sachlich aufbereitet. Name, Alter, Beruf der Toten. Eine eigene Wohnung. Ein geregelter Alltag. Keine bekannten Konflikte, keine Auffälligkeiten, nichts, was sofort hängen blieb.

Genau das machte sie misstrauisch. Menschen mit einem scheinbar geordneten Leben hinterließen selten Tatorte, die so bewusst gestaltet waren.

Mara griff zu ihrem Notizbuch. Sie schrieb nicht in ganzen Sätzen, sondern in kurzen Begriffen, lose nebeneinandergestellt, als würde sie ein Bild langsam zusammensetzen. Haltung. Offenheit. Zeit. Kontrolle. Keine sichtbare Gewalt. Freiwilligkeit als Möglichkeit, nicht als Gewissheit. Sie hielt kurz inne, sah auf das letzte Wort, strich es durch und ersetzte es durch ein anderes, präziseres.

Jetzt begann sich etwas zu formen.

Als Mara das Büro verließ, war es draußen bereits dunkel geworden. Die Lichter im Innenhof spiegelten sich matt auf den Fenstern.

Sie schloss die Tür hinter sich, blieb einen Moment stehen und atmete aus, als würde sie den Raum bewusst hinter sich lassen. Die Bilder waren gesichert, die Gedanken geordnet, zumindest so weit, wie es an diesem Abend möglich war.

Unten vor dem Gebäude blieb sie kurz stehen, zog den Mantel enger und sah in die Nacht hinaus. Es war einer dieser Abende, an denen sie wusste, dass sie nicht nach Hause fahren würde. Nicht, weil sie Gesellschaft brauchte, sondern weil sie Nähe suchte, für eine begrenzte Zeit.

Sie kannte dieses Bedürfnis gut. Es hatte nichts mit Einsamkeit zu tun und wenig mit Romantik. Es war ein körperliches Verlangen nach Entladung, nach einem klaren Schnitt zwischen Arbeit und dem, was danach kam. Seit der Scheidung hatte sie gelernt, damit offen umzugehen, zumindest sich selbst gegenüber. Beziehungen bedeuteten Erwartungen, Gespräche, Wiederholungen. Das war nichts, was sie wollte. Was sie suchte, war einfacher, ehrlicher.

Auf dem Weg zum Auto nahm Mara das Handy aus der Manteltasche. Die Bewegung war ruhig, beiläufig, so vertraut wie das Öffnen einer Tür, hinter der nichts Überraschendes mehr lag. Ein Fingertipp genügte, und die App öffnete sich ohne Verzögerung.

NOX.

Ein dunkler Hintergrund, zurückhaltende Typografie, keine grellen Farben, kein Versprechen von Romantik. Die Oberfläche war klar strukturiert, zeigte ein schwarz/weiß Bild mit einem fickenden Paar. NOX war nicht als Partnerbörse entwickelt worden, sondern für schnellen, direkten und unkomplizierten Sex!

Mara ließ den Startbildschirm einen Moment auf sich wirken, dann wechselte sie in ihr Profil. Sie kannte jede Zeile auswendig, hatte sie oft genug gelesen, manchmal verändert, manchmal wieder zurückgenommen. Es war kein Text, der locken sollte. Er sollte filtern.

Sie hatte bewusst kein eigenes Foto eingestellt, nur ein neutrales Symbol gewählt. Wer Bilder brauchte, war hier falsch.

Der Text darunter war kurz, präzise, ohne Weichzeichner:

Erwachsene Frau. Selbstständig. Klar in dem, was sie sucht. Eine Nacht. Gegenseitiges Einverständnis. Respekt. Keine Erwartungen darüber hinaus. Kein Wiedersehen. Wer Nähe, Liebe oder eine feste Beziehung sollte weiterscrollen.

Mara las die Zeilen noch einmal, nicht aus Zweifel, sondern aus Gewohnheit. Sie wusste, dass sie damit provozierte, aber das war ihr Ziel.

Sie wechselte ins Postfach.

Neue Nachrichten reihten sich untereinander, ungelesen, manche seit Stunden, andere seit Minuten. Kurze Anfragen. Längere Monologe. Selbstbewusste Angebote. Unsichere Versuche. Einige Profile öffnete sie gar nicht erst. Andere überflog sie flüchtig. Sie hatte gelernt, innerhalb weniger Zeilen zu erkennen, wer verstanden hatte was sie suchte, und wer nicht.

Da waren die, die mehr wollten, als sie zu geben bereit war. Die nach einem Namen fragten, nach einem Kaffee am nächsten Tag, nach etwas, das länger hielt als eine Nacht. Diese löschte sie ohne Zögern.

Und schließlich die wenigen, die ruhig schrieben. Knapp. Direkt. Ohne Forderungen. Männer und Frauen, die verstanden hatten, dass das, was sie suchte, kein Spiel war, sondern die bewusste Entscheidung für eine einzige Nacht voller Sex und Hingabe.

Mara ließ den Blick über die Liste gleiten, spürte diese vertraute Mischung aus Kontrolle und Erwartung. NOX war kein Fluchtort. Es war ein Raum, den sie kannte, den sie beherrschte. Ein Ort, an dem sie Nähe zuließ, ohne sich erklären zu müssen, und Distanz wahrte, ohne sie rechtfertigen zu müssen.

Wenn sie sich entschied, tat sie es bewusst.

Heute war einer dieser Abende.

Das Treffen mit ihm war vor zwei Tagen vereinbart worden. Es waren vorher ein paar Nachrichten ausgetauscht worden, direkt und unkompliziert. Mara hatte sich für eine Bar entschieden, die sie kannte, und in der sie Sicherheit vorfand. Sie hatte ein Hotelzimmer gebucht und würde allein entscheiden, ob das Treffen dort eine Fortsetzung fand.

Sie fuhr nicht nach Hause, sondern direkt in die Innenstadt. Die Bar lag in einer ruhigen Seitenstraße, gedämpftes Licht, genug Menschen, um anonym zu bleiben. Sie kam etwas früher, setzte sich an einen Tisch nahe der Wand, bestellte ein Glas Rotwein und ließ den Blick ruhig durch den Raum gleiten. Sie wartete nicht nervös. Warten gehörte dazu, erhöhte die Spannung.

Die Bar war gut gefüllt, ohne laut zu sein. Stimmen lagen wie ein gleichmäßiges Rauschen in der Luft, Gläser klirrten leise, Musik lief so zurückhaltend, dass man sich nicht anstrengen musste, um gehört zu werden. Mara hatte den Raum bereits erfasst; wer ging, wer suchte, wer nur Zeit verbrachte.

Er kam ein paar Minuten später, genau wie angekündigt.

Sie erkannte ihn sofort, nicht wegen seines Aussehens, sondern wegen der Art, wie er stehen blieb, als er sie sah. Nicht suchend, nicht zögernd, eher prüfend, als würde er abgleichen, ob Mara mit seinen Vorstellungen übereinstimmte. Er lächelte kurz, kam dann auf sie zu.

„Mara?“, fragte er selbstbewusst.

„Daniel, hm?“, antwortete sie und stand auf. Sie gaben sich die Hand, ein fester, kurzer Kontakt, der länger nachwirkte, als er dauerte.

„Schön, dass du da bist“, sagte er.

„Das war der Plan“, lächelte Mara, und setzte sich wieder.

Er lachte leise, bestellte sich ebenfalls ein Glas Rotwein und lehnte sich zurück, als wäre er bereits angekommen. Einen Moment schwiegen sie, nicht aus Unsicherheit, sondern weil keiner von beiden es eilig hatte.

„Du wirkst entspannter, als ich erwartet hätte“, sagte er schließlich.

Mara hob eine Augenbraue. „Was hast du erwartet?“

„Eine Frau, die viel denkt, abwägt, unsicher ist, was sie bereit ist, zuzulassen“, sagte er.

„Ich denke viel, das ist richtig, aber ich lasse auch zu, wenn ich dazu bereit bin“, antwortete sie.

„Das beruhigt mich“, sagte er.

Sie tranken einen Schluck. Sein Blick blieb offen, nicht fordernd, nicht ausweichend. Das gefiel Mara. Er sah hin, ohne zu fixieren, ließ Pausen zu, ohne sie füllen zu wollen.

„Was machst du, wenn du nicht arbeitest?“, fragte er.

„Ich arbeite“, sagte sie trocken.

Er lächelte. „Und danach?“

„Danach treffe ich manchmal Menschen, die mir diese Frage stellen“, antwortete Mara und sah ihn an. „Und du?“

„Ich reise viel“, antwortete er. „Beruflich. Hotels, Flughäfen, fremde Städte. Man lernt, Gespräche schnell zu führen.“

„Und schnell zu beenden?“, fragte sie.

„Manchmal!“, sagte er. „Aber nicht heute.“

Ihre Knie berührten sich unter dem Tisch, zufällig, und keiner von beiden zog sofort zurück. Mara spürte, wie ihr Körper darauf reagierte, ruhig, aufmerksam, ohne Drängen.

„Du bist direkt“, sagte sie.

„Du fühlst dich gut an“, entgegnete er.

Sie lachte leise, und sah, wie sein Blick kurz bei der Wölbung ihrer Brüste hängen blieb. Er fing sich schnell, was sie mehr reizte, als wenn er es nicht getan hätte.

„80-C“, sagte sie.

„Äh. Was meinst du?“

„Du hast doch gerade die Größe meiner Brüste eingeschätzt“, antwortete Mara.

„Fandest du meine Blicke unverschämt?“, lächelte Daniel, nahm sein Glas und trank einen tiefen Schluck.

„Wir haben uns verabredet, um eine gemeinsame, erotische Nacht zu verbringen. Es geht darum, den Körper des möglichen Partners einzuschätzen. Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn du meine Brüste nicht ansehen würdest.“

„Ich liebe Brüste.“

„Das ist der Neotenie-Effekt. Die runden Formen der weiblichen Brüste aktivieren unbewusst Bindungs- und Aufmerksamkeitsmechanismen“, erklärte Mara.

„Du klingst, als wärest du eine Psychologin“, lachte Daniel.

Mara spürte ein nervöses Kribbeln im Magen. Habe ich mich verraten? Ich darf nicht über meinen Beruf sprechen, nicht entlarvt werden!

„Wir sprechen nicht über unsere Berufe!“

„Das Thema Brüste fand ich auch spannender“, zwinkerte Daniel frech.

Sie bestellten nochmals zwei Gläser Rotwein. Das Gespräch floss jetzt leichter, ohne belanglos zu werden. Sie sprachen über Orte, die sie mochten, über Dinge, die sie nicht mehr taten, über Gewohnheiten, die man sich angewöhnt hatte, ohne zu wissen, warum. Er erzählte, ohne zu erklären, sie hörte zu, ohne nachzufragen, und genau darin lag eine Vertrautheit, die sich nicht aufdrängte.

„Du siehst mich an, als würdest du etwas abwägen“, sagte er irgendwann.

„Tue ich auch“, antwortete sie ehrlich.

„Und?“

Sie ließ den Blick einen Moment auf ihm ruhen. „Du erregst meine Neugierde.“

„Ich errege sehr gerne Frauen!“

„Du bist frech!“, lächelte sie.

„Magst du freche Männer?“

„Ich mag Männer, die auf meine Brüste stehen“, antwortete Mara ehrlich. „Ich habe ein Zimmer reserviert. Das Hotel ist um die Ecke.“

Daniel lächelte. Er war davon fasziniert, dass eine Frau ein Hotelzimmer reserviert. Bisher war das immer seine Aufgabe gewesen, wenn er sich zu einem Date verabredet hatte.

„Du reservierst immer das Zimmer selbst?“, hakte Daniel nach.

„Ich möchte vorher wissen, wo ich die Nacht verbringe. Das dient auch meiner Sicherheit. Daher akzeptiere ich ein Date nur dann, wenn ich den weiteren Ablauf festgelegt habe.“

„Das gefällt mir!“, lächelte Daniel. „Dann sollten wir zahlen und gehen!“

Als sie aufstanden, war es kein Bruch, sondern eine Fortsetzung. Sie zahlten, gingen nebeneinander zur Tür, ihre Hand streifte kurz seinen Arm. Draußen war die Luft kühl, die Straße glänzte noch vom Regen.