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Verlangen kann eine Tür öffnen. Aber Macht entscheidet, wer sie wirklich durchschreitet. Sophie und Joana werden in Berlin in eine Welt geführt, die aus Blicken, stummen Befehlen und einem Netz aus Gehorsam und Verlangen gewoben ist. In der Botschaft des Staates Belvaria beziehen sie eine gemeinsame Wohnung, abgeschirmt vom Rest der Stadt. Die räumliche Nähe, das heimliche Vibrieren zwischen ihnen und ihre unausgesprochene Zuneigung lösen schon bald die letzten Schamgrenzen auf, und etwas Neues, Gefährliches beginnt. Ihre ersten Einsätze zwingen sie tiefer in das Reich der Schatten. Auf einem Botschaftsempfang sollen sie mächtige Männer in eine komprimierende Situation bringen, die durch heimlich installierte Kameras gefilmt wird. Es geht der Organisation um wertvolle Informationen, an die sie durch anschließende Erpressungen gelangen wollen. Die zweite Mission findet als Moderatorin auf einem Maskenball statt. Sophie muss ein Kleid tragen, dass alles bedeckt und gleichzeitig alles offenbart, da ihr verboten wurde, Unterwäsche zu tragen. Ihr Auftrag lautet, den Spieler Adrian Falkenhorst durch seine Ausgleichsleistung zu führen, doch die Nacht nimmt eine andere Richtung. Sophie wird selbst geprüft, tiefer, kompromissloser, bis sie verstehen muss, dass Gehorsam kein Wort ist, sondern ein Ort, an den man geführt wird. Und an dem man sich selbst wieder verliert. Währenddessen kämpft Lena in München gegen das unsichtbare Netz, das Sophie verschlungen hat. Sie streift allein durch die Schatten der Stadt, folgt Spuren, die im Grauen des Morgens beginnen und in Hinterhöfen enden, in denen niemand freiwillig spricht. Während dieser Suche trifft sie auf Julian Varez, den Zwillingsbruder von Joana. Gemeinsam ziehen sie die ersten Fäden: Heimliche Gespräche, Auskünfte, die man nicht bekommen sollte, Bilder aus Überwachungskameras, die plötzlich einen neuen Sinn ergeben. Schritt für Schritt führt die Spur sie zu einem Anwesen am Münchner Stadtrand, und zu einer Frau, deren Lächeln nichts verspricht und alles bedroht. The Challenge – Schatten der Begierde ist ein hocherotischer Dark-Romance-Thriller über Macht, Hingabe und jene dünne Linie zwischen Lust und Schmerz, die nur im Dunkeln sichtbar wird. Der Roman erzählt von Frauen, die ihre Fesseln nicht fürchten, weil sie darin etwas finden, das größer ist als Freiheit. Von Männern, die spüren, dass Kontrolle nicht im Nehmen liegt, sondern im Risiko des Verlustes. Und von einer Liebe, die sich nicht erklärt, nicht entschuldigt, nicht fragt – sondern sich einfach öffnet wie eine Tür, hinter der niemand weiß, welche Schatten warten … nur, dass man sie trotzdem durchschreiten will.
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Seitenzahl: 329
Veröffentlichungsjahr: 2026
Amelie Wild
Schatten der Begierde
The Challenge (Band 3)
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Prolog
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
Impressum neobooks
Es begann nicht mit einem Verlust.
Nicht mit einer Entscheidung.
Nicht einmal mit Angst.
Es begann mit dem Vergessen.
Die Organisation hatte nicht nur Körper geformt. Sie hatte Gedanken neu strukturiert, Gefühle verschoben, Erinnerungen aufgerollt und herausgelöst wie Seiten aus einem Buch, das man trotzdem weiterliest, weil die Bindung noch da ist, obwohl Inhalte fehlen.
Es war keine Zerstörung, sondern etwas, das stiller war: ein Überschreiben. Das Leben wurde nicht genommen, es wurde zurückgesetzt, glattgestrichen wie ein Blatt, das nur noch die Andeutung von Falten trägt, die man nicht mehr nachverfolgen kann.
Sophie Leitner wusste nicht mehr, wer sie gewesen war.
Sie erinnerte sich nicht mehr an die WG-Wohnung in München, in dem jemand morgens die Vorhänge geöffnet hatte, damit warmes Licht über ein Kissen floss. Sie erinnerte sich nicht mehr an eine Stimme, die im Halbschlaf „bleib noch“ geflüstert hatte. Sie erinnerte sich nicht mehr an das Lachen auf dem Fahrrad, im Sommerwind, wenn die Stadt nach Flieder und Asphalt roch. Und sie erinnerte sich nicht mehr an die Liebe, die einmal wie etwas Helles gewesen war, das nicht gefordert, sondern einfach da war.
Aber ihr Körper wusste noch etwas. Nicht in Sätzen, nicht in Bildern, sondern in Reaktionen. Eine Art Nähe, die sich nicht erklären musste. Ein Hunger, der nicht weh tat, sondern sich wie ein leiser Sog anfühlte. Eine Bindung, die keinen Namen mehr hatte, aber noch eine Spur von Wärme trug, wie der Abdruck eines Kopfes in einem Kissen, lange nachdem jemand gegangen ist.
Und Joana Varez, die einst geliebt hatte und verletzlich gewesen war, war nun keine Frau mehr mit Vergangenheit, sondern eine Form, eine Haltung, ein Instinkt. Sie trug keine Geschichten in sich, die man erzählen könnte, keine Erinnerungen an ein „Davor“, keine Bilder von einer Kindheit, von einer Familie, von einer Stimme, die sie gerufen hatte. Was blieb, war ihre natürliche Dominanz, eine Klarheit darin, wie Nähe entsteht und gehalten wird, eine ruhige Sicherheit in ihrer Hand, in ihrem Blick, in ihrer Art, den Raum zu betreten. Sie war nicht leer, sondern gebündelt. Nicht kalt, sondern gezielt. Keine Geschichte, aber Richtung.
Gemeinsam waren Sophie und Joana nun Werkzeuge, präzise und schön, ihre Körper geschult, ihre Reaktionen fein abgestimmt, ihre Blicke sorgfältig trainiert, um zu lesen, zu spiegeln, zu öffnen. Es gab keine Zufälle mehr, keine spontanen Entscheidungen, keine Freiheit, die nicht gelenkt war. Alles war Choreografie. Nähe war Methode, Lust war Einsatz, Berührung war Information.
Berlin wartete nicht. Berlin bot sich nicht an. Berlin nahm. Die Stadt verschlang leise, verwandelte langsam, hielt fest, ohne die Hand zu heben. In ihren Häusern lebten Menschen, die nicht verführt werden mussten, sondern nur erinnert: an Macht, an Möglichkeiten, an all die Dinge, für die Menschen sich selbst verraten, wenn die Nacht warm genug ist und die Türen geschlossen sind.
Dorthin wurden Sophie und Joana gebracht.
Nicht als Opfer.
Nicht als Spielerinnen.
Sondern als Jägerinnen, die nicht mehr wussten, dass sie selbst einmal gejagt worden waren.
Hier begann ihre neue Geschichte.
Ohne Vorgeschichte.
Ohne Namen, die etwas bedeuteten.
Ohne Vergangenheit, die tröstete.
Nur mit einem Ziel, das niemand laut aussprach, weil es sich nicht erklären musste, um wahr zu sein:
Lust ist Kontrolle.
Kontrolle ist Macht.
Und wer begehrt, verliert.
Der Morgen lag bleigrau über München, als hätte die Nacht beschlossen, noch ein wenig zu bleiben, nur um zu sehen, was aus diesen beiden Frauen werden würde, die am Rand einer leeren Seitenstraße vor einem unscheinbaren Seiteneingang warteten.
Es roch nach nassem Stein, kaltem Metall und dem leisen Rest eines Regens, der vor einer Stunde aufgehört hatte, aber in den Pfützen noch immer Geschichten schrieb.
Eine schwarze Limousine stand dort, als hätte man sie auf den Asphalt gemalt: lang, glänzend, mit Scheiben so dunkel, dass der Himmel darin verschluckt wurde.
Auf dem Kennzeichen prangte das blaue Feld der Europäischen Union mit der Länderkennung „D“, daneben die weiß geprägten, schmalen Ziffern auf schwarzem Grund – ein Diplomatenkennzeichen, beginnend mit der Zahl 0–, gefolgt von einer Länderkennung und weiteren Ziffern, die das Herkunftsland des Botschafters auswiesen. Es war das Nummernschild jener, die über Grenzen hinwegfuhren, ohne anhalten zu müssen, ein Kennzeichen, das Respekt oder Angst hervorrief, je nachdem, wer es sah.
Sophie stieg ein, ohne zu fragen, warum. Joana folgte, ohne langsamer zu sein. Sie trugen keine Koffer, keine Taschen, nicht einmal einen warmen Schal. Es gab nichts, das sie mitnehmen konnten, und nichts, das sie zurücklassen mussten; die Vergangenheit war gelöscht worden, und das machte alles leicht und schwer zugleich. Drinnen roch es nach Leder und nach poliertem Holz. Die Tür fiel hinter ihnen in ihr Schloss, weich wie ein Schluck Wasser.
Der Fahrer sah sie im Spiegel. Er war um die fünfzig, mit einem Gesicht, das nicht gealtert, sondern härter geworden war. Die Stirn trug Falten, aber keine, die von Lachen erzählten; das Grau an den Schläfen sah nicht vornehm aus, sondern wie Asche. Seine Augen waren klein und wach, der Mund ein Strich, als hätte man ihm das Lächeln abgewöhnt. Er trug Handschuhe, obwohl es darin nicht kalt war, und seine Finger lagen auf dem Lenkrad, als hielte er etwas fest, das sich nie wieder rühren sollte.
„Anschnallen!“, sagte er, und die Stimme kratzte wie Sandpapier über Holz. Keine Drohung, kein Willkommen. Nur ein Befehl, den niemand in Frage stellte.
Der Wagen setzte sich in Bewegung. Die Stadt löste sich in Schilder und nasse Flächen auf; Ampeln verschwanden im Rückfenster wie kleine, farbige Erinnerungen, die man nicht festhalten konnte.
Auf der Autobahn zog sich ein endloser Strom aus Autos nach Norden, gleichmäßig und ruhig. Die Reifen summten auf dem Asphalt, und das monotone Geräusch schien ihnen den Takt zu geben, atmen, still sein, hinausschauen.
Sophie lehnte den Kopf an die Kopfstütze und sah Joana an, als würde sie in einem Spiegel etwas suchen, das nicht ihr gehörte. Joana saß aufrecht, die Hände locker auf den Oberschenkeln, die Schultern entspannt, die Augen wach. In ihrer Ruhe lag etwas, das mit Disziplin verwechselt werden konnte, in Wahrheit aber aus Instinkt bestand. Sie wirkte, wie jemand wirkt, der die Regeln nicht erklärt bekommen muss, um sie zu leben.
Der Fahrer sprach, als die Stadt weit hinter ihnen lag und die offene Landschaft langsam vorbeiflog.
„Also, ihr seid die zwei Neuen, hm?“, sagte er. Im Spiegel schob sich sein Blick kurz nach rechts, dann wieder nach links, als wollte er prüfen, ob es sich lohne, genauer hinzusehen.
„Man sagt, ihr seid kostbar.“ Er zog das Wort in die Länge, als koste man etwas aus, das man nicht bezahlen musste.
Sophie antwortete nicht. Joana auch nicht. Es gab nichts zu sagen. Worte wären hier nur kleine Steine in einen Fluss gewesen; der Wagen hätte trotzdem weiter die Spur gehalten.
Der Fahrer lachte leise, ohne, dass es freundlich klang, und begann mit jenen Sätzen, die nicht gemeint waren, um Antworten zu bekommen, sondern um Grenzen zu verschieben. Er sprach mit dieser Art von Selbstverständnis, die nur Männer besitzen, die zu oft ungestraft geblieben sind.
„Frauen sind wie Autos“, sagte er, ohne sich umzudrehen, „wenn man sie zu lange stillstehen lässt, rosten sie. Einmal ordentlich durch die Waschanlage, dann laufen sie wieder.“
Er grinste in den Rückspiegel, prüfte die Reaktion. „Oder? So seid ihr doch alle. Hübsch, solange ihr funktioniert, und lästig, wenn ihr zu viel denkt.“
Joana blieb stumm. Sophie blickte hinaus auf die graue Fahrbahn, die sich endlos dehnte.
Der Fahrer ließ nicht locker. „Ich mag’s, wenn Frauen wissen, wann sie still zu sein haben. Ein Mann mit Zügeln in der Hand, das ist Ordnung. Alles andere ist Chaos.“
Er lachte erneut, ein kehliges, selbstzufriedenes Geräusch, das den Innenraum enger machte.
Während er sprach, wanderte sein Blick immer wieder in den Rückspiegel. Ein schmaler Streifen Glas reichte ihm, um genug zu sehen.
Sophie und Joana trugen die identische Kleidung, die ihnen vor der Abfahrt übergeben wurde: einen engen schwarzen Rock und ein weißes, körpernah geschnittenes Shirt. Der Stoff war seidig, glänzend, die Schnitte präzise, klar, wie bei einer Uniform, die mehr über Zugehörigkeit sagte als über Mode.
Auf beiden Kleidungsstücken, links über der Brust und am unteren Saum des Rocks, befand sich dasselbe Zeichen, ein rundes Emblem, kaum handtellergroß, in tiefem, mattem Schwarz, das sich erst im richtigen Licht wirklich zeigte. Es bestand aus einem geschlossenen Kreis, so dunkel, als wäre er mit flüssiger Tusche gezogen, das Sinnbild für Kontrolle, für einen Kreislauf, der sich nicht öffnen ließ, kein Anfang, kein Ende, nur Bewegung in sich selbst. In der Mitte verlief eine schmale, glänzend silbergraue Linie von oben nach unten, exakt geteilt, so gerade, dass sie fast vibrierte, wenn Licht darauf fiel. Sie stand für die Säule der Ordnung, für Disziplin, für die klare Trennung zwischen Befehl und Gehorsam, den Kern der Organisation, der keine Fragen duldete. Darunter, kaum sichtbar, waren drei winzige Punkte eingraviert, so fein gesetzt, dass man sie erst bemerkte, wenn man sie suchte. Sie bildeten ein Dreieck, ein stilles Symbol für die drei Ebenen der Machtstruktur: Beobachter, Spieler, Herrscher.
Wer dieses Zeichen trug, war kein freier Mensch. Es war ein Abzeichen, ein Siegel, ein Brandmal und Ausweis zugleich: Eigentum, Werkzeug, Abgesandte. In schwachem Licht sah es aus wie eine harmlose Verzierung, doch im helleren Schein wirkte es metallisch, lebendig, als würde es atmen, als hätte es eine eigene Präsenz, die sich in Stoff und Haut drückte.
Die Organisation hatte klare Regeln, und selbst die unsichtbaren gehörten dazu. Frauen der unteren Ränge durften keine Unterwäsche tragen, nicht aus Willkür, sondern, wie es hieß, um sie an das Gefühl ständiger Wachsamkeit zu gewöhnen. Nichts sollte sie schützen, nichts zwischen Haut und Stoff liegen, das wie eine Grenze wirken konnte.
Der Rock schmiegte sich dadurch direkter an die Haut, das feine Material des Shirts rieb über die Brustwarzen, sorgte für ein ständiges Erigieren der Nippel. Nur bei offiziellen Einsätzen, wie bei Empfängen und Missionen, wenn sie als Lockvögel oder Moderatorinnen auftraten, erhielten sie ausgewählte Dessous, handverlesen, maßgeschneidert, nie zufällig. Dann war selbst das, was Verführung versprach, Teil einer präzisen Inszenierung, eine weitere Uniform, geschaffen, um gesehen zu werden.
Der Fahrer kannte die Kleiderordnung. Er wusste, dass die beiden Frauen auf der hinteren Sitzbank keine Slips und keine Büstenhalter trugen. Er konnte durch den Rückspiegel erkennen, wie sich unter den Shirts die harten Nippel abzeichneten. Dieser Reiz gab ihm während der Fahrt einen ständigen erotischen Kick. Seine Blicke wurden länger, sein Grinsen breiter.
„Zwei Schönheiten auf Dienstfahrt“, murmelte er, „die wissen wahrscheinlich nicht mal, wofür sie gut sind.“
Sophie atmete ruhig, doch in ihren Händen spannte sich die Haut über den Knöcheln. Joana saß regungslos, nur der Blick verriet etwas: nicht Angst, nicht Wut, reine Berechnung.
„Ihr seid nicht sehr gesprächig, hm?“, meinte der Fahrer, und starrte durch den Rückspiegel fasziniert auf die harten Brustwarzen, die sich unter Sophies Shirt abzeichneten.
Joanas Gesicht blieb ruhig, der Blick klar, die Stimme, wenn sie sprach, kurz genug, um eine Grenze zu sein.
„Sie fahren. Wir schweigen. Das genügt.“
Der Fahrer löste seine Blicke von Sophies Brustwarzen, sah Joana im Spiegel an, als wollte er ausloten, ob in diesen Worten ein Mut steckte, der Ärger verdiente. Dann wandte er das Gesicht wieder nach vorn. Der Wagen blieb schnell, das Schweigen wieder dichter.
Hinter Ingolstadt hielt der Wagen an. Eine sterile Raststätte mit grauen Fliesen und kaltem Kaffee im Automaten lag wie ein plötzlicher, heller Fleck neben der Straße. Der Fahrer stieg aus, verriegelte von außen die Türen, als würde die Gefahr bestehen, dass die beiden Mädchen flüchten würden.
Er spazierte um den Wagen, rauchte eine Zigarette und telefonierte, den Kopf leicht gesenkt, als lausche er einer Stimme, die sehr weit weg und doch sehr nah war.
Im Innenraum war es warm, fast zu warm, wie in einem Raum, in dem Atem die Luft dichter macht. Der Geruch war eine Mischung aus feinem Leder, süßlich und herb zugleich, und einem Parfüm, das nach sauberer Haut und einer Spur von etwas Verbotenem roch, wie der Rest eines Traums, der noch auf der Haut lag.
Sophie drehte den Kopf zu Joana, langsam, vorsichtig, als könnte ein zu schneller Blick die fragile Stille zwischen ihnen zum Splittern bringen. Ihre Wimpern streiften das Licht, ihre Lippen öffneten sich ein wenig, doch die Worte kamen leise, beinahe scheu.
„Kennst du mich?“, fragte sie, und es klang weniger nach einer Frage, mehr nach einer inneren Sehnsucht.
Joanas Blick suchte den ihren, ohne Hast, ohne Flucht. Ihre Pupillen wirkten dunkler als eben noch, als zöge etwas Tieferes in sie hinein.
„Ich weiß, dass ich dich kenne“, sagte sie nach einer langen, stillen Sekunde. „Aber ich kann es nicht greifen. Es ist, als wäre da ein dichter Nebel, der alles verhüllt, was einmal klar war.“ Ihre Stimme war ruhig, aber in dem Ton lag etwas Weiches, fast Schmerzliches, ein Hauch von Verlust, den sie selbst nicht verstand.
Sophie nickte kaum merklich.
„So geht es mir auch“, flüsterte sie. „Dein Geruch, deine Nähe … sie fühlen sich vertraut an.“
Ihr Blick glitt über Joanas Hals, die feine Linie des Schlüsselbeins hinunter, zu dem Punkt, an dem der Stoff des Shirts endete. Für einen Augenblick war es, als würde ihr Körper sich erinnern, was ihr Verstand längst vergessen hatte, und diese Erinnerung atmete zwischen ihnen weiter, unsichtbar, zärtlich, gefährlich.
Der Fahrer kam zurück, zog die Tür hinter sich zu und ließ sich schwer in den Sitz fallen. Für einen Moment sagte er nichts. Er legte die Hände aufs Lenkrad, als überlege er, ob er den Motor überhaupt starten wollte. Dann drehte er sich um, langsam, fast genießerisch, und sah die beiden Frauen an. Erst Joana, dann Sophie. Sein Blick blieb an Sophie hängen, so lange, dass der Raum zwischen ihnen spürbar enger wurde.
„Ich habe eben mit dem Botschafter telefoniert“, sagte er schließlich. „Er war nicht begeistert von eurem Verhalten auf der Fahrt. Ihr habt zu viel geschwiegen, zu wenig Reaktion und Respekt mir gegenüber gezeigt. Er meint, ihr müsst lernen, wo euer Platz ist.“
Er beugte sich leicht vor, und in seinem Gesicht lag dieses selbstzufriedene Grinsen, das keine Freude kannte, nur Macht.
„Er hat mir Befehle erteilt. Nachzulesen in den digitalen Akten. Ihr kennt das interne Netzwerk AureaNet, Zugriff nur für autorisierte Mitglieder. Jede Anweisung, jeder Befehl wird dort gespeichert, überprüft, protokolliert. Also glaubt nicht, ich erfinde das hier.“
Sophie schluckte. Ihre Hände lagen still auf den Oberschenkeln. Sie wusste, dass sie künftig in den Diensten eines Botschafters stand.
„Wir wollten den Botschafter nicht verärgern.“
„Er ist enttäuscht!“, sagte der Fahrer und starrte direkt auf Sophies Titten. „Er hat klare Befehle erteilt!“
„Was erwartet der Botschafter?“, fragte Joana.
Der Fahrer grinste, die Lippen schmal, das Kinn leicht erhoben. „Du wirst es gleich erfahren.“
Er öffnete das Handschuhfach, und das metallische Klicken klang in der Stille des Innenraums viel zu laut. Aus dem Fach nahm er ein kleines, schwarzes Gerät, länglich, glatt, mit einer Fernsteuerung daran, ein Vibrations-Ei, matt und unscheinbar, wie ein Stück Technik, das zu harmlos aussah für das, was es tun konnte.
„Für dich!“, sagte er zu Sophie, und der Ton war so beiläufig, als reiche er ihr ein Feuerzeug.
Sophie spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. Ihre Hände zitterten leicht, als die das Vibrations-Ei in der Hand hielt. Es war kein Schock, eher eine Mischung aus Scham und etwas anderem, einem Gefühl, das sie nicht einordnen konnte, weil ihr Körper schneller reagierte, als ihr Kopf begriff.
Dann griff der Fahrer erneut ins Fach, holte eine kleine, samtgefütterte Schachtel hervor und öffnete sie mit einer fast zärtlichen Geste. Darin lagen zwei metallene Brustwarzen Klemmen, zierlich, doch robust, verbunden mit einem dünnen Kabel und einer kleinen Steuerungseinheit, deren blinkende Leuchte wie ein Auge wirkte.
„Und das ist für dich.“
Er nickte zu Joana und reichte ihr die Klemmen. Dann blickte er wieder Sophie in die Augen, das Grinsen immer noch im Gesicht.
„Der Befehl des Botschafters an dich lautet: Du wirst während der Fahrt deinen Rock bis zu den Hüften hochziehen, die Beine spreizen und das Vibrations-Ei einführen. Ich entscheide über die Stärke der Vibrationen. Es liegt in meinem Ermessen! Und es ist dir verboten, die Beine zu schließen! Ich möchte während der gesamten Fahrt einen freien Blick auf deine Fotze haben!“
Sophie zitterte innerlich, nickte und nahm eine gehorsame Körperhaltung ein. Sie war in den letzten Wochen von der Maschine darauf trainiert worden, den Befehlen eines Vorgesetzten zu gehorchen.
Dann sah der Fahrer zu Joana. „Bei dir macht ein Vibrations-Ei keinen Sinn, dafür braucht man eine Fotze! Du wirst also dein Shirt ausziehen und die Brustwarzen-Klemmen anlegen. Auch hier kontrolliere ich die Intensität!“
Er lehnte sich zurück, musterte beide Frauen, und die Art, wie er sie ansah, war keine Frage, sondern ein Urteil. „Es steht euch nicht zu, Befehle des Botschafters zu hinterfragen oder abzulehnen. Ihr seid Dienerinnen der Organisation. Ihr gehorcht. Wer es nicht tut, wird bestraft. Und ihr wisst, was das bedeutet!“
Die Luft im Wagen schien dicker zu werden. Die Stille war kein Schweigen mehr, sondern Erwartung.
Sophie spürte, wie ihr Atem flacher wurde, wie sich die Hitze in ihr sammelte, nicht nur aus Angst, sondern aus etwas, das sie erschreckte. Sie senkte den Blick, umgriff den unteren Bund des Rocks und zog ihn langsam nach oben. Der Stoff glitt über ihre Schenkel, legte die Haut frei, die unter dem warmen Licht der Innenbeleuchtung glänzte. Sie hob den Unterleib an, und legte den gerollten Rock um ihre Hüften.
„Beine spreizen!“, befahlt der Fahrer mit einem gierigen Ton in der Stimme.
Da sie keinen Slip tragen durfte, führte die Öffnung ihrer Schenkel dazu, dass der Mann einen freien Blick auf ihre Intimzone hatte. Der gesamte Schambereich war glattrasiert; die Regeln der Organisation besagten, dass Schamhaare bei Frauen der untersten Hierarchie-Ränge untersagt waren. Sophie war während ihres komatösen Zustanden durch die Pfleger, nachdem die Männer sie ausgiebig gefickt hatten, regelmäßig rasiert worden.
„Du hast eine geile Fotze!“, grinste der Fahrer und betrachtete die feuchtglänzende Spalte. Die äußeren Schamlippen bedeckten die inneren Labien komplett. Der weibliche Schlitz wirkte wie eine tiefe Schlucht. Sofort entströmte der Scheide ein intimer Duft und breitete sich im Wagen aus.
Dann löste der Fahrer seine Blicke von Sophies Unterleib, sah zu Joana und forderte mit einem harten Ton in der Stimme: „Jetzt du! Shirt ausziehen!“
Joana bewegte sich ohne Hast, ohne sichtbare Scham. Sie zog das Shirt über den Kopf, ihre Bewegungen kontrolliert, als wäre es nur eine Übung, die sie gelernt hatte. Der Stoff fiel neben sie, und ihre Haut schimmerte, kühl und glatt.
Joana war eine Trans-Frau, als Mann geboren, und hatte sich dann für das Leben einer Frau entschieden. Sie hatte sich perfekt geformte D-Körbchen Brüste operieren lassen.
„Das war sicher teuer!“, grinste der Fahrer und starrte die Titten an.
Joana wusste nicht, was der Mann mit der Aussage meinte. Was war teuer? Sie verstand es nicht, da sie sich nicht daran erinnern konnte, jemals anders gewesen zu sein. Sie hatte die Brüste einer Frau, und den Penis eines Mannes. Es war für sie normal. An ihr früheres Leben, oder an eine Operation, konnte sie sich nicht mehr erinnern, dafür hatte die neue Programmierung gesorgt.
Sophie betrachtete aus den Augenwinkeln die traumhaften Brüste von Joana. Sofort verspürte sie ein warmes Kribbeln zwischen den Schenkeln, dass sich in ihrem Unterleib ausbreitete.
„Du fängst an!“, befahl der Fahrer und starrte wieder zwischen Sophies gespreizte Schenkel. Er konnte erkennen, dass sich ein feuchter Film auf den Schamlippen gebildet hatte.
Sophie nickte unterwürfig, nahm das Vibro-Ei in den Mund und leckte das Plastik nass. Dann schob sie es langsam in die Öffnung ihrer Scheide, tiefer und tiefer, bis es in der Höhle verschwunden war, und nur noch eine rote Schnur aus dem Schlitz herausragte. Der Fremdkörper fühlte sich zuerst kalt an, dann lief ein feiner, zittriger Stromfluss durch ihren Unterleib, breitete sich in ihrem Körper aus, ließ ihre Brustwarzen erigieren und programmierte ihr Gehirn auf den Zustand einer sexuellen Lust.
Sie atmete schneller, ohne es zu wollen. Der Druck veränderte sich, verwandelte sich in eine angenehme tiefe Wärme, die ihren Körper umhüllte.
Ein leises Summen setzte ein, kaum hörbar, mehr gespürt als gehört, und sie spürte, wie sich die Schwingungen wellenförmig in ihr ausbreitete, nicht aggressiv, eher tastend. Für einen Moment wusste sie nicht, ob sie den Kopf senken oder heben sollte. Sie tat beides nicht. Sie ließ es geschehen, hielt den Atem an und ließ ihn dann langsam wieder entweichen, als wollte sie die Kontrolle behalten, obwohl sie längst nicht mehr bei ihr lag.
„Ich habe erst die Stufe 1 eingestellt, und du zuckst bereits!“, sagte der Fahrer, starrte lüstern zwischen Sophies gespreizte Schenkel. „Das kann noch spaßig werden.“
Dann blickte er zu Joana, machte ein deutende Handbewegung. „Jetzt du!“
Joana nahm die kleinen Metallklemmen aus der Schachtel, drehte sie zwischen den Fingern, als würde sie ihr Gewicht prüfen. Das Licht im Wagen spiegelte sich auf der glatten Oberfläche, ließ sie für einen Moment fast harmlos wirken. Sie wusste instinktiv, was sie zu tun hatte. Ohne zu zögern, hob sie das Kinn, strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und legte eine Klemme an, langsam, präzise, mit der Gelassenheit einer Frau, die gelernt hatte, Schmerz und Kontrolle auseinanderzuhalten. Die kleinen Zähne der Klemme legten sich um ihre Brustwarze, bissen in das Fleisch und ließen sie kurz aufstöhnen.
Dann wiederholte sie die Bewegung auf der anderen Seite, etwas ruhiger, fast mit einem Hauch von Stolz.
Für einen Moment atmete sie tiefer, der Körper spannte sich, als müsse er die neuen Empfindungen erst annehmen. Es war kein Zittern, kein sichtbarer Widerstand, nur ein leises, fast unsichtbares Zucken um den Mund, als würde sie den Schmerz kosten, bevor sie ihn zu ihrer Haltung machte.
Als der Fahrer die kleine Fernbedienung aktivierte, mit der die Brustwarzen Klemmen gesteuert wurden, begann ein leises Summen, dann ein Vibrieren, und schließlich bissen die Zähne der Klemmen fester in die Nippel.
Joana schloss kurz die Augen, atmete durch die Nase aus. Ihr Herz schlug schneller, als wolle es das Gleichgewicht wiederfinden. Das Vibrieren hatte etwas Paradoxes: Es tat weh, aber es brachte auch eine Wärme, die sich mit jeder Sekunde tiefer in ihr festsetzte. Ihr Körper reagierte mit einem feinen Zittern, ihre Muskeln spannten sich, nicht in Abwehr, sondern in Konzentration.
Joana zwang sich, den Kopf ruhig zu halten. Sie wollte nicht, dass der Fahrer sah, wie sehr ihr Körper antwortete, wie stark diese Kontrolle von außen sie innerlich durcheinanderbrachte. Der Schmerz wurde rhythmisch, wie ein Puls. Und irgendwo, tief in ihr, mischte sich zu der Spannung etwas, das gefährlich nahe an Zustimmung war.
Der Fahrer ließ den Blick langsam von Joana zu Sophie, und als er sprach, klang seine Stimme rau und unbeirrbar, wie kaltes Metall, das auf Stein trifft.
„Das Vibro-Ei bleibt, wo es ist. Keine Berührung, kein Versuch, es zu entfernen. Das Gleiche gilt für die Klemmen.“
Seine Worte schnitten ruhig durch die warme Luft des Innenraums, jedes einzelne präzise gesetzt, ohne Hast, ohne Zweifel. Dann beugte er sich leicht nach vorn, das Licht des Armaturenbretts zeichnete harte Linien in sein Gesicht.
„Wenn ihr diesen Befehl missachtet, erwartet euch in Berlin eine Strafe, die euch daran erinnern wird, wer über euch steht. Ist das klar?“
Sophie senkte den Blick, ihre Finger schlossen sich fester um das weiche Leder des Sitzes, als wollte sie Halt finden in etwas, das sich nicht bewegte.
Joana atmete langsam, tief, so kontrolliert, dass man den Anflug von Zittern nur sah, wenn man sehr genau hinsah. Dann nickten beide Mädchen gleichzeitig, leise, wie zwei Spiegel derselben Unterwerfung.
Der Fahrer drehte sich wieder nach vorne, legte die Fernbedienung neben sich auf die Armstütze, startete den Motor, fuhr los und ordnete sich auf der Autobahn ein.
Der Wagen glitt mit gleichmäßigem Brummen über die nasse Fahrbahn. Draußen zog die Landschaft vorbei, endlose Felder, verschneite Baumreihen, kleine Orte, die im Nebel versanken, als würde die Welt selbst die Augen halb schließen. Der Himmel hing schwer über der Autobahn, ein graues Tuch, in dem kein Licht zu wohnen schien. Ab und zu stoben feine Tropfen gegen die Windschutzscheibe, und das rhythmische Wischen der Scheibenwischer schuf eine Art Takt, der sich mit dem tiefen Summen des Motors vermischte.
Im Inneren der Limousine war es still. Nur das leise Surren des Reglers, mit dem der Fahrer die Intensität steuerte, durchbrach die gleichmäßige Ruhe. Er sah nicht nach hinten, er musste es nicht. Ein kurzes Antippen mit dem Finger, kaum eine Bewegung, und das vibrierende Leben unter der Oberfläche erwachte.
Sophie erstarrte, spürte sofort das sanfte Flirren in ihrem Scheidengang, das eher ein Gedanke als eine Berührung war. Dann wurde es stärker, greifbarer, fordernder. Sophie sog die Luft ein, so leise, dass der Ton fast verschwand, und spürte, wie ihr Körper auf den Rhythmus reagierte, als würde er sich erinnern, wozu er geschaffen war. Es breiteten sich intensive Lustwellen in ihrem Körper aus, die sie höher und höher trieb, immer näher zu einem Orgasmus.
Neben ihr spannte sich Joanas Rücken an, sie schloss kurz die Augen, ihr Atem verriet, dass auch sie den Wechsel zwischen Druck und Entlastung spürte. Die Zähne der Klemmen bissen stärker in ihre Brustwarzen, die Vibrationen nahmen zu.
Der Fahrer regelte die Intensität mit der kalten Präzision eines Mannes, der wusste, was Kontrolle bedeutet. Immer dann, wenn die Spannung sich steigerte, wenn der Atem der beiden schneller ging, ließ er sie fallen, drehte die Intensität abrupt herunter, bis nur noch ein leises Zittern blieb, das mehr versprach, als es gab. Es war ein Spiel aus Nähe und Entzug, aus Hoffnung und Stillstand.
„Bitte … ich muss kommen …“, flehte Sophie, die sich nach einem Orgasmus sehnte.
„Du wirst noch viel lernen müssen! Es steht euch nicht zu, etwas zu fordern, oder etwas zu wünschen. Ihr habt zu gehorchen und zu funktionieren. Hier im Auto bestimme ich darüber, ob ihr kommen dürft, oder nicht!“, sagte der Fahrer mit einem harten Ton in der Stimme.
Die nächsten zwei Stunden geschah nichts. Der Fahrer hatte die Fernbedienung ausgeschaltet. Die Straße zog sich endlos hin. Draußen huschten Lastwagen vorbei, deren Scheinwerfer wie helle Narben durch den Nebel schnitten.
Kurz nach Leipzig schaltete der Fahrer die untersten Vibrationsstufen ein. Sophie hatte das Gefühl, ihre Haut sei dünner geworden, als könne jede Welle durch sie hindurchgehen, bis in den Brustkorb, in die Kehle, in den Kopf. Joana kämpfte darum, um die Haltung zu bewahren, doch ihr Atem verriet sie. Einmal presste sie die Lippen zusammen, um den Laut zu halten, der sich aus ihrer Brust lösen wollte.
Dann folgte wieder Stille. Der Fahrer lächelte im Spiegel, ein zufriedenes, gefährlich stilles Lächeln. Er beobachtete sie, ohne sie wirklich anzusehen. Nur ihre Reaktionen reichten ihm.
Wieder und wieder trieb er sie an diesen Rand, diesen schmalen Grat zwischen Kontrolle und Auflösung. Die Muskeln spannten sich, Entlastung schien greifbar, doch jedes Mal, wenn das Gefühl zu groß wurde, ließ er sie los. Es war, als würde er ihre Körper an der Leine halten, kurz vor dem Sprung, und jedes Mal, wenn sie glauben konnten, gleich zu fallen, zog er sie wieder zurück.
Das Zeitgefühl verlor sich. Minuten dehnten sich, wurden zu Stunden, der Himmel wechselte kaum die Farbe. Die Fahrt wurde zu einem Zustand, nicht zu einer Bewegung.
Erst als das erste graue Licht Berlins am Horizont auftauchte, veränderte sich etwas. Der Fahrer legte den Finger auf den Regler, sah in den Rückspiegel, nur kurz, mit einem Blick, der keine Ankündigung brauchte. Dann drehte er das Rad weiter, Stück für Stück, bis das Summen in ein tiefes, vibrierendes Dröhnen überging, und die Fernbedienung die höchste Stufe erreicht hatte.
Sophie spürte, wie sich in ihr eine Welle aufbaute, langsam, stetig, unaufhaltsam. Jeder Nerv war wach, jede Faser gespannt, als wäre sie aus Licht gemacht. Sie wollte atmen, aber der Atem kam stoßweise, kurz, leise, fast wie ein Schluchzen. Das Gefühl begann tief in ihr und breitete sich aus, erst warm, dann heiß, bis es alle Gedanken überlagerte. Sie versuchte, still zu bleiben, doch ihr Körper verriet sie, eine feine Bewegung, ein Zittern, das sich vom Bauch bis in die Hände zog, und schließlich dieses leise, unkontrollierte Nachgeben, ein Beben, das sie nicht mehr halten konnte.
Neben ihr saß Joana, stiller, kontrollierter, doch auch sie konnte den Punkt nicht mehr halten, an dem sich Disziplin in Sehnsucht verwandelte. Das Vibrieren wurde zu einem Flirren, das in ihrer Brust zu brennen begann. Ihre Muskeln spannten sich, die Klemmen fühlten sich an, als hielten sie den Schmerz und die Lust in einem Gleichgewicht, das kippen musste. Der Körper wollte Widerstand leisten, aber das Verlangen war stärker. Sie atmete tief ein, als würde sie sich selbst festhalten, und als die Welle sie erfasste, gab sie nach, nicht laut, nicht sichtbar, aber mit einer Intensität, die alles andere auslöschte.
Dann erreichten die beiden jungen Frauen gleichzeitig ihre sexuellen Höhepunkte. Sie zuckten, zitterten und stöhnten lautstark. Aus Sophies Scheide spritzte das klare, weibliche Ejakulat, floss über die Ledersitze, und tropfte in den Fußraum.
Nur langsam flauten die starken Emotionen ab, in denen die Mädchen gefangen waren. Sophie öffnete die Augen, noch benommen von dem, was eben durch sie hindurchgegangen war. Joana saß aufrecht, aber ihre Lippen zitterten leicht, und in ihren Augen lag dieses Glitzern, das nicht von Tränen kam, sondern von etwas, das sich zwischen Schmerz, Erlösung und stiller Verwirrung bewegte.
Der Fahrer legte die Fernbedienung beiseite, drückte einen Knopf, und das gleichmäßige Summen, das den Wagen erfüllt hatte, erlosch. Die Stille, die folgte, war fast körperlich spürbar, wie ein plötzliches Aufatmen nach einem zu langen Tauchgang. Dann drehte er sich halb um, der Blick kurz, sachlich, fast unbeteiligt.
„Ihr dürft jetzt das Vibro-Ei und die Klemmen entfernen, euch wieder ankleiden. Wir sind in Berlin“, sagte er mit einer gleichgültigen Stimme.
Sophie spürte, wie die Hitze in ihrem Körper langsam zurückwich, wie das Blut sich beruhigte. Sie atmete einmal tief durch, um die Kontrolle über ihre Hände wiederzufinden. Sie ergriff mit zwei Fingern den Faden, der aus ihrer Spalte blickte, und zog. Langsam kam das Vibro-Ei zum Vorschein und schlüpfte mit einem schmatzenden Geräusch auf ihrer Scheide. Sie legte es neben sich auf den Sitz, atmete noch einmal aus und zerrte anschließend den Rock hinunter über ihre Schenkel, bis der Stoff wieder glatt anlag, so, als wäre nichts geschehen.
Neben ihr bewegte sich Joana mit der gewohnten Ruhe, die sie wie einen Schutzschild trug. Sie hob die Hände, löste die kleinen Klemmen nacheinander, langsam, vorsichtig, bis sie das leise Klicken hörte, mit dem sie sich öffneten. Ihre Nippel waren gequetscht und gerötet, aber sie verzog keine Miene. Sie legte die Klemmen in das kleine Schächtelchen zurück, als wären es empfindliche Instrumente, nicht Werkzeuge der Disziplin, schloss den Deckel und atmete tief durch. Dann griff sie nach ihrem Shirt, zog es über den Kopf, ließ den Stoff nach unten gleiten und glättete ihn über dem Bauch, ruhig, kontrolliert, als sei auch das Teil eines Rituals.
Draußen erschienen die äußeren Bezirke Berlins. Der Wagen glitt an den grauen Hochhäusern vorbei, an Straßen, die noch feucht glänzten vom Regen der Nacht. Die ersten Menschen eilten über Zebrastreifen, mit Tüten, Kaffeebechern, hochgeschlagenen Kragen.
Berlin empfing sie nicht mit Glanz, sondern mit dieser stillen Selbstverständlichkeit, mit der große Städte Fremde verschlucken, ohne hinzusehen.
Sie fuhren durch breite Straßen, an alten Gebäuden vorbei, deren Fassaden den Glanz vergangener Zeiten trugen, an neuen Glastürmen, die in der Sonne glitzerten, als wollten sie das Vergangene vergessen.
An einer Kreuzung hielt der Wagen kurz. Sophie sah nach draußen, ein Bäcker, ein Zeitungskiosk, ein Paar, das sich stritt, eine Frau mit einem Hund. Für einen Moment wirkte alles normal, banal, fast friedlich, und doch war da dieses leise Bewusstsein, dass sie zu einer anderen Welt gehörten, zu einer, die hinter den Spiegeln lag.
Der Wagen bog in eine Seitenstraße, die ruhiger wirkte als alles, was sie auf der Fahrt gesehen hatten.
Sie hielten vor einem hohen, schwarzen Eisentor, dessen Stäbe so unbeweglich wirkten, als würden sie nicht für Menschen, sondern für Grenzen gebaut sein. Über ihnen erwachten die Kameras, ein leises Surren, ein kurzes Aufblitzen, dann jene kühle Sekundenpause, in der die Identität überprüft wurde.
Erst als das System zufrieden war, glitt das Tor langsam zur Seite. Die Limousine setzte sich wieder in Bewegung, rollte über helles Kopfsteinpflaster, und vor ihnen entfaltete sich das Botschaftsgelände des freien Staates Belvaria wie ein Raum, der sich selbst gehört.
Links breitete sich eine parkartige Fläche aus. Buchsbaumhecken standen in perfekten Linien, Kieswege zogen sich wie feine Schnitte durch das Grün, und zwischen den dunklen Kiefern schien der Wind zu verharren.
Rechts begann ein streng angelegter Garten, ein Rechteck aus Stauden in gedeckten Farben, von einem hellen Sandweg eingefasst, der an einer halbrunden Mauer endete.
Zwischen diesen beiden schweigenden Bereichen stand die Villa, das formelle Herz der Botschaft: heller Stein, drei Etagen, Fenster, die bis zum Boden reichten und doch nichts preisgaben, Balkone mit schlichten, beinahe stolzen Balustraden. Das Portal aus dunklem Holz war hoch genug, dass man unwillkürlich den Blick hob.
Es war kein Ort, der einlud. Aber er beeindruckte mühelos, durch Klarheit, durch Ordnung, durch die stille Botschaft, dass man hier nur existierte, wenn man erwünscht war.
Die Limousine hielt auf der Mitte des Hofs. Zwei Männer in dunklen Anzügen traten an die Türen, ihre Bewegungen ruhig, die Gesichter unlesbar. Sie öffneten, boten keine Hände, sagten kein Wort.
Sophie stieg aus und roch die Stadt, die hier drinnen anders roch als draußen: nach nassem Stein, nach Wachs, nach zurückgehaltener Luft. Joana trat neben sie, ein halber Schritt versetzt, wie ein Schatten, der wusste, wo er hingehörte.
Die Männer wiesen mit einer kleinen Geste zum Eingang, und der Fahrer, nun wieder glatt und dienstlich, blieb am Wagen, als hätte die Fahrt ihn nicht betroffen.
Im Portal standen zwei weitere Sicherheitsmänner in schlichten, dunklen Uniformen, ohne Abzeichen, nur mit dem Schwarzen Zirkel am Ärmel. Sie waren freundlich, aber nicht warm, die Art von Freundlichkeit, die keinen Widerspruch zulässt.
„Arme ausbreiten, Beine leicht auseinander“, sagte der linke, und seine Stimme klang nicht hart, eher geübt.
Ein Handscanner glitt an ihnen entlang, ein Metallrahmen blieb stumm. Dann folgte die Suche mit den Händen, sachlich, routiniert, ohne Eile und ohne Lust, über Schultern, Rücken, Taille, Oberschenkel, die Innenseite der Arme, der Saum des Rocks. Es war eine Untersuchung, nicht mehr, nicht weniger; und doch blieb sie an der Haut hängen wie ein kühler Schatten.
„Alles gut“, sagte der Rechte, und der Satz hatte den Ton eines Stempels. „Folgen Sie mir.“
Durch die Eingangshalle lief der Steinboden wie ein stiller Fluss. Links und rechts zogen sich klassizistische Säulen bis unter die Decke, die in Feldern aus dunklem Holz und feinem Stuck lag. An den Wänden hingen Bilder, keine Gesichter, keine Landschaften, nur abstrakte Kompositionen in gedämpftem Blau und Schwarz, als wollte man hier jede Geschichte vermeiden, die man lesen könnte. Die Luft war frisch und roch nach Zitrone und etwas wie altem Papier.
Sie wurden in einen kleineren Raum geführt, der sich neben der Halle öffnete, ein Warteraum, der nicht wie ein Wartezimmer wirkte, sondern wie ein Salon, den niemand bewohnte: zwei Sessel aus hellem Leder, ein niedriger Tisch mit einer Karaffe Wasser, ein Strauß aus weißen Lilien in einer schweren Vase, deren Glas das Licht fing und festhielt. Ein leises Summen kam von irgendwoher, vielleicht von der Klimaanlage, vielleicht von einem Gedanken, den man hier häufig dachte.
Sie saßen nicht lange. Eine Frau erschien in der Tür, und für einen Moment ging ein anderer Ton durch den Raum.
„Guten Morgen“, sagte sie mit einem Lächeln, das zuerst die Augen erreichte und dann den Mund. „Ich bin Mira Sokolova, der Botschafter wird euch gleich empfangen.“
Mira war auffallend schön, aber nicht in einer kalten, unnahbaren Art. Sie trug ein tiefblaues, enges Kleid, das an den Schultern knapp saß und an der Taille mit einer schmalen Naht endete, die ihre Figur auf diese nachlässige Art betonte, die mehr verrät, als sie zeigt. Das Haar war dunkel und zu einem glatten Knoten gebunden, an dem nichts verrutschte, und doch hatte sie Strähnen gelassen, die das Licht fingen, wenn sie den Kopf drehte. Ihre Augen waren grün, warm und witzig, der Mund voll, die Lippen glänzten kaum. Sie duftete nach Jasmin und etwas Süßem, das an Vanille erinnerte, aber nicht so deutlich, dass man es benennen konnte.
Ihr Blick blieb an Sophie einen Takt länger hängen. Nicht indiskret, aber auch nicht neutral. Es war ein Blick, der sich merkte, wie jemand sich bewegt, und das für später behielt.
„Der Botschafter telefoniert noch“, sagte Mira, „aber er möchte euch nicht warten lassen. Ihr habt eine lange Fahrt hinter euch. Folgt mir bitte.“
Durch einen Korridor, dessen Teppich jeden Schritt verschluckte, erreichten sie eine Tür aus dunklem Holz, in die der Schwarze Zirkel als dünnes Relief eingelassen war.
Mira klopfte nicht. Sie legte die Hand an eine Seite, und die Tür öffnete sich lautlos. Dahinter lag ein Arbeitszimmer, das weniger Raum als Haltung war.
„Wartet an der Tür“, sagte Mira, schob die beiden Mädchen in den Raum und verschloss von außen die Tür.
Sophie und Joana standen in dem Raum wie bestellt, und nicht abgeholt. Sie ließen ihre Blicke durch den riesigen Raum schweifen. Der Schreibtisch war groß, aus schwarzem Holz, die Oberfläche glatt wie Wasser. Dahinter ein bodentiefes Fenster, das auf den parkartigen Teil des Geländes blickte, und weil die Scheiben leicht getönt waren, wirkte die Welt draußen wie eine Fotografie unter Glas. Links eine Bücherwand, die weniger Bücher trug, als der Platz vermuten ließ, dafür Ordner in schlichten, grauen Rücken, nicht beschriftet. Rechts ein Beistelltisch mit einer Kristallkaraffe und vier Gläsern. Auf dem Fußboden lag ein Teppich in tiefem Blau, auf dem die Möbel zu schweben schienen.
Kyrill Orlov, der Botschafter des freien Staates Belvaria, saß am Schreibtisch, ein Telefon am Ohr, die Finger der freien Hand schlossen und öffneten sich in einem Rhythmus, als hielten sie die Zeit. Er sprach leise, so leise, dass man die Worte nicht hörte, nur die ruhigen Silben. Als er sie bemerkte, hob er kurz die Hand, nicht als Gruß, eher als Geste, die sagte: Ich weiß, dass ihr da seid. Wartet. Er beendete das Gespräch, legte das Telefon ab, stand nicht auf.
Sophie spürte, wie der Raum Macht und Stärke verströmte. Ihr Blick ging zu Kyrill, und was sie sah, war kein Gesicht, in das man sich verlieben konnte; es war ein Gesicht, dem man gehorchte. Groß, schmal, die Haltung ruhig, der Anzug dunkel, der Knoten der Krawatte perfekt. Sein Haar war schwarz, die Augen hellgrau, klar, ohne Wärme, wie Wasser, das tief ist und deshalb alles spiegelt, nur nicht sich selbst.
Kyrill Orlov richtete sich ein Stück auf, verschränkte die Hände locker vor sich und betrachtete prüfend die beiden Frauen ruhen, bevor er sprach.
„Ich bin Kyrill Orlov, Botschafter des Staates Belvaria“, sagte er, und seine Stimme war ruhig, gleichmäßig, wie jemand, der selten erklären muss, wer er ist. „Ein Land, das man auf keiner Landkarte sucht. Klein. Arm. Kaum Industrie, keine Rohstoffe, kein Reichtum, den man aus der Erde holen könnte.“
Er machte eine kurze Pause, als wollte er die Worte wirken lassen. „Unser Wert liegt nicht im Boden, sondern in dem, was über ihm passiert. In Wissen. In Informationen. In allem, was Menschen sagen, wenn sie glauben, dass niemand zuhört.“
Er ging langsam um den Tisch, blieb aber auf Distanz, die wie ein unsichtbarer Kreis um ihn herum lag.
