Manchmal brauch' ich Meer Heimat - DEA WiLK - E-Book

Manchmal brauch' ich Meer Heimat E-Book

DEA WiLK

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  • Herausgeber: adw
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
Beschreibung

Band 4 der romantischen Liebesromanreihe auf der Insel Usedom an der Ostsee rund um fünf Freundinnen, die sich vor zehn Jahren ein Versprechen gaben. Ein stürmischer Herbst auf Usedom. Ein Gast, der keine Worte findet. Und eine Frau, die nie bleiben wollte – bis jetzt. Leo ist gerade erst zurück auf der Insel. Nach Jahren des Reisens hat sie genug vom Weiterziehen – und doch fällt ihr das Ankommen schwer. Statt in festen Strukturen zu landen, schläft sie auf dem Sofa und vermietet ihr Schlafzimmer an Fremde, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Als Jarne einzieht, ein wortkarger Schriftsteller mit Schreibblockade und stillem Blick, scheint es ein Arrangement wie jedes andere. Vier Wochen, geteilte Küche, klare Grenzen. Doch während draußen der Herbst die Insel leiser macht, beginnt sich auch in Leo etwas zu verschieben. Ein Wohlfühlroman voller Wärme, Witz und wilder Herbsttage am Meer – für alle, die wissen, dass das Leben oft genau dann passiert, wenn man die Kontrolle loslässt.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Manchmal brauch’ ich Meer Heimat

LEONIE. SOMMER. EIN INSELROMAN

USEDOM MIT HERZ & LIEBE

BUCH VIER

DEA WILK

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Möchtest du noch mehr...

Mein Podcast

Über die Autorin.

Eins

Oktober

Nele, hör auf damit. Es gibt einfach keine Singlefrauen oder Pärchen mehr, die im Oktober für längere Zeit auf die Insel kommen.« Ich ließ mich entnervt auf dem Sofa zurücksinken. Es war das dritte Mal, dass wir unser Donnerstagstreffen in meiner Wohnung abhielten. Und zwar nur aus einem einzigen Grund. Ich hatte keine Untermieter. »Und ich kann nicht davon leben, mein Schlafzimmer nur für Samstagnächte zu vermieten.«

»Aber du kannst doch keinen wildfremden Mann aufnehmen.«

»Also, ich finde, dass das nach dem Beginn der nächsten Lovestory klingt.« Ida klimperte mit den Wimpern und ich schloss noch entnervter die Augen.

»Was denn? Ich bin ziemlich sicher, dass du die Nächste bist, Leo. Bei mir ist einfach kein Platz für einen Kerl. Nächsten Monat entscheidet sich, wer die Stelle vom alten Rütze übernimmt, und da kann ich mir nicht erlauben, meinen Fokus zu verlieren.«

»Oh Gott!« Ich legte die Hände aufs Gesicht und sank so tief, dass mein Hintern fast auf den Boden rutschte.

»Ach, komm schon, Leo. Sie macht doch nur Spaß.« Mia, die neben mir saß, zog aufmunternd an meinem Arm, bis ich wieder saß und sie anblickte. »Findest du auch, dass es eine blöde Idee ist?«

Sie legte den Kopf schief. »Dürfen wir uns den Typen angucken, bevor er hier einzieht?«

Ich verzog das Gesicht. »Und wenn euch seine Nase nicht passt, soll ich was machen? Ihn wieder wegschicken? Damit ich die Todesbewertung auf allen Portalen dieser Welt bekomme und nie wieder nette Gäste bei mir wohnen?«

»Du könntest ihn bitten, uns eine kurze Videonachricht zu schicken«, schlug Clara vor.

»Er hat mir einen langen Text geschrieben, sein Airbnb-Account ist einige Jahre alt und er hat ein nettes Profilbild.« Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, dass jemand ein Zimmer in einer Wohnung mietete, um den Gastgeber zu überfallen. Ich hatte kein Profilbild eingestellt. Und mich Leo genannt.

»Das kann alles Fake sein. KI-Text. KI-Foto.« Ida griff nach einer Möhre und tunkte sie in den Dip, den sie mitgebracht hatte.

»Er weiß nicht mal, dass ich eine Frau bin.«

»Die Chancen stehen Fifty-Fifty, oder?«

»Ida, du machst mich wahnsinnig. Und wenn wir jetzt nicht sofort das Thema wechseln, werde ich entweder plötzlich sehr müde oder ich gehe einfach ohne ein Wort ins Schlafzimmer und lasse euch hier sitzen, bis euch auffällt, dass ich nicht wiederkomme. Oder ich frage Jarne, ob er nicht Lust hat, schon ein paar Stunden früher zu kommen.«

»Moment mal, Stunden?« Nele sah mich entgeistert an. »Ich dachte, er kommt erst nächste Woche?«

»Er kommt morgen. Also hinterlasst so wenig Fingerabdrücke wie möglich.« Ich verzog den Mund zu einem verschwörerischen Lächeln. »Ihr wisst schon, falls wir ein Verbrechen verdecken müssen.«

»Gar nicht witzig. Ich bin auf jeden Fall hier, wenn er ankommt.«

Ich gluckste auf und musterte Nele.

»Was? Sieh mich nicht so an!«

»Nele, ich liebe dich. Und ich weiß, dass du wahnsinnig sportlich geworden bist, seit Ben dir dieses Fahrrad geschenkt hat und du immer damit nach Karlshagen radelst. Aber du bist trotzdem auch der liebste Mensch, den ich kenne. Du könntest niemandem wehtun. Egal, was er für ein Verbrechen begeht.«

»Unsinn!« Sie brachte ihre Fäuste in Kampfstellung. »Ben hat mir gezeigt, wie ich zuschlagen muss.«

»Warum hat er das denn gemacht?«, fragte Clara.

»Jetzt wird es doch wieder früher dunkel. Ich hab ein bisschen Angst, wenn ich abends den Laden abschließe und allein mit dem Geld zur Bank gehe.«

»Kann Ben dich nicht abholen? Er fährt doch keine Touren mehr, oder?«

»Doch, ein paar fährt er noch. Außerdem arbeitet er nachmittags in der Werft, um die fehlenden Einnahmen aus den Törns auszugleichen.«

»Hach, der Sommer. Was war das doch für eine entspannte Geldfluss-Zeit.« Ich lehnte mich zurück, froh, dass wir den Themenwechsel so fließend absolviert hatten. Ich liebte die vier. Und ich war dankbar, dass sie sich um mich sorgten. Allerdings hatte ich über zehn Jahre allein auf mich aufgepasst und mich aus einigen nicht ganz so schönen Situationen gerissen. Ich würde mit einem Schriftsteller, der hier am Meer seine Schreibblockade überwinden wollte, ziemlich gut klarkommen. Auf dem Bild sah er zumindest nicht so aus, als könnte er mir gefährlich werden.

Nele, Clara und Mia stimmten mir zu. Nur Ida schüttelte den Kopf. »Es tut mir ja leid für euch, dass ihr weniger Umsatz macht. Aber ich bin ziemlich froh über die Pause. Endlich kann ich pünktlich Feierabend machen und gehe nicht mit brummendem Kopf ins Bett.«

Ich machte ein ernstes Gesicht. »Es war schon die richtige Entscheidung, den Rum aus dem Pausenraum zu verbannen. Du hast da offensichtlich ein ähnliches Problem wie Jennifer Lawrence. Die kommt auch nicht mit dem Genuss von Zuckerrohrschnaps zurecht.«

Ida überging meinen zugegebenermaßen miesen Witz. »Jetzt kann ich strategisch vorgehen, die Küche in Schuss bringen und Herrn Rütze noch klarer zeigen, dass ich die Richtige für seine Nachfolge bin.«

Keine von uns sagte etwas. Wir alle wünschten Ida, dass sie den Job bekam. Allerdings konkurrierte sie mit dem Neffen des Hotelbesitzers um die Stelle, auch wenn der sich bisher nicht darum beworben hatte, und keine von uns glaubte, dass man sie diesem vorziehen würde.

Nele hielt sich die Hand vor den Mund und gähnte. »Mädels, ich muss ins Bett.«

»Du meinst wohl in die Koje.« Ich zwinkerte ihr zu.

»Brr. Nein, auf dem Boot will ich nicht mehr schlafen.«

»Und Ben?«

Sie zuckte mit den Schultern. »Dem macht das nichts aus. Allerdings ist er auch schon auf der Suche nach einer Unterkunft für den Winter.« Sie stand auf.

»Ich hab morgen Frühschicht.« Auch Ida erhob sich.

»Und wir sind morgen mit unserer Chefdesignerin verabredet.« Mia grinste Nele an. »Ich freu mich so auf die neuen Teile.«

Ein Strahlen legte sich auf Neles Gesicht und brachte mich selbst zum Lächeln. »Sie sind so schön geworden. Ich würde sie am liebsten direkt in den Laden hängen. Aber es wird ein, zwei Wochen dauern, ehe Sassi und ich sie fertig genäht haben. Außerdem habt ihr bestimmt noch Änderungswünsche.«

Ich begleitete die vier zur Tür, ohne mich weiter in das Gespräch zu mischen. Als wir uns verabschiedet hatten, verriegelte ich die Tür hinter ihnen und schloss die Augen. Stille. Sie war laut. Nach dem ganzen Gequassel kam mir diese Stille so mächtig vor. Ich lächelte, tauchte tiefer in sie ein und setzte mich mitten in den Flur, um ein paar Minuten zu meditieren.

Damit hatte ich in Tibet angefangen. Nicht mit dem Meditieren, sondern damit, es an jedem Ort zu tun, an dem ich den Drang dazu verspürte. Mitten im Wald, auf einem Kanu auf dem Amazonas, in einem Café in London oder eben hier, auf dem Sisalteppich in meiner Wohnung.

Das gab mir Frieden. Auch wenn die Gedanken in meinem Kopf oft das Gegenteil ausdrückten. Ich konnte sie wegfliegen lassen und mich auf die Stille fokussieren. Egal, wie laut es draußen war. In mir gab es diese Stille. Und wenn ich mich mit der verband, konnte ich die Welt außerhalb meines Körpers für ein paar Minuten ausblenden. Dann verstummten die Stimmen der anderen. Meine Probleme wurden klein. Ich fühlte mich …

Ein Klingeln unterbrach mich. Ich ignorierte es und tauchte zurück.

Nach fünf tiefen Atemzügen klingelte es erneut. Und dann noch einmal.

So leise, wie ich konnte, stand ich auf und ging ins Bad. Ich ließ die Tür geöffnet und stellte die Dusche an. Das hatte schon einmal funktioniert. Noch einmal versuchte sie es, schien dann aber aufzugeben.

Ich stellte die Dusche ab und ging zurück ins Wohnzimmer, wo ich die Reste unseres Mädelsabends in die Küche brachte und die Kissen auf dem Sofa in einen vorzeigbaren Zustand brachte.

Bevor Jarne morgen kam, würde ich noch einmal mit dem Staubsauger durch die Wohnung gehen, aber weil ich so gut wie kein Zeug hatte, musste ich nicht groß aufräumen. Ein bisschen Staub wischen, das Bett frisch beziehen und ein paar Handtücher rauslegen. Dann konnte mein Langzeitmitbewohner einziehen. Ich hoffte, dass seine Schreibblockade entweder eine ganze Weile anhielt oder er so in den Schreibflow kam, dass er direkt drei neue Romane hier schreiben wollte.

Die Aussicht darauf, in wenigen Wochen wieder auf eine Buchungsanfrage warten zu müssen, gefiel mir zumindest überhaupt nicht. Mein Erspartes war so gut wie aufgebraucht. Der Job im Supermarkt brachte zu wenig ein, wenn ich nicht meine Stundenanzahl auf ein Niveau erhöhen wollte, das mir sämtliche Freizeit nahm. Vielleicht sollte ich Ben mal fragen, ob sie in der Werft noch jemanden brauchten, der so gar keine Ahnung vom Bau von Booten hatte, aber sehr schnell war, sich in neue Aufgaben einzuarbeiten. Möglicherweise zahlten die einen höheren Stundenlohn.

Doch, nein. Jarne würde bleiben. Das hatte er angekündigt. Mindestens vier Wochen. Ich konnte nur hoffen, dass er wirklich so nett war, wie er in seinem Text gewirkt hatte. Und auf dem Foto. Ein unscheinbarer Typ mit Brille und einem netten Lächeln. Vermutlich würde ich kaum merken, dass er hier war.

Zwei

Das Tageslicht weckte mich am nächsten Morgen. Es war halb neun, als ich aus dem Bett stieg. Ich putzte mir die Zähne, zog meine Joggingklamotten an und verließ mit Kopfhörern in den Ohren die Wohnung. Die Kopfhörer dienten nur einem einzigen Zweck und ich würde sie wieder rausnehmen, sobald ich aus dem Haus auf die Straße getreten war.

Ich schloss die Tür ab. In diesem Haus waren die Wohnungen so angeordnet, dass die Türen in einem Halbkreis lagen. Dieser war durch eine Glaswand und eine Glastür vom Treppenhaus getrennt. Meine Großmutter hatte diese Abgeschlossenheit gemocht. Sie meinte, dass es das Gemeinschaftsgefühl zwischen den Mietern erhöhte. Das mochte stimmen. Allerdings war ich nicht sicher, ob ich das als positiv oder negativ betrachten sollte. Zumindest nicht, wenn es um …

»Frau Karow, es war wieder sehr laut gestern Abend.«

»Ja, ich bin gleich da. Warte auf mich, okay?« Ich winkte Frau Lubig zu, die weitersprach. Wie an jedem Morgen beschwerte sie sich bei mir. Heute war es die Lautstärke der Mädels, nachdem sie meine Wohnung verlassen hatten. Gestern der Müll, der eine Stunde vor meiner Tür gestanden und, wie ich zugeben musste, keinen sonderlich guten Geruch ausgesondert hatte. Am Tag davor war es der Sand gewesen, den ich vom Strand mitgebracht hatte, und davor mal wieder die Tatsache, dass fremde Leute in meiner Wohnung wohnten.

Ich zog eilig die schwere Glastür auf und rannte die Treppen hinunter. Sobald die Haustür hinter mir ins Schloss gefallen war, zog ich die Stöpsel aus den Ohren und verstaute sie in ihrem Case. Ich joggte nicht gern mit Musik. Besonders nicht am Strand. Hier wollte ich das Rauschen der Wellen hören. Das Kreischen der Möwen.

Ich rannte meine Straße entlang, bog am Baltic links ab, weil ich das Hotel einmal zu oft als Abkürzung genutzt hatte, um zum Strand zu kommen, und umrundete die Bernsteintherme. Seit August grinste ich an dieser Stelle, weil ich an Nele und Ben dachte, die hier ihren ersten Kuss gehabt hatten.

Ich freute mich für sie. Natürlich auch für Mia und Clara. Doch Nele hatte so lange auf echtes Glück verzichtet. Mit Ben schien sie es wirklich gefunden zu haben. Obwohl sie am kürzesten zusammen waren, hatte ich bei den beiden das Gefühl, dass sie den anderen deutlich voraus waren. Vermutlich würden sie nächstes Jahr heiraten und Kinder bekommen.

Ich erreichte den Strandaufgang hinter dem Imbiss, in dem ich im Sommer gearbeitet hatte, und warf einen sehnsüchtigen Blick darauf. Hier hatte das Arbeiten Spaß gemacht. Sicher, für eine Weile konnte ich auch Gefallen daran finden, Regale einzuräumen und mit den Leuten an der Kasse zu scherzen. Aber ich brauchte die frische Luft. Ich brauchte Abwechslung. Der Imbiss-Job hatte sich angefühlt wie ein Ferienjob. Die Arbeit an der Supermarktkasse dagegen wie ein Loch, in das ich immer tiefer hineingezogen werden würde, weil es zu leicht war, einfach dortzubleiben.

Es störte mich nicht, mit dreißig keiner Karriere zu folgen wie Ida oder mein eigenes Business aufzubauen wie Nele, Clara und Mia. Ich mochte es, mich nicht auf eine Sache festzulegen. Aber diese Freiheit kam mit ein paar winzigen Nachteilen.

Ich verlangsamte mein Tempo, als ich zwischen den Dünen zum Strand lief. Eine Zeitlang war ich barfuß gejoggt, sobald meine Füße den Sand berührten, doch das hatte meine Waden in die Knie gezwungen. Ich lachte über meine gedankliche Wortwahl, blieb ein paar Meter hinter den Mülleimern stehen und sog die frische Meeresluft tief in meine Lungen.

Ich mochte den Oktober. Wenn sich neun Uhr morgens nicht mehr anfühlte, als wäre schon der halbe Tag vorbei. Die Sonne war erst vor anderthalb Stunden aufgegangen. Natürlich waren trotzdem schon einige Menschen unterwegs. Aber im Sommer hatten die Touristen um diese Zeit schon ihre Handtücher ausgebreitet und die Strandkörbe in Beschlag genommen. Jetzt waren es nur Spaziergänger, Hundebesitzer und ein paar hartgesottene Schwimmer, denen es nichts ausmachte, dass die Ostsee inzwischen weniger als zwölf Grad hatte.

Ich bog links ab, rannte an Noahs Kitesurfschule vorbei, die noch immer geöffnet hatte, und lief weiter in Richtung Trassenheide. Noah hatte ebenfalls einen Job in der Werft bekommen. Auch für ihn würde es bald keine Einnahmen durch die Surfschule mehr geben. Ich fand, er könnte in dieser Zeit einen YouTube-Kanal aufbauen, auf dem er bestimmte Techniken zeigte und immer wieder Werbung für die Schule machte. Doch das war ihm zu viel Aufwand. Er meinte, er hätte keine Geduld für so etwas.

Das Gleiche galt für Clara und Mia und Nele. Sie alle könnten durch einen Kanal bei YouTube einige neue Kunden und Gäste gewinnen, aber sie wollten sich dafür keine Zeit nehmen. Lieber posteten sie alle paar Wochen ein Update auf Instagram, das kaum jemand sah, weil sie den Algorithmus zu selten mit diesen News fütterten. Er zeigte es ihren wenigen Followern kaum an.

Nele postete überhaupt nie. Wenn ich nicht hin und wieder ein paar Videos von ihr machen würde und Omi Martens nicht gezeigt hätte, wie sie diese bearbeiten und veröffentlichen konnte, wäre der Account tot. Seit Nele mit Ben zusammen war und zeitgleich angefangen hatte, Klamotten für den Laden zu nähen, nahm sie sich dafür keine Zeit mehr.

Ich verstand es nicht. Ja, ich wollte kein eigenes Business, das mich so an einen Ort oder überhaupt binden würde, aber wenn ich eines hätte, würde ich die Möglichkeiten des Internets bis zum Erschöpfen ausnutzen, um dort bekannt zu werden.

Ein Hund kam mir mit wedelndem Schwanz entgegengerannt. Er blieb bei mir stehen und streckte mir die Nase entgegen. Ich war selbstverständlich auch stehen geblieben, um diesem Oberkuschler seine morgendliche Streicheleinheit zu geben. »Hey, Anton.« Ich traf ihn und Mia nicht immer beim Joggen. Allerdings besuchte ich die beiden und Clara immer danach, weshalb mein Fellbuddy und ich uns an jedem Morgen sahen.

---ENDE DER LESEPROBE---