Marionetten des Schicksals oder das reale Leben - Klahs von Bratz - E-Book

Marionetten des Schicksals oder das reale Leben E-Book

Klahs von Bratz

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Beschreibung

Seit ihrer frühesten Kindheit muss Christa seelische Misshandlungen durch ihre Eltern und später durch ihre Geschwister erleiden. Christa wird zum Spielball der Familie, die nur ein Ziel verfolgt: Sie aus dieser Welt zu schaffen. Als sie sich ihrer ausweglosen Situation bewusst wird, versucht sie sich das Leben zu nehmen. Mit Hilfe ihres Mannes Klahs baut sie sich ein eigenständiges Leben auf und distanziert sich von ihrer Familie. Doch die Fangarme der Familienkrake sind lang. Nach Christas Tod blickt Klahs von Bratz zurück. Eindrücklich beschreibt er den Leidensweg seiner geliebten Frau in seiner ganzen Brutalität und rechnet mit der Familie ab.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Alles hat eine Vorgeschichte, ob in der Natur, im Leben des Menschen, in Familien.

Aus rein rechtlichen Gründen kann ich es nur unter meinem Pseudonym niederschreiben, dabei werde ich keine genauen Orts- und Städtenamen angeben, auch Namen habe ich bewusst verändert. Mir geht es nur um die Würde der Opfer, die vom ganzen Familienmisthaufen von Geburt an misshandelt, belogen und sogar unter Mithilfe eines korrupten Notars um ihr ansehnliches Erbe gebracht wurden. Ich will niederschreiben, wie alles genauestens geplant wurde und wie sich sogar die Geschwister meiner geliebten Frau Christa nach deren Tod daran beteiligten. 37 Jahre davon habe ich selbst miterleben müssen und konnte es trotzdem nicht verhindern.

Nichts davon ist erfunden, denn Christa und ich wollten zu ihrem 70. und meinem 80. Geburtstag (2017) durch unsere Niederschrift dem Familienklan den Spiegel ihrer Niedertracht vorhalten und den Familienmisthaufen endlich einreißen.

Mir ist es bewusst, dass dies kein Einzelfall in der sogenannten besseren Gesellschaft ist, nur wagt es niemand, oder zumindest nur sehr selten, den Misthaufen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Nun zur Vorgeschichte: Das Ehepaar Angler (Großeltern von Christa) hatte sich selbstständig gemacht und in den 30er Jahren eine Firma aufgebaut in einer Stadt am Bodensee. Aus dieser Ehe gingen vier Söhne hervor, der älteste Sohn Eugen wurde 1923 geboren. Er erlernte den Beruf des Speditionskaufmanns in einer Spedition, die es heute noch gibt.

Viele werden nun sagen, dass so etwas ganz normal sei. Nun, dem muss ich entschieden widersprechen, denn nun beginnt schon die Lügerei, die es in Millionen deutschen Familien nach dem Zusammenbruch gab, auch in der Familie meiner Eltern.

Eugen wurde ein überzeugter Nazi und konnte es nicht abwarten, für seinen Messias Adolf Hitler in den Krieg zu ziehen, um als großer Held in die Stadt zurückzukehren. Nur, Helden gab es in der Naziwehrmacht nicht, nur ausgebildete Mörder. Schon mit 16 Jahren bewarb er sich als Kriegsfreiwilliger, doch da nahmen sie ihn noch nicht. Dann endlich ging sein größter Wunsch in Erfüllung, er wurde im September 1941 eingezogen. Was nun kommt, würde Baron von Münchhausen und den Hauptmann von Köpenick erblassen lassen.

Meinen Schwiegervater Eugen Angler kannte ich etwas über 20 Jahre, aber die genügten mir, um mich ihm nicht erneut über den Weg zu trauen. Warum?

Es gab zu viele Ungereimtheiten, die er aus seiner Über die Wehrmachtzeit erzählte er zum Beispiel, er wäre zum Oberleutnant befördert worden, hätte an großen Kämpfen teilgenommen und Adolf Hitler hätte ihm das Ritterkreuz persönlich überreicht. Dann sei er verwundet worden und in russische Gefangenschaft geraten.

Nun, wenn man anfängt zu lügen, sollte man sehr vorsichtig sein, denn alles kann nachgeprüft werden. Nur das alles reichte Eugen Angler noch nicht, er legte noch mehr nach. Ihm sei es gelungen, aus der russischen Gefangenschaft zu fliehen, wohlgemerkt immer noch schwer verwundet.

So waren die Deutschen. Immer wieder betonte er bei Familientreffen, dass man ihm die Jugendzeit gestohlen hätte, nur warum log er hinterher so erbärmlich? Nichts von dem, was er aus seiner Wehrmachtzeit berichtete, entsprach der Wahrheit.

Als meine liebe Frau Christa 2013 verstarb, sagte ich ihrem Patenonkel, dass ich über diesen Familienmisthaufen ein Buch schreiben würde und so bat er mich, seine Brüder und die Wehrmachtzeit von Eugen nicht zu erwähnen, doch das verweigerte ich strikt, denn sie alle gehörten zu diesem Familienmisthaufen.

Nun werde ich das wiedergeben, was mir die WASt – die Wehrmachtauskunftstelle in Berlin – mitteilte. Eugen Angler, eingezogen als Kriegsfreiwilliger am 02.09.1941 – Gebirgsjäger Ersatz-Bataillon 98, Standort Garmisch, in Mittelrussland wurde er verwundet und wanderte von einem Lazarett ins andere, bis zum Kriegsende.

Einen höheren Dienstgrad als Gefreiter hat er nie erhalten, aber eines weiß ich mit Bestimmtheit, selbst wenn er, Eugen Angler, in Kriegsgefangenschaft gewesen wäre, hätte er die Flucht niemals überstehen können.

In einem Bauerndorf auf der Schwäbischen Alb, oberhalb von Zwiefalten, wird am 25.12.1925 die erste von drei Töchtern geboren, im Tierkreiszeichen des Steinbocks.

Warum erwähne ich den Steinbock? Ganz einfach. Meine Mutter hätte die Zwillingsschwester dieser Frau sein können, wenn nicht 21 Jahre dazwischenliegen würden, denn meine Mutter wurde am 25.12.1904 als einziges Kind eines Bauernehepaares – meiner Großeltern – im Memelland (heute Litauen) geboren.

Wenn ich diese zwei Frauen charakterlich beurteile, dann fällt das Urteil verheerend aus. Nazis in reinster Form, nur ihr Wort hat zu gelten und wer sich dem widersetzt, der wird irgendwann aus dem Weg geräumt, ohne Skrupel und Hemmungen. Man kann sie ohne Weiteres in die Kategorie von Sozio- und Psychopathen einordnen.

In meinem ganzen Leben habe ich Menschen, die im Steinbock geboren wurden, gemieden und das Leben gab mir recht. Nicht alle davon haben wahrscheinlich diese negativen Eigenschaften, das ist mir schon bewusst. Dass Eulalia eine gute Schülerin gewesen sein könnte, bezweifle ich sehr, sehr stark; denn das werde ich später auch durch Aussagen belegen.

Nach Aussage von Eulalias jüngerer Schwester in den 80er Jahren war sie in der Schule und danach als Jugendliche eine fanatische Anhängerin des großgermanischen Heilsbringers Adolf Hitler.

Sie, Eulalia, sagte nicht nur einmal bei Familientreffen: „Ich bin noch heute darauf stolz, dass ich bereits mit 17 Jahren (1942) in weitem Umkreis die jüngste BDM-Führerin war, das hat weder vor noch nach mir eine andere geschafft.“

Nur mit welchen Mitteln sie dieses Ziel erreichte, verschwieg sie bewusst, denn nach den Andeutungen von Christas Tante sah das so aus: Um in der ideologischen Erfolgsleiter der Partei aufzusteigen, war ihr jedes Mittel recht und so stieg sie mit jedem, der ihr dabei behilflich sein konnte, ins Bett.

Ich glaube nicht, dass ich da noch ausführlicher sein muss. Laut Christas Tante sagte sie bereits mit 13 oder 14 Jahren: „Ich werde später nur einen Kriegshelden heiraten, nach dem Endsieg.“

Hier muss ich etwas anmerken, Christa erzählte mir, dass sie schon als junges Mädchen wusste, dass ihre Mutter Eulalia ab der Schulzeit Tagebücher führte.

Eulalias utopische Träume liegen nun wahrscheinlich irgendwo auf dem Grund des Bodensees.

1945 brach der Weltherrschaftsanspruch der Nazis zusammen, nun war sie eine junge Frau mit 19 Jahren, Bauerntochter eines kleinen Landwirts auf der Schwäbischen Alb und hatte keine Berufsausbildung. Was junge Männer ihres Alters im Dorf von ihr hielten, muss ich nicht auch noch erwähnen.

Es ist eben ein Spiegelbild der Gesellschaft, damals wie auch heute noch. Bei jungen Männern sagt man, sie sollen sich die Hörner abstoßen, bei jungen Frauen heißt es gleich „Siehst du das Dorfflittchen?“. Nur sollte niemand versuchen, seinen Lebenswandel ins Gegenteil zu verwandeln, denn immer hat die so gut gehaltene Verschwiegenheit doch ein Loch.

Nach Aussagen von Christas Tante, begann sie ein Verhältnis mit einem jungen Mann aus einem Nachbardorf. Es war der Sohn eines Bauunternehmens, der später sogar Bundestagsabgeordneter war und im Schwäbischen zu einer ganz großen Bauunternehmung gehörte. Wenn ich heute alle Fakten, Briefe, Aussagen und die Testamente nach 1975 zugrunde lege, kann ich nur zu einem einzigen Ergebnis kommen. Ab 1945/46 begann die Lebenslüge der Familie Angler und damit das Drama von Christa.

Hans S. wird sehr schnell gemerkt haben, was hinter der Fassade von Eulalias Gesicht und Charakter steckte, eine eiskalte berechnende Frau. Aus diesem Grunde löste sich die Verbindung vermutlich auf.

Was ich nun behaupte und was Christa seit ihrer Kindheit vermutete, grenzt zu 99 % an Wahrscheinlichkeit. Im August 1946 verschwand Eulalia urplötzlich aus ihrem Dorf. Sie wollte keineswegs irgendwo auf der Schwäbischen Alb als Bäuerin leben.

Das hat sie, als Christa und Ottilie zur Schule gingen, unter Beweis gestellt, indem sie zu ihren zwei Töchtern wörtlich sagte: „Wenn ihr auch nur ein einziges Mal erzählt, dass ich eine Bauerntochter bin, erschlage ich euch.“ Das hat mir Ottilie in den 90er Jahren oftmals bestätigt.

Warum verschwand Eulalia aus ihrem Heimatdorf? Nun, ganz einfach. Sie war von Hans S. schwanger und deshalb musste sie auf schnellstem Wege einen Mann finden, der mit ihr ins Bett stieg, um ihm das Kind unterzujubeln.

Es ist davon auszugehen, dass alles in ihren Tagebüchern niedergeschrieben wurde.

Nach wie vor behaupte ich, dass Ottilie und ihre jüngere Schwester Auguste 2012 die Tagebücher ihrer Mutter Eulalia fanden und diese vernichteten, denn dass es diese Tagebücher gegeben hat, das bestätigte mir Ottilies Lebenspartner im Juni 2016.

Hier muss ich kurz unterbrechen. Mein Schwiegervater, Eugen Angler, log in seinem Leben so unbeholfen, wie ich es von meinem eigenen Vater auch kannte (hoher Polizeibeamter, bis er 1962 pensioniert wurde).

Warum stelle ich seine Glaubwürdigkeit in Frage? Einmal behauptete er, dass er schwer verletzt aus russischer Gefangenschaft geflohen sei, zum anderen sagte er, dass er 1945 aus der Gefangenschaft entlassen wurde, nur gibt es keine Unterlagen, dass auch nur ein einziger Soldat 1945 aus der russischen Gefangenschaft jemals entlassen wurde. Egal wie man es betrachtet, selbst seine angeblichen Kriegsverletzungen nehme ich ihm nicht mehr ab.

Ich kann diesem Mann Lügerei und Betrügerei im großen Stil nachweisen, einem Mann, der noch nicht einmal davor zurückschreckte, seine Tochter Christa unter Mithilfe von Eulalia und einem betrügerischen Notar zu enterben. Er, der kein Offizier war, der möglicherweise das Ritterkreuz im Kriegsgetümmel gefunden oder einem toten Kameraden abgenommen hat.

Und noch etwas ist noch unglaubwürdiger, seine Kriegsverletzungen. Wenn ein Mann so unverschämt und dreist ist, dass er sich als Offizier mit Ritterkreuz ausgibt, dem traue ich auch zu, dass er sich aus Feigheit selbst die Verwundung eines Nachts zugefügt hat, bei feindlicher Auseinandersetzung. Es gab ja keine Zeugen, die seine Variante bestätigt haben.

Er, dieser Lügenbeutel vom Bodensee, war nicht der Einzige, der sich unbemerkt selbst verstümmelte, davon gab es in der Wehrmacht Tausende, denn er trug nicht mehr als eine Fleischwunde bei seinem Kampf gegen sich selbst davon.

Wie Eulalia als Haushaltshilfe in das Haus der Unternehmerfamilie Angler kam, konnten weder Christa noch ich herausfinden.

1946 war mein Schwiegervater, Eugen Angler, 23 Jahre alt. Er war, so behaupte ich, sexuell unerfahren, als Eulalia ihn verführte wie einen abgerichteten Köter und mit diesem Wissen hatte sie ihn in der Hand.

Es kann sein, dass er von Eulalias Idealbild eines Mannes erfahren hatte und so machte er, der Gefreite, sich zum Oberleutnant und Ritterkreuzträger. Einmal gefangen in der Lügerei, blieb er einfach dabei. Er war ja nicht ganz dumm, er hätte doch wissen müssen, dass alles auch vor seinen Kindern auffliegen musste.

In der Osterwoche 1947 wurde Christa geboren. Von Christas Großmutter erfuhr ich, dass Eugen ganz vernarrt in seine Tochter gewesen sein soll. Das ging so lange gut, bis 1949 zwei Ereignisse eintraten. Die zweite Tochter Ottilie wurde geboren und Christa erkrankte an Kinderlähmung (Poliomyelitis).

Christas Großmutter sagte uns bei einem Gespräch in den 90er Jahren inhaltlich etwa das: „Als mein kleines Engelchen krank wurde, merkten wir erst richtig, was für eine Schlange wir in unser Haus bekommen hatten.“

Hier muss ich kurz meine Schilderung unterbrechen, denn ich stelle eine Behauptung auf, der viele nur widersprechen werden wollen, nur das Gegenteil können sie alle nicht antreten. Der größte Teil der Menschheit glaubt in seiner Unzulänglichkeit, dass es ein überdimensionales, allmächtiges, göttliches Wesen gibt. Egal, welchen Namen man ihm auch gibt, eines steht mit Bestimmtheit fest: beweisen kann es kein einziger Mensch, es reicht nicht, aus uralten Schriften zu zitieren.

Und verschiedene Lehren, wenn man sie genauer betrachtet, sind nicht nur lächerlich bizarr, nein, viele Lehren sind äußerst brandgefährlich für die Menschheit, denn sie dürfen nach ihrer Auslegung alles ausführen, was in Gottes Namen getan wird – bzw. geschehen ist in der Vergangenheit.

Der Mensch ist sein größter Feind. Er rechtfertigt sich selbst damit, dass ja alles „Gottes Wille“ ist und großzügig wie dieser ist, werden alle Untaten und Verbrechen vergeben. Geht es noch perfider?

Mir ist schon bewusst, dass es unendlich viel Leid bei Kindern in der Gesellschaft und vor allem in den Familien gibt, so soll die Leidensgeschichte von Christa nur ein Gleichnis sein. Ihre Leidenskette begann mit ihrer Geburt und endete erst, als ihr geschundener Körper und die misshandelte Seele es nicht mehr ertragen konnten und ihr Kreislauf und das Herz versagten.

Nur ein Beispiel, Jesus soll nur drei Tage gelitten haben (falls es ihn gegeben hat). Christa litt 67 Jahre, hatte unter dem Hass ihrer Mutter zu leiden, gefolgt von Intrigen, Lügen, Betrügereien vom Vater und ihren zwei Schwestern. Und „Gott“, was machte der in seiner angeblichen Gnade und Güte?

Als Christa am 28.12.2013 aufgab, blieben zwei ihrer Wecker (batteriebetrieben) um 13:06 Uhr stehen, es war nicht Gott, der mir dieses Zeichen gab, es war Christas Geist, Wille oder Seele, die mir dieses Zeichen hinterließ.

Nach Aussage von Christas Großmutter übergaben Eugen und Eulalia ihr ihre an Kinderlähmung erkrankte Tochter, die gerade einmal zwei Jahre alt war (1949), mit den Worten „Wir müssen uns auf die Firma konzentrieren und unsere Kraft dafür einsetzen. Wir können uns nicht auch noch um das kranke Kind kümmern“.

So blieb Christa bei ihren Großeltern, die sie liebevoll pflegten. In einer Hinsicht hatte Christa Glück im Unglück, es blieben keine Schäden durch die Erkrankung zurück.

Die Großeltern wohnten im Erdgeschoss ihres Geschäftshauses, Eulalia und Eugen im ersten Obergeschoss. Das Haus steht heute noch wie früher zu Christas Kindheit.

Wie soll man solche Kreaturen wie Eulalia und Eugen bezeichnen, etwa Menschen nach Gottes Ebenbild geschaffen, etwa Mutter und Vater? Nun, diese Antwort muss sich jeder selbst geben.

In unseren über Jahrzehnte sehr langen Gesprächen erfuhr ich alles, was man ihr bis 1976 angetan hatte. Mir muss niemand erklären wollen, was Leid und leiden zu bedeuten hat, denn als ich Christa 1976 kennenlernen durfte, war ich Zeuge davon, was man ihr noch immer zufügte und das Allerschlimmste ist für mich, mit welcher heuchlerischen Energie Ottilie und Auguste – ihre jüngeren Schwestern – nach dem Tode von Eulalia ihre ganze ererbte Bösartigkeit zum Tragen brachten.

Es ist nichts Neues, was die Wissenschaftler herausgefunden haben in Bezug auf die Vererbungslehre, nur in einer Hinsicht irren sich die Wissenschaftler, speziell die Psychologen, und damit meine ich die Charaktereigenschaften des Menschen.

Kinder werden vom Verhalten der Eltern geprägt. Wenn man in einem Misthaufen einer Familie aufwächst, schaffen es nur sehr, sehr wenige Kinder, sich aus diesem Gestank zu befreien.

Es sind Kinder mit einer ungeheuren Willens- und Lebenskraft. Und hier kommt jetzt das große „Aber“. Hierbei braucht jedes Kind Unterstützung, bei mir waren es meine Großeltern, die mich schon sehr, sehr früh vor meinen Eltern und Geschwistern warnten, was eines Tages eintreten würde und sie behielten recht.

Solange Christas Großvater lebte, versuchte er seine Enkelin vor größeren seelischen Schmerzen zu schützen und das hatte seinen Grund, denn noch war er der Hauptanteilseigner mit 52 % an der Firmen KG. 48 % hatte Christas Großmutter.

Christa sagte mir einmal: „Schon sehr früh habe ich bemerkt, dass Mutter mich hasst; dass ich in der Familie nur geduldet wurde wie ein ungebetener Gast. Mein ganzes Leben lang hat mich diese Frau, zu der ich Mama sagen musste, kein einziges Mal in den Arm genommen und ich konnte mir nie erklären, woher diese Ablehnung, dieser Hass auf mich kam.“

Wenn ich sage, dass niemand Christa wirklich kannte, so ist das keine anmaßende Überheblichkeit. Sie war eine willensstarke Frau und trotzdem war sie im Privatleben feinfühlig und sehr sensibel.

Es ist keine negative Beurteilung, wenn ich sage, dass sie in ihren Gefühlen und ihrer Wesensart ihr ganzes Leben im Zwiespalt war. Auf der einen Seite sehnte sie sich nach liebevollen und zärtlichen Eltern und Geschwistern, aber ab 1971 trat das ein, was ihre Mutter Eulalia schon seit Christas Geburt geplant hatte, nämlich ihre Tochter aus dem Weg zu schaffen. Mit all ihrem Hass und ihrer Bösartigkeit wäre es ihr beinahe gelungen, ihre Tochter in den Freitod zu treiben.

Christa ist 1949 aber noch in der Obhut ihrer Großeltern, die sie liebevoll umsorgten. Kein normal denkender Mensch mit etwas Gefühl wird das Verhalten von Eugen und Eulalia Angler nachvollziehen können. Sie wohnten eine Etage höher als ihre kranke Tochter und dennoch hatten sie keine Zeit, sich um sie zu kümmern.

Christas Großmutter sagte mir, wenn es hochkommt, kamen sie einmal die Woche für fünf Minuten zu ihrer kleinen Tochter, die sehnsuchtsvoll die Ärmchen nach ihren Eltern ausstreckte, doch das ignorierten sie einfach. Erst, als diese zwei Kreaturen bemerkten, dass durch die Erkrankung keine bleibenden Schäden entstanden sind, nahmen sie Christa 1951 wieder zu sich und damit begann der Leidensweg, denn Eugen und Eulalia hatten in der Zwischenzeit drei kleine Töchter. Sie hatten eine Hausgehilfin, eine Putzfrau und eine Köchin und dennoch behauptete Eulalia, wie schwer sie es hatte in ihrem Leben, die eigenen Kinder gingen ihr auf die Nerven.