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Größer, höher, schneller, weiter, ... Teurer, edler, erfolgreicher, mächtiger, … Alles ist nur noch super und mega, … Das ist der Terminus, der heutzutage unsere Leben bestimmt. Könnte es nicht sein, dass bei all diesen Ansprüchen vielleicht irgendetwas in unserem Leben auf der Strecke bleibt? Oder sind wir alle schon so abgestumpft und auf Erfolg programmiert, Erfolg wie ihn die große Gemeinschaft, unsere Gesellschaft definiert, dass wir erst gar nicht in Erwägung ziehen, dass es womöglich noch etwas geben könnte, was viel größer, edler und weitaus erstrebenswerteres ist, als all dieser Größen - und Erfolgs Wahn, der sich wie ein Geschwür in unser Leben drängt? Manchmal sind die Dinge ganz einfach, macht man sie nicht unnötig kompliziert und das Heil, die Glückseligkeit ist oft nur einen kleinen Schritt weit entfernt, wenn man denn bereit ist ein Quäntchen Mut aufzubringen und nicht dem bequemen Weg, einem weniger angenehmeren, den Vorzug gibt.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Canis Larue
Mein Freund Manni
Eine Erzählung über den beschwerlichen Weg zum wahren Leben
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Kapitel I
Kapitel II
Kapitel III
Kapitel IV
Kapitel V
Kapitel VI
Kapitel VII
Kapitel VIII
Impressum neobooks
Dieses Buch ist Johannes gewidmet,
als besonderen Dank für seine Freundschaft.
Impressum
Texte: © Copyright by C.L. LarueUmschlag: © Copyright by C.L. Larue…
Druck: epubli ein Service der
neopubli GmbH, Berlin
Printed in Germany
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Größer, höher, schneller, weiter, ... Teurer, edler, erfolgreicher, mächtiger, … Alles ist nur noch super und mega, …
Das ist der Terminus, der heutzutage unsere Leben bestimmt. Könnte es nicht sein, dass bei all diesen Ansprüchen vielleicht irgendetwas in unserem Leben auf der Strecke bleibt?
Oder sind wir alle schon so abgestumpft und auf Erfolg programmiert, Erfolg wie ihn die große Gemeinschaft, unsere Gesellschaft
definiert, dass wir erst gar nicht in Erwägung ziehen, dass es womöglich noch etwas geben könnte, was viel größer, edler und weitaus erstrebenswerteres ist, als all dieser Größen- und Erfolgs Wahn, der sich wie ein Geschwür in unser Leben drängt?
Manchmal sind die Dinge ganz einfach, macht man sie nicht unnötig kompliziert und das Heil, die Glückseligkeit ist oft nur einen
kleinen Schritt weit entfernt, wenn man denn bereit ist ein Quäntchen Mut aufzubringen und nicht dem bequemen Weg, einem weniger angenehmeren, den Vorzug gibt.
Es heißt, was man sich nicht hart erkämpft, ist auch nicht wirklich etwas Wert. Dies ist eine der wenigen Aussagen, die ich ohne zu zögern als Tatsache anerkenne. Daher ist es auch kein Wunder, wenn der Weg zu einem wirklich erfüllten Leben, einer der steinigsten ist.
So sicher wie der Tag mit einem Sonnenstrahl beginnt, so sicher ist auch, dass das wertvollste und erstrebenswerteste Ziel, ein erfülltes und glückliches, vor allem aber, ein authentisches Leben ist. Ein Leben im Einklang mit sich selbst.
Mein Name ist Manfred und ich möchte von der wohl wichtigsten Erfahrung meines Lebens berichten, dem wahren Leben selbst.
Vielleicht trägt meine kleine Geschichte ja dazu bei, die Prioritäten, die wir uns tagtäglich setzen, ein wenig zu überdenken, vielleicht sogar neu zu bewerten und gegebenen falls ein wenig zu korrigieren. Womöglich ist es aber auch nur eine nette Kurzgeschichte, die dazu beiträgt, für einen kurzen Augenblick die Langeweile zu vertreiben. Wer weiß …
Im Laufe meines Lebens habe ich zunehmend mehr den Eindruck gewonnen, dass viele Menschen der festen Überzeugung sind, das wahre Leben sei unweigerlich mit Wohlstand und Luxus verknüpft. Einen Luxus in der Weise, dass man ein großes Auto fährt, eine stattliche Wohnung vorzuweisen hat, das gut gefüllte Konto auf der Bank stolz sein eigen nennt, eine ansehnliche Position innehat und letztlich, in edlem Zwirn gehüllt, wenigstens zweimal im Jahr einen, seinem „Stand angemessen“, Urlaub verbringen kann.
Im Grunde ist diese Denkweise auch keine wirkliche Überraschung, denn diese Maßgabe ist unzweifelhaft auch der Anspruch, den unsere Mitmenschen von uns erwarten, ja die große Gemeinschaft sogar regelrecht abverlangt.
Kann man, aus welchen Gründen auch immer, diesem Anspruch nicht gerecht werden, fällt man recht schnell durch die nicht gerade eng gestrickten Maschen des Systems. Ansehen und Erfolg, gleich welcher Art, bleiben aus und wird man diesem Weltbild nicht gerecht, ein Teufelskreis seinen Anfang nimmt.
Eh man sich versieht, steht man am Rande der Gesellschaft, skeptisch beäugt, ja sogar gefürchtet und verachtet. Schnell wird die Schublade gesucht und natürlich auch gefunden, in die der mit dem Makel des „Versagens“ behaftete Mensch hineingeschoben wird und noch schneller wird die Lade wieder geschlossen.
Drängt sich da nicht unweigerlich die Frage auf, warum oder wovor diese vermeintlichen „Erfolgsmenschen“ sich denn fürchten könnten, ja scheinbar sogar nahe einer Panikattacke geraten und sich daher außer Stande sehen, denjenigen gegenüber, die scheinbar nicht so erfolgreich sind, ein gewisses Maß an Toleranz entgegen zu bringen?
Sehen sie sich womöglich in ihrer eigenen Existenz gefährdet, bedroht oder kann es denn vielleicht sein, dass sie ungewollt in einen Spiegel schauen und etwas erkennen, was sie sich selbst nicht eingestehen wollen oder sogar können?
Vielleicht ein Hauch Sehnsucht nach einem etwas anderem, ein vielleicht sogar authentischerem Leben?
Angst vor dem, was womöglich auch in ihnen verborgen sein könnte, etwas das tief vergraben ist und mit aller Macht unterdrückt wird, so dass es nicht an die Oberfläche gelangen kann?
Oder ist es schlichtweg doch nur Unverständnis und Verachtung, da ja der Mensch scheinbar dazu geboren ist mit allen Mitteln nach vorne zu streben, nie zurück zu schauen und die wahre Bestimmung und somit Sinn des Lebens schlichtweg Erfolg heißt?
Als ich 1957 geboren wurde, fand ich mich in einer kleinen Familie mit drei Geschwistern wieder. Der zweite Weltkrieg war gerade einmal 12 Jahre vorüber und langsam ging es den Menschen wieder etwas besser. Der wirtschaftliche Aufschwung war im vollen Gange und man strebte nach vorne. Alle waren fleißig bemüht, sich einen Hauch Wohlstand zu erarbeiten und die Schrecken der Vergangenheit hinter sich zulassen. Die Menschen in unserem Dorf hielten zusammen und unterstützen sich so gut es ging. Es war im wahrsten Sinne des Worts eine Gemeinschaft, die alle an einem Strang zogen, immer das Ziel vor Augen, das Leben etwas angenehmer und besser zu gestalten. Und so bekam man das Rüstzeug für ein vermeintlich gutes Leben buchstäblich in die Wiege gelegt. Die Erziehung die einem zuteilwurde, hatte als oberste Prämisse „Erfolg“ als Ziel. Im Grunde war es eine gute Sache, hätte sich nicht im Laufe der Zeit eine Veränderung, wie das Ziel zu realisieren ist, in der Art und Weise angebahnt, dass sich jeder nach und nach immer mehr zu einem Einzelkämpfer entwickelte und sich die Gemeinschaft langsam aufzulösen begann.
Die Früchte dieser Erziehung waren zumindest im Ansatz bei meinen Geschwistern schon erkennbar und fast reif zur Ernte. Also waren meine lieben Eltern wohl auf dem rechten Weg, in Sachen Erziehung und Prägung.
Der Tagesablauf war gut durchstrukturiert und ließ kaum Raum für vermeintlich unnützes. So vergingen die Jahre und ich schloss die Schulzeit mit recht ansehnlichen Ergebnissen ab. Die erste Hürde war somit schon einmal genommen, auf dem langen Weg zu Wohlstand und Ruhm. Einen Vorteil gegen über meinen Geschwistern hatte ich allerdings schon, denn ich war gesundheitlich nicht ganz so fit wie sie und so waren meine ersten 14 Lebensjahre mit vielen Ausfallzeiten und einigen Krankenhausaufenthalten bereichert.
Dies hatte zur Folge, dass ich, wie bereits erwähnt, oft sehr lange Genesungszeiten hatte und somit die Zeit ausschließlich alleine und zurückgezogen verbringen durfte.
Man mag sich nun die Frage stellen, worin hier der Vorteil liegen mochte, und wenn ich ehrlich sein will, zur jener Zeit, war mir dies auch nicht wirklich bewusst. Doch es hatte sein Gutes, da ich mich so mehr auf mich selbst konzentrieren musste und die einen oder anderen Interessen etwas intensiver ausleben konnte, was meinen Geschwistern mehr oder weniger versagt blieb.
Ich wurde kurz gesagt, etwas feinfühliger, sensibler und für vieles offener für das, was mir im Leben noch so begegnen sollte. Und so erstaunlich es sein mag, es gesellte sich zu jener Zeit fast unmerkbar ein kleiner Freund zu mir, der mir in den langen und stillen Nächten ein lieber Gesprächspartner wurde.
Ich will ihn „Manni“ nennen. Ein kleines Stimmchen in meinem Ohr, das mir den einen oder anderen Gedanken, der wohl tief in mir verborgen lag, so deutlich und laut aussprach, dass ich ihn nur schwer unbeachtet lassen konnte. Dies war jedoch nicht wirklich ein Manko auf dem Weg zum „Erfolg“ und so wurde das zweite Kapitel aufgeschlagen, das Zeitalter der beruflichen Orientierung, mit dazugehöriger Ausbildung, begann.
Die Zeit meiner Ausbildung war eine Zeit, die ich im Nachhinein als sehr spannend und wichtig erachte. Nicht alleine wegen dem großen Ziel, das von Vater und Mutter für mich vorgesehen war und somit unbeirrt angestrebt werden musste, vielmehr weil es mir Einblicke in vielerlei Wesenszüge der Menschen verschaffte, die mich alltäglich umzingelten.
Ich durfte die Ergebnisse vielerlei Erziehungsmethoden entdecken und genießen, und ich hatte somit die Möglichkeit die Entwicklung anderer mit der meinen zu vergleichen. Eine Erfahrung, die letztlich erheblich zu meinem späteren Lebensweg beitragen sollte.
Natürlich war ich zu jener Zeit ausschließlich auf mein Ziel geprägt und es lässt sich nicht leugnen, dass ich alles tat, um unbeirrt meinen Weg zu gehen. Aber da hatte sich ja mittlerweile, wie bereits erwähnt, noch ein ständiger Begleiter an meiner Seite etabliert.
Ein zweiter Manfred sozusagen, der kleine „Manni“, der sich in den letzten Jahren in meinem Kopf eingeschlichen hatte und mir so manches Mal zur Seite stand, wenn ich begann das eine oder andere zu hinterfragen.
Gab es mal Situationen, die Zuhause mit Vater und Mutter zu ausgeprägten Diskussionen führten, stand er leise in mein Ohr flüsternd hinter mir und lies mich wortgewandt argumentieren und Thesen in den Raum stellen, die schon fast als revolutionär zu bezeichnen waren. Zumindest in den Gehörgängen von Vater und Mutter.
Schließlich konnten wir wohlwollend in der Historie der Familie auf einige Erfolge schauen und es wäre fatal gewesen, würde ich womöglich diesen Pfad verlassen.
Immerhin hatte Großvater eine kleine Fabrik aus dem Nichts erschaffen, die ihm ein recht ansehnliches Leben ermöglichte. Auch Vater war in der Hierarchie seiner Firma aufgestiegen und hatte sich somit Titel, als auch ein recht ansehnliches Gehalt, mit Aussicht auf eine stattliche Pension, erarbeitet. Meine Geschwister waren ebenso erfolgreich. Der eine Bruder, ein überdurchschnittlich guter Auto Mechaniker bei Mercedes, der andere machte Kariere in der Welt der Finanzen. Meine Schwester war, wie Mutter, zwar „nur“ Hausfrau, doch hatte auch sie einen Mann, der in der Gewerkschaft der deutschen Bundesbahn erfolgreich seinen Mann stand. Jetzt galt es natürlich dafür Sorge zu tragen, dass auch ich irgendwann den Thron des Erfolgs bestieg.
