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"Mein Leben im Wandel" ist ein Ausschnitt an heilsamen Erfahrungen und Erkenntnissen der letzten Jahre, in denen ich mich intensiv mit meinem Leben beschäftigt habe. Durch die Anliegenmethode von Prof. Dr. Franz Ruppert bin ich auf meine frühen Verletzungen in der Kindheit gestoßen, die mein Leben als Erwachsene immer noch beeinflusst haben, ohne dass ich mir dessen bewusst war. Auf meiner Entdeckungsreise zu mir selbst habe ich mich von destruktiven Verhaltensmustern, Glaubenssätzen, Gewohnheiten, Denkweisen und Programmierungen befreit, die ich aus der Kindheit in mein Erwachsenenleben übernommen habe. Dieser Wandel in mir hat auch Auswirkungen auf mein Umfeld: Die Beziehung zu meinem Mann ist entspannter geworden und birgt weniger Konfliktpotential. Auch der Umgang mit den Kindern ist spürbar gelöster und auf Augenhöhe. Spätestens mit der Corona Zeit ist mir bewusst geworden: Wenn ich seelisch und körperlich gesund leben will, dann braucht es ein echtes Interesse an mir selbst und die Bereitschaft meine eigene Maske abzulegen. Authentisch erzählte Erfahrungen aus meinem Leben mit Aufstellungsbeispielen, die zum Nachdenken anregen.
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Seitenzahl: 123
Veröffentlichungsjahr: 2021
Mara Bausch
Mein Leben im Wandel
© 2021 Mara Bausch
Verlag und Druck:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-347-39879-5
Hardcover:
978-3-347-39880-1
e-Book:
978-3-347-39881-8
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I.
Meine kleine heile Welt
Auf dem Boden der Tatsachen
Wo bin ich geblieben?
Wer bin ich?
MEIN erstes Ergebnis
Wieder ins Gefühl kommen
II.
Meine Daseinsberechtigung
Aufstellung „Ich negative Gedanken“
Burnout im Mutterleib?
Erwachsen und frei?
Parallelen in meinem Leben
Meine Wahrheit
Aufstellung„Hilflosigkeit Daseinsberechtigung Wiedergutmachen Bedürfnisse ich“
Ablehnung
III.
Manipulation hat zwei Seiten
Gelernt ist gelernt
Manipulation als Opferhaltung
Raus aus der Opferhaltung
Mein Blick verändert sich
Aufstellung „Ich Wert“
IV.
Die Welt retten und dabei selbst untergehen
Falsche Fürsorge
Mama macht das
Mein folgenschweres Programm
Aufstellung „Ich will spüren“
Der Widerspruch in mir
Rettungseinsatz beendet
Meine neue Definition von Hilfe
V.
Zeit für mich
Aufstellung „Ich“
Ruhe
Fazit
Aufstellung „Schuppenflechte“
VI.
Meine persönlichen Krisenzeiten … und Corona
Kontrolle
Angst
Unberührt
Emotional erpressbar und abhängig
Existenzängste
Druck
„Vererbte“ Kontrolle
Ich als Mittel zum Zweck
Meine Meinung ist MEINE Wahrheit
Die Ent-täuschung folgt der Täuschung
Enttäuschung – ein Schritt der Wahrheit entgegen
Aufstellung „Ich und Mara“
Noch ein paar Worte zum Schluss
Im Sinne einer besseren Lesbarkeit der Texte wurde von mir entweder die männliche oder weibliche Form von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts.
Frauen und Männer mögen sich von den Inhalten meiner Texte gleichermaßen angesprochen fühlen.
Ich danke für Euer Verständnis.
Vorwort
Ich bin Mara, 39 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweier Kinder und die Autorin dieses Buchs.
„Mein Leben im Wandel“ ist ein Ausschnitt an Erfahrungen und Erkenntnissen der letzten beiden Jahre, in denen ich mich intensiv mit mir selbst beschäftigt habe.
Durch die Anliegenmethode von Prof. Dr. Franz Ruppert bin ich auf meine frühen Verletzungen in der Kindheit gestoßen, die mein Leben als Erwachsene immer noch beeinflussen, ohne dass ich mir dessen bewusst war und teilweise heute noch nicht bin.
Dabei geht es in der Identitätsorientierten Psychotraumtherapie (IoPT) nicht nur um große traumatische Ereignisse wie Krieg, Unfall oder Vergewaltigung.
Es werden auch die prägenden Beziehungserfahrungen als Kind in der Familie sichtbar und bewusst erfahrbar, die sich auf mein gesamtes späteres Denken, Handeln und Fühlen auswirken.
Destruktive Verhaltensmuster, Denkweisen, Gewohnheiten, Glaubenssätze und Programmierungen, die ich aus der Kindheit mit in mein Erwachsenenleben genommen habe und die mir unbewusst das spätere Leben schwer machen.
Das können Schwierigkeiten sein in Beziehungen mit dem Partner, Kindern oder Eltern, Konflikte und Erfolglosigkeit am Arbeitsplatz, physische wie psychische Erkrankungen jeglicher Art. Minderwertigkeitskomplexe, Sinnlosigkeit im Leben, Ängste, Traurigkeit, Wut und andere unerklärbare Gegebenheiten, deren Ursachen nicht bewusst sind.
Es sind die oft frühen Erlebnisse oder vorherrschenden Familienstrukturen, mit denen ich als Kind nicht fertig geworden bin. Unausgesprochenes, das heute noch belastet.
Irgendwie bin ich trotzdem groß geworden.
Das war nur möglich, weil ich mich so an die Situationen angepasst und meine von Natur aus angeborene Identität verändert habe und verformen lassen musste, damit ich es in dieser Familie aushalten konnte.
Dabei bin ich nie psychisch auffällig geworden.
Mein Leben verlief im Großen und Ganzen „normal“. Zumindest so normal, wie ich es damals als „normal“ verstanden habe, weil ich nichts anderes kannte.
Die verschiedenen Anliegen in den Aufstellungen, sei es von mir selbst oder auch von anderen Seminarteilnehmern, haben mir vor allem im Nachgang noch tiefere Einsichten in mein Leben gegeben. Ich habe festgestellt, dass es besonders hilfreich ist, die auf dem Tonaufnahmegerät aufgenommen Aufstellungen im Nachhinein noch einmal anzuhören und abzuschreiben.
Viele wichtige Lösungssätze wären mir sonst verloren gegangen. Es fällt mir leichter, so die weiteren damit verbundenen Zusammenhänge in meinem Leben zu erkennen.
Für mich ist es immer noch spannend, die „alten“ Aufstellungen anzusehen; es zeigt mir, wo ich damals innerlich stand und wo ich mich hin entwickelt habe. Was sich in der Zwischenzeit verändert hat, - für mich und mein Umfeld.
Anfangs war ich nur auf die Lösung eines lästigen Problems ausgerichtet. Inzwischen habe ich festgestellt, dass es mir Spaß macht, mich mit mir zu beschäftigen.
Ich habe ein Interesse an mir bekommen.
Ich fange an, meinen Wert zu erkennen.
Mein Leben hat einen tieferen Sinn bekommen.
Ich will mich noch besser kennenlernen.
Ich will mein Leben so gestalten und leben können, wie ICH bin.
Dieses ICH will ich wieder in mir finden.
Mein ICH, das im Laufe der Zeit immer mehr verloren gegangen ist. Durch Kränkungen, übergestülpte Meinungen und Urteile von anderen, durch meinen eigenen selbstzerstörerischen Umgang mit mir selbst.
Nach und nach gesellen sich wieder gesundete Anteile zu mir, die ICH wirklich bin.
Dadurch hat ein Wandel in mir stattgefunden und in meinem Leben.
Ich kann klarer unterscheiden zwischen mir und anderen.
Es fällt mir leichter, meinen Blick bei mir zu behalten.
Egal, was passiert, es bricht kein Drama mehr in mir aus, denn ich habe meinen Weg gefunden, wie ich Dinge in mir klären kann.
Das gibt mir Selbstvertrauen. Ich beginne aus mir heraus zu handeln.
Ich entscheide mehr und mehr für mich, weil ich mir wichtig geworden bin.
Ich spüre, dass nur das, was ICH wirklich will, das einzig richtige für mich sein kann.
Dieses Buch ist Teil meiner Entwicklung.
Anfangs war ich gar nicht so sicher, ob ich ein Buch schreiben soll.
Mein alter Glaubenssatz aus der Familie, da ss Autor kein „richtiger“ Beruf ist, hinderte mich daran überhaupt näher darüber nachzudenken.
Als ich dann zu schreiben angefangen habe, war ich mir nicht sicher, ob das, was ich aufs Papier bringe, gut genug ist.
Mit diesem Buch bin ich wieder meinen alten Zweifeln begegnet.
Während des Schreibens habe ich festgestellt, dass sich auch mein Schreibstil immer wieder verändert hat. So sind meine Texte zunehmend weicher und klarer geworden.
Dieses Buch ist aus meiner heutigen Sicht geschrieben, so wie es meinem jetzigen Entwicklungsstand entspricht.
Mein nächstes Buch wird vermutlich wieder anders sein, denn ich bin dabei, mich weiterzuentwickeln.
Ich bin nicht „perfekt“.
Es ist nicht meine Absicht über andere zu urteilen. Vielleicht wirkt das an manchen Stellen so aus meiner Gefühlslage heraus, doch das ist nicht so gemeint.
Über die Aufstellungsarbeit
Seit 2,5 Jahren bin ich in einer Gruppe, die gemeinsam ihre Anliegen aufstellt. Anfangs haben wir uns nur sporadisch getroffen.
Ein persönliches Anliegen wird durch Wörter oder Symbole aufgeschrieben. Für jedes Wort oder Zeichen wird ein Stellvertreter ausgewählt, der dann für dieses Wort in Resonanz geht.
Durch den in Gang kommenden Prozess, werden unbewusste Muster, Blockaden und Verstrickungen sichtbar.
Ich kann mich noch gut an die ersten Aufstellungen erinnern. Es war mir peinlich, dass etwas Unangenehmes aufgedeckt werden könnte.
Was denken dann nur die anderen von mir?
Außerdem kam ich mir in meiner Rolle so vorgeführt und zur Schau gestellt vor.
Zu Beginn war es nicht so einfach für mich, mich in meine Rolle als Stellvertreterin rein zu fühlen. Noch schwieriger empfand ich es, meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und zu benennen. Das war ich nämlich überhaupt nicht gewohnt.
In meiner Kindheit hat nie jemand über Gefühle gesprochen. Es schien geradezu verboten zu sein, darüber zu reden oder unangenehme Gefühle überhaupt zu zeigen.
Dazu kam das Gebot der Kirche „Du sollst Vater und Mutter ehren“. Und jetzt sollte ich laut aussprechen und anerkennen dürfen, dass meine Eltern doch nicht so gut zu mir waren. Eine echte Hürde für mich.
So waren die Aufstellungen in unserer Anfangszeit länger und dramatischer. Wir haben für jedes Anliegen bis zu fünf Wörter verwendet. Mit der Zeit ist es uns leichter gefallen, uns schneller in die Rollen einzufinden. Inzwischen verwenden wir meistens nur noch ein bis drei Wörter für unsere Anliegen. Die Aufstellungen sind wesentlich kürzer und intensiver geworden.
Bevor ich die erste Aufstellung erlebt habe, war ich mir nicht sicher, wie diese Methode wirken soll. Ich war skeptisch. Doch ich habe erfahren, wie zielgenau die wunden Punkte in mir getroffen sind, wenn ich mitten in der Aufstellung so blockiert bin, dass ich den Satz nicht richtig aussprechen kann.
Dabei sind die Aussagen der Stellvertreter exakt genau. Es ist für mich immer noch erstaunlich, wie präzise und detailgetrau oft Gestik, Mimik, Verhalten oder der Blick der betreffenden Person in den Aufstellungen ist, ohne dass die Stellvertreter die Person kennen.
Die Klarheit über meine Situation als Kind macht mir die Zusammenhänge mit meinem heutigen Problem bewusst.
Eine befreiende Erleichterung stellt sich oft unmittelbar während der Aufstellung ein, nachdem die klärende Wahrheit ausgesprochen wurde. Nicht selten habe ich in den nächsten Tagen Muskelkater, wenn sich die jahrzehntelangen Blockaden lösen.
Wir sind auch als Gruppe zusammengewachsen und haben uns entwickelt. Das anfänglich starke Bedürfnis nach Anerkennung hat sich gelegt. Die Aufstellungen haben auch dazu beigetragen, dass sich keiner mehr so schnell persönlich angegriffen fühlt. Wir haben aufkommende Schwierigkeiten untereinander zum Anlass für eine Aufstellung genommen.
Dadurch ist ein tiefes Verständnis füreinander entstanden. Wir erkennen die Ursachen, die in uns auslösen, dass wir heute so sind wie wir sind. Uns ist klar geworden, dass es nicht an uns als Mensch liegt, sondern an den alten Wunden, die jeder jeweils in sich trägt.
Die Aufstellungen finden in einem geschützten Rahmen statt.
Wir haben das Glück, einen intuitiven Begleiter und IoPT - Therapeuten, unseren „Seelencoach“ Uli Schäufele an unserer Seite zu haben, der uns mit seiner Klarheit im Aufstellungsprozess begleitet. Er hilft uns, die aufkommenden Wahrheiten in gezielte, wirksame Worte und Lösungssätze nach NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) zu formulieren, die einen tiefen und nachhaltigen Heilungsprozess in Gang bringen.
Durch die heilsamen Einsichten, die sich in uns eingestellt haben, hat sich ein echtes Interesse an regelmäßigen Treffen entwickelt. Wir sind uns wohlwollend gesonnen und haben in uns eine Gruppe Gleichgesinnter gefunden, die auf dem Weg zur eigenen wahren Identität ist.
Ich habe stellenweise verschiedene Ausschnitte aus unseren Aufstellungen beigefügt, um Euch einen Einblick in unsere Aufstellungsarbeit in der Gruppe zu geben.
Es ist jederzeit möglich, an unseren Seminaren teilzunehmen. Alle Anliegen sind willkommen.
Bitte wendet euch bei Interesse an:
Uli Schäufele
Tel: 0151/207 98 456
www.befreitsein.de
Bei dringenden Anliegen erhaltet ihr auch telefonische Begleitung.
Liebe Seminarteilnehmer,
ich möchte Euch Danke sagen!
…für Eure Aufstellungen, die ihr mir ganz selbstverständlich für dieses Buch zur Verfügung gestellt habt.
…für Euren Mut zu all den Anliegen, die so wertvoll und bereichernd für uns alle sind.
…für Eure Bereitschaft, ehrlich auf Euch selbst zu schauen.
…für Euer tiefes Verständnis, das ihr durch all die Aufstellungen entwickelt habt.
Lieber Uli,
vielen Dank für Deine intuitive und klare Begleitung! Dein Mitwirken ist eine wahre Bereicherung für unsere Aufstellungen!
I.
Meine kleine heile Welt
Ich habe mir schon als kleines Mädchen eine „richtige“ Familie gewünscht. Vater, Mutter, Kind. Ein glückliches Miteinander in einem geborgenen Zuhause. Das war mein Idealbild von einer richtigen Familie.
So wie wir damals zu Hause lebten, das war für mic h kein „echtes“ Familienleben.
Die Eltern waren bereits geschieden, da war ich noch ein Kleinkind. Ich lebte bei der Mutter und verbrachte viel Zeit bei den Großeltern. Den Vater besuchte ich nur widerwillig alle zwei Wochen am Wochenende. Unser Zusammensein hat sich für mich nicht wie „Familie “ angefühlt.
Als Kind hatte ich schon eine Vorstellung davon, wie ein gutes Leben für mich später aussehen sollte. In Gedanken erschuf ich mir bereits meine kleine heile Welt als Ehefrau, Mutter und Vollzeithausfrau.
Ich wollte es besser machen als meine Eltern. Ich wollte eine gute Ehe führen, für meine Kinder eine liebevolle und liebenswerte Mama sein und dazu ein warmes, geborgenes und ordentliches Nest beheimaten. Ich wollte all das verwirklichen, was ich als Kind zu Hause nicht gehabt hatte.
Meine kindliche Vorstellung von damals war zum Leitbild für mein späteres Leben geworden. Ich wollte heiraten, Kinder kriegen, eine Familie haben, getreu dem alten Werbe-Slogan: Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden.
Mit meinem Mann konnte ich mir all das vorstellen. Wir haben geheiratet und zwei Kinder bekommen.
In einem Reihenhaus mit kleinem Garten schien sich mein Kindheitstraum zu erfüllen.
Auf dem Boden der Tatsachen
Es fiel mir nicht schwer, für meine Familie den Job aufzugeben, den ich als Jugendliche nicht aus Berufung erlernt, sondern des Geldes wegen mir ausgesucht hatte, um möglichst schnell meiner Herkunftsfamilie entkommen zu können.
Mit den Kindern habe ich mich voll und ganz in meine Rolle als Familienmanagerin gestürzt.
Ich bin zur Vollblut-Mama geworden. Viele Jahre habe ich gekocht und geputzt. Für meinen Mann wollte ich DIE Frau an seiner Seite sein, die ihm all seine Wünsche und Vorstellungen an eine Frau erfüllt.
Mein Leben war gefüllt mit meinem Dasein als Mutter, Hausfrau und Ehefrau. Ich war stets für Mann und Kinder und das Wohl der Familie da.
Meine Unzufriedenheit habe ich daran festgemacht, dass ich nicht gut genug war.
Ich habe den Haushalt optimiert und an mir gearbeitet, um Mann und Kindern eine bessere Ehefrau und Mutter zu sein. Wenn ich mich nur genug anstrengte, dann würde es besser werden.
In meinem Umfeld kam das gut an. Wie gut es den Kindern ging, dass ihre Mama immer da war. Wie schön, wenn man sich als Geschäftsmann auf seinen Job konzentrieren konnte und die Hemden stets gebügelt im Schrank griffbereit waren. Außerdem war es immer so ordentlich aufgeräumt und die Marmelade war auch noch selbstgemacht.
Nach außen schienen wir der Inbegriff einer Bilderbuchfamilie zu sein.
Diese für mich damals so wichtige Bestätigung von außen hat mich eine Weile aufrechterhalten. Sie versicherte mir, dass ich es geschafft hatte, mein Wunschbild aus Kindheitstagen zu verwirklichen. Innerlich war ich dennoch unzufrieden.
Ich versuchte, den schalen Beigeschmack in meinem Leben mit noch mehr Engagement und Aktivismus zu unterdrücken.
Ich habe oft überlegt wieder arbeiten zu gehen; ich konnte ja nicht einfach nur zu Hause sein. Obwohl mir nie langweilig war, begann ich mich zu rechtfertigen, warum ich „nur“ Mutter und Hausfrau war.
Mein Mann war geschäftlich oft verreist, ich mit den Kindern viel alleine. Meine Messlatte als Familienmanagerin hatte ich hoch angesetzt. Alles selbst kochen und immer frisch, am besten noch aus dem eigenen Garten. Beide Kinder hatten mit Nahrungsmitteln und Neurodermitis Schwierigkeiten, sodass ich stets auf der Suche nach Alternativen war. Das Dauer-Abo beim Heilpraktiker gehörte zum Standardprogramm.
Unser Haus sollte blinken und glänzen. Hatte ich eine neue Gestaltungsidee umgesetzt, plante ich bis spät in die Nacht die Nächste. Die Geburtstage der Kinder waren perfekt durchdachte Feste und auch für ihre Geschenke hatte ich keinen Aufwand gescheut. Ich konnte wochenlang daran basteln um am Ende meinen eigenen Ansprüchen doch nicht gerecht zu werden. Die nicht enden wollenden Nächte des Schlafmangels durch die Kinder gaben mir den Rest.
Ich rieb mich auf an meinen eigenen Vorstellungen von meiner perfekten Rolle als Hausfrau und Mutter. Ich zermürbte an meinem inneren Bild von einer „Heilen-Welt-Familie“.
Allen wollte ich es recht machen.
