Mein Schutzengel und ich - Berna Eberhard - E-Book

Mein Schutzengel und ich E-Book

Berna Eberhard

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Beschreibung

Ein Mädchen aus den Bergen Tirols erzählt über ihr Leben, über ihre Familie und was sie bewegt hat, einen Schutzengel an ihre rechte Seite zu stellen. Eine wahre Geschichte, die sich in den Bergen zugetragen hat.

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Seitenzahl: 70

Veröffentlichungsjahr: 2016

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INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Einleitung

Meine ersten Arbeitsstellen

Florins Kindheit

Meine sieben Leben

Hanauer Hütte

Neuer Lebenspartner

Meine Eltern und Geschwister

Meine Kindheit

Meine Familie

Bad Häring

Meine Begegnung mit den Schamanen

Selbsterkenntnis

Nachsatz

Vorwort

Eine wahre Geschichte, die sich in den Bergen zugetragen hat.

Ein Mädchen aus den Bergen Tirols erzählt über ihr Leben, über ihre Familie und was sie bewegt hat, einen Schutzengel an ihre rechte Seite zu stellen.

EINLEITUNG

Als ich zum zehnten Mal auf die Uhr schaue, ist es immer noch nicht später als fünf Uhr früh. Meine Gedanken schweifen immer um das Gleiche. Was kann ich tun, dass ich es endlich schaffe, die Vergangenheit loszulassen. Ich weiß aber inzwischen, dass es mir Tage später wieder besser gehen wird. Das ist für mich eine große Beruhigung, habe ich doch viele Jahre meine Zuversicht verloren. Ich wünsche mir, dass solche Tage, in denen mich die Vergangenheit einholt, weniger werden und ich endlich das Gewesene vergessen kann!!

Es ist Herbst, der Tag beginnt zu erwachen und bald wird die Sonne scheinen. Ich bin zur Zeit bei meiner Tochter Haidrun auf Besuch. Sie lässt mich all ihre Liebe und Dankbarkeit spüren. Ihre ganze Familie versucht mich glücklich zu machen, aber ein bisschen Wehmut holt mich immer wieder ein. Meine Tochter Andrea, sie wohnt in meiner Nähe, ist immer für mich da, auch in den schwersten Situationen. Auch ihre Familie ist immer bereit, mich zu unterstützen. Ich danke euch allen für eure BEREITSCHAFT und HILFE!

Ich möchte am Anfang erwähnen, dass ich dieses Buch, das ich jetzt schreibe, meinen beiden Töchtern Haidrun und Andrea widmen werde, ohne die ich sicher nicht die Kraft gehabt hätte, der Mensch zu sein, der ich heute bin. Auch meine Enkel und Urenkel machen mir sehr viel Freude.

Liebe Leser, ich werde mein Leben nicht chronologisch erzählen, sondern so, wie sich mir die Bilder aus der Vergangenheit zeigen, wenn ich über mein Leben nachdenke.

MEINE ERSTEN ARBEITSSTELLEN

Meine erste Arbeitsstelle trat ich mit 14 Jahren im Kleinwalsertal an. In meinem jugendlichen Alter musste ich schon sehr viel Arbeit bewältigen. Es gab keinen freien Tag, keine Zimmerstunde, das Essen war karg und der Lohn sehr gering.

Meine Schwester Helga, die ein Jahr älter ist als ich, hatte auch in diesem Haus gearbeitet. Es war deshalb so schwer für uns beide unter solchen Umständen zu arbeiten, da wir ein liebevolles Elternhaus gewohnt waren. Aber da mein Vater sehr krank war, mussten wir eine Dienststelle antreten, um Geld zu verdienen. Meine Eltern konnten es mir finanziell nicht ermöglichen, eine höhere Schule zu besuchen, obwohl ich einen Abschluss sicher geschafft hätte. Ich war nämlich eine gute Schülerin.

Damals bastelte ich mir schon meinen eigenen Schutzengel. Ich könnte ihn heute noch beschreiben. Geplagt von Heimweh, Übermüdung sowie meinen Sorgen und Ängsten glaubte ich, ich müsste diesen gebastelten Schutzengel in Watte hüllen und über die Berge zu Mama und Papa schicken. Ich hoffte auf die Botschaft, dass Mama und Papa uns abholen kommen würden. Aber es blieben nur Träume. Ich erkannte, so ein Schutzengel reicht nicht aus. „Des kloane Schutzengele, des mar als Kinder gebittet hoba, es sell ins alle beschütza, des find i numma!“ Mein Schutzengel musste etwas Besonderes sein. Und siehe da, er nahm immer mehr Gestalt an, an Formen und Visionen. Ich werde noch sehr oft über meinen Schutzengel berichten, den ich an meine rechte Seite gestellt habe. Diese schützende Energie, die mich umgibt, zeigt sich immer noch in meinem Kopf als Engel, ist aber durch meine Lebenserfahrung viel mehr geworden. Ich bin in der Lage, die vorhandenen Energien, positiv als auch negativ, zu erkennen, und dieses Spüren kann manchmal sehr belastend, aber auch sehr hilfreich sein.

Meine zweite Arbeitstelle war in Lech. Inzwischen war ich 15 Jahre alt und musste einen Haushalt mit einigen Gästezimmern führen. Auch dort plagte mich sehr starkes Heimweh, da die Hausherrin eine sehr eifersüchtige Person war – speziell auf meine Kochkünste, die ich als Bauernmädchen schon sehr gut beherrschte. Die „Dame des Hauses“ – wie ich sie in meinen Gedanken immer nannte – war Chefsekretärin einer großen Firma und hatte keinen blassen Schimmer vom Kochen. Deshalb konnte sie nicht ertragen, dass der Chef des Hauses diesem unscheinbaren Mädchen, das ich damals noch war, Komplimente machte. Es war Silvesterabend. Alle Lechtaler, die auch in Lech arbeiteten, durften an diesem Abend nach Hause fahren, um das neue Jahr 1956 mit ihren Lieben zu feiern. Sogar meine beste Freundin Gerda durfte nach Hause. Schweren Herzens schaute ich ihr mit Tränen in den Augen nach, während ich die Wäsche in der Kälte aufhing. Ich konnte nicht verstehen, dass man für Menschen, die so schwer für einen arbeiten, so wenig Dankbarkeit und Gefühl zeigen kann. Ich nahm mir damals schon vor, falls ich mich je selbstständig machen würde, liebevoller und respektvoller mit meinen Angestellten umzugehen. Was ich sehr viel später wirklich in die Tat umsetzte. Es herrschte keine gute Energie in diesem Haus und mein Zimmer, in dem ich schlafen musste, war feucht, kalt, klein und dunkel. Ich wurde sehr krank, weil ich abends immer in der kalten Metzgerei Putzarbeiten verrichten musste. Meine starren Hände ließen sich fast nicht mehr bewegen. Die Tränen, die über meine Wangen liefen, brachten etwas Wärme in mein Gesicht. Tränen sollten fortan meine steten Begleiter sein.

Eines Tages, als ich in der Früh das Frühstück nicht herrichtete, kam die Frau des Hauses in mein Zimmer und glaubte, ich hätte hohes Fieber. Sie fühlte sich doch soweit verantwortlich, um den Arzt zu rufen. Doktor Rhomberg, der damals eine Praxis in dem Nobelort Lech hatte, wurde gerufen. Als er in mein Zimmer kam, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und sagte: „Um Gottes Willen Madle, wo haben sie dich denn hineingepfercht!“ Der Fiebermesser, den er mir unter den Arm steckte und 5 Minuten später wieder herausholte, zeigte kein Fieber. Nein, Untertemperatur hatte ich. Der Arzt erkannte sofort, dass mich starkes Heimweh plagte. Er fragte mich nach dem Namen meines Vaters und wo er meine Familie erreichen könne. Als er mich mit Medikamenten versorgt hatte, befahl er der Chefin, dass sie mir noch einen Tee machen solle. Ohne Wissen meiner Herrschaften verständigte Dr. Rhomberg meinen Vater und forderte ihn auf, mich sofort abzuholen, sonst müsse er mich ins Krankenhaus nach Bregenz überweisen. Viel später erzählte mir mein Vater, dass er seinen Arbeitgeber, der damals schon ein Auto besaß, gebeten hatte, mit ihm nach Lech zu fahren. Als sich der Arzt von mir verabschiedete, sagte er mir nicht, dass man mich abholen kommen würde. Ich verfiel in eine Art Tiefschlaf, nicht wegen meiner Untertemperatur, sondern weil meine Seele und mein Körper kraftlos waren. Ich wollte einfach nur noch schlafen und nicht mehr aufwachen. Bis plötzlich mein Vater gebeugt vor mir stand, da das Zimmer nicht hoch genug war, um aufrecht stehen zu können. Im ersten Moment wusste ich nicht, ob es eine Vision oder wirklich mein Vater wäre. Aber als er sich über mich beugte und mich liebevoll in die Arme nahm, liebte ich ihn so sehr und wusste, dass es mein Vater war, der sagte: „Mein liebes Kind, ich bin gekommen, um dich nach Hause zu holen.“ Meine Gedanken schwirrten durch den Kopf, ich konnte nicht mehr klar denken und sagte: „Das geht doch nicht, du kannst mich nicht einfach nach Hause holen!“ „Mach dir keine Gedanken, das ist schon richtig so. Dr. Rhomberg hat mich angerufen, ich solle dich abholen kommen.“ Plötzlich stand meine Chefin im Türrahmen und forderte meinen Vater auf, das Zimmer sofort zu verlassen. Papa drehte sich um, er hatte mich inzwischen in Decken gewickelt auf seinem Arm, und sagte schroff, sie solle Platz machen, damit er mit seiner Tochter den Raum verlassen könne. Sie fuhr ihn an wie eine Furie: „Wer hat Ihnen erlaubt, mein Dienstmädchen einfach abzuholen?“ Er sagte nur: „Dr. Rhomberg“, und ging mit mir die Stiege hinunter. Wir fuhren nach Hause, wo ich von meinen Eltern liebevoll gepflegt wurde bis ich wieder gesund war.