Meine lieben süßen Goldschätze! - Raimund Eich - E-Book

Meine lieben süßen Goldschätze! E-Book

Raimund Eich

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Beschreibung

Viele Jahrzehnte lagen sie völlig vergessen in einem Schrank, Briefe und Fotos aus den Weltkriegen und der Nachkriegszeit, bewegend und erschütternd zugleich. Nur per Zufall hat sie der Autor bei einer Aufräumaktion entdeckt. Briefe seines Großvaters und seiner Eltern, in denen die ganze Abscheulichkeit und Grausamkeit dieser historischen Ereignisse am Beispiel persönlicher Schicksale zum Ausdruck kommen. Dokumente, die unter die Haut gehen und daher als Mahnmale vor jeder Art von kriegerischer Auseinandersetzung auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

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Seitenzahl: 49

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Raimund Eich lebt im Saarland.

Neben zwei Tatsachenromanen und Büchern mit heiteren und besinnlichen Gedichten und Geschichten hat er einige Werke veröffentlicht, in denen er sich insbesondere mit gesellschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Themen befasst. Hierin lässt der Diplomingenieur der Elektrotechnik auch naturwissenschaftliche und technische Aspekte in sehr anschaulicher Form mit einfließen. Daraus resultieren einzigartige Bücher, spannend, dramatisch, informativ und unterhaltsam zugleich.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ein Feldpostbrief meines Großvaters

Einsätze meines Vaters während des 2. Weltkriegs

Briefkorrespondenz 1944 - 1945

Nachkriegszeit

Originalbriefe

Nachwort

Weitere Veröffentlichungen

Vorwort

Als meine Mutter 1995 starb und wir ihren Haushalt auflösten, habe ich sie irgendwo in einem Schrank entdeckt, eine Sammlung von Fotos, Postkarten und Briefen aus den beiden Weltkriegen, darunter ein Brief meines Großvaters aus dem Jahr 1915. Ein Großteil dieser historischen Dokumente stammt aus dem Zweiten Weltkrieg, Briefe und Fotos meines Vaters von verschiedenen Kriegsschauplätzen sowie Antwortbriefe meiner Mutter, die sechs lange Jahre mit zwei kleinen Mädchen zu Hause ums Überleben kämpfen musste.

Berufliche und private Verpflichtungen ließen mir damals leider nicht die Zeit, mich mit den Briefinhalten näher zu beschäftigen. So landeten die verblassten und vergilbten Schriftstücke erneut für mehr als ein Vierteljahrhundert in einem Schrank und gerieten in Vergessenheit, bis ich sie bei einer Aufräumaktion zufällig wiederentdeckt habe. Seitdem hüte ich sie wie einen Schatz, der mir posthum tiefe Einblicke in das Seelenleben meines Großvaters und meiner Eltern ermöglicht hat. Die Briefe haben mir insbesondere meine Eltern Jahrzehnte nach ihrem Tod noch näher gebracht als bisher. Sie haben meine Augen an der einen oder anderen Stelle, viele Jahrzehnte nach den darin geschilderten Ereignissen, mit Tränen gefüllt über all das Leid, die Not und die Grausamkeiten, die sie in diesem barbarischen Krieg ertragen mussten. Einiges war mir zwar schon aus ihren Erzählungen in der Nachkriegszeit bekannt, aber das unmittelbar während dieser Zeit mit bewegenden und berührenden Worten zum Ausdruck gebrachte persönliche Empfinden meiner Eltern hat mich weitaus mehr betroffen gemacht, als ich erwartet hätte. Ich habe daher lange überlegt, ob ich diese sehr persönlichen Briefe der Öffentlichkeit überhaupt zugänglich machen soll. Keine leichte Entscheidung, zumal man hierzu die Meinung der bereits vor langer Zeit verstorbenen Briefeschreiber nicht mehr einholen kann. Doch letztlich bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass diese historischen Dokumente nach ihrem langen Schattendasein vielleicht auch für andere etwas mehr Licht und Verständnis in die dunkle Vergangenheit zweier Weltkriege bringen können.

Da sie in den für die damalige Zeit typischen Schriften verfasst wurden und darüber hinaus auch altersbedingt nur schwer und in Teilen überhaupt nicht mehr zu entziffern waren, habe ich sie, so weit es mir möglich war, in abgeschriebener Form ins Buch übernommen. Neben den Schriftstücken haben auch eine Reihe von schwarzweiß Fotos aus der damaligen Zeit ihren Platz im Buch gefunden, auch wenn deren Bildqualität im Laufe der Zeit ebenfalls gelitten hat. Wer die Bilder im Einzelnen fotografiert hatte, war nach rund acht Jahrzehnten leider nicht mehr zu ermitteln.

Auf insgesamt 15 Briefen basiert dieses Buch, bei denen es aufgrund der vorgenannten Einschränkungen wenig Sinn gemacht hätte, sie alle im Original abzulichten. Ich habe mich daher diesbezüglich auf drei Originalbriefe (siehe Seiten → - →) beschränkt.

Ein Feldpostbrief meines Großvaters

Karl Kendel, mein Großvater mütterlicherseits, wurde am 25. Dezember 1886 in Nanzdietschweiler geboren, einem kleinen Ort in der östlichen Pfalz. Näheres über seine Vergangenheit sowie über die Heirat und Ehe mit meiner Großmutter Luise sind mir leider nicht bekannt. Am 1. März 1910 kam meine Mutter Erna (rechts auf dem Foto) zur Welt und etwa drei Jahre später ihre Schwester Anni. Das Bild muss kurz vor dem Tod meines Großvaters entstanden sein.

Stationiert war er während des 1. Weltkriegs in Frankreich. Es gibt nur einen Feldpostbrief von ihm in einer wunderschönen, fast wie gemalten Handschrift, bei dem das Briefpapier in der Mitte leider schon verrottet und der Brief damit stellenweise unleserlich ist. Dennoch war zumindest der weitaus überwiegende Teil noch recht gut zu entziffern. Ich habe beim Abschreiben sowohl bei diesem als auch bei allen anderen Briefen bewusst auf grammatikalische oder stilistische Korrekturen verzichtet, um den authentischen Briefcharakter zu erhalten. Der Originalbrief ist auf den Seiten → - → abgebildet.

GottstrafeEngland

Vouziers, den 18. Februar 1915.

Meine liebe Frau!

Heute ist Aschermittwoch, nein gestern war er. Du musst verzeihen, mein Herz, denn man weiß überhaupt nicht mehr, was für ein Wochentag eigentlich ist ……………………………… Es war zwar Aschermittwoch, aber man hat überhaupt nichts davon gesehen und nichts davon gemerkt, ebenso als wie von Fastnacht, denn bei uns sind alle Tage gleich, ob Sonntag oder Montag. Am gestrigen Mittwoch wurden wir schon morgens um 4 Uhr geweckt und alarmiert und standen fix und fertig zum Abmarsch bereit. Die Franzosen griffen unsere Stellungen wieder an, deshalb wurden wir allarmiert und wenn es gefehlt hätte so hätten wir vor müssen ungefähr 4-5 Stunden. Aber Gott sei Dank haben wir dieses nicht