Meinen Platz einnehmen - Eva Gütlinger - E-Book

Meinen Platz einnehmen E-Book

Eva Gütlinger

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Beschreibung

Dieses Buch ist ein Reiseführer, der dich ein Stück deines Lebensweges zu dem Platz begleitet, an dem du ganz bei dir selbst ankommen kannst. Schritt für Schritt geht es zu deinen persönlichen Zielen und den Visionen deiner Seele. Zwischenstationen auf dieser Reise ergründen dein Potenzial, gestalten deine Realität und lassen Herausforderungen zu Wachstumsmöglichkeiten werden. Den eigenen Platz einnehmen und bei sich selbst ankommen bedeutet Glück und Leichtigkeit ins Leben einzuladen, selbstverantwortlich die eigenen Möglichkeiten zu entdecken und zu realisieren. Das Eigene ist wiederum verbunden mit einem Platz im größeren Ganzen. Nur wenn Körper, Geist und Seele in die gleiche Richtung ziehen, finden wir wahrhaft zu Erfüllung und Lebensfreude. Ideen, Beispiele, Übungen und geführte Reisen begleiten dich durch 15 Stationen mit dem Ziel bei dir selbst anzukommen. Ankommen in der Fülle deines eigenen Lebens mit Verbundenheit zu größeren Visionen.

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Meinen Platz einnehmen

Meinen Platz einnehmen1. Sehnsucht nach Veränderung2. Vision und Umsetzungskraft3. Großzügige Selbstbezogenheit4. Größer denken um wachsen zu können5. Der Ruf der Seele6. Innehalten7. Konkrete Schritte setzen8. Verbindungen9. Platz im großen Gefüge10. Gelegenheiten11. Lebenskraft12. Sich etwas trauen13. Wegzehrungen14. Wachstumsgeschenke15. AnkommenImpressum

Meinen Platz einnehmen

Eva Gütlinger Mit Leichtigkeit, Freude, Erfolg und ganzheitlichen Visionen mitten im Leben

Inhaltsverzeichnis

1) Sehnsucht nach Veränderung                                            Die Idee vom eigenen Platz schließt für mich Zugang zur eigenen Kraft und Lösungskompetenz, den Ruf der Seele und ganzheitliche Verbundenheit ein. An deinem Platz sind Selbstverwirklichung und Eigenmacht möglich, Harmonie und spirituelle Verbindung.2) Vision und Umsetzungskraft                                             Wohin soll die Reise deines Lebens eigentlich gehen? Wo willst du ankommen? Lass deine Wünsche groß werden und erinnere dich an alte Träume. Mangel ist übrigens ein guter Hinweis auf mögliche Visionen und Ziele. 3) Großzügige Selbstbezogenheit                                  Die Verwirklichung einer Vision macht viel mehr Freude, wenn sie gemeinsam mit anderen realisiert wird. Um ganz am eigenen Platz im Leben anzukommen braucht es eine gute Mischung aus Erfüllung der eigenen Bedürfnisse und die Verbindung mit anderen. 4) Größer denken um wachsen zu können                 Die nächste Station unserer gemeinsamen Reise führt zu deinen persönlichen Zielen und dem, das dich möglicherweise noch hindern könnte, sie zu erreichen. Was uns auf dem Weg zu unseren Visionen und Wünschen begegnet, kann uns aufhalten oder im Wachstum fördern. 5) Der Ruf der Seele                                                                       Von den persönlichen Visionen und Zielen ausgehend richten wir unseren Blick wieder auf das größere Bild. Die große Vision hat vermutlich mit einem Ruf der Seele zu tun, der sich langfristig immer wieder melden wird. Vielleicht zuerst leise, doch immer bestimmter, je weiter du auf deiner Lebensreise gehst.

6) Innehalten                                                                                  Dein Seelenweg wird vielleicht auch so manchen Staub aufwirbeln und Stolpersteine zum Vorschein bringen. Kein Grund zur Panik. Genau jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um auch hier wieder mehr Leichtigkeit und Harmonie zu erzeugen.7) Konkrete Schritte setzen                                                Ziele und Visionen, Seelenwege und innere Anteile bleiben unsere Ausrichtung, wenn wir uns jetzt auf die konkreten Schritte konzentrieren. Wir zoomen die Landkarte sozusagen wieder ein wenig detaillierter – es geht um Abzweigungen, Entscheidungen und Umsetzungskraft.8) Verbindungen                                                                         Wenden wir uns der Reisegesellschaft zuzuwenden. Wir Menschen sind soziale Wesen, so wirst auch du nicht allein unterwegs sein. Welchen Beitrag bringst du? Welche Spielregeln gelten? Bei genauerer Betrachtung ist alles veränderbar und kann dich unterstützen, deinen Seelenweg zu gehen.9) Platz im großen Gefüge                                              Dein Weg und dein Seelenauftrag haben einen bestimmten Platz in einem größeren Gefüge. Lass uns wieder von ganz oben auf deine Landkarte schauen und noch mehr Quellen entdecken, aus denen sich deine Seele nähren kann.10) Gelegenheiten                                                                   Wir kommen an Etappen unserer Lebensreise, die auf den ersten Blick gar keine Freude machen. Da wir Erfahrungen von Krisen, Stillstand und Ohnmacht ohnehin nicht vollständig ausweichen können, lohnt es sich wieder an die Sichtweise der Hawaiianer zu erinnern: Das Leben ist ein Abenteuer. Also lass es uns möglichst leicht und möglichst liebevoll gestalten.11) Lebenskraft                                                                       Jetzt möchte ich dir vorschlagen, dass wir uns neben der Perspektive der Seele auch wieder dem Körper und der Persönlichkeit mit Verstand und Gefühlen zuwenden. Unseren Platz im Leben nehmen wir in der Verbindung und Gleichwertigkeit all unserer Teile ein.12) Sich etwas trauen                                                        Wenn wir das Eigene umsetzen und unseren Platz einnehmen wollen, braucht es ein nach-vorne-treten, ein sich-zeigen. Wir treten in das Kraftfeld, das uns ausmacht und strahlen aus, wer wir sind. Zugegebenermaßen aufregend und doch unendlich lohnend.13) Wegzehrungen                                                                Die nächste Station ist eine gute Gelegenheit, um die eigenen Ressourcen zu entdecken. Wenn wir uns zurückziehen und die Welt eine Weile ausblenden, können wir uns ganz mit uns selbst verbinden. Und da gibt es eine ganze Menge zu entdecken.14) Wachstumsgeschenke                                              Wäre es nicht schön, wenn wir so manches Problem schon viel früher als Wachstumschance erkennen könnten? Natürlich, damit lösen sich die Probleme und Herausforderungen noch nicht von selbst. Allerdings könnte diese Annahme unseren Blick erweitern.

1. Sehnsucht nach Veränderung

„Doch warum sollte nicht jeder Einzelne aus seinem Leben ein Kunstwerk machen können?“

Michel Foucault

Lass uns gemeinsam eine Reise beginnen, die dich dazu anregt, deinen Platz im Leben einzunehmen. Diese Idee vom eigenen Platz schließt für mich Zugang zur eigenen Kraft und Lösungskompetenz, den Ruf der Seele und ganzheitliche Verbundenheit ein. An deinem Platz sind Selbstverwirklichung und Eigenmacht möglich, Harmonie und spirituelle Verbindung. All das wartet auf dich, denn es ist Teil deines Lebensweges und deines Potenzials. Mach dein ganz persönliches Kunstwerk daraus.

Einladung zur Reise

Ich liebe es zu reisen.

Im Innen und im Außen. So möchte ich mit diesem Buch eine Einladung zu einer Reise mit Eigenmacht und Kraft, erfolgreicher Lebensgestaltung, vertiefter Spiritualität und höherem Bewusstsein für das Wohl eines größeren Ganzen aussprechen. Eine Reise, um sich weiterzuentwickeln und das Leben Schritt für Schritt leichter, fröhlicher und harmonischer zu gestalten. Kurz gesagt eine Reise, um bei dir selbst anzukommen. Dieser Text wird dich dabei unterstützen, einen erfolgreichen und glücklichen Platz im alltäglichen Leben und im Zusammenhang mit einer universellen Harmonie einzunehmen.

Jede Reise hat einen Ausgangspunkt. Was ist deiner?

Wenn du dein Leben als Ort definieren würdest, welcher wäre es?

Welche Qualität hat dieser Ort im Moment?

Mein symbolischer Ausgangspunkt ist, dass ich gerade dabei bin, meine Sachen zusammenzupacken, meine Dinge auszumisten, um in wenigen Wochen in eine größere Wohnung zu ziehen. Ich habe das Gefühl nicht nur die Wohnung – die nur einige Minuten entfernt in der gleichen Stadt ist – zu wechseln, ich verändere viel mehr. Ich verändere mich selbst oder anders gesagt, gebe ich der stattfindenden Wandlung in mir einen neuen Platz im Außen.  

Wie so manche Veränderung im Leben war auch diese Wohnung ursprünglich mit vielen Herausforderungen und Hindernissen verbunden. Im Nachhinein gesehen waren all die Herausforderungen wunderbare Wachstumschancen, an denen ich mich erproben und entwickeln konnte. Doch ist das nicht immer so im Nachhinein? Im Rückblick ist es um so vieles leichter die positiven Seiten von schwierigen Zeiten und Herausforderungen zu sehen. Es ist viel einfacher, den Sinn zu finden und den Zusammenhang zwischen verschiedensten Erfahrungen zu erkennen, wenn wir schon wieder einen Schritt weiter sind.

Welche Herausforderungen bieten dein Leben und dein momentaner Platz gerade?

Wie erkennst du, ob du am richtigen Platz bist?

Die Wohnung ist nur ein Beispiel für eine Entwicklung im Inneren, die sich im Außen manifestiert hat. Nicht immer werden unsere Erkenntnisse und Wachstumsschritte auch gleich im Außen sichtbar. Manchmal dauert es eine Weile, bis wir im äußeren Leben bemerken, was sich im Inneren vielleicht schon lange abgezeichnet hat. Zuerst kommt die Sehnsucht der Seele nach Entwicklung, dem folgt die Persönlichkeit mit ihren Zielen und Wünschen und schließlich zeigt sich das Neue im konkreten Alltag. Es kann aber auch genau umgekehrt sein: Eine äußere Veränderung „zwingt“ uns zu inneren Prozessen und Entwicklungsschritten, die wir manchmal erst im Nachhinein als positiv erkennen können.

Persönliche Wachstumsphasen kündigen sich oft mit Abschluss einer Ausbildung, bestimmten Lebensaltern (Pubertät, um die runden Geburtstage...), bei Veränderungen in der beruflichen Laufbahn oder der persönlichen Situation (Scheidung, Auszug der Kinder...) an. Immer wieder kommen diese Aufforderungen des Lebens auf uns zu und fordern uns auf den inneren und äußeren Standort zu überprüfen. In diesen Phasen denken wir verstärkt über den – symbolischen oder ganz konkreten – richtigen Platz nach.

Bemerkst du gerade eine Wachstumsphase in deinem Leben?

Wohin ruft es dich?

Vielleicht bleibt die zweite Frage noch eine Weile offen. Dieses ganze Buch ist genau diesem Thema mit seinen verschiedenen Facetten gewidmet. Wohin ruft uns das Leben? Wie können wir unseren Platz einnehmen und bei uns selbst ankommen, ohne dass wir vielleicht ganz genau und für immer definieren könnten, was dieser Platz ist? Keine Sorge, jeder Schritt auf unserem Lebensweg kann der richtige sein. An der Leichtigkeit und an der Freude, die uns begleiten, erkennen wir außerdem schnell, ob wir in der für uns passenden Richtung unterwegs sind. Und sollte die Richtung mal nicht stimmen, es gerade mühsam oder schwer werden, dann können wir sie jederzeit wieder ändern.

Dieser Text ist ein Beitrag, dich dabei zu unterstützen, dein Potenzial und deine Visionen zu realisieren, deinen Platz im Leben und im größeren Gefüge zu schaffen und einzunehmen. Ich habe hier Stationen beschrieben, die dir vermutlich auf deiner persönlichen Lebensreise begegnen werden. Vielleicht in dieser Form, vielleicht aber auch in einer anderen Reihenfolge oder Zusammenstellung. Nutze diesen Text so, wie er für dich Sinn macht. Passt eine Übung oder Idee gerade nicht, dann lass sie aus. Möglicherweise kannst du in ein paar Wochen oder Monaten genau damit etwas anfangen.

Die Fragen, die in den Text eingestreut sind, sollen Anregung sein, um Antworten in dir selbst zu finden. Du brauchst sie nicht immer gleich zu beantworten, lass dich überraschen, welche Prozesse und Ideen sie in dir auslösen und welche Wege dein Unbewusstes wählt.

Ich hoffe du findest hier die eine oder andere Anregung, die dir dabei hilft, deine Vision von einer – im übertragenen Sinne – größeren Wohnung zu realisieren, einer gereiften Persönlichkeit und einem guten, erfüllten Leben.

Träume vom besseren Leben

Zum Glück sind die größeren und kleineren Lebenskrisen und Wachstumsphasen nicht die einzigen Motivationsfaktoren, die uns zu Veränderung und Entwicklung anregen. Mindestens ebenso stark können Träume, Wünsche und Visionen dazu anregen, neue Dimensionen und Welten zu erforschen. Auch wenn wir noch nicht so genau wissen, wohin es uns führt, die Sehnsucht nach Weite, Entwicklung, Abenteuer und dem besseren Leben liegt in uns allen.

Ein Ausdruck davon ist das Bemühen, dass wir Menschen viel Energie, Geld und Kraft investieren, um den Weltraum zu erforschen. Ohne einen naheliegenden Nutzen davon zu haben, fliegen wir zum Mond, träumen von der Besiedlung fremder Planeten, vom Kontakt mit anderen Zivilisationen... Zahlreiche Filme zeugen von dieser Faszination.

Dabei ist die fremde Welt, die andere Zivilisation doch ganz nah. Hier rede ich noch nicht mal von exotischen Religionen oder andere Völkern. Nicht mal von den Menschen neben uns, die manchmal ebenso in unverständlich anderen Kulturen leben. Die weite – und noch unbekannte – Welt liegt auch in uns selbst. Hier beginnen die Träume, hier verwirklichen sich unsere Visionen. Hier finden wir unsere Eigenmacht und unsere Umsetzungskraft. Was wir in unserem Inneren finden, werden wir im Außen erleben.

„Die wahren Abenteuer sind im Kopf. Und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo“, so hat André Heller einst weise gesungen. Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass die wahren Abenteuer im Kopf, im Herz und in der Seele sind. Lass dich einfach mal wieder träumen und ganz groß denken...

Welche Abenteuer und unerforschte Landschaften hast du im Kopf? Im Herz? Und in der Seele?

Wer möchte ich sein?

Kannst du dich noch erinnern, wovon du als Kind geträumt hast?

Was hast du dir vorgestellt, wer du einmal sein wirst?

Als Kinder hatten wir – hoffentlich – noch das Gefühl, dass die Welt uns offen steht. Wenn wir erwachsen werden, engt sich der Horizont oft immer mehr ein. Wir passen uns an die Gegebenheiten an und erlauben uns gar nicht mehr allzu groß zu denken. Denn so können wir nicht enttäuscht werden.

Je kleiner wir denken und je mehr wir uns in den eigenen Wünschen beschränken, desto mehr engen wir natürlich auch die Möglichkeiten ein, die das Leben uns bietet. Wir können nur erfahren, was wir grundsätzlich für möglich halten, alles andere werden wir gar nicht wahrnehmen. Auf diese Weise gehen wir täglich an zahllosen Chancen zur Erweiterung und zum Wachstum vorbei.

Dazu ein Beispiel aus der Gehirnforschung: Von einer möglichen Realität nehmen wir nur einen Bruchteil mit Hilfe unserer Sinnesorgane wahr. In dem Film „What the bleep do we know“ wird sogar davon gesprochen, dass wir von einer Milliarde Bits möglicher Eindrücke nur 4000 aufnehmen können. Das ist verschwindend gering.

Die Medizin hat herausgefunden, dass auch nur 16 % unserer Augennerven mit der Außenwelt verbunden sind. Die restlichen 84 % unserer visuellen Wahrnehmung werden im Gehirn konstruiert. Wie viel unserer wahrgenommenen Wirklichkeit ist dann wirklich wahr?

Genau daraus lässt sich wieder etwas machen. Da wir ohnehin nur einen Ausschnitt aus der Realität wahrnehmen, können wir diesen Ausschnitt auch gestalten. Ohne, dass wir immer die Möglichkeit haben, die äußere „reale“ Wirklichkeit zu ändern, haben wir doch immer die Chance, unsere Betrachtungsweise zu wählen. Das alleine gibt uns jede Menge Macht und Einfluss auf unser Leben.

Noch einmal zurück zu den Kinderträumen. Bist du in einer Umgebung groß geworden, in der du genährt und gefördert wurdest, dann hast du als Kind vermutlich das Gefühl gehabt, dass dir vieles möglich ist und deine Träume verwirklichbar sind. Solltest du in einer Umwelt aufgewachsen sein, in der es eher Mangel und Enge gab, dann hast du vielleicht davon geträumt, dass es besser und leichter werden kann. Ganz egal, wie deine Ausgangsvoraussetzungen sind, heute kannst du etwas daraus machen. Kommst du aus der Weite, dann nutze die innere Fülle. Kommst du aus dem Mangel, nutze die Sehnsucht nach der Fülle. Nicht die Umstände machen uns zu dem, was wir sind, sondern das, was wir aus den Umständen machen.

Gibt es einen Traum aus deiner Kindheit, den du noch nicht realisiert hast?

Ich habe als Kind zum Beispiel immer davon geträumt einmal ein Buch zu schreiben. Später ist mir diese Vorstellung absurd erschienen, weil ich mir ein so großes Ziel niemals zugetraut hätte. Wenn ich nur einen kleinen Artikel verfassen musste, hat es unglaublich viel Zeit und Energie gebraucht, ich habe mich schreibend für eine ziemliche Niete gehalten. Bis ich realisiert habe, dass schreiben für mich nicht viel anders als sprechen ist. Mein Anspruch dabei ist, etwas zu vermitteln, das Menschen auf ihrem Weg hilft und sie unterstützt ihre Ziele zu erreichen. Ich wünsche mir, dass ich mit meiner Arbeit zur Harmonie und Freude in der Welt beitragen kann. Das ist eine Abwandlung oder vielleicht einfach nur eine genauere Definition vom Ziel meiner Kindheit. Doch hat genau diese Neugestaltung es möglich gemacht, dass ich heute schreibe und inzwischen sogar schon mehrere Bücher veröffentlicht habe.

Wie könntest du das Ziel deiner Kindheit abwandeln und heute verwirklichen?

Aus dem Mangel einen Wunsch machen

Vielleicht fällt dir gerade auch kein Ziel ein. Vielleicht bist du eher in einer Lebensphase in der es dir schwer fällt, an positive Entwicklungen zu denken. Du lebst im Mangel und siehst gerade wenig Ausweg oder Möglichkeiten.

Uns allen geht es manchmal so, dass wir aus der Fülle der vorhandenen Eindrücke und Wahrnehmungen vor allem die sehen, die uns bedrücken und beschränken. Manchmal kommen die Schatten (Ängste, Traurigkeit, Wut, schwere Erinnerungen...) auf Besuch und unsere Welt verdunkelt sich. In diesen Momenten ist es schwierig an Ziele und Wünsche zu denken, wir nehmen vor allem den Mangel wahr. Doch können wir selbst diese Energien und Eindrücke nutzen, um die Ausrichtung der Energie wieder umzukehren. Dazu gilt es den Mangel zu würdigen, denn er weist uns ja einfach nur darauf hin, wo etwas fehlt.

Welchen Mangel nimmst du gerade wahr?

Welche Wünsche stehen dahinter?

Übung: Mangel wandeln

Nimm dir ein Blatt Papier und schreib auf die linke Seite alles, was dich gerade stört, belastet, traurig macht... Du kannst auch Situationen, in denen du dich machtlos fühlst oder Lebensphasen, in denen du eine tiefe Einsamkeit und Sinnlosigkeit spürst, notieren.

Alles hat Platz, vielleicht sind es einige Zeilen, vielleicht sogar mehrere Blätter. Vermerke alles, denn es darf sein und hat in deiner aktuellen Wahrnehmung eine Berechtigung. Du musst nicht wissen oder analysieren, wie du in diese Situation gekommen bist. Du brauchst im Moment nur festzustellen, dass es eben so ist, wie es ist.

Neben jeden der negativen Begriffe schreibst du als zweiten Schritt auf die rechte Seite des Blattes, was du dir stattdessen wünscht. Es könnte zum Beispiel sein, dass links Traurigkeit steht und rechts Fröhlichkeit. Es könnte links Einsamkeit stehen und rechts Verbundenheit. Es könnte links Wut stehen und rechts Frieden.

Du brauchst im Moment nicht festlegen, wie du von der linken zur rechten Spalte kommst. Es ist nicht nötig, schon genaue Pläne für die Umwandlung zu haben. Allein zu wissen, was wir wollen, erzeugt nämlich schon eine machtvolle Energie. Da haben wir noch nichts Besonderes getan oder erfahren. Allerdings macht unser Bewusstsein damit schon einen großen Sprung: Mit dem Aufschreiben oder Aussprechen von dem, was wir stattdessen möchten, verändern wir unsere Wahrnehmung. Die kleine Auswahl aus den 4 Mrd. Bits wird eine andere, die 84 % der Bilder, die wir uns im Kopf konstruieren wandeln sich. Vielleicht zuerst langsam, aber mit Sicherheit immer mehr, wenn wir uns darauf konzentrieren. Alleine die Absicht etwas zu finden, was wir lieber haben und erreichen möchten, setzt unsere Energien bereits in Bewegung.

Woran würdest du eine erste Veränderung in deiner Wahrnehmung erkennen?

Wie kannst du dich immer wieder an das erinnern, was du dir wünschst?

Aus der Praxis

Ich möchte dir auch ein paar Beispiele aus meiner Praxis erzählen. Die Menschen die zu mir kommen, berichten mir von ihren Anliegen, Schwierigkeiten und Herausforderungen. Mit ihnen erarbeite ich mögliche Lösungen, die ich hier beschreiben möchte. Vielleicht ist auch eine Anregung für dich dabei.

Richard hat in der obigen Übung seine Liste vor allem mit Begriffen wie Geldmangel, Neid, Abwertung und Schmerz vollgeschrieben. Er war mit dem materiellen Teil seiner Existenz sehr unzufrieden. Sein Traum wäre es gewesen, als spiritueller Freigeist unabhängig von der Materie zu sein. Doch haben sein Körper, sein Job und sein Konto da nicht mitgespielt. Alleine zu erkennen, dass seine Negativ-Liste recht einseitig war, hat ihn dazu bewogen, mehr auf seine Bedürfnisse zu achten. Er hat die rechte Spalte ergänzt mit Fülle, Großzügigkeit, Anerkennung und Heilung. Nicht alles war an einem Tag verändert, doch hat er schon bald gespürt, dass er sich Schritt für Schritt mit den bisher schwierigen Themen aussöhnen und so manchen Zugang verändern kann.

Sandra hat in ihrer Liste vor allem über ihre Einsamkeit und das Unverständnis anderer geklagt. Sie war beruflich erfolgreich und abgesichert, innerlich hat jedoch immer eine Sehnsucht in ihr genagt, der das allein nicht genug war. Sie fühlte sich, als ob sie einen entscheidenden Teil ihres Lebens verpassen würde. Als sie ihre Liste mit Begriffen wie Verbundenheit und Liebe ergänzt hat, konnte sie ihre Aufmerksamkeit mehr in diese Richtung lenken und aktiver auf Menschen in ihrer Umgebung zugehen.

Dran bleiben

Natürlich ist mit einer kleinen Liste noch nicht alles getan, um unsere Ziele und Wünsche zu erreichen oder uns aus einer dunklen Stimmung zu befreien. Doch ein erster Schritt ist gemacht. Dieser erste Schritt ist ja bekanntlich der schwierigste und der wichtigste zugleich.

Nach diesem ersten Schritt geht es ums dran bleiben. Das klingt jetzt irgendwie anstrengend. Müsste es aber gar nicht sein. Das Leben ist ohnehin permanent in Veränderung, nichts bleibt wie es ist, außer wir halten sehr daran fest und investieren viel Energie, um es zu bewahren. Wenn wir also aufhören, an der jetzigen – unerfreulichen – Situation festzuhalten, wird sich ganz von selbst etwas ändern. Geben wir noch dazu eine innere Richtung vor, in die es gehen könnte, können wir mit ziemlich großer Sicherheit davon ausgehen, dass die Veränderung erfreulich für uns werden kann. Und arbeiten wir auch noch aktiv an der Veränderung, sind uns positive Ergebnisse gewiss.

Wie könntest du dich dafür belohnen, dass du dran bleibst?

Übung: Danke sagen

Der Therapeut und Autor Siegfried Essen, stellt an Menschen, deren Leben gerade nicht so ganz leicht ist, diese zwei Fragen:

Was hast du zu Danken vergessen?

Was hast du zu Feiern vergessen?

Diese Fragen möchte ich zu einem Motto machen, das sich durchzieht. Vielleicht möchtest du dir ein Heft anlegen, in das du jeden Tag einschreibst, was du heute feiern möchtest und wofür du dich wirklich ehrlichen Herzens bedanken kannst. Du wirst sehen, schon bald wird das, worüber du schreibst und reflektierst, öfter in deinem Leben vorkommen. Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Beschäftigst du dich mit Danken und Feiern, werden auch die Gelegenheiten dazu mehr.

Und wenn es schon gut ist für dich? Dann darf es mit Danken und Feiern immer noch besser werden!

2. Vision und Umsetzungskraft

„Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass du dich dafür anstrengen musst.“

Richard Bach

Der nächste Schritt unserer Reise führt uns weit hinaus. Vielleicht hast du schon ein paar erste Reiseziele formuliert, dich an alte Träume erinnert und so manchen Mangel als versteckten Wunsch identifiziert. Jetzt geht es darum, die Träume abzugleichen und die Wünsche groß werden zu lassen. Wohin soll die Reise deines Lebens eigentlich gehen? Wo willst du ankommen?

Die ursprüngliche Vision

„Diejenigen, die es schaffen mit ihrer ursprünglichen Vision in Berührung zu bleiben, werden unsere Künstler, unsere Vordenker, unsere Lehrer.“, so schreibt Arjuna Ardagh in seinem Buch „Die lautlose Revolution“.

Die ursprüngliche Vision ist in jedem Menschen angelegt. Wir alle haben persönliche Träume, die nach Erfüllung streben und weite Seelen, die sich nach Verbindung sehnen. Mensch sein bedeutet für mich beides zu verbinden: die Träume von einem guten Leben in Selbstbestimmung mit einem wohltuendem Alltag und die Sehnsucht der Seele nach spiritueller Ausrichtung mit besonderen Erfahrungen der Verbundenheit.

Natürlich braucht es zuallererst die Erfüllung unserer menschlichen Grundbedürfnisse. Doch wie weit gehen Grundbedürfnisse? Gehört die größere Wohnung noch dazu oder ist ein Platz zum Schlafen allein schon genug? Die größere Wohnung freut mich im Moment natürlich, aber ziemlich sicher ist sie keine Bedingung und schon gar keine Garantie für anhaltendes Glück oder Selbstverwirklichung. Ebenso gilt nicht der Umkehrschluss, dass wir den Ruf der Seele nur in der abgeschiedenen Klausur oder in Armut hören können.

Ich plädiere hier also nicht für eine neue Bescheidenheit sondern dafür, dass wir uns auf den Weg machen unsere großen Träume zu leben, ganz egal, welche äußeren Bedingungen wir gerade haben. Denn unsere Träume und Visionen haben meist nur bedingt mit Materie oder Geld zu tun.

Meine ursprüngliche Vision ist, dass sich viele Menschen zusammentun, um gemeinsam eine bessere Welt zu erschaffen. Ich möchte meinen Platz einnehmen, meine Erfahrung und mein Wissen zum Wohle aller weitergeben und damit Wohlbefinden und Leichtigkeit schaffen. Es ist eine Vision, in der ich mein Potenzial verwirkliche und dazu beitrage, dass Menschen ihr eigenes Potenzial entdecken. Ein Potenzial zu Eigenmacht, Veränderungskraft und spiritueller Verbundenheit, das in uns allen angelegt ist. Ein Potenzial, das auf Verwirklichung wartet – ganz egal welche Lebensumstände uns gerade prägen oder herausfordern.

Die ursprüngliche Vision hat natürlich auch mit unseren Lebensträumen und Bedürfnissen zu tun. Doch geht sie weit über unsere persönlichen Wünsche hinaus. Sie ist verbunden mit der Vision der Seele, hat einen ganzheitlichen Blickwinkel. Die ursprüngliche Vision verbindet den Menschen mit dem größeren Ganzen, in dem wir alle unseren Platz einnehmen.

Welche größere – ursprüngliche – Vision hast du für dein Leben?

Übung: Größere Vision formulieren

Nimm dir ein paar Minuten Zeit, um über deine persönliche – ursprüngliche – Vision nachzudenken. Deine ursprüngliche Vision hat nichts damit zu tun, ob du gerade arm oder reich bist, gesund oder krank, alt oder jung. Sie hat nur damit zu tun, ob du dich traust, über deinen sprichwörtlichen Tellerrand zu schauen. Versuch zumindest für eine kurze Zeit alles für möglich zu halten und beantworte die folgenden Fragen.

Es kann durchaus sein, dass dir auf verschiedene Fragen immer wieder die gleiche Antwort einfällt. Schreibt sie dennoch auf, denn das bedeutet wohl, dass diese Antwort besonders wichtig ist für dich.

Wenn jetzt die gute Fee käme und du hättest drei Wünsche frei ...

Was würdest du jetzt beginnen, wenn du alle Zeit der Welt hättest, Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende?