Mit Pferde-Power lernen - Claudia A. Friederich - E-Book

Mit Pferde-Power lernen E-Book

Claudia A. Friederich

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Beschreibung

Wie Dir Coaching mit Pferden hilft, Dein Potential zu entdecken Claudia A. Friederich arbeitet als Persönlichkeitsentwicklerin, Business-Coach sowie Ausbilderin in ihrem CAF Ausbildungszentrum für das Coaching mit Pferden. Einzelcoaching und Führungstraining dienen bei ihr als Methode, um die Balance im Alltag wiederzufinden. Dieses Buch erzählt, wie sie diesen Weg durch ihr Pferd Calinette gefunden hat. Ein Weg, der steiniger nicht hätte sein können. Durch die tiefe Verbundenheit zu ihrem Pferd, fand sie den Weg raus aus der Depression in die Leichtigkeit. Die daraus resultierende CAF-Methode lehrt tausenden von Unternehmern, Führungskräften und Coaches, wie einfach natürliche Führung ("Natural Leadership") funktionieren kann. Die Autorin erzählt in ihrer feurigen Art, wie die eigene Potentialentwicklung durch den Lehrmeister Pferd zu Leichtigkeit und Selbstvertrauen führt. Dadurch öffnen sich Wege, um seine eigenen Träume wahr werden zu lassen. Die Power-Frau zeigt einen großen Teil ihrer Arbeit und der Motivation, die sie mit ihrer Berufung lebt. Lasse auch du dich von ihrem Feuer entflammen!

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Seitenzahl: 110

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Widmung

Für Calinette

Ich freue mich, dass du dieses Buch in deinen Händen hältst. Ich widme dieses Buch meinem Pferd „Calinette“. Sie kam mit zarten sechs Monaten in mein Leben und war meine beste Lehrerin. Sie zeigte mir mein Potential und den Weg zum Coaching mit Pferden. In Fachkreisen sagt man auch „pferdegestütztes Coaching“ oder „pferdeunterstütztes Coaching“.

Da ich aus meinem Leben erzähle und es teilweise sehr persönlich wird, erlaube ich mir dieses Buch in der Du-Form zu schreiben. Dadurch kann ich dich noch besser erreichen und wir befinden uns auf derselben Ebene.

Calinette ist mit jungen 15 Jahren plötzlich aus meinem Leben in den Pferdehimmel gesprungen. Die Trauer war so groß, dass ich vier Jahre brauchte, um dieses Buch schreiben zu können. Darum freue ich mich, dass ich mir auch diesen Wunsch in meinem Leben erfüllt habe.

Lass uns beginnen, tauchen wir in eine Welt ein, von der ich als Kind geträumt habe und dafür immer belächelt wurde.

Eine Welt wie sie mir gefällt.

"Das Zusammensein mit Pferden hat mein Leben verändert. Calinette, meine Freiberger-Stute lehrte mich, meine Ängste zu besiegen. Alles was ich heute bin, bin ich durch sie."

Claudia A. Friederich

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Vorwort von Günter Veichtlbauer

Mein Pferd Calinette

Ich lerne reiten

Calinette kommt zu mir

Der Reitunfall

Die Trennung

Reiten mit dem Herzen

Meine Berufung

Einander-verstehen-Coaching

Achtsamkeit

Beispiel: Einander-verstehen-Coaching

Wie ich zu meinen CAF-Methoden kam

Die CAF-Methoden:

Atemübung für dein Selbstvertrauen

Das »blaue Ei«

Glücksklopfen

Das Coaching mit Pferden

Beispiele: Coaching mit dem Pferd

Zum Thema »Gefühllosigkeit«

Zum Thema »Entscheidungsfindung«

Zum Thema »Balance finden«

Führungscoaching für Unternehmen

Beispiel »Motivation am Arbeitsplatz«

Beispiel »Krisenmanagement«

Beispiel »Vom Diktator zum natural Leader«

Beispiel »Teambildung – Tagesevent für Unternehmen«

Zum Schluss mein persönlicher Ansatz:

In Dankbarkeit

Anhang

Vorwort von Günter Veichtlbauer

Das Pferd, ein sensibles Herden- und Fluchttier, seit tausenden Jahren mit dem Menschen verbunden, war in der freien Wildbahn auf ein intaktes Gruppenverhalten angewiesen, um zu überleben. Die Leitstute und der dominierende Hengst bestimmten im Wesentlichen die Bewegungen der Herde auf ihren weitläufigen Weidegründen. Wir wissen heute, dass in einer Herde ganz bestimmte Hierarchien bestehen, nicht nur bei den Leittieren, sondern auch bei den Rangniedrigsten. Diese Rangordnung ist Jahr für Jahr durch die nachkommenden Jungtiere in Wandlung begriffen. Es entstehen immer wieder Machtkämpfe für eine neue Ordnung. Dabei verständigen sich Pferde über eine umfassende körperliche Gestensprache. Diese Gesten können so fein sein, dass wir Menschen sie gar nicht bemerken.

Auch über akustische Lautäußerungen kommunizieren die Pferde. Sie haben schließlich auch ein sehr feines Gehör. Ein lautes rauschendes Ausatmen durch die Nüstern lässt die ganze Herde nervös aufschauen, um zu sehen was los ist.

Trotz klarer Rangordnung gibt es aber auch bei den Pferden Zuneigungen, die nicht auf Macht und Stärke begründet sind. Worauf diese Sympathien zurückzuführen sind, ist für uns Menschen noch weitgehend ein Rätsel. Ein Beispiel dafür und für die feine Körpersprache der Pferde: Eine Stute frisst auf einem saftigen Stück Weideland, eine andere will sich nähern. Fast unsichtbar bewegt die grasende Stute ihre Ohren und schon hält die zweite Stute inne und wendet sich ab. Dann kommt eine dritte Stute dazu, sie wird ohne negative Gestik von der grasenden geduldet.

Die Sensibilität und die nichtverbale Kommunikation der Pferde, die zudem sehr direkt und unverfälscht ist, macht sich das Coaching mit Pferden zunutze. Auch wir Menschen haben eine Sprache der Gesten – sie beeinflusst uns unterschwellig mehr, als wir wahrhaben wollen bzw. wahrnehmen können, weil wir auf die verbale Sprache als Kommunikationsmittel fixiert sind. Vor allem unsere Emotionen, die wir mit unserem Kopf und der verbalen Kommunikation kontrollieren wollen, bekommen über die Körpersprache ein Eigenleben. Das macht uns Menschen dann unauthentisch, weil die verbale und die Körpersprache unterschiedliche Botschaften aussenden.

Beim „Coaching mit Pferden“ unterstützt der vierbeinige Coach dabei, dass wir unsere feinen Gesten und Emotionen wahrnehmen. Das Pferd spiegelt uns in aller Klarheit, ehrlich, ungefiltert und ohne Rücksicht auf Konventionen und Meinungen.

Dadurch kann das Pferd, dieses hochsensible Wesen, uns helfen, unsere Körpersprache zu schulen und unsere Intuition, die sehr oft durch Erziehung und gesellschaftliche Vorgaben verloren gegangen ist, wieder zu wecken. Das Pferd kann uns auch dabei unterstützen, unseren Gefühlen wieder die Beachtung zu schenken, die sie brauchen. Gerade die Verdrängung von Gefühlen spielt in unserer Leistungsgesellschaft eine große Rolle bei der Entstehung von vielen Krankheiten ...

Claudia hat sich vom Wesen und vom Potential der Pferde faszinieren lassen. Diese Begeisterung verbindet uns. Daraus haben sich gute Gespräche, eine Freundschaft und in weiterer Folge gute Ideen für ihr Logo und ihre Drucksorten entwickelt. Mit großem Erfolg arbeitet sie nun seit 2016 in Waldmünchen mit ihren unterschiedlichen Pferden und ihren Klienten. Ich freue mich, dass ich sie auf ihrem Weg mit meiner grafischen Arbeit ein Stück weit begleiten durfte und auch in Zukunft begleiten darf.

Ich freue mich, ihr auch weiterhin freundschaftlich verbunden zu sein und wünsche ihr für dieses Buch und ihre Arbeit als Mentorin und Ausbildnerin weiterhin viel Glück und Erfolg.

Günter Veichtlbauer

Mein Pferd Calinette

„Rettet die Fohlen vor dem Schlachter.“ Diese Überschrift in der Zürcher Zeitung werde ich nie vergessen. Ich war gerade 35 Jahre alt und stand mitten im Leben. Erfolgreich im Job, arbeitete ich als Consultant bei einem der größten Wirtschaftsprüfer in Zürich. Mein Ehemann Jürg und ich waren glücklich mit unserem Hund „Puma“ und unserem Leben.

Und doch war in mir manchmal so ein leeres Gefühl ... Kennst du das? In deiner Bauchmitte fühlst du oft einen diffusen Druck und weißt nicht warum. Du weißt nur, du musst etwas tun!

Deshalb tat ich etwas: Ich folgte dem Ruf der Anzeige in der Zeitung. Wir fuhren in den Jura in der französischen Schweiz zu dem Pferdezüchter, der in der Zürcher Zeitung erwähnt war. Auf der Weide standen ca. 30 Fohlen mit ihren Müttern. Calinette stach mir sofort ins Auge. Ich zog meine Gummistiefel an und lief ungefragt auf die Weide, um Calinette zu streicheln. Die Mutter und der Bruder von Calinette kamen auch sofort zu mir. Calinette hatte fuchsfarbenes Fell, einen kleinen weißen Stern auf der Stirn und drei weiße Fesseln. Erst schaute sie mich fragend an und dann galoppierte sie auf mich zu. Mein Herz hüpfte vor Freude und ich sah in ihre schönen Augen. Es war um mich geschehen. Ich genoss den Moment und sog dieses Glück in mich auf.

„Dieses Fohlen soll geschlachtet werden, warum?“ fragte ich den Züchter. Der erklärte mir, dass Calinette nicht die volle Punktezahl bei der Fohlenschau erhalten und auch keinen Käufer gefunden hatte. Dann ist es „normal“, dass die Fohlen zum Metzger kommen. Die Rasse von Calinette heißt „Freiberger“, im Volksmund auch „Fribi“ genannt. Da diese Rasse beim Schweizer Militär eingesetzt wird, musste ein genaues Reglement eingehalten werden. Und wenn die Punktezahl nicht stimmte, war das Fohlen eben nicht geeignet für den Militärdienst.

Ich wollte nicht mehr wissen und sagte zum Züchter: „Ich kaufe das Fohlen.“ und hielt ihm meine Hand hin. Er schlug ein und der Verkauf war perfekt.

Ich hatte die Möglichkeiten, entweder das Fohlen im Jura auf der Fohlenweide zu lassen oder es mitzunehmen. Jetzt musste ich erst mal nachdenken. Ja, ich weiß, das hätte ich vorher machen sollen. Aber so ticke ich. Erst wenn ein neues Ereignis in mein Leben tritt, reagiere ich und handle anschließend.

Wieder zuhause angekommen, stellte ich fest, dass der Druck in meinem Bauch sich verändert hatte. Es fühlte sich jetzt an, als ob kleine Schmetterlinge tanzten.

Mein Kopf dagegen brummte. Ich wollte Calinette zu mir in die Nähe holen, sie sollte auf einer großen Fohlenweide mit anderen Fohlen ihr Leben genießen können. Nur wo?

Die Suche begann und ich telefonierte mit sämtlichen Fohlenweiden in einem Umkreis von 50 km. Ich lernte, dass Fohlen immer im September zum gleichen Zeitpunkt auf die Fohlenweide kommen. Das nennt man „Fohlenauffahrt“. Da nun aber bereits Oktober war, war Calinette leider für diese Saison zu spät dran. Nun musste ich also eine Weide finden, die eine Ausnahme machte. In meinem Umfeld lachten mich alle aus: „Klar, in der kleinen Schweiz eine große Weide finden, die nicht mehr als 50 km weg ist und dann auch noch ausnahmsweise dein Fohlen aufnimmt ...“. Doch genau deshalb suchte ich weiter.

Ich wusste, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann bekam ich das auch. Nach langem Telefonieren fand ich endlich eine Weide im Aargau. Ich fuhr am Wochenende hin und traute meinen Augen nicht. Alles war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Riesige Weiden mit vielen Fohlen aller Altersgruppen. Ein Mann kam auf mich zu und sagte: „Ich bin Marco.“ Ich war erfreut über seine nette Art und erwiderte: „Ich bin Claudia und auf der Suche nach einer Fohlenweide für meine junge Stute.“ Marco zeigte mir den Hof genau und erklärte mir, dass er in den letzten Tagen einige Anfragen für Fohlen erhalten hatte, so konnte er nun eine neue Gruppe einrichten und allen war geholfen. Meine Freude war riesig, denn mir gefiel auch sehr, wie der Hof organisiert war und wie liebevoll mit den Pferden umgegangen wurde.

„Nun habe ich nur noch eine Frage: Wie kommt mein Fohlen hierher?“ Marco lachte und meinte, er könne es gerne mit mir abholen. Somit war das auch geklärt. Mit einem Grinsen im Gesicht fuhr ich nach Hause und berichtete meinem Mann von meinem Erlebnis. Jürg war das schon klar, er wunderte sich nicht groß. Meine Freundinnen verdrehten nur die Augen und sagten: „Typisch Claudia“.

Ich legte mich auf mein Bett und ruhte mich von meinen Erlebnissen aus. Auf einmal fiel mir eine Szene aus meiner Kindheit ein – damals war ich etwa fünf oder sechs Jahre alt gewesen.

Wir saßen als Familie beim Abendessen: Mutter, Vater, Schwester und Bruder. Mein Vater war gut gelaunt und hielt einen Lottoschein in der Hand. Er sagte: „Was würdet ihr euch wünschen, wenn wir heute Abend im Lotto gewinnen?“ Ich verstand zwar nicht, was „Lotto“ ist, doch gewinnen klang gut. Alle erzählten ihre Wünsche. Ich wünschte mir ein Pferd.

Mein Vater war sehr überrascht über meinen Wunsch. „Was willst du mit einem Pferd?“ Ich antwortete ihm euphorisch: „Im Zirkus gibt es eine Frau, die reitet ein Pferd ohne Sattel und Zaumzeug – einfach nur sie und das Pferd. Das will ich auch können“. Mein Vater lachte und sagte: „Na, da hast du dir ja etwas vorgenommen“. Ich verstand nicht, ob das jetzt gut oder schlecht war. Ich wünschte mir, einfach so auf meinem Pferd zu reiten wie diese schöne Frau. Am nächsten Morgen fragte ich meinen Vater, wann wir denn nun mein Pferd kaufen gehen. Er aber antwortete: „Wir haben nicht im Lotto gewonnen und darum gibt es auch kein Pferd.“

Diese Antwort war für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich lief weinend in mein Zimmer und kam den ganzen Tag nicht mehr heraus. Ich verstand nicht, was das sollte: Erst sollte ich ein Pferd bekommen und dann gab es doch keins? Ich war so enttäuscht, dass ich mir schwor: „Wenn ich groß bin, kauf‘ ich mir ein Pferd und reite so wie diese schöne Frau im Zirkus mit meinem Pferd davon.“

Wie ich nun so auf meinem Bett lag, wurde mir auf einmal klar, dass ich mir gerade diesen Mädchentraum erfüllt hatte. Nun musste ich nur noch reiten lernen. Mit diesem Wunsch schlief ich wohlig ein.

Ich lerne reiten

Als Kind durfte ich auf einem Reiterhof Ponys reiten oder – besser gesagt – auf ihnen herum hopsen. Ich bekam immer wieder andere Ponys und durfte auch ausreiten. Das war zwar sehr schön, hatte aber natürlich nichts mit Reiten können zu tun und doch fühlte ich mich tief verbunden mit den Pferden.

Wieder machte ich mich auf die Suche nach einer passenden Lösung – diesmal, um die richtige Reitschule zu finden. Im Normalfall fingen die Kinder mit ca. fünf bis sechs Jahren mit dem Reitunterricht an. Ich aber war 35 Jahre alt und da wurde es schwierig. Trotzdem fand ich eine Reitschule in Zürich und buchte gleich zehn Reitstunden.

Auf dem Reiterhof angekommen, liefen mir lauter junge Mädchen im Alter von sechs bis vierzehn Jahren entgegen. Sie beachteten mich aber nicht, sondern liefen an mir vorbei zur Bushaltestelle auf der anderen Seite der Straße. Ich schaute den Mädchen noch nach und ging dann direkt in die Reithalle.

Die Reithalle war groß, es waren ein Dutzend Kinder auf Pferden in dieser Halle, die Unterricht von einem Reitlehrer erhielten. Ich traute meinen Ohren nicht: Dieser Mann schrie ununterbrochen auf die Kinder ein: „Absätze tief“, „Kopf hoch“, „Brust raus“. Mir wurde ganz schlecht und ich dachte: „Mit mir muss der nicht so rumschreien – da geh´ ich gleich wieder – was glaubt der denn, wer er ist?“. Und dann kam er direkt auf mich zu. „Suchen Sie jemanden?“ fragte er mich. Ich war völlig verunsichert: „Ich möchte möchte g-g-gerne reiten lernen.“ Oh mein Gott, was stotterte ich denn da jetzt herum? Der Reitlehrer lächelte mich freundlich an und sagte: „Gut – dann gehen Sie ins Büro und lassen sich alles erklären und zeigen“.