Mohammed und sein Werk - Johannes Scherr - E-Book

Mohammed und sein Werk E-Book

Johannes Scherr

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Beschreibung

In "Mohammed und sein Werk" unternimmt Johannes Scherr eine tiefgreifende Analyse des Lebens und der Lehren des Propheten Mohammed, verankert in einer eloquenten und zugleich zugänglichen Prosa. Scherr beleuchtet die historischen und kulturellen Kontexte, in denen Mohammed wirkte, sowie die Auswirkungen seiner Botschaft auf die damalige Gesellschaft und darüber hinaus. Das Buch vereint geschichtliche Forschung mit literarischer Betrachtung und bietet somit eine facettenreiche Perspektive auf die islamische Religion und ihre Ursprünge. Johannes Scherr, ein bedeutender deutscher Schriftsteller und Historiker des 19. Jahrhunderts, ist bekannt für seine umfassenden Recherchen und seine Fähigkeit, komplexe Themen eloquent zu vermitteln. Seine tiefe Auseinandersetzung mit religiösen und philosophischen Fragen spiegelt sich in seinem Werk wider, das in einer Zeit entstand, in der das Interesse an Orient und Islam in Europa stark wuchs. Scherr, der auch als Literaturwissenschaftler aktiv war, bringt seinen scharfen analytischen Verstand und ein feines Gespür für kulturelle Spannungen in seine Erzählung ein. "Mohammed und sein Werk" ist nicht nur eine Einführung in das Leben des Propheten; es ist ein Essay über die Auswirkungen seiner Lehren auf die Weltgeschichte. Leser, die sich für interkulturelle Verständigung und die Wurzeln des Islams interessieren, werden aus dieser fundierten Analyse wertvolle Einblicke gewinnen und ein tiefes Verständnis der Thematik entwickeln.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Johannes Scherr

Mohammed und sein Werk

Einblick in die Welt des Islams: Historische und kulturelle Reflexionen im 19. Jahrhundert
Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2024
EAN 8596547845263

Inhaltsverzeichnis

Cover
Titelblatt
Text

Mohammed und sein Werk

Inhaltsverzeichnis
Mohammed und sein Werk.
Ein Vortrag von Johannes Scherr.
1.

Als ich zuletzt die Ehre hatte, in diesem Sale[1] zu sprechen, war mein Thema die Erscheinung jener lotharingisch-französischen Patriotin, die Gestalt und die That der Jeanne d’Arc, welche im 15.Jahrhundert den Anstoß zur Befreiung ihres Vaterlandes von der Zwingherrschaft der Engländer gegeben hat. Vom 15.Jahrhundert in’s 7. und 6., vom Mädchen von Orléans zum Propheten von Mekka ist ein weiter Rücksprung. Der Unterschied zwischen diesen beiden weltgeschichtlichen Figuren stellt sich beim ersten Anblick als ein so bedeutender dar, daß er bis zur Bizarrerie zu gehen scheint. Ein genaueres Zusehen und Vergleichen ergiebt jedoch eine unbestreitbare Aehnlichkeit. Ich meine damit nicht etwa den Schein des Wunderbaren, welchen die Laufbahn des orientalischen Religionsstifters und der occidentalischen Landbefreierin aufweisen, sondern vielmehr die Aehnlichkeit, daß in der glänzenden Gestalt des arabischen Helden, wie in der schlichten der Heldin von Domremy gleichermaßen eine große Wahrheit als weltgeschichtliche Thatsache hervortrat, — die Wahrheit: Nicht der klügelnde Verstand, nicht die besonnen rechnende und abwägende Bücher- und Kathederweisheit zeugt und wirkt die großen, die Menschen-, Völker- und Menschheitsgeschicke beginnenden und bestimmenden Gedanken und Thaten, wohl aber thut das jener heilige Sturm und Drang des Herzens, den man übermenschlich, göttlich nennen möchte und muß, die elementare Leidenschaft ursprünglicher Naturen, jene Herrschgewalt des Willens, welche, die „Angst des Irdischen“ weit hinter sich werfend, über alle Schmerzen des Lebens und über alle Schrecken des Todes zu triumphiren weiß. Angesichts dieser Wahrheit dürfte es angemessen sein, dann und wann den souveränen Wissensstolz unserer Tage daran zu erinnern, daß es allzeit Lebensmächte gab, gibt und geben wird, welche nicht zu messen und nicht zu wägen, nicht zu berechnen und nicht zu analysiren sind. Im gewöhnlichen Laufe der Dinge mag man ja wohl mit Maß und Wage, mit Ziffer und Zirkel, mit Agentien und Reagentien auskommen, aber wann ins Völkerleben große Krisen und Katastrophen hereinbrechen, dann wird immer wieder offenbar, daß die moralische Kraft doch die höchste Macht ist unter Menschen.

Die Wahl meines Gegenstandes trägt, will mir scheinen, ihre Rechtfertigung in sich selbst. Denn es dürfte sich in unserer wirrsäligen Gegenwart doppelt empfehlen, von Zeit zu Zeit betrachtende und aufhellende Blicke auf die unentweglichen Gestalten zurückzuwerfen, welche als leuchtende Marksteine und Pfadweiser die Entwickelungsstationen des Menschengeschlechtes bezeichnen. Sodann möchte heute, wo die sogenannte orientalische Frage, welche sich nachgerade zur Frage nach dem Sein oder Nichtsein der mohammedanischen Welt zuspitzen zu wollen scheint, alljährlich, ja alltäglich Europa in Brand zu setzen droht — heute möchte die mit raschen Strichen zu zeichnende Erinnerung an den großen Mann nicht ganz unwillkommen sein, welcher einer der gewaltigsten und folgenschwersten Revolutionen in der Geschichte der Menschheit den Stämpel seines Geistes und Namens aufgedrückt und die orientalische Frage in ihren Ursprüngen geschaffen hat, indem er der christlichen Religion die islamische gegenüberstellte. Die langen Jahrhunderte des Mittelalters hindurch war, wie jeder weiß, der Kampf zwischen dem europäischen Christenthum und dem asiatischen Islâm das eigentliche Grundmotiv der geschichtlichen Bewegung, und erst mit dem im 17.Jahrhundert begonnenen Niedergang des Osmanenreichs war der endgiltige Sieg des Europäismus über das Asiatenthum entschieden.