Mundartliches - Horst Melcher - E-Book

Mundartliches E-Book

Horst Melcher

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Beschreibung

Das vorliegende Buch ist eine Sammlung mundartlicher Ausdrücke. Hier sind manche Ergänzungen für den Duden drin.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Als Vorwort:

Gespräch in einem Wartezimmer

Zur Erinnerung:

Wer weiß nicht, was Heimat ist?

Zur Orientierung:

Wissen Sie, wo der Kreis Königsberg in der Neumark liegt?

Bunter Dialekt

Mundartgemisch

Mundart und Dialekt

Wörter, Ausdrücke, Redensarten (alphabetisch)

Beispiele zu ausgewählten Themen

Essen

Trinken

Rauchen

Wetter

Aussehen, Auftreten, Benennungen

Umgang und Zusammenleben

Brauchtum und Erlebnisse

Redensarten

Gereimtes und oft Zitiertes

Spitznamen im Heimatort

Humorvolles

Sprüche, Zitate, Weisheiten

Bezeichnungen, Ausdrücke, Redensarten, Schimpfwörter

Berlin-Brandenburg und der König von Preußen Friedrich II., genannt Friedrich der Große und auch „Der Alte Fritz“

Mundartliches und Lieder

Schlussbemerkung

Literatur

Als Vorwort: Gespräch in einem Wartezimmer

Mönsch Maxe, Du hier?

Det siehste doch. - Hatt ick schon „Juten Tach“ jesacht?

Tach scheen, Maxe.

Tach ook, Otto.

Und Du lebst immer noch?

Wat soll ick denn sonst moaken?

Wie jeht et Dir?

So lila, jemischt. Und Dir?

Jestern jing et noch. – Aber wat schmökersten da?

Det is keen Roman, aber trotzdem janz spannend. Ick schlepp det Buek immer met mi met.

Wat is denn so spannend?

Det is ne Zusammenstellung von Redensarten, die immer an früher erinnern. Da kann ick det Buek upschlajen, wo ick will. Deshalb bruk ick oock keen Lesezeichen. Un jenau is det ook so praktisch forn Wartezimmer.

Ja, ick muss ook oft an früher denken, wat wi so alles anjestellt hebben.

Un jenau det fällt mi ein, wenn ick darin leäse. Un det natürlich ook tosammen mit Irmjard. Die erinnert sich denn ook noch an manchet, wat schon fast vajessen is.

Du machst mir neujierich.

Ja, weil det so is, lerne ick so manchet, wat ick noch nich wusste. Oder weest Du, warum manche Oas(h)ack to den Krähen jesajt hebben?

Nee, keene Ahnung.

Det is janz einfach, wenn ick det jedruckt sehe. Det „h“ wurde immer unterschlajen. Un nu weeß ick, det di Aas jehackt hebben. Klar wie Kloßbriehe, aber die mundartliche Sprache is eben anschaulich, bunt und treffend – un frei von Rejeln un Vorschriften. Und et is ja ook schon spannend.

Rejeln un Vorschriften jibt et im Duden bloß für det Hochdeutsche. Aber da sin se nu ooch schon nachjiebiger jeworden.

Aber de Berliner un det Berlinern is ooch nich mehr so wie et mal jewesen is. Wenn die zu uns eäwer de Oader jekommen sin, hadden die immer ne jroße Klappe. Aber im Jrunde war allet so jemütlich, wie et hüte nich mehr is.

Mien Vater het immer jerne von de Zeit von früher vertellt. Der meente, die Jejend war de märkische Riviera: Ville Wald, Wiesen und Wasser, wenn ooch de Berje nich so hoch woaren.

Ja, mien Vater het ooch ville und jern berichtet, von de Waldseen, von Dianental un von de Biberfarm, vom Baden und vom Angeln, vom Pilze- un Beerensuchen im Wald. Un von villen lustigen, aber ooch von deftigen Unternehmungen.

Am meesten hett mien Jroßvata von siener scheenen Tied vertellt, wenn de Berliner jekoamen sin. Die sin mit uns an de Schleppkeäne uff de Oader ranjeschwommen. Un abends hebben se tosammen jesungen un jepichelt.

Hüte is ja up de Oader nischt mehr los. Bist du mal widder da jewesen?

Nee, bloß von Zollbrücke mal rüberjekiekt. Det is ja nu bekannt.

Ob hüte noch eener Zollbre-e oder Tollos secht?

Weeß ick nich, Aber da is Rühmann un sin „Theater am Rand“. Det is derselbe, den Du ooch vom Fernsehn kennst. Da spielt er doch den Arzt in eener langen Serie.

Ja, den hab ick im Fernsehn ooch jesehen bei eener Tour durchs Oderbruch.

Richtich. Un deshalb will ich den mal frajen, wenn ick ihn hier mal treffe, ob er denn ooch die Dörper up de andern Side kennt, un ob er denn weeß, wat da mal los war und wie et jetzt aussieht.

Un wenn der nich weeß, wat da mal los war, wat et da mal alles jejeäwen hett in de märkische Riviera, dann soll er mal in de Bände Heimatland kieken, die der olle Verfasser, nu ooch schon lange Uropa, ut eijener Erinnerung vor 25 Jahren jeschriewen hett.

Wo jefft denn die?

Die drei Bände met rund 800 Sieden jab et bis jetzt bloß privat. Nu solln se überarbeetet offiziell in` Buchhandel koamen. Tuierscht diser Band eäwer Mundartliches. Neäben Redensarten wird der nu ooch Mundartliches in Liedern brengen, die unse Vorfahren früher jesungen hebben. Det sin immer scheene Erinnerungen.

Heeßt det nu det Berlinische oder det Berlinerische?

Janz einfach: det Berlinsche!

Du meckst mi Appetit. Villeicht kann ick mi det Buek to Wiehnachten koopen. Det wär een scheenet Jeschenk ungern (untern!) Wiehnachtsboom nich bloß for de janze Familie, ooch for de Kindeskinder.

Aber jespannt bin ick uff det dritte Buek von der Triologie „Heimatland zwischen Oderstrand und Waldesrand“. Det war unsere Rivera.

Det kannste woll sajen. Janz jenau so is ett.

*

Selten hörte man ein totales „Platt“ oder ein totales „Berlinsch“; am häufigsten sprach man ein variierendes Gemisch beider Mundarten bei zunehmender Dominanz des „Berlinern“. Aber det richije „Balinan“ is heute weniger jeworden.

Und verschwunden ist durch die Vertreibung („Ethnische Säuberung“) der Ostbrandenburger auch deren Mundart mit den vielen Eigentümlichkeiten, von denen wohl kaum Tonaufzeichnungen existieren. Der tatsächliche Klang der gesprochenen Worte, also ihre Natürlichkeit kann weder durch Nachahmung noch durch Abänderungen in geschriebenen Worten kaum annähernd richtig wiedergegeben werden. Und das bedeutet, dass man Mundartliches und Dialekt unterscheiden muss. Den Dialekt kann man nur durch Hörproben des Mundartlichen vermitteln bzw. nahebringen. Um den originalen Dialekt zu hören, fehlen leider die Tonaufnahmen mit Stimmen der einstmals im Osten Deutschlands beheimateten Ahnen und Freunden.

*

Danksagung

Meine liebe Carolin Balliet, Studienrätin für Französisch und Musik, hat eine vielseitige und umfangreiche Arbeit am Computer geleistet. Ihr sage ich für die sympathische Zusammenarbeit meinen besten Dank.

*

Zur Erinnerung:

Wer weiß nicht, was Heimat ist?

Bisweilen kommt es vor, dass in provozierender Weise die Frage gestellt wird Was ist denn eigentlich Heimat? Unabhängig davon, ob nun der Fragesteller zu jenen Avantgardisten gehört, die nicht rasch genug einen Nationalstaat abschaffen können und dabei verfehlt meinen, was mit Heimat zusammenhängt, müsse auch getilgt werden, fragt man ruhig und gelassen zurück, ob vielleicht nicht klar ist, was man beispielsweise unter Heimathafen, Heimatliedern, Heimatmuseum, Heimatkalender und Heimatkunde zu verstehen hat. Alle diese Begriffe haben eben ihre Berechtigung und die Grundlage, dass es den Begriff Heimat gibt und zwar seit ewigen Zeiten. Mit der Frage Was ist Heimat? kann, evtl. herablassend, sogar eine Diskriminierung der Heimatlos-Gemachten verbunden sein, und damit eine Verletzung menschenrechtlicher Normen.

Wie Menschen haben auch Tiere und Pflanzen eine Heimat. Verpflanzt oder vertreibt man sie, hat das unter Umständen eine Ausrottung zur Folge. Lebewesen, ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, verteidigen ihren Standort, ihr Gebiet oder Revier gegen Eindringlinge.

Der Schweizer Buchautor und Aphoristiker Walter Ludin schreibt Einheimische lieben es selten, wenn Fremde bei ihnen heimisch werden wollen. Diese Erfahrung haben die deutschen Entheimateten nach 1945 erlebt, sei es in Orten Dänemarks oder Restdeutschlands.

Es ist damit ersichtlich, dass sogar ein Naturrecht auf Heimat sowohl der tierischen als auch der menschlichen Gruppen und Völker besteht. Rechtsverstöße gegen ein solches Recht sind Verbrechen. Verstöße gegen das Heimatrecht wie Vertreibung oder Hinderung der Flüchtlinge an der Rückkehr in ihre Heimat resultieren aus niederen Motiven und unlauterer Gesinnung wie Hab- und Raubgier, aus Neid sowie Gewalt- und Herrschsucht. Jene Seite, die bei der Gewaltausübung die Oberhand behält, erhebt für sich alle Ansprüche unter Rechtsdeklarationen. Damit ist mit willkürlichem Verständnis dem Bibelwort Folge und Genüge geleistet Gewalt geht vor Recht (Habakuk 1,3); also nicht etwa: Gewalt bricht Recht. Das Naturrecht umfasst nicht zuletzt auch das Gewohnheitsrecht, also das Heimatrecht.

Geht man der Frage Was ist Heimat in dicken Büchern mit dem Titel Zitatenschatz nach, so findet dort auf diese kurze Frage keine kurze Antwort, sondern eine Fülle von Beiträgen in Form von Gedichten, Aphorismen, Zitaten, aber keine Definition. Hier findet man Aussagen über die Heimat, die der Gefühlswelt entstammen, die in der Sehnsucht und Liebe zur Heimat ihren Ausdruck finden. Die Worte Gibt´s ein höheres Übel doch als den Verlust der Heimat?“ schrieb Euripides 431 v. Chr. in seiner Tragödie Medea. Und im Alten Testament (5. Mos. 27, 17) findet man Verflucht sei, wer seines Nächsten Grenze verengert. Die Sehnsucht nach der Heimat erhielt tiefen Ausdruck im Gefangenenchor Teure Heimat der Oper Nabucco von Verdi, wo es heißt Es ist nichts auf der Welt wie die Heimat so schön. Weithin bekannt und immer wieder gern gesungen ist das alte Shanty der Seefahrer aller Nationen Rolling Home. Heimat wird immer wieder als ein dominierendes Gefühl empfunden, dass einen übergroßen Teil der Menschen zurück nach Hause zieht. Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen

schreibt Theodor Fontane (1819-1898) in seinem Vorwort zur ersten Auflage seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Bei Goethe erhält Heimat sogar den Rang einer Notwendigkeit. Er schrieb an Charlotte von Stein (29. 12. 1782) Es ist gar schön, an einem Orte fremd sein, und doch so notwendig, eine Heimat zu haben.

Man möchte aber wissen „Was ist Heimat?“ Also gibt man, wie es heute so üblich ist, die Frage ins Internet an Google weiter. Und was findet man? Eine Fülle von Aussagen und Beschreibungen, aber keine kurze Antwort im Sinne einer Definition. Das mag zunächst überraschend sein. Aber auf Grund der großen Vielseitigkeit und Vielgestaltigkeit sowie des Umfangs des Begriffskomplexes Heimat ist eine kurze Antwort nicht zu erwarten. Das trifft beispielweise in analoger Weise auch auf andere Begriffe bzw. Fragen zu, die noch häufiger gebraucht werden: Was ist Liebe? Oder worüber zahllose Wissenschaftler und Philosophen nachgedacht haben Was ist Zeit? Als Antwort auf diese Frage wird gern der Kirchenvater Augustinus zitiert. „Wenn man mich danach fragt, weiß ich es, aber wenn ich es sagen soll, weiß ich es nicht“. Möglicherweise gilt diese Antwort analog auch für die beiden anderen kurzen Was-ist-Fragen nach Liebe und Heimat. Natürlich kann man kurz sagen „Zeit ist eine Dimension der Einheit Raum-Zeit“ oder „Zeit ist das, was man mit eines Uhr misst“.

Unabhängig von der vergeblichen, jedoch erklärten Suche nach einer kurzen Definition für den Begriff Heimat soll dennoch eine Kurzantwort auf die eingangs gestellte Frage Was ist Heimat? gegeben werden: Heimat ist der Lebensraum bevorzugt der Kinder- und Jugendzeit. Das bezieht sich sowohl auf die dort erlebte Entwicklung des Körpers, des Geistes und der Seele (Psyche) als auch auf das jeweilige Gemüt und auf die traditionelle in Sicherheit und Geborgenheit verlaufende Lebensweise und Mentalität. Das alles ist nicht nur auf den Kreis der Eltern, Verwandten und unmittelbaren Nachbarn und Freunde bezogen, nicht allein auf den Wohnort, den Landkreis, sondern auf das Volk mit seinen Gepflogenheiten und Traditionen, sowie auf den Staat als Ganzheit.

Natürlich gibt es heute mehr oder weniger große Ausnahmen von solcher überwiegend als normal und üblich heimatgeprägten Auffassung, die hier aber als seltener oder exotisch außer Betracht bleiben können. So wie es Menschen gibt, die in ihrem Leben nicht erfahren und wissen, was Liebe ist, so gibt es Menschen, die nie erfahren und wissen, was Heimat ist. Von diesen Minderheiten ist hier nicht die Rede.

Die mit Gewalt während des Waffenstillstandes (also ohne Friedensvertrag) nach dem Zweiten Weltkrieg herbeigeführte Vertreibung mit dem damit verbundenen Landraub und Völkermord stellt ein Völkerrechtsverbrechen bisher größten Ausmaßes in der Weltgeschichte dar und ist ein weiteres erreichtes Ziel auf dem Weg zur Vernichtung Deutschlands, wie es im Übrigen u.a. von Churchill und Roosevelt bereits schon vor 1933 verkündet worden war. Churchill hatte auf dem Treffen der sog. „Großen Drei“ 1943 in Teheran mit seinem „Streichholzspiel“ Stalin die Gebietsverschiebung und die Vertreibung nahegebracht.

Und seit dem Panslawistenkongress in Prag 1848 war das Ziel der Gebietsforderungen bis zur Oder-Neiße-Grenze bekannt. Diese Begierde auf deutsches Land wurde vor allem in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zunehmend deutlicher propagiert. Die Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg hat Gelegenheit und Anlass gegeben, diesen Gebietsraub zusammen mit der brutalen Vertreibung unabhängig von einem Friedensvertrag in völkerrechtswidriger Weise herbeizuführen. (Es gab kein „Potsdamer Abkommen“, sondern nur ein Protokoll der Tagung in Potsdam Juli/August 1945). Reaktionen der Verliererseite auf Vertreibung und Landraub sind durchaus kritikwürdig und verachtenswert.

Wir blicken am Ende unseres Lebens zurück auf unsere unvergessene Heimat, aus der wir vertrieben wurden, und die wir nicht – wie in einer angeblich berühmten Rede am 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Waffenstillstandes behauptet – in einer „West-Wanderung“ verlassen hätten. Das Faktum Vertreibung wurde ja in der DDR schon nicht geduldet und irreführend durch Umsiedlung ersetzt. Wenn es in der BRD nun durch den Euphemismus (also schönfärberisch) Wanderung ersetzt wird, bedeutet das eine Diskriminierung, Beleidigung und Verhöhnung der Millionen leidgeprüften Vertriebenen und ist eine Geschichtsklitterung, dass künftige Schülergenerationen meinen, Völkerwanderungen hätte es nicht nur in früheren Jahrhunderten gegeben. Damit ist dann von Landraub und von Vertreibung endgültig keine Rede mehr. Und tatsächlich wird in dem dokumentarischen Film „Deutsche und Polen“ von 2016, der am 14. und 15. 12. 2018 in Phoenix gezeigt wurde, irreführend von „Völkerwanderung“ gesprochen. Dabei wurden die Zahlen mit (nur!) 8 Millionen „Wanderenden“ aus deutschen Gebieten und 2 Millionen aus ehemals sowjetischen Gebieten angegeben. Unabhängig davon, wie man die Aktion beschönigt und die Zahl der Vertriebenen frisiert, so ändert sich nichts an der Ursache der niederen Gesinnung und der brutalen Ausführung. Gebietsänderungen wurden 1918 noch im Rahmen eines Vertrages beschlossen, während 1945 mit Gewalt (widerrechtlich) vollendete Tatsachen geschaffen worden sind.

In der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 liest man u. a. Die Völker sollen handeln, wie es ihren christlichen Pflichten und ihrem Gewissen entspricht. Dass ein solches Handeln unterblieben ist, war nicht anders zu erwarten, da ja schon die von Christen ausgeübte Vertreibung selbst nicht als christliche Pflicht anzusehen ist, sondern ein Verbrechen sondergleichen darstellt, dem ja nicht die gern zitierte christliche Liebe, sondern Hass und andere niedere Instinkte zugrunde liegen. Auf Seiten der Sieger war nie von Befreiung, sondern allein von Vernichtung die Rede. Bei dieser Zielstellung gab und gibt es keinen Friedensvertrag. Mit dem Heimatbegriff waren und sind im Allgemeinen Geborgenheit und Sicherheit verbunden. Diese heimatliche Geborgenheit und Sicherheit sind im 21. Jahrhundert sogar zu Weihnachten, dem christlichen Fest der Liebe entschwunden, da man veranlasst ist, Orte des Gedenkens und Feierns besonders zu schützen und zu sichern, indem man sie wie in eine Festung verwandeln muss. Und das geschieht wiederum nicht unabhängig von religiösen Einflüssen oder „Herausforderungen“.

Der Autor (Nichtmitglied des Bundes der Vertriebenen) hat auf die verordnete einheitliche „Einmalzahlung“ von 4000 D-Mark verzichtet. Als Besitzer von zwei Gehöften mit Häusern, Stallungen und Ländereien hätte er dieselbe Summe erhalten wie jene Vertriebenen, die daheim nur in einer Mädchenkammer wohnten. Dagegen hatten in der BRD wohnende Vertriebene einen differenzierten sog. „Lastenausgleich“ erhalten. (Mitunter wird von „Anpassung“ zwischen Ost und West gesprochen und in bestimmten Fällen auch gehandhabt). Der Verzicht auf diese „Einmalzahlung“ beruht darauf, weil Heimat nicht mit Geld zu bezahlen ist und nicht zu verkaufen ist.

In seinen Büchern Heimatland zwischen Waldesrand und Oderstrand hat der Autor zu 60 altbekannten und beliebten Melodien neue heimatbezogene Texte geschrieben. Mit ausgewählten Texten zu zwei bekannten Melodien mag dieser Beitrag abgeschlossen sein.

Mein Heimatland

Melodie: Der Steiger kommt Text:; Horst Melcher

Mein Heimatland, mein Heimatland, wir lieben dich mit Herz und Verstand, wir lieben dich mit Herz und Verstand, mein Heimatland, mein Heimatland.

Mein Heimatland, mein Heimatland, zwischen Waldesrand und Oderstrand wir lieben Dich mit Herz und Verstand, mein Heimatland, mein Heimatland

*

Nach der Heimat geht mein ständig` Sehnen

Melodie. Volkslied aus Franken Text: Horst Melcher

Nach der Heimat geht mein ständig` Sehnen, und die Heimat hab´ ich stets im Sinn. Wein` im Stillen oftmals meine Tränen, denn zur Heimat möcht´ ich wieder hin.

Was die Ahnen alles dort besessen, bleibt in Zahlen uns doch unbekannt. Aber eines bleibt stets unvergessen, und das ist mein liebes Heimatland.

Wann sehn´n wir uns in der Heimat wieder, erinnern uns an die schöne Zeit. und dann singen wir die alten Lieder und wir träumen von alter Wirklichkeit.

Wenn im Alter kommt die Abschiedsstunde, denkt man an die Heimat gern zurück und wenn kleiner wird die traute Runde, dann träumt man von dem erlebten Glück.

Herzlicher Dank an www.franzdorfer.com für freizügige Noten-Angebote.*

Zur Orientierung:

Wissen Sie, wo der Kreis Königsberg in der Neumark liegt?

Und was wissen Sie über Geschichte, Landschaft, Orte und Menschen des alten Kreises im preußischen Staat? Ja, richtig, die größte Stadt des Kreises Königsberg war Küstrin am Zusammenfluss von Oder und Warthe, in der Süd-Ost-Ecke des Kreises gelegen; und deshalb an Stelle von Königsberg eben nicht Hauptstadt des Kreises. Mit Küstrin ist der Name des Preußenkönigs „Friedrich der Zweite“, genannt „Friedrich der Große“ oder der „Alte Fritz“ verbunden (1712-1786). Hier saß er als Neunzehnjähriger in Haft und musste die Hinrichtung seines Freundes Hans Hermann von Katte (1704-1730) mit ansehen. Sein späterer Freigang führte ihn in das nahegelegene Tamsel (Dabroszyn), wo er sich in die 24-jährige attraktive Schlossherrin Luise Eleonore von Wreech verliebte.

Nur 6 km von Küstrin entfernt liegt Zorndorf, das durch eine verlustreiche Schlacht (20. August 1758) des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) bekannt ist. Friedrich II. hatte seine Truppen im Eilmarsch an die Oder gebracht und diese in Güstebiese von der Westseite zur Ostseite übergesetzt, um sie nach Zorndorf (Sarbinowo) gegen die russische Armee zu führen. Dieser berühmte Oderübergang wurde 180 Jahre später in großer Feierlichkeit nachgestellt.

Unweit dieses berühmten Oderübergangs biegt etwas flussabwärts die damalige Oder (heute „Alte Oder) etwa rechtwinklig nach Wriezen ab und beschreibt über Bad Freienwalde und Oderberg bis nach Hohensaaten einen bogenförmigen Verlauf. Dieser Bogen wurde begradigt, indem von dem Punkt der Richtungsänderung an bei Güstebiese auf Veranlassung des Preußenkönigs etwa bis Oderberg der neue „Odergraben“, seinerzeit nur etwa 30 m breit) ausgehoben wurde, wodurch sich der Schifffahrtsweg nach Schwedt und Stettin um 72 km verkürzte. Auf dem rechten Ufer ist die „Neue Oder“ durch ein beschauliches hügeliges und waldreiches Gebiet begrenzt. Auf dem linksseitigen Oderufer wurde ein Damm (Deich) aufgeschüttet. Die Fläche zwischen der „Alten Oder“ und dem Oderdamm bildet das (niedere) Oderbruch, das durch weitere Maßnahmen „trockengelegt“ wurde. Die Hochwasser der (neuen) Oder wirkten sich fortan nur auf den rechtsseitig gelegenen Wiesen der Oderranddörfer aus, abgesehen von vielen Dammbrüchen. Das durch Trockenlegung entstandene Oderbruch war und ist eine äußerst fruchtbare Acker- und Feldfläche und galt als „Gemüsegarten“ von Berlin. Die Tat Friedrichs des Großen ist mit verschiedenen Denkmälern in Oderbruchgemeinden gewürdigt worden. Ein Wort des Königs wird gern zitiert: „Hier habe ich im Frieden eine Provinz erobert, die mir keinen einzigen Soldaten gekostet hat“.

In der Bauzeit von 1747 bis 1753 wurden ein neuer Flusslauf von 22,3 km Länge mit einem Damm geschaffen und 32 500 ha Land gewonnen; bis 1761 sind 33 neue Dörfer entstanden. Als erstes Kolonistendorf wird Neulietzegöricke genannt. Das auf der östlichen Seite gegenüberliegende Lietzegöricke (1335-1945) wurde später Altlietzegöricke (ab 1945 Stare Lysogorki) genannt.

Eine von zwei Fährstationen bei Neulietzegöricke war (bis 1945) Zollbrücke und ist heute durch das „Theater am Rande“ weithin bekannt. Der Fährweg auf der östlichen Seite führte über eine Brücke über die Schlibbe (Slubia) auf die Straße Zehden - Bärwalde (Cedynia – Mieszkowice). Unweit von diesem Straßenpunkt befindet sich der größte polnische Soldatenfriedhof Siekierki (Zäckerick). Dieser Friedhof liegt etwa in der Mitte zwischen Siekierki (Zäckerick) und Altlietzegöricke und war einmal unser Sportplatz. – Am Grenz- oder Eichenberg, zwischen diesem Friedhof und der genannten Straße, gab es einen germanischen Friedhof, von dem Urnenfunde im Märkischen Museum vorhanden sind. Über diese Urnenfunde wurde in Fachzeitschriften noch vor einigen Jahre berichtet.

Die Region, aus der über die ehemalige Umgangssprache (Mundartliches) hier geschrieben wird, ist damit gekennzeichnet. Ein Zipfel des Kreises Königsberg liegt auf der Westseite der Oder. Dazu gehören das niedere Oderbruch und 21 Ortschaften (siehe Sylva-Karte des Kreises Königsberg, die im Oderlandmuseum Bad Freienwalde erhältlich ist). Ein Gedenkstein des Heimatkreises ist in Hohenwutzen aufgestellt (Bild). Bei diesem Ort führte die Kleinbahn, die Bad Freienwalde und Zehden verbunden hatte, über die Saldernbrücke zur anderen Oderseite. Dort war in den dreißiger Jahren eine Zellstofffabrik aufgebaut worden, deren restliche Trümmer heute den Polenmarkt beherbergen. Hohenwutzen ist auch durch die

großen Anstrengungen gegen das Hochwasser 1997 bekannt geworden. Von dort führt die Straße nach Zehden bzw. nach der ehemaligen Kreisstadt Königsberg, deren heutiger polnischer Name Chojna, nach 1945 zweimal geändert wurde. Diagonal zu Küstrin liegt die ehemalige Kreisstadt Königsberg nahe der nordwestlichen Grenze des Kreises; und etwa in der Mitte des Kreises liegt Bärwalde.

Dort haben sich vor ein paar Jahren Berliner Abiturienten, antrainiert mit übersteigertem Selbstbewusstsein, peinlichst blamiert, als sie in Mieskowicze die für sie überraschende Neuigkeit erfahren hatten, dass diese Stadt bis 1945 einmal die deutsche Stadt Bärwalde gewesen ist. Ob diese jungen Leute wissen, was es mit dem kleinen Ort Gossow auf sich hat, der auf dem Viertel der Strecke liegt, die von Bärwalde nach Königsberg führt? Es gibt doch eine Gossow-Straße in Berlin. Und dann gibt es auch noch eine Levetzowstraße. Was hat das alles mit Berlin und mit dem Reichstag zu tun? Fragen wir mal die Abiturienten! Ja, richtig: In Gossow wurde Albert von Levetzow geboren (12. 09. 1827 – 12. 08. 1903). Er hat die Eröffnungsrede des Reichstages in dem von Paul Wallot geschaffenen Gebäude gehalten und war selber wiederholt Präsident des Reichstages. ---

Levetzow war Zeitgenosse von Otto von Bismarck (1815-18) und von Theodor Fontane (1819-1898), dem großen Dichter der Mark Brandenburg. Was wüssten wir über unsere Heimat ohne Fontanes imposantes Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“? Diese vier Bände, zu denen man noch als fünften Band „Fünf Schlösser“ zählt waren u.a. Grundlage für seine international bekannten und berühmten Romane wie beispielsweise „Effie Briest“ und „Der Stechlin“.

Über Mundartliches, die Sprache des sog. einfachen Volkes können seine Werke nicht als ergiebige Quellen angesehen werden. Es sei Sprachwissenschaftlern überlassen, Vorformen der gesprochenen Mundarten und Dialekte zu erforschen; dabei ist die Vielfalt der Spracheigentümlichkeiten nicht zu übersehen, die durch die zahlreichen Zuwanderer aus deren Heimatländern in die urbar gemachten Gebiete mitgebracht wurde.

Ich habe, in dessen Familie nie platt geredet wurde und werden konnte, allein aus Freude an Eigenheiten von Wörtern und Ausdrücken, rückblickend auf meine Heimatjahre Spracheigentümlichkeiten gesammelt, die in den damaligen Duden-Wörterbüchern nicht zu finden waren. Dabei könnte die Aussprache, selbst bei einer Angabe der Phonetik, nur unzureichend markiert werden. Davon wird abgesehen, zumal die Tonmelodie der Sprache und damit auch der Worte von Ort zu Ort wechselt und diese auch im gleichen Wohnort unterschiedlich sein können. Es gibt eben kein einheitliches plattdeutsch in der Mark, selbst nicht im Kreis Königsberg, mitunter auch nicht in derselben Straße.

Die gesammelten Wörter und Ausdrücke werden ins Hochdeutsche „übersetzt“, damit sie nicht wie in einer Fremdsprache erscheinen. Das erscheint kulturgeschichtlich als bewahrenswert, zumal die ehemaligen Bewohner aus den Gebieten 1945 vertrieben worden sind und heute (2018) meistens nicht mehr am Leben sind. Wenn gegenwärtig das Wort „Heimat“ eine gewisse Renaissance erlebt und Schriften zum Thema „Heimat“ erscheinen, dann mag zu den Heimatäußerungen wohl fast ausschließlich der „Hierverbliebenen“ auch ein Beitrag der aus der deutschen Heimat Vertriebenen angebracht sein. (Siehe hierzu auch das Buch des Verfassers Heimatland – zwischen Waldesrand und Oderstrand).

*

Bunter Dialekt

Es gibt kein einheitliches neumärkisches Platt. Der nördliche Teil der Neumark wurde durch das hinterpommersche Platt beeinflusst. In anderen Teilen der Neumark sind in früher Zeit niedersächsische und bayrische Elemente verschmolzen. Nicht zuletzt ist die Lautverschiebung von a in oa (Ader in Oader) oder von ä in eä (kämen in keämen) auf die Besiedlung der Neumark mit Bauern aus Bayern zurückzuführen. Das war in der Zeit, als Ludwig von Wittelsbach (Ludwig der Bayer) einen starken Ansiedlerstrom in die sehr schwach besiedelte Neumark geführt hat. Später übte das Berlinische vor allem in den nahen Gebieten von Berlin einen dominierenden Einfluß aus. Sogar innerhalb ein und derselben Ortschaft variierte die dort gesprochene Mundart. Beispiel: Manche sagten Dorp, andere Dörp und schließlich auch Dorf.

Mundartliche Unterschiede gab es zwischen benachbarten Ortschaften, innerhalb eines Ortes sogar, so daß man von Sprachgrenzen innerhalb der Neumark wohl nicht sprechen kann, da es sich – wenn überhaupt – nur um diffuse Abgrenzungen handeln kann. Heimatlich klingt in unseren Ohren, wenn man die Forst sagt und schreibt, obwohl es nach Duden und anderen Wörterbüchern ausschließlich der Forst heißt. So findet man in allen Jahrgängen des Königsberger Kreiskalenders wohl ausnahmslos die Forst, selbst in dem Beitrag des Forstmeisters Knust, der unser enger Nachbar gewesen ist. Von Alt Küstrinchen kannte ich die Grüne Grund. Dort wohnten meine Großeltern väterlicherseits. In dem Artikel des Forstmeisters Knust über Die Oberförsterei Lietzegöricke (Königsberger Kreiskalender 1931, Seite 67-70 bzw. als Nachdruck 1983, S. 126-132) liest man aber auch die Kiebitzgrund, die Lange Grund, die Mordgrund und die Schmiedegrund. Ob diese Spracheigentümlichkeit etwa für die gesamte Neumark festzustellen ist, oder trifft sie nur auf bestimmte Gebiete zu?

Die Duden-Redaktion habe ich auf einige Merkwürdigkeiten hingewiesen.

Der Forst oder/und

die

Forst. In allen Jahrgängen des Königsberger Kreiskalenders (1926 bis 2003) werden wohl ausnahmslos die großen Waldgebiete als „die“ Forst bezeichnet. Den weiblichen Artikel für Forst findet man auch in Akten von Archiven. Im Duden von 1934 ist auch „die“ Forst zugelassen. Das scheint heute nicht mehr der Fall zu sein, da offenbar alle neueren Wörterbücher nur noch die Form „der“ Forst zulassen. War „die“ Forst nur überwiegend in der Neumark gebräuchlich? Läßt sich dafür eine Sprachgrenze angeben?

Statt „der Grund“ als Tal oder Talsohle („In einem kühlen Grunde“) findet man in der Literatur der Neumark auch „die“ Grund. Ist das in anderen Regionen auch üblich? Dann wäre ein Hinweis auf „mundartlich“ angebracht. Man findet zum Beispiel „Die lange Grund“, „Die Schmiedegrund, „Die Hexengrund“. Handelt es sich in diesem Fall auch um Spracheigentümlichkeiten nur in der Neumark?

„Die See“ auch im Falle eines Binnensees? Im Band 1

Das Oderbruch

des Autors Peter Fritz Mengel (Eberswalde 1930) liest man „Die Faule See“ (bei Wriezen); unter der Abb. 71 heißt es dort „Eindämmung der Faulen See“. Gibt es noch weitere Beispiele oder liegt in diesem Fall eine einzigartige Ausnahme? vor?

„Der Oderbruch“ oder „Das Oderbruch“? „Bruch“ hat ja unterschiedliche Bedeutungen: Zahlenbruch, Narben- und Knochenbruch, Vertrauensbruch, Bruch als Kurzform für Einbruch. Läßt der Duden nur „Der Oderbruch“ zu, also nicht

das

Oderbruch? Und dann bei Oderbruch mit demselben (kurzen u-Laut wir bei Knochenbruch? Wenn man Buch oder Luch (als Sumpfland) liest, kommt niemand auf den Gedanken, dieses „u“ wie bei Bruch zu sprechen. Meint man aber Oderbruch, sollte man erstens „das“ als Artikel bestimmen bzw. zulassen und auf die gedehntere Form des u-Lautes (wie bei Luch) hinweisen. – Es entsteht der Eindruck, daß z. B. bei Oderbruch etwas festgelegt wird, was die lange Tradition der Oderbrüchler ignoriert und den Oderbrüchlern etwas von Leuten vorgeschrieben wird, die diese Region vielleicht kaum vom Hörensagen kennen.

Dominiert das Weibliche in unserer Heimatsprache? Man liest in Briefen „Deine Irmchen“, „Deine Trudchen“, obwohl es korrekt wegen der Silbe „chen“ doch Dein Irmchen, Dein Trudchen usw. lauten müsste.

Zu einem bedauernswerten Kind sagt man

Armet Worm

, also „armes Wurm“ und nicht armer Wurm. Eine Eigenart der Neumärker oder überhaupt der Brandenburger?

Man sagt zu dem hochdeutschen Spring (Wiesenquelle) mundartlich

Sprind

. In diesem Fall wäre eine hoch- und plattdeutsche Wendung vertauscht, denn das plattdeutsche

hinger

würde für das hochdeutsche „hinter“ stehen. Beispiel:

Sprind-Brücke,

die am Ortsausgang von Alt Lietzegöricke in Richtung Güstebiese über die Schlibbe führt, hat einen Sinn: In unmittelbarer Nähe befindet sich ein „Spring“; in wenigen Fällen wurde diese Brücke tatsächlich auch „Spring-Brücke“ genannt. Vom Spring an dieser Brücke der Schlibbe holten die Schönheiten des Ortes ihr „Osterwasser“.

Wie aus den nachfolgenden Beispielen bekannter Redensarten ersichtlich ist, bestehen auch Unterschiede bzw. Varianten in der Aussprache, wiederum sogar innerhalb ein und desselben Ortes. Für die Schreibweise plattdeutscher Ausdrücke gibt es keine Vorschriften nach Duden. So variiert die Schreibweise, wodurch auch der Klang der Aussprache deutlich gemacht wird. Die Ursprünglichkeit des gehörten Wortes kann man in Schriftform nur ungenügend wiedergeben. Die Lautdarstellung durch bekannte Buchstaben des Alphabetes ist und bleibt behelfsmäßig. So ist das „ü“ in Schüne (Scheune) weder ein reines „ü“ noch ein reines „i“. Zur Bewahrung des Mundartlichen sind Tonaufzeichnungen unerlässlich. Das geschriebene Mundartliche, kann den Dialekt, gewissermaßen die zugehörige Musik oder Melodie, nicht ersetzen.

Beispiele für mundartliche Unterschiede oder Varianten, die an Hand bekannter Redensarten deutlich werden:

Die angeführten Beispiele zeigen die verschiedenen Mischformen der in unserem Heimatort geläufigen Mundarten. Wenn man annimmt, daß ca. 10% der Einwohner permanent hochdeutsch sprachen und auch ca. 10% notorisch plattdeutsch, dann sind bei ca. 80% der Einwohner bestimmte Mixturen zu konstatieren, die sich auch je nach Gesprächspartner etwas wandelten. Das geht aus nachstehenden Beispielen hervor.

Wat de Buure (Bur, Bua, Bauer) nich (ne) kennt, det (dat) frett (fritt) hi (he, hä) nich.

„Du hest juet (guad) lachen“, secht (sajt) de (di) Henne (Hinne, Huhn) tum Hoahn (Hahn), „du brukst keene Eier to (zu, tu) leejen (leäjen)“.

Det (dat) Ei will klüjer (kliaker, klüger) sin as (als) di (de) Henne (Hinne).

Frau (Fro, Olle) hoal (hol) ´n Bessen (Beäsen, Besen) un feech ´n Disch af (ab).

Wer met (mit) Ossen (Ochsen) foahrt (fährt), kimmt (kommt) ooch (ook) turecht (zurecht).

Wer´t (wäa`t, wer es) lang hett (hat), lett (lätt, lässt) et (ätt, es) lang bammeln (baumeln, hängen).

Erscht (erst) de (di) Piep (Piepe, Pfeife) in Brand un denn de Zicke (Zieje, Ziege) ut ´n (ut dän) Groawen (Grawen, Gra´n, Graben).

Dusselich is bessa (better) as puckelich (bucklich), det (datt) kann wenichstens keena siahn (siehen, sehn).

Kannste nu seggen (seien, sajen), det Niemarksch (Nümärkisch, Neumärkisch) eäverall (überall) eenheedlich (einheitlich) jequasselt werd (wird)? Ick glowe (gloobe, glaube), sowat jewwt (jibt, gibt) et nich.

Mundartgemisch

Ausgewählte Beispiele zur Demonstration parallel gebrauchter, also nichteinheitlicher, plattdeutscher Wörter in Schrift und Sprache innerhalb eines Ortes.

Beäsen, Bessen:

Besen

Book, Bu-ek

Buch

Brejen, Bräjen, Bräan, Brägen

Bregen, Gehirn eines Tieres

Dach, Tach, Da:

Tag

Daler, Doala

Taler

danzen, dänsen:

tanzen

Däre, Düre, Döäre:

Tür

Dorp, Dörp

Dorf

Esefatt, Eäsefatt, Ösefatt

hölzerne Schöpfkelle im Kahn

Frau-e, Fro-e, Fru-e, Wief:

Frau

hebben, hemm

haben

Hiänder, Hiäner, Hinner:

Hühner

hinjeschmeäten, henjeschmeäten

hingeschmissen

hüde, hüüte

heute

Jänter, Jeänterich:

Gänserich

jewen, jeäwen, jeän

geben

Kinger, Kinners

Kinder

Knesel, Knösel, Knöäsel

kurze Tabakpfeife

kneäten, knäten, knä´n

kneten

Knopp, Knoop

Knopf

Krepel, Kräpel, Kröäpel

Krüppel

liemerig, lümerig, löämerig

trübe

Mäke, Meäke, Meechen:

Mädchen

miah

,

mihr, mier

mehr

Nuhre, Nöhre

dammartige Begrenzung

rooken, roochen

rauchen

Schandare, Schandarm

Gendarm

Schlötel, Schleätel, Schlöätel

Schlüssel

Schonnsteen, Schornsteen

Schornstein

schwart, schwatt

schwarz

Spade, Spoade

Spaten

U´ehken, U´eken, Ohken

Raum unter Dachgebälk

Wajen, Wan, Fuhrwerk

Wagen

wedda, wedder, widda

wieder

Zieje, Zicke

Ziege

Wer versteht das sofort?

Der hujoapt un schleppt gliech in.

Wo hest de denn dän Stiebelknecht jeloaten?

Der is von de Nuhre geschleddert.

Det Böllikin is tum Seeße kloppen.

Du kennst keen´ Oas(h)ack?

Jeff mi moal det Ösefatt.

Wat lecht denn allet unger de Uhken?

Hüte oabend joan wi Tobakuptrecken.

Der woar blau un hebben sen injespunnt.

Die kimmt nich, die het Bukweida.

Wat sechsten doatu? Wat soll ick doatu seien?

Der hat sich schön wat injefobt (sich die Taschen volljefobt).

Auflösung:

Der gähnt und schläft gleich ein.

Wo hast du denn den Stiefelknecht „gelassen“ (hingestellt)?

Der ist vom Abhang gerutscht (mit dem Schlitten gefahren).

Das Bölleken (Dengelamboss) braucht man zum Senseschärfen.

Du kennst keine Krähe?

Gib mir mal die Schöpfkelle.

Was liegt denn alles unter dem Dachgebälk?

Heute Abend gehen wir Tabak(blätter) aufzuziehen.

Der war betrunken und wurde eingesperrt (Karzer).

Sie kommt nicht, sie hat Bauchschmerzen.

Was sagst du dazu? Was soll ich dazu sagen?

Hat sich viel in die (Hosen-)Taschen gesteckt (heimlich, ungesehen).

Diese Beispielauswahl erinnert daran, daß eine mitunter als typisch angesehene neumärkische Mundart nicht überall und auch zunehmend seltener gesprochen wurde. In Berlinnähe überwog der Einfluss des Berlinischen, oft auch in etwas abgewandelter Form.

In der Oder wurden Jäsen (Jeäsen) geangelt, mit Erften (Erbsen). Was sind „Jeäsen“? Hochdeutsch findet man Gösen, auch Gesen. Aber in Fischlexika sucht man sie vergebens. Dieser plötzenähnliche, aber viel größere Fisch (bis 70 cm und bis 2 kg) heißt eigentlich Aland. Und für Aland gibt es etwa 10 verschiedene gebietsabhängige Bezeichnungen, darunter auch Göse. Eine Jeäse (Göse) ist also ein Aland.

Auf etymologische und sprachgeschichtliche Anmerkungen wird hier verzichtet; dazu sei auf die Fachliteratur verwiesen. Ein Beispiel soll aber doch angeführt werden, da es sich auf einen nicht unwichtigen Platz bezieht, nämlich wiederum auf eine Brücke. Es betrifft die Schwemmbrücke, die die Schlibbe überspannt. Was bedeutet „Schwemme“? Es ist ein Badeplatz, auch Tränke für Wild, besonders für Pferde. Man führte Pferde zum Schwemmen in die Gegend der Brücke. Schwemmen heißt so viel wie baden, waschen, spülen, wässern. Das Wässern bezieht sich vornehmlich auf Felle. Es ist möglich, daß sich wegen des Wässerns von Fellen, dort auch der „Schinderkrug“ angesiedelt hatte. Er ist auf älteren Karten verzeichnet; aber von den ältesten Dorfbewohnern hatte nie jemand etwas von einem „Schinderkrug“ gehört. Zu diesem Krug hat wohl eine Schinderei gehört. Eine Schinderei ist eine Abdeckerei. Die Lage einer solchen Abdeckerei hätte in der Nähe der Schwemmbrücke manche Vorteile gehabt.

Ein besonderes Anliegen des Verfassers ist es, bei der Wortsammlung auch die Mehrfachbedeutungen einzelner Wörter aufzuzeigen und Varianten in der Aussprache von Wörtern anzugeben. Das wird demonstriert und deutlich gemacht an Hand einer Auswahl von Aussprüchen und Redewendungen. Darin kommen nicht zuletzt auch die Geisteshaltung, das Denken und Fühlen der sympathischen Märker und Berlin-Brandenburger zum Ausdruck.

Das plattdeutsche Wortgut kam schon in den dreißiger Jahren mehr und mehr außer Gebrauch. Das hatte vielerlei Ursachen. Man wollte die Kinder in der hochdeutschen Sprache aufwachsen lassen; das glaubte man einer „feineren“ Sprache schuldig zu sein. Schließlich nahmen zunehmend neue Begriffe aus Wissenschaft, Technik und Politik sowie zahlreiche Fremdwörter einen wachsenden Teil des Sprachschatzes ein. Die Modernisierungen in der Land- und Viehwirtschaft haben weiteren Einfluss auf das Zurückgehen des plattdeutschen Anteils. Die Zahl der bäuerlichen Wirtschaften und die Zahl der Kleintierhalter sind stark zurückgegangen. Wem ist noch der Umgang mit der Sense vertraut, da motorisierter Mähapparate verfügbar sind? Auch die eigentlichen „Urberliner“ sind selten geworden. Das alte und typische Berlinerische vermisst man mehr und mehr.

Abgesehen von diesen naturgegebenen Einflüssen, wodurch der plattdeutsche Anteil minimiert wurde, erscheint die widernatürliche und unmenschliche Vertreibung der deutschen Landsleute aus ihrer angestammten Heimat geradezu von katastrophaler Bedeutung auch für die Ausrottung und das Ende der heimatlichen Mundart zu sein. In den berlinnahen Gebieten unserer neumärkischen Heimat mag das eine oder andere Mundarttypische noch etwas länger überleben als in den weiter östlich gelegenen.

Das unverjährbare Verbrechen der völkerrechts- und sittenwidrigen Vertreibung, das u. a. zur Zerstörung und Austilgung deutscher Kultur und Sprache führte, wird in den geschichtlichen Annalen einmal den Platz auf einer unrühmlichen Tafel einnehmen, wo man die Schand- und Untaten der Kreuzzüge, der Inquisition, der Scheiterhaufen und der Vernichtung der Ureinwohner von Amerika findet.

Mundart und Dialekt

Man findet in großen Wörterbüchern, auch in jenen der Linguistik, in der Regel die Feststellung, dass Mundart und Dialekt gleichgesetzt werden, dass also kein Unterschied gemacht wird. Dennoch versucht der Autor, hier einen gewissen Unterschied herauszustellen.

Mundart bzw. Mundartliches lässt sich schriftlich durch Buchstaben und Symbole, also schriftlich fixieren. Die zugehörige sprachliche Musik, ist der örtlich typische Dialekt; dieser lässt sich akustisch aufzeichnen. Er lässt sich im Grunde von ortsfremden Personen, die außerhalb der betreffenden Region aufgewachsen sind, nur imitieren. Der Ton macht die Musik, also den Dialekt.

Man kommt nicht auf die Idee, von Berliner Mundart oder vom Berliner Dialekt zu sprechen. Man kennt nur das „Berlinern“. Hingegen spricht man nicht vom „Bayern“. Die Dialektunterschiede („Musik“) werden z. B. deutlich, wenn ein Bayer oder ein Nordfriese die jeweils ortsübliche Grußformel sprechen. Die Melodie der Begrüßung durch das befehlende Anschnauzen oder „Anranzen“ mit „Grüß Gott!“ unterscheidet sich vom norddeutschen zu jeder Tageszeit ausgesprochenen Wunsch „Moin, Moin“: Man wünscht, eine guten Morgen gehabt zu haben oder/und einen solchen zu bekommen.

Das rollende „r“ wird in Norddeutschland nicht gesprochen. In „mir“ bleibt es weg. Aber „mi“ oder „ma“ sind nicht die einzigen Varianten. Sehr oft hört man bei „mi“ noch ein schwaches „ah“ angehängt: „Ick rasiere miah“. Oder Feiah statt Feier, Feiah-Oa´m heißt Feierabend. Es gibt also im Plattdeutschen (Mundartlichen) keine Regeln wie im Hochdeutschen.

Es gibt keine Regeln oder Vorschriften einer neumärkischen oder Brandenburger Mundart, also keine einheitliche und ortsgleiche Mundart.

Deshalb wurde hier der Buchtitel „Mundartliches“ gewählt.

Wörter, Ausdrücke, Redensarten (alphabetisch)

A

aalen (oalen): faulenzen, sich in der Sonne rekeln.

aalglatt (oalglatt): Mensch, der sich windet, sich nicht festlegen lässt, der viele Ausreden hat.

Aambrot, Oambrot: Abendbrot.

Aamt: Abend. Scheener Aamt heite morjen. Je scheener der Aamt, desto später die Jäste. Det is noch nich aller Daje Aamt.

Aape (Oape): Affe (siehe dort).

Aas (Oas): Tierkadaver. Aas up de Jeije (Könner). Een kleenet Oas (gewitzt). Aasbande. Keen Aas zu Hause (tu Huus). Keen Aas rührt sich. Een falschet Aas (hinterhältig). Een durchtriebnet Aas. Dit Aas kenn ick (Dem trau ich nicht). Rabenaas (Superaas). Een süßet Aas.

aasen (veraasen): verschwenderisch (mit etwas) umgehen. Det janze Jeld veraast (Geld vergeudet). Aase nich mit det Jänseschmalz.

Aashack (Oashack), Oashäcker: Krähe(n). Oas|hack: Aasfresser. Das „h“ wird nicht mitgesprochen und meistens auch nicht gedruckt.

abdurch de Mitte (verschwinde!). Ick bin janz ab (abgearbeitet).

Mundartlich wird das „ab“ als „af“ gesprochen

aba, aba: beschwichtigend, begütigend, abwehrend. Auch im Sinne von „vielleicht“.

abäschern: abhetzten, sich sehr anstrengen (äscher dir nich so ab)

abbeißen, afbieten:einen abbeißen (einen Schnaps trinken).

abblitzen: abweisen, zurückweisen. Bei der is er afjeblitzt.

abbrummen: eine Strafe absitzen.

abfahren:uf die is er mächtig abjehran (die fand er ganz oll).

abgebrüht: verschlagen, gerechnend, gewissenlos.

abgehalftert: entlassen, sich getrennt.

abgesoffen: ertrunken, untergegangen (Schiff).

abhau(e)n: fliehen, flüchten. Hau ab – oder ick vajeß mir! (Verschwinde!). Die sin schon lange abjehaun (längst geflüchtet, geflohen, getürmt). Mensch, hau ab oder ick verjeß ma.

abjeäschert: abgehetzt, außer Atem (Puste).

abjeben, afjeäwen: sich befassen mit, umgehen mit. Jeff di doch mit dän nich aff.

abjebrannt: kein Geld. Die sind abjebrannt (pleite, blank).

abjebrieht: kaltschnäuzig, verschlagen, ohne Gewissen, durchtrieben.

abjebrochener, afjebroakener (kleener) Riese: angestrebte Größe nicht geschafft, kleiner Mensch.

abjemeldet:Der is bei mir abjemeldet (für mich erledigt).

abjemurkst: getötet, ermordet.

Abgang:Mach´n Abgang! (Hau ab!).

abgehalftert: ohne Arbeit, rausgeschmissen

abgewöhnen:noch eene zum Abjewöhnen (Zigarette). Soone Weiber sin zum Abjewöhnen (erregen Widerwillen).

abhauen: fliehen, flüchten, verschwinden, weglaufen; Zweige abschlagen; stiften gehen.

abjebrochen: kurz, klein. Een abjebrochener Riese.

abjehalftert: entlassen, versetzt, heruntergekommen.

abklappern:die janze Jejend abjeklappert (abgesucht).

abknöppen: ab-, wegnehmen. Dafor ham se mir 50 Piepen abjeknöppt (50 Mark abgenommen).

Ableger:Wat machen denn deine Ablejas? (Kinder).

abloofen: ablaufen. Da kannste dir de Hacken (Beene) afloofen: vergeblich bemühen.

abluchsen: abschreiben, Plagiat begehen. Dem haben se det Jeld abjeluxt.

abmachen:Det mußte Dir abmachen (abgewöhnen, sein lassen)

abmarachen: abarbeiten, abmühen, abquälen.

abmurksen: töten, umbringen.

abnibbeln (affnibbeln): sterben, abkratzen. Der is schon affjenibbelt (Hopps jejangen).

abrackern: sich (ab)mühen.

Abreibung: Tracht Prügel. Keile, Senge, Wucht beziehen. Du krichst gleich ne Abreibung.

abrejen: Gegenteil von „aufregen“. Rej dir ab!

abrubbeln: abreiben nach dem Bad.

abschieben:Schieb ab (verschwinde!).

absibbeln (affsibbeln): abschneiden. Scheibe vom harten Brot.

Absteije: miese Hotels, Pensionen, Übernachtungsmöglichkeiten.

abtrimo: fort, weg, ab damit, ab durch die Mitte. Abhauen.

Abtritt: Außenklo, Herzhäuschen, Tante Meier.

Achel (Hachel): Spitzen an Kornähren (Grannen). Grachel.

Achtgroschenjunge: Zuträger

achtkantig: mit Nachdruck, heftig; ach(t)kantig rausschmeißen.

ackan: ackern, sich abmühen, schuften. Der hat janz schön jeackert. doll jerackert.

Adebar: Storch. Adebar, du Luder, bring mir nen kleenen Bruder. Adebar, du Bester, bing mir ne kleene Schwester.

Ader:Oader. Oader auch zum Fluss Oder.

Adler:Det is der feuchte Adler (Fliegerkamerad, der gern einen hebt, also Alkohol trinkt).

affbitten: um Verzeihung bitten. Affbitte tun.

Affe, Oape: Schimpfwort. Der jibt an wie ne Lore Affen. Ick gloob, mi (ma) laust een Affe (Überraschung, Erstaunen). Der hat sein´ Affen Zucker jejeben (der Eitelkeit Zügel gegeben). Ick schwitze wie`n Affe. Ick lass mir doch nich zum Affen machen (lächerlich machen.) Affenschande (Schmach). Lackaffe: sieht aus wie frisch lackiert, Geck oder Schönling, der sich affig benimmt. Der hat sich eenen Affen uffjeladen (ist betrunken): Ein Straßenbahnschaffner lehnt ab, einen Betrunkenen mitzunehmen: „Mit so´n Affen mehm ick Ihn´ nich mit“. Darauf der Betrunkene an seine Frau: „Siehste, Olle, Du musst loofen“. Det kann ´n Affe ooch (Tasten drücken bei vorgegebenen Auswahlantworten). Affenarsch (dummer Mensch). Affentheater (Durcheinander bei Sitzungen, Versammlungen). Der sitzt da, wie `n Affe uff ´n Schleifstein (Schliepsteen) (z.B. macht eine unglückliche Figur z. B. auf dem Fahrrad). Mensch, koof Dir ´n Schwanz un jeh als Affe (statt Du Affe Du). Ick denk, mir laust een Affe. (erstaunt, erschreckt). Klappe zu, Affe tot. (Ende der Vorstellung, Schluss, aus, basta); auch Tornister. Mit Fell überzogen. Affen (Tornister) jepackt. Du bist woll vom Affen jebissen? Unnormales Verhalten.

Affenflöte: Zigarette.