myAnthology - Bernd Kujawski - E-Book

myAnthology E-Book

Bernd Kujawski

0,0

Beschreibung

Meine Neugierde gilt dem Dahinter. Ich muss ein Bedürfnis befriedigen, das Motivation heißt. Diese Motivation - dahinter zu schauen - ist eine Art Triebkraft, mein Verhalten, den Dingen auf den Grund zu gehen. Manchmal will ich Unbekanntes wissen und manchmal Bekanntes nur festhalten. Dabei handelt es sich um politische, persönliche oder alltägliche Sachverhalte. Dazu zählen Krimis, Lieder, Poetry Slams, Reiseberichte, Nachrichten und das Grundgesetz. Das vorliegende Buch fokussiert eine Zusammenstellung ausgewählter Texte bzw. Werke, die von mir behandelt wurden, denen ich auf den Grund gegangen bin, eben myAnthology. Vielleicht wecken die Fakten das Interesse, weiter zu recherchieren, oder lösen nur Verwunderung aus. Mir waren sie Wert festgehalten zu werden.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2024

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Für alle, die nach vorne schauen und neugierig geblieben sind.

Vorwort

Ich bin ein Recherchejunkie und brauche die Hintergründe, die realen Fakten.

Meine Neugierde gilt dem Dahinter. Ich muss ein Bedürfnis befriedigen, das Motivation heißt.

Diese Motivation - dahinter zu schauen - ist eine Art Triebkraft, meine Neugier, das Verhalten den Dingen auf den Grund zu gehen. Manchmal will ich Unbekanntes wissen und manchmal Bekanntes einfach nur festhalten. Dabei handelt es sich um politische, persönliche oder alltägliche Sachverhalte.

Dazu zählen Krimis, Lieder, Poetry Slams, Reiseberichte, Kurzgeschichten, Nachrichten und das Grundgesetz.

Das vorliegende Buch fokussiert diese Zusammenstellung unterschiedlicher Texte, die von mir behandelt wurden, eben myAnthology.

Vielleicht wecken die Fakten das Interesse, weiter zu recherchieren, oder lösen nur Verwunderung aus. Mir waren sie es Wert festgehalten zu werden.

Danksagung zur 2. Auflage

Manche Dinge muss man einfach immer wieder in Frage stellen. Beim Schreiben ist das der Status quo. Texte entstehen zuerst im Kopf dann auf dem Papier. Das Papier ist geduldig, der Leser möglicherweise nicht. Das vorliegende Buch summiert verschiedene Werke der Epik und Lyrik auf. Damit diese Sammlung als persönliche Anthologie verstanden wird, haben zwei Personen einen besonderen Dank verdient: Meine beiden Töchter. Ihre individuelle Perspektive und die offene Art mich einzufangen, wenn es mal wieder eng wurde, haben geholfen, das vorliegende Werk zu vollenden. Danke dafür!

Oberhausen im Dezember 2023

Inhalt

City of Champions

Der 1-Euro Mann

Der Clan der Orsoyaner

Der Kampf hat gerade erst begonnen

Die Fassade bröckelt – zeig mir, wo du stehst

Die Mittwochskracher

Ein Führerschein fürs Leben

Ein ganz und gar nicht närrischer Rosenmontag

Ein langer Marsch – ein langes chinesisches Reisetagebuch

Ein zündfähiges Gemisch

Genug ist genug

Im Bann des UVP - und Neues aus dem Einkaufsland

Koa Wiesn

Leben vor dem Tod

LOPA 2010

Meal Prep und Co

Mesalliance – aber wir ficken uns prächtig

Schöne Neue Zeit 2.0

Todesspirale

Uwe-Kaschinski-Preis

Wir leben dich!

Wunder warten bis zu letzt

Kauf dir einen Kanzler

Bild und Quellennachweise

City of Campions

Der Tag an dem unser Firmenchef bekannt gab, dass er in den USA eine Tochtergesellschaft gegründet habe, hatte meine Wahrnehmung der Vereinigten Staaten von Amerika und speziell die von Pennsylvania nachhaltig verändert.

Nachdem ich unseren amerikanischen Vertriebsleiter 1983 in Essen in die Produkte der Firma eingearbeitet hatte, war ich häufig in den USA, ich sprach seitdem nicht nur täglich amerikanisch, sondern träumte später auf Englisch, während meiner Hotelübernachtungen.

Unser Firmenstützpunkt in Pittsburgh, der „City of Champions“, befand sich 10 Meilen westlich von Down-town in der 1300 Parkway View Drive, im Südwesten von Pennsylvania. Die Stadt liegt am Zusammenfluss dreier Flüsse: der Monongahela und der Allegheny werden hier zum Ohio River.

Das Football „Three-River Stadion“, bis 2022 Heinz Field, der

Pittsburgh Steelers

befindet sich genau an dieser Stelle und das Eishockey Stadion der

Penguins

, die PPG Paints Arena, ebenfalls. Beide Teams habe ich Live gesehen. Mein Steelers-Hero ist die Nr. 43,

Troy Polamalu

ein „Strong-Safety“ Spieler. Die Steelers standen 8-mal im Football Endspiel und haben 6-mal den Superbowl gewonnen. Nicht schlecht vertreten der Football Sport in der City of Champions.

Der nächste Champion,

Johann Heinrich Heinz, wanderte von Kallstatt in der Pfalz nach Amerika aus

.

Seine Frau ging mit ihm und stammte aus Kruspis in Hessen. 1869 gründete er seine Firma zur Herstellung von Meerrettich in Gläsern unweit östlich der Innenstadt von Pittsburgh. Später wurde Tomatenketchup hergestellt, das bis heute den Weltmarkt mit hohen Qualitätsstandards dominiert. Die Firma wurde umbenannt in H.J. Heinz – Henry John Heinz

1

Andrew Warhola

wurde am 6. August 1928 in Pittsburgh, keine 4 Meilen östlich des Heinz Field der Steelers geboren. Als

Andy Warhol

wird er weltweit bekannt und ist Mitbegründer der amerikanischen Pop Art. Seine Bilder von Marilyn Monroe, den Dosen Suppen von Campbell’s, Elvis Presley als Cowboy und das Zungenlogo der Rolling Stones sind weltberühmt. „All is pretty“, sagte dieser Champion einmal.

Meine Frau und ich fahren den Ruhrtalradweg 335 km von Winterberg bis zur Ruhrmündung in den Rhein bei Duisburg. In Arnsberg-Oeventrop übernachten wir in der Pension Becker. Am nächsten Morgen geht es an Arnsberg-Rumbeck vorbei. Dort liegt das Mühlbachtal. Hier befindet sich der 2 km lange Poesie-Pfad unweit des Radweges. Der literarische Waldweg ist eine Liebeserklärung an den Wald. 20 Tafeln mit Gedichten sind dort aufgestellt, die jahreszeitlich gewechselt werden, sie laden zum Verweilen ein. Im Sommer 2018 steht hier eine Tafel mit dem Text: „A Rose is a Rose is a Rose“. Sinngemäß bedeutet es: „Dinge sind, was sie sind“. Dieser berühmte Teil eines Gedichtes von

Gertrude Stein

, der großen amerikanischen Schriftstellerin findet hier einen würdigen Platz.

Gertrude Stein wurde 1874 in Allegheny, 850 Beech Avenue, eine halbe Meile nördlich vom heutigen Heinz Field der Pittsburgh Steelers entfernt geboren - City of Champions eben.

Die amerikanische Rockband „The Doors“, mit Frontmann

Jim Morrison

, spielten 1970 den legendären Live-Auftritt vom 2. Mai in der Civic Arena in Pittsburgh mit der 11 Minuten Version von Light My Fire. Ich war damals 15 Jahre alt und die Musik wurde von Genies, wie Jim Morrison, gemacht. Einer meiner Champion. Das reale Leben verlief langsamer als heute, keine Handys nur gute Musik. Die Civic Arena stand gegenüber der heutigen PPG-Paints-Arena der Pittsburgh Penguins und wurde 2012 abgerissen.

Jim Morrison starb 1 Jahr nach dem legendären Auftritt in Pittsburgh im Juli 1971 in Paris im Alter von 27 Jahren und wurde auf dem Friedhof Père Lachaise begraben. Exakt 25 Jahre später wie Gertrude Stein im Juli 1946 an selber Stelle in Paris auf dem – Cemetery of Champion.

Der 1-Euro Mann

Ich bin der 1-Euro-Mann und liebe die große Auswahl für 100 Cent. Es macht mir Spaß, durch die entsprechenden Lokationen zu schlendern und die kleinen Deals zu machen, denn ich finde immer etwas Passendes.

Egal ob T€Di, NANU-NANA, Xenos, Aldi, Netto, Edeka, Lidl und Co. Alle haben inzwischen den 1-Euro-Deal für sich entdeckt. Sogar Gemüse wird mit dem 1-Euro-Deal pro Kilo beworben, oder Omas 1-Euro Rezepte sind en vogue. Ab sofort hat sich Staples ebenfalls den 1-Euro-Deal zugelegt und um das Ganze zu toppen einen 2-Euro Deal daneben aufgestellt.

Was früher mit Naserümpfen belächelt wurde, ist heute so selbstverständlich wie das Einkaufen bei Aldi. Ein Konzept, das in schwierigen Zeiten viel für wenig Geld bietet.

Die zugehörigen Waren findet man bei den Lebensmittel-discountern an einem separaten Aufstellposten. Ich bin erstaunt, was man so für einen Euro bekommt: Kabelbinder, Tabletten-schlitten, Salatschüsseln, Knopfzellen, Werkzeug, Küchengeräte und Büromaterial.

Seit neuestem bewerben die Discounter jetzt auch normale Lebensmittel in ihren Wochenprospekten mit dem 1-Euro-Deal. Das hat was zu bedeuten.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich war nie in einem „Euroshop“, dem Ursprung aller Ramschläden. Diese haben vor etwa 15 Jahren in Deutschland begonnen und haben mittlerweile über 300 Filialen. Bei T€Di sind es sogar über 2000. Also nix wie hin!

Der Clan der Orsoyaner

Eine adaptierte Kurzerzählung, basierend auf dem Film »Der Clan der Sizilianer« (1969) und einer »wahren Geschichte« (2019)

Nicht Alain Delon, Jean Gabin und Lino Ventura spielen hier eine Rolle, sondern Maria, Quintin Schmidt und die Schlafkammer B&B - der Clan der Orsoyaner eben.

50 Jahre später – Rheinberg/Orsoy am linken Niederrhein ist bekannt für seine dunklen Geschäfte. Sie spielen sich in Hinterzimmern ab. Die Ware wird verdeckt verschoben. Man kennt sich. Maria, die Inhaberin der düsteren Spelunke Mütterlein spielt eine zentrale Figur im Netzwerk der Orsoyaner. Sie verteilt die Kapazitäten der Betten, die sie über geheime Anfragen bekommt weiter an die Schlafkammer B&B in der Eisenstraße 62. Diese Adresse ist fingiert. Ihr Kontakt ist nur mit „49574 Rheinberg“ angegeben. Das deutet möglicherweise auf Claudia Schiffer hin, die zentrale Figur, die dort 1970 gelandet ist und die internationalen Geschäfte tätigt.

Wenn ihre Namensvetterin Claudia B., die Anfrage von Maria beantwortet, sind das meist Kontakte von Kunden, die unerkannt bleiben wollen. Ein, zwei Übernachtungen reichen aus, um die Geschäfte zu tätigen. Weitere Verbindungen sind noch unklar.

Zu diesem Zweck habe ich mit meiner Assistentin verdeckte Ermittlungen aufgenommen.

Wir hatten uns als Geschäftspartner getarnt, im Postgrill am Friedrichplatz gleich hinter dem Rheintor eingefunden. Eingeschleust wurden wir mit einem Spionageschiff, das bei Duisburg Walsum den Rhein überquert. Die Bedienung des Grills hatte uns offenbar als Fremde erkannt und nach dem Grund des Besuches gefragt. Wie schlau von ihr.

Mir ist sofort klar, dass ich das mit Käse überbackene Rinderhack-Medaillon in Teighülle, dazu frittierten Kartoffelstifte in einer würzigen Tomatensauce haben möchte, den sogenannten „Cheeseburger“. Meine Assistentin ist noch unentschlossen. Das nutzt die Bedienung aus und stellt ihr ein Produkt aus Berlin vor. »Aber Vorsicht« sagt sie, »das Teil ist verdammt scharf«. Die Assistentin lenkt geschickt ab und schwenkt zu einem weniger auffälligen Teil um. Eine Riesenwurst, ebenfalls mit Kartoffelstiften und würziger Tomatensauce, der sogenannten „Currywurst mit Pommes“.

Wir setzen uns mit dem Rücken zur Wand an den Tisch, während sich die Bedienung hinter dem Tresen zu schaffen macht. Aufmerksam beobachten wir wie sich drei Männer in Arbeitskleidung an der Kasse einfinden. Sie wollen offenbar Geld waschen. Das Geschäft ist schnell gemacht und sie verlassen den Tatort. Neben uns sitzen zwei suspekte Gestalten, die sich hier scheinbar konspirativ aufhalten. Ihr Gespräch ist chiffriert und verwendet Codenamen wie „Smartphone“ oder „Meine Olle“.

Unüberhörbar schellt das alte Telefon an der Wand gegenüber. Es ist zur Tarnung mit einem Hörer, der an einem schwarzen Kabel hängt, gekoppelt. Die Bedienung nimmt ihn in die rechte Hand, um dann offenbar einen verschlüsselten Auftrag entgegen zu nehmen. So läuft das hier.

Jetzt ist uns endgültig klar, wir sind in der Geldwäschestätte der Orsoyaner gelandet. Die Deals, die hier laufen, da sind wir uns sicher, sind nicht nur illegal, sondern auch ganz schön heiß.

Nachdem wir die Zentrale der Geldtransaktionen gesehen haben, inspizieren wir den hinteren Teil des Gebäudes, öffnen eine angelehnte Türe und betreten die dunkle Toreinfahrt, die uns auf die Rückseite zu einem Kontakthof führt. Dort versuchen wir, in das Haus zu kommen, bleiben aber an der Toilette stecken.

Schnell verlassen wir den Ort durch die angelehnte Türe und werden von einem der beiden Männer aus der Geldwäsche beobachtet. Ein Späher, der uns offenbar observiert. Wir gehen die Straße in westlicher Richtung, dann rechts vorbei am Chateau d’Orsay, bis zur Kirche. Dort sehen wir neben der alten Rotbuche die besagte Spelunke von Maria der „Patin“.

Beim Eintreten beobachten wir zwei Gruppen mit Gestalten, die unterschiedliche Ziele verfolgen. Ein Paar sitzt links an einem Tisch und verhandelt offenbar einen weiteren Coup. Zur Tarnung haben sie sich ein Dokument geben lassen und daraus Essen bestellt. Geradeaus ist ein Sechsertisch, an dem ein anderer Pate mit vier Handlangern sitzt und präzise Anweisungen zur nächsten Zusammenkunft gibt. Einer der Schergen steht auf und verlässt den Raum. Er hat offenbar ein Treffen arrangiert, Codename „Bus“. Dazu nimmt er an einem Kommunikationsgerät, das er bei sich führt, ein Gespräch entgegen. Wir verstehen die Botschaft deutlich, die er absetzt. »Nächste Woche wieder hier«.

Man beachtet uns nur kurz. So sitzen wir am Nebentisch und spielen das „Geschäftspartnerspiel“ weiter.

Im Laufe der Zeit kommt Maria an den Tisch und schlägt uns ein Geschäft vor. Jetzt ist die Stunde der Wahrheit. Sie erzählt wie sie ihre Anfragen zur Zimmerbelegung an die Schlafkammer B&B weiterleitet und diese dann den finalen Deal einfädelt. Das ist ein weiterer Teil in dem Puzzle, um den Clan der Orsoyaner zu entlarven.

Wir finden die Adresse heraus, wo die ominöse Schlafkammer ist. Wir sind nicht verwundert, dass das Paar vor uns sich erhebt, der Patin und ihren Handlangern im Vorbeigehen eine Nachricht verschlüsselt übermittelt. Das Codewort ist „Spanien“. Er verlässt anschließend den Raum. Für uns bedeutet das, wir folgen den beiden unauffällig.

Als wir die Straße betreten sind sie schon verschwunden. Meine Assistentin und ich gehen die Eisenstraße zum Haus Nr. 60 runter. Bemerken aber sofort den Täuschungsversuch. Nr. 52 ist genau wie Nr. 60 eine B&B Schlafkammer. Man soll offenbar den wirklichen Zugang nicht finden. Maria hat uns bewusst in die Irre geführt. Ganz schön gewieft, die Patin.

Was uns auffällt, ist das Etablissement von Quintin – nicht Tarantino – sondern Schmidt.

Quintin Schmidt genannt „Der Bäcker“. Eine unheimliche Gestalt. Seine Arbeitsstätte liegt genau zwischen dem Haus Nr. 52 und 60. Das ist kein Zufall!

Wir gehen in die Höhle des Löwen und versuchen etwas über seine Geschäfte zu erfahren. In diversen Regalen hat er seine Waren versteckt. Manchmal unverhohlen offen zur Schau gestellt und dann wieder verdeckt in Papiertüten. Wir lassen uns eine Probe aus einen dieser Tüten mitgeben und verlassen den Laden.

Wir haben genug gesehen.

Der Innenminister ist dem Clan bisher nicht auf die Spur gekommen, gibt es doch keine Shisha Bar hier in Orsoy. Unser Bericht wird aber ausreichend sein, um den Clan der Orsoyaner empfindlich zu treffen.

Der Kampf hat gerade erst begonnen

Dank an Nele und Hasan!

Wir sind in Aufbruchsstimmung, denn morgen geht es nach Hause. Wir, das sind 3 Paare, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Postjugendliche auf einer Reise über Silvester 2017/2018 nach Boppard. Noch eine weitere Nacht im Hotel Ebertor, dann geht es zurück nach Hause.

Den ganzen Tag hab ich schon leichte Schmerzen im Körper, die ich so bisher nicht kannte. Meine Schultern, Arme, Handgelenke und Beine schmerzen plötzlich über Nacht, sodass ich am nächsten Morgen wie gerädert bin. Wir reisen ab und ich mache die Erfahrung, sich vor Schmerz nicht waschen bzw. nicht einmal das Gesäß abputzen zu können. Was dann folgt, fühlt sich an wie eine Autorally nur ohne Auto, dafür aber mit Ärzten.

Als ich beim Hausarzt meine Symptome beschreibe, nimmt mich Nele, die Sprechstundenhilfe, zur Seite und sagt: »Das habe ich auch! Gehen sie zur Rheumaklinik nach Herne.« Rheuma, was ist das denn? Aber ohne diesen Rat und eine direkt Überweisung würde es mir heute sehr viel schlechter gehen.

In Herne treffe ich auf Prof. Brandt, der ärztliche Direktor des Rheumazentrum Ruhrgebiet. Er und sein Team sind unglaublich. Alles, was man zur Diagnose einer komplizierten Krankheit braucht, ist in drei Tagen da – großes Blutbild, Blutdruck, MRT, Röntgen, Abdomen Sonografie. Dabei sind sämtliche Ergebnisse sofort verfügbar. Zusätzlich gibt es vom ersten Tag an kleine Therapieschritte wie Hockergymnastik, Rückengymnastik, physikalische Therapie mit Heißluft und Bewegungsbad im Schwimmbecken.

Dann die Diagnose: Seronegative rheumatoide Polyarthritis