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"Olivia Marianne" ist ein 1915 erschienener Roman des dänischen Schriftstellers Johannes Vilhelm Jensen. Johannes Vilhelm Jensen (geboren 20. Januar 1873 in Farsø, Jütland; gestorben 25. November 1950 in Kopenhagen) war ein dänischer Schriftsteller und Träger des Literaturnobelpreises 1944. Er wuchs als Kind eines Tierarztes mit neun Geschwistern im himmerländischen Dorf Farsø auf. Eine seiner Schwestern war Thit Jensen, Schriftstellerin und Vorkämpferin für die Emanzipation der Frau. Jensen studierte Medizin, übte aber den Beruf nie aus. Schon während seiner Studiums schrieb er Abenteuer- und Dekadenzromane. Nach langen Reisen und Aufenthalten in den USA, Großbritannien und Frankreich als Journalist fand Jensen seinen literarischen Stil. Sein lebensbejahender Optimismus wurde bald für die moderne dänische Literatur maßgeblich, Einflüsse von Walt Whitman und Rudyard Kipling sind für Jensens Gedichte bezeichnend. Der Einfluss von Charles Darwin fließt in Jensens Romanzyklus "Die lange Reise" ein, welcher die Entwicklung des nordischen Menschen bis zum 15. Jahrhundert schildert. Dabei bewegte er sich am Rande des Rassismus.
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Seitenzahl: 114
Veröffentlichungsjahr: 2021
An Buitenzorg auf Java, im Botanischen Garten, steht ein Grabmal, ein tempelartiger kleiner Bau im Stil der Empirezeit, nur ein rundes, offenes Dach getragen von weißen Säulen, darunter ein Grabstein mit einer Urne, alles in einfachen Linien, edel und still, ein Ton aus der Zeit unserer Urgroßväter, als Europa noch das alte, vornehme, seltsam naive, rührend-provinzielle Europa war. Das Monument wirkt wunderlich fremd hier, fern von seinem Zusammenhang, es steht so vereinsamt da draußen in der weiten Welt, von der unsere Urgroßväter nur ehrfürchtige, bewundernde Vorstellungen hatten, so vereinsamt mit seinem stummen Bericht von einer entschwundenen Zeit und von denen, die tot sind.
Turmhohe Palmen spenden Schatten darüber, rings ragen riesenhafte Bäume empor, Arten, die einem Europäer unbekannt sind, wenn er auch ihre Namen wissen müßte, eine gewaltige, überfruchtbare Vegetation, ein Tropenpark, der wohl an den Garten Eden erinnern könnte. Aber hier sind weder wilde Tiere, die in Freiheit umhergehen, ohne einander zu fressen, noch das erste Menschenpaar im Zustand der Seligkeit. Die Bäume stehen da, als ob sie sich langweilen, und wachsen, wachsen; hier ist eine mächtige, geschulte und mit Etiketten versehene Fruchtbarkeit, aber leblos, ohne Seele. Nicht einmal Insekten scheinen hier zu sein, nur vereinzelt ein kleiner Singvogel, der sich irgendwo in den dichten Kronen versteckt und von Zeit zu Zeit einen dunkelgoldenen Ton hören läßt wie einen Tropfen Wohllaut in der Treibhausstille.
Der Banyanbaum wächst in die Luft hinauf, als ob er eine Insel im Blau bilden will, bedenkt sich aber und wächst wieder zur Erde hinab mit Luftwurzeln, hängenden Zweigen und Streben, er gleicht einem kleinen, gierigen Urwald, einem hungrigen, betrübten Baum, einem Mutterwald mit all seinen Jungen. Das Bambusgehölz schwillt in allen arsenikgrünen Farben und Nüancen, jeder »Grashalm« ist so dick wie ein Schenkel; die wunderbaren Königspalmen steigen kerzengerade empor wie hohe, schlanke Vasen aus Chrysopras; in einem stillen, lauen See schwimmt die Viktoria Regia, deren Blätter bekanntlich ein Kind tragen können; man findet hier jedes Tropengewächs, vom Kannenträger, der insektenfressend ist, bis zum Chinabaum, der das Fieber stillt, und der Vanille, die wir in Eis essen. Es ist unzweifelhaft der größte botanische Garten der Welt, ein Urwaldspark, der eine halbe oder ganze Quadratmeile bedeckt, und im Hintergrund ragt der prächtige vulkanische Berg Gunong Salak auf wie eine Kulisse, von paradiesischen Wolken gekrönt. Aber es fehlt hier an Natur, wohl wächst hier alles, aber es ist kein Leben. Die Natur ist ein Ensemble; wird nur Einzelnen und im Übermaß geboten, empört es die Seele. Man sieht keinen Menschen. Irgendein überarbeiteter Eingeborener fegt, wo schon gefegt ist, farbige schmutzige Kinder kommen und begaffen den Fremden, aber sonst ist's öde, und indem man hier umherwandelt, befällt einen stumme Melancholie, man empfindet all diese sinnlose, übersättigte Üppigkeit wie eine Gewalttat an einem Unschuldigen -, die gleiche, bösartige Reaktion, die fast an wilde Wut grenzt, wie man sie von Museen her kennt. In dieser barbarischen und trotz blendendem Sonnenschein düstern Tropenpracht wirkt das kleine weißgetünchte Grabmal in Empire unendlich verlassen und unendlich echt. Das einzige, was14
lindert, das einzige Vornehme in der Welt ist doch: tot und begraben zu sein.
Das Mausoleum im Botanischen Garten von Buitenzorg ist der einzige Fleck, der Stil hat in all der feisten Üppigkeit; es ist auch ungefähr die einzige Andeutung wirklicher Architektur, die ich auf Java gesehen habe. Auf dem Denkmal liest man folgendes, in den runden, klaren Typen der Empirezeit:
Olivia Marianne, Wife Of Thomas Stamford Raffles, Lieutenant, Governor of Java And Its Dependencies Died At Buitenzorg 26. November 1814.
sowie die folgenden Verse:
Oh Thou Whom Neer My Constant HeartOne Moment Hath Forgot,Tho' Fate Severe Hath Bid Us Part,Yet Still Forget Me Not.
Es ist jetzt rund ein Jahrhundert her, seit diese unbeholfene Strophe zusammengestellt wurde. Kein Dichter hat sie verfaßt. Sie ist in dem hochtrabenden Stil derzeit ausgedrückt, aber man beachte die traurige Logik der Verse, den stammelnden und versagenden Sinn; es ist, als sähe man den Mann wanken und in Tränen ausbrechen, als er seinen Gefühlen den feierlichen Ausdruck geben soll, den Grabverse erfordern. Wie frisch der Schmerz einem erscheint, und doch ist das alles jetzt hundert Jahre her, die Toten sind tot, und die, die sie beweinten, sind tot. Und doch hat auch sie gelebt und ist geliebt worden, hat geglüht, Olivia Marianne. Aus Süße und Tränen, aus Liebe und der verrinnenden Zeit ist das Dasein unbarmherzig zusammengesetzt.
Ich weiß von Olivia Marianne nichts anderes, als was die obige Grabschrift erzählt. Vielleicht ließen sich in irgendeiner Bibliothek nähere biographische Daten auffinden, vielleicht ist eine der Silhouetten der damaligen Zeit mit ihrem Porträt erhalten, in zartem Profil, mit hochfrisiertem Haar und Schwanenhals, einer Schleife unterm Busen, wie auf den Silhouetten aus der Goethezeit; aber die Geschichte hat aus eigenem Antrieb nichts anderes von ihr aufbewahrt als Stamford Raffles' Trauer.
Er, der Gründer von Englands Macht in Hinterindien, war ein Mann, reich an Kummer. Er hatte den Trieb zum Meere in sich, gleich den andern seefahrenden Söhnen Englands, Francis Drake, James Cook, Hudson, und das Meer wurde auch ihm untreu. Er war auf einem Schiffe geboren, und seine ganze Lebensarbeit, der handgreifliche Teil davon, ging unter mit einem Schiff. Das Schiff, das er mit seiner ganzen Lebensarbeit geladen hatte, hieß »Fame«.
Im Alter von dreißig Jahren wurde Raffles Gouverneur von Java; man war damals früh reif. Hier verlor er seine Gattin. Die europäische Politik hatte zur Folge, daß Java in holländischen Besitz überging, und Raffles' Arbeit dort war insofern vergeblich gewesen. Er wird nach Benkoolen auf Sumatra versetzt, und hier sterben ihm seine drei Kinder. Noch hat er die Kraft, seine eigentliche historische Großtat zu vollbringen, die Gründung von Singapur. Aber was hat es ihn gekostet, wie ist es eigentlich möglich, daß irgendein politischer oder historischer Erfolg so teuer erkauft werden kann? Olivia Marianne tot, die Kinder tot, warum tat er das alles? Der junge, mit Arbeit überladene Gouverneur in Buitenzorg hat vielleicht am Tage zehn Minuten für seine Gattin übrig gehabt, jeden Tag hat er, von andern Dingen geplagt, und zerstreut, im Fluge gesehen, wie von Olivia Mariannes Wangen die Farbe schwand.
Die weißen Frauen halten in den Tropen nicht viele Jahre aus. Sie werden zu zart, wachsbleich wie die stets weißen Tropenkleider, die sie tragen, die blauen Adern die Wange hinab sind wie Spuren von einer Tortur, die Augen sind viel zu groß. Die Kinder sterben; eine zweite Generation der Weißen ist selten, eine dritte unbekannt. An den Wänden der Kathedrale in Singapur hängen Marmortafeln für die Kleinen, die so früh müde wurden: William 5 ¼ Jahre alt –also Alice aged 2, du lieber Gott, sie starb zeitig genug, um mit auf dieselbe Tafel zu kommen. So hat Sir Raffles seine Kinder sterben sehen: die Kleinen mit den Zügen der Mutter, dem letzten milden Schein ihrer Seele, der letzten Wärme von Olivia Mariannes Blut.
Sir Raffles heiratete wieder, tröstete sich, wie man sagt. War der Verlust deshalb weniger hart, hat ein Mann weniger gelitten, weil er sich wieder aufrichtet? Sein späteres Geschick sollte ihm zeigen, was das, wofür er sein Lebensglück einsetzte, wert war.
Beim Brand der »Fame« verlor er alles, was er besaß, unschätzbare naturhistorische und ethnographische Sammlungen, Manuskripte, die eine langjährige Arbeit enthielten und in denen ohne Zweifel unersetzliche Werte verlorengingen. Als er, ein gebrochener Mann, nach England heimkehrte, wurde er verkannt und verfolgt um der Dienste willen, die er seinem Vaterlande geleistet hatte und deren Tragweite man noch nicht verstand. Er starb ungewürdigt und arm, niedergedrückt von Überanstrengung und Kummer, noch nicht fünfzig Jahre alt; man weiß nicht einmal, wo sein Grab ist.
Jetzt hält man ihn für den genialen Administrator und weitblickenden Staatsmann, den Stifter von Englands augenblicklich so bedeutungsvollem Einfluß auf Malakka. Seine Statue steht in Singapur, auf einem weiten, flachen Rasen, dem Hafen zugewandt, wo die Schiffe der ganzen Welt im äquatorialen Sonnenschein die Flagge hissen, ganz einsam steht er mitten auf dem offenen Rasenplatz, von jeder Seite sind mehrere hundert Schritt bis zu dem Monument. Ja, so soll er stehen, nicht jeder beliebige soll sich ihm nähern können. Denn er war einsamer in seiner Zeit, als es dem ersten besten Turisten in seinen hölzernen Schädel eingeht.
In denselben Jahren, während Raffles unbeachtet und auf Kosten seines häuslichen Glückes seine Mission durchführte – Englands Ansiedlung in Hinterindien, ein neues Imperium für die Weißen – arbeitete Goethe an Dichtung und Wahrheit, die Romantik blühte in Deutschland, Oehlenschläger schrieb »Die Insel im Südmeer«, man legte ins Blaue hinein ausgedehnte Kolonien an. Später wachte man auf und fand andere im Besitz der langweiligen Erde. England war eine ungefällige Insel; »das goldene Zeitalter« auf dem Festland reichte nicht über den Kanal, hier waren die schneidenderen Metalle noch im Gebrauch. England war eine harte Mutter, gierig, um sich greifend und schwermütig, wie der Banyanbaum.
Gott weiß, ob die Brutalität, mit der England oft seine besten Söhne behandelt hat, und die Härte des Charakters, mit der diese selben Söhne trotzdem Englands Macht verbreitet haben, nicht ihren Ursprung in der gleichen Quelle haben! Undank stählt den Willen mehr als armseliger Erfolg. Severe ist das Wort, das Raffles in den Sinn kommt, als er sein Schicksal charakterisieren soll. Severe, ernst und streng, ist Englands Gott.
Aber in Buitenzorg -, es bedeutet Sorgenfrei – ruht Olivia Marianne. Männer widmen sich immer so schwierigen Unternehmungen; je stärker sie sind, um so mehr Unglück ziehen sie auf ihr Haupt herab. Die Frauen begleiten sie, solange sie können, und wenn sie es nicht mehr können, fallen sie zusammen; ihr großer Blick, brennend vor Liebe und Entsetzen, versucht dem Mann bis zuletzt zu folgen. Das ist schwer. Vor hundert Jahren war es schwerer, als wir uns jetzt vorstellen können. Damals lag Java schrecklich weit, wie sollte eine zarte Frau jemals wieder nach England heimkehren, und die arme Olivia Marianne mußte denn auch da draußen bleiben, in der grausamen roten Tropenerde, unter den törichten Palmen. Wo mag sie wohl ihre Mädchenschuhe, mit den rosa Seidenbändern, die sich auf dem Spann kreuzten, ausgetreten haben? Wo mag sie sich ihre bloßen Arme in vierzehnjähriger Erwartung gerieben haben, unruhig und rätselhaft wie das gefangene Feuer im Innern der Erde? Da kam das Feuer zu ihr.
Damals gab es nur Segelschiffe. Olivia Marianne ist auf einer Korvette oder Brigg nach dem Osten gekommen, vielleicht mehrere Monate unterwegs, ums Kap der Guten Hoffnung herum, bis man Roggenzwieback mit Würmern darin zu essen bekam und jeden Tag ein Nössel übelriechenden Wassers.
Heutzutage haben die Tropen wenig Bequemlichkeiten, damals aber gab es gar keine. Die Hitze, der gleiche entkräftende Feind; man verstand damals nicht die Art der Krankheiten und erwehrte sich ihrer durch Aderlaß und andere barbarische Mißhandlung. Die Hebamme schleppte das Kindbettfieber von einer Frau zur andern -, doch am allerschlimmsten war die Einsamkeit, denn man war damals in weiter Ferne; Post gab es jedes halbe Jahr, wenn man Glück hatte, und Verwandte und Freunde je wiederzusehen konnte man kaum hoffen. Der Mann stets beschäftigt. Da lassen die weißen Frauen das Haupt sinken.
Olivia Marianne, ich sehe sie vorm Spiegel stehen, der fleckig geworden ist und Löcher bekommen hat in der Tropenfeuchtigkeit, sehe sie ihr Haar kämmen und kopfschüttelnd den Kamm betrachten – wie es ihr ausgeht! Und die Zeit verstreicht.
Dann sitzt sie, den Spiegel vor sich, auf dem Bett. Flüchtig und betrübt zieht ein Lächeln über das müde Gesicht und entschwindet wie ein Schmetterling im Spiegel – es sind die sterbenden Mädchenträume.
Dann die Verzweiflung und die letzte Hitze. Und nun hat der strenge Gott sie vergessen.
Yet still forget me not!
Mehr als zehn Jahre waren vergangen, als ich die Familie Almeida wiedersah.
Die Stadt hatte sich sehr verändert, und es fiel mir schwer, Almeidas Haus zu finden, obgleich er genau an derselben Stelle wie damals wohnte. Wo früher nur ein Weg zwischen Gärten und Wildnis war, lag jetzt eine Straße mit Villen, und Geschäftshäuser waren im Begriff sich vorzudrängen. Ziemlich still war es hier, die Reisvögel ließen ihre Schläge hören, es klang wie eine Glocke hoch oben in den Bäumen, wo man sie nicht sah. Der rote Kies war nach dem Nachtregen von Feuchtigkeit durchzogen, die Villen lagen blendend und still in der Vormittagssonne in einem Duft, der über allem hing, einem süßen, warmen und fast handgreiflichen Blumenduft, Jasmin, Heliotrop, der aus den Gärten und den noch feuchten, üppigen, brünstigen Bäumen kam.
Ich suchte das alte Bungalo oben beim St. Thomas Walk auf, wo ich seinerzeit gewohnt hatte, und es berührte mich peinlich, daß ich den Ort fast nicht wiedererkannte, obgleich er unverändert war. Können zehn Jahre so viel ausmachen? Ein junges Chinesenfräulein in grüner Seide, das oben auf einer Veranda stand, betrachtete mich mit offenkundigem, unbeweglichem Hohn, wie nur Chinesen ihn auszudrücken verstehen; also auch hier schienen die Chinesen jetzt eingerückt zu sein.
Der hohe Kampferbaum, der ehemals als Kennzeichen in der Nähe von Almeidas Haus aufragte, war verschwunden, ich mußte mich erkundigen, bevor ich das Haus fand, und erkannte es kaum, als ich es endlich wiedersah. Der Garten war nicht mehr derselbe; statt der Dschungeln, die damals bis an den Weg gingen, von einem Graben begrenzt, lag da jetzt eine gepflegte, fünf bis sechs Jahre alte Gummiplantage hinter einem Gitter; eine Tasse am Fuße jedes Baumes zeigte, daß das Zapfen im vollen Gange sei. Von der Gärtnerei schien nicht viel mehr übrig zu sein, und nicht wie früher füllten Käfige und Kisten mit wilden Tieren Almeidas Garten, alles schien zu Gummi geworden zu sein, wie überall im Osten.
Das Haus selbst war unverändert, nur noch ausgeblichener von der Sonne und, wie mir schien, kleiner. Dieselben verschossenen Bambusjalousien bildeten Vorhänge vor den Veranden im zweiten Stock, dieselben großen chinesischen Postamente von Steingut flankierten die Eingangstür. Einficus elastica breitete sich mit seinen langen, fetten Schößlingen übers Dach, Tropenpflanzen und seltene Kakteen wuchsen in großen Lehmkübeln. Nicht ein Laut war aus dem Hause zu hören, das geblendet in der Sonne lag.
In den Zimmern war niemand, als ich hereinkam. Nackte Füße huschten über den Ziegelsteinboden, ein Kuli, der sich gleich zurückzog, als er mich sah, um Bescheid zu sagen. Alte verstaubte Dinge hingen an den Wänden, Gemälde und Galanteriewaren aus einer entschwundenen Zeit, Papiermachéreliefe, Dinge, die ein Menschenalter in einem Hause hängenbleiben, weil keiner sie mehr sieht; sie waren sicher immer hier gewesen, ich aber erinnerte mich ihrer nicht von früher und fühlte mich dadurch beklommen. Jetzt hörte ich nackte Füße über mir und eine langsame, melodische Stimme mit schwachen Konsonanten – »who's dhere?« – Sussies Stimme! Langsam kam sie die Treppe herunter.
Sie erkannte mich nicht.
»I'll dell my father,« sagte Sussie langsam mit einem langsamen Seitenblick, und ging würdig durchs Zimmer; sie erinnerte im Tempo an gewisse große Tiere, die von Natur langsam sind und die Grazie der Ruhe besitzen. Wie war sie prachtvoll! Sie war ja etwas massiv geworden,stout,
