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Sie fahren, fliegen, laufen, gehen, segeln in den Urlaub? Sie befinden sich bereits im Urlaub? P A U S C H A L urlaub? Prima! Denn dann ist dieses Buch die beste Unterhaltung, wenn Sie sich am Strand einen Sonnenbrand holen, am Pool von nervigen Kindern nassgespritzt werden oder mal wieder alleine im Restaurant sitzen! Mit Humor und Fachwissen P L A U S C H e ich aus den Erlebnissen eines Standortreiseleiters. Das sind die, die in aller Regel mit Rollkoffer und schlecht sitzender Uniform in den Hochburgen des Pauschaltourismus zu Zeiten herumlaufen, da "normale" Menschen am Strand oder Pool liegen oder sich die landschaftlichen Schönheiten der Umgebung ansehen. Kommen Sie mit, erfahren Sie mehr darüber, wie Sie jemandem den Tag madig machen können oder dies auch vermeiden können. Ich freue mich auf Sie! Und das erwartet Sie: das Studium des Reisekatalogs, Buchung online oder im Reisebüro, was kann bei An- und Abreise alles schief gehen, ungeahnte Schwierigkeiten in der Unterkunft, vergessliche Urlauber, schwule Urlauber und die, die bereit sind, für den oder im Urlaub zu sterben...
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Seitenzahl: 174
Veröffentlichungsjahr: 2020
Wieso das Covid-19 frei Label auf der Titelseite?
Zum einen möchte ich die Absurdität, die Covid - 19 in viele Lebensbereich beinahe zu allen Menschen auf unserem Planeten gebracht hat, zu einem Teil dieses Buches werden lassen. Zum anderen liegt mir daran klar zu machen, dass die dem Buch zu Grunde liegenden Ereignisse bis auf eine Ausnahme vor der Corona – Krise stattfanden und die Zäsur zu verdeutlichen, die Covid-19 zumindest im Spätsommer 2020 in mein Leben gebracht hat.
Der Autor…
…befindet sich im Zeitraum der Fertigstellung des Buches in krisenbedingter vollständiger Kurzarbeit seit Ende März 2020, ob sein Arbeitsplatz als Reiseleitung auf den kanarischen Inseln auch noch künftig besteht, ist ungewiss. Für weitere und stets aktuelle Informationen besuchen Sie bitte
www.pauschal-plausch.de/Autor
Alle in diesem Buch geschilderten Ereignisse haben tatsächlich so wie beschrieben stattgefunden. Die Namen von Orten, Unternehmen und Personen wurden verfremdet. Sollten Sie sich wiedererkennen, liegt das an der Unverwechselbarkeit Ihrer speziellen Persönlichkeit und ich bin überzeugt, dass Sie vernünftigerweise diese Erkenntnis für sich behalten und den Schutz der Unsichtbarkeit genießen werden!
© 2020 vandiago_on_tour
Verlag und Druck:
tredition GmbH
Halenreie 40 -44
22359 Hamburg
ISBN Paperback:
978 -3 -347 -10169 -2
Hardcover:
978 -3 -347 -10170 -8
e -Book:
978 -3 -347 -10171 -5
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Und darüber werden wir plauschen
Herzlich willkommen! - Ihre Ankunft
Anmerkung und Exkurs
Hin und Weg
Den Namen und das gebuchte Hotel, bitte!
La Palma, Las Palmas, oder doch Palma?
Ich kenne doch meinen Koffer
Sie buchen und sie fluchen!
Hereinspaziert – die Unterkunft
Die glücklichen Inseln
Wie man sich bettet….
Der Reisemangel
Nicht immer gut beraten
Stille Nacht
Neben der Spur
Einmal asiatisch süß -sauer, aber nackig, bitte!
Ich sch**ß dir vor den Koffer
Es ist angerichtet
Gegen alles allergisch
Gäste mit besonderen Ansprüchen
Manche mögen es heiß
All -Inclusive
Ruf doch mal an….
Ich lasse mich scheiden
Hier gibt‘s sonst keine Nummer
Wie man in den Wald hinein ruft…
Hilfe – Klein -Justin erfriert
Das Bild ist hässlich
Im Urlaubsrausch
Rügen in Spanien
#metoo
Es muss nicht immer Weinstein sein
Das war dann mal weg
Fassen Sie sich doch an die eigene Nase
Eine vage Beschreibung
Aber das Kind ist da?
Ihre Reiseleitung - die wandelnde Apotheken - Umschau
Land und Leute
Ein Ausflug zum Kotzen
Welche wilden Tiere sieht man bei der Safari
Politisch korrekte Ausflüge
Wenn die Haie Blut riechen
Wo ist denn hier der Ausgang?
Am liebsten hab' ich
Eine sehr erlesene Gästeschar
Quer durch alle Dialekte – wo ist die Taste für die Untertitel?!?
Von einem HUGO wird man nicht beschwipst
Hinter den Kulissen– Ihr Backstage Ticket
Urlaub unterm Regenbogen
Der Wein war voll was für'n Arsch! – oder: Eine Flasche Wein geht noch rein! – oder: Dafür reißt man sich gerne mal den Arsch auf
Feiern mit Hugo
Keine Arme, kein Gepäck!
Dumm, aber geil
Wertgegenstände gehören in den Safe
Nachwort
Bonus-Track
Herzlich willkommen! - IhreAnkunft
Das sind die ersten Worte mit denen ich ‘meine’ Gäste nach ihrer Ankunft am Flughafen ihres Urlaubszieles, einer der Kanarischen Inseln, begrüße, und so möchte ich Sie auch begrüßen zu unserer kleinen Plauderstunde. Gut, plaudern werde nur ich, aber ich bin zuversichtlich, Ihnen zur weiteren Verwendung reichlich Gesprächsstoff mit auf den Weg zu geben. Bevor es in den Transferbus in Ihre traumhafte Unterkunft geht und Sie das Urlaubsprogramm mit voller Wucht trifft, gibt es vorab noch ein paar äußerst warme, aber auch einordnende Worte.
Jedes Jahr fahren Millionen Deutscher in den Urlaub. Viele davon als Pauschaltouristen. Diese werden dann, auf die eine oder andere Weise, durch die Veranstalter der Pauschalreise, betreut. Was auf ‘meiner’ Seite als Reiseleiter so alles wahrgenommen wird von dem was Pauschaltouristen veranstalten, darüber soll dieses Buch Aufschluss geben. So springe ich mit Ihnen mitten hinein in die Pauschalreise, die ich Ihnen hier hauptsächlich in der Version der Flugpauschalreise, gelegentlich auch mal kombiniert mit einer Kreuzfahrt, präsentiere. Selbstredend ist es auch sehr interessant, einmal die Überlegungen zur Auswahl des Zeitraums, des Ziels, der Hotelauswahl etc. und die Buchung im Reisebüro oder Online zu beleuchten, jedoch finden solche Überlegungen und Handlungen ja weit im Vorfeld der Reise ab und nur gelegentlich werde ich mit den Ergebnissen bzw. mit der Unzufriedenheit der Gäste über die Ergebnisse konfrontiert. Sofern Ursachen für diese Unzufriedenheit im Auswahl - oder Buchungsvorgang der Reise liegen, werde ich bei den einzelnen Geschichten darauf Bezug nehmen.
Zur Klarstellung sei auf folgendes hingewiesen: Die meisten Urlauber möchten einfach nur einen rundum gelungenen, erholsamen und erinnernswerten Urlaub verbringen. Dazu beizutragen und die Rahmenvoraussetzungen hierfür zu schaffen bzw. beizubehalten sind nur einige der Aufgaben eines Reiseleiters. Dies bedeutet die Organisation des Urlaubsaufenthaltes so reibungslos wie möglich zu gestalten, also dafür zu sorgen, dass der Transfer zum und vom gebuchten Urlaubshotel funktioniert, die Touristen die erforderlichen und wissenswerten Eigenheiten des ausgewählten Urlaubsgebietes kennenlernen, etwaige Unzulänglichkeiten in der Urlaubsunterkunft beseitigt bzw. behoben werden und sie über etwaige Änderungen des Rückfluges informiert werden. All diese Anforderungen stellen keine Raketenwissenschaft dar.
Was jedoch weit über das Organisatorische hinausgeht, ist der Umgang mit den Menschen. Und dabei haben meine Kollegen und ich schon einiges erlebt. Die Schilderungen in diesem Buch erheben keinen Anspruch auf Verallgemeinerung und sämtliche Parallelen zu tatsächlichen Begebenheiten ist rein zufällig entstanden. Mehr als 95% aller Urlauber sind mehr oder weniger Durchlaufposten. Ohne besondere Vorkommnisse erleben diese Menschen mehr oder weniger genau das, was sie erwarten. Weitere 3% stoßen bei ihrem Aufenthalt auf unerwartete Probleme. Das sind dann jene Gäste, die berechtigterweise eine Reklamation vorbringen; sei es, weil es Schwierigkeiten beim Flug gegeben hat, Gepäck abhandengekommen ist und erst verspätet oder gar nicht im Urlaubshotel eintrifft, das Urlaubsdomizil mit einer vorher nicht bekannt gegebenen Baustelle überrascht, oder das gebuchte Urlaubshotel überbucht ist und die Unterbringung in einem anderen Haus erfolgt, das Zimmer nicht geputzt ist, heruntergekommen ist oder einiges andere mehr, was berechtigten Grund für eine Reklamation bietet. Das sind diejenigen Gäste, mit denen sich die Reiseleitung eigentlich auseinandersetzen muss. Hier geht es dann darum, den Gast bezüglich der Beschaffung von Ersatzbekleidung zu informieren, zu versuchen ihn im eigentlich gebuchten Hotel unterzubringen bzw. entsprechende Entschädigungen für den Gast zu erwirken oder eben für eine entsprechende Reinigung zu sorgen, also im Allgemeinen alles zu tun, damit der Gast das erhält, für was er bezahlt hat. Außerdem gehört die Hilfestellung bei Bewältigung der Folgen eines Einbruchs oder Diebstahls z. B. Ersatzdokumentenbeschaffung, Anzeigenerstattung oder Betreuung bei schwerer Erkrankung etc. dazu. Und dann sind da noch die verbleibenden 1,5 bis 2% der Reisenden, die Inhalte dieses Buches sein werden. Und da beginnt der Spaß…oder auch nicht …
Anmerkung und Exkurs
Im Jahr 2020 wird der Globus durch eine Virusinfektion überrascht. Diese hat auch durchschlagende Konsequenzen für die Reisebranche. Man neigt verständlicherweise dazu, Vorsicht walten zu lassen und bleibt eher in heimischen Gefilden, stellt sich eher einen individuellen Urlaub zusammen und verzichtet somit auf das Vergnügen einer Pauschalreise. Die größten europäischen Touristikkonzerne haben entweder schon vor Corona die vermeidbare Insolvenz hingelegt (Gier frisst Hirn) oder konnten sich dank milliardenschwerer Staatshilfen (nur noch PFUI) gegenüber ihren anspruchsberechtigten Kreditgebern, also den Kunden, die mit mindestens 20 % Anzahlung des Reisepreises unfreiwillig in die Kreditbranche eingestiegen sind, „dicke“ tun, dass sie, natürlich außerhalb jeglicher gesetzlichen Frist, sogar in der Lage waren, diese auf Wunsch auch Bar (hier Überweisung oder Gutschrift auf Kreditkarte) zurückzuerstatten und sogar, Öffentlichkeitswirksam versteht sich, einige der Helden des Alltags, also Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in den Urlaub zu schicken. Diesen sei der vom Staat über TUI subventionierte Urlaub absolut gegönnt, anständige Bezahlung des meist nicht akademischen Personals ersetzt das nicht. Ich möchte nur ins Gedächtnis rufen, dass der deutsche Staat bereits historisch nicht ganz uninteressant einen Touristikkonzern mit drei Buchstaben unterhalten hat, inklusive eigener Unterkünfte und Kreuzfahrtschiffen. Das hatte zwar andere Beweggründe, die ich der heutigen Regierung nicht unterstellen würde, allerdings ging auch dieses Kapitel nicht gut aus, ähnlich wie bei anderen Staatsbeteiligungen der jüngeren Vergangenheit.
Da ich selber durch voraussichtlich monatelange Kurzarbeit zwangsweise aus dem Gefecht gezogen wurde und der Neustart noch in den Sternen steht, wünsche ich mir von Ihnen, lieber Leser, dass sie bei Ihrer nächsten Urlaubsvorbereitung auch eine Pauschalreise in Erwägung ziehen, damit ich mich nicht gezwungen sehe noch so ein Buch schreiben zu müssen. Durch Ihr Verhalten, durch mutiges Buchen von Urlaubsreisen und Einhaltung der Hygiene-und Abstandsregeln, wirken Sie vielleicht entscheidend mit dazu bei, das viele der Schilderungen in diesem Buch, z. B. die Begrüßungsrundfahrt und die Reiseleiterservicezeiten nicht bereits zur Geschichte gehören. In Zeiten des Internets ist es doch gelegentlich von Vorteil, ein menschliches Wesen mit reichlichen Ortskenntnissen und praktischen Erfahrungen im Urlaubsland als Ansprechpartner auch zu den ungewöhnlichsten Fragen zur Verfügung zu haben. Lassen Sie uns gemeinsam das Beste und Erhaltenswerteste aus der Vor -Corona -Zeit bewahren, aber mit zukunftsweisenden Ansätzen kombinieren, sowohl im Urlaub als auch im Alltag.
ALSO, SCHNALLEN SIE SICH AN, WIR HEBEN GLEICH AB!
Hin und Weg
Den Namen und das gebuchte Hotel, bitte!
Nachdem der Flieger aus Alemania gelandet ist und der erholungsbedürftige Urlauber, manchmal alleinreisend, meistens mit Begleitung, das hoffentlich eigene Gepäck vom Ausgabeband geholt hat, findet dieser dann mit etwas Verstand und mehr Glück dann auch den großen Bildschirm mit dem Logo und Namen seines Reiseveranstalters. Womit wir bereits bei der ersten Klippe angekommen wären, die sich auf den Weg zum gnadenlos erholsamen Urlaub in den Weg schiebt. ‘Wer ist denn mein Reiseveranstalter’ bzw. die verkürzte Formel ‘Zu welchem Schalter müssen wir denn? ’.
Nun, statt die Langeweile im Flugzeug zu nutzen, um mal einen Blick in die Reiseunterlagen zu werfen, so man diese denn nicht im aufgegebenen Koffer verstaut hat oder gar daheim auf der Flurkommode hat liegen lassen, beschwert man sich lieber beim Sitznachbarn, dass das Entertainment-Programm maximal aus der Beobachtung des Kabinenpersonals und den von und zu den Toiletten herrschenden Verkehr besteht.
Im Idealfall wissen die Reisenden, bei welchem Reiseveranstalter die Reise gebucht wurde, vorbildliche Reisebüros streichen den Gästen sogar die relevanten Passagen in den Reiseunterlagen farbig an. Aber der Idealfall ist natürlich nicht die Regel. Außerdem hat es in den letzten Jahren aufgrund des Preiskampfs eine Tendenz zum dynamischen Schnüren von Pauschalreisepaketen gegeben. Um in den Suchergebnissen der Reiseportale im Internet ganz oben aufzutauchen, hat sich die Unsitte eingeschlichen, zunächst Reisepakete OHNE Transfer oder mit einem marginal günstigeren Discount-Shuttle-Service anzubieten, was den Reisepreis pro Person um einige Euro herunterdrückt, das Reiseangebot unter den vergleichbaren Oferten aber auf die oberen Plätze katapultiert. Ach? Was ein Discount-Shuttle-Service ist? Ja auch so was gibt es. Letztlich ist die vermeintliche Demokratisierung des Reisens in eine Diktatur des Preises mutiert.
Die Erwartung der Reiseveranstalter, dass der Kunde eines der obersten, also vermeintlich günstigeren Angebote buchen wird, baut wohl auf der dem Kunden unterstellten Unfähigkeit zum Vergleichen und der Dumm-und Faulheit auf. Denn tatsächlich behalten die Veranstalter oft genug Recht. Dann bemerken diese Kunden erst, dass der Weg zum Hotel nicht organisiert ist.
Dann ist guter Rat erst einmal teuer. Denn wahrscheinlich hatte man die Mittel für eine Taxifahrt zum Hotel nicht eingeplant, man hat keine Ahnung, ob ein Linienbus eine Alternative wäre oder man sonst irgendwo noch auf die schnelle einen Hoteltransfer buchen kann. Meistens klappt das nicht, und so beißen betroffene Reisende oftmals in den sauren Apfel und gönnen sich widerwillig eine um ein Vielfaches als ein Bustransfer teurere Taxifahrt.
Unterstellen wir mal, der fragliche Urlauber hat alle Leistungen aus einer Hand gebucht. Nachdem er die Gepäckausgabehalle verlassen hat, kann er auch zügig das Logo seines Veranstalters auf den Bildschirmen über den Empfangsschalter ausfindig machen. Darunter erwartet dann auch ein Vertreter des Reiseveranstalters, mit etwas Pech handelt es sich dabei um mich, die gebuchten Gäste.
Nach dem ‘Herzlich willkommen’ schiebe ich meistens ’Ihren Namen und das gebuchte Hotel, bitte?‘ hinterher, sofern der vielleicht schon zum vierundzwanzigstem Mal die Insel beglückende Stammgast mir nicht in die Parade fährt und mit einem genervten ‘Wo steht der Bus?’ ohne Vorspiel zur Sache kommen will. Trotzdem bestehe ich auf die Preisgabe dieser hochbrisanten Informationen um den Gast auf der Ankunftsliste und auch gedanklich und vor allem erinnerungstechnisch schnell abzuhaken. Der Urlauber oder auch die Begleitung bekommt den Umschlag mit der handschriftlichen Angabe der Parkposition seines Transferbusses sowie mit tatsächlich nützlichen Informationen sowie einer Einladung zu einer Begrüßungsrundfahrt im Feriengebiet mit anschließendem Umtrunk und weiteren ebenfalls nützlichen Hinweisen und Ausflugsvorstellung in die Hand gedrückt.
Natürlich nur, nachdem erfolgreich überprüft wurde, ob der Gast namentlich auf meiner Ankunftsliste aufgeführt ist und er tatsächlich auch einen Schimmer hat, wie seine Ferienunterkunft heißt. Denn oft genug ist auch diese Anforderung bereits zu hochgesteckt.
Besonders schön ist es, wenn Gäste nur in der Lage sind, sich den ersten Namensbestandteil, meistens den Namen der Hotelkette, also z. B. Sheraton oder Hilton, zu merken. Das erschwert dann die Zuordnung Gast-Hotel, da Hotelketten zumeist mehrere Hotels betreiben und man also auch die eigentliche Bezeichnung des Hauses kennen sollte. Das führt naturgemäß auch gelegentlich dazu, dass trotz frühzeitiger Buchung der Gast in einem ganz anderen Hotel landet, als er beabsichtigt hatte.
Der Fehler liegt IMMER beim Reisebüro, der Internetseite oder beim Reiseveranstalter, denn man weiß ja wohl, dass man ins Sheraton will, das kann ja wohl nicht so schwierig sein. Leider hat der geneigte Gast auch nach zwanzig Aufenthalten nicht bemerkt, dass es z. B. ein Sheraton Playa Verde, ein Sheraton Grand Beach Plaza und vielleicht auch ein Sheraton Solymar gibt. Das ist selbstredend zu viel Auswahl unter einem Markennamen. Und ohne entsprechende Präzisierung kann da auch mal die Buchung daneben gehen und statt im klassischen 4-Sterne-Hotel ‘Beach Plaza’ wurde das 5-Sterne ‘Solymar’ mit eher partyfreudigem Publikum und einem modernistischem Clubambiente ein Standardzimmer natürlich ohne den sonst immer gebuchtem Meerblick reserviert. Dies hätte der durchschnittliche Reisende auch direkt nach Buchung bemerken können, denn auf der Reisebestätigung und Rechnung sind alle Daten aufgeführt. Aber natürlich ist es viel zu viel verlangt, sich auch noch Papiere anzusehen, denn man ist ja dank ‘WISO’ etc. ein mündiger Verbraucher, der sofort zur Reklamation schreitet.
Nun gibt es jedoch nichts zu reklamieren, außer vielleicht die eigene Nachlässigkeit, bisweilen auch Dummheit… Aber für diesen durchaus berechtigten Reklamationspunkt ist die Reiseleitung nicht zuständig und auch die ‘Frankfurter Tabelle’ gibt keinen Prozentsatz für vom Reisenden letztlich zu verantwortende Fehlbuchungen an. Nichtsdestotrotz verlangt der Gast weiterhin lauthals sofort und unverzüglich im ‘Grand Beach Plaza’ untergebracht zu werden, auch wenn dieses einen Stern weniger hat, als das gebuchte Hotel, und selbstredend muss da doch für den Fehlbucher noch ein Zimmer frei sein, natürlich mit Meerblick und notfalls auch unter Umquartierung anderer Gäste, die aber ihrerseits nicht zu blöd waren, das richtige Hotel zu buchen. Schwierig wird es jedoch, wenn man dem Gast dann noch vermitteln muss, dass die Reiseleitung eigentlich keine Veranlassung zum sofortigen Handeln hat und ein Wechsel in ein Hotel niederer Kategorie eigentlich auch nicht im Reisevertrag vorgesehen ist und wenn zumal noch ein Aufpreis fällig wird, da man die fünf Sterne zum Schnäppchen Preis gebucht hat, der für das vier Sterne, das regulär auch günstiger wäre, leider nicht gilt. Unnötig zu erwähnen, dass der Gast droht, nie wieder mit diesen Banditen von Reiseunternehmen zu verreisen. In meinem Innersten bin ich dann geneigt zu fragen, ob ich diese Zusage bitte schriftlich haben könnte.
In der Wirklichkeit bemühe ich mich tatsächlich, den Gast dort unterzubringen, wo er eigentlich hinwollte, aus dem einfachen Grund, um nachfolgende Nörgeleien am bezahlten Hotel zu vermeiden und nicht bei jeder Besuchszeit in das miesepetrige Antlitz des buchungsunfähigen Gastes blicken zu müssen.
La Palma, Las Palmas, oder doch Palma?
Gelegentlich sind auch aus Auslastungsgründen Flüge im Angebot, die nacheinander zwei Zielflughäfen ansteuern. Zum Beispiel Lanzarote und Teneriffa oder Gran Canaria und La Palma. Oft entgeht das der Aufmerksamkeit der geneigten Fluggäste, eine nette Umschreibung für ‘viele schnallen das einfach nicht’. So passiert es bei solchen Konstellationen immer wieder, dass plötzlich von Reisenden Hotelnamen genannt werden, die so gänzlich ungeläufig sind, da eben die zugehörigen Hotels auf einer anderen Insel liegen. Denn natürlich hat man sich während der entsprechenden Ansage nach der ersten Landung des Fliegers noch angeregt mit dem Sitznachbarn unterhalten. Und der wollte ja auch in das Royal Hotel direkt am Meer. Also schnell raus aus der Maschine und ab ans Gepäckband. Und dann erstmal darüber aufregen, dass der Koffer nicht kommt. Und statt dann zunächst einmal am Reklamationsschalter zu reklamieren, wo mit Hilfe der Bordkarte schnell bemerkt würde, dass der Reklamierende am falschen Airport ausgestiegen ist, begibt man sich zum Empfangsschalter des Reiseveranstalters, dem natürlich keiner der gebuchten Gäste fehlt. Der Reiseleiter ahnt bereits ansatzweise, was da auf ihn zukommt. Die Kontrolle der Bordkarte, auf der Eindeutig als Zielflughafen Teneriffa angegeben ist, bestätigt den Verdacht.
Dem Kunden wird also klargemacht, dass er zu früh ausgestiegen ist. Dieser mokiert sich noch darüber, dass der Sitznachbar doch auch ausgestiegen sei und das doch jetzt alles nicht sein kann. Nun ja, doch, das ist so. Außerdem wird es den Reisenden so gar nicht freuen, dass er nun auch noch den Weiterflug zum eigentlichen Ziel bezahlen muss. Glücklicherweise gelingt es dem versierten Reiseleiter, seine Mitstreiter auf der richtigen Insel zu erreichen und für die Organisation der Gepäcksuche am Zielflughafen sowie auch noch kostenlos einen Transfer zum Urlaubshotel zu sorgen. Dank und Anerkennung seitens des unaufmerksamen Reisenden-nicht der Rede wert!
Ich kenne doch meinen Koffer
Ein Klassiker sind auch vertauschte Gepäckstücke. Bei deutschen Gästen sind gedeckte Farben bei Koffern äußerst beliebt. Das führt naturgemäß gelegentlich zu Verwechslungen, manchmal schon am Gepäckband am Flughafen, manchmal aber auch bei Erreichen der Ferienunterkunft. Lassen Sie sich trösten, auch wenn Sie einen geblümten Koffer mit Schleifchen Ihr Eigentum nennen, so sollten Sie sich beim Verlust des Gepäcks an einem der typischen Urlaubsflughäfen zunächst bei den britischen Reisenden umsehen, die lieben nämlich solche bunten und ornamentträchtigen Gepäckstücke.
Tritt der erste Fall ein und stellt der Gast das dann erst im Hotelzimmer fest, kann man nur hoffen, dass das Gepäckstück über aufschlussreiche Kennzeichnung wie Reiseveranstalter, Name oder im günstigsten Fall auch die Mobilfunknummer verfügt. Bei durchschnittlich intelligenten Gästen führt dies dann in aller Regel dazu, dass die angegebene Rufnummer kontaktiert wird. In manchen Fällen war der Eigentümer des fälschlich mitgenommenen Gepäcks genauso verpeilt wie der nun Anrufende. Dann haben sich die beiden Parteien gegenseitig nichts vorzuwerfen und müssen sich nur noch über die Umtauschmodalitäten einigen und den Koffertausch durchführen, meistens, ohne dass die Reiseleitung eingeschaltet werden muss. Aber natürlich ist der Eigentümer des sich nun in fremder Obhut befindlichen Koffers nicht immer gleichermaßen dösig, wie derjenige, der sich den erstbesten schwarzen Koffer mit roter Schleife am Griff vom Kofferband gezogen hat. Selbstverständlich unter Verzicht auf weitergehende Prüfung der Eigentumsverhältnisse. Man weiß ja schließlich, wie der eigene Koffer aussieht.
Genauso sicher, wie man sich bei der Buchung eines Sparzimmers ist, dass der in der Buchung eingetragene Wunsch nach schönem Meerblick, Abendsonne und ruhigster Lage vom Hotel freudestrahlend und aus abgrundtiefer Verehrung für den noblen Gast, nennen wir ihn mal Enriko nebst Gattin Doreen, erfüllt wird, notfalls auch unter Umquartierung anderer Gäste, die unverschämterweise genau das gewünschte Zimmer belegt haben und, noch viel schlimmer, auch noch die passende Kategorie gebucht und sogar bezahlt haben. Unnötig zu sagen, dass diese aktiven Koffervertauscher gerne auch weiße Socken in gefakten Birkenstock-Sandalen tragen mit einer ebenso nachgeahmten Jack-Wolfskin Übergangsjacke, oder, in der femininen Ausführung ausgewachsene Miniplidauerwelle zu Turnschuhen und Jeansrock von Kik. Nun wartet also der eigentliche Besitzer, Jens M., vergeblich an der Gepäckausgabe und nimmt zwar Kenntnis davon, dass noch ein einsamer Koffer seine Runden auf dem Gepäckkarussell dreht. Aber dieser hat KEIN rotes Band am Griff, ist dunkelblau und eine Nummer größer als das vermisste Gepäckstück.
Er wendet sich also an den Reklamationsschalter und weist die Dame oder den Herren hinterm Tresen auf den einsamen Koffer hin. Auch hier werden schnell die richtigen Schlüsse gezogen, das zurückgelassene Gepäckstück untersucht und mangels weitergehender Kennzeichnung nur der Name auf der Kofferbanderole der Airline
