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Herzlich willkommen zu meiner Biografie, die aus meinem Tagebuch entstand, das ich seit meiner SARS-CoV-2-Infektion im März 2020 führe. Eine Erkrankung und ihre Folgen, die mein Leben ins Wanken brachten. Es stimmt mich traurig, dass Long COVID von unserer Gesellschaft unterschätzt und kaum noch wahrgenommen wird. Dennoch werden wir uns noch sehr lange und intensiv damit beschäftigen müssen. Vor den schwerwiegenden Folgen, die Covid-19 und seine Varianten hinterlassen, dürfen wir nicht die Augen verschließen. Unverblümt versuche ich dem Leser zu vermitteln, wie stark [m]ein Leben durch Covid-19 und Long COVID beeinträchtigt wird. Offen und ehrlich schreibe ich über meinen Schmerz, meine Ängste und meine Hoffnungen, die mein eingeschränktes Long-COVID-Leben mit sich bringt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2024
Irene Rabenbauer
1st edition 2024
© Irene Rabenbauer
© Cover photo: Irene Rabenbauer
© Photos: Irene Rabenbauer
In der online-Selbsthilfegruppe von Long COVID Deutschland finden Betroffene Hilfe zur Selbsthilfe:
Erfahrungsaustausch, Infos zu Krankengeld, Schwerbehinderung, Rehabilitation, Pflegegrad, Berufsgenossenschaft, Mutmachposts, Meckerecke uvm.Ein respektvolles Miteinander zeichnet diese Gruppe aus. Hier bleibt [fast] keine Frage offen.
Die Edition Limitkunst bringt Bücher und andere kreative Werke von Menschen heraus, die eine Krankheit an ihr Limit gebracht hat. In diesem Limit drücken sie künstlerisch ihre guten und schlechten Erfahrungen, Befürchtungen und Hoffnungen mit ihrer Erkrankung, dem Verständnis von Freunden, Familie und dem Gesundheitssystem aus.
Ich bin dankbar und stolz, Teil der beiden Einrichtungen sein zu dürfen.
INHALTSVERZEICHNIS
Die Ansteckung6
SARS-CoV-2 nimmt Fahrt auf10
Hart am Limit14
Lebensmüde18
Hoffnungszeichen22
Seelenwunden26
Endless story Long-COVID30
Achterbahnfahrt34
Brainfog und Dingsbums38
Die Long-COVID-Lawine rollt42
Kopf-kaputt-Zustand46
Immer schön laaangsam50
Irgendwann54
Waldmedizin58
Seelen-Journaling62
Das Jahr 2020 begann, wie das alte endete. Mein Leben verlief in geregelten Bahnen. Die Kinder stehen bereits auf eigenen Füßen. Mein Mann genießt sein wohlverdientes Rentnerdasein, ich ging damals noch einem Vollzeitjob nach, der mir sehr viel Spaß machte. Unsere beiden Hunde waren zu „Ersatzkindern“ geworden. Alles verlief harmonisch.
Selbstverständlich verfolgte ich die täglichen Nachrichten und war über den Ausbruch des Coronavirus informiert. Beängstigend war die Tatsache über die schnelle Ausbreitung des Virus über den kompletten Erdball. Auch Deutschland blieb nicht verschont.
In Bayern verbreitete sich das Coronavirus rasant. Der Verlauf der Erkrankung war bei jedem Infizierten individuell. Manche zeigten trotz Infektion mit dem Virus keine und manche nur leichte bis mäßige Beschwerden. Bei anderen hingegen verlief die Erkrankung so schwer, dass sie intensivmedizinisch betreut werden mussten. Viele Menschen starben mittelbar oder unmittelbar an Covid-19. Jeder Tote ist einer zu viel.
Trotz der angespannten Lage sah ich für meine Familie und mich keine ernsthafte Bedrohung. Wir hielten uns von Anfang an an die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen und Hygienevorschriften. AHA wurde zum Schlagwort: ABSTAND wahren, auf HYGIENE achten und – da wo es eng wird – eine ALLTAGSMASKE tragen.
Am Mittwoch, 18.03.2020, teilte mir eine Person, mit der wir am Wochenende zuvor Kontakt hatten, telefonisch mit, dass sie positiv getestet wurde. Mein Arbeitgeber schickte mich sofort nach Hause. Auf dem Heimweg fuhr ich bei meinem Hausarzt vorbei, der sofort einen Abstrich machte. Spätestens in zwei Tagen sollte ich das Ergebnis erhalten.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag plagten mich leichte Hals- und Kopfschmerzen und ich fand kaum Schlaf. Hoffen, nicht infiziert zu sein und bangen vor einem positiven Abstrichergebnis: Ein wild gemischtes Gedankenkarussell schaukelte mich durch die Nacht. Die nächsten 24 Stunden, die so gut wie symptomfrei verliefen, stimmten mich wieder zuversichtlich und ich mutmaßte, einer Ansteckung entgangen zu sein.
Die Übertragung des Coronavirus erfolgt über die Luft beim Husten, Niesen, Sprechen, Singen und Atmen. Immer wieder wanderten meine Gedanken zurück zum letzten Wochenende und ich war mir sicher, dass niemand Erkältungssymptome zeigte. Kein Husten, kein Niesen, nichts. Die Tücke des Virus lag und liegt noch immer darin, dass man auch von infizierten Personen, die selbst nicht erkranken und keine Symptome zeigen, angesteckt werden kann. Ich versuchte mir einzureden, dass ich weder lange genug noch nahe genug mit der positiv getesteten Person beisammen war.
Das weltweite Tohuwabohu, das innerhalb kurzer Zeit um das Virus entfachte, zeigte uns, wie angreifbar wir sind. Ärzte behandelten ihre Patienten nur noch via Telefon, Überforderung, nicht nur im medizinischen Bereich und bei Ämtern, war an der Tagesordnung.
Am Freitag, 20. März 2020, informierte mich die Arztpraxis telefonisch, dass mein Test negativ sei. Im Laufe des Tages traten dann immer stärkere Symptome auf. Husten, Naselaufen am Morgen, verstopfe Nase am Abend, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit. Am Abend hatte ich das erste Mal das Gefühl, fiebrig zu sein.
