Plötzlich Prinz - Das Schicksal der Feen - Julie Kagawa - E-Book

Plötzlich Prinz - Das Schicksal der Feen E-Book

Julie Kagawa

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Beschreibung

Die große Fortsetzung der Bestsellersaga

Einfach so wie die anderen sein – das hat sich der siebzehnjährige Ethan Chase immer gewünscht. Ein Ding der Unmöglichkeit mit einer älteren Schwester, die eine der mächtigsten Herrscherinnen im Feenreich Nimmernie ist. Immer wieder kreuzen sich Ethans Wege mit denen der Feen. Als Ethans Neffe Keirran spurlos verschwindet, hat Ethan eine böse Vorahnung, die sich schon bald bewahrheitet: Keirran, der sich ausgerechnet in eine Fee des Sommerhofs verliebt hat, erregt den Zorn einer uralten Kreatur, die selbst die Feen fürchten. Ethan bleibt nichts anderes übrig, als nach Nimmernie zu reisen, um Keirran zu retten. Begleitet wird er von Kenzie, dem Mädchen, das er mehr liebt, als er je zugeben würde. Ein Abenteuer mit unbekanntem Ausgang erwartet sie …

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Seitenzahl: 579

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JULIE KAGAWA

Plötzlich Prinz

DAS SCHICKSAL DER FEEN

Aus dem Amerikanischen von

Charlotte Lungstrass-Kapfer

 

 

Die Originalausgabe erscheint unter dem Titel The Iron Fey –

The Iron Traitor bei Harlequin Teen, Ontario

Copyright © 2013 by Julie Kagawa

Copyright © 2014 der deutschsprachigen Ausgabe

by Wilhelm Heyne Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Redaktion: Diana Mantel

Umschlaggestaltung: Nele Schütz Design, München,

unter Verwendung eines Motivs von © Shutterstock/Artfamily

Satz: Christine Roithner Verlagsservice, Breitenaich

ISBN: 978-3-641-12869-2

www.heyne-fliegt.de

 

Für Guro Ron,

weil ich ihn mit Fragen löchern durfte.

Und für Nick,

weil ich ihn mit Stöcken verprügeln durfte.

 

 

Erster Teil

 

 

1 – Zurück zur »Normalität«

Mein Name ist Ethan Chase.

Vor knapp einer Woche wurde ich ins Land der Feen verschleppt.

Schon wieder.

Beim ersten Mal war ich vier. Ja, genau, vier Jahre alt, als ich von Feen entführt und ins Nimmernie, wie sich ihre Heimat nennt, gezerrt wurde. Lange Rede, kurzer Sinn: Meine große Schwester hat mich gerettet und nach Hause gebracht, wurde dann aber selbst zur Feenkönigin und herrscht nun über einen Teil des Nimmernie, über das Eiserne Reich.

Dreizehn Jahre später ist es wieder passiert, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, die ich zur Abwehr gegen das magische Volk getroffen hatte. Ich fand mich mitten im Nimmernie wieder, und diesmal war ich nicht allein. Eine Klassenkameradin, Mackenzie St.James, schaffte es ebenfalls, in die Sache verwickelt zu werden. In den Tagen danach passierten jede Menge abgedrehte Sachen: Wir folgten einem sprechenden Kater quer durch das Nimmernie, trafen meine Schwester in ihrem Eisernen Reich, schlichen uns heimlich aus dem Eisernen Reich davon, um uns mit der Königin der Exilanten zu treffen, und nicht zu vergessen, ich entdeckte, dass meine Schwester einen Sohn hat. Richtig gehört, ich habe einen Neffen. Einen Neffen, der zum Teil ein Feenwesen ist, den meine Eltern noch nie zu Gesicht bekommen haben und der aufgrund des völlig unberechenbaren Zeitgefüges im Feenreich ungefähr genauso alt ist wie ich.

Außerdem haben wir noch etwas Wichtiges herausgefunden, nämlich dass gerade eine neue, tödliche Feenart auf dem Vormarsch ist. Man nennt sie die Vergessenen, Feen, deren Existenz so gut wie beendet ist, weil sich seit langer Zeit niemand mehr an sie erinnert. Um zu über­leben müssen sie normalen Feen den Schein stehlen, ihre magische Kraft, was ihre Opfer jedoch umbringt. Für mich war allerdings die Sache mit dem Neffen die Krönung. Zwar habe ich meine Familie vorher schon für verkorkst gehalten, aber jetzt sprengt sie jede Skala. Ich dachte, ich hätte schon alles gesehen. Doch als ich ins Nimmernie gezogen wurde, hat mich diese Sache mit Keirran das eiskalt erwischt.

Als Keirran schließlich ins Nimmernie zurückkehrte, wusste ich, dass wir uns nicht zum letzten Mal begegnet waren. Trotzdem hatte ich keine Ahnung, wie eng unsere beiden Leben schon bald miteinander verknüpft sein würden, und dass er der Auslöser sein würde … für das Ende.

Manchmal wünschte ich mir, die Leute würden mich etwas weniger beachten. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte Feenblut in den Adern, denn dann würden die Menschen, wenn irgendetwas Seltsames passiert, das alles wieder vergessen, sobald ich den Raum verlasse. Bei ­Robin Goodfellow, dem berüchtigtsten Feenwesen überhaupt, funktioniert das einwandfrei. Und bis zu einem gewissen Grad sogar bei meiner Schwester. Aber in der richtigen Welt, bei uns einfachen Menschen, fällt es den Leuten irgendwann auf, wenn man fast eine Woche lang spurlos verschwunden ist. Und wenn gleichzeitig eine sehr reiche, unglaublich beliebte Klassenkameradin verschwindet, bemerken sie es erst recht.

Was schätzungsweise der Grund dafür war, warum ich am Montagmorgen nach meiner Rückkehr aus dem Nimmernie wieder einmal im Büro des Direktors saß. Diesmal ragten vor meinem Stuhl allerdings zwei Polizisten auf und musterten mich finster. Immer wieder kamen Schüler vorbei, spähten durch die Scheibe in der Tür her­ein und liefen dann hastig und wild tuschelnd weiter. Großartig. Ich hatte sowieso schon den Ruf weg, ein Delinquent und Unruhestifter zu sein. Das würde es wohl kaum besser machen.

»Wissen Sie, warum man Sie hergebracht hat, Mr. Chase?«, fragte der Direktor und spitzte die schmalen Lippen. Ich zuckte nur mit den Schultern. Bereits an meinem ersten Tag an dieser Schule hatte ich in seinem Büro gesessen, denn der Direktor hielt mich für einen hoffnungslosen Fall. Wozu sollte ich noch versuchen, seine Meinung zu ändern? Außerdem machten mir die beiden Polizisten wesentlich mehr Sorgen.

»Wir würden Ihnen gerne ein paar Fragen zu Todd Wyndham stellen«, erklärte nun einer von ihnen. Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen. »Wie Sie vielleicht wissen, ist er letzten Freitag verschwunden. Als er nach der Schule nicht nach Hause kam, hat seine Mutter ihn als vermisst gemeldet. Laut ihrer Aussage hat er noch mit jemandem gesprochen, bevor er verschwand – und zwar mit Ihnen.«

Ich schluckte schwer. Todd Wyndham war in meinem Jahrgang, und ich wusste sehr genau, was in jener Nacht mit ihm passiert war. Aber ich konnte den Polizisten auf keinen Fall sagen, dass Todd zum Teil eine Fee war, ein Halbblut, das von den Vergessenen entführt und dem der Schein ausgesaugt worden war. Tragischerweise hatte er mit dem Schein auch fast seine gesamte Erinnerung, seine Gefühle und das Bewusstsein seiner selbst verloren. Als Kenzie und ich ihn fanden, war sein Schein bereits weg, und zurück blieb ein benommener, völlig passiver, total magieloser Mensch.

Möglichst gelassen wandte ich mich an den Polizisten, der mich angesprochen hatte: »Ja, ich habe ihn an dem Tag in der Schule gesehen. Wie alle anderen auch. Wo liegt das Problem?«

»Das Problem«, fuhr der Polizist fort und runzelte noch bedrohlicher die Stirn, »liegt darin, dass Todd Wynd­ham letzte Woche völlig verstört zu Hause aufgetaucht ist. An viel kann er sich nicht erinnern, aber er hat uns erzählt, er sei entführt worden und es gebe noch mehr Opfer. Seine Symptome entsprechen denen, die Zeugen schwerer Gewaltverbrechen aufweisen, und wir befürchten, dass der Kidnapper bald wieder zuschlagen könnte. Deshalb hoffen wir, dass Sie uns Todds Zustand erklären können.«

»Warum ausgerechnet ich?«

Der Polizist kniff die Augen zusammen. »Weil Mrs. St.James genau einen Tag nach Todds Verschwinden ihre Tochter ebenfalls als vermisst gemeldet hat. Sie wurde zuletzt bei einem Kampfsportturnier gesehen, wo sie sich mit Ihnen unterhalten hat. Uns liegen Zeugenaussagen vor, laut denen Sie das Mädchen aus dem Gebäude und auf den Parkplatz gezerrt haben, wo Sie dann beide spurlos verschwanden. Würden Sie mir vielleicht verraten, was da passiert ist, Ethan?«

Mein Herz raste wie verrückt, doch äußerlich blieb ich cool und hielt mich an die Geschichte, die Kenzie und ich uns ausgedacht hatten: »Kenzie wollte nach New York City«, antwortete ich gelassen. »Ihr Dad hat ihr nicht erlaubt hinzufahren. Aber sie wollte die Stadt unbedingt einmal sehen, bevor … Sie wissen schon, bevor sie stirbt.« Die Männer blinzelten irritiert, wahrscheinlich waren sie nicht sicher, ob ich das ernst meinte oder nur einen auf Drama machte. Wieder zuckte ich mit den Schultern. »Sie hat mich gefragt, ob ich sie hinbringe, also habe ich es getan. Sie hatte nie erwähnt, dass ihr Dad keine Ahnung davon hatte.«

Ganz schön lahme Ausrede, aber den wahren Grund konnte ich ihnen natürlich nicht sagen – dass eine Horde mörderischer Feen uns bei dem Turnier aufgespürt und bis auf den Parkplatz hinausgejagt hatte, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als uns ins Nimmernie zu befördern.

Der eine Polizist kniff die Lippen zusammen, woraufhin ich abwehrend die Arme vor der Brust verschränkte. »Wenn Sie mir nicht glauben, fragen Sie doch Kenzie«, erklärte ich ihm. »Sie wird Ihnen dasselbe sagen.«

»Das werden wir tun.« Die Männer richteten sich auf und gaben mir durch Gesten zu verstehen, dass wir hier fertig waren. »Sie können jetzt in den Unterricht zurückgehen, aber wir werden Sie im Auge behalten, Ethan. Immer schön sauber bleiben, klar?«

Erleichtert stand ich auf und ging zur Tür. Während ich hinausging, spürte ich den durchdringenden Blick des Direktors im Rücken. Wahrscheinlich hatte er gehofft, man würde mich verhaften und in den Jugend­arrest stecken. Dann müsste er sich mit einem Problemfall weniger herumschlagen. Äußerlich entsprach ich ganz dem Bild des störrischen, aufsässigen Unruhestifters: zerfetzte Jeans, das Shirt auf links gedreht, diverse Ohrringe und immer ein trotziges Grinsen im Gesicht. Auch egal. Ich war nicht hier, um den perfekten Schüler zu mimen oder irgendwelche Pokale zu gewinnen. Ich wollte einfach nur das Schuljahr überstehen und zwar ohne größere Katastrophen. Ohne noch mehr größere Kata­strophen.

Mit einem erleichterten Seufzer verließ ich das Büro des Direktors. Das war ja noch mal gut gegangen. Ich war inzwischen ein Experte darin, mit Lügengeschichten eine Wahrheit zu verschleiern, die sowieso niemand sehen konnte: dass es dort draußen Feenwesen gab, die mich anscheinend einfach nicht in Frieden lassen konnten. Damit niemand in meinem Umfeld in Gefahr geriet, war ich zu einem Menschen geworden, den niemand um sich haben wollte. Mögliche Freundschaften hatte ich im Keim erstickt, hatte mich abgeschottet und mich gegenüber jedem, der mir zu nah kam, wie ein Riesenarsch aufgeführt.

Normalerweise funktionierte das ganz gut. Sobald ich ihnen klargemacht hatte, dass sie mich in Ruhe lassen sollten, taten die Leute genau das. Niemand wollte sich mit einem feindseligen Vollidioten abgeben.

Bis auf dieses eine Mädchen.

Verdammt, hoffentlich ist bei ihr alles okay. Wo steckst du, Kenzie? Ich hoffe, du hast meinetwegen keinen Ärger gekriegt.

Dabei hatten wir noch Glück gehabt, dass wir nur eine Woche weg waren. Im Nimmernie vergeht die Zeit anders als in der richtigen Welt. Es gibt Geschichten von Leuten, die für ein Jahr ins Feenland verschwanden, und als sie zurückkamen, waren hundert Jahre vergangen, und nichts war mehr so, wie sie es kannten. Mit einer verlorenen Woche waren wir noch gut weggekommen, aber für alle anderen waren wir eben spurlos verschwunden gewesen, und man hatte nach uns gesucht. Mit einer Ausnahme hatte niemand etwas von uns gesehen oder gehört, und das von dem Moment an, als wir das Turnier verließen, bis zu dem Abend einige Tage später, als wir nach Hause kamen.

Deshalb mussten Kenzie und ich uns vor unserer Rückkehr eine verdammt gute Ausrede überlegen.

»Bist du sicher?« Ich hatte in ihre schokoladenbraunen Augen gesehen, dabei aber nur mein Spiegelbild ­re­gistriert, das mich besorgt anstarrte. »Das willst du deinem Dad erzählen, wenn du heimkommst? Dass du beschlossen hast, einen Trip nach New York zu machen, und dass ich dich hingebracht hätte?«

Kenzie hatte mit den Schultern gezuckt. Das Mondlicht schimmerte auf ihren pechschwarzen Haaren. Hinter ihr breitete sich der Central Park aus wie ein riesiger schwarz-weißer Flickenteppich, erst jenseits der Bäume funkelten die beleuchteten Hochhäuser. Sie hatte die Arme um meinen Bauch geschlungen und zeichnete mit den Fingern kleine Muster auf meinen Rücken, was es mir nicht gerade leicht machte, bei der Sache zu bleiben. »Fällt dir vielleicht etwas Besseres ein?«

»Eigentlich nicht.« Wohlig schaudernd spürte ich, wie ihre Fingerspitzen unter mein Hemd wanderten und über meine Haut glitten. Ich unterdrückte den Impuls, mich aus der Umarmung zu winden, und versuchte stattdessen, mich zu konzentrieren. »Aber wird er nicht sauer dar­über sein, dass du einfach so losgezogen bist, ohne ihm Bescheid zu sagen?«

Das Mädchen in meinem Arm lächelte bitter, sah mich aber nicht an. »Dazu hat er kein Recht«, murmelte sie. »Ihm ist egal, was ich tue. Er erkundigt sich nicht einmal nach mir. Solange ich zurückkomme und noch alle Finger und Zehen habe, wird es ihn nicht interessieren, wo ich war. Und falls er doch etwas sagt, dann … dann behaupte ich eben, ich wollte New York unbedingt einmal sehen, bevor ich sterbe. Was soll er da noch machen?«

Jetzt wurde mir aus einem anderen Grund flau im Magen. Als ich nicht antwortete, schaute Kenzie zögernd zu mir hoch. »Und was ist mit dir?« Fragend legte sie den Kopf schief. »Was wirst du deiner Familie erzählen, wenn wir nach Hause kommen?«

»Da mach dir mal keine Sorgen, meine Familie kennt das schon.« Von damals, als wir Meghan verloren haben. »Ich werde mir irgendetwas ausdenken.«

Schweigend nagte sie an ihrer Unterlippe. Ihre weichen Fingerspitzen wanderten immer noch unter meinem Shirt herum und jagten mir kleine Schauer über den Rücken. »Ethan?«, fragte sie schließlich zögernd. »Äh … wir werden uns doch weiterhin sehen, wenn wir wieder in der richtigen Welt sind, oder?«

»Sicher«, flüsterte ich. Mir war klar, was sie damit meinte. Sie machte sich nicht etwa Sorgen, dass ich dahinschwinden und verblassen könnte wie eine Fee, sondern dass ich mich wieder in den gemeinen, feindseligen Vollidioten verwandeln könnte, der alle von sich weg­stieß. »Ich werde nicht abhauen, versprochen.« Sanft strich ich ihr eine dunkle Strähne aus der Stirn. »Ich werde sogar ganz normale Sachen mit dir machen, wie Essen gehen und Kino, wenn du das willst.«

Kenzie grinste. »Und darf ich dich als meinen festen Freund vorstellen?«

Wieder so ein Ziehen im Magen. »Falls du es für eine gute Idee hältst, mich überhaupt irgendjemandem vor­zustellen«, erwiderte ich achselzuckend. »Ich hoffe nur, dein Dad ist in Bezug auf deine Freunde genauso nachsichtig wie in Bezug auf deine Ausflüge. Was hattest du gesagt, er ist Anwalt, richtig?« Ich verzog das Gesicht. »Da kann ich mir schon gut vorstellen, wie das erste Treffen abläuft.«

Kenzie stellte sich auf die Zehenspitzen, legte mir beide Hände auf die Schultern und drückte ihre Lippen auf meine. Ich holte tief Luft, schloss die Augen und genoss die sanfte Berührung ihres Mundes. Für einen Moment vergaß ich alles um mich herum.

»Meinen Dad kannst du ruhig mir überlassen«, murmelte sie, als sie sich von mir zurückzog.

»Prinz Ethan?« Ein kleines, verhutzeltes Feenwesen mit dicker Knollnase watschelte auf uns zu. Der Gnom trug einen langen weißen Kittel. Er hatte einen mechanischen Arm, der statt Fingern mehrere Nadeln, Pinzetten und sogar ein Skalpell vorzuweisen hatte. »Ihr seid verletzt«, stellte er fest und zeigte dabei auf den improvisierten Verband an einem meiner Beine und einem Arm. An beiden Stellen war ich von fiesen Feenrittern aufgeschlitzt worden. Ein Ärmel und das halbe Hosenbein waren blutverschmiert. »Die Eiserne Königin hat darum gebeten, dass ich mich um Eure Wunden kümmere. Oder, wie sie es formulierte: ›Ich will nicht, dass Mom und Luke ausflippen, sobald er das Haus betritt.‹ Bitte, nehmt Platz.«

Kenzie ließ mich los, und plötzlich spürte ich die Schmerzen wieder. Vorsichtig setzte ich mich hin. »Da kannst du mich noch so viel zusammenflicken«, grummelte ich, während sich der Zeigefinger des Gnoms in eine winzige Schere verwandelte, mit der er den Verband an meinem Arm aufschnitt. »Sie werden so oder so durchdrehen, wenn ich blutverschmiert bei ihnen auftauche. In meiner näheren Zukunft steht wohl ein Besuch in der Notaufnahme an.«

»Nicht unbedingt«, erwiderte der Gnom und wedelte kurz mit seinem normalen Arm. Ich spürte die Magie wie ein leichtes Prickeln auf der Haut, dann löste sich das Blut auf meinem Shirt plötzlich in Luft auf. Löcher schlossen sich, Risse flickten sich selbst, und Sekunden später sahen meine Klamotten wieder völlig normal aus. Kenzie, die neben mir stand, sog hörbar die Luft ein, während ich innerlich zusammenzuckte. Ich wollte keine Feenmagie an mir haben, nicht einmal, wenn sie so harmlos schien.

»Kein Grund zur Aufregung«, sagte der Gnom und griff wieder nach meinem Arm. »Es ist nur eine Illusion. Die allerdings zerstört wird, sobald Ihr die Kleidung auszieht. Ich würde also vorschlagen, dass Ihr mit dem Umziehen wartet, bis Ihr allein seid. Und dafür«, er zupfte an meinem Ärmel, »empfehle ich ein nettes Feuerchen.«

Als ich in dieser Nacht nach Hause kam, rechnete ich fest mit einem ausführlichen Verhör. Dank der Tatsache, dass meine Schwester dreizehn Jahre zuvor im Feenreich verschwunden war, waren meine Eltern paranoid und überbehütend, und das hoch zehn. Wenn ich meine Sperrstunde nur um fünf Minuten überzog, rief meine Mutter mich sofort auf dem Handy an und wollte wissen, wo ich steckte und ob es mir gut ging. Ich schlich mich also durch die Vordertür ins Haus, hatte dabei aber noch immer keine Ahnung, was ich ihnen sagen sollte. Dann schaute ich ins Wohnzimmer, wo sie auf mich warteten, und begriff sofort, dass sie bereits alles wussten.

Anscheinend hatten sie an diesem Abend Besuch von der Eisernen Königin bekommen, und Meghan hatte ­ihnen erzählt, dass ich in Sicherheit war. Dass ich bei ihr im Nimmernie gewesen war und mich nun auf dem Heimweg befand. Natürlich sagte sie ihnen nicht die ganze Wahrheit. Das mit Keirran, die Geschichte mit den Vergessenen und den Teil, wo ich ein paarmal fast ge­storben wäre, ließ sie weg. Trotzdem hätte ich gedacht, dass Mom und Dad noch den Rest der Geschichte hören wollten. Auch wenn sie die Blutflecken auf und die frisch genähten Wunden unter meiner Kleidung nicht sehen konnten, mussten sie doch ahnen, dass bei den Feen irgendetwas schiefgelaufen war. Doch was auch immer Meghan ihnen erzählt hatte, schien auszureichen. Mom drückte mich zwar so fest an sich, dass ich Atemnot bekam, und fragte ungefähr ein Dutzend Mal, ob es mir gut ging, aber mehr kam nicht.

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie es überhaupt wissen wollten. Mom hatte schreckliche Angst vor den Feen und war der Meinung, solange sie so tat, als gäbe es sie nicht, würden sie uns nicht terrorisieren. Was für mich ziemlich ätzend war, denn sie taten es ja doch. Aber zumindest an diesem Abend war ich froh, keine weiteren Erklärungen abgeben zu müssen. Es kam nicht oft vor, dass sie mich so leicht vom Haken ließen. Blieb nur zu hoffen, dass Kenzies Familie genauso verständnisvoll war.

Kenzie. Seufzend fuhr ich mir durchs Haar, plötzlich wieder besorgt. Seit dem Abend, an dem sie zu ihrem Dad und ihrer Stiefmutter zurückgekehrt war, hatte ich sie nicht mehr gesehen. Am Wochenende hatte ich zwar versucht, sie anzurufen, aber entweder war ihr Akku noch leer oder sie hatten ihr das Handy weggenommen, denn meine Anrufe landeten alle direkt auf der Mailbox. Besorgt und rastlos war ich am Morgen extra früher zur Schule gefahren, weil ich gehofft hatte, sie hier zu sehen und zu erfahren, wie ihre Familie auf ihr Verschwinden reagiert hatte. Aber dann hatten sie mich ins Büro des Direktors geschleppt, bevor ich auch nur einen Blick auf das Mädchen werfen konnte, das plötzlich zum Mittelpunkt meiner Welt geworden war.

Missmutig ging ich in meinen Kurs, allerdings nicht ohne die Flure nach dem schwarzen Haarschopf mit den blauen Strähnen abzusuchen. Gegen jede Vernunft hoffte ich, Kenzie in die Arme zu laufen, wenn sie zum Direktor musste. Natürlich begegnete ich ihr nicht, dafür kam ich aber an einer Gruppe tratschender Mädchen vorbei, die kichernd vor dem Klo herumstanden. Als ich vorbeiging, verstummten sie abrupt und starrten mich mit großen Augen an. Sobald ich ihnen den Rücken zuwandte, ging es los.

»O mein Gott, das ist er.«

»Habt ihr schon gehört? Letzte Woche soll er Kenzie gezwungen haben, mit ihm durchzubrennen. Sie waren schon am anderen Ende des Landes, als die Polizei sie endlich erwischt hat.«

»Deswegen sind also die Cops hier. Und warum sitzt er noch nicht im Knast?«

Zähneknirschend ging ich weiter. Klatsch dieser Art machte mir normalerweise nichts aus – inzwischen war ich einfach daran gewöhnt. Und die meisten dieser Gerüchte, vor allem die farbenfroheren, gingen so weit an der Wahrheit vorbei, dass es schon lächerlich war. Aber mich nervte der Gedanke, dass Kenzie nun zur Zielscheibe solcher Spekulationen werden würde, und das nur, weil sie mit mir in Verbindung stand. Es fing bereits an.

Sie tauchte in keinem unserer gemeinsamen Kurse auf, wodurch es immer schwieriger für mich wurde, mich zu konzentrieren. Und auch so warf man mir misstrauische Blicke zu, es wurde getuschelt, wenn ich an meinen Platz ging, die beliebten Kids musterten mich finster – Kenzies Freunde. Ich zog den Kopf ein und verließ mich auf meine übliche »Lasst mich bloß in Ruhe«-Pose, bis es zum Mittagessen läutete.

Kenzie war immer noch nicht aufgetaucht. Fast wäre ich in die Cafeteria gegangen, um nachzusehen, ob sie dort war, hielt mich aber im letzten Moment zurück. Angewidert verzog ich das Gesicht. Mann, Ethan, was soll der Scheiß? Du machst dich ja total zum Deppen wegen dieses Mädchens. Sie ist heute nicht da. Akzeptier das endlich.

Während ich noch zögernd auf dem Flur stand und nicht wusste, in welche Richtung ich nun gehen sollte, stellten sich plötzlich meine Nackenhaare auf und mich überkam ein merkwürdiges Gefühl. Alles klare Anzeichen dafür, dass ich beobachtet wurde – oder verfolgt. Beiläufig, aber wachsam, suchte ich in der Menge nach etwas, das der Unsichtbaren Welt angehörte, jener Welt, die nur ich sehen konnte. Doch die Quelle meines Unbehagens hatte nichts mit den Feen zu tun. Es war schlimmer.

Footballstar Brian Kingston und drei seiner Freunde schoben sich durch den Flur. Mit ihren breiten Schultern und den dicken Armen bahnten sie sich mühelos einen Weg. An ihren Gesichtern und der Art, wie sie die Gänge absuchten, war eindeutig zu erkennen, dass sie auf dem Kriegspfad waren. Oder zumindest der Quarterback, dessen breites Kinn angriffslustig vorgeschoben war. Leicht zu erraten, wer das Ziel seines Zorns war.

Großartig.

Ich drehte mich um und tauchte in der Menge unter, dann lief ich in die entgegengesetzte Richtung und hoffte, irgendwohin verschwinden zu können, wo ich allein wäre. Wo rachsüchtige Footballer und ihre Handlanger mir nicht an irgendwelchen Spinden die Nase zu Brei schlagen würden und wo ich mir kein Getuschel darüber anhören musste, wie ich Kenzie entführt und dazu gezwungen hätte, mit mir nach New York zu fahren.

Vielleicht war es Schicksal, aber wieder einmal landete ich in der Bibliothek. Die gedämpften Stimmen und das Rascheln von Papier ließen jede Menge Erinnerungen in mir aufsteigen. Während meiner ersten Woche an dieser Schule war ich auch hierhergekommen, um Kingston aus dem Weg zu gehen. Und hier hätte ich mich auch mit Kenzie zu einem ihrer berüchtigten Interviews treffen sollen. Außerdem hatte hier das letzte verständliche Gespräch mit Todd stattgefunden, kurz bevor er verschwunden war.

Ich versteckte meine Provianttüte unter meiner Jacke, ignorierte das Schild über dem Empfangsschalter, das Essen und Trinken verbot, und schlenderte zu den hinteren Regalreihen. Die Bibliothekarin musterte mich zwar misstrauisch über ihre Brille hinweg, aber wenigstens würden Kingston und seine Schlägerfreunde mir hierhin nicht folgen.

Nachdem ich eine ruhige Ecke gefunden hatte, ließ ich mich an der Wand in die Hocke gleiten. Das alles kam mir vor wie ein Déjà-vu. Verdammt, ich wollte doch nur meine Ruhe haben. War das denn zu viel verlangt? Ein einziges Mal wollte ich einen Schultag erleben, an dem ich nicht verprügelt, mit Rausschmiss bedroht oder verhaftet wurde. Und ich wollte nur einmal einen Tag erleben, an dem ich mit meiner Freundin ins Kino oder zum Essen gehen konnte, ohne dass irgendwelche Feen alles versauten. Ein bisschen Normalität. Ob das wohl je passieren würde?

Sobald die letzte Stunde vorbei war, schnappte ich mir meine Bücher und lief zum Parkplatz, um Kingston und Kenzies Freunden zu entkommen. Auf dem Flur hielt mich niemand auf, keiner folgte mir, doch als ich auf meinen schäbigen alten Truck zuhielt, der ganz hinten geparkt war, schlugen meine Nerven Alarm.

Brian Kingston saß auf der Motorhaube und ließ grinsend die Beine baumeln. An der Fahrerseite lehnten zwei seiner Footballkumpel und blockierten die Tür.

»Wo willst du denn hin, Freak?«, fragte Kingston und ließ sich von der Motorhaube gleiten. Seine Handlanger traten hinter ihn, während ich einmal tief durchatmete, um mich zu beruhigen. Wenigstens hatten sie, soweit ich sehen konnte, meinen Wagen nicht demoliert – noch nicht. Die Reifen waren nicht aufgeschlitzt, und niemand hatte sich mit seinen Schlüsseln im Lack verewigt, das war doch mal eine gute Nachricht. »Ich will schon den ganzen Nachmittag mit dir reden.«

Ich verlagerte das Gewicht auf die Fußballen. Er wollte nicht reden. Alles an ihm lechzte nur so nach einem Kampf. »Muss das unbedingt jetzt sein?«, fragte ich und versuchte, alle drei im Auge zu behalten. Verdammt, das konnte ich jetzt so gar nicht gebrauchen, aber wenn mir nur die Wahl blieb, zu kämpfen oder eine Abreibung zu kassieren, würde ich mich bestimmt nicht niedermachen lassen. Vermutlich könnte ich mich auch wie ein Feigling aus dem Staub machen, aber das würde nur noch Schlimmeres nach sich ziehen. Die drei machten mir keine Angst. Ich hatte es schon mit Kobolden, Dunkerwichteln, einem Lindwurm und einer ganzen Armee von mörde­rischen, geisterhaften Feenwesen zu tun gehabt, die ihren normalen Verwandten den Schein aussaugten. Ich hatte gegen Wesen gekämpft, die alles versucht hatten, um mich umzubringen, und trotzdem war ich noch da. Drei unbewaffnete Menschen standen auf meiner Skala des Schreckens nicht besonders weit oben, auch wenn sie noch so breitschultrig und dumpfbackig waren. Trotzdem wollte ich es vermeiden, bereits am ersten Tag nach meiner Rückkehr von der Schule zu fliegen.

»Das ist doch dämlich, Kingston«, blaffte ich ihn an und wich ein paar Schritte zurück, als seine Schlägerfreunde versuchten, mich einzukesseln. Wenn sie losstürmten, musste ich schnell ausweichen können. »Was willst du überhaupt von mir? Was soll ich jetzt schon wieder verbrochen haben?«

»Als ob du das nicht genau wüsstest«, höhnte King­s­ton. »Spiel hier nicht das Dummchen, Freak. Oder habe ich dir etwa nicht gesagt, dass du dich von Kenzie fernhalten sollst? Ich habe dich gewarnt, und du hast nicht auf mich gehört. Jeder weiß, dass du sie letzte Woche nach New York verschleppt hast. Keine Ahnung, warum die Cops dich nicht längst wegen Kidnapping eingeknastet haben.«

»Sie hat mich darum gebeten, sie mitzunehmen«, hielt ich dagegen. »Ich habe sie nirgendwohin verschleppt. Sie wollte sich New York anschauen, und ihr Dad hat sie nicht gelassen, also hat sie mich gefragt.« Lügen, um noch mehr Lügen zu verschleiern. Unwillkürlich fragte ich mich, ob irgendwann der Tag kommen würde, an dem ich nicht mehr alle anlügen müsste.

»Ja, genau, und wo ist sie jetzt?«, schoss Kingston zurück. »Keine Ahnung, was du mit ihr gemacht hast, während ihr weg wart, aber eins weiß ich: Du wirst dir noch wünschen, du wärst nie hierhergekommen.«

»Moment mal. Was?« Stirnrunzelnd versuchte ich, die Footballer nicht aus den Augen zu verlieren. »Was meinst du damit? Wo ist Kenzie jetzt?«

Kingston schüttelte empört den Kopf. »Hast du es denn nicht gehört, Freak? Gott, du bist so ein Arsch.« Er trat einen Schritt vor und kniff angewidert die Augen zusammen. »Kenzie liegt im Krankenhaus.«

 

2 – Mackenzies Vater

Mir wurde schlecht.

»Sie ist im Krankenhaus?«, wiederholte ich und spürte, wie sich panische Angst in mir breitmachte. Ich musste daran denken, was Kenzie mir erzählt hatte, während wir im Feenreich waren, diese große, schreckliche, Furcht einflößende Sache. »Wieso?«

»Sag du’s mir.« Kingston ballte die Fäuste. »Du hast sie da reingebracht.«

Lähmender Schmerz ließ mich zusammenzucken. Einer der anderen Idioten hatte es sich zunutze gemacht, dass ich abgelenkt war, und mir einen Schlag in die Rippen verpasst, der mich ein ganzes Stück zur Seite beförderte. Keuchend taumelte ich rückwärts, duckte mich unter dem linken Haken von Schläger Nummer zwei durch und hob die Fäuste wie ein Boxer, als alle drei auf mich losgingen.

Kingston schlug brutal nach meinem Gesicht. Ich riss den Kopf zurück, bis nur noch seine Knöchel meine Haut streiften, und rammte ihn dann mit dem ganzen Körper, sodass er grunzend in sich zusammensackte. Gleichzeitig landete die Faust von einem seiner Freunde auf meinem ungeschützten Rücken. Ich zuckte zusammen, gab dem Schlag aber nach, dann wirbelte ich den schlaffen Kingston herum und benutzte ihn als Schild. Mit einem wilden Knurren zog er den Ellbogen nach hinten, um damit mein Gesicht zu erwischen. Ich fing den Arm ab, ließ ihn eine Pirouette drehen und schleuderte ihn seinem Freund entgegen.

Während die beiden in einem Knäuel auf dem Beton landeten, packte mich der letzte Muskelprotz von hinten und umklammerte meinen Oberkörper, sodass ich meine Arme nicht benutzen konnte. Stattdessen riss ich den Kopf zurück und rammte ihm meinen Schädel gegen die Nase, bis der Typ kreischte. Sein Griff lockerte sich, ich schob mich blitzschnell hinter ihn, trat ihn in die Kniekehlen und versetzte ihm einen Schlag auf die Schultern. Mit einem Knall, der ihm sämtliche Luft aus dem Körper drückte, landete er auf dem Boden und blieb benommen liegen.

Aber die beiden anderen rappelten sich schon wieder auf, und ihre finsteren Blicke sorgten dafür, dass ich keine Lust hatte, noch länger zu bleiben. Also sprang ich in meinen Truck und knallte die Tür zu. Kingston baute sich neben dem Wagen auf und schlug mit der Faust gegen die Scheibe, während ich zurücksetzte. Dabei musterte er mich mit purer Mordlust in den Augen. Rund um die Stelle, an der sein Ring das Glas getroffen hatte, breiteten sich feine Risse aus, aber Gott sei Dank nicht mehr. Also lenkte ich den Wagen um die Idioten herum, die es auf meinen Kopf abgesehen hatten, und raste vom Parkplatz.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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