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Es ist die erste große, wahre Liebe. Sie sind das Traumpaar der Schule. Doch irgendwas stimmt nicht mit ihr. Die Beziehung entwickelt sich immer mehr zu einem Horror-Albtraum.
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Seitenzahl: 448
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Betrug
Spritze in den Hintern
Eine Liebesaffäre
Rivalität
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Familie
Nachmacher
Liebe ich sie?
Franzosenaustausch
Mamas Alkoholiker-Freunde
Die Zauberpille
Geschlagen
Schokolade für Simone
Tritte auf den Kopf
Meine Mutter macht mich krank
Annäherung
Annäherung zwei
Die Party
Hasch besorgen
Liane, der erste Psychiatrie-Fall in der Stadt
Arthur der Schläger
Der Psychoterror von Arthur
Die Beziehung
Sexspielereien
Liebesbekenntnisse und Gespräche
Liebesbriefe von Biene
Biene
Die Russen
Christian blind vor Neid
Sie macht mich schlecht
Verlässt sie mich wegen Arthur?
Auseinander
Psychopathen und Narzissten
Liebesbriefe zwei
Sie bietet sich an
Jungen und seinem Pullover.
Auseinander Zwei
Sie will mich eifersüchtig machen
Sie macht mich heiß
Sie ist anders
Schöne Momente
Willenlose Frauen, die Waffen der Frauen und die schwarze Witwe, Emanzen
Blessed
Rasant
Erinnerungen
Liebesbriefe drei
Berlin
Freiheitsberaubung
Urlaub
Ungeschickt
Freiheitsberaubung zwei
Die Party Zwei
Absturz
Alpha-Tier
Neues Mädchen
Blut geleckt
Mein Paradies
Aufgeflogen
Die Zerstörung
Im Kino
Liebesbriefe von Biene vier
Die Zerstörung Zwei
Der Tag danach
Die Zeit danach
Fake Friends
Der Ring
Steves Selbstmordversuch
Ich suche nach Antworten
Zukunft
Abschiedsbrief
Seinen Arm um sie gelegt
Verehrerinnen
Die orientalische Schönheit
Arthur schlägt Steve
Magnetismus
Barbara
Ich war wohl gerade 18 und hatte frisch meinen Führerschein. Ich weiß nicht mehr wie ich die Leute kennengelernt habe, aber ich fuhr in die Nachbarstadt und wollte mir etwas zu Kiffen besorgen. Sie wohnten in einem unschön aussehenden grauen Haus, das einstöckig war. Dort ging ich herein und rechts war eine Wohnung. Ich hoffte, dass alles gut geht und ich etwas zu Kiffen bekomme. In der Kleinstadt in der ich wohnte gab es nicht viel zu Rauchen. Ich hatte immer Schwierigkeiten etwas zu bekommen. Ich kannte nicht viele Dealer. Den einzigen den ich kannte und von dem ich immer was bekam war Steve. Er war auch einer meiner besten Freunde. Er wohnte in meiner Nähe im Viertel, das neben meinem lag. Wir wohnten alle in guten Vierteln mittlerweile. Meine Mutter hatte uns eine eigene Haushälfte gekauft. Obwohl sie eine Frau ist, Türkin und nur examinierte Altenpflegerin. Es war sogar Neubau. Mein Kumpel Steve hatte sozusagen eine eigene Wohnung mit zwei Zimmern oben bei seiner Mutter. Bei ihm war unser Treffpunkt unserer Kiffer-Clique. Hier trafen ich und alle meine Freunde uns jedes Wochenende und wir kauften uns was bei Steve, rauchten seine riesige Bong und schauten Fernsehen, unterhielten uns oder spielten Playstation. Oft dröhnte auch nur die Musik aus seinen riesigen Boxen.
Steve und ich haben beide zum ersten Mal zusammen gekifft. Wir gingen nach der Schule zu ihm und lagen dann völlig zugedröhnt auf seinem Sofa herum. Wir wussten noch nicht so recht was mit uns geschieht. Aber Angst hatten wir keine.
Einmal standen wir mit unseren Fahrrädern an der Schule und planten in Zukunft immer ganz viel zu Kiffen zu kaufen und ein Dealergeschäft in unserer Stadt aufzumachen. Wir wollten es verbreiten und alle versorgen. Das ganze Jugendzentrum, wo ich auch immer war, und unsere Generation an der Schule, sowie unsere Clique.
Im Jugendzentrum machte ich immer Theke, verkaufte Getränke wie Cola und Tee, Süßigkeiten und ich bediente die Musikanlage. Man bekam dann nach ein paar Monaten etwas Geld. Unserer Clique und Generation gehörte sozusagen das Jugendzentrum. Unsere Clique war immer da. Ich zeigte jeden Monat einen Kinofilm, designte Plakate am Computer und hängte diese überall in der Stadt und der Schule auf.
Und da war noch ein hübsches Mädchen in das ich verliebt war. Ich träumte jahrelang davon mit ihr zusammenzukommen. Die zwei Stunden Theke am Freitag waren vor ihren zwei Stunden. Danach blieb ich immer noch hinter der Theke und konnte mich mit ihr unterhalten. Sie war so schön. Besonders ihre blonden Haare und ihre helle Haut mochte ich. Sie war auch ziemlich Intelligent, was wohl davon kam, dass ihr Vater Arzt war. Ich war sogar mit ihr in einer Klasse auf dem
Gymnasium. Ja, ich hatte eine gymnasial Empfehlung. Wenn ich sie dort im Klassenzimmer sah, dachte ich immer, dass ich sie eines Tages heiraten möchte. Aber was will so ein perfektes, reiches, intelligentes Mädchen von einem der arm ist und sogar Halbtürke?
Aus den Plänen große Dealer zu werden wurde nichts. Ich hatte keine Quelle und ich war arm. Ich bekam nicht viel Taschengeld. Wir wohnten, bevor wir das Haus hatten, im schlimmsten Viertel von der ganzen Stadt. Ich schämte mich für diese Wohnsituation. Es war ein Viertel nur mit großen Blocks. Wir hatten nur eine Drei-Zimmerwohnung.
Irgendwie schaffte es Steve, der viel Geld hatte einen Dealer zu bekommen. Hier kaufte er immer Platten. 50 oder 100 Gramm wahrscheinlich immer. Er zeigte uns das nicht immer. Das Zeug hatte er in einem kleinen Tresor in seinem Schrank. Früher war Gras nicht so stark verbreitet. Es gab immer einen Kanten, den man bröseln musste. Man nannte ihn „Standard“. Er ist nicht so gut und teuer wie Pollen oder schwarzer Afghane. Diese Sorte Hasch enthielt auch Henna nach dem er roch. Es war da zum Strecken. Man musste sein Feuerzeug daran halten und ihn dann in Tabak bröseln. So gut wie Pollen oder schwarzer Afghane oder das gute Hollandgras war es nicht. Und es machte nicht so stark breit.
In der Nachbarstadt hoffte ich auf eine zweite Quelle neben Steve, weil er auch nicht immer was hatte. Und wenn man süchtig ist oder es sich einbildet, dann gibt es nichts schlimmeres, als einen oder zwei Tage, ohne was aushalten zu müssen. Das war aber oft so, denn ich hatte mit 16, als ich anfing, nicht so viel Geld. Ich arbeitete später im Supermarkt und räumte dort zwei mal die
Woche abends Regale ein. So konnte ich mir schon etwas besser was zu Kiffen leisten.
In der Nachbarstadt war die Wohnung voll von Jugendlichen. Ich fragte nach etwas Cannabis. Der Anführer und ich gingen in die Küche. Er öffnete ein Fenster und stieg durch das Fenster in einen kleinen Hof hinter dem Haus. Der Hof war eingezäunt und es standen Mülltonnen dort. Er kam wieder durch das Fenster geklettert mit einer Tüte. Ich bekam mein Gras und fuhr Glücklich nach Hause.
Als ich das nächste mal hinfuhr machte niemand auf.
Auch als ich mehrmals immer wieder dort hin fuhr und klopfte blieb die Tür verschlossen. Ich begriff irgendwann, dass der Dealer nicht mehr dort wohnte und weggezogen ist.
Ein paar Monate später machte ich mit meinem Kumpel Steve einen schönen Kifferabend bei mir. Er hat seinen Computer zu mir gebracht. Wir haben die zwei Computer miteinander verbunden und wollten zusammen spielen.
Nachdem wird die Spiele installiert haben, etwas gekifft hatten und angefangen haben etwas zu spielen klopfte es an meiner Zimmertür. Es war meine Mutter. Sie wollte mit mir reden.
Sie fragte, ob ich sie in die Nachbarstadt fahren kann.
Sie vermutete, dass ein anderes Mädchen bei ihrem Freund ist, mit der er sich in letzter Zeit wohl öfter trifft. Sie ist jetzt schon sieben Jahre mit ihm zusammen ist und er ist in letzter Zeit oft zu spät nach Hause gekommen.
Sie hat ihn dann bei seinem Alkoholiker-Vater gesucht und dort dieses junge Mädchen immer angetroffen. Er ist jetzt 35 und meine Mutter wollte nicht, dass er sich mit einer 16-Jährigen abgibt.
Henry ihr Freund kam aus einer sehr asozialen Familie.
Sie waren sehr viele Kinder. Sein Bruder und seine Mutter sind Tot. Er war schon im Gefängnis. Er trank auch immer viel Alkohol, weshalb es oft viel Streit mit meiner Mutter gab. Er war sehr muskulös von seiner harten Arbeit auf Montage. Er baute Straßen und war Handwerklich sehr begabt. Den ganzen Innenausbau des Hauses hat er für meine Mutter selber gemacht. Ich habe auch immer dabei geholfen. Auch den Carport aus Holz haben wir selber gebaut, sowie die große Einfahrt selber gepflastert.
Sein Vater war noch ein viel stärkerer Alkoholiker als er und dort traf Henry sich in letzter Zeit immer mit dem jungen Mädchen.
Meine Mutter fuhr Nachts nicht gerne Auto und fragte mich, ob ich sie zu Henrys Wohnung fahren kann. Er hat sich eine Wohnung in der Nachbarstadt genommen, weil es wegen dem Mädchen immer Streit gab. Und weil meine Mutter ihn dann auch letztendlich rausgeschmissen hat. Aber er und meine Mutter waren noch zusammen.
Ich ließ Steve alleine und sagte ich muss kurz weg. Er blieb bei mir und spielte weiter alleine am PC.
Als wir in der Nachbarstadt angekommen waren blieben wir bei dem Haus stehen, wo ich mir Gras geklärt hatte.
Kann es sein, dass er jetzt hier wohnt? Meine Mutter ging auf die Tür des grauen Hauses zu und ich konnte nicht glauben, dass er jetzt hier wohnt. Ist die Welt so klein?
Sie klopfte. Ich sagte ihr, dass ich gleich nachkomme. Ich weiß nicht mehr wie ich auf die Idee gekommen bin.
Irgendwas hat mich geleitet. Die Aktion war völlig bescheuert. Aber ich ging um das Haus herum zu dem
Hof und dem Küchenfenster und schaute. Es war dunkel.
Plötzlich ging das Fenster auf und ich sah, dass jemand schnell herausgeklettert kam. Ich rief nach der Person.
Doch sofort war die Person über den Zaun geklettert.
Ich nahm die Verfolgung auf und kletterte auch über den Zaun. Dann sah ich die Person über die Wiesen und Gärten rennen. Ich rannte hinterher. Ich war sehr sportlich, hatte immer eine Eins in Sport mein Leben lang. Ich war in meinem Leben bis dahin im Judoverein, im Fußballverein, spielte Tischtennis und Basketball.
Immer auch in Sportvereinen. Wir rannten durch die Gärten und über die Wiesen. Ich brüllte sie soll stehen bleiben. Ich kam auch immer näher an die Person heran.
Bald erkannte ich, dass es ein Mädchen war. Plötzlich blieb sie stehen und fing heftig an zu atmen. Sie stützte die Hände auf ihre Knie und schaute nach unten. Sie war total aus der Puste. Meine Kondition war einfach besser und sie konnte nicht mehr. Ich sagte zu ihr: „Wenn ihr meine Mutter betrügt, warum sagt ihr es ihr denn nicht?“
Ich ging zurück und klopfte bei Henry. Meine Mutter war da und lächelte. Ich suchte nach Hinweisen und schaute mich um. Meine Mutter sagte, dass alles gut sei, und dass das Mädchen nicht da ist. Ich fand keine Hinweise darauf, dass das Mädchen hier war, wie z.B. Frauen-Utensilien oder Klamotten des Mädchens. Ich dachte, dass Henry und das Mädchen es bestimmt gerade hier getrieben haben. Aber ich konnte nichts sagen. Ich konnte ihn nicht Auge um Auge zur Rede stellen.
Wir gingen. Ich fuhr zurück. Im Auto sagte ich meiner Mutter, dass das Mädchen doch bei ihm war und durchs Fenster abgehauen ist. Meine Mutter sagte ich sei einfach nur super, wie ich das herausgefunden habe.
Zuhause rief sie gleich Henry an und schimpfte ihn aus und stellte ihn zur Rede.
Es war mittlerweile schon zwei Uhr Nachts. Ich ging zu Steve nach oben in mein Zimmer. Er wollte jetzt auch los. Aus unseren schönen Kifferabend wurde nichts.
Alles was passiert war kam mir vor wie magisch, wie in einem Film. Gut, dass ich den Betrug aufgeklärt hatte.
Am nächsten Tag klingelte das Mädchen bei meiner Mutter und wollte mit ihr reden. Sie beichtete meiner Mutter ihr Verhältnis mit Henry. Jetzt war die Beziehung endgültig aus. Henry blieb noch lange mit dem Mädchen zusammen.
Das war aber nicht das erste mal in meinem Leben, dass ich mich wie in einem Film gefühlt hatte.
Irgendwie musste ich mal zum Arzt und eine Spritze bekommen. Ich weiß nicht mehr, was für eine das war.
Ich glaube Tetanus. Die Arzthelferin war viel älter als ich.
Sie sah aber gut aus. Ich war vielleicht sechzehn Jahre alt und sie bestimmt schon zwanzig.
Das seltsame war, sie gab mir die Spritze in den Hintern. Mir war das etwas peinlich.
Am Wochenende fuhr ich in die Disco mit Heinz, Klaus und Wilko. Unsere Eltern brachten uns da immer hin. Ein Elternpaar brachte uns hin und ein anderes holte uns meistens um ein Uhr wieder ab. Wir tanzten und tranken Bier. Wir waren zwar noch ziemlich jung, doch waren dadurch die Vorreiter was Discobesuche angingen.
Keiner sonst ging regelmäßig weg. Nicht Arthur, nicht Franz und auch nicht Steve.
Als ich so durch die Disco ging sah ich, dass die Krankenschwester auch da war. Innerlich fing ich an zu zittern. Ich lief um die Tanzfläche Richtung Ausgang.
Aus der Tanzfläche tanzten die Leute dicht an dicht. Der Laden war proppenvoll. Man musste sich durch quetschen.
Als ich schüchtern an der Krankenschwester vorbei ging, ohne sie anzuschauen, spricht sie mich plötzlich an. Sie erinnerte sich an mich. Mich mit den langen Haaren. An mich den jungen Schönling. Doch auch mich den Unerfahrenen. Sie fragte dann zu allem Überdruss auch noch, ob wir an die Bar gehen wollen, und ob ich ihr einen ausgeben kann. Mir wurde ganz heiß und meine Knie wurden weich. Ich war aufgeregt, denn sie war heiß.
Was für ein Zufall. Es war ein Kompliment. Sie mochte wohl was sie gesehen hatte.
An der Bar verstand ich sie leider nicht so richtig. Es war zu laut. Und sie war außerdem auch viel zu alt für mich.
Dann war mir das ganze auch etwas zu peinlich und ich wurde dadurch sehr schüchtern.
Ich erzählte die Geschichte dann vielen Mädchen und Frauen, wie zum Beispiel Simone und jedes mal fingen sie alle laut an zu kichern.
Im Jugendzentrum war eine ältere Clique. Viele von ihnen spielten in Bands und übten im Bandproberaum.
Ich vermutete, dass Biene in die ich verliebt war, auf diese älteren Typen stand. Sie hatten auch öfter Auftritte im Juz und waren dadurch Idole. Ein Mädchen war bei ihnen, die mich immer nett grüßte. Ich hatte lange Haare und war erst 16 und sah schon gut aus. Also Gott hatte mir ein gutes Aussehen geschenkt. Aber es konnte doch nicht sein, dass ein älteres Mädchen aus der älteren Generation auf mich stand.
Das Mädchen sah sehr gut aus. Sie war schlank, hatte lange, rötlich-braune Haare, sie war sehr groß und hatte immer sexy Kleider an, die ganz kurz waren und durch die man ihre sexy, schlanken Beine sehen konnte.
Sie kiffte wohl, denn wir saßen mal an einem Tisch und tranken Tee und sie streute ein Kraut in die Tasse des Jungen gegenüber. Es sah so aus als ob es Gras war.
Dann lachte sie. Wenn sie lachte ging einem das Herz aus. Sie sah dann so hübsch aus.
Sie war bei mir in der Theatergruppe und filmte auch ab und zu unsere Probe des Stücks Störtebeker. Sie erzählte mir, dass ihr Vater der Direktor unserer Schule ist. Bei der Theatergruppe bauten wir auch die Kulisse. Ich bemalte ein Großes Tuch mit einem Totenkopf. Das Tuch war bestimmt 3 mal 3 Meter groß. Es war eine typische Piratenflagge. Sie lobte mich, dass mir das gut gelang.
Ich konnte immer gut malen. Es ist ein Talent von mir.
Weil wir arm waren als Kind hatten wir nicht viele Spielsachen, sondern oft nur was zu malen. Ich malte als Kind z.B. Comics. Sie sägte draußen an der Kulisse des Piratenstücks. Komischerweise bückte sie sich dabei so herunter, dass ich genau in ihren Ausschnitt schauen konnte. Ich war ganz verlegen und traute mich nicht hinzuschauen. War ihr nicht bewusst, dass man in ihren Ausschnitt sehen konnte oder machte sie es mit Absicht?
Sie war so hübsch, sie konnte viel bessere Typen haben.
Die Älteren aus dem Juz und ihrem Jahrgang, die auch in einer Band spielten. Es konnte nicht sein, dass sie was von mir wollte, denn Frauen haben immer ältere Freunde.
Bei der Probe des Theaterstücks saß sie oft auf den Zuschauersitzen und Filmte die Probe. Warum filmte sie uns? War es ihre private Kamera oder wurde sie vom Theaterlehrer dazu aufgefordert?
Sie kam oft zu mir. Ich kannte sie gar nicht und wäre nie auf die Idee gekommen auf sie zuzugehen, denn sie war eine Nummer zu groß für mich. Zu heiß für mich. Sie hatte voll die coole Clique mit vielen hübschen Mädchen und den Jungs, die alle in Bands spielten. Sie waren doch unsere Vorbilder.
Ich saß zum Beispiel an der Theke im Juz und da stand sie neben mir und lachte. Sie sah so hübsch aus wenn sie strahlte. Ihre Sommersprossen unterstrichen ihr bezaubertes Aussehen. Auch passten ihre Sommersprossen zu ihren Klamotten, die aussahen wie die von Blumenkindern der 70er. Ich merkte nicht, dass sie was ausgeheckt hatte und deswegen lachte. Plötzlich erschrak ich ganz doll. Da war was schwarzes auf meinem Arm. Erst beim zweiten mal hinschauen merkte ich, dass sie mir eine Ratte auf den Arm gesetzt hatte.
Als sie gesehen hat, wie ich mich erschreckt habe fing sie heftig an zu lachen.
Liane, ein Mädchen in unserer Clique gab eine Party und Maria war auch da. Ich war sehr schüchtern und traute mich nicht zu Maria ins Wohnzimmer. Ich blieb in der Küche bei den anderen. Im Wohnzimmer schauten sie den Film „Natural Born Killers“ mit Woody Harrelson.
Den Film hatte Maria mitgebracht. Dann wollte Maria mit den anderen ihrer Clique draußen einen Joint rauchen. Sie fragte mich, ob ich mitkommen wollte. Ich war sofort dabei und überglücklich. Ich war erst 16 und hatte zu dem Zeitpunkt nicht oft was zu kiffen. So gut wie nie. Ich hatte keine Quelle, wollte aber gerne Kiffen und ein Kiffer werden. Wenn meine Freunde erfahren würden, dass ich einen Joint geraucht habe, würden sie bestimmt richtig neidisch werden. Ich war echt stolz.
Wir stellten uns im Kreis auf und der Joint ging herum. Am Ende drückte Maria den Joint an der weißen Wand des Hauses aus. Es blieb ein großer schwarzer Fleck. Die Eltern, die nicht da waren würden bestimmt sauer werden und Liane würde Ärger bekommen.
Später während der Party musste ich auf Toilette. Es klopfte dann plötzlich ganz doll an der Tür. Ich war noch dabei zu Pinkeln und wollte nicht aufmachen. Es rief ein Mädchen. Es war Maria. Ich dachte sie muss auch ganz dringend auf Toilette. Als ich öffnete stürmte sie auf mich. Sie wollte neckisch mit mir kämpfen. Es hatte aber auch etwas liebevolles. Sie drückte mich an die Wand und nahm Rasierschaum und schmierte es mir ins Gesicht und lachte. Ich war sehr schüchtern und wusste nicht wie mir geschieht und warum sie das jetzt mit mir machte.
Ich musste mich aber jetzt wehren und nahm Deo und sprühte sie damit ein. Dann drückte sie mich wieder an die Wand und kam ganz nah. Ich merkte ihren heißen Atem. Sie war ganz aufgeregt. Als ob sie erregt war.
Wollte sie mich küssen? Mir kam es so vor. Ich würde nicht den ersten Schritt wagen, aber so wie es aussah musste ich es wohl. Doch ich war so unerfahren. Ich traute mich nicht. Ich war noch ein Kind ohne Erfahrung.
Sie hatte bestimmt schon Sex gehabt und viele Beziehungen gehabt. Ihr Atem ging ganz schnell. Ich merkte sie war besoffen. Plötzlich kam Liane herein, lachte uns aus und fragte ob wir es hier treiben. Es kam nicht zum Kuss.
Ich war die Tage ganz aufgewühlt. Ich wusste nicht wie mir geschah. Konnte es wahr sein, dass ich so ein Glück habe und sie mich mag? Ich war ganz aufgeregt und überlegte wie ich es wohl hinbekommen könnte sie zu küssen. Wie sollte so ein Moment kommen? Wie küsste man einfach so ein Mädchen? Es schien mir quasi unmöglich.
Bei der Theateraufführung kam sie in einem wunderschönen Kleid zu mir von unten hoch gelaufen.
Sie fragte mich, ob ich ihr Kleid hinten zu machen kann.
Sie spielte mit ihren Reizen. Ich ging nach unten zu ihr und den anderen. Hier waren auch die anderen Jungs ihrer Clique. Warum hatte sie die nicht gefragt und kommt extra hoch auf die Bühne zu mir? Kann sie nicht selber ihr Kleid hinten zu machen? Ich machte es und ihr schöner Rücken ging mir nicht mehr aus den Kopf.
In der Schule hörte ich sie ein paar Tage später hinter mir Rufen. Sie rannte zu mir und drückte mir ein paar Zettel in die Hand. Sie sagte, dass sie die Physik-Klausur vom Tisch ihres Vaters, dem Direktor und meinem
Physiklehrer geklaut hatte. Die Klausur hatte sie dann für mich kopiert.
Ich war sehr dankbar, denn in Physik war ich nicht gut.
Und auf dem Gymnasium war Physik auch sehr schwer.
Ich war zwar zum Teil ein guter Schüler, aber das Thema zu der Zeit verstand ich nicht. Der Kram mit den ganzen Formeln und Rechnungen. Sie wusste in welcher Klasse ich war auch dadurch, dass Biene in meiner Klasse war.
Biene und Maria kannten sich. Maria war mit Bienes großer Schwester befreundet.
Ich kopierte die Arbeit am nächsten Tag. Schon in zwei Tagen würde der Test sein. In der Pause ging ich zu Biene und gab ihr die Kopie. Ich sagte ihr, dass dies unser Geheimnis sein sollte und sie den Test keinem anderen geben sollte. Sonst würde alles auffliegen. Hoffentlich geht alles gut und ich bekomme eine Zwei.
Normalerweise hätte ich eine Vier geschrieben, denn den Stoff konnte ich wirklich nicht. Physik war sehr kompliziert auf dem Gymnasium.
Ich versuchte zu Hause die Aufgaben zu lösen, doch ich war mir nie sicher, ob das was ich da aufgeschrieben habe richtig war. Ich las die Sachen im Physikbuch nach, doch fand nichts passendes. Hätte ich doch im Unterricht besser aufgepasst.
Abends verzweifelte ich. Die letzte Aufgabe konnte ich gar nicht. Ich dachte ich müsste mit dem Test in der Tasche eine Eins oder Zwei schreiben. Wer hat denn schon den Test in der Schule bevor man ihn schreibt? Das ist ein unglaubliches Glück.
Ich rief Biene per Telefon an und wollte bei ihr Rat suchen und die Aufgaben vergleichen. 1996 war ich 16 und es gab es noch keine Handys mit Whatsapp oder Facebook. Man konnte nicht einfach die Lösungen fotografieren und sich schicken.
Ich telefonierte eine Stunde mit Biene.
Am nächsten Tag in der Pause vor der Klausur traf ich mich mit Biene. Wir drehten eine Runde über den Pausenhof. Meine Freunde ließ ich stehen. Sie durften nichts herausfinden. Sie fanden es komisch, dass ich mit mich mit Biene abgab. Sie mochten sie nicht. Eingebildet und eine verwöhnte, reiche Arzttochter sei sie. Auch sagten meine Freunde sie sei bösartig. Später beleidigten mich meine Freunde mit „Verräter“.
Der Test verlief gut und ich bekam eine Zwei. So habe ich eine Vier im Zeugnis verhindert.
Irgendwann kam Maria im Jugendzentrum zu mir. Sie meinte: „Ich möchte was mit dir machen. Kann man mit dir Pferde stehlen?“ Die Bedeutung dieses Spruches kannte ich nicht, aber egal was sie mit mir machen will ich würde einwilligen und es mitmachen. Hoffentlich nicht kriminelles für das ich verurteilt werden konnte.
Hoffentlich will sie mit mir etwas Marihuana rauchen.
Sie führte mich zur Grundschule. Sie suchte etwas im Gebüsch. Dann fand sie was sie suchte. Es war eine Plastiktüte. In der Tüte waren große Tuben mit verschiedenen Farben. Sie wollte, dass wir eine Mauer der Grundschule anmalen. Ich fand die Idee toll. Malen mochte ich gerne und mit Maria so eine Aktion zu machen schweißt uns bestimmt zusammen.
Wir malten einen Teil der Mauer bunt an mit viel Kreativität. Es sah toll aus. Die Stelle war perfekt. Hier konnte niemand uns sehen. Ein bisschen Angst hatte ich schon, dass es rauskommen konnte und wir eine Geldstrafe oder Arbeitsstunden bekommen konnten.
Doch sie beruhigte mich. Die Farbe ist nicht Wasserabweisend und Abwaschbar. Allein der Regen würde sie wieder abwaschen.
Morgen wenn die Kinder in die Schule kommen würden sie sich bestimmt wundern. Besser gesagt sie würden unser Kunstwerk bewundern.
Es war dann Sportfest in der Schule. Wir spielten Basketball und der böse Arthur und seine Clique waren bei mir in der Mannschaft. Ich war zu der Zeit im Basketballverein.
Beim Spielanfang wurde der Ball hochgeworfen und ich und ein größerer Gegenspieler mussten hochspringen und ihn in die eigene Hälfte schlagen. Ich sprang viel höher als der andere. Dann warf mir einer den Ball zu, da ich frei stand. Ich stürmte mit den Ball auf den gegnerischen Korb. Ich war viel schneller als die andern, da ich immer der schnellste war durch meine schlanke Figur, und weil ich immer Joggen ging. Beim Korb war keiner hinter mir, die anderen hatten einfach aufgegeben. Ich konnte den Ball in aller Ruhe in den Korb werfen. Das ganze Spiel über dominierte ich und machte einen Punkt nach den andern. Selbst Arthur und seine Freunde, die sich immer für die Größten hielten hatten nicht so eine gute Kondition wie ich.
Nach dem Spiel kam Maria zu mir. Wir standen am Rand des Sportplatzes am Zaun. Sie sagte, dass sie mich beobachtet hat und ich gut gespielt hatte.
Wenn die anderen mich mit Maria gesehen haben, sind sie bestimmt neidisch. Ich wurde gefeiert wie ein Sieger.
Und ich war Stolz, dass Maria mich lobte.
Ich ging dann mal mit Maria ins Kino. Wir hatten damals noch ein ziemlich altmodisches Kino in der Stadt. Das hielt sich aber nicht sehr lange. Ich arbeitete ein paar Jahre später, sogar mal kurz da. Es hatte noch einen riesigen Projektor aus der Kriegszeit. Den Film dort einzufädeln war sehr kompliziert. Doch ich wurde leider nach ein paar Wochen gekündigt. Dies weil ich immer heimlich dort während der Arbeit auf dem Klo gekifft hatte. Der Chef hatte es wohl gemerkt. Es war einer meiner ersten Jobs und ich hatte noch nicht die richtige Einstellung gegenüber dem Arbeiten. Habe dort dennoch 15 mal die neue Verfilmung von „Romeo und Julia“ mit Leonardo DiCaprio gesehen. Ich fand den Film sehr gut.
Ein paar Jahre später machte es dann zu.
Als ich mit Maria dort war kaufte ihr dort ein Eis.
Maria fragte, ob sie bei mir schlafen kann, denn sie hat sich mit ihren Eltern gestritten und ist raus geflogen. Das hörte sich danach an als ob sie mich wieder verführen wollte und den nächsten Schritt wagen wollte. Sie hatte doch viele Freunde und Freundinnen und konnte da doch schlafen. Warum bei mir? Wir kannten uns doch gar nicht gut. Außerdem würden ihre Eltern sie doch trotzdem rein lassen wenn sie zuhause klingelt.
Ich sagte trotzdem zu. Wir gingen zur Schule in ein kleines Wäldchen. Dort setzten wir uns unter einem Baum. Ich dachte die ganze Zeit, dass ich sie küssen will.
Aber ich traute mich nicht. Was ist wenn sie mich ablehnt? Wie küsst man einfach so ein Mädchen, ohne dass sie sich erschrickt? Kann ich überhaupt gut küssen?
Ich hatte zwar schon Mädchen geküsst, jedoch nicht oft.
Wir rauchten einen Joint unter dem Baum.
Auf dem Rückweg kam ein Jogger an uns vorbei. Sie sagte Männer die Sport machen haben einen bestimmten Geruch. In dem Schweiß und dem Geruch ist wohl ein Hormon, das in Frauen etwas auslöst. Sie wollte mir verklickern, dass der Schweißgeruch Frauen heiß macht.
Bei mir setzten wir uns ins Bett und schauten dem Film „Natural born Killers“. Die Videokassette hatte sie mitgebracht. Irgendwann fing sie wieder an mich zu ärgern. Wir kämpften ein bisschen im Bett. Ich spürte wieder wie sie wärmer wurde, sie wurde rot im Gesicht und atmete heftiger. Sie war wieder aufgeregt.
Dann plötzlich war es endlich so weit und wir küssten uns. Würde heute der Tag sein an dem ich das erste mal Sex habe? Ich weiß doch gar nicht wie das geht. Ich bin zu unerfahren. Es geht mir doch alles viel zu schnell.
Ich zog blitzschnell mein T-Shirt aus. Sie sagte: „Wow, du bist ja richtig Muskulös.“ Wir küssten uns leidenschaftlich. Dann verbrachten wir eine schöne Nacht. Sie streichelte mein Gesicht. Wir zogen uns aus.
Wir rieben uns aneinander. Plötzlich spürte ich ihre Brüste an meinem Körper. Sie hatte ihren BH ausgezogen. Doch ich traute mir nicht mich sie überall anzufassen. Ich streichelte sie am ganzen Körper, aber traute mir nicht sie an den Brüsten anzufassen. Wir machten bestimmt über eine Stunde lang Petting. Zum Geschlechtsverkehr kam es nicht. Später vor dem Einschlafen sagte sie plötzlich: „Dies muss unser Geheimnis bleiben. Ich habe einen Freund.“ Ich wollte doch mit ihr zusammen sein. Ich fand es schön mit ihr und wollte von ihr lernen. Irgendwann wollte ich richtigen Sex mit ihr haben. Meine Nerd-Freunde werden so neidisch sein, dass ich so eine bezaubernde Freundin habe. Doch es war wohl nur eine Art One-Night-Stand.
Kam es so weil ich zu unerfahren war?
Ein paar Tage später sprach mich Biene auf die Nacht an.
Sie sagte, dass Maria erzählt hatte, dass wir was hatten.
Maria hat erzählt, dass es schön war, aber es nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen ist.
Im Jugendzentrum sahen wir uns dann wieder. Ich sagte zu ihr, dass ich mit ihr zusammen sein möchte. Sie kann doch Schluss mit ihren Freund machen. „Wir können abhauen. Zusammen irgendwo hin gehen!“, sagte ich romatisch. Sie lachte wieder so wunderschön.
Sie machte mir verständlich, dass das irgendwie nicht geht.
Ich war traurig. Im Büro des Juz war niemand. Sie kam hinter mir her und umarmte mich von hinten.
Wir gingen in Richtung des Fernsehraum. Beim dunklen Gang beim Fernsehraum wollte sie sich wieder mit mir raufen und kämpfen. Wir setzten uns dann in die dunkle Ecke und redeten.
Plötzlich kam ein älterer, großer Mann. Er war sauer und brüllte Maria an. Er fragte wo sie denn bleibt, und dass er wartet und sie überall sucht. Dann fragte er was hier läuft und wer ich bin. Ich sagte:
„Hier läuft nichts!“ Ich ging weg. Der Typ ist aggressiv und hat gemerkt was hier läuft. Er hat gemerkt, dass er betrogen wurde. Wenn ich schnell zur Theke in den Hauptraum komme konnte er mir nichts tun. Ich hatte mich in der Grundschule schon ein paar mal geschlagen und ich war sehr sportlich und stark. Aber ich bin kein Schlägertyp. Ich hatte nicht die Brutalität und Aggressivität in mir. Der Typ war viel größer und älter als ich. Ich würde keine Chance haben. Ich ging die Gänge schnell entlang. Er kam hinter mir her. Wenn ich zur Theke in den Hauptraum kam dann würde da der Jugendzentrum-Leiter sein und mich beschützen.
Der Typ schubste mich von hinten. Er rief: „Hey, ich rede mit dir!“ „Lass ihn! Er hat nichts gemacht!“ rief Maria.
Mein Herz klopfte ganz doll. Nicht mehr weit und ich bin im Aufenthaltsraum. Ich hatte Angst. Ich lief weiter und weiter. Ich traute mich nicht zurückzuschauen. Dann als ich fast bei der Theke war und die ersten Jugendlichen in Sicht kamen schaute ich zurück. Er war weg. Ich war in Sicherheit.
Ich ging dann noch zwei mal zu Maria. Aber wir kamen nicht mehr zusammen.
Biene erzählte mir, dass Maria immer voll viele Typen hat und eine Schlampe ist. Sie hatte mal drei Typen in einer Woche. Maria ist wohl eine Nymphomanin.
Doch ich war Glücklich die Erfahrung gemacht zu haben.
Ich merkte, dass ich begehrenswert bin und gut aussehe.
Die Mädchen mochten mich wohl. Mein Selbstwertgefühl wurde besser. Ich hatte sonst immer Komplexe, dass ich uninteressant bin für Mädchen. Auch weil ich aus einer armen Familie kam, hatte ich nicht so ein großes Selbstwertgefühl.
Es war aber, in einer Art, eine kleine Liebesaffäre und mein erster kleiner One-Night-Stand.
Sie sagte, sie hatte sich das Video, welches sie von mir mit der Kamera bei der Theater-AG-Probe aufgenommen hatte, immer wieder angeschaut. Dies weil sie mich so süß fand. Ich kann mich noch erinnern, ich hatte bei der Theater-AG-Probe eine braune Wildlederjacke an, meine langen Haare und einen Piratenhut an. Dass sie mich süß fand habe ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen.
Ich hatte als Kind viele Freunde. Ein guter Freund wohnte bei mir im Block eine Hausnummer weiter. Er war Einzelkind und hieß Mike. Dass er Einzelkind war zeigte sich in seinem Verhalten. Er war anders als die anderen Kinder. Er hatte keine Freunde, war in keinem Sportverein, aber gut in der Schule. Außerdem war er die meiste Zeit alleine und konnte sich gut beschäftigen. Er hatte mehr Spielsachen als ich, wie z.B. einen C64-Computer oder später die Super-Nintendo-Konsole.
Ich ging jeden Tag zu ihm und wir spielten damit. Auch spielten wir oft draußen. Komisch an ihm war, dass er nie Brettspiele wie z.B. Dame, Mühle, Kartenspiele oder Memory spielen wollte. Er konnte nicht verlieren. Auch Fußball draußen wollte er nicht spielen. Nur wenn er einen Vorteil hatte und wir die Regeln so festlegten, dass nur er gewinnen kann. Nur dann konnte ich ihn überreden.
Ein anderer Freund als Kind war sehr reich und hatte einen Amiga-Computer. Damit spielten wir die ganzen Point-and-click-Spiele. Mit ihm war ich im Tischtennis-Verein, wo ich noch weitere Freunde kennenlernte.
Ein anderer Freund von mir wohnte in einem Haus nicht weit von mir. Er hatte richtig viele Brettspiele und wir spielten immer viel „Risiko“, Monopoly oder viele andere Spiele.
Mike und der reiche Kumpel zogen irgendwann weg und die Freundschaft ging dadurch zu Bruch.
Vor meiner Kiffer-Zeit hing ich mit meinen Schulkameraden Wilko, Heinz und Klaus ab.
Mit 15 gingen wir in die Disko in unserer Stadt. Ich nenne sie immer „Dorfdisko“ oder „Dorfkneipe“, obwohl wir nicht in einem Dorf, sondern in einer Kleinstadt wohnen. Die Dorfdisko sollte mich mein Leben lang begleiten. Es war mein Leben lang Tradition dorthin zu gehen. Hier trafen sich alle Abiturienten. Es lief Heavy Metal und Rock, denn der Besitzer und DJ wollte, dass dies eine Rockerkneipe ist. Es gab noch eine andere kleine Disko in der Stadt in der sich die ganzen Bundis und Hauptschüler trafen. Sie machte aber nach ein paar Jahren zu.
Ansonsten gab es noch eine kleine Kneipe in der man sich gut für eine Date mit einem Mädchen treffen konnte.
Wilko war ein Bauernjunge und sehr klein. Er wohnte in einem der umliegenden, kleinen Dörfern. Von denen gibt es hier viele. Wir wohnen sozusagen auf dem „Land“. Es gibt überall Felder und Kuhwiesen. Wilko ging mit mir zum Baseballverein. Er musste immer viel auf dem Bauernhof helfen, nach der Schule.
Heinz wurde immer mit dem Nachnamen angesprochen.
Er war ein komischer Typ, war Einzelkind und redete immer voll viel. Tausend Witze kannte er und er hatte viele, riesige Pickel im Gesicht. Er hörte nicht Rock und Heavy Metal wie wir anderen alle, sondern ältere Sachen.
Rock und Heavy Metal waren damals die beliebtesten Musikrichtungen zu Zeiten von Nirvana, Metallica und den Red Hot Chilli Peppers. Es gab wohl auch die Anfänge von Hip-Hop mit den Fantastischen 4 und etwas Techno, doch bei den Musikrichtungen gab es 1995 noch nicht so viel, wie beim Rock. Auch im Juz lief immer diese Rock-Musik. Viele Menschen sammelten CDs und später kaufte ich mir den ersten Brenner für 500 D-Mark, der eine Stunde brauchte um eine CD zu brennen. Dann tauschten wir alle viel CDs und legten uns eine Sammlung zu. Originale konnte ich mir nicht viele leisten, weil ich ja arm war.
Heinz hingegen hörte 80er-Lieder. Hiermit machte er sich aber unbeliebt. Er hörte Michael Jackson, Genesis oder Bon Jovi. Das mochten wir alle nicht und er nervte uns damit.
Klaus war eigentlich mit einem reichen Millionärssohn namens Arthur befreundet. Dies schon ziemlich lange Zeit. Jetzt war ich die Konkurrenz. Arthur war ein Arschloch. Er beleidigte alle, lästerte nur über seine Mitschüler, mobbte und machte alle schlecht und sich lustig über sie. Er hatte später noch zwei weitere Freunde aus seiner Klasse und sie hatten eine Clique, die feindlich gegenüber unserer Clique war. Beide waren genauso Schweine wie er. Sie waren alle in einer Klasse auf der Realschule. Ich war ja auf dem Gymnasium.
Ich stellte mich noch gut mit Arthur und tat so als ob ich nichts gegen ihn habe. Man hing anfangs noch miteinander rum. Auch mit seinen anderen Kumpels hing ich zum Teil herum. Die Kleinstadt ist klein, man sah sich, traf sich und lief sich in der Schule über den Weg.
Doch später wurden wir Feinde und er fing auch an mich fertig zu machen.
Mit Klaus seinem besten Freund spielte ich gerne Basketball auf dem Basketballplatz an der Schule. Klaus ist so ziemlich der deutscheste Deutsche, den es gibt mit seinen blonden, kurzen Haaren.
Wir waren in dem Alter in dem uns Mädchen zum ersten mal mehr interessierten, wir anfingen die ersten Erfahrungen mit Alkohol zu machen und in dem wir anfingen Zigaretten zu rauchen bzw. Tabak.
Mit Wilko, Heinz und Klaus ging ich also in die Dorfdisko und wir ließen uns von unseren Eltern in eine größere, richtige Disko in einem nahegelegenen Nachbardorf fahren. Hier tanzten wir gerne und tranken Bier. Doch Mädchen anzusprechen trauten wir uns nicht.
Heinz lernte dies noch am besten von uns allen. Jahre später konnte er so auf jedes beliebige Mädchen zugehen und sie ansprechen. Er konnte fremde Mädchen und Frauen regelrecht volllabern. Das war eine Eigenschaft die ich nicht konnte. Körbe zu kassieren waren Heinz egal.
Ich traf mich dann ab und zu mit Biene und noch ein paar anderen zum Trinken. Wir streunten durch die Stadt und tranken Alkohol. Ein Junge war ihr guter Freund er hieß Karl. Er randalierte immer, weil er einen auf Punk machen wollte. Er schlug Scheiben ein, riss kleine Bäume aus oder trat Straßenlaternen aus. Und er war leider auch in Biene verliebt.
Später fingen wir alle an Gitarre zu spielen. Er, ich und Biene bekamen auch Unterricht. Er konnte richtig gut Gitarre spielen und er imponierte Biene wohl, brachte ihr was bei und spielte mit ihr.
Auch Bienes Freundinnen waren oft bei unseren Aktivitäten in der Stadt oder den Gitarren-Sessions dabei.
Eines Tages gingen wir zum ersten mal ins Jugendzentrum. Also Heinz, Wilko und ich. Dort wurde ein Kinofilm mit einem alten, lauten Projektor gezeigt.
Uns gefiel es so gut da, so dass wir beschlossen noch einmal hin zu gehen. An einem regulären Tag dann aber.
Dort konnte man Billard spielen, Getränke trinken oder Kickern. Es gab einen Fernsehraum und einmal im Monat gab es eine große Veranstaltung bei der richtig viel los war. Dann spielte dort eine Band. Es gab richtig viele, coole Konzerte. Auch gab es eine Bandproberaum, sowie einen Tischtennis-Raum.
Ich fragte Biene und ihre Freundinnen, ob sie auch kommen in der Schule.
Am Ende des Schultage traf ich Arthur und seine Jungs.
Ich wollte ihn neidisch machen und angeben. Ich erzählte ihm, dass wir uns mit Mädchen im Juz treffen.
Aber eine Einladung zum mitkommen gab ich ihm nicht.
Nachmittags im Juz war es richtig gut. Wir fühlten uns wohl.
Plötzlich schaute ich durchs Fenster und sah Arthur mit seinen zwei bösen Freunden. Sie liefen die Straße entlang, die am Juz vorbei führte. Hoffentlich kommen die nicht auch vorbei. Die gehen bestimmt nur am Juz vorbei und wollen woanders hin. Unsere Stadt ist ja klein.
Doch sie liefen über den Parkplatz des Juz. Innerlich bekam ich Angst und eine Wut. Hätte ich doch bloß nichts gesagt. Alles ist meine Schuld. Jetzt hängen die uns am Arsch. Die kommen nur um uns die Mädchen wegzuschnappen. Wahrscheinlich gefällt es ihnen hier nicht einmal und sie kommen nicht mehr oft her, wenn ich Glück habe. Oder wollen die wie wir jetzt auch hier immer rumhängen? Und uns fertig machen, Diskriminieren, sich über uns lustig machen und uns beleidigen? Alles das war wahr. Das zeigte die Zukunft.
Wir alle wurden eine neue Clique, die das Juz besetzte und dort arbeitete. Ich zeigte jeden Monat einen Kinofilm und das Juz wurde trotz unserer Rivalitäten unser zweites Zuhause. Es gesellten sich viele aus unserem Jahrgang dazu. Wir waren alle ungefähr gleich alt. Es gab die ältere Clique mit Maria und den Band-Jungs und unsere Generation.
Etwas später kam das mit Steve und wir alle machten zum ersten mal Erfahrungen mit Marihuana. Wir hatten dann eine Kiffer-Clique mit einem weiteren Treffpunkt bei Steve. Ich und Arthur ließen uns lange Haare wachsen. Früher war es eher Mode als heute lange Haare zu haben. Mein Markenzeichen war passend dazu eine Lederjacke. Es gesellte sich zu Steve und mir ein weiterer Freund. Er hieß Ben und war ein Lehrerkind. Er war ein Nerd, ziemlich unsportlich und hatte immer schwarze Klamotten an und einen Hut auf. Er hatte auch lange Haare. Früher war es halt nichts außergewöhnliches lange Haare zu haben. Ich, Ben, Klaus und ein paar andere trafen uns immer bei Steve zum kiffen. Auch Arthur fing an zu kiffen. Anfangs war noch keine starke Feindschaft vorhanden. Doch das änderte sich schnell. Bald gab es zwei rivalisierende Cliquen die sich hassten. Die von Arthur und die von Steve und mir. Doch das dauerte erst ein eine Weile bis sich das raus kristallisierte.
Als ich noch ein kleines Kind war hat unser Vater mich und meine Schwester jedes Jahr in den Sommerferien abgeholt. Es war eine lange Autobahnfahrt quer durch Deutschland. Vom Norden am Meer bis in den Süden zu den Bergen. Von Niedersachsen bis Baden-Württemberg ins Schwabenland.
Mir wurde als Kind immer schlecht vom Autofahren.
Einmal als unser Vater uns zurückbrachte und wir fast zuhause waren hatte ich ins Auto gekotzt. Mein Vater war richtig sauer.
Er hatte bei der Fahrt auch öfter seine Kollegen dabei. Im Auto gab es immer eine starke Rauchentwicklung wenn mein Vater rauchte. Seine selbstgedrehten Zigaretten produzierten viel Rauch. Er öffnete dann das kleine Schiebedach. Das fand ich als Kind voll toll, dass sein Auto ein Schiebedach hatte.
Irgendwann wir waren noch sehr jung sollten wir mit dem Zug fahren. Wir bekamen nur ein billiges Wochenendticket und mussten mit den langsamen, überfüllten Bummelzügen fahren. Die Fahrt dauerte 14 Stunden und wir mussten 15 mal umsteigen. In Bremen und Hamburg hatten wir einen langen Aufenthalt über mehrere Stunden. Dann wurden wir von ehrenamtlichen Mitarbeitern von der Bahnhofsmission abgeholt. Wir gingen dorthin, wo die Landstreicher Tee tranken und gegessen haben. Dort tranken wir auch Tee. Ich las immer viel bei der langen fahrt. Für Kinder unter 10 Jahren war das eigentlich eine viel zu lange Strecke und viel zu gefährlich. Meine Mutter sagt heutzutage, dass sie jetzt viel zu ängstlich ist und das nicht mehr erlauben würde. Aber wir haben das jahrelang gemacht. Ich hatte einen Plan ausgedruckt vom Bahnservice wie lange wir Aufenthalt haben und zu welchem Gleis wir mussten. Ein paar mal sind wir falsch ausgestiegen und unser Vater musste uns abholen. Das war aber zum Glück nie weit von seiner Stadt.
Bei unserem Vater roch es immer sehr süßlich. Abends waren immer viele Freunde von ihm da.
Tagsüber haben wir immer viel unternommen. Wir fuhren zum Beispiel nach München ins deutsche Museum oder nach Ulm. In Ulm bestiegen wir das Ulmer Münster, eine sehr hohe Kirche. Für den Abend haben wir Filme von der Videothek ausgeliehen.
Beim besteigen des Ulmer Münster konnte mein Vater in der Mitte nicht mehr. Er hat Höhenangst bekommen und hat sich nicht weiter höher getraut. Uns Kindern machte es nichts aus und wir stiegen die lange Wendeltreppe immer höher bis wir ganz oben angelangt waren.
Wenn wir einen Video-Abend gemacht haben, dann haben wir zum Beispiel „Nummer 5 – lebt“ geschaut.
Oder den Film mit Michael Jackson „Moonwalker“. Ich wollte so gut tanzen wie Michael Jackson und fing hinter meinem Vater im Flur an zu tanzen, so dass er mich nicht sah. Er fragte plötzlich: „Bist du Michael Jackson?“ Er hatte es doch bemerkt.
Wir gingen auch Campen am See. Ich ärgerte meine kleine Schwester, als sie mit dem Boot im Wasser war.
Da bewarf ich sie mit kleinen Steinen. Doch extra so, dass ich sie nicht traf. Sie kam lange nicht aus dem Wasser zurück, während ich sie bewarf. Später weinte sie und ich bekam Ärger von meinem Vater. Sie hatte Angst zurückzukommen.
Mein Vater wohnte in einer Siedlung voll mit Blocks.
Mein Opa war dort Hausmeister. Mein Vater wohnte anfangs im Haus gegenüber. Ein paar Jahre später wohnte er in einer Kellerwohnung im gleichen Haus wie meine Oma und mein Opa. Auch mein Onkel wohnte dort. Fast das ganze Gebäude wurde also von meiner Familie bewohnt. Auch weil mein Opa noch eine Wohnung extra hatte mit seinem Büro.
Ich ging immer mit meiner Oma und meinem Opa einkaufen. Dies in den Nachbarstädten, weil die Kleinstadt in der meine Verwandten wohnten zu klein war und keine richtigen, großen Läden hatte.
Über das Einkaufen freute ich mich immer sehr. Wenn wir in den Supermarkt gingen bekam ich immer eine Musik-CD und ich konnte mir richtig viele Süßigkeiten aussuchen. Zuhause bei meiner Mutter ging das nicht. Sie war alleinerziehend und sehr arm.
Meine Oma und Opa konnten sehr gut kochen. Es gab immer mehrere Braten mit Knödel oder ich aß zum ersten mal Weißwurst mit einer süßen Sauce.
Auch abends gab es immer gutes Essen mit leckerem Brot und ganz viel Wurst.
Mein Vater gab nichts für Essen aus. Er holte sich alles von meinen Großeltern. Mein Onkel war etwas dick und atmete immer tief wenn er aß.
Oma trank abends immer einen Sekt und Opa ein großes Glas Bier. Auch mein Onkel trank immer Bier und alle rauchten immer viele Zigaretten. Man könnte sagen sie waren Kettenraucher. Auch mein Vater.
Mein Onkel lag nach der Arbeit immer in Unterhose auf seiner Couch und hat Fernsehen geschaut. Dann war nach einer Zeit schnell sein ganzer Aschenbecher voll mit Kippen.
Wir spielten auch mit unseren zwei Cousins, die in unserem Alter waren. Mein Vater hatte schon früh, als es gerade erst Computer gab, einen Computer. Aber sehr wenig Spiele. Es gab noch die 3,5-Zoll Disketten als Datenspeicher. Noch keine CDs oder USB-Sticks.
Wir nahmen ganz viel Cola und Schokokekse ins Büro von unserem Opa und spielten PC.
Mein jüngerer Cousin schrieb mir einmal einen Brief, dass es sehr schön war mit mir, und dass es ihm viel Spaß gemacht hat. Wir wurden sehr gute Freunde und hatten jedes Jahr viel Spaß. Es kam wahrscheinlich deshalb so, weil die Kleinstadt von meinem Vater noch kleiner war als unsere Heimatstadt. Mein jüngerer Cousin hatte also nicht viele Freunde.
Wir gingen im Winter Schlitten-Fahren oder erkundeten die Wälder und Berge mit dem Fahrrad. Auch spielten wir Tischtennis auf dem Spielplatz um die Ecke oder spielten Fußball und Badminton auf der Straße vor dem Haus.
Ich schrieb immer Tagebuch. Es fing meistens mit den Worten an: „Liebes Tagebuch. Heute war ein sehr schöner Tag...“
In der Wohnung von meinem Vater standen viele Musikinstrumente. Es standen mehrere Keyboards dort, sowie eine Gitarre, ein Bass, mehrere Mikrofone, ein Mischpult und ein elektrisches Gerät mit dem man Geräusche eines Schlagzeugs machen konnte. Wenn abends seine ganzen Kollegen da waren spielten sie oft und hatten alle dabei Kopfhörer auf. Seine Freunde zeigten mir viel am Keyboard oder an der Gitarre.
Auf dem Tisch lag bei jedem immer ein schwarzer großer Brocken, der aussah wie Schokolade. Einmal fragte ich was das ist. Sie sagten das sei Schnupftabak und lachten.
Doch ich wusste schon längst was dort vor sich ging. Sie rauchten in ihren Pfeifen Hasch oder bröselten es in ihre Joints. Es war unverkennbar. Die Schale, die immer auf dem Tisch stand, der süßliche Geruch und die starke Rauchentwicklung.
Ich erzählte nie jemanden davon, dass mein Vater ein Kiffer war. Es war mir peinlich. Wahrscheinlich war das der Auslöser dafür, dass Oma so sauer auf ihn war. Auch war das Kiffen wohl der Grund warum er so gut wie nie Arbeiten ging, obwohl er ein abgeschlossenes Studium hatte. Es war weiterhin der Grund warum er sich kein Essen und keine Zigaretten leisten konnte und deshalb alles von Oma und Opa bekam. Oft bekam er sogar 50
DM von Opa zugesteckt. Es verwunderte mich, dass so ein erwachsener Mensch um Geld betteln muss.
Meine Mutter sagte, sie hat ihn deshalb verlassen, weil er alles Geld für Drogen ausgegeben hat. Doch er war Glücklich. Er hatte nicht viel, wie zum Beispiel ein großes Haus, aber viele Freunde und seine Musik, sowie seine Begeisterung für Computer.
Wir fuhren oft zu seinen Freunden oder in den Bandproberaum und immer und überall wurde gekifft, sogar bei der Fahrt dorthin.
Meine Mutter hatte nicht so viele Freunde, aber immer Lebenspartner und Arbeit. Mein Vater hatte keine Arbeit, aber viele Freunde und nie eine neue Frau.
Ich legte in mein Tagebuch eine Extraseite, die ich raus nehmen und verstecken konnte. Auf die schrieb ich wieder von meinen Ferienerlebnissen. Der letzte Satz lautete: „Mein Vater ist ein Kiffer.“
Gegenwart. Meine Schwester Lucy hat ein Kind, das 13 Jahre alt ist. Er heißt Leon. Ich war immer ein Vorbild für ihn. Meine Schwester kam irgendwann so gegen 2007 zurück aus ihrem Studium in unsere Heimatstadt. Sie hatte nie Freunde und war immer alleine. Meine Mutter sagt immer sie ist wie unser Vater. Er war auch das zweite Kind. Er wohnte immer neben seiner Mutter und seinem Vater. Sein Leben lang. Meine Schwester zog auch in ein Reihenhaus neben unserer Mutter. Genau wie mein Vater. Viele Jahre lang hat sie studiert und dafür einen großen Kredit aufgenommen.
Immer wenn ich bei unserer Mutter, also Leons Oma war kam sie mit dem Kind rüber. Ich spielte Computer mit ihm an dem Laptop seiner Oma oder wir spielten Fußball in ihrem Garten.
Als ich mir immer Klamotten im Internet bestellte, fragte er mich wo ich die Sachen her hatte. Dann fing er auch damit an sich immer Sachen im Internet auszusuchen und ließ sich diese von meiner Schwester kaufen. Ich kaufte mir einmal 3 Uhren, wovon eine 350 Euro gekostet hat.
Er wünschte sich sofort auch eine Uhr. Ein Rollenspiel, dass ich immer am Laptop spielte fand er auch besonders gut. Ich schenkte ihm meinen alten Computer, als ich mir einen neuen gekauft hatte. Genauso wie bei mir PC-Spiele mein Hobby waren, wurden sie auch sein Hobby.
Doch etwas war komisch an ihm und meiner Schwester.
Sie hatten nie Freunde. Ich dagegen hatte immer viele Freunde. In Leons Alter habe ich mich jeden Tag mit Freunden getroffen. Wenn Lucy mich um Hilfe bat in ihrer Wohnung oder am Computer, saß Leon immer am Computer. Ich hab nie gesehen, dass Freunde ihn besuchten.
Anfangs war mir das egal. Ich hatte nicht viel mit denen zu tun. Mit meiner Schwester redete ich nicht viel, wegen einem alten Vorfall und Streit. Es redeten meistens sie und meine Mutter und ich war ganz still. Ich lernte gut zuzuhören. Mit den Jahren wurde es besser mit meiner Schwester und wir redeten wieder miteinander.
Ich fing an Tischtennis im Verein zu spielen. Es machte mir sehr viel Spaß und ich wurde schnell so gut, wie Spieler, die schon seit 5 Jahren aktiv trainieren. Ich besiegte viele, die viel länger spielten als ich. Ich fühlte mich nach dem Training richtig gut und war Glücklich wenn ich gewonnen hatte. Ich fand im Verein gute Freunde und wurde gut aufgenommen.
Ich schlug dann vor, dass Leon doch auch zum Tischtennis gehen könnte. Erst wollte er nicht. Dann irgendwann doch.
Ich brachte, denn Termin des Jugendtraining in Erfahrung und nahm ihn mit. Das Training der Kinder und Jugendlichen ist vor den Erwachsenen.
Leon gefiel es und ich brachte ihm die Grundlagen bei. Lucy kaufte ihm sofort eine kleine Tischtennisplatte und wir spielten auf Omas Terrasse.
Leon hatte dann auch einen Kumpel mit dem er beim Kindertraining spielte. Er sagte aber immer, dass er besser sei als sein Kumpel und dass er ihn mal wieder „zerstört“ hat.
Dann blieb Leon plötzlich auch etwas länger bei den Erwachsenen und wollte auch immer mit mir spielen.
Spielerisch trainierte ich viele Techniken mit ihm, wie Rückhand, Unterschnitt und Draufhauen. Ich gab ihm Tipps, aber keine Anweisungen. Ich machte es meistens ohne Worte.
Dann nahm ich ihn Freitags mit. Er fragte mich immer übers Handy, ob wir Freitags auch wieder trainieren. Wir spielten dann auch Basketball und warfen ein paar Körbe.
Leon wurde dann besser und richtig besessen vom Spielen. Er hatte nie Freunde gehabt und Kontakt mit Menschen nur in der Schule. Hier hat er eine neue Erfahrung gemacht. Tischtennis wurde alles was er hatte.
Weil ich so gut war, war ich ein Vorbild für ihn. Leider gab es große Probleme in der Familie mit Leon.
Er war immer fies zu seiner Oma. Er beleidigte sie immer und machte sich über sie lustig. Wenn sie sich mal versprach, äffte er sie nach. Wenn sie mal mit vollem Mund redete meckerte er sie an. Sie verteidigte sich auch oft und dann ging meine Schwester auf sie los. Anstatt Leon Respekt vor Erwachsenen beizubringen und ihn auszuschimpfen machte meine Schwester gar nichts. Sie ließ Leon gewähren. Sie lachte immer wenn meine Mutter und Leon stritten und stellte sich auf Leons Seite. Sie unterstützte seine aggressive Art. Wenn er unsere Mutter verarschte und sich über sie lustig machte fand meine Schwester das auch lustig und lachte. So hörte Leons Verhalten nie auf. Jahrelang stritten Leon meine Schwester und meine Mutter. Wir konnten nie in Ruhe mal als Familie essen. Leon machte immer Streit. Ich hielt mich da immer raus und war ganz ruhig. Ich dachte die würden auch auf mich los gehen und so wie sie Hass auf meine Mutter haben, so könnte auch ich der Böse werden, der gehasst wird.
Mein Mutter war dann immer sehr wütend. Wenn meine Schwester weg war schüttete sie mir ihr Herz aus.
Sie erzählte mir immer wenn Leon oder Lucy unfreundlich zu ihr waren. Oft wurde sie grundlos angemeckert und angeschnautzt. Von Leon und auch von Lucy. Meine Mutter sagte dann zu mir, dass Leon unerzogen und verwöhnt ist. „Der sitzt nur vor dem Computer“, sagte sie dann oft. Oder sie sagte: „Ihr wart nicht so als Kind, der Leon ist richtig unerzogen.“
