Rautenzeit - Norman M. Spreng - E-Book

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Norman M. Spreng

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Beschreibung

Die ehemalige Kanzlerin Dr. Angela Merkel wurde seinerzeit von sehr vielen Bürgern als die personifizierte Alternativlosigkeit in der deutschen Politik wahrgenommen, und dies trotz aller offensichtlichen Defizite in ihrer Persönlichkeit, trotz aller bedeutenden Fehler in ihrer Amtsausführung und trotz aller von ihr selbst verursachten massiven Schäden für die Gesellschaften in Deutschland und halb Europa, wie sie größer gar nicht sein könnten. Aber warum bloß erkannte die Mehrheit der Deutschen das damals nicht? Es schien vielmehr, als würde das Land der Dichter und Denker komplett am Stockholm-Syndrom leiden, nachdem uns die Raute des Grauens immerhin satte 16 Jahre lang mittels von ihr künstlich geschaffener Dauerkrisen permanent in Gefangenschaft hielt, nämlich allein um ihre Macht zu festigen. Dieses Buch, die bestimmt interessanteste und ausführlichste Biografie über Angela Merkel ever, ist eine bitterböse satirisch-sarkastische Abrechnung mit der ehemaligen empathielosen Mutti der Nation. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie besser gleich Ihren Psychologen.

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Seitenzahl: 1026

Veröffentlichungsjahr: 2025

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›Bad Company‹

Wenn man von Bad Company spricht – im Deutschen wird der Begriff als Synonym für ›schlechte Gesellschaft‹ verwendet – ist oft die Situation gemeint, dass man sich mit Menschen umgibt, die einen in eine negative Richtung beeinflussen, z.B. durch moralisch fragwürdige Handlungen, diffuse Einstellungen oder bizarre Gewohnheiten.

Es schmerzt mich sehr, dass man in diesem Land, das sich (offiziell immer noch) ›Demokratischer Rechtsstaat‹ nennt, seine Meinung eben längst nicht mehr frei äußern kann (was übrigens ein Großteil der Deutschen mittlerweile genauso sieht1), ohne gleich von links oder rechts oder neuerdings sogar vom übergriffigen Staat direkt, seinen angeschlossenen und vielfach staatlich finanzierten NGOs, von weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften oder betroffenen Politikern sowie von den längst nicht mehr neutralen Medien angegriffen und sanktioniert zu werden – die Strafanzeigen und Hausdurchsuchungen gegenüber kritischen Bürgern wegen lapidarer Bagatellen und scheinbaren Beleidigungen nehmen rapide zu2. Die befremdliche Politik im Kampf gegen ihre eigene Gesellschaft – wie pervers und menschenverachtend ist das denn?

Ich fühle mich daher bewusst als Teil einer stetig wachsenden ›schlechten Gesellschaft‹, einer Gesellschaft der ehemals starken politischen Mitte, die vom ideologisch links-grün-woke-geprägten Mainstream mittlerweile als eben moralisch fragwürdig, als diffus, als bizarr abgestempelt und sogar mittels Gewalt offen bekämpft wird. Mein Kampf als zeitkritischer Autor gilt daher den politisch falschen Strukturen, um dann bald schon wieder in einer offenen und freien Gesellschaft leben zu können. Bis dahin ist der Name allerdings Programm.

So, welcome to the Bad Company.

1https://www.mdr.de/wissen/podcast/challenge/meinungsfreiheitsanktionen-selbstzensur-100.html

2https://www.telepolis.de/features/Morgendliche-Ueberraschung-Wennder-Staat-um-6-Uhr-klingelt-10462638.html

»Die Frauenfußball-Nationalmannschaft ist ja schon Fußballweltmeister, und ich sehe keinen Grund, warum Männer nicht das Gleiche leisten können wie Frauen«.

Angela Merkel

Erste Neujahrsansprache als Kanzlerin 31. Dezember 2005

Gliederung

Vorwort

1. Identität und Ideologie

2. Kampf und Aufstieg

3. Politik und Alternativlosigkeit

4. Sprache und Emotion

5. Schaden und Schuld

6. Pläne und Ziele

7. Macht und Strippenzieher

8. Abstieg und Nachfolge

9. Arroganz und Wahnsinn

10. Rechtsbrüche und Bestrafung

11. Vermächtnis und Mythos

12. Fazit und Prognose

Nachwort

Privates

Portrait

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

zum 70. Geburtstag im Jahr 2024, den allerdings kaum ein Sterblicher wirklich bemerkte, wurde das Wirken unserer ehemaligen Bundeskanzlerin Frau Dr. rer. nat. Angela Dorothea Merkel von vielen Weggefährten und Beobachtern gewürdigt. Am 16. Juli 2024 kam es daher regelrecht zu einem Wettlauf der Gratulanten. Ein »Vorbild und Markenzeichen unserer Demokratie« nannte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die ehemalige Kanzlerin und erinnerte daran, dass Merkels nun 70 Lebensjahre zur Hälfte in die Zeit der deutsch-deutschen Teilung und zur Hälfte in die Zeit nach der Wiedervereinigung gefallen waren3. Und weiter: »Immer war es Ihnen wichtig, den Wert der Freiheit und den Wert der aufgeklärten Gesellschaft herauszustellen. Ihre Argumente waren so überzeugend, weil Sie aus eigener Erfahrung umso besser wussten, welchen unschätzbaren Wert das Leben in einer freiheitlichen Demokratie hat«. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gratulierte Merkel zu einer großen Lebensleistung, der CSU-Vorsitzende nannte die ehemalige Chefin der Schwesterpartei CDU »die bedeutendste lebende politische Persönlichkeit in Deutschland«4. »Normalität in Perfektion« – das, so Robert Habeck (bekannt durch die ›Schwachkopf‹-Affäre5) in einem Gastbeitrag für das Magazin Rolling Stone im Juni 2024, habe Merkel in seinen Augen verkörpert. Man habe sie sich immer gut beim Kuchenbacken oder Kartoffelschälen oder beim Tatort-Gucken vorstellen können, schrieb der ehemalige Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister von den Grünen. Sie habe zudem für Stabilität gestanden. Große Worte für eine große Persönlichkeit und eine noch größere Politikerin? Oder einfach nur dummes Gesülze? Zumindest eine ehrliche Bilanz der Merkel-Regentschaft vermeiden alle politischen Verantwortungsträger sowohl der aktuellen und als auch der vorherigen Bundesregierung sowie Merkels Anhängerschaft bei Grünen und FDP. Warum bloß sollten sie auch eine solche (niederschmetternde) Bilanz ziehen wollen? Ihre Energiewende-Politik, ihre Migrations-Politik, die in ihrer Kanzlerschaft vorangetriebene gesellschaftliche Umgestaltung und Spaltung setzen ihre politischen Zöglinge ja heute noch konsequent fort. Sieht man genauer hin, muss man nahezu bei allen Problemen, die uns heute so sehr quälen, erkennen, dass es allein Angela Merkel war, die dafür die Grundlagen geschaffen hat. Und trotzdem tröten alle schön ihre besten Glückwünsche aus demselben Horn. Also, daher auch von mir, nachträglich Happy Birthday, liebe »Mutti der Nation«6, auf weitere nunmehr 70 Jahre … Diese Biografie, genau zehn Jahre nach ihrem »Wir schaffen das« aus dem beschaulichen Jahr 2015, die sicherlich wie keine andere ist, kommt daher von Herzen.

70 Jahre waren sicherlich ein gutes Argument für eine Biografie über Angela Merkel. Es gibt allerdings schon viele Merkel-Biografien, eindeutig viel zu viele. Wozu dann also noch diese hier? Zumal ihr 71. Geburtstag ja nun auch schon wieder knapp vorbei ist. Die Antwort darauf ist ganz einfach: Die Mehrheit der Merkel-Biografien können lediglich als Gefälligkeits-Biografien eingestuft werden, verfasst von Autoren, die im ›System Merkel‹ (noch immer) fest verankert sind. Beim Lesen eben dieser fällt auf, dass wichtige Fragen zu ihrer Person und ihrem Wirken gar nicht erst gestellt, vielmehr wichtige Stationen in ihrem Leben einfach verschwiegen werden. Diese offenen Fragen müssen allerdings geklärt werden, denn nur so lässt sich verdeutlichen, warum es Deutschland heute so schlecht geht. Sofern Sie also Merkels damalige Politik richtig klasse fanden, halten Sie hier eindeutig die falsche Biografie in ihren Händen. Eine freundliche oder gar ausgewogene Darstellung zu ihrer Person und ihrem Wirken dürfen Sie vorliegend nicht erwarten, dennoch werden sich meine Ausführungen immer im Rahmen der Tatsachen bewegen, dafür spricht schon die schiere Anzahl der entsprechenden Bezugsquellen. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, kaufen Sie sich doch besser eines dieser viel-buntbebilderten Gutmenschenbücher über die holde Angela aus der schönen Uckermark, die allenfalls nur einen billigen Beleg für die angeblich kaum greifbare Genialität dieser Frau darstellen, und legen dieses Buch ganz schnell wieder zurück ins Regal, damit ein anderer sodann in den Genuss kommen darf. Hier wird nämlich von falscher Political Correctness, eine der großen Geiseln unserer Tage, losgelöst eine gestaltlose, starrsinnige, realitätsverleugnende, größenwahnsinnige, lügende und menschenverachtende Person und Politikerin fremd aller demokratischen Grundregeln analysiert, die wie ein tödlicher Dämon über uns schwebte, unerreichbar für irdisches Recht und unbesiegbar für irdische Mächte, und uns langsam aller unserer Rechte, Traditionen und sonstiger Errungenschaften beraubte. Ihr böser Kanzlerfluch währte immerhin 16 Jahre und vier Wochen (Helmut Kohl war nur zehn Tage länger im Kanzleramt) und zerstörte Deutschland jeden Tag ein klein wenig mehr. George Orwells Buch ´1984´ war eigentlich als Warnung gedacht, nicht als Gebrauchsanleitung.

Nun hat sie allerdings Ende 2024 eine eigene Biografie mit dem wunderbar klingenden Namen ´Freiheit. Erinnerungen 1954 – 2021´ gleich noch hinter geschoben. Hmmm, wessen Freiheit sie hier wohl gemeint haben könnte? Die ihrer damaligen Untertanen wohl kaum, denn wenn wir eines sicherlich nicht geworden sind, dann freier, dafür hat die Grande Dame du Diable schon nachhaltig gesorgt. Aber darauf kommen wir später noch umfassend zu sprechen.

Vorab: Ich will Sie nicht damit langweilen, all´ das aufzuzählen, was mich persönlich an ihr völlig erschüttert – diese Liste wäre ellenlang. Vielmehr konzentriere ich mich hier auf ein unglaubliches Phänomen, nämlich das ›Phänomen Merkel‹, welches mich immer noch erbarmungslos umhertreibt und einfach nicht zur Ruhe kommen lässt. Selbst noch nach fast vier Jahren ihrer politischen Abstinenz. Also, was wissen wir denn schon über diese Frau, die in der verräterischen DDR aufgewachsen ist, über die die Medien größtenteils nur Nebensächliches berichteten, sie ansonsten aber in Bezug auf berechtigte Kritik völlig in Watte packten? Einige Kritiker vertraten die Auffassung, Merkel habe klammheimlich zunächst als Vorsitzende der CDU ihre Partei und später als Bundeskanzlerin ganz Deutschland in ihre Gewalt gebracht und still, leise, dauerhaft, nachhaltig und hinterhältig ein totalitäres Regime um sich herum aufgebaut, in welchem die Bürger dieses Landes als Geisel immer weiter entrechtet wurden und ihre eigene Macht mehr und mehr verewigt wurde. Ihr Machtapparat war einzig darauf ausgerichtet, jeden Kritiker ihres totalitären Systems als abstoßenden politisch Rechten zu diffamieren. Das Schimpfwort ›Nazi‹ wurde üblich für jeden, der nicht Merkels Politik bedingungslos und meinungslos folgte. Während ihre Regierung überall laut und wehleidig über rechte Hetze und Hass im Netz klagte und Leute deswegen massenhaft gemobbt und verfolgt wurden und deswegen sogar ihre Jobs verloren, durften Merkel-Kritikerinnen im deutschen Fernsehen öffentlich und ungestraft als »Nazi-Schlampen«7 tituliert werden. Mehr Hass, Beleidigungen und Gewalt gab es in der Bundesrepublik vorher nie. Deutschland wurde unter Merkel völlig verrückt, geriet komplett aus der Spur und wurde gesellschaftlich nach und nach gespalten.

Und dennoch wurde die ehemalige Kanzlerin seinerzeit von sehr vielen Bürgern als die personifizierte Alternativlosigkeit in der deutschen Politik wahrgenommen – und dies trotz aller offensichtlichen Defizite in ihrer Persönlichkeit, trotz aller bedeutenden Fehler in ihrer Amtsausführung und trotz aller von ihr selbst verursachten massiven Schäden für die Gesellschaften in Deutschland und halb Europa, wie sie größer gar nicht sein könnten. Denken Sie doch nur an Merkels phänomenaler Geschichte aus tausend und einer Nacht, die eher an Ali Baba und die mehreren Millionen Räuber erinnert, die sich hierzulande immer noch völlig frei und gesetzlos tummeln – von der Kanzlerin mit ihrer Schubkarre der Humanität aus aller Welt bewusst hereingeholt. Jaja, »Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold«, so der SPD-Politiker Martin Schulz in seiner Heidelberger Hochschulrede im Jahr 20168. Flüchtlinge sind also ›Goldstücke‹? Moooment, heute muss man mit dieser Äußerung von Goldstücken sehr vorsichtig sein, denn dieser sarkastisch gebrauchte Begriff für Flüchtlinge kann unter Umständen gar eine Hassrede darstellen und dann durchaus strafbar sein. Es sei nach Auffassung des Landgerichts Bremen9 nämlich gerichtsbekannt, dass Anhänger der rechten Szene gerade Flüchtlinge böswillig als ›Goldstücke‹ bezeichnen. Nun, dann tun wir das hier lieber nicht, denn wer möchte sich schon gerne in der rechten Ecke oder gar beim Staatsanwalt wiederfinden? Also, hinfort mit diesem bösen Wort, pfui!

Aber zurück zum Thema: Die Kanzlerin wollte nicht Fremden helfen, Deutsche zu werden, sondern Deutsche zu Fremden im eigenen Land machen, so scheint es heute zumindest. Es war auf jeden Fall aber ein Regieren gegen das eigene Volk. Und dann waren da noch die über 600.000 nicht abgeschobenen Abzuschiebenden10 – in keinem anderen Land der Welt wurde so lieb und fürsorglich mit Illegalen und Kriminellen umgegangen wie in Merkels Deutschland. Das wirkt sogar nahezu unverändert bis heute fort. Und was war mit den hier rund 450.000 untergetauchten Migranten? Gemäß Merkels Motto ›Andere Länder, andere Sitten, aber alles bei uns‹ wandelten seinerzeit die merkwürdigsten und gefährlichsten Gestalten frei herum, die gebetsmühlenartig und ausnahmslos als ›Flüchtlinge‹ bezeichnet wurden und immer noch werden. Deutschland ist anscheinend für alle da, nur nicht für die Deutschen selbst. Aber ›Tibet den Tibetern‹ – man, wie bescheuert ist das denn?

Tatsächlich befanden wir uns über 5.860 sehr lange Tage in andauernder Geiselhaft einer rücksichtslosen »Wendehalskanzlerin«11 und seelenlosen »Salon-Christin«12. Warum erkannte die Mehrheit der Deutschen das nicht? In immerhin 16 Jahren Kanzlerschaft! Zu indoktriniert? Zu doof? Zu….? Es scheint vielmehr, als hätten die meisten Deutschen am Stockholm-Syndrom gelitten. Ja, hier waren fast alle taub, blind und blöd geworden. Es herrschte seinerzeit eine fast schon rasende Begeisterung über die Millionen an Migranten mit ihrem Germany-All-Inclusive-Ticket, über den andauernden geschichtlichen Schuldkult aller Deutschen und über die stete Empörung gegen Rechts. Bei genauerer Betrachtung ist das bislang weltberühmte Land der Dichter und Denker längst zu einer peinlichen Gruppe von Ja-Sagern, Angsthasen, Schleimern, Bücklingen und totalen Vollidioten verkommen. Jeder legitime Widerspruch gegen das totalitäre Merkel-Regime wurde qua verordnet politischer Richtlinie umgehend durch willfährige Politiker und Journalisten medial böse niedergeknüppelt. Ich verstehe seit Jahren nicht ansatzweise, warum diese »Verbrecherin des Jahres 2015«13 so euphorisch bejubelt wurde. Merkels Politik war nichts anderes als »das Ergebnis hemmungslosen Auslebens sozialistisch-ideologischer Einfalt gepaart mit propagandistisch geförderter Ignoranz und kollektiver Lethargie«14. Hey, Sie lachen doch nicht etwa? Mon Dieu, das wird Ihnen noch vergehen. Versprochen.

Remember: Das Verhalten von Kanzlerin Merkel bezüglich der Minsk-Verträge im Ukraine-Krieg war nicht nur destruktiv, sondern direkt vertragsbrüchig. Erinnern wir uns auch, wie sie die Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen selbstherrlich annullieren ließ. Selbst ihr Verhalten in der Griechenland-Krise ist eher als diktatorisch zu bezeichnen. Kann Merkel also retrospektiv überhaupt als ›Demokratin‹ bezeichnet werden, als ›Hüterin von Recht und Ordnung‹? In Merkels Amtszeit fand der Brexit statt, der Antisemitismus nahm rapide zu, die Infrastruktur bröckelte hierzulande völlig weg, die Digitalisierung kam nicht voran, das Bildungssystem wurde kaputtgespart, die Energieversorgung wurde zunehmend unsicherer, die gesamte Wirtschaft wurde sukzessive zerstört, Bahn und der Mobilfunk sind heute ein Desaster, die EU zerfällt sehenden Auges, das traditionelle Familienbild wurde aufgehoben, die Migrantenkosten stiegen ins Unermessliche und die sinnlose Gewalt gegen Deutsche uferte völlig aus. Alles Entscheidungen ohne Diskussionen mit den Bürgern, allein im Namen der Alternativlosigkeit. Wohlstand, Sicherheit und Frieden wurden von Merkel willfährig und sinnlos auf dem Altar ihres Multilateralismus geopfert. Ökonomischer Unverstand, sozialistische Träume, historische Vergesslichkeit und Berliner Ignoranz ballten sich zu einer akuten Gefahr für den Wohlstand in Deutschland. Tatsächlich machte die Kanzlerin Politik auch nur für die wenigen Eliten, die Monopolisten und die mächtige Wirtschaft, die sie wiederum medial und finanziell unterstützen, nicht aber für ihr hart arbeitendes Volk, das ständig alles das bezahlen durfte (und immer noch darf), was sie kaputt machte. Das schwer verdiente Steuergeld warf die wackere Angela auch noch gerne mit vollen Händen in die weite, weite Welt hinaus. Hauptsache, die anderen hatten uns Deutsche wieder lieb und verziehen uns unsere wilden Raubzüge in zwei grausamen Weltkriegen. Aber nur wenige Jahre nach ihrer Amtszeit schmiert die hiesige Konjunktur komplett ab, und noch immer nicht begreift die bräsige Bürgermasse, dass Deutschland noch ein paar andere Sorgen außer die Integration von Migranten oder die Bekämpfung von Nazis hat.

Dabei sprach die Kanzlerin, der sogar von renommierten Psychologen und Psychoanalytikern vollkommen irrationales Verhalten und gefährlich narzisstische Wesenszüge attestiert wurden, einmal davon, dass man in fünf bis zehn Jahren noch gut in Deutschland leben könne, wenn sie ihre Politik weiterverfolge. Und dann? Was sollte in elf bis 15 Jahren oder noch später sein? Nach schon nur 16 Jahren grünen Sozialismus unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ist von Deutschland nur noch ein ausgelaugter und sterbender Torso übriggeblieben. Ist heute aktuell auch nicht besser geworden. Also, was hat Merkel, der virale Systemfehler in unserer gesellschaftlichen Matrix, schon Großes für ihr Volk geleistet? Merkel ist doch so ziemlich alles missglückt, was sie angefasst hatte – das Verhältnis zu Russland und dem globalen Süden sowie zu den meisten Nachbarstaaten ist noch immer zerrüttet. Und die nachgefolgte Ampel-Regierung führte dieses Dilemma mit ungebrochener Vehemenz auch noch weiter, genauso wie die sich im April 2025 anschließende neue Regierung unter der CDU/CSU/SPD unter Bundeskanzler Friedrich Merz, anstatt alle – zumindest die größten – Fehler auszubügeln bzw. aufzuarbeiten.

Angela Merkel ist ein Mensch, der mit seinen beschränkten Hofschranzen im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen ging und dabei die Rechtsnormen unseres Landes komplett außer Kraft setzte. Die Kanzlerin, die uns nahezu tagtäglich mit dem Hohelied einer »deutschen Willkommenskultur«, einer »offenen Gesellschaft« und einer »zwingend notwendigen EU« vollblubberte, baute unseren von vielen bislang bewunderten und beneideten Staat ganz massiv um, nicht nur finanziell, sondern auch gesellschaftlich. Sie zerstörte dabei ein Volk, das sich so wohlverhalten hat wie kein anderes seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es ist eine Ungeheuerlichkeit, ein Skandal, ja, ein kapitales Verbrechen an den Bürgern dieses Staates, dem sie als Regierungschefin alternativlos vorstand. Nach ihren plötzlichen und zahlreichen politischen Kehrtwendungen, ihren vielfältigen Lügen und ihres sturen Aussitzens während ihrer Kanzlerschaft war nicht erkennbar, wohin sie Deutschland führen wollte. Der Journalist Torsten Preuß erklärte15: »Und wenn man nicht mehr weiß, in welche Richtung man selbst geht, woher soll man dann wissen, in welche Richtung das Land gehen soll, das man regiert? Dabei ist die Frage ganz einfach zu beantworten. Damit Deutschland auch in Zukunft ein Land bleibt, das eine hat, muss es stark, reich und gerecht sein. Und, sind wir das? Stark sind wir, wenn wir uns verteidigen können, reich sind wir, wenn wir wirtschaften können, und gerecht sind wir, wenn jeder mitentscheiden kann, in welche Richtung es dabei geht. Und, in welche Richtung geht es?«.

Tja, einige meinten, es würde in Richtung DDR 2.0 gehen. Abwegig? Die Kanzlerin hatte schließlich kein konsistentes politisches Koordinatensystem und keinen an historischen Fakten und Realitätssinn ausgerichteten Kompass. Sie hatte offiziell auch keinen Fahrplan für unser Land, sie hatte noch nicht einmal Ziele und Visionen. Es ist unglaublich, auf welch` niedrigem Niveau Deutschland 16 Jahre lang regiert – oder besser: verwaltet – wurde. Oder wollte Merkel uns möglicherweise ihren geheimen Plan für den baldigen abgebrannten Schrotthaufen Deutschland nur nicht verraten, wie sie einmal in einer TV-Talkshow ganz beiläufig verkündete? Aber wie hätte dieser tolle Plan bloß aussehen sollen? Gab es denn noch einen Plan B, falls der erste nicht funktioniert? Sollte Deutschland dann überhaupt noch existieren oder einem höheren Zweck zum Opfer fallen? Das alles hätte sich bei Amtsantritt dieser zwischenzeitlich zur »Raute des Grauens«16 gereiften Frau wohl keiner ihrer vielen Kritiker in den kühnsten Träumen vorstellen können. Tatsächlich wurde die größtmögliche Übertreibung aller bislang gekannten negativen Umstände ihrer Politik in der jüngsten Vergangenheit längst zur Normalität, also zum bitteren Alltag. Wir befanden uns inmitten einer 16-jährigen von Merkel künstlich geschaffenen Dauerkrise, aber die meisten Deutschen schliefen einfach sorglos weiter, so als wäre gar nichts geschehen. Das war Deutschland @ its best.

Viele Deutsche sagen heute, es gehe dem Land schlechter als zu ihrer Amtszeit. Ob diese Umfrage Angela Merkel nun freut, ist nicht bekannt: Seit fast vier Jahren ist die frühere Bundeskanzlerin nun schon (offiziell) im Ruhestand. Glaubt man einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, dann finden 61 Prozent der Deutschen, dass sich die Lage des Landes seitdem verschlechtert hat. YouGov befragte insgesamt 2.300 repräsentativ ausgewählte Menschen in Deutschland. Nach den Gründen dafür gefragt, gaben 28 Prozent an, schuld sei die »schlechte Regierung« der Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP, die Merkels großer Koalition aus CDU/CSU und SPD im Dezember 2021 nachfolgte. Nur ein Viertel sagte, dass die Lebensverhältnisse in etwa gleichgeblieben sind. Die Mehrheit der Deutschen sehnt sich allerdings nicht nach der Zeit unter Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Auf die Frage: »Kommt es manchmal vor, dass Sie Angela Merkel als Kanzlerin vermissen?«, antworteten 58 Prozent der Befragten »Nein«. 40 Prozent gaben hingegen an, dass sie Angela Merkel als Kanzlerin hin und wieder vermissen würden. Diese Meinung äußerten überdurchschnittlich häufig die Anhänger der Unionsparteien, die jüngeren Wähler und die Anhänger des BSW. Im Osten Deutschlands waren es 43 Prozent, die die Kanzlerin vermissten. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte für das Trendbarometer am 12. und 15. Juli 2024 genau 1.004 Personen befragt17. Noch nicht einmal die »schlechteste Bundesregierung aller Zeiten«18 unter Bundeskanzler Olaf Scholz führte also zu einer Merkel-Nostalgie. Kein Wunder, die setzte ja auch nur fort, was die Jubilarin 16 Jahre zuvor zerstörerisch begonnen hatte. Die Tatsache, dass die langen Merkel-Jahre, vor allem die erste Hälfte ihrer Regierungszeit, bei vielen als »gute Zeit« in Erinnerung sind, liegt nicht an Merkel selbst oder ihrer verkackten Politik, sondern an einer insgesamt weniger angespannten Weltlage (bis zum Zeitpunkt des Ukraine-Kriegs) und daran, dass Deutschland noch von seiner wirtschaftlichen Substanz zehren konnte. Damit war es aber schon recht bald vorbei, wie wir heute alle wissen. Von Merkel selbst gingen keine wirklichen nennenswerten Initiativen aus, sie war nur eine Verwalterin des Stillstandes und somit verantwortlich für den heutigen Rückschritt auf nahezu jedem Gebiet. Bis heute wurde sie dafür nicht zur Rechenschaft gezogen – von wem denn auch, schließlich machten damals fast alle mit.

Versucht man einigermaßen Klarheit über Herkunft und Zielrichtung der Person Angela Merkel zu bekommen, endet man regelmäßig in einem unüberschaubaren Minenfeld aus merkwürdigen Gerüchten und verwegenen Verschwörungstheorien. Und ihre vielen offiziellen Biografien helfen da auch nicht viel weiter, denn sie sind meist mehr als lückenhaft, wenn nicht sogar bewusst Tatsachen verfälschend. Werfen wir daher selbst einen feisten und ungeschönten Blick ›Inside Angie‹ und versuchen zu verstehen, was das Merkel-Phänomen eigentlich so ausmachte, wie diese sprachunfähige und empathielose Frau überhaupt tickte und was die vielen treuen Merkel-Wähler so völlig verblöden ließ. Beleuchten wir auf den nächsten Seiten das Frau Merkel in Gänze umgebende mysteriöse Dunkel und bringen etwas Licht selbst auf die unheilvollen Schattenseiten ihres scheinbar unwirklichen Daseins. Was wird da wohl alles zum Vorschein kommen? Etwa die ehemals mächtigste Frau der Welt im knallbunten Hosenanzug oder doch nur eine ambitiöse kleine Phrasendrescherin ohne Meinung und Eigenschaften, die sich nur versehentlich in die große Politik verirrt hatte? Also, wo kam sie her, wo wollte sie hin, mit welchen Mitteln ging sie dabei vor und wer waren ihre Freunde, Feinde und Hintermänner? Erkannten wir in ihrem unfreiwilligen Rückzug vom CDU-Parteivorsitz 2018 bereits die Erosion ihrer Macht, quasi ihr langsames politisches Sterben? Oder steht die ominöse bereits 71-jährige Madame M. unter nationalem Denkmalschutz und ist deshalb völlig unkaputtbar? Wird sie am Ende gar noch ein unsterbliches weibliches Phänomen werden, etwa als ›Super-Merkel‹19 in die weitläufige große Deutsche Geschichte eingehen?

Und wenn ja, als was genau? Also, erfolgreich oder bedeutungslos? Als Frau von Welt oder als weltlose Frau? Mit großer welttragender Reputation oder lediglich als kleine Fußnote in der deutschen Historie? Wichtig oder kann die Tante einfach weg? Fragen über Fragen. Lesen Sie hierzu nun alle wesentlichen Fakten, auch die abgefuckten. Herrschaften, gehen wir es an.

Ihr Norman M. Spreng

im September 2025

3https://www.welt.de/politik/deutschland/article252558148/Angela-Merkel-Steinmeier-wuerdigt-Merkel-als-Markenzeichen-der-Demokratie.html

4https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/70-geburtstag-von-angelamerkel-wettlauf-der-gratulanten-19860284.html

5https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kolumnen/robert-habeck-undschwachkopf-die-rechtlichen-folgen-110142286.html

6https://www.deutschlandfunk.de/angela-merkel-70-jahre-100.html

7https://www.tagesspiegel.de/medien/alice-weidel-verliert-gegen-extra3-vor-gericht-nazi-schlampe-ist-okay-weil-satire/19816018.html

8https://www.rnz.de/region/heidelberg_artikel,-Heidelberg-Was-die-Fluechtlinge-uns-bringen-ist-wertvoller-als-Gold-_arid,198565.html

9https://www.rnd.de/politik/landgericht-bremen-begriff-goldstueck-kannhetze-sein-E5SLROYFL4MJR6IUHLG4NBRTQI.html

10https://www.welt.de/politik/deutschland/article176743635/Talkshow-Streit-Wenn-bei-Anne-Will-die-Zahlen-durcheinandergeraten.html

11https://www.cicero.de/comment/136472

12http://www.huffingtonpost.de/2016/05/06/so-verlogen-ist-merkelsf_n_9855998.html

13https://michael-mannheimer.net/2017/09/10/vizepraesident-desbundesverfassungsgerichts-prof-ferdinand-kirchhof-prangert-merkel-alsverbrecherin-an/

14http://www.zaronews.world/zaronews-presseberichte/deutschland-wirdabgemerkelt-von-den-nicht-machenschaften-einer-bundeskanzlerin/

15https://www.tichyseinblick.de/meinungen/sos-deutschland/

16https://opposition24.com/merkel-raute-des-grauens-durchgestrichen-2

17https://www.achgut.com/artikel/keine_merkel_nostalgie

18https://www.stuttgarter-zeitung.de/gallery.zwei-jahre-ampelkoalition-dieschlechteste-regierung-aller-zeiten.804b5efc-e66a-4803-b7e3-58f41c4ddb56.html

19https://de.wikipedia.org/wiki/Supermerkel

1. Identität und Ideologie

Nun, wenn wir Deutschen bislang eines über unsere fahle Ex-Bundeskanzlerin gelernt haben, dann dass sie etwas ganz, ganz Besonderes ist. Um das aber überhaupt verstehen zu können, bedarf es zunächst einer konkreten Beobachtung ihres früheren Lebens und ihrer damit einhergehenden persönlichen Entwicklung. Ok, party-people, who the fuck is »Änschela Mörkel«20?

Vor fast 40 Jahren machte sich eine unscheinbare junge Frau mit ziemlich schräger Frisur auf den Weg in die deutsche Politik. Ihrer selbstgestrickten Legende zufolge kam sie quasi aus dem Nichts der glorreichen DDR, war dem kommunistischen Verband Freie Deutsche Jugend (FDJ) nur deswegen beigetreten, weil sie sich in der Hauptstadt dieses wunderschönen Landes anfänglich etwas allein gefühlt haben soll, und hatte dann als zufällige ›Kulturbeauftragte‹ lediglich Theaterkarten für ihre vielen Freunde besorgt. Mehr nicht, großes SED-Ehrenwort. Glauben wir doch sofort, warum denn auch nicht? Sie war uns ja schließlich nicht unbekannt. »Sie kennen mich« – Mit diesem Spruch warb Angela Merkel mithilfe ihrer trötend-schallmeienden Stimme 2013 für ihre Wiederwahl21. Sicher, dachten wir, wir wissen, wer sie ist. Für ihre Fans war und ist sie eine Lichtgestalt, ein politischer Riese. Für ihre Gegner jedoch nur eine Landesverräterin, eine egomane Luftpumpe. Ihre Hosenanzüge waren zwar lila, rosa, gelb oder grün, aber trotzdem war sie selbst völlig farblos. Auf Gruppenfotos fiel sie überhaupt nicht auf, man musste schon genauer hinschauen oder gar suchen. Aber wir hatten uns an sie gewöhnt. Auch an ihren spröden und unweiblichen Anblick. Und dennoch, ›kannten‹ wir sie wirklich, die Gute, also so richtig? Die Schriftstellerinn Cora Stephan erklärte, wer Merkel ist22: »Die Wohlfühlkanzlerin, in die man sich hineinschmiegen kann wie in eine zweite Haut, Objekt der Sehnsucht, Endpunkt der Suche, Erlöserin von der Geschichte«. Ironie? Der Stern, das sind die mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern, teilte mit23: »Wer etwas von ihr weiß, spricht nicht darüber. Zu groß das Risiko, bei einem Missbrauch ihres Vertrauens künftig nicht mehr in ihre Nähe zu gelangen«. Ach, so ist das, alle halten die Backen. Nun denn, ich nicht, auch wenn ich sie persönlich nie kennengelernt habe. Wofür ich sogar dankbar bin. Wäre auch nicht ›hilfreich‹ gewesen, wenn Sie verstehen, was ich meine, höhöhö.

Ihr öffentliches Privatleben begann offenkundig erst in den 1990er-Jahren. Es scheint, als hätte jemand für die Zeit davor einfach die Delete-Taste gedrückt. Oder sie war jahrelang in einem Zeugenschutzprogramm versteckt. Aber selbst seitdem gab es nur sehr spärliche Einblicke in ihr Privatleben. In den vielen Jahren ihrer Regierungszeit hatte die Kanzlerin das Bild, das wir von ihr als private Person bekommen haben, perfekt kreiert und vollständig kontrolliert. Es gab keine Homestorys über sie. Niemand kam ihr als Außenstehender zu nahe. Noch nie war etwa ein Journalist in ihrer damaligen Wohnung an der Berliner Museumsinsel, geschweige denn in ihrem Wochenendhäuschen in der Uckermark, um einen vagen Einblick in ihr kleines Privatleben zu erhaschen. Selbst engste Parteifreunde sollen noch nie in ihrer Privatwohnung gewesen sein. Man weiß nicht viel über Mutter, Schwester, Bruder, Ehemänner und ihre zwei Stiefsöhne. Selbst ihre weiteren Verwandten blieben unsichtbar. Man weiß allerdings, dass Merkel einen Pinguin im Ozeanium Stralsund adoptiert hat, Ehrenpatin eines präparierten Seeadlers im Naturkundemuseum von Berlin Mitte und selbst Ehrenbürgerin von Templin ist24. Naja, immerhin etwas. Sonst aber wissen wir hauptsächlich nur Belangloses über sie. Ihre »kamelartigen Fähigkeiten«25, ihr tatsächliches Wesen, ihr Werdegang, ihre Talente, ihre Motivation und ihr Bestreben sind uns doch eigentlich über all die vielen Jahrzehnte dennoch völlig verborgen geblieben.

Die offiziellen Kenntnisse über Angela Merkel lassen sich auf ein kleines Repertoire von angeblich unterhaltsamen Kleingeschichten, so genannte Anekdoten, reduzieren, die jedoch bis ins kleinste Detail medial durchkomponiert und dann über ihre Pressesprecher und regimetreuen Journalisten lustig verbreitet wurden, wie etwa26: »Eine Frau, die gern mal wieder in Ruhe shoppen würde, Angst vor Gewittern hat und den Hollywood-Schmachtfetzen ›Jenseits von Afrika liebt‹ – das ist die Kanzlerin«. Die immer wiederkehrenden Anekdoten über ihr Leben finden sich dann auch in fast allen Büchern und Biografien wieder. Sie selbst sagte einmal über sich: »Ich bin ein recht fröhlicher Mensch und freue mich, wenn in einem harten, eng verplanten Alltag Zeit für eine lustige Anekdote oder einen Witz bleibt«. Und weiter »Ich achte darauf, ausreichend zu schlafen, gehe gern spazieren in der Natur, koche, wenn ich Zeit habe«. Bedeutenderes hatte uns dieser ›recht fröhliche Mensch‹ mit den nahezu vertikal bis zum Boden hängenden Mundwinkeln nicht zu erzählen? Na, das kann ja heiter werden.

Von medialem Wert sind leider völlig unbedeutende Anekdoten über Angela Merkel. So kam sie gerne in der Küche zur Ruhe27: »Manchmal lenke ich mich mit Kochen ab, dann gibt es Kartoffelsuppe, Fisch mit Gemüse oder auch Rouladen. Ich zerstampfe die Kartoffeln immer selbst mit einem Kartoffelstampfer und nicht mit der Püriermaschine. So bleiben in der Konsistenz noch immer kleine Stückchen übrig«. Wow, Kartoffelsuppe. Das ist keine Anekdote, das ist verbale Körperverletzung. Gleichwohl hatte sich der Focus, wie es sich für ein mutmaßliches Klatsch- und Tratsch-Magazin gehört, einmal die Mühe gemacht, Merkels legendäre Kartoffelsuppe nachzukochen, nur um ihr kleines Suppengeheimnis zu lüften (Pssst, es sind die darin verbliebenen Kartoffelstückchen, aber nicht weitersagen)28. Tja, genauso ohne Tiefgang war auch ihre folgende Äußerung29: »Ich hatte eine Phase in meiner Kindheit, in der ich alles werden wollte, was ich nicht konnte: Balletttänzerin oder Schwebebalkenturnerin. Man muss sich irgendwann mit den Dingen, die man nicht kann, abfinden«. Ja, und warum wurde sie dann ausgerechnet Bundeskanzlerin? Konnte sie doch auch nicht.

Die Welt, das inoffizielle Regierungsblatt der Kanzlerin, informierte in Sachen Technik30: »Beim Austausch von Nachrichten auf dem Smartphone nutzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besonders gerne ein Smiley. In einer Fragestunde mit prominenten YouTubern verriet Merkel, dass das lächelnde Gesicht ihr Lieblings-Emoji sei. Wenn die Stimmung besonders gut sei, ›kommt dann noch ein kleines Herzchen dran‹. Wenn es mal nicht so gut laufe, dann kann man auch die Schnute nehmen«. Zwei Kindern sagte Angela Merkel einmal im Kinder-Nachrichtenmagazin Dein Spiegel, welche Piktogramme sie am liebsten verschickt31: »Meistens ein Smiley, manchmal auch ein Herz. Und eine Torte, wenn jemand Geburtstag hat«. Unfassbar, die Frau war damals 64 Jahre alt und beschäftigte sich mit banalem Teenie-Blödsinn. Auf einer Pressekonferenz im Jahr 2013 befand Merkel32: »Das Internet ist für uns alle Neuland«. Heureka! Und das von einer diplomierten und promovierten Physikerin. Da muss man sich ernsthaft fragen, ob die Kanzlerin erst zu Beginn dieses Jahrzehnts von Brieftauben auf E-Mail umgestellt hatte. Dabei wurde bereits 1993 der erste grafikfähige Webbrowser veröffentlicht, also bereits rund 25 Jahre vor Merkels großer Neuland-Entdeckung. Aber was sind schon 25 Jahre im Leben eines bekloppten DDR-Maikäfers? Im Netz zumindest wurde Ihre Äußerung in kürzester Zeit zur vielbewunderten Lachnummer, viele wollten sogar wissen, wo denn dieses ›Neuland‹ konkret liege. Naja, Technik scheint einfach nicht ihr Ding zu sein. Besonders schlimm war es für die Kanzlerin in wechselnden Hotelzimmern mit all dem modernen Technikkram klarzukommen. »Den Lichtschalter zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach, Gardinen auf und zu, Wasserhähne bedienen – und je älter man wird, desto sorgenvoller bin ich, ob ich die ganzen modernen Entwicklungen noch hinkriege«, sagte Merkel33, »von der Klimaanlage einmal ganz abgesehen«34. Tja, verständlich, Wasserhähne sind schon eine ziemlich knifflige moderne Angelegenheit, da kommt halt nicht jeder mit klar, diese vielen Tasten und Knöpfe. Und dann kommt da auch noch irgendwo Wasser raus, wenn man richtig Glück hat, sogar heißes, tse. Interessant ist, was Wikipedia zum Thema ›Merkel und Technik‹ so rauswirft35: »Merkel war zudem die erste Bundeskanzlerin, die Textnachrichten zur Kommunikation mit anderen nutzte. Sie wurde deshalb auch als ›SMS-Kanzlerin‹ bezeichnet. Ein von Merkel zwischen 2003 und 2005 genutztes von der NSA abgehörtes Siemens S55 schenkte Merkel 2006 dem Bonner Haus der Geschichte. Ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zugelassenes abhörsicheres Mobiltelefon wurde in der Öffentlichkeit häufig als ›Merkelphone‹ bezeichnet«. Danke, Wikipedia, ganz tolle Informationen.

Die Welt erklärte uns in Kurzform sodann weiter36: »Sie backt gern Pflaumenkuchen, hat sie mal erzählt. Oder liest an einem freien Sonntagvormittag Zeitungsartikel, wozu sie während der Woche nicht gekommen ist. Dazu hört sie klassische Musik. Manchmal geht sie ein Stündchen uckermärkische Luft schnappen. Und manchmal schaut sie auch einfach nur aus dem Fenster«. Ja doch, wir haben es kapiert, unsere Angela war die »Frau, die Deutschland bewegt«37, vor allem, wenn sie ›manchmal‹ einfach nur blöd aus dem Fenster glotzt. Und ja, es stimmt, Merkel Lieblingskuchen ist Pflaumenkuchen mit Streuseln38: »Den Pflaumenkuchen backe ich sicher nicht zweckfrei, sondern meist meinem Mann zuliebe«. Gott, der Arme. Das tolle Backrezept verschickte sie dann auch schon einmal an einen neunjährigen weiblichen Fan39. Auf eine Frage einer Bürgerin, wie unser holdes Küchenwunder ihre Freizeit verbringe, teilte die WirtschaftsWoche aka Blubberwoche ihre Antwort ausführlich mit40: »Sie hat ein Wochenendhaus nahe Templin, mit Garten. Die Tomaten sind dieses Jahr nicht rot geworden. Die Bohnenernte war gut. Die Erbsenernte war ausreichend. Angela Merkel kocht Kartoffelsuppe und backt Pflaumenkuchen mit Hefeteig. ›So‹, sagt sie, ›das war’s‹«. Das war`s? Für Angela Merkel und ihre lahmen Hofmedien hatte ich nur billigen Spott übrig, mehr nicht.

Wer aber Merkel verspotte, hebe nur ihre Stärken hervor, befand die FAZ41. Man, welche Stärken denn? Ich muss seitdem immer lachen, wenn ich an das alte FAZ-Motto denke, nämlich dass ›dahinter immer ein kluger Kopf‹ stehen soll. Wer sollte das denn bloß gewesen sein? Egal, dieses dämliche Schöngesülze war doch nur noch mit Unmengen von hochprozentigem Alkohol zu ertragen. Apropos Alkohol, wie sah es eigentlich bei der Kanzlerin mit der flüssigen Sünde aus? War sie standhaft? Ex-NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg befand, sie sei beeindruckend standhaft, wenn es um den Genuss von Alkohol gehe42: »Ich bin sehr beeindruckt von ihrem Stehvermögen. Sagen wir es so: Sie ist nicht die Erste, die geht«. Der Schweizer Journalist Roger Köppel vermeldete, dass sie über gewaltige Nehmerqualitäten verfüge43: »Selbst in weinseligsten Tischrunden, an denen sie mit Stehvermögen mittrinkt, verliert sie niemals ihre Contenance. Der Wille bleibt stärker als der Alkohol«. Im Jahr 1972, sie war 18 Jahre alt und hatte gerade ihr Abitur bestanden, war das noch ganz anders. Da feierte sie mit anderen auf einem Boot, wo es genügend Kirsch-Whiskey gab, fiel dann aber irgendwann kopfüber besoffen ins Wasser44. Geile Party, wa?

Die bestens informierte Morgenpost berichtete45: »Ein Taxifahrer erzählt, dass Merkels Mutter öfter in Hohenwalde zu Besuch sei. Merkel lasse die 89jährige nicht von den Sicherheitsbeamten wieder nach Hause bringen, sondern rufe ein Taxi. Dann begleite sie in Jogginghose und Pulli ihre Mutter zum Auto und schüttele dem Fahrer die Hand«. Echt jetzt? Die Frau mit der Figur einer Boje in Jogginghose und Pulli?! Gott, dieses verstörende Bild bekommt man doch nie wieder aus dem Kopf heraus. Aber was sagt das alles nun über den Menschen Angela Merkel aus? Nichts, rein gar nichts, außer dass wir in allerbester Gesellschaft sind, wenn wir saudumme Smileys mit Herzchen und blöde Kartoffelsuppe mit Stückchen darin mögen. Bei genauer Betrachtung lenkte sie mit jeder ihrer wirren Anekdoten in der Öffentlichkeit doch nur von den prekären Themen ihrer längst gescheiterten Politik ab. Ach, lassen wir hier doch die tollen Geschichten erzählende Kanzlerin noch einmal zu Wort kommen: »Vor lauter Globalisierung und Computerisierung dürfen die schönen Dinge des Lebens wie Kartoffeln oder Eintopf kochen nicht zu kurz kommen«. Genau, das war die Message für die Welt. Aber mal im Ernst, nahezu alle Medienauguren waren sich darüber einig, dass diese Frau ein weltweites Phänomen gewesen sein soll. Ja, Sie haben richtig gelesen, ein ›weltweites Phänomen‹46 – man, da bleibt einem ja die Kartoffelsuppe im Halse hängen, oder? Woher nur bezogen diese Typen ihre konkreten Informationen? Rauchten die heimlich billiges Zeug?

Viele Journalisten hatten in den letzten Jahren versucht, das ›weltweite Phänomen‹ Angela Merkel näher zu beleuchten. Die einen nannten sie eine »friedensorientierte Weltpolitikerin«47, »die mächtigste Frau der Welt«48 und »die Krisenkönigin«49 oder »Angela Merkel ist eine phänomenale Führungspersönlichkeit – nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt«50. Letzteres erklärte niemand Geringeres als der Apple-Chef Tim Cook und stellte sie in eine Reihe mit der US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks, einer berühmten Menschenrechtsikone der USA, und der 4-Sterne-Generälin Lori J. Robinson, Oberbefehlshaberin des United States Northern Command. Wo allerdings zwischen diesen beiden starken US-Frauen einerseits und dem deutschen Neutrum in farblich changierenden Hosenanzügen mit viel zu großen Knöpfen andererseits eine Verbindung bestehen sollte, erschließt sich mir trotz mehrfacher Lektüre beim besten Willen nicht. Auch warum das geführte Interview einer blöden amerikanischen Schülerzeitung mit dem Apple-Chef als so wichtig empfunden wurde, dass dies sogar in der Tagesschau mit einem hübschen Werbebildchen ausgestrahlt wurde51, ging mir völlig ab. Das war plumpe und billige Hofberichterstattung, sonst nichts. Wie so häufig.

Andere titulierten sie als die ›Ohne-Kanzlerin‹, nämlich als Kanzlerin »ohne Grenzen«52, »ohne Weitsicht«53, »ohne Anstand«54, »ohne Meinung und Eigenschaften«55, »ohne Überzeugungskraft«56, »ohne Bodenhaftung«57, »ohne Konzept«58, »ohne Augenmaß«59, »ohne Mut und Vision«60, »ohne Vertrauen«61, »ohne Wirklichkeitssinn«62, »ohne Kante«63, »ohne Worte«64, »ohne Charisma«65, »ohne Brille66«, »ohne Kompass«67, »ohne Grenzen«68, »ohne Macht«69, »ohne Partei«70, »ohne Koalition«71, »ohne Heimat«72 und »ohne Volk«73. Aus ihr wurde einfach Merkel, »die Trauerweide der deutschen Politik«74. Sie wurde von US-Präsident Donald Trump, dem »Gottesgeschenk an alle«75, in seiner ersten Präsidentenzeit wegen ihrer strittigen Flüchtlingspolitik sogar öffentlich als »geisteskrank«76 bezeichnete. Seitdem mag ich diese amerikanische Abrissbirne mit der hochgeföhnten Eichhörnchenfrisur in Orange irgendwie.

Ihr Markenzeichen waren die zu einer Raute vor dem Bauch geformten Hände. Jedes Mal dasselbe77: »Sie hält die Hände vor der Brust, die Fingerspitzen berühren sich, dann klappen die Hände auseinander, gehen wieder zusammen. Am Anfang bangt man, ob sich die Fingerspitzen auch wieder treffen, aber sie schafft es jedes Mal, reibungslos«. Was wollte uns die »Herrscherin des Plakativen«78 mit ihrer affektierten Voodoo-Raute bloß mitteilen? Selbst die New York Times rätselte über die ›diamond-shape hand gesture‹ der deutschen Kanzlerin. Es gab viele Erklärungen dazu, wie zum Beispiel diese hier: ›Früher ließ die Rautenhexe ihre Hände meist rechts und links wie ein Orang-Utan vom Körper herunterhängen, sie wusste einfach nicht wohin damit‹. Focus Online erklärte dazu79: »De facto resultiert die Raute aus dem Versuch, einen stabilen Platz für die Arme zu finden, mit denen sie nichts anzustellen weiß. Mittlerweile aber ist sie zum weltweit bekannten Symbol geworden. Für was? Für Ruhe und Kraft, Harmonie und Zusammenführung, Besonnenheit und Status quo – you name it!«. Allerdings fehlte bei dieser Haltung der weiterhin wichtige Eindruck, dass diese Hände auch zupacken können. Konnten sie aber nicht, die Frau ist schließlich gelernte Physikerin, keine Baumfällerin. Das britische Wirtschaftsmagazin The Economist wiederum interpretierte die Merkel-Raute in Anspielung an J.R.R. Tolkiens ›Herr der Ringe‹ als magischen und gefährlichen Fluch: »Ein Ring sie zu knechten!«. Ach, da schau her, also eine Prophezeiung? Oder vielleicht doch ein Gedicht: ›Die Welt aus den Fugen, zu Tode erkrankt, doch wir, wir haben die Raute, Gott sei’s gedankt!‹. Die Tageszeitung hingegen wollte herausgefunden haben, dass die »Teufelsraute«80 ihre berühmte Handhaltung aus einem Gemälde aus dem Jahr 1450 entnommen haben soll81, welches den Apostel Johannes beim Märtyrertod in einem Topf mit kochendem Wasser zeigt, Raute inklusive. Also alles nur geklaut? Ha, wundern würde es mich nicht, denn geklaut scheint übrigens auch ihr legendärer Ausspruch ›Wir schaffen das‹ – er stammt nämlich ursprünglich aus dem Munde des großartigen TV-Handwerkers ›Bob, der Baumeister‹82, kein Scheiß. In ihrer aktuellen Biografie jedoch erklärt sie, wie es zu dem Ausspruch ›Wir schaffen das‹ tatsächlich kam. Die Idee, den viel kritisieren Satz zur Flüchtlingskrise auszusprechen, hatte demnach Merkels engste Mitarbeiterin Beate Baumann. Merkel schildert in ihrem aktuellen Buch, wie sie im Kanzlerbüro vor der Pressekonferenz ihrem ›Frust‹ Luft gemacht habe: »Gerade erst haben wir das Griechenland-Problem hinter uns, und sofort liegt das nächste Riesenthema vor der Haustür. Aber egal! Irgendwie werden wir auch das schaffen. Wir haben das andere ja auch geschafft«. Darauf habe Baumann ihr den Rat gegeben: »Genau das können Sie doch genau so, wie Sie es mir hier jetzt gesagt haben, auch in der Pressekonferenz sagen«. Merkel daraufhin: »Ich schaute sie an und dachte: Manchmal kann es ganz einfach sein. Sie hat recht«. Hmmm, kann ja jeder behaupten, tatsächlich gefällt mir die Bob-der-Baumeister-Geschichte viel, viel besser.

Der Kabarettist Helmut Schleich machte sich zu dem vorgenannten Gemälde weitere Gedanken: »Wohin mit den Händen? Das war schon damals die Frage. Johannes steht zwar bis zum Bauchnabel im Kochtopf, aber die Finger verbrennen will er sich nicht. Geradezu symbolhaft für die politische Haltung der Kanzlerin«. Auch nicht schlecht. Der Kabarettist Urban Priol hatte seine eigene Deutung: »Das kommt davon, wenn man aus zehn Mittelfingern eine Raute formt«. Der Blogger Altmod sah dagegen keine Symbolik83: »Die alberne Finger-Raute vor der Wampe, die manche ihrer Presseschleimer als besonderes Markenzeichen bei ihr bewundern, wirkt inzwischen nicht weniger als albern«. Die Redaktion der Nachdenkseiten fragte84: »Was ist das Tollste an Angela Merkel? Ihre Raute? Das meinen manche Leute. Es gibt Menschen, die allen Ernstes glauben, Angela Merkels Raute sei die Empfangsstation für Kraft und Rat. Eher ist die Raute wohl eine großartige PR-Masche, wie vieles bei der noch amtierenden Bundeskanzlerin«. Für den Autoren Florian Werner war die vielbelächelte Merkel-Raute in Wirklichkeit nur eine Dehnübung, um rechtzeitig einer Sehnenverkürzung der Finger vorzubeugen85. Der bekannte Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz erklärte dazu86: »Es ist viel über die Merkel-Raute spekuliert worden. Ich sehe sie als ein Zeichen von Unsicherheit. Sie hält sich daran fest, eine Dynamik lässt diese Geste nicht zu. Die Raute ist eine rigide Haltung«. Merkel, selbst einmal zur Raute befragt, erklärte, dass sie ihr dabei helfe, Ruhe und Beständigkeit auszustrahlen und den Rücken gerade zu halten. Lange Zeit hielt sich das Gerücht, ihre zehn Jahre jüngere Schwester Irene, eine gelernte Ergotherapeutin, hätte ihr diese Haltung beigebracht. Die deutsche Kanzlerin äußerte sich an anderer Stelle erneut zu ihrer typischen Handhaltung: »Es war immer die Frage, wohin mit den Armen«. Die Handhaltung verrate »eine gewisse Liebe zur Symmetrie«, erklärte sie87. Mehr soll nicht dahinterstecken, auch wenn so mancher Skeptiker darin gar eine magische Botschaft vermutete. Mir jedenfalls lief beim Anblick ihrer Raute jedes Mal ein eiskalter Schauer über den Rücken. Allerdings waren einige schlaue Menschlein der Meinung, Merkel bilde mit ihren Fingern eben keine Raute, denn eine Raute besitze vier gleich lange Seiten – der merkelsche Daumen und der merkelsche Zeigefinger seien hingegen verschieden lang und konnten demnach nicht zu einer Raute geformt werden88. Dieses Fingergebilde stelle vielmehr ein Deltoid dar, also ein orthodiagonales Viereck, auch Drachenviereck genannt89. Nur damit Sie es genau wissen.

Wussten Sie schon, dass Frau Merkel nach Ansicht des mittlerweile verstorbenen Berliner Promifriseurs Udo Walz ein Gourmet sein soll? Er wusste schließlich genau, dass sie gerne zum Schnitzelessen ins Berliner Borchardt Restaurant ging90. Zum Schnitzelessen, ich werd` welk! Nun, wenn das nicht ein unwiderlegbares Kriterium dafür ist, dass unsere Angie unter die elitären Leckermäuler gegangen war, dann weiß ich auch nicht. Die Ex-Kanzlerin genoss auch schon mal Pommes Frites an der bürgerlichen Imbissbude91. Und von ihrem ersten Westgeld soll sie sich glatt einen Döner gekauft haben92. Hammer! Aber weiter im Text, eine geniale Hausmarie soll die Gute auch noch sein93: »Wenn ich Gäste einlade, achte ich schon sehr darauf, dass alles schön ist. Ich lege die Servietten gerade und halte die Gläser gegen das Licht, um zu schauen, ob sie auch sauber sind«. Nicht schlecht. Und wie ist es mit dem hier? Gefragt über ihren Ehemann, dem öffentlichkeitsscheuen Quanten- und Physikochemiker Prof. Dr. Joachim Sauer, mit dem sie seit 1998 in zweiter Ehe verheiratet ist und der zwei Söhne in die Ehe mitbrachte94, was sie an ihm schätze, antwortete sie, dass er ihr von Zeit zu Zeit Zeichnungen und Witze in Bildern erläutern müsse, die sie meist nicht verstehe95. »Ich sehe den Witz nicht, muss mir das erklären lassen«96. Die Bunte befand, dass diese Aussage »herrlich sympathisch« sei97. Echt jetzt? Oder ist das jetzt die neue Umschreibung für ›herrlich bescheuert‹? Und der Sternschrieb über Merkels Ehemann98: »Wenn es politisch eng wird, hängt er unaufgefordert die Wäsche auf«. Man, das dürfte wohl einer der traurigsten Sätze sein, die je über einen verheirateten Mann geschrieben wurden. Auf die Frage, welche smarten Technologien sie zu Hause nutze und wann ihre Waschmaschine wasche, antwortete die Ex-Kanzlerin mit einem Grinsen: »Ehrlich gesagt, das macht mein Mann. Er stellt die an, meistens.«99 Echt traurig, oder?

Egal, weiter geht es auf Merkels heiterer Achterbahn der spritzigen Anekdoten: Im Privatleben verlasse sie sich auf die Unterstützung ihres Mannes, der ihr auch vor der Bundestagswahl den Rücken freigehalten habe, indem er sich etwa um die Einkäufe kümmere100. Sonst aber gehe sie gerne selbst im Supermarkt einkaufen, »das lasse ich mir nicht nehmen«101. Sie schiebt dann auch den Einkaufswagen selbst102. Waaaahnsinn! Was diese Frau alles kann. Nur mache sie in Supermärkten mit Fans heute keine Selfies mehr, das habe alles so durcheinandergebracht, »dass ich zum Schluss falsche Sachen im Korb hatte«. Eine schier unglaubliche Geschichte, so ... so unfassbar nichtssagend. Auch haben wir in den Medien erfahren dürfen, wovor Merkel Angst hat, nämlich vor Hunden, wie übrigens Millionen andere Deutsche auch. Im August 1995 sei sie in der Uckermark bei einer Fahrradtour von einem Jagdhund ins Knie gebissen worden, seitdem habe sie eine Hundephobie. Nur schade, dass dieser überaus sympathische Köter damals wieder losgelassen hatte. Und bei Sorgen gehe sie auf und ab, gerne auch in der Natur, wo sie die Dinge durchdenken kann, bis sie glaubt, die Lösung gefunden zu haben103. So behämmert soll es also im Kopf dieser alternden Dame aussehen? Das steht allerdings stark zu bezweifeln, sie gab einfach nur deshalb nichts Privates über sich preis, um ihren Gegnern keine Angriffsfläche zu bieten, weil ihr Privatleben längst politisch geworden war. Die Presse aber war mit ihren wirren Anekdötchen völlig zufrieden und druckte ungeniert diese blöde und langweilige Schmonze komplett ab. Gab es in Deutschland etwa keinen investigativen Journalismus mehr? Wo waren sie denn nur hin, die vielen unterbezahlten Schmutzfinken, wenn man sie einmal dringend brauchte?

Themawechsel, reden wir über Merkels Weiblichkeit. Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit Bodyshaming oder so ein Mist. Also, wie ging sie, als mächtigste Frau von Welt, damit um? Ist es überhaupt zulässig, Wörter wie ›Merkel‹ und ›Weiblichkeit‹ in einen Satz unterzubringen? Selbst der Moderator Markus Lanz fragte in seiner TV-Show einmal, ob Merkel überhaupt noch eine Frau sei104. Die Mutter aller Fragen, doch niemand hatte darauf eine passende Antwort. 2008 trug die »Kanzlerin ohne Weiblichkeit«105 bei einer Festveranstaltung in Norwegen ein unnachahmliches Abendkleid und zeigte vorne sehr, sehr viel nackte Haut. Der Ausschnitt war so tief, dass es beim Aussteigen aus der Limousine fast zum Nippelgate gekommen wäre, hieß es. So »elegant und weiblich«106, so »prall, üppig, weiblich«107 habe man die Kanzlerin in der Öffentlichkeit noch nie gesehen, hieß es weiter. Busenfreunde in aller Welt sprachen sogleich sabbernd von ›sexueller Schwungmasse‹. Die Welt fragte, wie viel Busen eine Kanzlerin überhaupt zeigen dürfe108. Die übergewichtige Kanzlerin mit den aufregend geschnittenen Hosenanzügen designed by Tsu-Eng war für einige urplötzlich sexy geworden, sie wurde sogleich zu einer Stilikone ernannt, zum »Vorbild für erfolgreiche Businessfrauen«109, ja sogar zur »Femme Fatale«110. Mensch, welch` verlogene Statements über das fleischige »Dekolleté-Desaster von Oslo«111. Die Foren im Internet überschlugen sich mit Kommentaren zu ihrem neuen Outfit, jedoch nicht immer zum Besten: »Für mich hätte sie gern hochgeschlossen bleiben können. So braucht’s wohl ein Weilchen, bis ich die Erinnerung an diesen Anblick verdrängt habe«112. Ein User befand sogar, die Bundeskanzlerin sei sehr mutig, weil sie sich nicht schäme, ihren Körper so zu zeigen. Der surreale deutsche Rapper Bushido dagegen ist scheinbar fies vor gar nix113: »Es gibt eine Frau, mit der ich allein aufgrund ihres Status' Sex haben würde: Angela Merkel«. Ohne Worte. Ohne Verständnis. Schöne Grüße an die wehrte Familie nach Dubai.

In einem Interview aus 2021 zu ihrer Garderobe erklärte die Kanzlerin114: »Mein Outfit ist überschaubar«. Sie freue sich über Farben, erklärte sie weiter, »Das ist ja auch in afrikanischen Ländern sehr ausgeprägt«. News.de befand115: »Angela Merkel scheint im Großen und Ganzen ein gutes Händchen für Mode zu haben«. Nee, ganz gewiss nicht. Sogar der 2019 verstorbene Modezar Karl Lagerfeld hatte sich einmal bereit erklärt, die unbedarfte Kanzlerin in Modefragen zu beraten. Zwar ziehen sich auch gewöhnliche Frauen im Diätübermut schon mal die unpassendsten Klamotten an oder lassen sich solche von überaus tüchtigen Verkäuferinnen aufschwatzen: »Hey, eine so tolle Frau wie Sie kann das tragen«. Na, bekannt? Also, warum sollte ein solches Missgeschick nicht auch der zauberhaften Pretty Woman aus der Uckermark passiert sein? Aber wenn es doch auch nur bei einem Missgeschick geblieben wäre. Der Blogger Altmod sprach die Kanzlerin unverblümt öffentlich an116: »Schweißflecken unter der Achsel und eine Robe mit Einblick in ein schauderhaftes Dekolletee wie von Ihnen bei einem öffentlichen Auftritt zu den Wagner-Festspielen gezeigt, sind für jemanden in Ihrer Position nicht nur nicht damenhaft, sondern geradezu dämlich. Dass Sie in Ihren, möglicherweise sehr teuren, Hosenanzügen eher wie eine rammelvolle Knackwurst mit Schwitzflecken wirken, damit müssen wir uns bei Ihnen leider ebenfalls abfinden«. Genauso verhält es sich mit ihrer Freizeitmode. Die Gute fuhr doch, wie jedes Jahr, mit ihrem Ehemann zum Wandern nach Tirol (Ausnahme: 2018, wegen angeblicher Eheprobleme117). Und trug dort, wie jedes Jahr, dieselben ollen Wanderklamotten. »Das Outfit der Kanzlerin ist zweckmäßig: Hosen, Wandersocken, Baseball-Cap – alles in beige. Dazu hat sie keine Schminke aufgetragen«, erklärte VIP.de118, »Und ob man es glaubt oder nicht, die Kanzlerin setzt dabei mit ihrem Outfit ein Fashion-Statement«. Was für ein schräges Bild, eine »Weltpolitikerin«119 in zartem Rentner-Beige. Mit Kappe. Na, wenn das mal kein fettes ›Fashion-Statement‹ ist. Eine Userin aus dem Forum bemerkte dazu: »Die Bergziegen wissen aus den Vorjahren, dass der Mann mit der Kappe nicht Mao Zedong, sondern die deutsche Bundeskanzlerin ist«. Die Bild fügte hinzu120: »Schwarzer Pulli, rot-weißes Kachelhemd, beige Dreiviertel-Hose, gleichfarbige Strümpfe und Wanderschuhe. Dazu: Das Kanzler-Käppi. […] Keine Spur von unnötigem Glamour. Einfach eine Frau, die trägt, was sie will. Ohne Allüren, ohne Hosenanzug mit Knopfleiste«. Jeder weiß, dass diese journalistischen Darstellungen völlig hohl und total hirnrissig waren. Ich lasse mich ja gerne mal für blöd verkaufen, aber die Medien hätten sich dabei doch ein wenig mehr Mühe geben können. Ein bisschen zumindest.

Die über alles Private der »Bundes-Milf«121 bestens informierte Brigitte erklärte 2012122: »Angela Merkel negiert ihre Weiblichkeit nicht, sie passt sie aber auch keinen Erwartungen an. Darin liegt ihre Unabhängigkeit, oft verwechselt wird dies jedoch mit fehlender Ausstrahlung. […] Das zeigen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage: Nur 18 Prozent der Deutschen finden, dass Merkel auf typisch weibliche Weise Gefühle zeigt. Gar 20 Prozent sagen, sie fänden nichts an ihr typisch weiblich«. Oft verwechselt mit fehlender Ausstrahlung?! Kann doch gar nicht sein. Liebe Lesergemeinde, gehören Sie auch, so wie ich, zu den vorgenannten 20 Prozent? Aber wer sind dann bloß die anderen 80 Prozent? Aha, will mal wieder keiner gewesen sein. Merkels damaliger Parteikollege Heiner Geißler bezeichnete sie einmal als »herbe Schönheit mit melancholischem Blick in einem zuweilen von Traurigkeit umflorten Gesicht«123. Welch´ garstig und zugleich bedrückend´ Worte, um eine ziemlich lockere Laune der Natur zu umschreiben. Im Juli 2003 nörgelte der mittlerweile verstorbene Geißler im deutschen TV herum, dass es ihm völlig schleierhaft sei, wer Merkel zu diesen Kleidern rate, die sie ständig anziehe. Tja, die Falschen sterben immer zu früh.

Ze’ev Avrahami, Deutschlandkorrespondent der israelischen Tageszeitung Jediot Achronot, fügte hinzu124: »Merkel war nicht hundert Prozent feminin, aber sie war absolut zufrieden damit, wer sie als Frau war. Sie strahlte ein Maß an Selbstbewusstsein aus, das nichts mit irgendwelchen äußerlichen Zutaten zu tun hatte. Ihre Botschaft dabei: Ich bin eine Frau und wir werden da kein großes Ding draus machen«. Norbert Bolz, pensionierter Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin, bescheinigte der »Göttin«125, sie sei »fleißig und diszipliniert, kinderlos, geschieden und, seien wir ehrlich, manchmal hässlich«126. Soso, also nur manchmal? Na gut, normalerweise werden attraktive Menschen als kompetent und sympathisch wahrgenommen, aber hässliche Forscher, so eine interessante Studie, wirken kompetenter127, kein Quatsch. Vielleicht wurde die »hässliche Deutsche«128 auch genau deshalb Physikerin und nicht Balletttänzerin oder Schwebebalkenturnerin? Könnte doch eine Erklärung sein, möglicherweise auch dafür, dass sie anschließend in die Politik wechselte. Im damaligen Bundestag gab es nämlich fast keine sympathischen oder attraktiven Menschen mehr, man denke nur an »Superlippe«129 Peter Altmaier, »Er-hat-die-Haare-schön«130 Anton Hofreiter, »Heulsuse«131 und »grüne Wuchtbrumme«132 Claudia Roth (Die Internetplattform Stupidedia sieht in der Studienabbrecherin Roth übrigens den alleinigen Grund, warum Aliens keinen Kontakt zur Menschheit aufnehmen wollen133), »Pöbel-Ralle«134 Ralf Stegner (der »Sozi aus der Muppet-Show«135) mit seiner schon sehr bizarren Physiognomie oder Petra Pau, die ..., ach, Sie wissen ja selbst, wie sie aussieht. Echte fühlbare Kompetenz strahlt keiner von ihnen aus. Hey, sagen Sie jetzt bitte nichts, ich bin nicht per se gegen hässliche Menschen eingestellt, auch in der Politik soll es sie geben dürfen, aber dann doch bitte nach hinten mit ihnen, wo die Kamera sie nicht mehr erfasst. Tut doch sonst irgendwie nur den Augen weh und verbreitet schlechte Laune. Nun, offensichtlich wird man heute nur noch wegen seines unangenehmen Aussehens in die oberen Politiketagen gewählt, hübschen und attraktiven Politikern traut man wohl nicht über den Weg. Aber da war Merkel ja in bester Gesellschaft. Als allerdings die türkische Boulevardpresse anfing, unsere Kanzlerin als »Hässliche Tante«136 zu bezeichnen, da ging das doch eindeutig zu weit, sogar für mich. Hatten die Osmanen etwa vergessen, welcher pöhse, pöhse Onkel bei ihnen im Präsidentenpalast gerade sein kriminelles und völkerrechtswidriges Unwesen trieb? Der »glupschäugige Gollum von Istanbul«137, auch nicht gerade eine liebliche Augenweide.

Wie sah Merkel eigentlich früher aus? »Merkels Erscheinungsbild war schon damals klein, langsam und ein wenig gedrungen, das Gesicht wirkte stets freundlich«, fand der Autor Giovanni Deriu138. Am Anfang ihrer Politkarriere sah sie selbst als Umweltministerin noch wie »Zonen-Gabi mit ihrer ersten Banane«139 aus und wurde als »Mutter Beimer«140 wegen ihrer schlechtsitzenden Prinz-Eisenherz-Frisur laut ausgelacht. Sie verweigerte sich damals beharrlich, sich aufzuhübschen. Sie föhnte ihre Haare einfach nicht, so dass sie an ihrer spröden Birne wie angelötet klebten. Dann trat 2003 unter lauten Trompetengetöse und wildem Fahnenschwenken der mittlerweile verstorbene Promifriseur Udo Walz in Merkels Leben, setzte zunächst sein versilbertes Schieleisen auf, erschrak daraufhin, schlug mit einem warmen »Och Gottchen« erst einmal die Hände über dem Kopf zusammen und sorgte dann nach einer längeren Atem- und Denkpause sogleich für etwas Ordnung auf ihrem vergrämten Schädel. Seitdem wurde Merkel regelmäßig aufgehübscht und vor allem adrett aufgeföhnt. Damit war ihr Aussehen auch sehr viel erträglicher geworden.

Na, wer hatte nun die Haare schön? Auf die Frage, ob Angelas Frise mittlerweile gut aussehe und von anderen kopiert würde, antwortete Walz todernst141: »Und ja, es kommt schon vor, dass Frauen kommen und sagen: So wie es Frau Merkel hat«. Ein Kracher! Der Mann bewies wirklich großartigen Humor: ›So wie es Frau Merkel hat‹, nee, watt schön. Aber weiter: Ihre Grundausstattung bei offiziellen Terminen noch als Ministerin waren übrigens Jesuslatschen und geblümte Schlabberröcke statt dunklem Karrierekostüm. »Bundeskanzler Kohl ertrug das vermutlich nur als notwendiges Opfer an den Zeitgeist und nutzte den Aufzug, der eher lächerlich wirkte, aber damals mit schlechten, heute mit qualitativ besseren Stoffen von Claudia Roth harmonierte. Es war eine Übereinstimmung bis ins Blumenmuster«, ließ uns der Journalist Alexander Wallasch wissen142.

Genauso witzig wie ihr heute toter Friseur, man mag es gar nicht glauben, ist übrigens Merkels noch lebender Ehemann Joachim Sauer, der seiner Ehefrau scheinbar als exquisiter Modeberater zur Seite stand. Er soll ihr damals tatsächlich erklärt haben, die (frühere) Grünen-Fraktions-Chefin Krista Sager habe im Bundestag immer so fabelhafte Blazer getragen und würde damit ganz wunderprächtig aussehen. Und was machte das zottelige Merkel? Legte sich prompt eine ganze Stange voll mit teuren Blazern in allen möglichen Kaugummi-Farben zu. Jetzt aber wissen wir es ganz genau – der immer mies dreinblickende Herr Sauer ist schuld daran, dass Merkel mit ihren alternativlosen Hosenanzügen ständig wie ein verblasstes Fruchteis auf Tranquilizer aussah. Es hat ja niemand etwas gegen diese praktischen Zweiteiler, aber man kann ja auch mal was anderes aus dem Kleiderschrank holen, oder nicht? Allerdings muss man da auch schon ehrlich sein, um ihre psychische Abhängigkeit zu ihrem Kleidungsstil, auch Oknophilie genannt, wurde es merklich besser. Nun denn, Merkels Antwort auf ihr modisches Re-Design ließ auch nicht lange auf sich warten143: »Es wäre falsch, zu sagen, ich bin nicht eitel. Man möchte ja keine Zumutung für sein Gegenüber sein. Ich überlege mir schon, was ich anziehe. Und seitdem nicht mehr über meine Haare gelästert wird, fühle ich mich auch wohler«. Ja, und das spürte man auch sofort, die Frau versprühte seitdem weiblichen Esprit und puren Sex. Äh ..., was sagte sie dann noch? Ach, ja144: »Ich habe Freude an Ästhetik«. Genau. Wichtig war ihr auch zu betonen, dass das nichts mit Selbstverliebtheit oder dergleichen zu tun habe. Würde doch eh keiner glauben. Und wie sah es bei Merkel mit dem Thema ›Männer‹ aus? Der Kurier berichtete145: »Merkel mag ›schöne Augen‹ bei Männern. Damit war das Thema Männer aber auch schon abgehakt. Neidisch sei sie nicht auf das andere Geschlecht. Sie habe sich im Laufe ihres Lebens angewöhnt, mit sich als Frau zufrieden zu sein. Weil offener über das Verhältnis der Geschlechter geredet werde, hätten es Männer heute auch nicht mehr ›von Haus aus leichter als Frauen‹. Zwei Dinge würde sie aber gern so gut können wie Männer: Holzhacken und mit tiefer Stimme sprechen«. Hä?

Der große Kalk, also der Kabarettist Oliver Kalkofe, ließ seine Selbstdarsteller in einer Episode der TV-Sendung Kalkofes Mattscheibe sehr gut nacherklären, wer Merkel eigentlich genau ist (Auszug): »Merkel stammt in erster Linie aus dem Reptoloidenzirkel von der Gewerkschaft der Freimaurer von Bill Gates und Bob, dem Baumeister, der schon vor 6.000 Jahren im Auftrag des Höllenfürsten Jens Spahn die Krankenhäuser für die ganze Zwangsimpfung gebaut hat. […] Die Merkel hat einen geschichtlichen Bezug zur jüdischorthopädischen Kriegsprinzessin Xena zu Hohenzollern«. Hat man doch schon immer geahnt, trotzdem unbedingt bei youtube146 anschauen, sehr witzig – und dennoch, ein erschreckender Spiegel eines Teils einer extrem tumben deutschen Gesellschaft.

Eine der größten Mythen über Angela, die ›vom Himmel Geschickte‹, besagt, dass sie die Dinge ›vom Ende her‹ denkt. Hatte sie gesagt, echt147. Das hörte sich gut und besonnen an, da fühlte man sich doch gleich richtig aufgehoben, nicht wahr? Allerdings war das nur pure Fiktion, denn dieser eigenartige Ausspruch ist schon in der Sache völlig unsinnig. Kein Physiker konnte diese Eloge bisher erklären. Politik ist nämlich eben keine physikalische Gleichung und auch kein Rechenwerk. Merkels Denken lief auch nicht immer geradeaus. Und keineswegs dachte Merkel, die heimliche Gewinnerin der »Goldmedaille in der Kategorie ›Schöner Denken‹«148, vom Ende her, im Gegenteil, ihr Denken war geprägt vom fortlaufenden Prozess, wie bei allen anderen Menschen auch. Die Redaktion der Nachdenkseiten vertiefte149: »Bei Angela Merkel ist der Gesamteindruck entstanden, als sei sie als Regierungschefin vor allem an der Sache orientiert, also daran, was sachlich zu tun und zu entscheiden geboten ist. Tatsächlich ist sie in entscheidenden Fragen gesteuert vom Hecheln nach Zustimmung und Popularität«. Aha! Und wer tatsächlich versuchte, Merkel rational zu verstehen, fand sich dann oft orientierungslos und ganz allein auf weiter Flur wieder. Als zum Beispiel die Merkelin von der Brigitte-Chefredakteurin gefragt wurde, ob sie eine Perfektionistin sei, antwortete sie zaghaft150: »Ich weiß nicht genau. Meinen Sie jetzt beim Wäscheaufhängen oder wobei?« Man, was soll man als Leser davon bloß halten? Etwa ›Herrlich sympathisch‹? Der Autor Jürgen Fritz meinte151: »Merkel war niemals eine Vordenkerin. Dazu hat sie gar nicht die intellektuellen, geschweige denn rhetorischen, Gaben, das dann auch noch überzeugend verbalisieren zu können. Merkel ist die am meisten überschätzte Person auf diesem Planeten, und sie war immer jemand, der sich auf Entwicklungen, die schon lange da waren, quasi auf die Spitze draufsetzte«. Es stimmt, häufig äußerte sie sich lange Zeit gar nicht und wartete stattdessen erst einmal ab. Apropos ›abwarten‹, Klein-Angela hatte einmal in der Schwimmstunde 45 Minuten benötigt, um zum ersten Mal vom Dreimeterbrett ins Becken zu jumpen. Sie tat es erst dann, als schließlich das Schlusszeichen für den Schwimmunterricht ertönte. Ihr Kommentar dazu152: »Ich bin, glaube ich, im entscheidenden Moment mutig. Aber ich brauche beachtliche Anlaufzeiten«. Ja, die brauchte sie auch später, die erheblichen Anlaufzeiten, selbst wenn am Ende nichts dabei herauskam. Sie hatte wie keine andere Politikerin die Fähigkeit, lange schweigen und sich damit rar und sich danach sofort wichtig machen zu können. So wartete sie lieber die entsprechenden Wertungen des völkisch-dummen Stimmviehs und der ihr hörigen Einheitsmedien ab, bevor sie ihr umfängliches Denken abschloss und sich dann vom Ende her ›frei‹ entschied. Apropos Brigitte, in einem anderen Interview erklärte Merkel153: »Denken beim Reden ist auch nicht so einfach«. Ja, hier werden Sie geholfen.

Der Autor Bernd Fischer erklärte in einem offenen Brief an Merkel154: »