Ribiselmadeleines - Barbara Bilgoni - E-Book

Ribiselmadeleines E-Book

Barbara Bilgoni

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Beschreibung

Bei meiner Ostsee-Trilogie geht es um Familienbande. Die drei Bücher sind empathisch und humorvoll geschrieben. Die Schauplätze sind sowohl in Wien als auch an der Ostsee mit Usedom und Hiddensee. Wir begleiten 4 junge Leute, Stella und Ferdinand sowie Heike und Lars auf ihrem Weg in die Selbständigkeit. Sie bauen sich ein eigenes Leben auf. Teils mit der Eröffnung eines Cafés, teils durch ein spannendes Projekt mit Alpacawolle auf Hiddensee. Es geht um Loslassen, Neuanfänge, Romantik und Dramen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 168

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Für meine Eltern

Barbara Bilgoni

Ribiselmadeleines

Jede Menge Feiern

2. Auflage

© 2026 Barbara Bilgoni

Lektorat/Korrektorat von: Frau Carolin

Kretzinger,

Covergrafik von: Barbara Bilgoni/Canva und Chat GPTDruck und Distribution im Auftrag der Autorin:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland.

Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]

Softcover

978-3-384-83081-4

E-Book

978-3-384-83082-1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Die Personen und die Handlung des Buches sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Was bisher geschah:

Stella und Heike, zwei Freundinnen aus Wien, lernen in ihrem Urlaub auf Usedom ihre Traummänner kennen und lieben. Heike bricht ziemlich rasch in ihrer Heimat alle Zelte ab, kündigt ihren Job in einer Tierarztpraxis und eröffnet mit Lars ein Strandcafé. Binnen kürzester Zeit haben sie viele nette Stammkunden, die die guten Mehlspeisen der jungen Leute sehr zu schätzen wissen. Zwei Kuchen, das Weichseleclair und der „geheime“ Sanddornstreusel spielen im Café ,Strandflieder´ eine tragende Rolle. Später kommen auch noch die Himbeermacarons dazu.

Stella folgt ihrem Ferdinand nach Hiddensee, jedoch mit der Absicht, bald wieder heimzukehren. Ihr Chef in Wien erleidet einen Herzinfarkt und muss schweren Herzens sein Schuhgeschäft aufgeben. Dies ermöglicht nun Stella, ihre Wohnung in Österreich zu vermieten und vorläufig ganz nach Hiddensee zu ziehen, worüber Ferdinand sehr glücklich ist.

Benno und Rieke, zwei liebenswerte Pensionisten, kommen regelmäßig mit Sissi, der weißen Katze, ins Strandcafé und beschließen, zu heiraten. Beim Tanztee hat der Blitz eingeschlagen. So haben sie im Pensionistenheim auch die Chance auf eine Doppelwohnung bekommen. Sie unternehmen eine

zauberhafte Hochzeitsreise, Sissi nehmen sie auf die Fahrt mit.

Ferdinand ruft das Projekt „Wolle für Hiddensee“ ins Leben und so hat Stella eine neue Aufgabe. Sie übernimmt die Organisation und den Verkauf im kleinen Laden auf dem Alpaka-Hof. Da passiert ein schreckliches Unglück auf der Insel, das die Lebenswege verschiedener Hauptpersonen im Roman arg durcheinanderwürfelt und Heikes andauernde Übelkeit birgt eine wundervolle Überraschung.

Das abschließende Weihnachtsfest bringt sowohl für Stella und Ferdinand als auch für Egon einige Turbulenzen.

Wie werden sich die Schicksale weiterentwickeln? Kommen Sie gerne mit auf die Reise an die Ostsee.

1

R

ieke kicherte: „Na, so ein zartes Weihnachtsengerl habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Aber bemüht hat sich „die Peitsche“ schon. Das muss man ihr lassen. Der arme Hausarbeiter tut mir trotzdem leid. Der wird eine Standpauke bekommen, die sich gewaschen hat.“

Die Direktorin des Pensionistenheimes hatte nämlich zur Feier des Weihnachtstages auf der Bühne vom Schnürboden herab als Engel erscheinen wollen. Alles Gute kommt ja bekanntlich von oben. Da ging jedoch etwas gewaltig schief, denn den armen Mann, der sie am Seil herunterlassen sollte, verließen im ungünstigsten Moment die Kräfte. Unvermittelt rutschte das Tau aus seiner Hand und „die Peitsche“ fiel auf ihren Allerwertesten. Den lieblichen Kosenamen hatte Frau Veitsche bekommen, weil sie wie ein General über ihre Senioren wachte. Und genauso streng war auch ihr Regiment. „Zack, zack“, war einer ihrer beliebtesten Aussprüche. Obendrein zögerte sie nicht, die Oldies mit Strafen zu belegen, wenn etwas nicht nach ihren Richtlinien ablief. Und das geschah sehr oft!

Rieke und Benno applaudierten dennoch nach der Weihnachtsfeier im Heim, bei der einiges schiefgegangen war. Dann verkrümelten sie aber sich still und leise in ihre Wohnung. Sie waren ja dann noch bei Dörte und Alex eingeladen.

Rieke packte alles zusammen, was sie zu ihrer

Adoptivtochter mitnehmen wollten. Da war in erster Linie ein riesiger Kuschelbär für Alex, liebevoll verpackt, dann der Gutschein für Dörte für zwei Mal abendliches Babysitten und zum Schluss noch ein Weihnachtsstern. Der Blumenstock musste besonders warm eingewickelt werden, denn der verträgt absolut keine Kälte. Benno schlüpfte aus seiner Krawatte. Er wollte den Rest des Abends ein bisschen bequemer verbringen. So, Rieke hatte alles beisammen: „Auf geht´s! Wir können los.“

Der schöne Willi, der noch ein Auto besaß, hatte versprochen, sie nach Ahlbeck zu führen. Für die Heimfahrt würden sie dann ein Taxi nehmen. Sie klopften daher zaghaft bei Willi.

„Bist du fertig?“, fragte Benno den Freund. „Wir können aufbrechen, wenn du soweit bist.“

Willi zog sich schnell die dicke Jacke über und nahm den Autoschlüssel. Den Schlüsselanhänger zierte ein Bild „der Peitsche“. Sie hatte zu Weihnachten jedem einen solchen Anhänger geschenkt – als Mahnmal sozusagen. Big brother …! Nicht jeder war hoch erfreut über diese milde Gabe, wie man sich leicht denken konnte. Aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul.

Alle drei bestiegen nun den alten Trabi und los ging die Fahrt nach Ahlbeck. Es waren ohnehin nur vier Kilometer, aber zu Fuß wäre es nach der opulenten Weihnachtsfeier doch ein bisschen unbequem gewesen. Willi musste höllisch aufpassen, denn die Straßen waren sehr glatt. Einige Male kam er beim Bremsen vor der Kreuzung kurz ins Schlittern.

Am Ziel ließ er die beiden aussteigen und verabschiedete sich. Er meinte noch traurig: „ Das wird heuer ein tristes Weihnachten. Ich habe Tanzverbot. Kein Anschmiegen, kein Tätscheln, kein Schäkern, kein Grabschen. Aber was soll´s? Seit dem Vorfall mit der Rosa ist mir da ohnehin die Lust drauf vergangen. Wollte mich die Gute doch tatsächlich in ihr Lotterbett zerren. Na, da hab ich es vielleicht mit der Angst bekommen. Und dann noch die Strafe von der „Peitsche“ dafür. Egal! Ich wünsche euch einen wunderbaren Abend. Wenigstens ihr sollt es schön haben. Bis dann!“ Und schon fuhr er wie auf rohen Eiern los.

Rieke läutete an der Tür Nummer vier. Und prompt meldete sich Dörte fröhlich in der Gegensprechanlage und drückte auf den Öffner. Sie hatte eine Erdgeschosswohnung und stand mit Alex im Arm schon in der Tür. Der Kleine grinste von einem Ohr zum anderen. Sein Mündchen war schokoladeverschmiert. Man konnte erkennen, dass er es bis jetzt schon sehr schön gehabt hatte und sicher so manchen Schokoengel verspeist hatte. Das Christkind war für ihn bereits am Nachmittag da gewesen, denn kleine Männer können nicht so lange warten. Quietschvergnügt hielt er seiner Oma-Rieke einen kleinen Stoffhasen vor die Nase. Rieke lachte.

„Lass uns erst mal reinkommen, mein Schatzerl. Dann können wir spielen.“

Die Großeltern zogen Mantel und Schuhe aus. Rieke hatte die schönen Stiefel aus Dörtes Geschäft an. Sie wollte sich schließlich an so einem Tag angemessen kleiden. Dann gingen alle vier ins Wohnzimmer, wo schon der erleuchtete Baum stand. Alex deutete aufgeregt auf die Kerzen. Die vielen kleinen elektrischen Lichter gefielen ihm offenbar sehr, und die wollte er seiner Oma gleich zeigen.

Rieke legte sein Geschenk und das Kuvert für ihre Tochter unter den Baum. Den Weihnachtsstern wickelte sie aus dem Papier und stellte ihn kurzerhand auf den schön gedeckten Tisch. Dörte hatte sich sichtlich Mühe gegeben. Sie war die Adoptivtochter von Rieke und hatte für eine Weile den Kontakt abgebrochen gehabt, um ihre leibliche Mutter zu suchen. Und sie fand sie auch. Als jedoch Dörte ihre Hilfe gebraucht hätte, weil die Tagesmutter nur vier Tage pro Woche Zeit für Alex hatte, da hatte diese kurzerhand abgewunken.

„Das ist nicht mein Kaffee. Da kümmere dich schön selbst drum.“ So viel zu dem Ausspruch: „Blut ist dicker als Wasser!“ Rieke und Benno jedoch waren sehr gerne eingesprungen.

Dörte hatte den kleinen Alex auf den Teppich gesetzt und der robbte nun wild entschlossen auf das Riesenpaket zu, das unter dem Baum auf ihn wartete. Endlich hatte er es erreicht. Seine Äuglein strahlten mit den Kerzen um die Wette und Benno half ihm gern beim Auspacken. Der Teddybär darin ließ Alex vor Freude jauchzen. Sofort streichelte er ihn liebevoll und brabbelte munter drauflos. Offenbar wollte er dem Kuscheltier sehr viel erzählen. Es war für das Kind ein aufregender Tag. Seine ersten Weihnachten!

Dörte brachte inzwischen die kalte Platte herein, außerdem Gebäck, Wein und Wasser. Die Erwachsenen griffen beherzt zu und plauderten angeregt. Alex war bereits vorher gefüttert worden. Der war vollauf zufrieden.

Benno und Rieke hatten zwar im Heim schon eine Jause bekommen, aber sie wollten Dörte nicht die Freude verderben. Während des Essens erzählten sie von dem Hoppala im großen Saal. Von Frau Veitsche, die als Erzengel oder Racheengel oder Christkind erschienen war und dann so schmählich auf ihrem Popo gelandet war. Dörte stellte sich das lustig vor und lachte herzlich. Da fiel Rieke wieder das Kuvert ein, das sie für ihre Tochter als Geschenk mitgebracht hatten.

Sie stand auf und holte es unter dem Christbaum hervor. Dörtes Augen begannen zu leuchten, denn mit einer Gabe für sie hatte sie gar nicht gerechnet. Sie öffnete den Brief und dann erschien ein glücklicher Glanz auf ihrem Gesicht.

„Ihr wollt wirklich zweimal außertourlich auf Alex aufpassen? Nur, damit ich einmal frei habe? Das ist lieb von euch. Da muss ich mir überlegen, was ich tun könnte. Entweder gehe ich zum Friseur oder ich treffe mich mit Steffi und wir schauen uns im Kino einen Film an oder ich mache mit Gabi einen Einkaufsbummel … Ach, mein Gott, ich danke euch so sehr! Endlich wieder einmal weggehen! Endlich wieder einmal frei sein! Es ist nicht so, dass ich meinen Alex nicht liebe. Aber wenn man alleinerziehend ist, dann wiegt das alles doppelt schwer. Es ist nie jemand da, der mir hilft. In der Nacht stehe ich allein auf, wenn er weint. Untertags bin ich es allein, die sich stets Sorgen macht, ob es ihm gut geht. Na ja, was jammere ich eigentlich? Als mein netter Freund damals gemeint hat, dass er sich für ein Kind noch nicht reif genug fühlt, da haben bei mir eh schon alle Alarmglocken geschrillt. Er hätte eventuell sogar das Geld für einen Abbruch zusammengekratzt. Das war dann der Moment, wo ich wusste, dass er niemals der Richtige sein konnte. Ich hab ihn zum Teufel geschickt und er war sowieso froh darüber.“

„Kind, wir helfen dir immer gerne. Ich wusste ja nicht, dass du mittlerweile ein Baby bekommen hast. Hast dich ja länger nicht mehr gemeldet. Ich bin froh, dass dich Benno mir zuliebe aufgespürt hat. Ich hätte nicht den Mut aufgebracht, dich zu suchen. Zu groß wäre die Angst gewesen, dass du mich nicht sehen willst. Aber schau, sieh es so: Jetzt hast du zwei Mütter. Das ist auch nicht schlecht.

Ach und übrigens: Wie wäre es denn gleich zu Silvester mit einem Partyabend für dich? Irgendwo wird doch um Himmels willen hier was los sein. Ruf alte Freundinnen an. Jetzt zu Weihnachten werden sie sich freuen, auch wenn du dich in letzter Zeit etwas abgesondert hast. Was ist denn mit Sally, Inge und Lara? Sicher haben die schon etwas geplant für den letzten Tag des Jahres. Uns Alten ist das nicht mehr so wichtig, dass wir unbedingt feiern müssen. Den Schampus können wir auch in unserer kleinen Wohnung trinken, schön gemütlich und warm. Am Nachmittag ist ohnehin noch ein Fest im Heim, da kann der Junior gern mitkommen. Das haben wir schon mit der Direktorin abgesprochen. Dann legen wir ihn nieder und besäuseln uns im Appartement um zwanzig Uhr. Die Mitternacht habe ich in den letzten Jahren eh kaum noch geschafft und kurzerhand auf zehn Uhr vorverlegt.“

„Danke, Mama! Ich rufe morgen gleich einmal die Mädels an und dann melde ich mich bei euch. Eine größere Freude hättet ihr mir gar nicht machen können. Aber jetzt lasst uns noch ein bisschen feiern! Wo ist denn mein Goldschatz eigentlich?“ Da blickten sie sich suchend um und fanden ihn Arm in Arm mit seinem neuen Bären, schlafend unter dem Christbaum.

„Ach, wie süß!“, sagte Benno. „Wie ein Engerl! Und vor Aufregung hat er immer noch ganz rote Bäckchen. Ich glaube, du bringst ihn lieber ins Bettchen. Da liegt er bestimmt besser. Er braucht heute Ruhe, nach so einem aufregenden Tag!“

So hob Dörte ihren Kleinen hoch und gemeinsam mit Rieke brachte sie ihn ins Kinderzimmer, wo sie ihm vorsichtig Shirt und Hose auszog und ihn in den süßen getupften Pyjama steckte. Dann bekam Alex noch ein Gute-Nacht-Küsschen von beiden Frauen und sie und wünschten ihm schöne Träume.

Benno hatte sich inzwischen ein bisschen im Wohnzimmer umgesehen. Er hatte festgestellt, dass manche Bilder etwas schief an der Wand hingen. Auch eine Kastentüre schloss nicht ordentlich.

„Dörte, ich seh schon, dir fehlt eine kleine handwerkliche Unterstützung. Ich komme einmal nach den Feiertagen mit meinem Werkzeugkasten vorbei und dann richte ich dir das alles. Sollt es ja schön haben, ihr zwei.“

Dörte blickte ihn dankbar an: „Ja, ich weiß, ich hab da noch ein paar Baustellen. Aber es ist halt nie Zeit und Geld ist auch nicht so viel vorhanden, dass

ich einen Handwerker rufen könnte. Aber jetzt trinken wir in Ruhe noch ein Gläschen Wein und ihr erzählt mir von eurer schönen Hochzeitsreise.“

So machten sie es auch und hatten sehr viel zu lachen. Die Fotos waren inzwischen fertig und konnten von Benno stolz präsentiert werden. Dann ging dieser wunderschöne Weihnachtsabend langsam dem Ende zu und Dörte rief den beiden ein Taxi für die Rückfahrt.

Im Bett sagte Rieke noch: „Weißt du, Benno: Für mich ist es das größte Geschenk, dass du dich mit Dörte und dem Kleinen so gut verstehst. Es hätte ja auch anders laufen können. Hach, ich liebe das Leben und ich liebe dich ganz besonders!“ Dann bekam Benno auch ein Gute-Nacht-Küsschen und zufrieden schliefen die beiden ein.

*

2

L

ars hielt den Inhalt des Kuverts ehrfürchtig in der Hand. Heike hatte ihrer Mutter, ihrer Schwiegermutter und ihm bei der Weihnachtsfeier jeweils identische Kuverts überreicht. Ilse, Lars´ Mutter, schaute verblüfft auf den kleinen schwarz-weißen Zettel, der sich darin befunden hatte.

„Ich würde sagen: zwei Zwetschkenknödel oder zwei Raumschiffe im Weltall“, meinte sie ratlos und blickte in die Runde. Lars hatte sich als Erster gefangen und grinste breit von einem Ohr zum anderen. Heikes Mama meinte nachdenklich: „Wo hab ich so etwas nur schon mal gesehen? Ich glaub, das war im Fernsehen.“

„Ihr Lieben, das ist ein Ultraschallfoto“, meinte Lars, ganz der aufgeklärte werdende Papa. „Bloß, ich seh da nicht ein Baby drauf.“

„Was? Kein gar Baby drauf?“ riefen Ilse und Heikes Mama wie aus einem Mund.

„Nicht ein Baby, ich würde sagen, es sind zwei“, schmunzelte Lars. „Hab ich recht, mein geliebter Schatz?“

Jetzt schauten auch die Väter auf die unscharfen Bilder. „Na ja“, meinten sie unisono: „Könnten schon auch Zwetschkenknödel sein, aber Enkelkinder sind eindeutig besser. Viel erkennt man da drauf nicht. Wir müssen euch da schon vertrauen.“

Jetzt packte Lars seine Heike und wirbelte sie im Kreis herum. „Ach, was sind wir doch für Glückspilze. Zuerst kommst du aus dem fernen Wien hierher zu mir an die Ostsee. Dann gründen wir unser tolles Café, welches auch noch sehr gut geht. Und jetzt haben wir gleich doppeltes Glück und bekommen Zwillinge. Heike, ich liebe dich von ganzem Herzen!“

Es wurde ein fröhlicher Weihnachtsabend voller Liebe, Humor und zahlreichen Ratschlägen. Heike strahlte an dem Abend übers ganze Gesicht. Sie war glücklich und streichelte immer wieder sanft über ihr Babybäuchlein.

„Ach übrigens, Heike und natürlich auch Lars! Ilse und ihr Mann haben uns für weitere zwei Wochen eingeladen, hier auf der Insel zu bleiben. Wir sind also bis Mitte Jänner vor Ort und so können wir uns sehr viel mehr anschauen als ursprünglich geplant und euch natürlich hilfreich zur Hand gehen. Vielleicht bei einem Einkaufsbummel durch die Kindermodengeschäfte? Ich möchte auf alle Fälle auch eine Jeep-Safari machen und das Haus der Schmetterlinge in Trassenheide möchte ich sehen. Und vielleicht können wir auch zu Stella und Ferdinand schauen. Ich möchte das Mädchen so gerne wiedersehen“, meinte Heikes Mama.

„Das können wir alles machen. Einer von uns wird sich immer die Zeit nehmen, mit euch Ausflüge zu unternehmen. Wir haben ja jetzt unsere gute Helga, die Stütze des Cafés, und Ingo und Svenja, die Teenies, helfen in den Ferien auch aus. So geht das auf alle Fälle.

Da fällt mir ein: Wir haben für Benno und Rieke ein wunderschönes Buch gestaltet mit den Fotos von der Hochzeit. Das schenken wir ihnen morgen, wenn sie ins Café kommen. Sie haben sicher nichts dagegen, wenn ihr es heute schon begutachtet. Ich verpacke es dann erst nachher.“ Alle waren Feuer und Flamme, denn gehört hatten sie ja lauter lustige Sachen über die Trauzeremonie.

Auf der Titelseite war ein ganz honoriges Foto von dem glücklichen Brautpaar. Benno trug einen dunkelblauen Anzug mit hellgrauer Krawatte und Stecktuch und Rieke hatte ebenfalls ein dunkelblaues Ensemble an. Es war ein Jackenkleid. Unter der geöffneten Jacke sah man die silberfarbene Borte auf dem Oberteil, die karoartig aufgesteppt war. Ein schönes Paar, konnte man mit Fug und Recht behaupten.

In dem Buch allerdings sahen die Bilder ganz anders aus. Die meisten Schnappschüsse hatten einen humorigen Charakter. Einmal sah man Sissi, Bennos Katze, auf dem Büffet herumstolzieren. Dann erhaschte man einen Blick, wie Rieke versuchte, in einer finsteren Ecke ihr hellblaues Strumpfband zu richten, das ins Rutschen gekommen war.

Die nächste Seite zeigte Benno, der in bereits leicht erheitertem Zustand auf einem Tisch stehend „die Peitsche“ imitierte. Dann sah man den fast blinden Karl, der auf dem zu Boden gefallenen Hering gerade unter den Tisch rutschte. Auf einer Aufnahme standen die alten Damen der Neigungsgruppe „Chorkonzert“ kreischend auf den Sesseln.

Alle sechs lachten Tränen beim Sichten von Ingos hervorragenden Fotos. Das würde ein tolles Geschenk und vor allem eine unnachahmliche und einzigartige Erinnerung für das alte Brautpaar an den schönsten Tag seines Lebens werden.

Nach einem gelungenen und vor allem heiteren Abend fuhren Eltern und Schwiegereltern schließlich zurück ins Hotel ,Lachmöwe‘. In ein paar Tagen wollte man sich wieder treffen und nach Hiddensee zu Stella fahren.

Am Christtag kamen Rieke und Benno zu Besuch. Sie brachten eine Flasche Wein mit, Limonade für Heike und gute Laune. Sofort platzte Lars mit der tollen Neuigkeit heraus. Sie bekamen nicht nur ein Baby, sondern gleich zwei. Darüber freuten sich auch die beiden Oldies und gratulierten herzlich. Sie setzten sich in der Wohnung über dem Café zusammen, denn heute war unten geschlossen. Auch das junge Paar, so geschäftstüchtig es war, wollte einmal feiern und durchschnaufen.

Der Christbaum war beleuchtet und geheimnisvoll lächelnd brachte Heike das kleine Päckchen für ihre Gäste, die längst gute Freunde waren. Rieke öffnete es vorsichtig und staunte über das schöne Buch mit dem tollen Titelfoto. Gemeinsam betrachteten sie dann die heiteren Schnappschüsse und lachten herzlich darüber. So konnten sie noch einmal all die Geschehnisse ihres Ehrentages Revue passieren lassen.

Rieke meinte dankbar: „Mein Gott! Was es heute alles gibt. Ich kann mich nur wundern. Früher, als ich klein war, da gab es Schwarz-weiß Fotos. Die waren ganz winzig, so circa vier mal sechs Zentimeter. Und die hatten einen hübsch gezackten Rand. Ja, aber erkennen konnte man darauf nicht viel. Trotzdem liebe ich es, sie mir immer wieder anzuschauen. Es sind halt trotzdem schöne Erinnerungen. Aber das hier, das ist ganz großes Kino! Da glaub ich fast, mein Benno und ich sind berühmte Filmstars. So toll sind die Bilder gelungen. Aber am allerbesten sind die lustigen Momente, die der junge Mann eingefangen hat. Der Ingo, der ist sein Geld wert!“, kicherte sie.

„Mein Gott! Hier „die Peitsche“ mit Gürkchen hinterm Ohr und Eierkrümeln im Haar. Es ist ein Bild für Götter! Und da die alte Grete, wie ihr gerade der Hering vom Teller rutscht. Und hier der schöne Willi, wie er grad mit roten Ohren einem weiblichen Gast in den Ausschnitt schielt. Ich könnt mich zerkugeln vor Lachen.“