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Rosemarie Dombrowski, geb. Arndt. wurde 1949 in Ohlendorf in der Lüneburger Heide geboren: lch wuchs mit 2 Geschwistern und meinen Eltern in der Heide auf. Es war eine traurige und harte Kindheit. Trotz der Umstände war ich eine Frohnatur mit blondem Lockenkopf. Ein richtiges Zuhause, wie andere Kinder, kannten wir nicht. Es gab Tage, da schlief ich bei einer Freundin im Holzschuppen und ging mit ihr am nächsten Tag zur Schule. Das Leben war geprägt von dem Laster des Alkohols, dem mein Vater verfallen war, und der Gewalt der Mutter gegenüber. Als ich erwachsen war, heiratete ich und bekam zwei großartige Töchter. Der Tod war auch immer ein guter Begleiter meines Lebens. lch verlor meinen ersten Ehemann, mein Freund verstarb fast zeitgleich mit meinem geliebten Bruder.
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Seitenzahl: 132
Veröffentlichungsjahr: 2020
Ich bin 50 Jahre und in der Nordheide geboren. Unsere Familie lebte auf einem Bauernhof, und wir waren drei Kinder zu Hause. Ich war das Nesthäkchen und Vaters Beste, weil ich ihm im Alter von ungefähr vier Jahren immer viel half, beispielsweise beim Holzstapeln, beim Aufräumen im Schuppen u. v. m.
Mein Vater arbeitete als Maler im Filmstudio in Bendestorf, dort wurde unter anderem ein Film mit Marika Rökk gedreht, nach deren Vornamen dann meine Schwester benannt und getauft wurde. Wir hatten wenig zu essen, ich erinnere mich nur an Milchsuppe, Kotelett und Margarinebrot. Ich musste als Kind jeden Tag in den Wald gehen, um Holzzapfen und dicke Äste zu suchen. Mein Vater zerhackte sie, und ich habe das Ganze schön aufgestapelt.
Wir hatten zwei kleine Zimmer von ungefähr 20 Quadratmetern. Meine Eltern mussten dafür 5 Mark Miete bezahlen. Die Tür wurde mit dem Türdrücker abgeschlossen. Es liefen Mäuse bei uns herum, und im Winter hatten wir Eiszapfen über dem Kopf hängen. Wir hatten auch keinen Strom im Haus, es gab nur Petroleumleuchten und Kerzen.
Eine Wasserleitung gab es auch nicht. Wasser mussten wir immer aus dem Brunnen von unserer Nachbarin holen, um es anschließend auf dem Kohleofen zu erwärmen. Erst dann konnten wir in einer großen Zinkwanne baden. Die Wäsche wurde beim Nachbarn im großen Wäschekessel mit Rubbelbrett gewaschen, nachdem dieser mit Holz angeheizt worden war. Zum Trocknen wurden im Sommer draußen Wäscheleinen zwischen den Bäumen von Ast zu Ast gespannt, im Winter spannte mein Vater die Leinen mittels Haken quer durch unsere kleinen Räume. Wenn im Winter nachts das Feuer im Ofen ausging, war die Wäsche am anderen Morgen steif gefroren und es dauerte immer Tage, bis sie getrocknet war.
Unser Mobiliar bestand aus einer Couch zum Ausklappen, auf der meine Eltern schliefen, einem Tisch, drei Stühlen, einer Frisierkommode und einem alten Radio. Freitags hörten wir immer Dr. von Hollander im Radio. Wir Kinder schliefen in der Küche. Unsere Betten waren Matratzen, die wir geschenkt bekommen hatten und die auf mit Stroh gepolsterten Kisten lagen. Außerdem hatten wir noch einen alten Küchenschrank.
Als Kinder fanden wir das alles wahnsinnig interessant. Wir deckten uns mit einfachen Decken zu und gingen oft mit Socken zu Bett, weil es zu kalt war. Ich habe heute noch gelegentlich kalte Füße und Hände.
Ohlendorf 1952, 3 Jahre
Da früher die Winter viel strenger waren als heute, mussten wir öfter durch ein Fenster hinauskrabbeln, da die Tür durch den Schnee nicht mehr geöffnet werden konnte, so dass wir die Tür erst einmal freischaufeln mussten. Als ich die Masern hatte, musste sogar unser Hausarzt durch ein Fenster hereinkommen, nachdem wir es eingeschlagen hatten, weil die Tür zugefroren und das Fenster vereist war. Nachdem er gegangen war, haben wir dann Pappe davor genagelt.
Mein Lieblingsplatz war die Fensterbank, und wenn meine Mutter mich suchte, wusste sie, wo sie mich finden konnte. Einmal bin ich dort sogar eingeschlafen, was meine Verwandtschaft heute noch zum Besten gibt, um mich damit aufzuziehen.
Als ich zehn Jahre alt war, trennten sich meine Eltern, weil mein Vater angefangen hatte zu trinken. Er zog zur Nachbarin und wollte mich mitnehmen. Ich begleitete ihn aber nicht.
Meine Mutter hatte eine Stellung als Reinmachefrau angenommen und musste abends ungefähr 10 km mit dem Rad fahren, um Busse zu reinigen. Sie verdiente ca. 60,00 Mark in der Woche, während mein Vater seinen gesamten Lohn für Alkohol ausgab.
Eines Tages, als meine Schwester und ich nach dem Spielen in die Küche kamen, baumelte unser Vater mit heraushängender Zunge von der Decke herab. Er hatte sich mit einem Strick aufgehängt, und wir bekamen verständlicherweise einen gewaltigen Schreck. Wir schrien und weinten, dann holten wir schnell ein Messer. Meine Schwester schnitt das Seil durch, und er sackte auf den Fußboden.
Mein Bruder lief los, um Hilfe zu holen, aber keiner wollte etwas damit zu tun haben. Als der Vater auf dem Boden lag, bin ich immer auf ihn raufgekrabbelt und habe ihn an den Händen und Füßen gerüttelt, damit er wieder zu sich kommen sollte. Meine Schwester kippte ihm Wasser ins Gesicht. Er war ganz weiß im Gesicht, und die Augen traten hervor.
Er kam in letzter Sekunde am Tod vorbei und wieder zu sich. Wir hüllten ihn in Decken und saßen um ihn herum, bis unsere Mutter nach Hause kam. Die Eltern haben sich danach wieder vertragen.
Eines Tages brachte unser Vater einen Hund namens Lumpi mit nach Haus. Vater baute nun einen Zaun. Hühner hatten wir auch, wodurch wir immer über frische Eier verfügten. Außerdem gingen meine Geschwister mit ihren Freunden Kühe hüten, damit wir die Kuhmilch umsonst bekamen. Am liebsten mochte ich warme, frisch gemolkene Milch.
Dann hatte meine Mutter einen Unfall mit dem Fahrrad. Sie fuhr auf dem Nachhauseweg von der Arbeit in ein Auto hinein. Das Fahrrad war Schrott, und meine Mutter musste für drei Wochen mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Während dieser Zeit fing mein Vater wieder an zu trinken und kam sehr selten heim. Wir Kinder wurden im Dorf verteilt, ich musste zu einem Bauern, der unser Vermieter war, mein Bruder musste zu einem anderen Bauern, bei dem er immer den Trecker fahren musste. Meine Schwester kam vier Kilometer entfernt bei einem Kaufmann unter, bei dem sie dann mit dreizehn Jahren in die Lehre ging und in einem Zimmer wohnte.
Das Jugendamt erschien, um alles Weitere zu klären, ich weiß es noch, als wäre es erst gestern geschehen. Mit einem VW-Bus kam ein Ehepaar. Sie sahen sich unsere Wohnung an. Die Frau machte einen pingeligen Eindruck. Als sie draußen neben unserer Wohnung den Schweine-, Kuh- und Pferdestall sowie einen großen Misthaufen sah, rümpfte sie die Nase und bemerkte, dass es hier stinke. Ich erklärte ihr, das sei nun mal so auf einem Bauernhof.
Obwohl unsere Vermieterin sich bereit erklärt hatte, mich aufzunehmen – sie hatte selber zwei Töchter und es hätte sehr gut gepasst –, meinte die pingelige Dame – ihr Mann hatte wohl nichts zu sagen –, dass sie mich nicht dalassen würde. Sie sagte immer nur, es gehe nicht, die Kinder müssten mit, weil die Bauersfrau ja sowieso zu viel Arbeit hätte. Als ich das nicht mehr länger mit anhören wollte, schlich ich hinaus, um mir einen kleinen Spaß zu erlauben. Ich holte eine Schaufel voll Kuhdreck und schüttete ihn direkt vor die Haustür. Hier musste die Bäuerin ja wieder heraus! Ich versteckte mich hinter dem Schuppen und beobachtete die Szene. Die feine Dame schrie wie am Spieß auf und sah danach in ihrem blauen Kostüm selber aus wie ein Schwein und stank auch so. Sie bekam fast einen Herzinfarkt, dann hörte ich nur noch, wie sie ihren Mann anschrie: »Wo ist dieses Balg, jetzt nehme ich sie erst recht mit!«
Die Vermieterin rief mich, worauf ich antwortete, ich sei im Schuppen und stapelte Holz auf, weil das alles heruntergefallen war. Die Frau vom Jugendamt kam an, knallte mir eine und meinte zu mir: »Das warst doch bestimmt du, Göre. Du kommst jetzt sofort mit.« Da drehte ich mich blitzschnell um und rannte immer um den Misthaufen herum, die Tante rannte immer hinterher. Diese Zeremonie dauerte mindestens eine halbe Stunde, dann war sie so verärgert, dass sie unverrichteter Dinge, so dreckig, wie sie war, abzog. Anschließend meinte die Bauersfrau zu mir, dass ich es ja auch nicht ganz so arg hätte treiben müssen.
Vorerst war ich bei ihr aber ganz gut aufgehoben, bis meine Mutter wieder gesund heimkam. Meine Mutter ging wieder arbeiten und war auch sonst ganz fröhlich. Als im Dorf Schützenfest war, baten wir unsere Mutter hinzugehen, wir würden schon auf alles aufpassen. Wir freuten uns schon, mal alleine zu sein. Wir machten es uns gemütlich und spielten Karten.
Sportfest mit Leichtathletik. Gewinnerin im Weitsprung mit 4,20 m (1963)
Ein paar Tage zuvor hatten wir eine Wasserleitung gelegt bekommen, und so kam ich auf einmal auf die Idee, den Hund zu baden. Ich holte die Zinkwanne, drehte den Wasserhahn auf, doch welches Pech, weder meine Geschwister noch ich bekamen den Wasserhahn wieder zugedreht. Die Wanne wurde immer voller und voller, der Hund sprang schon heraus und es dauerte ungefähr drei Stunden, bis wir endlich Hilfe holten.
Mein Bruder und ich rannten zum Schützenplatz. Als meine Mutter und ein paar andere Leute zu Hause ankamen, lief das Wasser schon unter der Tür heraus. Es dauerte ein paar Tage, bis alles wieder einigermaßen trocken war, doch etwas Feuchtigkeit blieb immer. Mutter war ordentlich böse mit uns.
Da wir meinen Vater nie wiedergesehen hatten, war Mutter die Alleinverdienerin. Ich dachte immer nur: »Hoffentlich bist du bald groß, damit du Geld verdienen kannst.« Aber das dauerte noch ein wenig.
Da ich kein Fahrrad besaß, musste ich die zwei Kilometer zur Schule zu Fuß zurücklegen. Trotzdem war ich in der Schule sehr ehrgeizig und machte alles sehr sorgfältig. Am besten gefiel mir Sport, da war ich die Beste und trat sogar in den MTV ein. Im 9. Schuljahr wurde ich etwas schlechter in der Schule, weil ich nun auf dem Feld half. Ich musste Kartoffeln aufsammeln, den Trecker weiterfahren und wieder Kartoffeln aufsammeln. Für den halben Tag Arbeit gab es 7,00 Mark. Außerdem spielte ich Kindermädchen, wofür es 3,50 Mark gab, und trug jeden Samstag die Zeitung »Studentenfutter« aus, wofür es noch mal 20,00 Mark im Monat gab. Trotz aller Arbeit war ich ein fröhliches Mädchen.
Wir waren ungefähr 40 Kinder in der Klasse, früher waren vier Klassen in einer zusammengefasst. Eines Tages kündigte unser Lehrer die Zeichenstunde an. Wir nahmen alle unsere Zeichenblöcke heraus, ich klappte die Mappe auf und schrie los, lachte los: »Iihh, ‚ne tote Maus!« Sie klebte zwischen den Blättern. Alle fingen an zu schreien. Der Lehrer kam auf mich zu und ich bekam gleich den Stock zu spüren, während er zu mir sagte: »Rosemarie, was ist hier eigentlich los?« Ich antwortete ihm, dass eine Maus zwischen meinen Blättern klebe und ich nichts dafürkönne, wenn sie sich verirrt und keine Luft mehr bekommen habe. Der Lehrer schmiss mich kommentarlos aus der Klasse, beim Hinausgehen entschuldigte ich mich. Auf dem Schulhof war vielleicht was los! Ich bekam noch eine Woche später einen Verweis.
In der achten Klasse waren wir nur noch zwölf Schüler in der Klasse, darunter acht Jungen. Eines Tages verkündete der Lehrer, dass wir einen Tagesausflug machen wollten. Wir sollten uns warm anziehen, falls es regnet, und vernünftige Schuhe zum Laufen, denn wir sollten eine Strecke von ungefähr fünf Kilometern gehen. Auch an Essen und Trinken sollten wir denken. Wir fanden das alle toll und jubelten.
Wir trafen uns morgens um 8 Uhr, und das Wetter war angenehm. Wir wanderten los und waren guter Dinge, aber als wir ankamen, waren wir sprachlos. Dort standen Bauern mit ihren Treckern und Anhängern, vollbeladen mit kleinen Bäumchen. Wir sollten mehrere hundert Tannenbäume pflanzen! Ich sagte: »Redet nicht lange herum, je eher daran, je eher davon.«
Eine der Schülerinnen wog wohl fast zwei Zentner, konnte sich kaum drehen und wenden in ihren Stiefeln und hatte eine ganz krause Dauerwelle. Als sie da so stand mit dem Spaten in der Hand, konnte ich vor Lachen fast gar nicht arbeiten und wurde natürlich wieder einmal ausgeschimpft. Trotzdem musste ich noch anmerken, dass sie bestimmt gleich bei der Arbeit abnehmen würde. Als sie das hörte, heulte sie. Von nun an hieß sie nur noch »Heulsuse«.
Aber das war noch nicht alles, am nächsten Tag mussten wir auch noch einen Aufsatz über unseren »Tagesausflug« schreiben und waren deshalb ziemlich wütend auf unseren Lehrer. Er gab mir aber eine gute Note, weil ich geschrieben hatte, dass ich schon als kleines Kind im Wald Holzzapfen und Stöcker suchen musste, da hatte er wohl Mitleid mit mir.
Beim nächsten Mal hatten wir Musikunterricht. Der Lehrer ging zum Klavier, klimperte darauf herum, und ich konnte mir nicht verkneifen zu bemerken: »Schon wieder das Gleiche!« Er drehte sich um und schrie: »Rosemarie, raus!« Leider hat er auch mitbekommen, wie ich sagte, dass er seine Klappe halten sollte, da gleich Pause wäre. Von da an habe ich nichts mehr gesagt und mich ganz anständig benommen.
Dann gab es Zeugnisse, und ich dachte, ich sehe nicht richtig. Da stand allen Ernstes drin: »Rosemarie ist in der Schule albern und frech.« Ich zeigte es allen Kindern, da mir keines glauben wollte. Das habe ich meinem Lehrer bis heute nicht verziehen. Aber man trifft sich immer zweimal im Leben und sei es nur auf einem Schützenfest.
Dann stand meine Konfirmation an, und da ich nicht getauft war, die Taufe auch. Mein Bruder wurde eine Woche vor meiner Konfirmation mit mir zusammen getauft. Da wir nicht viel Geld hatten, steckte Mutter mitten in den Vorbereitungen und hatte keineZeit, es gab Koteletts und Schokoladenpudding. Der Tisch war schon gedeckt, der Pastor wollte noch kommen und Tanten und Onkel auch. Da klopfte es. Wir gingen zur Tür, auf einmal rannte der Hund mit einem Kotelett im Maul an uns vorbei. War das eine Aufregung! Wir teilten uns die übriggebliebenen Reste und hatten eine tolle Stimmung und Unterhaltung.
Nach der Konfirmation darf man das erste Mal zum Tanzen gehen. Jetzt durfte ich auch. Im Dorf war Schützenfest, und der Sohn des Lehrers wurde Schützenkönig. Das war die Gelegenheit, um mit zum Nachtessen zu gehen. Es gingen viele Leute mit, denn in einem kleinen Dorf wird viel gefeiert. Ich ging zu meinem früheren Lehrer und sagte: »Das muss ich mal loswerden, ich konnte nichts dafür.« Da wollten alle die Geschichte mit der Maus hören und es war eine tolle Stimmung. Mein Lehrer entschuldigte sich bei mir, und als dann draußen die Schützenmusik spielte, durfte ich sogar bis morgens um 6 Uhr bleiben.
Mein Traum war immer, einmal Friseurin zu werden. Mein erstes Objekt war unsere Nachbarin. Ich versuchte mich mit einer Handarbeitsschere, die Haare wurden so kurz, dass sie sich einige Zeit nicht mehr im Dorf sehen lassen wollte. Trotzdem fanden es alle toll, und somit kamen immer mehr Freunde und Bekannte zu mir. Mein Motto war »Übung macht den Meister«.
Meine Geschwister waren alle beide schon in der Lehre. Endlich kam der Tag, an dem ich die Lehre beginnen konnte. Ich hatte mir eine Friseurstelle gesucht und musste mit einer Tante hin, weil meine Mutter krank war. Es war der 1. April 1965.
Ich fuhr frühmorgens um 6.30 Uhr hin und abends um 19.30 Uhr mit dem Bus zurück. Die erste Zeit hat es auch Spaß gemacht, aber dann: nur Haare waschen oder Handtücher einweichen, sogar Kirschen pflücken im Garten. Kartoffeln aufhacken, na, das kannte ich ja vom Bauernhof. Ich machte ein Jahr mit, dann suchte ich mir eine neue Lehrstelle. Ich musste 200 Mark Strafe zahlen. Aber ich hatte noch zwei Jahre. Leider hatte auch mein neuer Chef keine Zeit, mir das Frisieren zu zeigen. Ich suchte mir meine Haarschnitte und Modelle selber und übte. Ich bestand meine Prüfung. Ich kaufte mir ein Fahrrad und fuhr jeden Tag sechs Kilometer durch den Wald, manchmal auch ohne Licht. 14 Jahre blieb ich bei meinem Chef.
Meine Geschwister waren längst verheiratet, und wir hatten zusammengelegt für eine neue Wohnung. Hier wohnte ich 17 Jahre mit meiner Mutter zusammen. Dann hatte meine Mutter einen Freund, und ich heiratete auch und bekam eine Tochter. Wir lebten auf dem Bauernhof. Ich machte alles, z. B. Kühe melken, anschließend zur Arbeit ins Friseurgeschäft. Wenn ich nach Hause kam, standen meine Stiefel da und ab ging es aufs Feld. Meine Kolleginnen halfen oft auf dem Feld mit, Feierabend kannte ich nicht. Mein Mann ging seinen Hobbys nach und ich ging nebenher abends noch Häuser saubermachen. Weil mein Schwiegervater Kuhlengräber war, musste ich ihm auch dabei oft noch helfen. Trotzdem machte mir alles Spaß und ich freute mich über mein kleines Auto, eine Isetta, die ich dann aber leider verkaufen musste.
Klassenfahrt in den Harz, 4. von links vorne. Daneben 5. von links, meine Jugendliebe
