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Lass mich überlegen. Was ich da geschrieben habe? Es ist einfach – ich habe alles das, was in meinem Herzen lebt und liebt, aufgeschrieben. Über die Liebe, Wunden und Verletzungen, über ein Musikinstrument und kleine Wunder.
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Seitenzahl: 212
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Damit endet alles und damit beginnt auch alles.
Nein mein Liebster. Das habe ich nicht vor. Die Liebe sucht sich ihren Weg, so wie das Wasser. Es fließt und folgt seiner Kraft.
Das ist Buch Nr.
am
hier
ausgelegt.
Die Idee ist ungewöhnlich – ja!
Und anders wie normal – ja!
Und der Verstand sagt – nein! Das geht nicht!
Die Liebe sucht sich ihren Weg. Und das hier ist unsere Geschichte. Die Geschichte unserer Liebe. Sie hat 880 Tage in Worten, Icons und Geschriebenem gelebt.
Ich schreibe einfach weiter. Mache das was ich die letzten 880 Tage getan habe.
Meine Worte werden dich finden, du wirst lesen, du wirst dich erinnern.
Das ist mein Herzenswunsch.
Liebe Finderin, lieber Finder,
es gibt keinen Zufall, es fällt einem zu was fällig ist. So hat DICH meine Geschichte „zufällig“ gefunden.
Wenn Du neugierig bist und Lust zum Lesen hast - lese es. Und gebe es anschließend weiter. Vielleicht fällt Dir jemand ein zu dem es passt. Oder leg es an einem Ort ab, der dir in den Sinn kommt. Vielleicht dort wo du die letzten Zeilen liest – in der Straßenbahn, im Wartezimmer eines Arztes, in einem Kaffee - egal.
Nein? Du magst nicht? Dann leg es einfach wieder aus der Hand und lass es jemand anders finden.
Hast du Lust Teil dieser Geschichte zu werden und zu erfahren, wie sich Liebe ihren Weg sucht? Dann schreib an
welches Buch Du gefunden hast, vielleicht wann und wo, und vor allem wie!
Du findest den Rotenbergblues auf Facebook und kannst mit dabei sein, welchen Weg meine Geschichte nimmt. Ich freu mich jetzt schon auf deine Nachricht. Dir lieben Dank!
Dieses Buch ist wie es ist. Nicht in Form dressiert. Bunt, etwas durcheinander, voller Gefühle. Es ist wie das Leben. Und das Leben ist wunderbar. Deine Else Matters
Und somit beginnt meine Geschichte an
Tag 4
Tag 6
Geschrieben an Tag 7 von Tag 6
Tag 8
Tag 9 – irgendwie anders
Einfach nur Tag 10
Fortsetzung von Tag 10
Tag 11
Heute ist Tag 12
Einfach nur Tag 13
Tag 16
Tag 17
Tag 19
Tag 21
Tag 23
Tag 26
Tag 27 – ich fühl mich gut
Schon Tag 30
Tag 32
Es ist Tag 33
Tag 34
Tag 38
Tag 39
Tag 57 – Das Ende ist schon längst geschrieben.
Die Zugabe
Ich spüre es in mir, es kribbelt. Ich will schreiben. Unbedingt. Es fließt aus mir und es fühlt sich gut an. Wir sind am Uhlbergturm, Neujahrsspaziergang im verschneiten Winterwald. Meine Herzensfreundin beschwört mich. Julia SCHREIBE!
Einen Blog – ich einen Blog? Habe ich so viel zu sagen? Wen interessiert das? Wie geht das? Ich habe keinen Plan. Gedichte, Ratgeber, ein Buch. Schreibe was du zu sagen hast. Und einen Tag später weiß ich – Sie hat Recht. Ja, DU hast Recht!!!
Ich habe die letzten 880 Tage nichts anderes getan als zu schreiben. Ich habe jeden Tag geübt und dir geschrieben. Das Schreiben ist in dieser Zeit der Zugang zu meinem Herzen, zu meinen Gefühlen und zu meiner Seele geworden. Und jetzt ist es still. So still. Aus. Vor 3 Tagen, an Tag 880, ist sie auf einmal da. Stille.
Als ich anfange hier zu schreiben denke ich, dass es ein Wutbrief wird. Einer von denen, die niemals abschickt werden. Verarbeiten und loslassen. Bereits jetzt weiß ich, dass das hier was anderes wird. Was ganz anderes. Ich schreibe dir einfach weiter.
Es ist Tag 4 der Stille. Tag 4 nach deiner Aussage „Melde dich nie wieder bei mir und lass dich nie wieder bei mir blicken“. Natürlich mache ich mir Gedanken, den einen und anderen Vorwurf. Du fehlst mir. Alles andere wäre gelogen. 2 1/3 Jahre, 28 Monate, 880 Tage.
Worte, die hin und herfliegen. Gedanken.
Gefühle. Icons. Liebe und Energie.
Es gibt Augenblicke da streichelt mich das Leben und ich bin so glücklich. Denke, ist das wahr? Wie kann das nur sein? Ich habe dich verloren und bin glücklich? Das kann nicht wahr sein. Und ich kann es dir nicht gar nicht mehr erzählen, was ich erlebt habe. Zumindest nicht so wie bisher.
Der letzte Abend im alten Jahr. Ich sitze mit meiner Herzfreundin einfach auf dem Esstisch mit dem Blick über die Dächer und ins Tal. Eine Flasche Cremant. Draußen knallen die Raketen. Es funkelt, zischt, böllert. Ein wunderbarer Moment. Es ist ganz ruhig und warm um mich und in mir auch. Ich freue mich so sehr auf 2015. Alles ist gut.
Wie gesagt mein Vorhaben war ein ganz anderes. Jetzt merke ich, dass ich dir noch so viel zu sagen und zu erzählen habe. 880 Tage alles mit dir geteilt. Du hast an meinem Leben teilgenommen und ich an deinem. Irgendwann kam der schleichende Übergang. Du bist immer stiller geworden. Hast mich nicht mehr rein gelassen in dein Leben. Hast geblockt, mich zurück gedrängt und ausgeschlossen.
Schleichend. Leise. Stille.
Gefühlt habe ich das schon so lange. Nur mein Kopf wollte nicht auf mein Herz hören. Nicht wahrhaben. Wem von uns wurde beigebracht auf sein Herz zu hören? Auf die Intuition und die innere Stimme.
Irgendwann waren die schönen Bilder weg. Die Träume von einer gemeinsamen Zukunft. Es hat sich fremd angefühlt, wenn du bei mir warst. Erzwungen. Du warst zum Teil so still. Es war zu spüren, dass du dich nicht wohl gefühlt hast. Warum hast du es nicht einfach beendet anstatt das Spiel weiterzuspielen? Hat dir auch niemand beigebracht deine Gefühle wahrzunehmen, ihnen zu vertrauen und zu folgen?
Du hast es verlernt ehrlich zu sein. Ehrlich zu dir selbst und zu deinen Mitmenschen. Als du es 2014 im Ansatz versucht hast waren die Reaktionen darauf heftig und schmerzhaft. Für alle Beteiligten.
Und jetzt ist es noch schmerzhafter. Es hat dir alles zerstört. Dein Leben liegt in Trümmern da.
Alles was du dir die letzten 14 Jahre (mit uns zusammen) erschaffen hast ist kaputt. Deine größten Ängste sind zur Realität geworden. Das wovor wir am meisten Angst haben wird geschehen. Ein Energiegesetz, das für alle gilt.
Egal ob wir es kennen oder nicht.
Versuche zu verstehen, mit dem Herzen und dem Verstand. Ich übersetze dir das Geschehene: Deine größte Angst war deine Kinder zu verlieren. Am Tag 879 hast du es noch geschrieben. Du weißt nicht, ob du es schaffst jemals zu gehen. Du nicht gehen kannst, weil dich deine Familie und deine Kinder brauchen. Du tust schon so lange immer das, was du eigentlich gar nicht tun willst. Jetzt wirst du vom Leben gezwungen zu gehen.
Ich möchte dich trösten. Dir sagen, dass du weiter ein guter Vater sein wirst. Dich deine Kinder lieben.
Es gab mal eine Zeit, da hattest du Angst mich zu verlieren. Ob das jetzt zum Schluss noch so war weiß ich nicht. Auch diese Angst hast du in dein Leben gezogen und sie ist wahr geworden.
Im Augenblick wirst Du voller Zorn und Wut sein. Tag 880: „Was hast Du getan?“ Ja, was habe ich da angerichtet?! Nicht ich alleine! Wir zusammen. DU und ICH und SIE.
Wie gesagt, die Energiegesetze gelten für uns alle. Ob wir daran glauben oder nicht.
Vielleicht verstehst dDu sie bald, fühlst sie endlich. Das wovor wie Angst haben tritt ein. Es kommt zurück wie ein Boomerang, den wir geworfen haben. So wie wir in den Wald rufen kommt es wieder zurück. Wie man sich bettet so liegt man. Das geht alles in diese Richtung.
Mein Lieblingsbeispiel: Das was ich ausstrahle bekomme ich. Geh ich unsicher in ein Vorstellungsgespräch mit der Einstellung „ich bekomm die Stelle nicht“ dann wird es so sein. Weil ich in meiner Körpersprache und Sprache genau das ausstrahle und wegen dem Energiegesetz. Die Lieferung wird prompt folgen – die Absage. Wenn ich selbst nicht an mich glaube, wird es kein anderer tun.
Deine Angst ist wahr geworden. Meine auch. Leider sag ich nicht, denn so fühlt es sich nicht an. Es war einfach fällig.
Es gibt noch ein Energiegesetz, noch eine energetische Gleichung: Die Energie, das Universum oder „nenn es wie du willst“ kennt keine Verneinung. Kein Nie. Kein Kein. Kein Nicht.
„Melde dich nie wieder bei mir und lass dich nie wieder bei mir blicken.“ Du willst mich nie wieder sehen, keinen Kontakt. Versteh ich. Ich kann sie fühlen, deine Gefühle, deine Enttäuschung und deine ohnmächtige Wut. Du kannst es nicht verhindern. Wir werden uns wieder begegnen.
In der Zeit in der wir zusammen waren hast du sehr oft genau das getan hast, was du nicht wollest. Oder es passierte das, was Du vermeiden wolltest. Das liegt an der Energie.
Und somit schließt sich der Kreis und wir werden uns wieder gegenüber stehen. Unter was für Vorzeichen – das steht in den Sternen.
Bis wir uns wieder sehen bleibe ich einfach so bei dir. Ich schreibe dir; bin dir in Gedanken nahe. Das ist meine Art. Es tröstet mich sehr. Du liest es wenn es soweit ist. Das weiß ich. Es findet dann den Weg zu Dir.
Letztes Jahr habe ich oft in die Tastatur gegriffen, wenn wir verstummt sind. Der Weg versperrt war. Das tue ich einfach weiter. Weißt du, dass du mir in diesem Jahr keine einzige Mail geschrieben hast, die aus mehr als zwei Sätzen bestand? Du hast dir nicht die Mühe gemacht auf meine zu antworten. Ich musste dich fragen ob du sie überhaupt gelesen hast. Keine kleine Reaktion. Ich bin dir wohl irgendwann sehr fremd geworden. Du hast mich nicht mehr verstanden. Deine Julia hat sich verändert und auf einmal hat sie chinesisch gesprochen.
Bei unserem Neujahrsspaziergang parkten wir auf dem Parkplatz, auf dem wir uns am Anfang oft getroffen haben. Ach Stef, das waren schöne Abende und Nächte. Geheimnisvoll. Verboten. Voller Sinnlichkeit und Sexualität. Neugier auf den Anderen. Magie. Wir haben uns in diesen Nächten so geliebt und lieben gelernt. Unsere Körper haben sich von Anfang an magnetisch angezogen. Unsere Seelen auch.
Bei unserem vorletzten Treffen, das war so ungefähr Tag 845 unserer gemeinsamen Zeitrechnung, da habe ich dir ins Ohr geflüstert „du bist mein Gegenstück“. Deine leise Antwort war: Und du bist meins“. Du bist es immer noch für mich. Durch dich habe ich mich erst entdeckt. Mich als Frau. So vieles in mir hat so tief geschlafen. Geboren um zu Leben – der Graf. Genauso ist es jetzt. Und immer wenn ich es in Zukunft hören werde sind meine Gedanken bei dir. Er hat es, so viel ich weiß, vor einem anderen Hintergrund geschrieben. Doch heute, in diesem Augenblick, sagt jede Zeile, was ich in mir habe.
Du warst mein Spiegel, du bist mein Spiegel.
Und ich bin deiner. Und immer noch dein Gegenstück. Als ich zurück an meinem Auto bin ist mein Gesicht tränennass.
Während des Spazierganges verbrenne ich einen meiner Tagebücher vom letzten Jahr. Die vielen Tränen, Ängste und Sorgen des letzten Jahres gehen lassen. Verwandeln sich in Rauch. Danke, dass ich dir heute schreiben durfte.
So stell ich mir „Täglich grüßt das Murmeltier“ vor. Ich wache morgens auf und komme mir vor wie in einem falschen Film. Völlig abstrakt. Surreal. Ich bin aus meinem bisherigen Leben heraus katapultiert. Alles in mir fühlt sich anders an. Nicht schmerzhaft, nicht schlimm, nur unbekannt anders.
Manche Dinge, die mir passieren lassen mich lachen und strahlen. Manchmal schüttle ich ungläubig den Kopf mit dem Gedanken in meinem Kopf „das kann nicht sein“. Manche Dinge verstehe ich nicht. Irgendwo habe ich gelesen, dass man nicht alles verstehen muss. Als ob der Kopf das verstehen könnte!?
Am zweiten stillen Tag kündige ich meine eben erst angenommene Stelle. Ich bin da nicht richtig, fühlt sich nicht gut an. Ich gebe meine Kündigung ab und bin im Ungewissen. Schlimmstenfalls arbeitslos. Ich versuche zu vertrauen und sage mir „das Leben meint es gut mit mir, sorgt für mich“. Man kündigt doch nicht so einfach. Gibt doch nicht so schnell auf und versucht es hin zu bekommen.
Wieder eine Gefühlsentscheidung. Ich vertraue. Zwei Stunden später lache ich nur noch, schüttle den Kopf und denke ‚so schnell, das ist zu schön um wahr zu sein’. Ja die Herzfreundin hat’s verbockt und ist Schuld. Sie schleppt mich in die Sauna. Nach 2 Saunagängen und einem Aperol Spritz hab ich eine Visitenkarte in der Hand und ein Vorstellungsgespräch. Das Leben macht mir ein Geschenk. Vielen Dank.
So was passiert mir auch heute wieder. Ich schlage die Fernsehzeitung auf – Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel. Ich lach nur noch und trau meinen Augen nicht. Alles Zufall? Nein. Es fühlt sich so stimmig an: Es fällt mir zu was fällig ist.
Tag 5 führt mich zu dir. Zu deinem Haus.
Dunkelheit. Stille. Es regnet. Ununterbrochen.
Der Himmel weint. Dein Auto steht nicht vor der Tür. Ich gehe die Wege, die mich zur Rückseite führen. Auch alles dunkel und still. Auf der Hälfte höre ich Stimmen. Ein Fenster eines anderen Hauses steht auf Kippe. Ich höre einen Mann, der seine Frau fragt „Warum lügst du?“ Was ist das für ein Ort, was für eine Straße in der du bist? Der Autoverkäufer, der auch hier lebt, hat auch so viel Unwahres in seinem Leben.
Zufall?
Ich laufe zurück. Ein VW Bus hält bei dir. Es ist der Paketdienst, wahrscheinlich mit meinem Päckchen. In dem Päckchen ist das, was ich von dir nicht mehr in meinem Leben haben wollte. Da hängt mir zu viel Schmerz und Unwahres dran. Wenn du es öffnest wirst du es ganz schnell verschwinden lassen und wieder zornig auf mich sein. Wütend, dass ich es dir geschickt habe. Öffnet sie es, so wird wieder Sturm kommen. Die vielleicht gerade halbwegs geglätteten Wogen erheben sich wieder. Ich gieße Öl in dein Feuer.
Warum? Weil die Waage so lange im Ungleichgewicht war. Du hast den Weg des Schweigens eingeschlagen. Dachtest du, du kannst dich so durch mogeln. Es ist nicht so, dass ich es dir nicht gesagt habe, dass du so nicht durchkommst. Irgendwann. So ungefähr am Tag 727 in unserem gemeinsamen Leben.
Du hast mich einfach nicht ernst genommen. Jetzt ist deine Zeit. Schau dein Thema an.
Ich liebe diese kleinen nebensächlichen Geschichten, die viele gar nicht wahrnehmen. Mag dir eine erzählen: Es gibt einen wunderbaren virtuellen Wunschbrunnen. Es gab einen Wunsch, den ich dort abgegeben habe. Mein Wunsch hat die Nummer 1.052.139. So hab ich ihn abgegeben: Er steht offen und ehrlich zu mir und unsere Liebe zeigt sich allen. Ich danke dir liebes Universum.
Das war an Tag 849. Die Wünsche sind da nach einander aufgelistet. Weißt du was darunter steht? Was machst du schon? Julia, ich freue mich auf dich. Ich wünsche mir einen Neustart.
Ich weiß nicht woher das kommt. Das kann selbst ich nicht mehr erklären. Dafür habe ich keine Worte. Ich weiß nur, dass es da steht.
Ich dachte unsere Liebe ist zu am Ende, aber irgendwie scheine ich an einem Punkt zu sein, an dem sie in Wahrheit beginnt. Sie ist immer noch da. Meine Liebe für dich.
An diesem Tag ist mir nicht bewusst, dass man nur für sich selbst wünschen soll. Alles andere ist manipulierend. Bitte verzeih mir.
Es sind so viele Puzzleteile. Es fügt sich eins zum anderen. In diesen Tag schlägt mein Herz manchmal so schnell in meiner Brust. Es ist als ob es anders klingt und schwingt. Das sind die Dinge, die sich so vollkommen anders und unbekannt anfühlen.
Ich schreibe dir morgen wieder - an Tag 6 ohne dich.
Erinnerst du dich als die Tage gerade mal zweistellig waren und wir voller Liebe? Da war vielleicht noch alles offen. Es war eine wunderschöne Zeit. Wir waren beide besessen und hingen am Handy. Süchtig nach Worten des Anderen, nach Icons und es war einfach schön zu sehen, dass der Andere auch online ist. Wir konnten nicht genug von einander erfahren. Und wir konnten nicht genug von uns erzählen. Über unsere Gefühle reden. Den Anderen ganz tief hinein schauen zu lassen.
In der Zeit haben wir viel rumgeblödelt und rumgewitzelt. Irgendwann hab ich dir geschrieben, dass unsere Liebe, unsere Geschichte, ein Buch wird. Jetzt ist es so.
Eine andere Erinnerung, ganz lange her. Fast 14 Jahre her, damals lebte ich auf der Höri. Laue Frühlingsnacht Mitte Mai, Kirschbäume in voller Blüte. In der Abenddämmerung mit dem Cabrio unterwegs in Richtung Schweiz. Es war eine ganz besondere Nacht. Da wollte ich zum ersten Mal ein Buch schreiben. 14 Jahre her. Die Idee hat lange in mir geruht und ist jetzt mit aller Energie da. Dieses Jahr damals war ganz ähnlich wie das letzte. Schmerzhafte Ent-Täuschung, Worte fehlen, Gespräche verstummt, Lügen. Es war schon vor dir da. Es hat sich mit dir noch mal wiederholt. Mein Thema ist das gleiche. Diesmal intensiver und schmerzhafter. Ich sehe es als Chance es auf zu lösen und ziehen zu lassen.
Was siehst du wenn du zurück gehst in das gleiche Jahr? Lass sie auf deiner inneren Leinwand vorüber ziehen. In diesem Jahr heiratest du und wirst zum ersten Mal Vater. Und seitdem lebst du mit Lügen und Lügen und Lügen. Kannst nur im Verborgenen und Verbotenen du selbst sein. Es vergiftet dich schon bevor du 40 bist. Dein Körper zeigt es dir und du kannst den Zusammenhang noch nicht erkennen. Das ist keine vererbte Familienkrankheit. Vererbt sind die Verhaltensweisen und die machen dich krank. Die Leber ist ein Entgiftungsorgan. Sie reinigt und sie kommt schon seit einiger Zeit nicht mehr hinterher. Stef – bitte verstehe. Werde klar.
Werde gesund. Pass auf dich auf.
Wie geht es dir heute? Was machst du? Wie verbringst du deine Tage? Ich darf es dich nur noch in Gedanken fragen. In Gedanken bin ich bei dir, immer wieder. Denkst du noch manchmal an mich? Ist da immer noch so viel Zorn und Wut auf mich? Ich weiß, darunter ist die Liebe.
Mit Liebe
Julia
Eine Lichtgeschichte - Es gibt einen Parkplatz oberhalb des Sees mit einem wunderbaren Blick über die Lindauer Bucht, Österreich, Appenzeller Land, Schweiz. Verschneite Winterlandschaft. Düster ist die Stimmung über dem See. An einer Stelle bricht die Sonne durch und wirft strahlend helles Licht auf die Wasseroberfläche. Dort ist der Himmel aufgegangen. Wie ein Tor in eine andere Welt. Öffnet sich da der Himmel für mich? Tief da drinnen spüre ich, dass er weit offen ist. Wie schön wäre es jetzt auch so im hellen Licht, in der Sonne zu sein. Der Gedanke zieht vorüber. Keine Minute später blendet mich die Sonne. Die Stelle auf dem See ist unverändert. Im Radio singt Gregor Meyle „denn du bist das Licht – wenn all das was vor dir liegt auf einmal nen Sinn ergibt“. Eine Lichtgeschichte mit Magie.
Heute hatte ich mein Vorstellungsgespräch und ein jetzt einen tollen Job. In einer Woche fange ich an. 20 Stunden an 4 Tagen. Für mich mit meinem kleinen Mikrokosmos perfekt. Jetzt gibt das was vor mir liegt auf einmal nen Sinn für mich. Stefan, ich freu mich so. Jetzt passt es für mich.
Bis dahin habe ich noch ein paar Tage zum Schreiben. Bei mir sein. Bei dir sein. In den letzten 24 Stunden warst du manchmal so nah und manchmal schon so weit weg. Als ob ich abgehoben habe in ein anderes Leben.
Manchmal bin ich traurig, da fehlst du mir und die Zeit in der wir uns nah waren, du gerne mit mir und über alles. Das vermisse ich.
Wie geht es dir? Wo bist du? Was machst du? Musstest du gehen? Wo bist du untergekommen? Oder bist du wieder geblieben? Ist deine Wut auf mich immer noch so groß oder vermisst du mich manchmal auch? Ist da noch Liebe für mich oder alles verbrannt, in Asche zerfallen? So vieles, was ich dich nicht mehr fragen darf. Ich würde es gerne wissen. Sehen wir uns irgendwann wieder? Ja das tun wir - wenn die Zeit reif ist. Dein Bild und du – ihr seid irgendwie noch da. Du willst nicht gehen.
Und doch ist schon ein anderes da. Ein Bild das sich hier bei mir sehr wohl fühlt. Ein strahlendes glückliches Bild ist es. Nicht du. Das macht mich traurig. Ich weiß. Loslassen. Neubeginn. Es ist viel zu viel schief gegangen. Unsere Basis ist platt gemacht. Du wirst viel Zeit brauchen um dich in deinem Trümmerfeld zu finden. Und dir ein Leben so aufzubauen, dass es für dich passt.
Ich weiß, dass du das alleine tun musst. Ich bitte dich um deine Freundschaft – nur in Gedanken. Das wäre schön. Und dass du mir verzeihst.
Irgendwann.
An Tag 1 schreibe ich meine Wunschliste:
Ich habe meinen Herzmann
Ich habe meinen Seelenpartner
Eine Partnerschaft voller Liebe und Vertrauen,
die mich sehr glücklich macht
Ich verbringe viel Zeit mit meinem Partner
Ich habe mit meinem Herzmann eine sexuell sehr erfüllende Verbindung
Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich
Ich bin in meiner Mitte
Es ist in Ordnung meinen Impulsen zu folgen und ich bin beschützt
Ich habe meine wahre Berufung
Ich verdiene mehr Geld wie ich ausgebe
Ich habe einen wundervollen Arbeitsplatz
In mir und in meinem Leben ist Klarheit und Ordnung
Ich bitte um Frieden mit Stefan
Und ich sage danke:
Danke für die Klarheit
Danke für das Herz meiner Kinder und ihr Vertrauen
Danke für den Umzug
Danke für meine Herzfreundin
Danke für die freien Tage
Danke für Wohlstand und Geld
Danke für meinen Mut
Danke für die Zeit mit Stefan
Danke für Ehrlichkeit
Danke für die Geschenke des Lebens
Danke für die Liebe in mir, die noch immer da ist
Danke für die Ruhe und den Frieden in mir
Danke für die Arbeit
Das sind keine Herzrhythmus-Störungen in mir. Mein Herz schwingt vor lauter Freude und Dankbarkeit. Alles ist gut.
Weißt du was ich mach, wenn das hier fertig ist? Ich lass es drucken. Und weil es am meisten Spaß macht Dinge zu tun bei denen alle sagen „das kannst du nicht tun“ werde ich das mal tun: Ich werde das fertige Buch nehmen und eine paar davon an Stefan-Julia Plätze legen. Grabkapelle. Unsere Bank auf dem Spielplatz im Wald. In die U-Bahn mit der du fährst. In diese kleine bezaubernden Kneipe in Untertürkheim. Eins davon findet dich, vielleicht nicht gleich sofort, aber das macht nichts. Somit respektiere ich deinen Wunsch. Und auch nicht.
Ja, ich weiß.
Danke, dass du es liest.
Mit Liebe direkt aus meinem Herzen – Du bist da ganz tief drinnen und wirst dort immer sein.
Gute Nacht mein Schatz.
Ich stehe und lausche. In mich. Wie schreibe ich weiter? Ich habe Zeit geschenkt bekommen. Drei freie Vormittage. Mittwoch, Donnerstag, Freitag. Unsere Geschichte erzählen? Echt? Puh. Mich an die so wundervolle Zeit mit dir erinnern?! Und an die vielen Momente und Situationen, in denen es mir das Herz aus der Brust gerissen hat. Bestimmt heilsam. Muss mich noch ein wenig damit anfreunden, dann mach ich’s! Heute lieber noch nicht.
Ach was, ok. Mein erster Schritt. Ich mache den Schuhkarton auf. Darin der Anfang unserer Geschichte. Emails, Whatsapp-Nachrichten, Sms, Fotos. Ich fange an zu lesen. Es fängt mich sofort ein, mit den allerersten Worten. Bin so verzaubert. Getröstet. Wunderschön. Und ich bin froh, dass ich es gesammelt hab – „des ganze Zeugs“.
Ich fang mitten drin an. Eine Situation, die ich im Nachhinein witzig finde und gleichzeitig bin ich ohne Worte. Lies selbst. Erinnerst du dich daran? Ich hab nichts dazu gedichtet oder weggelassen. Ich finde es sofort, greife einfach in den Blätterstapel.
Es ist Tag 70, 14:03
J: Herr XXX, irgendwann schreib ich ein Buch über uns und werde reich und berühmt
J: Wenn du lieb bist bekommst du nen anderen Namen
S: Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ein Buch, nette Idee, was schreibst du da denn rein? Und wie soll es heißen? Im Übrigen bin ich immer lieb. Nur auf Wunsch nicht!
J: Das schreibt sich fast von alleine. Kennst du „Gut gegen Nordwind“? Titel noch offen! Vorschläge?
S: Kenn ich nicht.
J: Google hilft.
S: Die Schöne und das Biest!? Was bekomm ich denn jetzt für einen Namen?
J: Nein, ich bin kein Biest. Weiß ich noch nicht. Wünsche?
S: Du wärst in dem Fall auch die Schöne gewesen! Ich dachte du hast schon einen
J: Ich arbeite dran
J: Jetzt hab ich einen: What’s up !
S: Nein, ich glaub da gibt es noch einen besseren Titel, vielleicht fällt mir noch was Gutes ein.
Ich fände "Nothing else matters " nicht schlecht - hat was und hilft bekanntlich immer
S: Wie sieht eigentlich meine Provision aus, wenn du mit dem Buch reicht wirst?
J: Du kriegst die Hälfte, wenn du mir nachts die Füße wärmst.
J: Ansonsten spende ich deine Hälfte dem Tierheim.
S: Dafür will ich nix! Wenn ich bei dir sein kann, dann mach ich das ganz umsonst
S: Wie Nobel!
J: Das findest du jetzt nicht lustig. Gell!
S: Nein, ich find das sogar gut!
J: Echt?
J: Nein. Ansonsten zahl ich dein Haus ab und ... heimlich!
S: Ja klar, ich seh mich schon deine Füße wärmen
J: Und dann muss ich dich leider mitnehmen. I am sorry … nicht heimlich
S: Oh Gott. Ich werde entführt. Ich ergebe mich, dann kannst du mit mir machen was du willst!
J: Gut. Dann teste ich mit dir den Alltag und wenn du bestehst, behalte ich dich. Ganz einfach.
