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Western Helden – Die neue Reihe für echte Western-Fans! Harte Männer, wilde Landschaften und erbarmungslose Duelle – hier entscheidet Mut über Leben und Tod. Ob Revolverhelden, Gesetzlose oder einsame Reiter auf der Suche nach Gerechtigkeit – jede Geschichte steckt voller Spannung, Abenteuer und wilder Freiheit. Erlebe die ungeschönte Wahrheit über den Wilden Westen »Diese Stille ist unheimlich. Ist das wirklich Frieden, Sharlock?« »Ja, John. Du wirst gleich zu Hause sein.« Zwei Männer ritten durch die Abenddämmerung. Sie waren müde, zerlumpt und abgezehrt. Zusammengesunken hockten sie im Sattel. Schwer hob der grauhaarige Mann den Kopf an und sah über das verwüstete Land. Die düsteren Schatten wichen aus dem zerfurchten Gesicht; in den glanzlosen Augen begann es zu leben, als erwartete ihn das Paradies auf Erden. »Zu Hause, Sharlock.« Leise kamen die Worte über die Lippen, zögernd und ehrfurchtsvoll. Ein leiser Zweifel klang in der Stimme mit. »Yeah«, sagte Sharlock mit dünnem Lächeln. »Der Krieg ist aus. Noch diesen Hügel, dann wirst du dein Haus sehen.« Sie ritten über den Hügel, und vor ihnen lag das Tal mit der kleinen Farm. Herdrauch zog übers niedrige Dach hinweg. Die Felder waren verödet und verwuchert. Sandwehen zogen sich über den Hof.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
»Diese Stille ist unheimlich. Ist das wirklich Frieden, Sharlock?«
»Ja, John. Du wirst gleich zu Hause sein.«
Zwei Männer ritten durch die Abenddämmerung. Sie waren müde, zerlumpt und abgezehrt. Zusammengesunken hockten sie im Sattel. Schwer hob der grauhaarige Mann den Kopf an und sah über das verwüstete Land. Die düsteren Schatten wichen aus dem zerfurchten Gesicht; in den glanzlosen Augen begann es zu leben, als erwartete ihn das Paradies auf Erden.
»Zu Hause, Sharlock.«
Leise kamen die Worte über die Lippen, zögernd und ehrfurchtsvoll. Ein leiser Zweifel klang in der Stimme mit.
»Yeah«, sagte Sharlock mit dünnem Lächeln. »Der Krieg ist aus. Noch diesen Hügel, dann wirst du dein Haus sehen.«
Sie ritten über den Hügel, und vor ihnen lag das Tal mit der kleinen Farm. Herdrauch zog übers niedrige Dach hinweg. Die Felder waren verödet und verwuchert. Sandwehen zogen sich über den Hof.
Dort stand ein blonder Junge und schirmte mit der rechten Hand die Augen vor der tief stehenden Sonne ab.
Sharlock zügelte das Pferd und blieb zurück. Ernst blickte er ins Tal. John Banco trieb sein Pferd an und jagte abwärts. Er schrie ins Tal hinunter und hob eine Hand, winkte …
Glutrot ging die Sonne unter. Der letzte weiche Schein fiel auf Sharlocks sandfarbenes Haar, auf die zerschlissene Kleidung, auf die Waffen. Er saß reglos im Sattel und sah, wie der Mann vor dem Haus vom Pferd sprang, wie er seinen Jungen umarmte, wie Frau und Tochter aus dem Haus gelaufen kamen.
Tief atmete er ein und nickte. Die Schatten des schlimmen Bürgerkrieges wichen, das Leben sollte weitergehen. Und da unten im Tal hatte ein Mann zu seiner Familie zurückgefunden: John Banco, der im Krieg den linken Arm verloren hatte.
Lange blieb Sharlock auf dem Hügel und wartete. Banco war mit seiner Familie ins Haus gegangen. Vom Osten krochen die langen Schatten der Dämmerung heran. Es war still im Tal. Raunend strich der Wind über die Felder. Da kam John Banco aus dem Haus und winkte.
Sharlock ritt an.
Er sah Bancos Frau. Sie stand mit einer langen Schürze vor dem Haus – abgearbeitet, verhärmt und durch die lange Abwesenheit ihres Mannes gebeugt.
Er sah die Tochter, vierzehn Jahre alt, blond wie der Sohn. Ein nettes Mädchen mit blauen Augen, die vom schrecklichen Bürgerkrieg nichts gesehen hatten.
Und er erblickte wieder den Jungen, zehn Jahr alt, ein Kerlchen in derben, viel zu großen Kleidungsstücken.
Vor John Banco stieg er vom Pferd. Er verharrte neben dem Tier und lächelte flüchtig. Ihm entging nicht, dass John Bancos Augen feucht schimmerten, dass dieser raue Mann weinte.
Banco wollte irgendetwas sagen, machte eine unsichere Handbewegung und deutete zum Haus hin. Er sprach kein Wort; der Hals war ihm wie zugeschnürt.
Sharlock zögerte. Was sollte er in diesem Haus? Er war mit John Banco im Krieg zusammengewesen. Die Familie brauchte jetzt den Vater. Zu lange und düster waren die Jahre gewesen. Er würde nur stören.
»Bitte«, flüsterte die Frau, »bitte …«
»Ja, kommen Sie doch ins Haus, Mr. Sharlock«, sagte der Junge und sah ihn mit großen Augen an. »Daddy hat uns schon so viel über Sie erzählt. Wir alle möchten, dass Sie zu uns ins Haus kommen.«
Er ließ den Zügel fallen und stapfte über den Hof. Sie warteten, bis er ins Haus gegangen war; erst dann folgten sie ihm. Hinter ihnen versank die Sonne.
Die Nacht senkte sich über das Tal.
Sharlock blieb nicht lange.
Graue Wolken wanderten am Himmel. Fernab auf den Hügeln tönten die klagenden Rufe der Kojoten durch die Nacht. Dumpf schlugen die Hufe des Pferdes durchs Tal und zwischen die Hügel. Zwischen hartem, trockenem Gestrüpp schlug Sharlock sein Nachtlager auf. Er wollte allein sein.
*
Sie waren so lautlos wie schwebende Schwingen. Sie kamen ins Tal und näherten sich der Farm.
Trübes Licht sickerte durch die zerschlissene und mürbe Gardine ins Freie. Anheimelndes Licht, das Ruhe und Frieden verkündete. Im Haus sprach John Banco mit leiser Stimme; immer wieder unterbrach er sich, und manchmal griff er dorthin, wo nur mehr der Armstumpf war.
»Es wird schwer sein mit der Feldarbeit, Nancy. Mit einem Arm ist nicht viel zu machen.«
»Du wirst es schaffen, John«, sagte sie zuversichtlich. »Du hast alles geschafft, was du erreichen wolltest. Du hast auch zurückkommen wollen, und du bist hier.«
Er senkte den Blick und starrte auf den Tisch. Langsam nahm er den Becher mit Kaffee, von dem er jahrelang geträumt hatte.
Er lehnte sich zurück und trank, und in seinen Augen wurde es auf einmal klar.
»Wir fangen noch mal von vorn an, Nancy.«
»Gut so, John.« Sie nickte und atmete erleichtert auf. »Billy ist ein großer Junge geworden; er wird dir helfen können. Und Susan ist auch mir eine wertvolle Hilfe geworden. Ja, wir schaffen es, John.«
Er stand auf und ging um den Tisch. Dabei legte er eine Hand auf den Kopf seines Jungen und seiner Tochter und blieb neben seiner Frau stehen.
»Wie viele Jahre, John. Eine lange, bittere Zeit. Jetzt ist Frieden. Diese Nacht ist die schönste meines Lebens, John.«
Sie konnte nicht anders, sie weinte vor Glück.
Draußen schlichen sie näher – dunkle, schattenhaft verschwommene Gestalten, die sich gegenseitig Zeichen gaben. Sie umstellten das Haus und duckten sich.
Langsam ging John Banco in seinem Haus umher. Jahrelang hatte er nichts von der Einrichtung gesehen. Er betrat das Schlafzimmer seiner Kinder und lächelte, als er die Betten sah. Hier hatten sie jahrelang die Nächte verbracht und von ihrem Vater geträumt. Jeden Abend hatten sie gebetet und seine Rückkehr herbeigefleht. Nun war er da. Er hatte für den Norden gekämpft, für die Freiheit der Schwarzen, und er hatte erst bei Kriegsende begriffen, dass es gar nicht einmal so sehr um die »Nigger« gegangen war; es war blinder Hass gewesen, Vermessenheit und skrupelloser politischer Ehrgeiz.
»Vorbei«, murmelte er und wischte die düsteren Gedanken weg. Er trat ans Bett seines Jungen und tastete über die weichen Decken. Lächelnd kam er in den Wohnraum zurück. »Hat der Brunnen noch Wasser, Nancy?«
»Ja, John. Ich hole dir einen Eimer voll Wasser rein.«
Sie erhob sich, nahm den Eimer und war schon an der Tür, noch bevor er ein Wort sagen konnte.
»Nancy, das kann ich doch tun. Bleib bei den Kindern.«
»Du bist müde, John.« Sie lächelte. »Ich habe die ganzen Jahre Wasser ins Haus getragen, da kann ich es heute erst recht.«
Sie öffnete die Tür und trat ins Freie. Der versandete Hof war verlassen. Dunkel erhob sich der Brunnen am Rand des Hofes. Im Stall rumorte das Pferd ihres Mannes. Sie ging zum Brunnen und ließ den Eimer in die Tiefe gleiten; es knarrte hörbar, und die Winde quietschte. Tief unten gluckste es. Nancy Banco packte das Seil und zog daran: Der Eimer kam nach oben. Sie ergriff ihn und goss das kalte Wasser in den mitgebrachten Eimer. Der Wind spielte mit ihrem Haar. Sie strich es sich aus der Stirn und wollte zum Eimer greifen, da berührte sie eine Hand an der Schulter …
Sie zuckte zusammen, sah sekundenlang die Lichtbahn über die Schwelle des Hauses fallen, wirbelte herum und starrte in das dunkle Gesicht einen Farbigen.
»Jim jetzt Mastah-Jim heißen.« Der Schwarze grinste breit und blickte sie mit großen funkelnden Augen an. »Du schäbiges Weib von weißem Bastard. Du mir jetzt gehorchen.«
Nancy Banco wollte schreien. Blitzschnell presste der Farbige die Hand auf ihren Mund und riss sie an sich. In Angst und Verzweiflung wehrte sie sich und stieß dabei mit dem Fuß gegen den Eimer; es gab ein hörbares Geräusch. Der Schwarze fauchte und grinste verzerrt. Er ließ nicht los. Nancy litt unter Atemnot. Sie hörte das heisere Flüstern des Schwarzen und sah, wie überall Schwarze auftauchten.
In diesem Moment kam John Banco aus dem Haus. Er verharrte, als wäre er gegen eine Mauer geprallt. Er erblickte die Farbigen auf seinem Hof, wie sie sich, wie Hunde duckten, wie sie ihn anstarrten, voller Hass und Hohn – und er sah, wie seine Frau litt.
»Loslassen!«, schrie er laut und wild. »Ich habe für euch gekämpft! Dies ist eine Farm des Nordens! Ihr seid nicht mehr im Krieg. Lass meine Frau los!«
Seine Worte verloren sich im Tal.
Die Schwarzen standen still. Sie grinsten mitleidlos. Ihr Grinsen war seltsam tierisch, und der Blick ihrer Augen verriet Bosheit. Der Dunst von Alkohol wehte über den dunklen Hof.
Verzweifelt riss Nancy Banco sich los und hastete weg. Hilfesuchend streckte sie die Arme ihrem Mann entgegen und schrie. Das lange Kleid wischte über den Boden, das Haar wehte.
Sie kam nicht zu ihm.
Drei Farbige warfen sich ihr entgegen, umklammerten sie, hielten sie fest. Sie schrie und wehrte sich mit ihrer ganzen Kraft, aber die brutale Gewalt war stärker. Rücksichtslos wurde sie zu Boden gerissen. Die Schwarzen lachten und heulten wie die Irren. Manche begannen zu tanzen.
Einen Augenblick konnte John Banco nichts tun. Es war, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggerissen. Er taumelte und rang nach Luft. Der Schreck nahm ihm für Sekunden den Willen. Er konnte alles nicht begreifen, aber er sah die brutale Wirklichkeit, dieses Unfassbare.
Sekunden …
Der Krieg. Er hatte für diese Farbigen gekämpft, hatte den Arm für sie gegeben, hatte gelitten und gehungert. Er hatte an die Freiheit geglaubt, an die Menschlichkeit, aber diese Schwarzen waren teuflisch. Es war seine Frau, die sie festhielten, die sie quälten. Seine Frau …
Meine Frau, die Kinder!, dachte er und stürmte los, hielt plötzlich inne, warf sich herum und rannte zurück ins Haus. Er packte das Gewehr, lud durch und hastete zurück ins Freie.
Schon riss er das Gewehr hoch und feuerte einen Schuss über den Hof hinweg. Die Meute duckte sich noch tiefer, aber die drei Schwarzen hielten seine Frau fest und lachten.
In der Tür stand plötzlich seine Tochter.
»Zurück, Susan!«, schrie er.
Aber sie blieb wie gebannt.
Im Haus suchte der Sohn nach einer Waffe. Das Kerlchen wollte seinen Eltern helfen. Billy weinte dabei und rannte verzweifelt umher.
»John!«, schrie Nancy Banco schrill. »Geh ins Haus zurück! Denk an die Kinder!«
»Nein, Nancy!«, brüllte er mit brüchiger Stimme. »Ich kann nicht!« Schon hastete er über den Hof und richtete das Gewehr auf die Schwarzen.
Plötzlich stand er still.
Aus dem Dunkel der Nacht kamen Reiter. Sie ritten langsam heran und verhielten am Rande des Hofes.
Die Farbigen waren still.
Nancy Banco kauerte im Staub des Hofes.
Das Mädchen stand an der Tür, vom fächerförmig herausfallenden Licht umgeben. Lang fiel das blonde Haar auf die Schultern und leuchtete hell. Ein kleiner Engel.
Pferde stampften auf der Stelle. Dumpfes Schnauben tönte über den Hof, Gebissketten klirrten, Sporen rasselten. Starre, knochige Gesichter waren in den Lichtschein des Hauses gekommen. Augen funkelten unheimlich.
Weiße Männer.
So weiß wie er. Sie trugen teilweise noch Uniformstücke des Nordens. Bärtige Gesichter waren es, verstaubt und verschwitzt, zynisch lächelnd verzogen.
»Kennst du mich?«, drang eine heisere Stimme über den Hof. »Ich bin Jonathan Chase, Sergeant zuletzt …« Es klang wie splitterndes Glas.
»Und ich bin Sergeant Banco«, stöhnte John Vanco. »Der Krieg ist aus! Was soll das alles? Was willst du hier, Chase? Mein Gott, seid ihr alle denn verrückt geworden? Sorg dafür, dass sie endlich meine Frau loslassen, Chase!«
Jonathan Chase bewegte sich nicht. Steif saß er im Sattel und starrte John Banco an. Seine Komplizen verharrten schweigend. Die Meute der Schwarzen wartete grinsend.
»Ja, der Krieg ist aus«, dehnte Chase kalt. »Er hat uns nichts eingebracht. Wir haben unsere Knochen hingehalten, und andere haben es zu Reichtum gebracht. Ja, Sergeant Banco, ich nehme alles mit auf meinem Weg nach Westen. Da kann ich keine Ausnahmen machen. Tut mir leid.«
»Hör auf!«, schrie Banco. »Ihr seid alle verrückt! Ich habe nichts, was wert ist. Reitet davon, lasst uns in Frieden!«
Die Gesichter blieben ausdruckslos. Kein Mitleid war zu erkennen. John Banco krümmte sich, atmete schwer. Er erkannte in den Augen der Fremden einen teuflischen Ausdruck. Diese Reiter wollten töten und rauben, sie kannten keine Menschlichkeit. Und die Schwarzen gehörten zu ihnen. Sie alle waren Ausgeburten der Hölle.
Im Haus flackerte das Licht.
Der Wind trieb Staub über den Hof.
John Banco drehte sich halb um und näherte sich seiner Frau. Sie sah ihm flehentlich entgegen. Er hielt noch sein Gewehr.
Das wog schwer in der Hand. Langsam ging er über den Hof. Er wusste, dass alles, was war, dass er kämpfen musste, dass er verlieren würde.
»Nancy«, kam es zerrissen über seine Lippen, »ich liebe dich.«
Sie ruckte hoch – und sofort packten die Schwarzen sie an den Armen. Sie blickte ihrem Mann entgegen und sagte kein Wort.
Das Mädchen stand noch immer an der Tür. Es weinte und rief nach den Eltern.
Jonathan Chase starrte mitleidlos zu John Banco hinüber. Langsam hob er die Hand mit dem schweren Coltrevolver …
Im Haus irrte der Junge umher. Er fand die alte Waffe und versuchte, sie zu laden.
In diesen Sekunden geschah es.
John Banco drehte sich um und riss das Gewehr hoch. Er wollte auf Jonathan Chase schießen. Grell flammte es vor ihm auf. Er brach zusammen. Die Frau schrie auf. Schüsse fielen. Ihre Schreie verstummten. Schüsse peitschten zum Haus hin …
Der Junge sah, wie seine Schwester fiel. Ein Krampf schüttelte ihn. Er ließ das Gewehr fallen und konnte kaum atmen. Grenzenlose Angst jagte ihn in den Schlafraum. Er kroch unter die Schlafstelle und kauerte sich zitternd zusammen. Draußen waren die Schüsse verhallt, Pferde stampften näher. Die Schwarzen lachten laut und liefen umher. Sporenrasselnd kamen die Banditen ins Haus.
Billy hörte die Sporen und Schritte. Er hielt den Atem an und starrte unterm Bett hervor. Verstaubte Stiefel kamen näher. Heisere Stimmen tönten durchs Haus. Dicht vor dem Bett blieb Jonathan Chase stehen.
»Sie waren verflucht arm. Seht nach, ob ihr was findet.«
Die Banditen rissen den Schrank auf, wühlten überall, zerrten alles hervor, ließen Töpfe zu Boden fallen und fluchten. Sie wüteten im Haus und zerstörten alles.
Der Junge rührte sich nicht.
Diese Nacht war die schlimmste seines Lebens.
Die Banditen fanden zwei Flaschen Whisky. Jahrelang hatten die Flaschen im Schrank gestanden. Heisere Stimmen tönten über den Hof. Pferde stampften und schnaubten. Der Junge lag wie ein Bündel unterm Bett. Immer wieder sah er verstaubte Stiefel und hörte die Stimmen der Banditen.
Johlend zogen die Schwarzen umher.
Die Banditen verließen das Farmhaus.
Heisere Stimmen klangen herein.
Der Junge weinte und zitterte.
Hufschlag entfernte sich.
Noch waren die Schwarzen da. Irgendwer brachte Pferde heran. Sie kletterten in die Sättel und folgten den weißen Banditen.
Es wurde still.
Billy harrte stundenlang aus. Zitternd kroch er schließlich unterm Bett hervor und richtete sich auf. Langsam kam er in den Wohnraum und sah seine Schwester am Boden liegen. Er schluchzte und lief zur Tür. Draußen lagen seine Eltern. Er wollte hinaus, doch vor dem Stall lagen zwei Farbige. Sie waren betrunken und bewegten sich träge, stammelten Worte und lachten leise und abgehackt.
Der Junge wich zurück und hastete in den Schlafraum, kroch wieder unters Bett und weinte.
