Seewölfe - Piraten der Weltmeere 365 - Roy Palmer - E-Book

Seewölfe - Piraten der Weltmeere 365 E-Book

Roy Palmer

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Beschreibung

Kaum war die "Isabella" höher an den Wind gegangen, da reagierte der Kapitän der "San Francisco". Auch er luvte weiter an, aber seine Kriegsgaleone war schwerfälliger als die "Isabella". Als deren Bugspriet durch den Wind drehte, ließ Hasard aus der eingeleiteten Wende heraus die Steuerbordkanonen zünden. Donnernd entließen die Rohre ihre Ladungen, vor den Mündungen blitzten die Feuerzungen auf. Eine volle Breitseite raste zum Spanier hinüber. Die "Le Vengeur III." lief unterdessen in Lee an der "Isabella" vorbei und griff die zweite Kriegsgaleone in einem tollkühnen Ausfall an. Das war riskant, aber Jean Ribault wußte, daß der Spanier nicht damit rechnete...

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Impressum© 1976/2017 Pabel-Moewig Verlag KG,Pabel ebook, Rastatt.eISBN: 978-3-95439-762-4Internet: www.vpm.de und E-Mail: [email protected]

Roy Palmer

Rivalen auf Leben und Tod

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

1.

Joaquin Solimonte, genannt „El Tiburon“, war mit knapper Not dem drohenden Tod entronnen. Es war nicht das erste Mal in seinem bewegten Leben, daß er gegen die freßgierigen Mörder kämpfte. Doch wieder – wie damals vor zwei Jahren auf Hispaniola – hatte ihn das Ereignis arg mitgenommen. Schwer atmend kauerte er unter dem Felsenüberhang, unter den er sich gerettet hatte, und blickte wie in Trance auf die Wasserfläche unterhalb der Totenrutsche von Tortuga.

Drei Haie – wie damals in der kleinen Bucht westlich von Cabo Samaná! Die toten Tiere waren verschwunden, ihre Artgenossen hatten sie im Blutrausch angefallen und verschlungen. Wie sich die Dinge im Leben gleichen, dachte El Tiburon.

Sein Mund verzog sich zu einem harten Grinsen. Selbstironie: Der Beiname schien ihm wie ein Fluch anzuhaften. Die Haie verfolgten ihn im Traum. Aber es gab einen noch gefährlicheren Gegner, der jetzt zu seinem Todfeind geworden war – die Black Queen.

Ihr hatte er dies alles zu verdanken. Er würde sie suchen und finden – und sich an ihr rächen, denn sie hatte die Spione Gilbert Sarraux und Joao Nazario nach Tortuga geschickt.

Diese beiden waren es gewesen, die ihn festgenommen und brutal verhört hatten. Er wünschte ihnen die Pest an den Hals, aber er wußte, daß er das Übel an seiner Wurzel packen mußte.

Sarraux und Nazario würden von den Männern von Tortuga gestellt werden, sie konnten nicht mehr fliehen. Er aber, Joaquin, mußte die Black Queen finden und stellen, bevor sie über die Vorfälle auf Tortuga unterrichtet wurde. Dieses Vorhaben erschien ihm vordringlich, und daher faßte er einen impulsiven, zornigen Entschluß.

Er hatte Stimmen über sich an der Totenrutsche vernommen, jetzt aber waren sie verstummt. Der Bretone und der Portugiese hatten noch eine Weile nach ihm Ausschau gehalten, vielleicht hatten sich auch noch Helfershelfer zu ihnen gesellt. Inzwischen aber waren sie wohl davon überzeugt, daß ihr Opfer des ihm zugedachten grausamen Todes gestorben war, und sie hatten sich zurückgezogen.

Welchen Sinn hatte es, in den Felsen aufzusteigen und nach ihnen zu suchen? El Tiburon überließ die Kerle dem Haß der Männer: Diego, Carlos Rivero, Pedro, Willem Tomdijk und alle anderen würden nicht eher ruhen, bis sie die beiden Spione gefangengenommen hatten. Für Sarraux und Nazario gab es kein Entweichen mehr: Ihre Pinasse war requiriert, jeder Fluchtweg abgeschnitten. Sie waren den Suchtrupps, die überall auf der Insel nach ihnen forschten, ausgeliefert.

El Tiburon verließ sein Versteck und schlich zu einer abseits gelegenen Bucht. Wert auf menschliche Gesellschaft legte er jetzt nicht. Gewiß, er hätte Diego, Rivero, von Manteuffel, O’Brien, dem kleinen Pedro und all den anderen wohl erklären müssen, was vorgefallen war. Sie sorgten sich um ihn und wußten nicht einmal, ob er noch lebte. Aber er verlor damit nur Zeit. Er mußte die Black Queen erwischen, bevor sie etwas von der Entlarvung des Bretonen und des Portugiesen ahnte und möglicherweise von Hispaniola floh.

Punta Gorda – dort wartete sie auf Sarraux und Nazario. El Tiburon hatte es erlauscht, als die beiden Kerle angenommen hatten, er wäre noch bewußtlos. Die Zeit war sein Trumpf. Er mußte Hispaniola so schnell wie möglich erreichen.

El Tiburon hatte kein eigenes Schiff oder Boot. Er war mit einem Fischer nach Tortuga gesegelt. Ursprünglich hatte er vorgehabt, hier einige Wochen zu verbringen, weil es für ihn Verschiedenes zu erledigen gab. Jetzt aber drängte es ihn zurück zu der großen Insel, die seine Heimat geworden war. Sein Revier: Die Black Queen würde noch bereuen, dort gelandet zu sein.

Er wollte sie töten. Aber es waren nicht nur die persönlichen Rachegedanken, die ihn dazu trieben. Es steckte mehr dahinter. Die Queen wollte die Macht in der Karibik an sich reißen. Aber Männer wie Joaquin Solimonte duldeten sie nicht, sie akzeptierten nur einen Philip Hasard Killigrew, Jean Ribault, Siri-Tong, Thorfin Njal, Arne von Manteuffel oder Jerry Reeves – Kapitäne eben, die keine Herrschaftsansprüche stellten.

El Tiburon war ein freier Siedler, ein Bukanier. Er wollte keine Diktatur und sich keinem Gesetz beugen. Dafür lebte und kämpfte er. Wenn eine skrupellose und gnadenlose Frau wie die Black Queen Tortuga und Hispaniola eroberte, war es aus mit dem sorglosen Dasein.

Diese Überlegungen bestimmten die Entschlossenheit seines Handelns. Er langte an der abgelegenen Bucht an und fand hier keinen Menschen vor. Er wußte jedoch, daß unter den Mangroven und dem spanischen Moos, das hier wucherte, ein kleines Fischerboot versteckt lag. Zielstrebig eilte er darauf zu, löste die Leinen und schob es in tieferes Wasser.

Es widerstrebte ihm, den Fischer um sein Boot zu betrügen, aber er wußte keinen anderen Weg. Später, wenn er zurückkehrte, würde er den Mann für den kurzfristigen Verlust seines Fahrzeugs entlohnen.

El Tiburon stieg an Bord, setzte das Segel und ging auf Kurs. Das Boot glitt aus der Bucht und nahm Fahrt auf. Es war klein, aber relativ schnell und wendig. Die See war ruhig und wurde nur von einer flachen Dünung gekräuselt, der Wind wehte aus Nordosten.

El Tiburon wußte, daß die Überfahrt zur nahen Küste von Hispaniola nicht lange dauern würde. Mit einem Schlechterwerden von Wind und Wetter war in den nächsten Stunden nicht zu rechnen, kein Anzeichen deutete darauf hin.

Unablässig hielt El Tiburon nach allen Seiten Ausschau. Er hatte in der Buglast des Bootes einen Kieker gefunden und benutzte ihn, um die Kimm abzusuchen. Vorläufig zeigte sich kein anderes Boot und kein Schiff. Er schien allein zu sein auf der Welt. Tortuga blieb achteraus liegen und schrumpfte bald zu einer grauschwarzen Silhouette zusammen, die sich nur unbedeutend über die Wasserlinie hinausschob.

Noch einmal überlegte El Tiburon, ob es nicht besser gewesen wäre, mit Arne, Diego, Willem und Carlos zu sprechen. Aber die Besprechung hätte ihn wertvolle Zeit gekostet. Sie würden ohnehin noch erfahren, wer die Auftraggeberin von Sarraux und Nazario war und wo sie sie zu suchen hatten. Irgendwann würden sie die Kerle fangen und zum Sprechen bringen. Dann würde sicher auch Arne von Manteuffel nach Hispaniola aufbrechen.

Er aber, El Tiburon, wollte der erste sein, der die Black Queen stellte und mit ihr abrechnete. Wie konnte er sie am besten überrumpeln? Er mußte es mit einer List versuchen. Wenn es ihm gelang, ihr Vertrauen zu erschleichen, war der Schlag, den er ihr anschließend versetzte, empfindlicher.

El Tiburon ließ sich auf der Heckducht des Fischerbootes nieder und bediente die Ruderpinne. Sein Blick war geradeaus gerichtet. Er dachte nach, und ein Plan nahm in seinem Geist Gestalt an.

Die Verhandlung gegen Gilbert Sarraux und Joao Nazario fand in der „Schildkröte“ statt. Schon viel eher, als sich Joaquin Solimonte ausrechnete, waren die beiden feindlichen Agenten an der Totenrutsche gefaßt worden. Wären El Tiburon diese Zusammenhänge bekannt gewesen, hätte er seine Pläne vielleicht doch geändert und mit Willem Tomdijk, Arne von Manteuffel und Carlos Rivero gesprochen, bevor er etwas unternahm. Doch die Dinge nahmen ihren Lauf und ließen sich weder aufhalten noch beeinflussen.

Willem Tomdijk war zum Richter, Arne von Manteuffel zum ersten Beisitzer gewählt worden. Alles, was Beine hatte auf Tortuga, war zu dem Gerichtstermin erschienen. Ein zweiter und dritter Beisitzer waren rasch ausgesucht: Diego und Carlos Rivero nahmen neben dem dicken Willem und dem Vetter des Seewolfs Platz.

Sarraux und Nazario mußten in die Mitte der Versammlung treten. Pedro und der grauhaarige Engländer aus Northumbria mußten Manon zurückhalten, als sie sich auf die Angeklagten stürzen und auf sie einschlagen wollte. Manch einer hätte gern Selbstjustiz geübt, die Stimmung war drohend.

Der Bretone und der Portugiese schienen in sich zusammenzukriechen. Sie hatten jetzt Angst. Sarraux’ Blick war flackernd, Nazario kaute ununterbrochen auf der Unterlippe herum.

Willem Tomdijk eröffnete die Verhandlung. Eine Veränderung schien sich an ihm vollzogen zu haben. Er war nicht mehr der gutmütige Dicke, den er sonst gern zur Schau stellte. Der Blick seiner schmutziggrauen Augen war kalt, seine Miene starr und etwas verkniffen.

Völlig reglos hockte er da und sagte: „Noch einmal: Die Anklage lautet auf Doppelmord. Ihr beiden, Sarraux und Nazario, habt das Mädchen Esther und den Spanier Joaquin Solimonte, genannt El Tiburon, brutal umgebracht. Gesteht endlich! Gebt es zu! Ihr habt keine Chance, es abzustreiten!“

„Wer behauptet denn, daß wir mit diesem El Tiburon überhaupt etwas zu tun hatten?“ fragte Nazario.

„Ich!“ schrie Pedro. „Ich habe ihn überall gesucht und nicht gefunden! Dann haben wir euch Hundesöhne an der Totenrutsche erwischt! Ihr habt ihn runtersausen lassen, das ist völlig klar!“

„Es wäre besser gewesen, die beiden gleich hinterherzustoßen!“ rief Manon.

Willem Tomdijk schlug mit der flachen Hand auf die Tischplatte. Es gab einen scharfen, knallenden Laut, und der Tisch begann bedrohlich zu wackeln.

„Ruhe!“ sagte er laut. „Reden darf nur, wer etwas gefragt wird. Zuwiderhandlungen werden geahndet.“

Stille trat ein. Die meisten Männer und auch die Mädchen aus Paris fragten sich, warum mit den Spionen soviel Aufhebens gemacht wurde. Das beste wäre doch wohl gewesen, sie nach draußen zu schleppen und am nächsten Baum aufzuknüpfen.

Aber Willem, Arne, Carlos, O’Brien und sogar Diego waren anderer Meinung. Fair sollte es zugehen, eine ordentliche Gerichtsverhandlung hatte auch der letzte Lumpenhund verdient. Willem fixierte den Portugiesen.

„Was hast du also zu deiner Verteidigung zu sagen?“ fragte er.

„Daß wir El Tiburon nicht getötet haben“, erwiderte Nazario. „Zeigt uns die Leiche. Ohne Leiche kein Mord. Überhaupt – ich glaube nicht, daß er tot ist.“ In Wirklichkeit war er davon überzeugt, aber Sarraux und er hatten El Tiburon nicht mehr gesehen, nachdem sie ihn von der Totenrutsche gestoßen hatten. Es war anzunehmen, daß die Haie den Mann zerrissen und gefressen hatten.

„El Tiburon ist überall gesucht worden“, erklärte Diego. „Ohne Erfolg. Er ist verschwunden. Das viele Blut im Wasser unterhalb der Totenrutsche kann nur eins bedeuten: Die Haie haben ihn getötet. Diesmal war er nicht schnell genug.“

Wieder drohte Unruhe aufzukeimen, aber Willem Tomdijk behauptete sich in seiner Rolle als Richter. Er verstand es, sich den nötigen Respekt zu verschaffen. Das begriffen auch die Angeklagten – und Sarraux begann, den dicken Mann zu fürchten. Er hatte gehofft, sich herausreden zu können, begriff aber, daß dieser Tomdijk in keiner Weise zu beeinflussen war.

„Beschränken wir uns vorerst auf den Mord an Esther“, sagte Willem. „Joao Nazario, du hast mit ihr eine Liebesnacht verbracht, dafür gibt es mehr als einen Zeugen. Im Gespräch mit dir hat sie begriffen, daß du ein Spion bist, hat dir einen Schlaftrunk verabreicht und wollte uns benachrichtigen. Aber irgend etwas hat nicht geklappt. Du hast sie überrascht und getötet.“

„Nein.“ Nazario vermied es, die Umstehenden anzuschauen. Schon gar nicht mochte er zu dem Platz blicken, an dem Esther bis vor kurzem noch aufgebahrt gewesen war. Inzwischen war sie von ihren Freundinnen bestattet worden, doch vier Kerzen brannten noch in der Nische der Kneipengrotte, in der alle ihr die letzte Ehre erwiesen hatten. „Nein“, wiederholte er. „Ich war es nicht. Ich wollte sie festhalten, aber sie ist gestolpert und …“

„Und hat sich den Kopf gestoßen. An einem Stein“, fuhr Sarraux fort.

„Und dabei hat sie sich so unglücklich gedreht, daß sie auf ein verkehrt herum in den Boden gerammtes Messer gefallen ist“, sagte Diego höhnisch. „Nur so kann sie sich die schwere Wunde zugezogen haben, oder?“

Die Last der Beweise war erdrückend. Willem, Arne, Diego und Carlos sprachen auf die Gefangenen ein, mal beschwörend, mal drohend und zornig. Schließlich war es Gilbert Sarraux, der als erster einsah, daß alles Leugnen keinen Sinn mehr hatte. Seine Miene nahm, gut gespielt, einen weinerlichen Ausdruck an. Dabei sah er mitleidheischend zu Willem.

„Was ist, wenn wir gestehen und – alles erzählen?“ fragte er. „Kriegen wir dann – mildernde Umstände?“

„Nein“, erwiderte Willem kalt. „Das Gericht läßt nicht mit sich feilschen. Mord bleibt Mord.“

„Hier wird nur beschlossen, auf welche Art ihr sterben werdet“, sagte Arne von Manteuffel.

„Manon hat recht“, sagte Diego. „Die Totenrutsche wäre genau das richtige für die Hunde.“

Joao Nazarios Gesicht wurde kalkweiß. „Nein! Das könnt ihr nicht mit uns tun! Das ist – ungesetzlich!“

„Wir bestimmen, welches Gesetz auf Tortuga gilt“, sagte Carlos Rivero. „Ich denke, im Namen aller Anwesenden zu sprechen und die richtige Definition gewählt zu haben.“

„Richtig!“ schrie die Versammlung.

„Ich war es!“ stieß Sarraux mit schriller Stimme hervor. „Ja, ich! Ich habe das Mädchen ertappt, als mein Freund besinnungslos am Boden lag! Ich …“

„Ich räche dich, Esther!“ schrie Manon. Sie hatte ein Messer an sich gerissen und wollte sich damit auf den Bretonen stürzen, doch wieder waren es die Männer, die geistesgegenwärtig genug waren und sie zurückhielten.

„Weiter, Angeklagter“, sagte Willem.

Wieder breitete sich Schweigen aus, in das die helle, gehetzt klingende Stimme des Bretonen fiel.

„Ich wußte nicht, was ich tat“, sagte er. „Ich dachte, Joao sei tot. Er ist mein bester Freund, mein Bruder. Das müßt ihr verstehen. Ich wollte von dem Mädchen wissen, was los wäre, aber sie schrie nur und riß vor mir aus. Da habe ich das Messer nach ihr geschleudert. Aber – ich wollte sie nur verletzen.“

„Mit Sicherheit“, sagte Carlos. „Soviel Menschlichkeit würde ich einem Galgenvogel wie dir jederzeit zutrauen. Es war also ein Unfall, daß das arme Ding gestorben ist.“

„Sozusagen, ja“, erwiderte der Bretone.

„Gilbert wollte sie nicht töten“, fügte Nazario sofort hinzu. „Er hatte ja kein Interesse daran. Und ich – ich mochte diese Esther, wirklich. Wäre ich bei Bewußtsein gewesen, dann, äh – wäre sie noch am Leben, denn ich hätte verhindert, was Gilbert getan hat.“

„Genug“, sagte Diego. „Das reicht. Mir wird gleich schlecht.“

„Wirklich geschmacklos und abstoßend zugleich“, sagte Willem. „Weiter jetzt. Wo habt ihr El Tiburon gefaßt, als ihr auf der Flucht wart?“

„In dem Hohlweg“, entgegnete Sarraux und beschrieb die Lage der Höhle, in der sie sich versteckt hatten. „Wir hörten ihn, und da hat Joao auf ihn gelauert und ihm eins mit einem Stein übergezogen. Es ist die volle Wahrheit, ich schwöre es bei allem, was mir heilig ist.“

„Euch Kerlen ist nichts heilig“, sagte Carlos.

„Weiter, weiter“, drängte Willem. „El Tiburon kam euch gerade recht. Ihr brauchtet ja jemanden, den ihr aushorchen konntet. Habt ihr ihn gefoltert? Hat er gesprochen? Was wolltet ihr von ihm wissen? Wer ist überhaupt euer Auftraggeber?“

„Er hat nichts ausgespuckt“, erwiderte Nazario. „Er ist ein ganz hartgesottener Kerl, das muß man ihm lassen. Wir wollten alles von ihm wissen – alles über Tortuga, und wo die Schiffe des Seewolfs abgeblieben sind.“