So war das... - meine Kindheit - Paula Diese - E-Book

So war das... - meine Kindheit E-Book

Paula Diese

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Beschreibung

Das Buch beschreibt die wechselhafte Kindheit von 1927 bis 1942 aus der Sicht der Autorin.

Das E-Book So war das... - meine Kindheit wird angeboten von Books on Demand und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Zeit des Nationalsozialismus, Cloppenburg, Oldenburg, 2.Weltkrieg, Vorkriegszeit

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 43

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhalt:

Das Buch beschreibt die wechselhafte Kindheit von 1927 bis 1942 aus der Sicht der Autorin.

Die Autorin:

Paula Diese geb. Greve, geboren am 4. August 1927 in Tenstedt (Kreis Cloppenburg), Vater Postbeamter, Mutter Hausfrau, vier Brüder. Heute verwitwet nach 59 Jahren Ehe. Hat zwei Töchter, drei Enkel, vier Urenkel.

Danksagung:

Ich bin jetzt 94 Jahre alt, sitze im Rollstuhl und habe viel Zeit zum Nachdenken und bin immer noch neugierig. Ich habe eine wunderbare Familie und ich danke für die liebevolle Betreuung.

Eigentlich war es ja kein Dorf, in dem ich 1927 zur Welt kam. Es war nur ein einzelnes Haus an einer Landstraße, nur gegenüber war eine Tischlerei.

Neben unserem Haus war ein kleiner Wald. In der Mitte stand eine große Buche. In den Vergabelungen des Baumes waren kleine Mulden, die oft mit Wasser gefüllt waren. Wir spielten oft Taufe unter dem Baum. Rund um den Stamm packten wir ein Moosbett, darauf legten wir uns hin. Mein großer Bruder kletterte in den Baum und spritzte uns dann das Wasser auf den Kopf. Dann rief er immer: „Dominus, wo bist du?“ und wir riefen: „Wir sind alle in der Kirche!“ Aber einmal rief der kleine Minkus: „Ick sitt achtern Boom tou schieten.“ („Ich muss mal“).

Neben unserem Garten, der war mit einer großen Hecke umzäunt, war eine große Weide. Darauf waren viele Kühe und manchmal auch Bullen, vor denen hatten wir große Angst.

Wir hatten zwei Kühe und die weideten manchmal auch dort. Dafür mussten meine Eltern immer Wasser pumpen. Zwischen unserer Weide und der großen Weide war eine Wasserpumpe mit einem sehr großen aufgesetzten Brunnenring. In der Mitte war dann Stacheldraht. Darüber kletterten wir gerne. Einmal bin ich dabei ins Wasser gefallen. Fast wäre ich ertrunken, aber einer meiner großen Brüder hat es gesehen und mich `rausgezogen.

Ich hatte vier ältere Brüder, aber keine Schwester.

Vor unserem Haus war ein Pferdeweg (ein breiter Sandweg). Hatte es im Sommer geregnet, dann liefen wir barfuß und matschten mit den Füßen in dem Sandweg und machten Pfannekuchen. Man musste mit den Füßen immer rund matschen, das machte viel Spaß.

An der Straße standen Apfelbäume. Im Herbst wurden die Äpfel am Baum verkauft. Man konnte sich die Bäume aussuchen und dann musste man die Äpfel selber pflücken. Mein Vater kaufte immer mehrere Bäume. Wir Kinder mussten immer helfen. Die besten und schönsten Äpfel wurden ausgesucht und vorsichtig in große Holzkisten mit Heu verpackt. Die Kisten wurden dann mit der Bahn nach Berlin geschickt. Dort wohnte ein Onkel von uns, Mutters Bruder. Der hatte ein Feinkostgeschäft und die Äpfel aus dem Oldenburger Land ließen sich sehr gut verkaufen.

Mit den Hühnereiern machten es meine Eltern genauso, die wurden mit Legedatum gestempelt. Wir hatten wohl so gut 100 Hühner und einen Hahn, manchmal auch zwei. Ich habe jeden Tag geholfen beim Eiersuchen. Mein Vater hat mir extra einen kleinen Weidenkorb geflochten. Das machte er immer im Winter. Einmal hat ein Huhn seine Eier in einen großen Dornenbusch gelegt. Keiner konnte die Eier da rausholen. Aber es hat nicht lange gedauert, dann fing das Huhn an zu glucken und setzte sich auf das Nest und nach drei Wochen schlüpften die Küken aus den Eiern. Es waren 14 Stück.

Damit marschierte die Glucke ganz stolz herum. Ja, das waren noch glückliche Hühner.

Wir hatten auch einen Jagdhund, der hieß Tell. Mein Vater ging auch zur Jagd, er wurde oft von den Bauern und den anderen Jägern zur Jagd eingeladen. Manchmal musste er die Post, er war nämlich bei der Post, weit im Dorf zustellen. Dann nahm er manchmal sein Jagdgewehr mit. Die Bauern hatten ihm erlaubt, ab und zu einen Hasen oder Rebhühner zu schießen. Meine Mutter musste die Rebhühner rupfen und zubereiten, sie konnte sehr gut kochen. Das war immer sehr lecker. Dem Hasen zog mein Vater selbst das Fell ab. Ich guckte immer zu und so konnte ich das später auch ganz gut.

Eines Tages waren zwei meiner Brüder losgezogen um Krammetsvögel (Wacholderdrosseln) zu fangen.. Ich wusste nicht, was das war. Abends kamen die Brüder dann mit sieben kleinen toten Vögeln wieder und legten sie auf den Tisch. Mutter sagte: „Oh mein Gott, so nötig haben wir das ja nicht. Lasst die Vögel in Ruhe!“ Aber dann hat Mutter alle gerupft und sauber gemacht und gebraten, was sollte sie sonst auch machen, war ganz schön viel Arbeit. Meine Brüder erzählten, dass das jetzt viele Jungs machen, so eine Art Sport. Wer die meisten hat, ist Krammetsvogelkönig. Um die Tiere zu fangen, wurden Schlingen aus Draht in Vogelbeerbäume gehängt. Ich fand das sehr gemein. Verboten war das damals wohl nicht.

Und dann kam der Überfall, der Schock sitzt bis heute.