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Die Arbeit als Pädagoge, Lehrer in Emsdetten, Rektor in Senden bis 1976, Schulrat in Borken und zuletzt Schulamtsdirektor in der Stadt Münster und ein wissenschaftliches Interesse an historischen Zusammenhängen prägen das Leben von Otto Kamphues (Jahrgang 1929). In seinem Buch "So war´s in Senden - Teil 2" verbindet er dies auf besondere Weise: Er verknüpft 150 Jahre Geschichte seiner Wahlheimat Senden, von der Kaiserzeit bis heute, mit den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen schulischer Erziehung. Dabei wird sich zeigen, dass der Auftrag der Schule immer derselbe geblieben ist, nämlich Kinder und Jugendliche zu eigenständigen Persönlichkeiten heranzubilden, dies aber Pädagogen und Schulträger vor immer neue Herausforderungen stellt. "So war´s in Senden - Teil 2: Einsichten in 150 Jahre Lehren und Lernen" ist sowohl für die Bewohner Sendens als auch für zeitgeschichtlich interessierte Leser, wie auch für alle in Erziehung und Schule tätigen Menschen eine lohnenswerte Lektüre.
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Seitenzahl: 123
Veröffentlichungsjahr: 2018
Otto Kamphues
So war´s in Senden – Teil 2
Einsichten in 150 Jahre Lehren und Lernen
© 2018 Otto Kamphues
Verlag und Druck: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-7469-7805-5
Hardcover:
978-3-7469-7806-2
e-Book:
978-3-7469-7807-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Vorwort
Die Volksschulen im Dorf und den Bauerschaften
Schulen in der Kaiserzeit 1871–1918
Schulen in der Weimarer Republik 1919–1933
Schulen im Nationalsozialismus 1933–1945
Schulen in der Nachkriegszeit 1945–1960
Aufbau und Veränderung nach 1960
Die Bauerschaftsschulen Schölling und Wierling 1920–1966/67 94
Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule, ev. Volksschule in Senden 1948–1969
Von der „Rektoratsschule“ zur Realschule in Senden 1880–1969 109
Der „Schulpark Senden“ heute
Aufbaujahre 1960 bis 1975 – ein Schulzentrum im Dorf
Vom Schulzentrum zum Schulpark 1975–1984
Ausbau und Wandel im Schulpark nach 1985
Schulen in Senden heute – Stand 2017
Der Auftrag der Schule gestern und heute
Anhang
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Archivmaterial
Vorwort
Vor 50 Jahren, 1968, fand die „gute, alte Volksschule“, wie sie von älteren Mitbürgern oft verklärend genannt wird, ihr Ende. Das war eine gewichtige Zäsur im Schulwesen des Landes Nordrhein-Westfalen. Und es ist ein guter Anlass, auf 150 Jahre Lehren und Lernen in den Schulen der Gemeinde Senden zurückzublicken. Der im ersten Abschnitt vorgelegte Rückblick ist eine Überarbeitung und gestraffte Darstellung meines im Jahre 2008 erschienenen Buches „Schulen in Senden 1870–1970 – Lehren und Lernen im Spiegel der Zeit“.
Diesem Rückblick angefügt ist die Entstehung des „Schulparks Senden“ heute, gewachsen in 50 Jahren. Seit Mitte der 60er Jahre und besonders seit der Vereinigung der selbstständigen Gemeinden Senden, Bösensell, Ottmarsbocholt und Venne zur neuen Großgemeinde Senden am 1. Januar 1975 ist die Bevölkerung auf heute über 20.000 Einwohner gestiegen und auch das Schulangebot stetig gewachsen. Heute konzentriert im „Schulpark Senden“ mit den Schulformen Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium.
Dank gilt zunächst meiner Frau Maria, die mir den nötigen Freiraum für die zeitraubende Erstellung des Manuskripts gewährte. Dank allen, die vielfältige und hilfreiche Dienste geleistet haben: der Gemeinde Senden, die ihr Archiv freundlich öffnete und besonders dem Schulamt Senden, das zahlreiche Auskünfte und Fotos für die Zeit nach 1968 beisteuerte. Dank gilt auch dem Heimatverein Senden für Bilder aus seinem Archiv wie auch Freunden und Bekannten für die Bereitstellung von Dokumenten und Fotos.
Dank gilt meinem Sohn Gerd, der bei Problemen am PC immer eine Lösung wusste. Ohne die Hilfe meiner Enkelin Anna Mönter wäre dieses Buch jedoch nicht erschienen. Sie hat den Text fachkompetent korrigiert, formatiert und den Buchsatz erstellt. Ihr gilt mein ganz besonderer Dank.
Otto Kamphues
Die Volksschulen im Dorf und den Bauerschaften
Die „gute, alte Volksschule“ im Dorf Senden (1870–1968). Blick von der Stever auf die St. Laurentius-Kirche und die Schulhäuser, um 1919. (Quelle: Heimatverein Senden)
Schulen in der Kaiserzeit 1871–1918
Zur Situation der Volksschule in Preußen
Die Schulverhältnisse in Senden während des Deutschen Kaiserreichs können besser verstanden werden, wenn man sie vor dem Hintergrund genereller Aussagen zum Stand des Volksschulwesens in Preußen betrachtet. Senden gehörte in dieser Zeit zur Provinz Westfalen im Königreich Preußen.
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts war die Analphabetenrate bei den Schulpflichtigen in Preußen und auch in Senden auf ein Minimum gesunken. Noch um 1835 und später wurden viele Verträge über die Markenteilung von den neuen Eigentümern mit drei Kreuzchen unterzeichnet, weil sie nicht einmal ihren Namen schreiben konnten. Die strenge Überwachung der Schulpflicht wurde den Lehrern in der preußischen Provinz Westfalen nachdrücklich aufgetragen und von der Schulaufsicht überprüft. Das trug Früchte.
Grundsätzlich war das Schulsystem in höhere und niedere Schulen geteilt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand auch die Schule des Volkes, die Volksschule, das besondere Interesse des Staates. Und seitdem alle männlichen Deutschen, die das 25. Lebensjahr vollendet hatten, zur Wahl des Reichstages 1871 zugelassen waren, wurde die Volksschule als Ort der Mehrheit der künftigen Wähler für die Schulpolitik wichtig.
Zum Status der Volksschule: 1)
Zunächst war sie Staatsschule. Der Staat (hier Preußen) setzte die Rahmenbedingungen, bestimmte die Ziele und Inhalte der Erziehung, prüfte das Lehrerpersonal und kontrollierte. Die Volksschule war aber ebenso wesentlich Gemeindeschule. Noch lange trug die einzelne Gemeinde den Löwenanteil an Lasten für die Schulhäuser, deren Einrichtung und auch für die Lehrerbesoldung. Erst 1904/06 wurde der Schulunterhalt gesetzlich mit festen Ansprüchen an den Staat geregelt. Dennoch blieb ein Unterschied zwischen armen und reichen Gemeinden, der sich auch in Senden zeigte.
Drittens war die Volksschule damals eindeutig kirchlich geprägte Schule: Sie war konfessionell organisiert. Es gab entweder evangelische oder katholische Volksschulen. Die Volksschulen standen unter der Aufsicht von staatlich bestellten Geistlichen, den Ortsschulinspektoren. Wie sich zeigen wird, spielten die Pfarrer in Senden als Ortsschulinspektoren bis 1918 eine gewichtige Rolle. Der kirchlich geprägte Religionsunterricht war gleichzeitig Richtlinie der Gestaltung des Schullebens. In katholischen Gegenden stand der morgendliche Gottesdienst bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts am Beginn eines jeden Schultags. Eine Gesellschaft ohne religiöse Bindung war unvorstellbar. Aus der stark kirchlichen Bestimmungsmacht über die Schulen stammte allerdings auch das vielerorts wahrnehmbare Spannungsverhältnis zwischen Lehrer und Pfarrer, zumal der Lehrer bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts im Nebenamt oft auch Organist und Kantor war. So in Senden der Lehrer Anton Mangel von 1909 bis 1939 und zuletzt Friedrich Jenkner von 1946 bis 1966.
Der Tagelöhner Clahsing zu Senden hat für 1870/1 an Schul- und Holzgeld für 1 Kind in der Mädchenschule Vorschule in Senden zu zahlen 15 Sgr. (Silbergroschen). (Quelle: Privatbesitz Eduard Klostermann)
Ein weiteres Merkmal der Volksschule war ihre geringe Gliederung. Die Schule musste schon wegen des Schulwegs ortsnah sein. 1911 waren in Preußen 52,2 % aller Volksschulen einklassig, vierzig Jahre vorher (1871) waren es noch 74,7 %. 1871 kamen in den Landschulen auf eine Lehrerin bzw. einen Lehrer 74,9 Schülerinnen und Schüler, 1911 waren es noch 56,1 Schülerinnen und Schüler. 2)
Anton Mangel, Lehrer und Organist von 1909–1939, rechts: Pfarrer Bernhard Lücke und Lehrer und Organist Friedrich Jenkner (Quellen: Heimatverein Senden)
Sendener Schulen in der Kaiserzeit
Die Bevölkerungsentwicklung in Senden verlief zwischen 1871 und 1925 in einem relativen Gleichmaß, von 2.473 auf 2.753 Einwohner. In 54 Jahren stieg die Bevölkerung Sendens um nur 280 Einwohner (11,3 %).
Der Großteil der Bevölkerung verdiente mit Tätigkeiten in der Landwirtschaft seinen Lebensunterhalt. Auch die Dorfbewohner bewirtschafteten landwirtschaftliche Flächen und hielten Vieh. In allen Haushalten wurde vor allem Kleinvieh (Schweine, Hühner usw.) für den Eigenbedarf gehalten. Kinder waren bis weit ins 20. Jahrhundert willkommene und teils für die Familien unersetzliche Hilfskräfte.
Obwohl um 1870 und vermehrt in den nachfolgenden Jahren der Schulbesuch als wichtig für das Fortkommen der Kinder angesehen wurde, waren viele Eltern, auch aus der Not geboren, bestrebt, ihre Kinder für Arbeiten im Haushalt und auf dem Acker heranzuziehen. In der Zeit der Roggen- bzw. Weizenernte konnte der Unterricht von 7 bis 12 Uhr erteilt werden. Der Nachmittagsunterricht fiel dann aus. 4) Ab 1908 wurde die Einteilung des Schuljahres in zwei Semester aufgegeben. Das Schuljahr begann jeweils nach Ostern.
Landkinder bei der Arbeit auf dem Feld(Quelle: Kalender des Heimatvereins Senden)
Als Momentaufnahme zur Situation der Dorfschule Senden im Jahre 1870 mag ein Bericht über die Schulrevision am 23. Mai 1870 dienen, den auch Hans-Peter Boer erwähnt. 5)
In drei Schulgebäuden wurden 287 Schülerinnen und Schüler von drei Lehrkräften unterrichtet: Im alten Schulgebäude auf der nördlichen Seite des Kirchplatzes unterrichtete Lehrer Schlattmann 82 Jungen (Jungenschule). In den Schulgebäuden Dorf 98 und Dorf 150, im nördlichen Bereich der heutigen Schulstraße, waren der Lehrerin Maria Wolf 96 Mädchen und Jungen in der Vorschule (Jahrgänge 1 und 2) sowie der Lehrerin Amanda Schmitz 109 Mädchen (Mädchenschule) anvertraut. 6)
Der Schulbesuch wurde als ziemlich regelmäßig bewertet. Er war jedoch in der Erntezeit geringer. Über den Schulraum in Senden berichtete der Landrat an die Regierung in Münster gehorsamst: „daß die Schülerzahl in der Vorschule zu Senden 99 beträgt und ich den Schulraum zu 59,9053 Quadratmetern für die Schülerzahl für ausreichend halte, da auf jeden Schüler ein Flächenraum von 0,595 Quadratmetern, also annähernd 0,6 Quadratmeter kommt.“ Dieser Raumbedarf entsprach den Vorschriften des Staates.
In der einklassigen Bauerschaftsschule Schölling unterrichtete die Lehrerin A. Grawe 1870 zirka 70 Mädchen und Jungen in dem 1857 erbauten Schulhaus. Das zunächst für 60 Kinder berechnete Schulzimmer war durch Hinzunahme eines Teils der Lehrerwohnung vergrößert worden und konnte nach damaliger Vorstellung 90 Kinder fassen. Auch die Schöllinger Kinder besuchten die Schule im Winter häufiger als im Sommer. 7)
1880 wurden im Dorf 322 Schülerinnen und Schüler weiterhin in den drei Klassenräumen unterrichtet, 35 mehr als 10 Jahre zuvor. Damit waren in jeder Klasse also mehr als 100 Kinder. Es sollte eine vierte Lehrerstelle eingerichtet und weiterer Klassenraum geschaffen werden. Die Gemeinde erwarb den an die vorhandenen Schulgebäude angrenzenden Garten der Witwe Dr. Schulze Mönking und baute darauf ein neues Schulgebäude mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen, heute nördlicher Teil der Edith-Stein-Hauptschule. Die Knabenschule am Kirchplatz sollte nun abgerissen werden. 1883 ist der Neubau fertiggestellt. Die Kinder wurden nun in vier Klassen, zwei Mädchen- und zwei Jungenklassen, unterrichtet. Noch 1885 zählten von den vier Klassen drei über 100 Schülerinnen und Schüler.
1885 zog Lehrer Theodor Holz in das Schulhaus der Schule Schölling ein. Er leitete die Schule bis 1902 und schrieb ab 1890 eine ausführliche Chronik der Schule. Der Ortsschulinspektor Pfarrer Johann Wegerhoff händigte dem jungen Lehrer bei seinem Amtsbeginn am 21. Oktober 1885 die Mission zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichtes aus. Bei der Einführung einer jeden neuen Lehrkraft war der Pfarrer als Ortschulinspektor bis 1918 für die „Missio“ zuständig. 8)
Schulabgangszeugnis von 1903, unterzeichnet von Ortsschulinspektor Wegerhoff (Quelle: Privatbesitz R. und M. Havighorst)
Am 16. April 1909 eröffnete die einklassige Bauerschaftsschule Wierling, von „Pfarrer Föcking im Beisein des Schulvorstandes, der Lehrpersonen des Amtes und zahlreicher Eltern eingeweiht“ (Schulchronik Wierling). Der Verwaltungsbericht der Gemeinde Senden für die Jahre 1964/69 berichtet: „Die Schule wurde als Abwehr gegen eine vom Regierungspräsidenten beabsichtigte Zuführung von Bredenbeck/Wierling zum Schulverband Appelhülsen gebaut.“ 9)
Nun gab es also drei Schulen in Senden. Einzugsbereich der neuen Schule waren Kinder aus den Bauerschaften Bredenbeck und Wierling, die bisher entweder die Dorfschule in Senden oder die Schule in Appelhülsen besucht hatten. Insgesamt zählte die Schule 26 Knaben und 33 Mädchen im Jahr der Errichtung. Eine Lehrerwohnung gab es nicht. Wohl auch deshalb wechselte das Lehrerpersonal häufig.
Schüler- und Lehrerzahlen in Senden
Die Dorfschule in Senden zählte 1911 insgesamt 343 Kinder in fünf Klassen. Gegenüber 1896 war die Schülerzahl um 15 gestiegen, die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer und auch der Klassenräume blieb bei fünf. Hauptlehrer war seit 1908 der 1896 nach Senden versetzte Anton Gerding. 10)
Die einklassige Bauerschaftsschule Schölling zählte 1910 65 Schülerinnen und Schüler. Am 1. Januar 1909 hatte der Lehrer Heinrich Hagedorn seinen Dienst an der Schule begonnen. Er war bis 1923 ein hochgeschätzter Leiter dieser Schule.
Die Dorfschule in Senden verzeichnete im Schuljahr 1921/22 insgesamt 330 Kinder in fünf Klassen. In der Bauerschaftsschule Schölling steigt in den Kriegsjahren 1916 bis 1918 die Schülerzahl auf 75. Aufmerksamer Leiter und Chronist der Schule ist weiterhin Heinrich Hagedorn. 11)
Die Chronik der Schule Wierling vermeldet in den Kriegsjahren einen Anstieg der Schülerzahlen auf über 60. Der 1912 an die Schule versetzte Lehrer Josef Rüther wurde im Oktober 1915 zum Kriegsdienst einberufen. 12)
Bauerschaftsschule Schölling 1913 mit Lehrer Hagedorn(Quelle: Heimatverein Senden)
In rund 50 Jahren von 1870 bis 1918 erhöhte sich die Gesamtschülerzahl in den Volksschulen der Gemeinde Senden von 357 auf 485, um 128 (Zuwachs 35,8 %). Zugleich stieg die Einwohnerzahl von 2470 auf 2740, um 270 (Zuwachs 10,9 %).
Der Anstieg der Schülerzahl ist auf die bessere medizinische Versorgung und Verringerung der Kindersterblichkeit und auf die Errichtung der Bauerschaftsschule Wierling zurückzuführen. Einige Schülerinnen und Schüler aus den Bauerschaften Wierling und Bredenbeck hatten vorher die ihnen näherliegende Schule in Appelhülsen besucht.
Im Jahre 1871 waren 357 Kinder auf vier Klassen in vier Räumen verteilt, je Klasse im Schnitt fast 90 Kinder.
Noch 1918 gab es für 487 Schülerinnen und Schüler nur sieben Klassen in sieben Räumen, je Klasse also im Schnitt 70 Kinder. Dies war zwar ein Fortschritt, für heutige Verhältnisse jedoch unvorstellbar.
Schüler- und Lehrerzahlen 1871 bis 1918:
Sendener Schulhäuser bis 1920
Lageplan der Sendener Schulhäuser nach dem Flurplan von 1935
Schulhaus 1: Erstes Schulhaus in Senden, vor 1800 erbaut, auf der nördlichen Seite des Kirchplatzes. Abbruch 1883.
Schulhaus 2: 1827 Bau als Mädchenschule mit Dienstwohnung, zuletzt genutzt von Konrektorin Gertrud Christiani. 1966 Abbruch und Einbeziehung des Grundstücks in den Schulbereich an der Schulstraße.
Schulhaus 3: 1861 Bau eines Schulhauses mit Dienstwohnung, die 1896 in einen Klassenraum umgewandelt wurde. Zuletzt als Kindergarten genutzt. Abbruch 1967. Heute Schulstraße und Schulbereich.
Schulhaus 4: 1883 Bau eines Schulhauses mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen. 1953 einbezogen in den Neubau der Marienschule, Katholische Volksschule.
Schulhaus 5: So genannter „Schafstall“ auf dem Kirchplatz, seit jeher als Schulgebäude genutzt. 1966 Abbruch. Heute Kirchplatz. 13)
Schulhaus 2 (Quelle: Heimatverein Senden)
Schulhaus 3 (Quelle: Heimatverein Senden)
Schulhaus 4, Blick vom Pastorat (Quelle: Heimatverein Senden)
Schulhaus 5, „Schafstall“ (Quelle: Heimatverein Senden)
Die Bauerschaftsschule Schölling, ein Klassenraum mit Dienstwohnung, lag zirka drei Kilometer westlich des Dorfes am Verbindungsweg zwischen Bulderner und Hiddingseler Straße. (Quelle: Heimatverein Senden)
Die Bauerschaftsschule Wierling, ein Klassenraum, keine Dienstwohnung, lag zirka drei Kilometer nordwestlich des Dorfes nahe am heutigen Verbindungsweg von der Appelhülsener Straße nach Bösensell in der Nähe des Hofes Vogt. Klassenfoto 1913 mit Lehrer Rüther (Quelle: Heimatverein Senden)
Lehrkräfte an den Schulen 1870 bis 1920
Dorfschule Senden:
Name
Vorname
Lehrer/in in Senden
Bemerkungen
Schlatmann
Franz
1860–1892
Erster Lehrer ab 1870
Schmitz
Amanda
1865–1879
Wolf
Maria
1870–1890
Lohoff
Theresia
1879–1910
Röcken
Friedrich Wilhelm
1883–1886
Als 4. Lehrkraft an der Dorfschule
Schmauck
Maria
1891–1925
Schmedding
August
1886–1908
Erster Lehrer ab 1892
Knümann
Wilhelm
1892–1905
Gerding
Anton
1896–1932
Als 5. Lehrer an der Dorfschule, ab 1907 Hauptlehrer bis 1932
Wittkamp
Franz
1905–1938
Hauptlehrer ab 1932 bis 1938
Mangel
Anton
1909–1939
Surmann
Katharina
1910–1938
Bauerschaftsschule Schölling:
Grawe
Anna
1874–1878
Peters
Anna
1878–1880
Hahse
August
1881–1884
Keune
Franz
1884–1885
Holz
Theodor
1885–1902
Riesenbeck
Bernhard
1903–1905
Hoppe
Fritz
1905–1906
Rieffert
Karl
1906–1907
Mangel
Anton
1907–1909
Hagedorn
Heinrich
1910–1933
Bauerschaftsschule Wierling:
Dahl
Heinrich
1909–1910
Spickenbaum
Johannes
1910–1912
Rüther
Josef
1912–1915
Kriegsdienst 1915, gef.+1918
Vertretungen durch Anton Mangel„ Frl. Dammann, Karl Panik, Heinrich Hagedorn, Gertrud Heidebuer
1915–1919
Zur Situation der Volkschullehrer um 1900
Ein besonderes Problem der Anerkennung des Volksschullehrers war und blieb bis ins 20. Jahrhundert seine ökonomisch soziale Lage, kurz gesagt die geringe Besoldung. Nicht von ungefähr wurde das „Lied vom armen Dorfschulmeisterlein“ gesungen. 1908 betrug das Monatseinkommen eines Volksschullehrers knapp die Hälfte von dem eines Oberlehrers am Gymnasium. Das war allerdings immer noch etwas mehr als das Doppelte eines Arbeiters. Nach der einheitlich vom Staat garantierten Lehrerbesoldung wurden Kirchen- und Gemeindedienste überflüssig. 14)
