Sternenfohlen, 22, Die Zwillingsfohlen - Linda Chapman - E-Book

Sternenfohlen, 22, Die Zwillingsfohlen E-Book

Linda Chapman

0,0
4,99 €

Beschreibung

Emilias kleine Geschwister haben nur Unfug im Kopf. Können Emilia und Wolke die wilden Zwillingsfohlen bändigen? Eine fantasievolle Geschichte rund um Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 59

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Linda Chapman

Sternenfohlen

Die Zwillingsfohlen

KOSMOS

Umschlag- und Innenillustrationen: Carolin Ina Schröter, Berlin

Umschlaggestaltung: Carmen Oberzaucher, Wien

Sternenfohlen – Die Zwillingsfohlen,

erzählt von Cordula Setsman

Based on the characters created by Working Partners Ltd.

© Working Partners Ltd. 2012

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2013, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-14090-1

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

1

„Wolke! – Hey, Wolke!“

Erschrocken zuckte Wolke zusammen, als ihre beste Freundin Saphira sie zaghaft anstupste. Sie war so in Gedanken gewesen, dass sie vom Gespräch ihrer Freunde kaum noch etwas mitbekommen hatte.

„Oh … äh, was?“, murmelte sie.

„Was ist denn los mit dir, Wolke?“, fragte Saphira halb ärgerlich, halb besorgt. „Du hast ja gar nicht zugehört.“

„Tut mir leid.“ Wolke sah ihre Freunde zerknirscht an.

„Bedrückt dich irgendwas?“, wollte Sturmwind wissen.

„Hmmm …“, seufzte Wolke.

Sie sah sich unauffällig im Gemeinschaftsraum des Regenbogenhauses um: Wie jeden Abend waren viele Einhornschüler aus ihrem Haus hier, aber zum Glück war jeder in ein Gespräch, ein Buch oder ein Spiel vertieft. Denn was sie ihren besten Freunden Saphira, Stella, Mondstrahl und Sturmwind erzählen wollte, war ein bisschen heikel. Deswegen wollte sie sicher sein, dass sich niemand sonst für ihr Gespräch interessieren würde. Ihre vier Freunde blickten sie erwartungsvoll an.

„Ihr kennt doch die Neue aus unserem Jahrgang, aus Elderas Klasse, oder?“

„Du meinst diese – Emilia? Die nach Schulschluss immer heimgeht?“, wollte Stella wissen. Wolke nickte.

„Und was ist mit der?“, fragte Mondstrahl.

„Also, mir ist in den letzten Tagen immer wieder aufgefallen, dass sie von ihren Klassenkameraden geschnitten wird. In den Pausen ist sie immer ganz allein und wirkt sehr bedrückt. Sie scheint große Schwierigkeiten zu haben, hier Freunde zu finden, und irgendwie tut sie mir deswegen furchtbar leid.“

„Ach, was! Warum sollte sie dir leidtun? Sie ist ja noch nicht mal in unserem Haus“, brummte Mondstrahl.

„Genau“, pflichtete Stella ihm bei. „Außerdem habe ich von ihren Klassenkameradinnen gehört, dass sie ganz schön eingebildet sein soll. Mit niemandem aus ihrer Klasse will sie etwas zu tun haben.“

„Meinst du wirklich?“ Saphira schaute erschrocken in die Runde: Sie konnte es sich gar nicht vorstellen, dass jemand keine Freunde haben wollte. Sie kam aus einer großen Familie und vermisste den Trubel, der bei ihr zu Hause immer herrschte, manchmal sehr. Das Schrecklichste, was sie sich vorstellen konnte, war, immerzu alleine zu sein.

„Klar. Sie wohnt ja nicht mal hier in der Einhornschule und hat es jeden Tag sehr eilig, nach dem Unterricht nach Hause zu kommen. Keinem erzählt sie irgendwas über sich. Woher sie kommt, warum sie jetzt auf unserer Schule ist oder so. Und wenn sie jemand aus ihrer Klasse zum Spielen eingeladen hat, hat sie immer abgelehnt. Sie glaubt scheinbar, sie ist etwas Besseres“, schnaubte Stella.

„Pfffft“, machte Mondstrahl. „Dann ist sie doch wirklich selbst schuld, wenn keiner sie leiden kann.“

„Finde ich auch“, stimmte Stella zu.

„Jetzt wartet mal! Ihr wisst doch gar nicht, ob das alles stimmt“, meinte Wolke.

„Aber alle Einhornfohlen in Arkadia leben doch in ihrer Schule. Sogar Mondstrahl – und der ist ein Prinz und könnte auch einen Privatlehrer im Palast haben“, gab Sturmwind zu bedenken. Stella und Mondstrahl nickten heftig.

„Dann würde Emilia doch aber nicht zum Unterricht in die Schule kommen. Außerdem wirkt sie auf mich gar nicht hochnäsig, eher traurig und einsam. Es muss einen anderen Grund geben, warum sie immer gleich weg muss“, beharrte Wolke.

„Genau. Vielleicht ist sie zudem einfach nur furchtbar schüchtern. Stellt euch doch mal vor, ihr müsstet plötzlich umziehen und auf eine ganz neue Schule gehen, wo ihr niemanden kennt.“ Saphira sah ganz kläglich aus. „Ich mag gar nicht daran denken, wie es wäre, irgendwo neu hinzukommen – ohne euch …“

Sturmwind überlegte kurz und nickte dann langsam. „Geht mir genauso. Noch mal würde ich das nicht durchstehen, mir hat schon der erste Tag hier in der Schule gereicht. Es war schrecklich, keinen zu kennen.“

„Oh ja, wisst ihr noch, wie schüchtern und aufgeregt wir damals waren?“, fragte Wolke. Sie musste schmunzeln, als sie daran zurückdachte, wie sie sich alle zum ersten Mal begegnet waren.

Mondstrahl, Saphira, Sturmwind und sogar Stella nickten. Diese hatte zwar erst in der zweiten Klasse in der Einhornschule angefangen, aber der erste Tag in einer neuen Schule ist immer furchtbar aufregend, egal in welche Klasse man geht.

„Ich hätte von einem der Hauselfen fast schon einen Schulverweis bekommen, noch bevor ich überhaupt zur Schule gegangen bin“, stöhnte Sturmwind. „Aber ihr habt euch gleich für mich eingesetzt. Da wusste ich, dass es hier nicht so schlimm werden kann.“

„Echt? Wie hast du das denn angestellt?“, hakte Stella nach.

„Ach, er wollte mir nur einfach nicht glauben, dass ich ein Erstklässler war. Weil ich viel größer war als die anderen.“

„Und wie habt ihr ihm dann geholfen?“ Fragend sah Stella Wolke, Mondstrahl und Saphira an.

„Na ja, Wolke und ich hatten zufällig mitbekommen, wie Sturmwinds Vater sich von ihm verabschiedet und ihm viel Glück für seinen ersten Schultag gewünscht hat. Und das haben wir den Elfen auch gesagt“, erklärte Saphira.

„Als wir dann auch noch alle vier ins Regenbogenhaus kamen und im selben Stall untergebracht wurden, war eigentlich klar, dass wir Freunde werden würden“, fügte Mondstrahl hinzu.

„Und gegen Oriel mussten wir uns am Anfang ja auch noch wehren. Der war ganz schön frech. Er hat sich einen Spaß daraus gemacht, uns an der Nase herumzuführen, damit wir uns vor den Lehrern und den älteren Schülern so richtig schön blamieren“, meinte Saphira.

„Das kann ich mir bei Oriel gar nicht vorstellen …“ Stella schüttelte erstaunt den Kopf.

„Zum Glück hat Wolke ihn gleich durchschaut und ihn zur Rede gestellt. Das hätte sonst ganz schön peinlich werden können!“, prustete Mondstrahl.

Wolke lächelte verlegen. „Na ja, ich kannte das ja schon von meinen Brüdern. Aber ohne euch hätte ich bestimmt auch nicht den Mut aufgebracht, Oriel die Meinung zu sagen. Ich denke, jeder kann etwas Unterstützung brauchen, wenn er irgendwo neu ist. Deswegen sollten wir auch auf Emilia zugehen und versuchen herauszufinden, was mit ihr los ist. Was ist? Seid ihr dabei?“

„Auf jeden Fall“, meinte Saphira.

„Ich finde auch, jeder hat eine Chance verdient“, sagte Sturmwind.

„Ich weiß nicht …“, brummte Mondstrahl.

Saphira, Wolke und Sturmwind sahen Stella erwartungsvoll an. Diese hatte einen unentschlossenen Gesichtsausdruck.

„Komm schon, Stella. Du hast doch gesagt, sie ist selbst schuld, dass niemand sie leiden kann“, beharrte Mondstrahl. „Und wir haben echt schon genug zu tun, auch ohne den Babysitter für die Neue zu spielen.“

„Mondstrahl!“, schimpfte Wolke. „Denk doch nicht immer nur an dich!“

„Wolke hat recht, Mondstrahl. Wir sollten es zumindest versuchen. Wenn sie wirklich eingebildet ist, brauchen wir uns ja nicht weiter um sie zu kümmern. Mir habt ihr damals schließlich auch eine zweite Chance gegeben …“, gab Stella zerknirscht zurück.

Nun ruhten vier erwartungsvolle Blicke auf dem Einhornprinzen. Mondstrahl blickte finster drein. Eigentlich hatte er vorgehabt, seine freie Zeit in den nächsten Tage für intensives Flugtrai