Sternenfreunde - Maja und die Schattenmagie - Linda Chapman - E-Book

Sternenfreunde - Maja und die Schattenmagie E-Book

Linda Chapman

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6,99 €

Beschreibung

Magischer Wald in Gefahr

Glaubst du an Magie? Maja und ihre Freundinnen sind sich da ganz sicher. Und als sie die Tiere aus der Sternenwelt kennenlernen, ist das der Anfang eines großen magischen Abenteuers.

Der Treffpunkt der Sternenfreunde im Wald leidet unter einem rätselhaften Pflanzensterben. Hat dort etwa jemand Zaubertränke mit dunkler Magie angewendet? Die Mädchen und ihre Sternentiere machen sich auf die Suche nach dem Übeltäter.

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Seitenzahl: 103

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Für Molly Tarris und Castaway,

ein ganz besonderes Pferd,

das jetzt mit den Einhörnern galoppiert!

Linda Chapman

Für Jenny

Lucy Fleming

LINDA CHAPMAN

Sternenfreunde

Maja und die Schattenmagie

aus dem Englischen von Sabine Rahn

mit Illustrationen von Lucy Fleming

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

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Copyright Text © Linda Chapman, 2018

Copyright Illustrationen © Lucy Fleming, 2018

Die englische Originalausgabe erschien 2018

unter dem Titel StarFriends – Night Shade

bei Stripes Publishing, einem Imprint der Little Tiger Group,

1 The Coda Centre, 189 Munster Road,

London SW6 6AW, Großbritannien.

© 2020 für die deutschsprachige Ausgabe bei

cbj Kinder- und Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkter Str. 28, 81673 München

Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten

Aus dem Englischen von Sabine Rahn

Umschlaggestaltung: Geviert, Grafik & Typografie

Umschlag- und Innenillustrationen: Lucy Fleming

MK • Herstellung: MJ

Satz: KompetenzCenter, Mönchengladbach

ISBN 978-3-641-25428-5V001

www.cbj-verlag.de

In der Sternenwelt

Millionen winziger Sterne glitzerten am samtig schwarzen Nachthimmel. Ihr funkelndes Licht fiel auf Hügel und Täler, Wälder und Seen. In einem der Wälder hatten sich die vier weisesten Tiere der Sternenwelt an einem Waldsee getroffen: Es waren eine Eule, ein Wolf, ein Hirsch und ein Dachs. Auf ihrem Fell und ihren Federn glitzerte Sternenstaub und ihre Augen waren von einem tiefen Indigoblau.

»Wie geht es den vier jungen Sternentieren, die in die Menschenwelt gegangen sind, um Sternenfreunde zu finden?«, fragte der Dachs. »Es ist doch schon gut drei Monate her, dass sie und ihre Sternenfreunde der alten Dame, die sich schwarzer Magie bedient hat, das Handwerk gelegt haben«, meinte der Hirsch.

»Das ist wahr«, bestätigte Jago, die Eule. Sie berührte die Wasseroberfläche mit der Flügelspitze und das Wasser begann zu schimmern. »Jetzt ist es wieder friedvoll in Westcombe.«

Auf dem Wasser erschien ein Bild: Es zeigte ein hübsches Dorf in Devon, enge Straßen, gesäumt von kleinen Steinhäusern mit reetgedeckten Dächern. »Diejenige, die sich mit schwarzer Magie beschäftigt hatte, hat alles, was Magie betrifft, vergessen. Und die Sternenfreunde haben den magischen Strom seitdem dazu benutzt, den Leuten zu helfen«, berichtete Jago. »Jede gute Tat, mit der sie helfen, macht den Strom stärker.«

»Können wir die Tiere und ihre Sternenfreunde sehen?«, fragte der Wolf erwartungsvoll.

Jago nickte und wischte mit seinem Flügel wieder über die Wasseroberfläche. Das Bild wechselte und zeigte jetzt vier Mädchen und vier Tiere, die auf eine Waldlichtung liefen. Die Mädchen lachten, und die Tiere – ein Fuchs, ein Reh, eine Wildkatze und ein Eichhörnchen – sprangen neben ihnen her.

Hinter den Mädchen plätscherte ein kleiner Wasserfall auf graue Felsen, wurde zu einem Bach und floss zwischen den Bäumen entlang in Richtung Meer. Es war Frühling und der Bach war durch das viele Regenwasser angeschwollen.

»Maja, Leonie, Sita und Lottie!«, murmelte der Wolf leise, während er die Mädchen beobachtete.

Maja war dunkelblond mit einem schrägen Pony und jagte hinter einem jungen Fuchs her, während Leonie und die Wildkatze einen schattigen Fleck betraten, verschwanden und am anderen Ende der Lichtung wieder auftauchten.

Sita, die lange schwarze Haare und sanfte braune Augen hatte, entdeckte etwas im Gras und lief rasch darauf zu, während das Reh ihr folgte. Sita ging in die Hocke und hob ein kleines Vögelchen hoch, das aus dem Nest gefallen war. Sie rief nach Lottie, die das Vögelchen vorsichtig in ihre Jackentasche setzte und gemeinsam mit Larix, dem roten Eichhörnchen, auf den Baum hinauf zum Nest kletterte.

»Sie sehen froh und zufrieden aus!«, stellte der Dachs beruhigt fest.

Doch noch während die Tiere die Szene beobachteten, kräuselte sich eine dunkle Wolke über das Bild.

Der Hirsch stampfte mit einem Huf. »Was bedeutet diese plötzliche Dunkelheit, Jago?«, fragte er.

Die Eule sah beunruhigt aus. »Ich fürchte, das ist eine Warnung, dass Böses sich wieder über Westcombe zusammenbraut!«

»So rasch?«, fragte der Dachs bestürzt.

Jago nickte. »Diese Lichtung ist eine Schnittstelle zwischen unserer Welt und der Menschenwelt, dadurch wird sie zu einem Ort mit ausgesprochen starker Magie. Leute, die diese Magie für dunkle Zwecke nutzen wollen, werden immer davon angezogen werden.«

Der Wolf tigerte ruhelos um den Teich. »Wenn wir doch nur helfen könnten!«

»Das können wir leider nicht«, erwiderte Jago mit einem traurigen Blick in seinen runden Augen. »Wir hatten unsere Zeit in der menschlichen Welt. Jetzt liegt es in den Händen der jungen Tiere und ihrer Sternenfreunde, diese neuerliche Bedrohung abzuwenden.«

»Aber worin besteht sie überhaupt?«, fragte der Hirsch.

»Ich weiß es auch nicht«, gestand Jago und starrte ins Wasser. »Wir können nur beobachten …«

Kapitel eins

Maja berührte Jazintos rostrotes Fell. »Ich hab dich!«

Der junge Fuchs bellte aufgeregt, als Maja losrannte. Maja spürte, wie die Magie in ihr kribbelte. Wenn sie sich mit dem Strom verband, der zwischen der Sternenwelt und der menschlichen Welt floss, wie Jazinto es ihr beigebracht hatte, konnte sie alle möglichen unglaublichen Dinge tun: in die Vergangenheit schauen, kurze Blicke in die Zukunft werfen und Dinge beobachten, die ganz woanders geschahen. Im Augenblick benutzte sie ihre Magie dazu, vorauszusehen, wohin Jazinto sich wenden würde, damit sie ihm aus dem Weg gehen konnte. Sie bewegte sich nach links, sah, dass er in diese Richtung sprang, und duckte sich in letzter Sekunde nach rechts. Doch Jazinto kannte ihre Tricks inzwischen auch. Er drehte sich mitten in der Luft und stieß sie mit seinen Vorderpfoten vor die Brust, sodass sie zu Boden fiel.

»Jetzt hab ich dich, Maja!«, rief Jazinto und schnüffelte in ihren Haaren.

Sie rollte ihn auf den Rücken und kitzelte das helle, flaumige Fell an seinem Bauch. Er wand sich vor Wonne und wedelte mit seinem buschigen Schwanz hin und her.

Maja spürte eine Woge des Glücks. Es war so wunderbar, eine Sternenfreundin zu sein und zusammen mit ihren drei besten Freundinnen und deren Sternentieren Magie zu üben. Die Mädchen hatten alle ganz unterschiedliche magische Begabungen. Lottie wurde mithilfe ihrer Magie ungeheuer geschickt und schnell; Leonie konnte schattenspringen und Illusionen heraufbeschwören; Sita konnte trösten und heilen, und sie konnte zudem jeden dazu bringen, genau das zu tun, was sie wollte – doch diese Fähigkeit benutzte sie dankenswerterweise nicht sehr oft.

»Hey, Leute!«, rief Lottie. Sie klang ein wenig beunruhigt. »Kommt doch bitte mal kurz her!«

Sie sprang vom Baum.

»Hast du das kleine Vögelchen zurück ins Nest gesetzt?«, fragte Maja, die mit Jazinto zu ihr lief.

Lottie nickte. »Dem geht es gut. Aber mir ist etwas ganz Merkwürdiges aufgefallen, als ich auf dem Baum war.« In ihren haselnussbraunen Augen lag ein besorgter Ausdruck. Larix sprang vom Baum auf ihre Schulter und seine kleinen Pfötchen spielten mit Lotties dunklem Haar.

»Was ist los?«, wollte Leonie wissen, die zusammen mit Saruma im Schatten neben Lottie auftauchte.

»Die Bäume haben keine grünen Knospen mehr«, berichtete Lottie.

»Das ist merkwürdig«, fand Leonie. »An den Bäumen vor meinem Fenster zu Hause sind Blätterknospen, und die Schneeglöckchen im Vorgarten blühen sogar schon. Wieso sind hier noch keine Knospen an den Bäumen?«

Larix hüpfte auf Lotties Schulter auf und ab, wobei sein roter Schwanz immer wieder aufgeregt zuckte. »Es ist gar nicht so, dass noch keine Knospen wachsen, sondern eher, dass die Blätterknospen hier braun geworden sind. Vor einer Woche waren sie grün, aber jetzt welken sie.«

Maja fiel noch etwas auf, das ungewöhnlich war: »Normalerweise wachsen hier Frühlingsblumen. Ich bin ganz oft mit meiner Oma hier gewesen, um Osterglocken und Schneeglöckchen zu pflücken.«

»Vergangene Woche waren hier tatsächlich Schneeglöckchen«, erinnerte sich Sita. »Ich hatte eine kleine Babymaus neben einigen Blumen gefunden.« Sie ging zum Rand der Lichtung. »Genau hier!« Sie ging in die Hocke und schaute über die Schulter zurück zu den anderen. »Sie sind verwelkt.«

Die anderen liefen zu ihr. Die Schneeglöckchen zu Sitas Füßen waren vertrocknet.

»Das ist gar nicht gut!«, sagte Saruma. Sie schritt mit zitternden Schnurrhaaren um das Häuflein verwelkter Schneeglöckchen. »Bäume und Pflanzen sterben nicht einfach im Frühling. Ich fürchte, da ist dunkle Magie am Werk!«

»Glaubst du, dass wieder jemand Schatten heraufbeschwört?«, fragte Sita unbehaglich.

Schatten waren böse Geister, die mithilfe von dunkler Magie aus der Finsternis heraufbeschworen und in Alltagsgegenstände gebannt werden konnten. Sobald diese Gegenstände dann bei jemandem zu Hause standen, fingen die Schatten an, Kummer und Chaos zu verbreiten. Als Sternenfreundinnen war es die Aufgabe der Mädchen, gemeinsam mit ihren Sternentieren solche Schatten zurück in deren eigene Welt zu schicken. Auf diese Weise hatten die Freundinnen schon einen Spiegel-Schatten bekämpft, der Majas ältere Schwester ganz eifersüchtig auf deren beste Freundin hatte werden lassen; außerdem einen Wunsch-Schatten, der Wünsche auf ganz schreckliche Weise erfüllt hatte, und vier Angst-Schatten, die in kleine gelbe Klebemännchen gebannt worden waren und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt hatten.

»Wenn irgendjemand Schatten heraufbeschwört, werden wir ihn aufhalten!«, verkündete Leonie entschlossen.

Ein nervenkitzeliger Schauer lief durch Maja. Obwohl es gefährlich war, Schatten zu bekämpfen, war es gleichzeitig auch sehr aufregend.

»Dein Mut ist bewundernswert«, sagte Saruma zu Leonie, »jedoch kann ich hier keinerlei Schatten riechen!«

»Ich auch nicht«, sagte Rosa und schnupperte mit ihrer empfindlichen Nase.

Einige Sternentiere, darunter Saruma und Rosa, konnten riechen, ob ein Schatten in der Nähe war oder nicht.

»Also was geht hier vor sich?«, fragte Lottie und sah in die Runde.

»Dunkle Magie wird ja nicht nur dazu benutzt, um Schatten heraufzubeschwören«, gab Larix zu bedenken.

»Stimmt, Tante Martha hat zum Beispiel auch diese fürchterliche Schneekugel gemacht«, erinnerte sich Maja. Sie streichelte Jazinto und dachte an die alte Dame, die dunkle Magie benutzt hatte. Sie hatte Jazinto und Rosa in einer Glaskugel gefangen. Maja würde niemals vergessen können, wie elend sie sich gefühlt hatte, als sie befürchten musste, dass sie Jazinto niemals mehr wiedersehen würde. Das war der schrecklichste Augenblick in ihrem ganzen Leben gewesen.

»So ist es«, bestätigte Saruma. »Ihr Mädchen benutzt den Strom der Sternenmagie für eure Magie – andere Leute benutzen die Magie, die in Kristallen oder Pflanzen steckt. Viele Menschen, die die Kraft der Pflanzen nutzen, tun viel Gutes. Andere praktizieren sehr kraftvolle dunkle Magie, indem sie den Pflanzen und Bäumen ihre Lebenskraft rauben und sie sterben lassen.« Saruma berührte die verwelkten Schneeglöckchen mit ihrer Nase. »Das könnte erklären, was hier auf der Lichtung passiert ist.«

»Und wie sollen wir herausfinden, was hier vor sich geht?«, fragte Maja.

Jazinto legte ihr die Vorderpfoten auf die Knie. »Du könntest mithilfe deiner Magie versuchen herauszufinden, ob in der vergangenen Woche hier etwas Merkwürdiges vorgefallen ist.«

»Genau, Maja!«, drängte Leonie.

Maja setzte sich auf einen Baumstumpf. Sie zog einen kleinen Spiegel aus ihrer Jackentasche und schaute hinein. Wenn sie mit ihrer Magie in die Vergangenheit oder in die Zukunft schauen wollte, benötigte sie eine spiegelnde Oberfläche. Sie umschloss den Spiegel mit beiden Händen und öffnete sich dem magischen Strom, der kribbelnd und prickelnd durch sie hindurchfloss. »Zeig mir, ob jemand hier auf der Lichtung dunkle Magie benutzt hat!«, bat Maja.

Die Oberfläche des Spiegels beschlug einen Augenblick und dann entstand ein Bild. Da Maja es als Einzige sehen konnte, beschrieb sie es laut für die anderen: »Es ist Nacht. Jemand tritt auf der Lichtung. Ich glaube, es ist eine Frau. Sie trägt einen langen dunklen Mantel mit Kapuze.«

Die Person im Spiegel sah sich um und lief dann in die Mitte der Lichtung, wo sie auf dem Boden mit einer Flüssigkeit aus einem kleinen Fläschchen einen Kreis um sich markierte. Der markierte Kreis leuchtete schwach grünlich. Die Person verschloss die Flasche und stellte eine silberne Schüssel in die Mitte des Kreises. Als sie sich aufrichtete, erhaschte Maja einen Blick auf blondes Haar.

»Sie hat mit irgendeinem Zaubertrank einen Kreis um sich gezogen«, berichtete Maja. »Jetzt stopft sie Blätter in eine Metallschüssel.« Sie beobachtete, wie die Frau mit einer Hand über die Schüssel fuhr und dazu einige Worte murmelte. »Es sieht aus, als ob sie eine Art Zauber ausführen will …«