Sternenschweif, 29, Die goldene Muschel - Linda Chapman - E-Book

Sternenschweif, 29, Die goldene Muschel E-Book

Linda Chapman

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4,99 €

Beschreibung

Laura und Sternenschweif dürfen bei dem Reiteraustausch mitmachen. Doch kaum angekommen, wird Sternenschweif krank. Auch der Tierarzt ist ratlos. Laura bittet Sidra, die Hüterin von Arcadia, um Rat. Sternenschweifs einzige Hoffnung: eine goldene Muschel ... Eine spannende und magische Geschichte mit viel Platz zum Träumen!

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Seitenzahl: 65

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Linda Chapman

Sternenschweif

Die goldene Muschel

KOSMOS

Umschlaggestaltung: Atelier Reichert, Stuttgart

unter Verwendung einer Illustration von Carolin Ina Schröter, Berlin

Textillustrationen: © Biz Hull

Sternenschweif – Die goldene Muschel, erzählt von Ina Brandt

Based on characters created by Working Partners Ltd.

© Working Partners Ltd., 2011

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

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Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2013, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-14088-8

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

1

„Meint ihr, eine von uns hat Glück?“, fragte Jessica unsicher.

„Ich bestimmt nicht“, seufzte Mel. „Ich ziehe immer nur Nieten.“

„Wenn es heute nicht klappt, dann vielleicht nächstes Jahr“, versuchte Laura die Freundinnen aufzumuntern. Ihr Kopf glühte. Die Luft in dem kleinen Zimmer war erfüllt mit dem Stimmengewirr der Mädchen, dem Duft von Pflaumen-Zimttee und selbst gebackenen Keksen. Rebecca, die Leiterin des Ponyclubs, hatte sich Mühe gegeben, alles gemütlich herzurichten. Doch es wurde kaum etwas gegessen oder getrunken. Seit sich die zwanzig Mitglieder des Clubs bei Rebecca versammelt hatten, redeten alle nur aufgeregt durcheinander. Der Grund ihres Treffens war aber auch spannend genug. Zum ersten Mal war dieses Jahr ein Austauschprogramm mit einem Ponyclub am Meer geplant. Fünf Mitglieder von Lauras Club durften dort den Jahreswechsel verbringen. Und wer diese glücklichen fünf sein würden, sollte nun das Los entscheiden!

Laura kannte das Meer bislang lediglich von Bildern. Bei ihr zu Hause gab es nur Wiesen, Wälder und Berge. Zu gern hätte sie einmal das Meer gesehen und ihre Nase in die salzige Luft gehalten. Aber das wollten alle anderen Mitglieder des Ponyclubs natürlich auch. Deswegen konnte nur das Los entscheiden, wer mitfahren durfte. Rebecca hatte einen kleinen Stoffsack vorbereitet. Darin befanden sich zwanzig zusammengefaltete Papierlose. Fünfzehn von ihnen waren innen weiß. Auf die restlichen fünf hatte Rebecca eine kleine Muschel gemalt. Wer eine Muschel zog, durfte ans Meer fahren.

„So, ich schlage vor, wir beginnen mit der Verlosung!“, rief Rebecca. Schlagartig wurde es mucksmäuschenstill im Raum.

„Ich gehe jetzt herum und jeder darf einmal in das Säckchen greifen“, fuhr Rebecca fort. „Wenn alle ein Los haben, öffnen wir es gemeinsam. Auf geht’s!“

Damit hielt sie dem Mädchen, das neben ihr stand, den Beutel mit den Losen hin. Sie ging reihum bis jeder einen der kleinen weißen Zettelchen in der Hand hielt. Die Mädchen begannen zögernd, sie zu entfalten. Laura hörte hier und da ein: „Schade“, oder: „War wohl nichts.“ Auch ihre beiden Freundinnen Jessica und Mel hatten Nieten gezogen. Mit klopfendem Herzen klappte Laura die letzte Ecke ihres Loses zur Seite. Da! Tatsächlich! Ungläubig starrte sie auf das Stück Papier. In schillerndem Blau prangte dort das Bild einer Muschel!

„Laura, was ist denn?“, fragte Mel.

Stumm zeigte Laura den Freundinnen ihr Los. Als sie die Muschel sahen, weiteten sich ihre Augen vor Überraschung.

„Du darfst ans Meer!“, rief Mel.

„Hast du ein Glück!“, freute sich auch Jessica.

Laura konnte immer noch nichts sagen. Erst langsam schien sie zu begreifen, dass sie tatsächlich gewonnen hatte. Und das Beste daran war: Sie reiste nicht allein. Sternenschweif durfte mitfahren! Laura brannte darauf, ihm alles zu erzählen!

Als Laura nach Hause kam, spielte ihre Mutter gerade mit Lauras kleiner Schwester Sophie. Mit strahlendem Gesicht brachte diese den Holzturm, den Mrs Foster aufgeschichtet hatte, zum Einstürzen.

„Stell dir vor, ich darf mit Sternenschweif ans Meer!“, sprudelte Laura sofort los.

Ihre Mutter bekam große Augen. „Dann hast du wirklich das große Los gezogen?“, fragte sie ungläubig. Laura nickte glücklich.

„Da hast du ja riesiges Glück gehabt!“, sagte Mrs Foster begeistert und drückte ihre Tochter fest an sich. „Dann wirst du endlich zum ersten Mal das Meer sehen, wie schön!“ Sie schwieg kurz. „Aber du wirst dann auch zum ersten Mal allein weg sein von zu Hause und bei fremden Leuten leben. Ist dir da nicht ein bisschen mulmig zumute?“

„Nein, gar nicht“, antwortete Laura prompt. „Ich bin ja nicht allein. Sternenschweif ist doch bei mir.“

Mrs Foster lachte. „Ach so, alles klar“, sagte sie. „Dann hoffe ich, dass er sich genauso auf das Meer freut wie du.“

Laura zog ihre Jacke wieder an. „Er weiß noch gar nichts davon“, erwiderte sie. „Aber ich gehe jetzt gleich zu ihm und werde ihm alles erzählen.“

„Tu das“, sagte Mrs Foster und fuhr Laura liebevoll durch die Haare. „Ich bin sicher, er wird jedes Wort verstehen.“

Laura grinste. Da hatte ihre Mutter gar nicht so Unrecht.

Mit großen Schritten stürmte sie zu Sternenschweif. „Wir fahren ans Meer!“, rief sie ihm schon von Weitem zu. „Nur du und ich!“ Sternenschweif schaute sie fragend an. Da erzählte ihm Laura alles. „Freust du dich?“, fragte sie.

Sternenschweif nickte heftig. Er verstand jedes Wort, denn Sternenschweif war kein gewöhnliches Pony. Mithilfe eines Zauberspruchs konnte Laura ihn verwandeln. Dann war Sternenschweif nicht länger ein graues, unscheinbares Pony, sondern ein strahlendes Einhorn. Ein magisches Wesen mit Zauberkräften, mit dem Laura reden und sogar fliegen konnte.

„Hoffentlich kann ich mich dort auch nachts heimlich zu dir schleichen, um dich zu verwandeln“, sagte Laura. Sie dachte daran, wie sie mit Mel einmal an einem Reitercamp teilgenommen hatte. Dort waren alle Pferde gemeinsam in einem großen Stall untergebracht gewesen und Laura hatte kaum Gelegenheit gehabt, Sternenschweif ungestört zu verwandeln. Denn niemand durfte von ihrem Geheimnis erfahren. Sonst bestand die Gefahr, dass die Zauberkräfte der Einhörner für falsche Zwecke missbraucht würden.

Sternenschweif stupste sie in die Seite. „Du meinst, ich soll mir nicht so viele Gedanken machen?“, fragte Laura.

Sternenschweif nickte wieder.

„In Ordnung“, sagte Laura und warf einen Blick auf die Uhr. „Ich muss zurück. Zu morgen habe ich noch einen Berg Hausaufgaben zu erledigen.“

Sie drückte Sternenschweif einen Kuss zwischen die Nüstern. Dann lief sie rasch zurück ins Haus.

Die nächsten Wochen vergingen wie im Flug. Sie waren angefüllt mit Hausaufgaben, Chorproben und den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest. Kurz vor den Ferien gab es noch einmal eine Versammlung des Ponyclubs. Am Ende des Treffens gab Rebecca denjenigen, die ans Meer reisen durften, jeweils noch zwei Zettel.

„Auf dem ersten Blatt findet ihr die Telefonnummer von Luise Litterst“, erklärte sie. „Wie ihr wisst, ist sie die Leiterin des Ponyclubs in Dorsing, unserer Partnerstadt. Wenn ihr irgendein Problem habt, dann könnt ihr entweder sie oder mich anrufen. Wir schauen dann, wie wir euch helfen können.“ Rebecca machte eine kurze Pause. Für sie war es das erste Mal, dass sie einen solchen Reiteraustausch organisierte. Alle sollten eine gute Zeit haben.

„Auf dem zweiten Blatt findet ihr das Programm, das Luise und ich uns überlegt haben“, fuhr sie fort. Laura überflog das Blatt. Mel und Jessica schauten ihr links und rechts über die Schultern.

„Ein bisschen neidisch bin ich ja schon“, gab Mel zu.

„Ich auch“, pflichtete Jessica ihr bei. Neben einigen gemeinsamen Ausritten war eine große Silvesterparty am Strand geplant. Laura spürte, dass sie ein wenig aufgeregt wurde. Bislang hatte sie gar nicht so viel Gelegenheit gehabt, an ihre Reise zu denken. Aber nun rückte alles in greifbare Nähe. Gleich nach Weihnachten sollte es losgehen. Sie konnte es kaum mehr erwarten!

2

Laura warf sich unruhig hin und her. Sie fand keinen Schlaf. Die Aufregung war einfach zu groß. Die letzten Wochen waren wie im Fluge vergangen. Und morgen nun würde ihr Vater sie ganz früh ans Meer fahren. Laura hatte diesen Tag so lange herbeigesehnt, dass sie fast nicht glauben konnte, dass er gekommen war. Ab morgen würde sie fünf Tage bei den Tucks verbringen.

Leona Tuck, so hieß ihre Austauschpart