Sternkreuzer Proxima - Attacke aus dem Nichts - Dirk van den Boom - E-Book

Sternkreuzer Proxima - Attacke aus dem Nichts E-Book

Dirk van den Boom

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Beschreibung

Folge 8: Die Proxima macht sich auf den Weg zur Welt Hanri. Werden Ark und ihre Leute dort erfahren, was auf der verlassenen Habitat-Station am Rande der Allianzwelten der Aliens geschah? Ein grausamer Fund lässt erahnen, dass Menschen in diesem Konflikt eine ungeahnt verhängnisvolle Rolle spielen. Währenddessen trifft auch Captain Kraus in der Allianz ein und nimmt Kontakt mit einer ganz speziellen Zivilisation auf ...Über die Serie:Schicksalsmission jenseits der Grenzen der bekannten Galaxis!Der verheerende Bürgerkrieg ist vorbei - zumindest vorerst. Die alte Republik liegt in Schutt und Asche. Die Nachkriegsordnung hängt vor allem von einer Frage ab: Wer kann sich als erster überlegene außerirdische Technologie sichern? Denn die terranische Zivilisation ist nicht allein im Universum! Die außerirdische KI Caliban hat Captain Zadiya Ark und die Proxima um Hilfe bei einem verheerenden Konflikt in ihrem Heimatsystem gebeten. Unter der Flagge von Arks Heimat Khalid soll die Proxima mit dieser Mission auch einen essentiellen Wissensvorsprung sichern. Doch die Terranische Republik ist ebenfalls interessiert: Admiral Bonet beauftragt Captain Gerard Kraus - und beide haben noch eine Rechnung mit Zadiya Ark offen ...Wer gewinnt das Wettrennen mit unbekanntem Ziel? Was wird die Terraner dort erwarten? Und warum sollen ausgerechnet die technologisch unterlegenen Menschen in der Lage sein, den Konflikt unter den Aliens zu beenden?Die Fortsetzung von "Sternkreuzer Proxima" von Dirk van den Boom verspricht erneut packende Action, hintergründigen Humor und einfach gut durchdachte Military-SF!eBooks von beBEYOND - fremde Welten und fantastische Reisen.

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Inhalt

CoverSternkreuzer Proxima – Die SerieÜber diese FolgeÜber den AutorTitelImpressum1234567891011121314

Sternkreuzer Proxima – Die Serie

Der verheerende Bürgerkrieg ist vorbei – zumindest vorerst. Die alte Republik liegt in Schutt und Asche. Die Nachkriegsordnung hängt vor allem von einer Frage ab: Wer kann sich als erster überlegene außerirdische Technologie sichern? Denn die terranische Zivilisation ist nicht allein im Universum!

Die außerirdische KI Caliban hat Captain Zadiya Ark und die Proxima um Hilfe bei einem verheerenden Konflikt in ihrem Heimatsystem gebeten. Unter der Flagge von Arks Heimat Khalid soll die Proxima mit dieser Mission auch einen essentiellen Wissensvorsprung sichern. Doch die Terranische Republik ist ebenfalls interessiert: Admiral Bonet beauftragt Captain Gerard Kraus – und beide haben noch eine Rechnung mit Zadiya Ark offen …

Wer gewinnt das Wettrennen mit unbekanntem Ziel? Was wird die Terraner dort erwarten? Und warum sollen ausgerechnet die technologisch unterlegenen Menschen in der Lage sein, den Konflikt unter den Aliens zu beenden?

Die Fortsetzung von »Sternkreuzer Proxima« von Dirk van den Boom verspricht erneut packende Action, hintergründigen Humor und einfach gut durchdachte Military-SF!

Über diese Folge

Die Proxima macht sich auf den Weg zur Welt Hanri. Werden Ark und ihre Leute dort erfahren, was auf der verlassenen Habitat-Station am Rande der Allianzwelten der Aliens geschah? Ein grausamer Fund lässt erahnen, dass Menschen in diesem Konflikt eine ungeahnt verhängnisvolle Rolle spielen. Währenddessen trifft auch Captain Kraus in der Allianz ein und nimmt Kontakt mit einer ganz speziellen Zivilisation auf …

Über den Autor

Dirk van den Boom (geboren 1966) hat bereits über 100 Romane im Bereich der Science-Fiction und Fantasy veröffentlicht. 2017 erhielt er den Deutschen Science Fiction Preis für seinen Roman »Prinzipat«. Zu seinen wichtigen Werken gehören der »Kaiserkrieger-Zyklus« (Alternative History) und die Reihe »Tentakelkrieg« (Military SF). Dirk van den Boom ist darüber hinaus Berater für Entwicklungszusammenarbeit, Migrationspolitik und Sozialpolitik sowie Professor für Politikwissenschaft. Er lebt mit seiner Familie in Saarbrücken.

DIRK VAN DEN BOOM

ATTACKE AUS DEM NICHTS

Folge 8

Originalausgabe

»be« – Das eBook-Imprint der Bastei Lübbe AG

Copyright © 2021 by Bastei Lübbe AG, Köln

Textredaktion: Uwe Raum-Deinzer

Lektorat/Projektmanagement: Lukas Weidenbach

Covergestaltung: Massimo Peter-Bille unter Verwendung von Motiven von © Arndt Drechsler

eBook-Erstellung: hanseatenSatz-bremen, Bremen

ISBN 978-3-7517-1518-8

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lesejury.de

1

»Wir haben die Auswertung der auf dem Habitat erbeuteten Datensätze weitgehend abgeschlossen – soweit das geht, muss ich hinzufügen. Einiges ist sehr aufwendig verschlüsselt, und selbst Sara quält sich ein wenig damit herum«, eröffnete der alte Kybernetiker das Treffen der Schiffsführung.

»Ich bin durchaus dazu in der Lage, die Codierungen aufzubrechen«, warf Sara ein. »Es nähme aber überproportional viel von meiner Rechenkraft in Anspruch, was sich negativ auf die Schiffsführung auswirken würde.«

»Danke, Sara! Ich wollte deine Fähigkeiten nicht in Abrede stellen.«

Sanftes Gelächter ging durch die Runde. Vara sah sich um. Angespannte Gesichter, gewiss, einige mit einer gewissen Erwartung und Neugierde, andere gelangweilt wirkende Masken. Für beides hatte der Erste Offizier großes Verständnis: Sie alle lechzten nach Informationen über die jüngste Entwicklung im Gebiet der auseinanderfallenden Allianz. Solange sie sich hier aufhielten, mussten sie sich dringend Orientierung verschaffen.

Bei solchen Meetings wurde meist am Ende immer das Gleiche gesagt, nur jeweils von jemand anderem. Dann hatte jeder das Gefühl, die drei Stunden hätte man sich sparen können, eine Nachricht über das schiffsinterne Kommsystem hätte es auch getan. Doch diesmal war es anders.

Dr. Adrian Maarten verfügte nicht gerade über außergewöhnliche rhetorische Fähigkeiten, mit denen er seine Zuhörer in den Bann zu schlagen vermochte. Diesen Eindruck unterstrich seine fragil wirkende Gestalt mit dem faltigen Gesicht sowie die langsamen, übervorsichtigen Bewegungen, mit denen seine Hände seine wohlüberlegten Worte begleiteten. Vara zweifelte seine Kompetenz nicht an, aber vielleicht hätten die Eierköpfe besser daran getan, jemanden auszuwählen, der bei der Präsentation wenigstens ein bisschen Dynamik ausstrahlte.

Sein Blick traf den der Bordärztin Sandra von Kampen. Er spürte einen kleinen Stich, wenn er sie ansah, und er wusste auch, woher das kam. Als er auf dieser Urlaubswelt in Polizeigewahrsam einem Lügendetektor ausgesetzt worden war, hatte er einige sehr private Dinge über seine wahren Gefühle für die Ärztin enthüllt. Seitdem herrschte zwischen ihnen eine geradezu ohrenbetäubende Funkstille. Sie sprachen immerhin miteinander, wenn es um den Dienst ging – denn von Kampen war die Professionalität in Person. Sie vermied nun sogar aggressivere Bemerkungen und wirkte generell entspannter als früher, seitdem sie keine Flottenuniform mehr tragen musste. Ihre zivile Aufmachung als Ärztin und ihr damit verbundenes unmilitärisches Verhalten nahmen viel Anspannung aus ihrer Arbeit. Vara fand das wirklich gut. Von Kampen wurde dadurch wieder mehr zu sich selbst. Und er musste sich eingestehen, dass dieser Prozess die Frau nur noch attraktiver machte, als sie ohnehin …

Von Kampen sah weg, als sie bemerkte, wer sie anschaute. Vara blickte ebenfalls zur Seite, wollte nicht starren, nichts implizieren, nicht aufdringlich sein, nicht irgendwie schmierig. Er fühlte sich ja selbst nicht wohl seit jenem verhängnisvollen Moment. Die Tatsache, dass es zwischen ihnen zu keiner klärenden Aussprache gekommen war, machte das nur noch schlimmer.

Vara war mit sich selbst nicht im Reinen. Er litt nicht unter Selbstmitleid – das war ein Gefühl, das er aus tiefstem Herzen verachtete! –, aber er empfand ein gehöriges Maß an … Desorientierung. Nichts, was seine Effektivität einschränkte. Er fühlte sich nur nicht gut, wenn die Ärztin in seiner Nähe war, und er wusste, dass der Grund dafür bei ihm lag und nicht bei ihr.

»Wir hätten gerne eine möglichst knappe Zusammenfassung!«, sagte Ark und entsprach damit den Wünschen der meisten, wenn nicht aller Anwesender. Spezialistin Gimenez saß etwas eingeschüchtert neben von Kampen, obgleich sich ihr kleines Problem mit ihrem Selbstbewusstsein deutlich gebessert hatte. Simmons dagegen sah verloren aus, als wüsste er nicht, was ihn das alles eigentlich angehe, zumal seine Abteilung immer noch mit Reparaturen beschäftigt war. Jeder Tag, an dem sie das Tritranstriebwerk nicht benutzten, bot den Technikern einen Aufschub für die Aufholjagd, die wohl die ganze Mission über nicht nachlassen würde. Simmons wollte nicht hier sein. Er hatte Wichtigeres zu tun. Zumindest glaubte er das.

Maarten ließ sich nicht anmerken, ob er den Wunsch von Zadiya Ark ernst nahm oder nicht. Er atmete hörbar ein und sprach weiter: »Es gibt vor allem Hinweise auf eine Vielzahl von Forschungsprojekten. Dies bestätigt die Beschreibung Calibans, nach der dieses Habitat eine Forschungseinrichtung gewesen sei. Wir sind freilich erst ganz am Anfang der Auswertung, und wir haben es in einigen Fällen mit schlimmer Datenkorruption zu tun, möglicherweise ausgelöst durch Strahlungsgewitter während des Angriffs. Sara und ich arbeiten auch daran. So viel kann ich aber sagen: Wenn wir das alles mit nach Hause bringen, hat sich unsere Reise bereits gelohnt.«

»Die Republik schickt auch ein Schiff, es ist möglicherweise schon angekommen. Ich hoffe, sie treffen nicht sofort auf einen Datenkern, den sie bergen können«, meinte Vara.

»Das ist nicht unser vordringlichstes Problem, und wir können es wahrscheinlich nicht einmal verhindern«, sagte Ark und nickte Maarten zu. »Weiter.«

»Wir haben einige interessante Karten des Allianzgebietes erbeutet, die aktueller sind als die von Caliban. Die Informationen darin zeigen, dass die eigentliche Allianz auf einige wenige Systeme zusammengeschrumpft ist. Im restlichen Gebiet ist ein verheerender Krieg ausgebrochen. Ich fühle mich auf sehr unangenehme Weise an unsere eigene jüngste Vergangenheit erinnert, nur mit dem kleinen Unterschied, dass es bei uns ein Bürgerkrieg war. Hier sind die Kontrahenten zwar ehemalige Verbündete, formal waren sie aber schon immer unabhängige Sternenstaaten.«

»Der Krieg ist schon weiter fortgeschritten, als ich befürchtet habe«, meldete sich Caliban zu Wort. »Ich habe dessen Geschwindigkeit nicht vorherberechnen können. Ein neuer Faktor ist aufgetreten.«

»Welcher?«

Maarten ergriff wieder das Wort. »Captain, ich muss Sie zur Erläuterung dieser Sachlage jetzt mit einem ehemaligen Mitglied dieser Allianz vertraut machen. Wir haben grafische Darstellungen, damit fange ich jetzt erst einmal an.«

Aller Augen richteten sich auf die Mitte des Tisches, über der nun eine Projektion schwebte. Was sie sahen, war auf den ersten Blick als Maschine erkennbar. Auf einer ovalen Sphäre waren allerlei Aufsätze angebracht, und am oberen wie am unteren Ende schien sie einen Kranz von optischen sowie anderen Instrumenten zu tragen. Es war eine Roboterkonstruktion, zumindest war das Arks spontaner Eindruck. Dabei wirkte sie nicht halb so fremdartig wie manche der biologischen Spezies, mit denen Caliban sie in den Briefings vertraut gemacht hatte.

»Ich darf Ihnen ein Standardmodell der Zu7 präsentieren. Sie sehen nicht alle gleich aus, aber viele haben diese Grundform. Lassen Sie sich durch Details nicht verwirren.«

Maarten ließ es für einen Moment wirken, fuhr aber rechtzeitig fort, bevor sich jemand unbeeindruckt zeigen konnte. »Da ich mich kurzfassen soll, tu ich das auch. Die Zu7 gehören zu den ältesten Mitgliedszivilisationen der Allianz und zugleich zu den exotischsten: Es ist ein Maschinenvolk, das sich selbst reproduziert, und zwar seit sehr langer Zeit. Die ursprünglichen Konstrukteure, von den intelligenten Maschinen weiterhin als Schöpfer verehrt, starben vor über sechzehnhundert Jahren aus, also noch vor Gründung der Allianz. Das ist alles ausgiebig dokumentiert. Es gibt in den Daten Hinweise darauf, dass die Zu7, die bei Beginn der Unruhen nicht in Erscheinung getreten sind, während Calibans Abwesenheit eine zunehmend direkte und, wie ich sagen muss, aggressive Rolle in den Auseinandersetzungen gespielt haben. Wir haben Aufzeichnungen, die belegen, dass sie auch am Angriff auf dieses Habitat beteiligt waren. Das legt nahe, dass die Menschen, von denen Caliban berichtet hat, in irgendeiner Verbindung zu den Zu7 stehen.«

Maarten schüttelte traurig den Kopf. »Als Kybernetiker betrübt mich das. Wir setzen große Hoffnungen in die Entwicklung und Perfektionierung künstlicher Intelligenz. Uns alle verbindet der Glaube daran, dass ein goldenes Zeitalter für alle geschaffen werden kann, wenn man diese Technologie konstruktiv einsetzt. Hier ist etwas geschehen, was mich zutiefst beunruhigt und gleichzeitig fasziniert. Caliban hat mir bei der Ursachenforschung nicht weiterhelfen können – bis auf ein Detail, das er beigesteuert hat. Caliban, wenn du es bitte selbst mitteilen würdest.«

»Gerne, Dr. Maarten. Erlauben Sie mir aber eingangs zu sagen, dass ich Ihre tiefe Beunruhigung teile. In mir steckt ebenfalls Zu7-Technologie, denn ich bin ein Produkt eines sehr diversen Forscherteams. Ich muss ehrlich sagen, dass diese Enthüllung in mir … Selbstzweifel ausgelöst hat. Aber keine Sorge. Ich habe diese unerwartete Regung gut unter Kontrolle.«

»Wir nehmen deine tiefe Beunruhigung zur Kenntnis«, sagte Maarten mit einem Unterton, der Vara nicht besonders gefiel, da er … beunruhigt klang.

»Die Geschichte der Zu7 ist in vielerlei Hinsicht von faszinierender …«

»Caliban«, erhob Vara das Wort, und er versuchte wirklich, es auf eine einigermaßen höfliche Weise zu tun. Die hochgezogenen Augenbrauen der Anwesenden hätten ihm gezeigt, dass das misslungen war, aber er schaute ohnehin nur auf Gimenez. Die Spezialistin, die von ihnen allen am längsten und intensivsten mit der Alien-Sonde kommunizierte, sah jedoch nicht alarmiert aus. Vara fühlte sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass man Caliban nur mit sehr großer Mühe beleidigen konnte. Eine solche Unterbrechung war da nur eine Lappalie.

»Entschuldigung. Ich lasse die Geschichte größtenteils weg, Colonel Vara, aber es gibt einen Aspekt, der relevant ist: Die Mitgliedschaft der Zu7 war nicht immer ohne Konflikte. Diese Konflikte gingen im Regelfalle nicht von den Maschinen aus, eher im Gegenteil. Es waren die … Vorbehalte der biologisch konfigurierten Allianzvölker, die für Probleme sorgten. Wie soll ich …?«

»Rassismus?«, bot Gimenez an. »Xenophobie? Die Angst vor dem Fremden, dem Unerklärlichen, dem ganz anderen? Einseitige, diskriminierende Zuschreibungen, Stereotypen, die keine reale Grundlage haben? Gerüchte, die sich zu Gewissheiten verdichten?«

»Danke, Spezialistin Gimenez! Die Übertragung menschlicher Denkmuster ist in diesem Falle leider bemerkenswert akkurat, und das auf eine sehr betrübliche Art und Weise. Rassismus hört sich vielleicht merkwürdig an, wenn es gegen intelligente Maschinen geht, aber das Resultat ist das gleiche. Obgleich formal gleichgesetzt, waren die Zu7 doch nie wirklich gleichgestellt – und es gab viele, die sie das haben spüren lassen. Und ich benutze das Wort ›spüren‹ hier in einem sehr weiten Wortsinn. Die Zu7 haben registriert, dass ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe in vielen Bereichen vorenthalten oder zumindest erschwert wurde. Ich könnte genügend Beispiele …«

»Ein andermal«, sagte Vara, erneut unhöflich, ohne dass sich Caliban beschwerte. »Der Kern des Problems ist uns verständlich. Es gab für die Zu7 also durchaus Gründe, sich eines Tages gegen die Allianz zu wenden.«

»Das kann ich nicht abstreiten.«

»Was haben die Menschen damit zu tun?«

»Ich weiß es nicht.«

»Sind sie Verbündete, oder kam diese Kooperation zufällig zustande?«

»Ich weiß es nicht. Zu der Zeit, als ich aufbrach, waren die Zu7 in den schwelenden Konflikt nicht involviert. Auffällig war nur, dass die Sicherheitskräfte der Allianz, als sie vielen destabilisierenden Aktionen auf den Grund gingen, immer wieder auf Menschen stießen. Vorher sind diese gar nicht aufgetaucht. Deswegen wurde ich zu Ihnen entsandt. Ich habe auf all Ihre Fragen keine Antworten, ich benötige selbst welche. Ich denke, dass wir auf Hanri einige finden werden. Zu dieser Welt sind auch meine Konstrukteure von diesem Habitat geflüchtet. Ich denke, das ist der einzige Weg, der erfolgversprechend ist.«

»Das ist bereits beschlossen.« Ark seufzte leise, ein Laut, der eher Ausdruck von Ermüdung als von seelischer Not war, aber jeder verstand sie. »Simmons. Die Strahlung.«

»Wir sind auf einem guten Weg«, sagte der Ingenieur und wirkte in Anbetracht der Umstände fast schon übertrieben selbstzufrieden. »Calibans Hinweise haben uns geholfen, und was noch besser ist: Wir haben uns auf dem Habitat, ich sage mal, bedienen können.«

»Sie haben es gefleddert«, kommentierte Vara mit einem angedeuteten Grinsen, um jede Schärfe aus ihrer Äußerung zu nehmen.

»Wir können ja für die Rechnung unsere Adresse hinterlassen«, schlug Simmons vor, und Vara war sich gar nicht so sicher, ob das ein Scherz war. Der Ingenieur war ein grundehrlicher Mann, das stand fest. »Jedenfalls haben wir ein bisschen was ausgebaut, mit dem wir Reparaturen effektiver durchführen können – und das Ergebnis ist nicht zu verachten. Ich bin sehr zuversichtlich. Wir können unsere Reise jederzeit fortsetzen, Captain.«

»Ich möchte Sie bitten, den Datenkern der Station beim Abflug zu löschen. Da wir jetzt Zugang haben, kann ich das auch selbst erledigen«, meldete sich Caliban noch einmal. »Ich möchte verhindern, dass zufällige Besucher mit weniger redlichen Absichten die gleichen Erkenntnisse gewinnen können wie wir, gerade was die Forschungsergebnisse angeht.«

»Das habe ich gar nicht zu entscheiden«, erwiderte Ark nach kurzem Abwägen. »Dies ist nicht mein Territorium, Caliban. Es ist nicht meine Heimat.«

»Danke! Dann werde ich so verfahren wie angegeben. Ich habe allerdings nicht zu allem Zugang. Ich befürchte, dass ich selbst nicht alles komplett werde auslöschen können, vor allem nicht, wenn wir bald wieder aufbrechen. Ich werde den Löschimpuls setzen, sobald wir losgeflogen sind.«

Ark nickte. »Gut. Ich habe bereits den Befehl gegeben, dass wir in einer Stunde die Triebwerke hochfahren und uns auf den Weg machen. Hier gibt es für uns nichts mehr zu tun, und was ich sehe, deprimiert mich. Unser Ziel heißt Hanri, und ich hoffe, dass wir dort gut empfangen werden.«

»Gibt es daran etwa Zweifel?«, fragte Simmons misstrauisch.