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Die Besatzung der Proxima macht sich auf den Weg zu weit entfernten Koordinaten, von denen sich Captain Ark mehr Informationen über die Droge erhofft. Unterwegs stößt die Proxima auf ein verlassenes Transportschiff namens Tortuga, das vor 21 Jahren als verschollen gemeldet wurde. An Bord stellt ein Untersuchungsteam fest, dass die gesamte Besatzung auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Chefingenieur Simmons entdeckt, dass die Schiffssysteme der Tortuga eine beschleunigte Alterung aufweisen und einige Komponenten deutlich älter sind als andere. Auch an Bord der Proxima treten seltsame Zeiteffekte auf - doch das ist nicht die einzige Gefahr...
Über diese Staffel:
Der Wiederaufbau der Republik schreitet voran, nachdem Captain Ark und ihre Crew vom Sternenkreuzer Proxima die Regierung zu Fall gebracht haben. Eine Regierung, die unter dem Einfluss einer mysteriösen Droge stand - noch immer ist unklar, wer sie in Umlauf gebracht hat und zu welchem Zweck. Gemeinsam mit der zum Forschungsschiff umgebauten Fregatte Achat unter dem Kommando von Captain Yin soll die Proxima der Sache auf den Grund gehen. Was Ark und ihre Crew schließlich entdecken, geht weit über Machtspiele hinaus ...
Die Proxima auf einer Mission zu finsteren Geheimnissen in den Tiefen des Raums, jenseits aller Vorstellungskraft - in der vierten Staffel der SF-Erfolgsserie von Dirk van den Boom.
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Seitenzahl: 129
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Die Besatzung der Proxima macht sich auf den Weg zu weit entfernten Koordinaten, von denen sich Captain Ark mehr Informationen über die Droge erhofft. Unterwegs stößt die Proxima auf ein verlassenes Transportschiff namens Tortuga, das vor 21 Jahren als verschollen gemeldet wurde. An Bord stellt ein Untersuchungsteam fest, dass die gesamte Besatzung auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Chefingenieur Simmons entdeckt, dass die Schiffssysteme der Tortuga eine beschleunigte Alterung aufweisen und einige Komponenten deutlich älter sind als andere. Auch an Bord der Proxima treten seltsame Zeiteffekte auf – doch das ist nicht die einzige Gefahr …
Der Wiederaufbau der Republik schreitet voran, nachdem Captain Ark und ihre Crew vom Sternenkreuzer Proxima die Regierung zu Fall gebracht haben. Eine Regierung, die unter dem Einfluss einer mysteriösen Droge stand – noch immer ist unklar, wer sie in Umlauf gebracht hat und zu welchem Zweck. Gemeinsam mit der zum Forschungsschiff umgebauten Fregatte Achat unter dem Kommando von Captain Yin soll die Proxima der Sache auf den Grund gehen. Was Ark und ihre Crew schließlich entdecken, geht weit über Machtspiele hinaus …
Die Proxima auf einer Mission zu finsteren Geheimnissen in den Tiefen des Raums, jenseits aller Vorstellungskraft – in der vierten Staffel der SF-Erfolgsserie von Dirk van den Boom.
Nach dem Zerfall der Terranischen Republik erklären sich die Kolonien für unabhängig, und ein galaktischer Krieg entbrennt. Der Sternkreuzer Proxima unter dem Kommando von Captain Zadiya Ark rettet Überlebende einer verheerenden Schlacht, darunter den Verräter Admiral Bonet, der sich den Kolonialen angeschlossen hat. Während die Proxima verzweifelt versucht, die republikanische Flottenstation zu erreichen, wird sie von den Kräften der Kolonialen verfolgt. Ein unerwarteter Kontakt mit einer außerirdischen KI namens Caliban rettet das Schiff und führt zu einem ersten Kontakt zwischen Menschen und Aliens. Doch die Hilfe der Fremden bleibt rätselhaft.
Am Ende von Staffel 1 (Folge 1–6) erreicht die Proxima ihr Ziel, aber die entscheidende Schlacht ist bereits verloren, und die Republik liegt in Trümmern. In Staffel 2 (Folge 7–12) wird deutlich, dass außerirdische Technologie den Schlüssel zur Nachkriegsordnung darstellt. Die terranische Zivilisation ist nicht allein im Universum, und ein Eroberungskrieg der Maschinenwesen der Zu7 droht, auch die Menschheit zu vernichten. Captain Ark entdeckt, dass menschliche Klone die Kontrolle über die Maschinen übernommen haben. Es gelingt der Crew, die Katastrophe zu verhindern, doch Ark bleibt ein gefährliches Ziel für ihre Feinde, darunter Bonet und Captain Kraus, die in der neuen Republik Schlüsselpositionen eingenommen haben.
Zu Beginn der dritten Staffel (Folge 13–18) erhält Captain Ark eine geheime Nachricht: Ihr Erzfeind Bonet plant einen Angriff auf die Flüchtlinge im Onyx-System. Der Widerstand gegen die neue Republik bietet Ark an, inkognito nach Terra zurückzukehren, um einen Anschlag auf Bonet auszuführen. Während sie sich auf diese gefährliche Mission vorbereitet, führt die Proxima im Onyx-System eine Abwehrschlacht gegen Piraten und Saboteure.
Als Ark auf Terra operiert und sich in eine tödliche Verschwörung um Bonet und das republikanische Regime verwickelt, spitzt sich die Lage im Onyx-System zu. Die angreifende Flotte der Neuen Republik rückt vor, und trotz aller Anstrengungen gerät die Verteidigung der Proxima ins Wanken. Im finalen Showdown auf Terra deckt Ark eine groß angelegte Manipulation in den Reihen des Regimes auf. Ein tödlicher Tumult bricht aus, als sie und Bonet direkt aufeinandertreffen. Gleichzeitig tobt im Onyx-System die Schlacht weiter, und das Schicksal der Proxima und ihrer Crew steht auf Messers Schneide.
DIRK VAN DEN BOOM
IM ZEITSTURM
Folge 20
»Das ist eine schlimme Gegend«, sagte Vince und wiederholte damit den Satz, den Ark gerade geäußert hatte. Sie schüttelte innerlich den Kopf. Vara hatte sie gewarnt. Der Mann war ein disziplinierter Soldat und hatte Fachkompetenz, aber seit er die Position des Ersten Offiziers vertreten hatte, bestand seine Arbeit vornehmlich darin, Ark in den Hintern zu kriechen. Als Vara wieder als Stellvertreter Arks fungierte, war Vince etwas in den Hintergrund getreten, hatte die erhoffte Dienststellung des Zweiten Offiziers nicht einnehmen dürfen – Alban Simeon zu ersetzen, kam Ark niemals in den Sinn –, sondern war auf seine Fachqualifikation als Navigationsoffizier zurückgeworfen worden. Er war gut, in dem was er tat, aber dermaßen von heiligem Ehrgeiz besessen, dass es mitunter richtig unangenehm wurde. Arks Sätze wie ein Papagei nachzuplappern gehörte zu diesen unangenehmen Angewohnheiten. Sie würde ein ernstes Wort mit ihm reden müssen.
Oder auch nicht. Der Blick, den Pilotin Espinoza Vince zuwarf, war ebenfalls von heiligen Emotionen erfüllt, es waren jedoch keine positiven. Es war gut möglich, dass die Frau ein Gespräch mit ihm führte, ohne jede Angst vor Degradierungen – ihre Akte bestand ja nur daraus – oder anderen Bestrafungen. Jedem war bekannt, dass Ark große Stücke auf Espinoza hielt und ihr vieles durchgehen ließ, weil sie die Proxima bei ihr in sicheren Händen wusste. Die Pilotin nutzte das nie aus. Aber sie würde mit Vince reden, und das würde ihm keine Freude bereiten. Ark beschloss also, erst mal abzuwarten. Manchmal war es das Beste, der Natur einfach ihren Lauf zu lassen.
Es war immer noch schwierig genug, mit ihrem neuen Ruhm zurechtzukommen. Die Medien waren in einer Zeit des Umbruchs weiterhin auf der Suche nach Lichtgestalten. Und da Ark alle Anfragen nach Interviews und Stellungnahmen kategorisch ablehnte, benutzte man auf den diversen Kanälen all die Aufnahmen, die sie nicht hatte verweigern können. Sie wurde medial recycelt, und was dabei herauskam, war nicht immer genießbar. Kürzlich hatte man Schulkameraden von ihr aufgesucht, an die sie sich kaum erinnern konnte, die aber die Gelegenheit genutzt hatten, relativ absurde Kindheitserinnerungen zum Besten zu geben, deren Wahrheitsgehalt nicht allzu belastbar war.
Ark dementierte nichts. Sie hatte anfangs den Drang dazu verspürt, aber man hatte ihr aus berufenem Munde davon abgeraten. Dementis führten zum Gegenteil des beabsichtigten Effekts, außer es handelte sich um wirklich wichtige Dinge und Autoritäten stellten sich hinter einen – und selbst dann konnte es leicht nach hinten losgehen. Schweigen war Gold. Und daher kommentierte sie auch an Bord ihres Schiffes nur noch, was sich nicht von selbst regelte.
Sie schaute Espinoza an. Hier würde es sich von selbst regeln, da war sie zuversichtlich.
»Das ist der Weg. Wir können fast direkt hinspringen, da bin ich mir sicher«, sagte Espinoza. »Es ist das Outback. Wir müssen nirgends anhalten und uns umschauen. Da ist nichts von Bedeutung.«
»Ein wenig umschauen müssen wir uns schon«, bremste Ark ihren Enthusiasmus. Alle drei standen sie über den elektronischen Kartentank der Proxima gebeugt. Der Kurs war eingezeichnet, alle kartografischen Daten, die bekannt waren, ebenso.
Das Problem war: Der angebliche Herkunftsort allen Übels befand sich wirklich weit draußen. Wenn etwas schiefging, war Hilfe weit entfernt. Natürlich konnte Ark ein ganzes Geschwader anfordern, doch Admiral Hansen hatte ihr davon eher abgeraten. Die Flotte war im Umbruch, und keiner wusste, wie viele Offiziere noch – wissentlich oder unwissentlich – für den mysteriösen Gegner arbeiteten. Tempora tenebris. Dunkle Zeiten. Das war wirklich so. Die ganze Struktur der Republik war erschüttert, und sie musste sich erst wieder neu finden. Die Flotte bildete da keine Ausnahme.
Also kein Geschwader. Aber auch kein überstürztes Hineinstürmen.
»Wir werden außerhalb des Systems rausgehen und erst mal alles scannen«, sagte sie. »Ich werde nicht einfach da reinfliegen. Wir haben es mit Leuten zu tun, die über Jahrzehnte beträchtliche Ressourcen aufgebracht haben. Ich gehe davon aus, dass ihre Basis gut geschützt ist, möglicherweise besser, als es uns lieb sein kann. Vielleicht muss ich um Hilfe rufen. Dann wäre es aber gut, wenn ich das auch könnte und nicht bereits inmitten von Trümmern durchs All schwebe.«
Sie zeigte auf einen Punkt, rund eine Astronomische Einheit außerhalb der Bahn des äußersten der fünf Planeten ihres Zielsystems. »Da ungefähr würde ich gerne ankommen.«
»Ich kann den Kurs anpassen, aber wenn wir einen so langen Sprung machen, sind Ungenauigkeiten vorprogrammiert. Wenn wir einen Zwischenstopp …«, sagte Vince.
»Das verstehe ich gut, aber Sie sagten es ja selbst: Das ist eine schlimme Gegend. Systeme auf dem Weg dorthin sind Piratennester und Stationen wie Pendulum, nur kleiner, noch mehr heruntergekommen und oft sehr verzweifelt. Wir wollen jetzt direkt nah an das Ziel herankommen. Es ist wichtig, dass wir nicht aufgehalten werden. Wenn uns die Ereignisse auf Halterman III eines gelehrt haben, dann, dass es überall brennt, selbst dort, wo man es eigentlich nicht erwartet.«
Sie sah Espinoza an, die nur genickt hatte. »Ein langer Sprung. Ich möchte, dass Sie beide sich über die Kursparameter einig sind. Striktes Vier-Augen-Prinzip. Sie legen mir die endgültigen Koordinaten vor. Aber wir bleiben am Rand des Systems.«
Es wurde recht zackig salutiert aufseiten von Vince, während Espinoza nur lässig die Hand hob. Beide wandten sich ab. Sie würden ihre Arbeit tun und ansonsten … nun, wie gesagt, die Natur würde ihren Lauf nehmen.
Ark setzte sich auf ihren Sessel. Die Zentrale der Proxima hatte sich mit den letzten Umbauten verändert, und Ark hatte noch nicht das gleiche Gefühl der Vertrautheit entwickelt wie beim vorherigen Design. Sie sah auf, als Simeon eintrat, und runzelte die Stirn.
»Sie sind früh dran. Ihre Schicht beginnt erst in einer Stunde«, begrüßte sie ihn lächelnd.
Simeon erwiderte das Lächeln nicht. Er wirkte angespannt.
»Ich wollte Sie kurz sprechen, Captain. Vielleicht privat?«
Ark war etwas verwundert, sah aber absolut keinen Grund, dem jungen Mann die Bitte abzuschlagen. Bevor der Kreuzer beschleunigte, war für sie ohnehin nichts mehr auf der Brücke zu tun. Sie zeigte auf den Eingang ihres kleinen Dienstraums und erhob sich. »Nach Ihnen! Dort können wir in Ruhe reden.«
Simeon folgte ihr, und Ark deutete nun auf die Sitzgelegenheiten. Sie nahmen Platz.
Auf ihrem Schreibtisch lag ein Stapel Dokumente, eine altmodische Sache im digitalen Zeitalter. Der spezielle Drucker in ihrer Kabine produzierte nur dann Papier, wenn es sich um hochoffizielle Unterlagen handelte: Beförderungen, Belobigungen, ehrenvolle Entlassungen und Todesurkunden. In dem kleinen Stapel fanden sich Beispiele der ersten drei Kategorien, keine der letzten. Das Plastikpapier hielt ewig, es widerstand Witterung und Vakuum. Ihre eigene Ernennungsurkunde von der Akademie, ihr Offizierspatent, hing altmodisch eingerahmt an der Wand. Es war nicht mal ein bisschen angegilbt, obgleich es schon einige Jahre dort platziert war.
Ark sah Simeon erwartungsvoll an. Sie hielt große Stücke auf ihn, hatte ihn wachsen sehen, dabei beobachtet, wie er schwierige Situationen gemeistert hatte. Eines Tages würde er die Proxima verlassen müssen, um seine Karriere fortzusetzen, und wenn er dereinst ein eigenes Schiff kommandierte, würde er dafür durchs Feuer gegangen sein, möglicherweise noch mehr als sie selbst zu ihrer Zeit. Wenn er etwas auf dem Herzen hatte, nahm sie es besonders ernst.
Simeon räusperte sich. Er schien ein wenig nach Worten zu suchen, denn er stockte, bis er endlich loslegte. »Captain, ich glaube, wir begehen einen großen Fehler.«
Ark nickte. »Das wäre nicht das erste Mal. Aber was genau meinen Sie?«
»Diese Mission.« Simeon beugte sich nach vorne. Er machte jetzt einen konzentrierten und bedachten Eindruck, wählte seine Worte offenbar genau aus. »Captain, wir wissen zu wenig über das, was uns dort erwartet. Wir sind nicht gut genug auf Eventualitäten vorbereitet. Wir müssen erst weitere Daten sammeln und Erkundigungen einziehen. Der Geheimdienst sollte mit ins Boot genommen werden – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie haben mir von Ihren Gesprächen mit dem Agenten Cort berichtet. Er sollte nicht nur bei uns sein, er sollte auch alles offenlegen, was seine Agenten herausgefunden haben.«
Ark lehnte sich zurück. »Sie glauben, er verheimlicht uns etwas?«
»Würde Sie das denn überraschen?«
»Nein, ehrlich gesagt gar nicht. Aber nur auf der Basis einer Vermutung zu handeln, kann sehr riskant sein. Erinnern Sie sich an das, was auf Halterman III passiert ist. Das hätte auch böse ausgehen können, wenn sich unsere Schlussfolgerungen aus den spärlichen Hinweisen als irrig erwiesen hätten. Ich werde keinen Streit mit dem Geheimdienst vom Zaun brechen.«
Simeon hob abwehrend die Hände.
»Wer redet von Streit? Einladen, mitnehmen und bearbeiten. Jemand wie Cort wird doch irgendwann was Unbedachtes sagen, uns aus einer Laune heraus einen Hinweis geben in einem Moment der Unachtsamkeit. Mir missfällt die Idee ja auch, den eigenen Leuten nicht richtig zu vertrauen, aber wir haben doch gerade mit diesen Leuten unsere Erfahrungen gemacht.«
Er betonte »diese Leute« so, dass Ark sich beinahe genötigt fühlte, ihn zurechtzuweisen.
»Die Idee ist nicht dumm«, erwiderte sie nach kurzem Nachdenken. »Aber das wird sich jetzt wohl nicht mehr organisieren lassen. Er hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt, sich unserer Mission anzuschließen und ich keinerlei Handhabe, ihm diesen Wunsch abzuschlagen. Er hat davon nicht Gebrauch gemacht.«
»Eben. Cort hat sich nicht freiwillig gemeldet, weil er ahnt, dass unser Flug fatale Konsequenzen haben könnte. Weil er mehr weiß als wir. Davon bin ich überzeugt. Captain, wir laufen da doch ins offene Messer. Wir dürfen nicht einfach losfliegen, wir müssen mit deutlich mehr Zurückhaltung vorgehen. Uns liegt die Liste aus Pendulum vor. Wir räumen doch bereits gut auf in der Republik. Eine Atempause, die man nutzen sollte, um jetzt nichts zu überstürzen und damit einen verhängnisvollen Fehler zu begehen.«
Ark lächelte. »Ich bin überrascht. Sie sind ja zu einem richtig vorsichtigen Offizier geworden.«
»Ich habe einiges gelernt.« Simeon erwiderte das Lächeln fast schüchtern. »Ich habe auch einiges über Verantwortung erfahren und was diese mit einem macht. Wenn man Verantwortung trägt, ist man vorsichtig, weil man den Nutzen und den potenziellen Schaden gegeneinander abwägen muss. Sie machen das die ganze Zeit, meine Aufgabe als Führungsoffizier ist es, Sie dabei zu beraten. Damit habe ich lange gefremdelt, weil ich fand, dass ich der Letzte sei, der Ihnen einen Rat geben könnte. Aber mir ist klar geworden, dass dies jetzt zu meinen Pflichten gehört.«
»Und das unterstütze ich ausdrücklich. Glauben Sie mir, als Kommandantin hat man mit einer eigenen Art von Betriebsblindheit zu tun. Es ist gut, dass Sie mit mir geredet haben. Ihre Bedenken haben ja eine sehr reale Grundlage.«
Simeons Augen leuchteten auf. »Was tun wir also?«
Ark schüttelte den Kopf. »Wir führen unsere Befehle aus. Das Oberkommando sieht die Sache weitaus dringlicher als Sie und verlangt Ergebnisse. Wie immer in solchen Situationen ist es unausweichlich, Risiken einzugehen. Ich verlasse mich auf Sie, dass Sie die Augen offen halten und mich weiter beraten. Ich befehle es Ihnen sogar. Aber unser Flug findet wie geplant statt. Und weder Agent Cort noch sonst jemand vom Geheimdienst wird uns begleiten … zumindest niemand, von dem wir wissen.« Ark lächelte spöttisch. Sicher sein konnte man sich da nie. Sie schaute betont auf die Uhr. »Wir legen in einer Stunde ab. Sie haben Ihre Pflichten. Danke für Ihre Einsicht!«
