Sternkreuzer Proxima - Maschinenhölle - Dirk van den Boom - E-Book

Sternkreuzer Proxima - Maschinenhölle E-Book

Dirk van den Boom

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Beschreibung

<p>Folge 12: Tief im Maschinendom der Zu7 fällt die Entscheidung: Gelingt es Ark und dem Kybernetiker Dr. Maarten, den Konflikt ohne weiteres Blutvergießen zu beenden? Und wird Captain Kraus mitspielen? Nicht der geringste Fehler darf passieren, ansonsten wird die Lage eskalieren ... und die Proxima und ihre Crew sind dem Tod geweiht!<br></p> <p>Über die Serie:</p> <p>Schicksalsmission jenseits der Grenzen der bekannten Galaxis!</p> <p>Der verheerende Bürgerkrieg ist vorbei - zumindest vorerst. Die alte Republik liegt in Schutt und Asche. Die Nachkriegsordnung hängt vor allem von einer Frage ab: Wer kann sich als erster überlegene außerirdische Technologie sichern? Denn die terranische Zivilisation ist nicht allein im Universum! </p> <p>Die außerirdische KI Caliban hat Captain Zadiya Ark und die Proxima um Hilfe bei einem verheerenden Konflikt in ihrem Heimatsystem gebeten. Unter der Flagge von Arks Heimat Khalid soll die Proxima mit dieser Mission auch einen essentiellen Wissensvorsprung sichern. Doch die Terranische Republik ist ebenfalls interessiert: Admiral Bonet beauftragt Captain Gerard Kraus - und beide haben noch eine Rechnung mit Zadiya Ark offen ...</p> <p>Wer gewinnt das Wettrennen mit unbekanntem Ziel? Was wird die Terraner dort erwarten? Und warum sollen ausgerechnet die technologisch unterlegenen Menschen in der Lage sein, den Konflikt unter den Aliens zu beenden?</p> <p>Die Fortsetzung von "Sternkreuzer Proxima" von Dirk van den Boom verspricht erneut packende Action, hintergründigen Humor und einfach gut durchdachte Military-SF!</p> <p>eBooks von beBEYOND - fremde Welten und fantastische Reisen.</p>

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Inhalt

CoverSternkreuzer Proxima – Die SerieÜber diese FolgeÜber den AutorTitelImpressum1234567891011121314Epilog

Sternkreuzer Proxima – Die Serie

Der verheerende Bürgerkrieg ist vorbei – zumindest vorerst. Die alte Republik liegt in Schutt und Asche. Die Nachkriegsordnung hängt vor allem von einer Frage ab: Wer kann sich als erster überlegene außerirdische Technologie sichern? Denn die terranische Zivilisation ist nicht allein im Universum!

Die außerirdische KI Caliban hat Captain Zadiya Ark und die Proxima um Hilfe bei einem verheerenden Konflikt in ihrem Heimatsystem gebeten. Unter der Flagge von Arks Heimat Khalid soll die Proxima mit dieser Mission auch einen essentiellen Wissensvorsprung sichern. Doch die Terranische Republik ist ebenfalls interessiert: Admiral Bonet beauftragt Captain Gerard Kraus – und beide haben noch eine Rechnung mit Zadiya Ark offen …

Wer gewinnt das Wettrennen mit unbekanntem Ziel? Was wird die Terraner dort erwarten? Und warum sollen ausgerechnet die technologisch unterlegenen Menschen in der Lage sein, den Konflikt unter den Aliens zu beenden?

Die Fortsetzung von »Sternkreuzer Proxima« von Dirk van den Boom verspricht erneut packende Action, hintergründigen Humor und einfach gut durchdachte Military-SF!

Über diese Folge

Tief im Maschinendom der Zu7 fällt die Entscheidung: Gelingt es Ark und dem Kybernetiker Dr. Maarten, den Konflikt ohne weiteres Blutvergießen zu beenden? Und wird Captain Kraus mitspielen? Nicht der geringste Fehler darf passieren, ansonsten wird die Lage eskalieren … und die Proxima und ihre Crew sind dem Tod geweiht!

Über den Autor

Dirk van den Boom (geboren 1966) hat bereits über 100 Romane im Bereich der Science-Fiction und Fantasy veröffentlicht. 2017 erhielt er den Deutschen Science Fiction Preis für seinen Roman »Prinzipat«. Zu seinen wichtigen Werken gehören der »Kaiserkrieger-Zyklus« (Alternative History) und die Reihe »Tentakelkrieg« (Military SF). Dirk van den Boom ist darüber hinaus Berater für Entwicklungszusammenarbeit, Migrationspolitik und Sozialpolitik sowie Professor für Politikwissenschaft. Er lebt mit seiner Familie in Saarbrücken.

DIRK VAN DEN BOOM

MASCHINENHÖLLE

Folge 12

Originalausgabe

»be« – Das eBook-Imprint der Bastei Lübbe AG

Copyright © 2021 by Bastei Lübbe AG, Köln

Textredaktion: Uwe Raum-Deinzer

Lektorat/Projektmanagement: Lukas Weidenbach

Covergestaltung: Massimo Peter-Bille unter Verwendung von Motiven von © Arndt Drechsler

eBook-Erstellung: hanseatenSatz-bremen, Bremen

ISBN 978-3-7517-1522-5

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lesejury.de

1

»Sie können ja damit umgehen, Hamilton!«

Marcus Hamilton erblickte ein verschwörerisches Grinsen auf dem Gesicht von Sergeant Vickers. Sie hatten schon das eine oder andere gemeinsam durchgemacht, und auf ihre Weise mochte sie ihn anscheinend. Wie ein Freund. Oder ein süßes Haustier. Er war sich nicht ganz sicher.

Als sie ihm die doppelläufige Ronsted F3 in die Hände drückte, fasste er sie instinktiv richtig an, was Vickers mit einem beifälligen Nicken quittierte. Die gedrungene Waffe war eine Spezialentwicklung für Kämpfe in engen Räumen. Man setzte sie gerne bei Enterkommandos ein, aber eben auch zur Schiffsverteidigung. Sie konnte gleichermaßen harte Gummipatronen gegen schlecht gepanzerte Ziele verschießen wie winzige Flechettes, die Opfer auf engem Raum in blutigen Matsch verwandelten. Die Ronsted F3 war eine relativ schwere Waffe, und sie richtig einzusetzen, das bedurfte einiger Übung. Der allgemeine Waffenschein genügte dafür nicht.

Marcus hatte ihn. Margie besaß keinen. Die Handfeuerwaffe, die ihr von einer immer noch grinsenden Vickers in die Hand gedrückt wurde, war nicht halb so beeindruckend und wirkungsvoll wie die kurzläufige Maschinenpistole, die Marcus nun in die Halterung vor seinem höchst unbequemen Brustpanzer steckte. Wenn man es nicht gewohnt war, wurde man leicht kopflastig und stolperte vornüber. Auch das richtige Laufen mit einer Ronsted musste geübt werden. Marcus erinnerte sich nicht gerne daran. Aber als Spezialist mit höherem Dienstgrad hatte er es lernen müssen, und plötzlich fiel ihm alles wieder ein.

»Halten Sie sich an ihn hier, Süße!«, sagte Vickers launig. »Er hat den Größten!« Sie lachte meckernd. Margie war der Frau nicht böse. Niemand war der Infanteristin jemals böse. Erstens kümmerte es sie nicht, und zweitens, wenn doch, zog man den Kürzeren, und zwar immer.

Natürlich log Sergeant Vickers. Sie hatte den Größten. Die Ronsted F4 war schwerer und klobiger als das kleinere Modell, aber sie hatte größere Magazine und mehr Durchschlagskraft. Es war die Waffe der Wahl für eine Soldatin, die Marcus um einen Kopf überragte und deren Schultern die Körperrüstung auf höchst beeindruckende Weise ausfüllten. Sollte es dazu kommen, würde er sich an sie halten. Oder, noch besser: hinter ihr. Das war wahrscheinlich bald der sicherste Ort der Galaxis.

»Helm, Rüstung, Beinschutz?«, fragte Vickers.

»Alles am Mann, Sergeant.«

»Ersatzmagazine?«

»Drei am Gürtel.«

»Da passt noch ein viertes hin, kleines Männlein!«

Marcus nickte gemessen. »Jawohl, Sergeant. Aber ich muss noch die kleine Werkzeugtasche anhängen. Ich bin nämlich Techniker, Madam.«

»Um etwas zu reparieren, muss man es erst einmal zerstören.« Vickers reichte ihm ein viertes Magazin. »Klemm es dir zwischen die Pobacken, ich habe gehört, die sind aus Stahl.«

Marcus nahm die schmale schwarze Plastikschale entgegen und wog sie in der Hand. Er wusste nie, wie Vickers auf so was kam und ob sie das als Spott oder ernsthaftes Lob meinte. Beides ging bei ihr wohl permanent ineinander über. Er würde noch einen Platz für das vierte Magazin finden, und sei es nur, um der Frau zu beweisen, dass seine rückwärtigen Muskeln in der Tat eisenhart waren. Oder auch, weil Vickers es schlicht nicht akzeptieren würde, wenn er ihr das Magazin zurückgab.

»Was ist deine Position?«, fragte Vickers schließlich mit deutlich größerem Ernst in der Stimme.

»Maschinendeck. Ich verteidige mit Simmons und den anderen den Antrieb und das Hauptkraftwerk. Ich vermute mal, einige richtige Soldaten werden uns dabei helfen?«

Vickers schüttelte den Kopf. »Nur wenige. Wir bemannen die Schleusen. Falls wir angegriffen werden, sind wir die erste Verteidigungslinie. Wenn es uns nicht mehr gibt, müssen die Amateure sehen, was sie tun können.«

Marcus prüfte mit fachmännischen Bewegungen die Ronsted, ließ ein Magazin hinaus- und wieder hineinschnellen, sorgte dafür, dass die Waffe gesichert blieb, legte kurz in der richtigen Schussstellung an. Das waren alles lange geübte Bewegungsabläufe, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen waren. Er tat es, um sich vor Vickers aufzuspielen, und er war damit nicht erfolgreich.

»Schöne Show, Matrose«, sagte sie abschätzig. »Aber wenn es hart auf hart kommt, erinnere dich rechtzeitig daran, wo vorne und wo hinten ist.«

»Hinten ist, wo mein viertes Magazin steckt.«

Die Frau lachte auf und winkte dem Nächsten in der Warteschlange. »Der Punkt geht an dich, Hamilton.«

»Wow, du hättest zur Infanterie gehen sollen«, meinte Margie, als sie bepackt mit Mordwerkzeugen die Ausgabestelle verließen, um sich zu ihrem Posten zu begeben. Die Proxima schwebte immer noch durch das gewaltige Innere des Maschinendoms und würde in Kürze zur Landung ansetzen. Dann mussten sie alle bereit sein. Dass Sergeant Vickers stets bereit war, Tod und Verwüstung zu verbreiten, daran hatte Marcus nicht den geringsten Zweifel. Sein eigener Enthusiasmus hielt sich aber noch in Grenzen.

»Ich habe mit dem Gedanken gespielt.«

»Und? Was hat dich davon abgehalten?«

»Du bist mir in einem Traum erschienen und hast mir abgeraten.«

Margie schüttelte den Kopf. Sie versuchte über seinen lahmen Witz zu lachen, aber es gelang ihr nicht recht. Die Idee, das Schiff so zu sichern, kam nicht von irgendwoher. Vara musste das Schlimmste befürchten, und das hieß auch, dass es von jetzt an noch schlimmer werden konnte. Die Proxima war bereits in keinem besonders guten Zustand. Der kurze Schlagabtausch vor der Waffenruhe hatte seine Spuren hinterlassen. Bis zu dem Befehl, sich zu bewaffnen, waren Marcus und Margie unentwegt mit Reparaturarbeiten befasst gewesen, und eigentlich stand noch sehr viel auf einer sehr langen Liste. Doch jetzt hatten sich ihre Prioritäten verändert.

Nicht zum Guten, wie Marcus meinte.

Sie trafen im Maschinenraum ein, begegneten einem hektischen Chefingenieur, der wusste, was zu tun war, es aber offensichtlich ungern tat. Er musste Feuerteams einteilen, Beschusszonen definieren, Abfolgen festlegen. Er tat es nicht alleine: Vara war bei ihm, stand im geordneten Durcheinander umhereilender Crewmitglieder wie ein Fels in der Brandung, warf hin und wieder ein Wort ein, zeigte auf etwas, auf jemanden, oder nickte nur. Marcus nahm die Szenerie schnell in sich auf. Simmons wollte nicht, dass in seinem Allerheiligsten geschossen wurde, und er wollte nicht, dass seine Leute diejenigen waren, die abdrückten. Marcus hoffte inständig, dass es nicht dazu kommen würde.

»Hamilton!«, rief Simmons und winkte. »Sie beide in Position A, direkt neben dem Tritranstriebwerk. Der vordere Generatorenblock wird abgeschaltet, sobald wir gelandet sind. Das ist Ihre Deckungsposition. Sie klettern rauf und legen sich hin. Nicht einschlafen!«

Das war kein Witz. Sie waren alle wieder sehr müde, erschöpft von angestrengter Arbeit und permanenter innerer Anspannung. Marcus salutierte und wiederholte den Befehl, ganz förmlich, doch Simmons hörte ihm gar nicht richtig zu. Vara aber nahm die Meldung mit einem wachen Auge entgegen und winkte die beiden Techniker dann weiter.

Sie kletterten auf die ihnen zugewiesene Stelle. Von hier aus hatten sie eine gute Schussposition auf das Hauptschott, das in den Maschinenraum führte. Dennoch beschlich Marcus ein gewisses Unwohlsein. Weniger wegen der Aussicht, dass möglicherweise bald Roboter in die Proxima vordringen würden, sondern in Bezug auf eine Grundannahme, die alle hier unausgesprochen vorauszusetzen schienen.

»Margie«, sagte er leise. »Warum glauben eigentlich alle, dass die Zu7-Enterkommandos, wenn sie einmal wild entschlossen sind, die Türen und Gänge benutzen werden?«

Doch die Frau neben ihm hatte eine Antwort parat. »Es ist für sie immer noch die ökonomischste Vorgehensweise. Die Öffnungen und Gänge der Proxima sind so angeordnet, dass man überall schnell hinkommen kann. Die Zu7 wissen das. Und wir verteidigen diese Öffnungen und Gänge, weil wir uns dort oft aufhalten. Die Zu7 wollen unseren Widerstand doch gewiss brechen, wenn sie entern. Also ist es sinnvoll, den Kampf dort zu suchen, für sie und für uns.«

Diese Gedanken hatte sich Marcus auch schon gemacht, und sie waren ja keinesfalls abwegig. Dennoch, er war nicht wirklich überzeugt.

»Stellt sich diese Frage nicht etwas anders für Maschinen, die womöglich ausreichend Ressourcen haben, um gepanzerte Wände zu öffnen und so leichte taktische Vorteile zu erlangen? Und stellt sich diese Frage nicht noch einmal anders für Maschinen, die womöglich gar nicht darauf aus sind, Widerstand systematisch niederzukämpfen, weil die Eroberung des Schiffes für sie nicht im Vordergrund steht? Ich meine, um welche Art von Beute geht es hier? Wir sind doch nur ein kleiner Fisch.«

Jetzt war Margie anzusehen, dass sie sein Argument abwog. Sie runzelte die Stirn, wirkte für den Moment etwas geistesabwesend.

»Ich bin mir sicher, dass die Schiffsführung sich auch darüber Gedanken gemacht hat«, sagte sie schließlich mit schwacher Hoffnung in der Stimme. »Und sie ist bestimmt zu dem gleichen Schluss gekommen wie ich gerade.«

»Und der wäre?«

»Egal, wo und wie die Zu7 angreifen: Wir sind in jedem Fall erledigt!«

2

»Wir landen. Sanft. Direkt neben der Proxima. In Laufweite.«

»Wir wollen ihnen helfen?«, fragte Johannsen leise. Sie hielt sich bedeckt, weil die Tatsache, dass die Anaconda und die Proxima jetzt irgendwie Verbündete waren, sich nur langsam in der Mannschaft herumgesprochen hatte und die Reaktionen bis jetzt vor allem Überraschung und Verwirrung gewesen waren. Es war aber nicht auszuschließen, dass die harten Republikaner an Bord, die alle abtrünnigen Kolonien als »Verräter« zu brandmarken pflegten, sich nach einigen weiteren Überlegungen zu einer anderen Reaktion hinreißen lassen könnten. Johannsen hatte ein Auge darauf, aber bisher nichts bemerkt, was darauf hinwies. Inmitten einer gigantischen Maschinenhölle zu landen, umgeben von mächtigen Robotern, mehr oder weniger schutzlos technischen Gewalten ausgeliefert – das trug vielleicht zu dieser Zurückhaltung bei.

Bei Kraus auf jeden Fall. Er fühlte sich sehr zurückgehalten.

»Ich hoffe eher, dass sie uns beistehen«, murmelte er. »Wir haben den Deleganten gebraten. Wir dürften hier in der Beliebtheitsskala ganz weit unten rangieren. Ich glaube nicht, dass das bereits ausgestanden ist, egal, wie verträglich sich Elaine und die Ihren derzeit geben. Ich traue dem Braten nicht.«

»Ich verstehe den Braten nicht einmal«, gab Johannsen wispernd zurück.

»Captain, wir setzen auf.«

An Bord des Schiffes herrschte kontrolliertes Chaos. Sie waren nun in die Höhle des Löwen vorgedrungen, und die Sicherheitsprotokolle ließen keine Fragen aufkommen. Die Crew bereitete sich auf alles vor, so gut sie konnte. Kraus war sich sicher, sollte es zu einem ernsthaften Entermanöver kommen, würden sie ihm keinen echten Widerstand entgegensetzen können. Aber das hieß nicht, dass sie sich auf den Rücken legen und alle viere von sich strecken würden.

»Vielleicht sollten wir ihnen den toten Deleganten überreichen«, murmelte Johannsen dann. »Als Zeichen des Respekts.«

Kraus grinste und schüttelte den Kopf.

»Haben Sie gesehen, wie der aussieht? Ordentlich zusammengeschmolzen, die elektronischen Innereien richtig gut durch. Wenn wir den Zu7 einen Haufen Schrott vor die Tür laden, werden sie uns das bestimmt nicht als Zeichen des Respekts abnehmen. Ich würde sagen, wir behalten die Reste brav für uns, bis sie eingefordert werden.«

Tatsächlich hatten sich zwei Ingenieure der Crew bereit erklärt, den Schrotthaufen genauer unter die Lupe zu nehmen. Vom Wissenschaftsteam des toten Hakonen war bis auf Weiteres keine Kooperation zu erwarten. Die alten Weggefährten des Toten standen immer noch unter Schock angesichts dessen, was sich vor Kurzem in ihrem Labor zugetragen hatte. Sie waren wie paralysiert, um genau zu sein. Jedenfalls war niemand unter ihnen, der das Selbstbewusstsein hatte, eine Alpha-Order aus der Tasche zu zaubern und damit herumzuwedeln. Das war für Kraus völlig in Ordnung.

Wenn das hier gut ging, konnte die Anaconda ohne Probleme zu Bonet zurückkehren, mit Hakonen als bedauernswertem Opfer eines irren und verräterischen Roboters. Kraus konnte jederzeit erklären, es habe keine echte Zusammenarbeit mit der Proxima gegeben, er sei ein Opfer der Umstände und der seltsamen Entscheidungen der Zu7 gewesen. Wichtige Informationen waren auf die Besatzung der Brücke begrenzt, und da konnte er jedem vertrauen. Und die Aufzeichnungen in den Speichern des Schiffes … nun, ein findiger Mann wie Willis würde da schon einen Weg finden. Sie würden etwas daran arbeiten müssen, aber Kraus empfand Zuversicht, was das anbetraf.

Wenn das hier gut ging und auch Ark den Mund hielt. Kraus war sich nicht sicher, für wie wahrscheinlich er das eine wie das andere hielt. Aber Hakonens Tod, das gab er gerne zu, war im Grunde ein Glücksfall für ihn. Das seltsame Kontrollpeptid jedenfalls hatte er konfiszieren lassen. Es war dann im Abfallkonverter gelandet, wo es hingehörte. Keine Versuchung mehr, für niemanden. Ein kurzer Akt der Erleichterung in einer fortwährenden Situation der Bedrängnis.

Hoffentlich hatte Bonet keine Kopie daheim unter Verschluss. Zuzutrauen wäre es ihm.

»Captain, ich bekomme immer noch keine Verbindung zur Proxima. Es ist nichts möglich, kein Datenaustausch, nichts«, meldete der Funkoffizier mit leichter Verzweiflung in der Stimme. Er saß in voller Montur und seit Kurzem schwer bewaffnet in seinem Sessel und musste sich ein wenig nutzlos fühlen.

»Das war zu erwarten. Johannsen, Sie haben das Kommando. Ich möchte, dass Lieutenant Burt mich begleitet. Ich verlasse das Schiff und marschiere zur Proxima hinüber.«

»Sie sollten …«

»Burt und ich. Es gibt absolut keinen Grund, noch mehr Leute einer Gefahr auszusetzen.«

»Dann sollte ich …«, begehrte die Erste Offizierin noch einmal auf.