Südstein - Tasso Hildebrand - E-Book

Südstein E-Book

Tasso Hildebrand

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Beschreibung

Wir Menschen haben die Geschwindigkeit verloren. Egal wie schnell ein Auto, ein Flugzeug oder eine Quantenteleportation ist, nichts ist so schnell wie der Geist. In einem winzigen Moment kann er uns den Lauf und den Sinn eines ganzen Lebens offenbaren. Ein Geistesblitz kann die Welt verändern. Vom Lauf der Gestirne bis hin zu unserem Kreislauf folgt alles den Prinzipien des Geistes. Je besser wir in der Lage sind, den Geist hinter den Dingen zu erkennen und uns davon inspirieren zu lassen, desto sinnvoller und erfüllter wird unser Leben.

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Seitenzahl: 506

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Miniaturen

Worte und Erfahrungen

Zwerge

Alles fließt

Ameisen

Alien

Monster

Heute

Spooky

Verbindung

Karl Marx

Alltägliche Übung

Schuld

Hier und da

0

72

Jesus

Glauben oder die Kühlschranktür

Kleiner Vogel

Klein und groß

Vater

Hungergeist

Sünde ist Quatsch

Do it

Wollen und fließen

Alles ist ein Beispiel

Reine Kopfsache

Gleichgewicht

Krieg

Welt am Draht

Himmel und Hölle

Wasser

Nowhere

Navigation

Freiheit für den Geist

Heute ist nicht alle Tage, ich komm’ wieder, keine Frage!

Hokus Pokus Fidibus

Aua

Dämonen

Hund und Harmonie

Messwerte

Navigation II

Ordnung muss sein!

Durchatmen

Kälbchen

Verdauung

FuQi I

Esel und alte Geschichten

Warum?

Die Wettervorhersage

Klimaforscher

Ein heißes Eisen

Huhn oder Ei?

Back to future

Das Universum ist ein Kuchenteig

Stimmen hören

Herzschmerz

FuQi II – unschuldig

Geben und nehmen

Übermut tut selten gut

Freiheit

Schuldig

Was kann ich tun?

Luftballons und Hunger

Im Wellenhallenbad

Höhenangst

Geist Kung Fu

Liebe

Klebstoff

Man könnte es Wollknäuel nennen

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Qi

Heilung

kostbar

Wenn man einen kennt, kennt man alle. Oder: Es gibt keine Geheimnisse

Was ist schön?

Fenster putzen

Besen, Besen . . …

Fragen

Störungen

Ein guter . . Wanderer . . . . hinterlässt . . . . keine . . . Spuren . . . …

Tee

Yuánfèn

Vorwort

„Nach Überlieferungen setzten die Chinesen den Südstein ca. 2634 v. Chr. ein. Es war ein kleines Holzbrettchen an dem ein magnetischer Stein (Magneteisenstein) fixiert war. Das Holzbrettchen schwamm frei in einer Schüssel mit Wasser. Der magnetische Stein richtet sich immer nach Süden aus, deswegen auch der Name Südstein. Der Südstein wurde auch als Südweiser und nasser Kompass bezeichnet. Er wurde später vom Kompass abgelöst.“1

Die Zukunft ist wie das Meer oder ein unbekanntes Land. Überall, mit jedem Tag und mit jedem Schritt gibt es Neues zu entdecken. Meist richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Sichtbare. Doch es gibt auch Erfahrungen, die nicht mit Händen greifbar, oder mit unseren Augen zu sehen sind. Viele Menschen machen solche unsichtbaren Erfahrungen. Sie miteinander zu teilen fällt oft schwer, denn man möchte nicht gerne als „verrückt“ betrachtet werden. Ich hatte das Glück, in meinem Leben viele solcher Erfahrungen zu machen. Dabei half mir mein unsichtbarer Südstein immer wieder mich zu orientieren.

Dieses Buch entstand, um Menschen Mut zu machen, ihre unsichtbaren Erfahrungen als einen wichtigen Bestandteil des Lebens zu sehen und sie vielleicht besser einordnen zu können. Denn das Sichtbare und das Unsichtbare, das Bewusste und das Unbewusste gehören untrennbar zusammen. Erst wenn wir beide Seiten als gleich wertvoll erkennen, können wir diese Welt freundlicher und friedlicher gestalten. Den Anstoß, dieses Buch zu schreiben, gab Nicola, die nicht müde wurde, mich zu motivieren, mir zuzuhören, wichtige Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und alles aufzuschreiben. Insofern ist dieses Buch eine Gemeinschaftsarbeit.

Geistig unterstützt wurden wir beide in den vielen Stunden durch Meister Dean Li.

1https://www.nautisches.com/index.php?id=sdstein

Miniaturen

Jedes Wesen hat seinen eigenen Weg, der darin besteht, einem natürlichen Prinzip zu folgen. “Wesen” ist ein anderes Wort für Geist. Die wenigsten Menschen wissen, woher sie kommen oder wohin sie gehen. Dieses Buch handelt von meinem Weg und dem Versuch, diesen Weg zu finden und mich zu orientieren. Der Anfang nimmt einiges vorweg und berührt Stationen des Weges aus einem anderen Gefühl heraus als der Rest des Buches. Die Sprache dieser “Miniatur” ist verwoben mit dem Lebensgefühl zur Zeit ihrer Entstehung.

Der Weg

Jeder Weg ist wie eine Geschichte. Sie beginnt irgendwo im Nichts. Sie kann genauso gut in einem Dorf an der Küste beginnen, hinterm Deich mit Blick auf die Ferne hinter den Schafen. Mit nächtlichem „huuuu“ der Nebelhörner vorbeischleichender Pötte in Richtung „weit weg“, wo die Freiheit wartet und die Farben leuchten.

Im Dorf ist es grau, dunkel und schwer von Erinnerungen, von versteckter Trauer und dem Schmerz zerrissener Herzen. Trübe Aussichten für einen Neuankömmling, der andere Pläne hatte. Oder?

Vielleicht aber doch tief verbunden mit den Menschen, die dort leben. Verbunden noch aus alten Zeiten, einander zu helfen, einander zu tragen, miteinander zu ringen um das wahre Leben, um den Funken Lebendigkeit, der lange vorher erstickt worden war von menschlicher Härte und Grausamkeit.

Ein guter Platz zum lernen. Zum Lernen für später.

Ein Platz irgendwo in der Unendlichkeit der Welt. Mein Platz. Ganz gleich, ob Erde oder Jupiter, Neptun oder k5J37. Da wo ich bin, ist meine Welt, sind Wesen, mit denen ich ausgerechnet hier zusammentreffe. WHY?

Lernen, Fragen? Es gibt Lehrer, die Antworten schuldig bleiben. Es gibt Eltern, die selbst unsicher in der Welt, sich am Geländer vorzeitlicher Regeln entlang tasten. Wer weiß etwas über das Leben?

Das Dorf

Sie alle wussten etwas über das Leben. Sie hatten es nur vergessen in dem Chaos der Welt. Jeder ging seinen Weg. Jeder nahm an, die Welt zu kennen. Sie bestand aus Kampf. Kämpfen um zu leben, kämpfen um besser zu leben. Der Bessere gewinnt, den Stärkeren lässt „die Evolution“ am Leben. Die Anderen waren besser gewesen. Sie waren geschlagen worden, aber geschlagen gegeben haben sie sich nicht. Bis auf die, die aufgaben, keinen Sinn mehr sahen, zurückschauten und ihre Schuld nicht ertrugen.

In die Dunkelheit geboren gibt es nur einen Weg. Zurück zum Licht. Erinnerungen leuchten durch Kinder hindurch aus der Zukunft. Durch die Kinder scheint etwas ins Leben zu treten aus einer anderen Welt. Sie bringen das Neue, das Freie, die Hoffnung.

Es sollte besser werden. Alles sollte besser werden. Alle gaben sich Mühe, weiter zu machen, etwas zu schaffen. Der Glaube war nicht mehr da. Etwas war zerbrochen, unterbrochen. Keine Verbindung mehr.

Man gewöhnt sich.

Die Dinge sind wie sie sind. Sie waren schon immer so. Selbstverständlich.

Denken ist der einzige Weg etwas zu verändern, sagen sie. Politisch sich zu engagieren bringt die Emotionen in Wallung. Da kochen verschüttete Gefühle auf, werden in Debatten geworfen. Nie wieder so etwas! Aber sie sind noch da. Sie, die schon vorher Posten hatten und Geschäfte machten. Weiter geht‘s. Ein wenig anders diesmal, mit demselben Ziel. Besser sein.

Komische Welt. Wieso gerade hier. Was habe denn ich damit zu tun? Für eine bessere Welt.

Wenn ich schon mal da bin, kann ich auch etwas tun. Mitmachen. Werden wie sie, aber mit einer Ahnung, einem vagen „da ist noch was“. Es gibt etwas, unsichtbar, und doch da. Irgendwo in meinem Kopf, im Herzen, gewobene Schleier aus Nebel.

Nebenan der Friedhof. Frische Blumen für Mutter. Wenn die Beerdigung vorbei war und der Trauerzug knirschend unter den Sonntagsschuhen sich zerstreut hatte, konnten wir uns anschleichen und nahmen mit, was abgefallen war. Als Opa starb, gab es Streit um seine Hemden und den guten Anzug. Jahre nicht getragen in der Klinik. Freigegeben jetzt. Der ist noch gut. Werte ändern sich.

In der Dämmerung kamen die Schatten. Käuzchen rufen in die Sehnsucht der Nacht. Wer hat das erfunden?

Wie kommt die Angst in die Welt. Einmal im Jahr wurden die Wäschekörbe gefüllt mit dem Nötigsten. Kerzen, Wasser, Brot, Käse, Wurst, Tee, Decken, Papiere. Alles auf den Dachboden, die Flut kommt. Hält der Deich? Verwandte aus dem Süden fragen, ob alles gut gegangen ist.

Ich habe mich daran gewöhnt. Es passiert sowieso nichts. Was kann passieren, wenn ein Deich bricht? Leute sind gestorben. Es gibt Blumen und Kaffee.

Verbindung

Ebbe und Flut, Kommen und Gehen, Leben und Sterben, Hallo sagen und Tschüss, Tag und Nacht, Wach und Traum.

Es gibt eine Verbindung. Wie könnte es ohne Verbindung gehen? Zufall, sagen die Leute. Wieso bin ich ausgerechnet hier, wieso bei Euch?

Frag Gott.

Er spricht nicht mit mir.

Gott

Er sieht alles

Er ist überall

Auch in mir?

Ja. Aber du bist nicht Gott

Wo ist er in mir?

Stell nicht solche Fragen.

Hey Gott wo bist du?

Wie findet man einen Mann mit Bart, der überall ist? Wie geht das, unendlich zu sein und

doch auf einem Stuhl zu sitzen? Der Stuhl steht auf den Wolken. Wieso fällt er nicht runter?

Nach dem Tod ist Nichts. Absolute Leere. Du bist dann auch nicht mehr. Ausgelöscht, weg. Wie kann ich nicht sein? Gibt es überhaupt irgendetwas ohne mich? Gibt es die Menschen, die Tiere, die Pflanzen, die Erde, den Himmel und Gott, ohne mich?

Kinderfragen. Kindergedanken. Lebhafte Fantasie, sagten sie. Lebhaft, voller Leben, lebendig und beweglich

„Meditate about the emptyness!“, gab mir viele Jahre später ein tibetischer Lama als Antwort auf meine Fragen. Emptyness, die Leere. Aber alles ist gefüllt in der Zwischenzeit. In mir ist es voll, so voll wie draußen die Welt voll ist. Die tausend Dinge.

Die Weisen fanden Zufriedenheit in der Stille des Nichts. (Klassiker des gelben Kaisers)

Später machte es Sinn, das Nichts.

Das Dorf 2

Alte Männer, hölzerne Krücken, Einer ohne Arme, der Andere ohne Bein, manche mit Augenklappen. Wo sind sie geblieben? Erwin, verrückt vor Schmerz, tanzt auf der Straße ab und an. Die Kinder folgen ihm, tanzen.

Freiheit.

Der verrückte alte Mann springt auf der Straße herum und schenkt uns die Freiheit des Narren, der sich nicht schert um Ordnung und Gesetz. Einfach auf der Straße tanzen. Wusste er um seine Freiheit oder war er schon längst nicht mehr von dieser Welt? In seiner Welt lebte der Wahnsinn weiter, tanzte auf seinem Rücken wie der Geist in einer Voodoo Zeremonie, der vom Tänzer Besitz ergreift.

Wer ist da?

Wir fanden eine Waffe. Sie verschwand, als wir fragten, wie man sie gebraucht. Man spießt damit den Feind auf, wenn man keine Kugel mehr hat. Die alte Zeit schaut auf die Kinder und erzählt ihre Geschichten. Die alte Zeit ist noch da, in den Köpfen und Herzen und den Mägen der Menschen.

Alles durchzogen von Wehmut.

Aufwachen! Es ist vorbei.

Doch in den Nächten und den Tiefen strömen Wesen hervor aus Dunkelheit und Schrecken. Mein Vater schreit im Schlaf in Erinnerungen.

Aufwachen. Wer seid ihr? Klein, groß, wie mein Teddy, trollen sie durch das nächtliche Zimmer. Springen über Stuhl und Tisch, laufen unter dem Schrank. Sie sprechen nicht. Stumm stahlen sie sich in meine Welt von irgendwo. Kein Schlaf mehr in mir. Herzschlag voller Aufregung. Wo ist das Licht?

Traum, Schaum? Keiner mehr da beim Schein der Lampe. Aber sie waren zum Greifen gefährlich …

Zwerge

Wer sollte das glauben in dieser Welt?

Spökenkieker.

Nicht anrühren die andere Welt. Alte Schule Wissenschaft.

Der Teufel erschien bei Einbruch der Nacht aus der still vertrauten Schattenwelt des Gartens. Seine massige Gestalt durch Nebel ziehend. Schreie und Rennen, ich sah die Hörner überragend und schnaufend zum Stoß bereit. Vater und Vater, mit Knüppeln, entschlossen, vertraten ihm den Weg. Sie waren Krieger, die Väter und Nachbarn. Instinkt und Kampf wohnten noch in ihnen. Wir sahen nichts aus dem sicheren Fenster. Sie aber jagten die Kuh zurück auf die Weide hinter dem Garten.

In der Nacht lockt mich wieder das Käuzchen und mein Geist folgt in die verborgene Welt.

Garten Eden

Ich fiel und versank. Das Wasser war klar und von Sonne durchschienen. Ich sah mich untergehen ohne eine Bewegung dagegen zu setzen. Staunend öffnete ich am Grunde angekommen den Mund und atmete.

Mein Gegenüber auf dem Boden aus modrigen, faulenden Blättern war ein Frosch. Ich hätte ihn so schnell wohl nicht gesehen, hätte er mich nicht angesprochen. Das Wunder meines atmenden Daseins an dieser Stelle des Friedhofgrabens, knapp 40 cm unter der Wasseroberfläche, schien den Frosch nicht zu beeindrucken. In seiner Welt war es völlig selbstverständlich, unter Wasser zu atmen. An seine Worte erinnere ich mich nicht, nur an sein freundliches Wesen. War ich auch ein Frosch?

Ein Traum. Natürlich. Aber von solcher Klarheit, dass er mich mein Leben lang begleitet hat. Noch heute frage ich mich, ob ich nicht tatsächlich dort war, einer von ihnen. Einer der unzähligen Bewohner des Friedhofgrabens.

Djang Tse (Dschuang Dsi) erzählte die Geschichte wie er träumte, er sei ein Schmetterling. So schön und leicht war sein Leben. Dann erwachte er und dachte, bin ich Djang Tse, der träumt, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, er sei Djang Tse?

Was ist Wahrheit, was ist Traum?

Womit sind wir verbunden im Leben, in unseren Träumen?

Was ist Verbindung?

Wir haben sie gejagt und gefangen die Bewohner des Friedhofgrabens. Er war unser Amazonas. Moskitos, Fische, Reptilien, Vögel und Insekten. Auf unserer Seite des Flusses der bekannte Kontinent mit Nahrung und Versorgung der Wunden im elterlichen Hospital-Hotel. Auf der anderen Seite das Unerklärliche, der nahe Tod hinter dem Dickicht, das die steile Uferböschung überwucherte. Hohe Bäume standen beiderseits des Flusses, tauchten ihn in Schatten, ließen Zweige herabhängen, an denen wir uns auf dem selbstgebauten Floß hinüber zogen. Wir sackten ein. Oft gab irgendetwas nach oder rutschte ab und wieder stank einer nach Gubbel (Matsch).

Wir sahen nie Leichen, auch wenn wir sie suchten. Für Wasserleichen sollte es 50 Mark Finderlohn geben. Stunden suchten wir das Schilf am Ufer des großen Flusses ab.

Wir erschraken vor den rot leuchtenden Augen der Außerirdischen, die sich ausgerechnet auf unserem Friedhof niedergelassen hatten. In Wahrheit sahen wir unser erstes Grablicht, als wir in der Dunkelheit unseren Mut erproben wollten.

Abends gab es Feuer. Jeden Abend. Winter-, Frühling-, Sommer-, Herbstfeuer. Kartoffeln, frisch aus der Erde, warfen wir hinein, um Kohle mit Kartoffelgeschmack zu essen. Hexensuppe mit Wasser aus dem Graben kochten und rochen wir, bis der Garten überquoll. Wir bauten ein Haus aus Ziegeln und den Modder des Grabens vermischten wir mit Sand und Erde zu Zement.

Stichlinge jagten durch unseren Amazonas, Hunderte Würmer ließen ihr Leben für einen guten Fang.

Manchmal stand ich am Zaun. Der alte Bauer nahm mich mit auf seinem alten Trecker, wenn ich ihm zuwinkte. Schweigend drehten wir unsere Runden auf dem stampfenden Motor, labten unsere Nasen an heißem Öl, Diesel und dampfendem Heu.

Es gab frische Milch von der Kuh. Ich trug sie mit der offenen Kanne nach Hause. Keinen Tropfen verlor ich beim Drehen der Kanne am ausgestreckten Arm.

Das Land war weit und leer.

Natur überall. Leben auf Kosten Anderer. Kaninchen und Hühner im Stall, liebevoll von uns gefüttert, später auf dem Tisch. Dazwischen versuchten wir immer durch irgendeinen Spalt in den Hof des kleinen Hauses zu lugen, um zu sehen, wie einer der Männer mit Beil oder Messer für den Braten sorgte.

Mein erstes Mal war ein Aal. Selbstgefangen. Bevor ich seinen Geist vom Körper trennte, schaute ich ihm lange in die Augen. Stille voller Worte. Mein Geist war voll davon. Ich wollte ihn, wollte sein Fleisch, es war normal. Man fängt einen Fisch und isst ihn. Und doch ist er ein Wesen, ein Geist, eine Seele. Wie kann es anders sein? Schlachten, töten, essen und gegessen werden. So ist das Leben. Mich trieb es, mit der Angel loszuziehen, und alles auf diesen Moment zu setzen, an dem der Schwimmer zuckt und ein Wesen aus der Tiefe in meine Falle geht. Wer bin ich, wenn ich jage? Welche Kraft treibt mich? Instinkt?

Der Aal verstand sicher kein Wort. Seine Welt kennt meine Worte nicht. Kennt seine Welt mein Ringen um sein Leben? Mein Ringen um mich, in das er eingewoben wurde? Oder hat er sich in mein Leben gebissen, als er den Wurm nahm, den ich ihm anbot?

Welche Kraft hat ihn aus dieser Welt befördert? Mein freier Wille? Ja – nein, Beides war möglich.

Der ausgenommene Fisch bewegte sich in der heißen Pfanne. Er wand sich wie er es gewohnt war im Leben. Beinahe sprang er über den Rand in eine andere Welt.

Wieviele Welten gibt es? Wieviele Wahrheiten?

Kinderfragen. Irgendwann, unbeantwortet, gehen sie. Lernen, die richtigen Fragen zu stellen. Wie Viele Äpfel passen in den Zug, der um 3 Uhr in Hamburg abfährt? Wichtige Fragen, aber langweilig. Langeweile plus Anstrengung – für was? Keine Bewegung mehr frei. Leistung und Sportstunden. Noten für Bewegung. Pech für die, die sich anders bewegen. Uniformität, alle gleich, bis auf die Besten. Träume sind Schäume, vergehen wie Wind und Schnee und Regen, ziehen vorbei ins Nichts.

Zahlen sind konkret, haben Bestand. Du kannst dir deine Rente jetzt schon ausrechnen.

Der Weg ist klar, die Welt Materie.

Später übte ich bei einer russischen Schamanin einen Tanz. Es war mehr eine kreisende Bewegung um mein rechtes Bein herum. Vom Tonband lief der monotone Gesang eines Altaischamanen, begleitet von einer Rassel. Nach einer Weile rasselte es in meinem Kopf, der Gesang und meine Bewegung gingen in denselben Rhythmus über. Ich schloss die Augen und auch meine Arme begannen sich wie von selbst zu bewegen. Glücklich über diese leichten, freien Bewegungen ließ ich mich treiben. Gedanken gab es nicht, nur Spüren.

Etwas stieg in mir auf wie eine Kraft. Die Arme begannen zu schwingen und ich ging über in das Wesen eines Vogels. Für kurze Zeit war ich ein Vogel.

Eine andere Welt. Hinübergewechselt. Metamorphose im Geist?

Die Schamanen sagen, man verbindet sich mit dem Geist des Tieres. Manche können sich direkt mit einem speziellen Tier verbinden und eine Zeit mit seinem Geist reisen.

Zu Hause gab es keine Schamanen. Also keine Antworten und keine Reisen mit dem Geist.

Was macht ein Tier aus, was einen Menschen?

Mathematik, Physik, Deutsch, Englisch, Französisch, Biologie, Chemie. Alles, was man wissen muss für später. Für das richtige Leben.

Das richtige Leben begann in einer Kaserne.

Uniform, Waffen, Leistung, Gehorsam.

Anpassen, einpassen.

Teil werden.

Ameise.

Ein Ausweg, die Marine. Schlechte Noten in der Schule. Zuviel Alkohol, zu wenig Disziplin, gefühlte Dummheit. Wie das alles in meinen Kopf bekommen? Das Hirn wollte nicht. Hat sich gesperrt oder andersrum gedacht oder …

Andere waren gut, sehr gut. Sie hatten Ziele.

Ich wollte weg.

Seefahrt, Abenteuer, weites Woanders.

Kriegsschiff. Irgendwann war ich Teil des Ganzen. Funktionierte und wollte funktionieren.

Der Alkohol blieb.

Verträumte Zeit. Neblige Erinnerungen.

Einfach nur weg.

Zur See

Wieder geht es runter. 21, 22, 23, 24 … zählen. Irgendwann ist Schluss, dann geht es nur noch runter. Gute Nacht Welt, wir sinken. Alle wissen es, alle die hier sitzen, in der Nacht, halb schon betrunken, eng aneinander gedrängt um den kleinen Tisch. 15 Mann, beinahe noch Babyhaut, zählen grölend ihrem Untergang entgegen. Da ist diese magische Zahl in einem Sturm wie diesem. Dein Schiff stürzt den Wellenberg hinab, taucht ein, tief hinein in die nächste Welle, bäumt sich auf, will hoch, zurück zur Luft, zurück zum Leben, die Last abwerfen, die es niederdrückt.

Von Last wussten wir nichts. Das Leben war unendlich.

Wenn diese Zahl erreicht ist, gibt es keine Wiederkehr. Die Kraft verlässt das Schiff, der Auftrieb ist zu schwach.

Auftrieb und Lebenswille.

Schicksal, diesem Sturm zu begegnen. Doch wo begann das Schicksal? Schicksal, das sind Wege, die sich kreuzen, ist der Verlauf von Kräften, die sich kumulieren, wie bei einer Monsterwelle, einem Unfall, einem Glücksfall, einem Fußballtor.

Im Traum war ich schon untergegangen, hatte geatmet unter Wasser. Keine Angst. Und jetzt ein Spaß beim Bier mit echten Kerlen nach der Tageswache. Vielleicht hatten auch die Kräfte meiner Träume mich hierher gelenkt, um in der Erfüllung ihrer Prophezeiung sagen zu können: „Siehst du? Glaubst du jetzt wie wahr wir sind?“ Biscaya. Mythos, Traum, Abenteuer.

Es gibt dieses Foto von dem Leuchtturm, der von einer Welle fast umgeworfen zu werden scheint. Ein Mann schaut aus einer Tür des Leuchtturmes und hinter ihm kommt diese Riesenwelle.

Biscaya. Wetter. 12 Windstärken, See 10 bis … Meter, von Brest bis zu den Azoren.

Viele lagen in ihren Kojen. Manche wurden ruhig gestellt und festgeschnallt. Zu groß die Angst sie zu verlieren. Sie gehen einfach raus und springen, weil es nicht aufhört. Keine Sekunde Ruhe unter den Füßen, nichts bleibt wo es ist, wenn es nicht festgeschnallt wird. Es soll einfach nur aufhören. Die Welt soll wieder fest werden, berechenbar, sicher.

Mich umgab eine Hülle. Unerreichbar. Keine Angst vor Untergang. Wir bleiben oben. Das Zählen in der Nacht ein Spaß, je länger desto lauter. Und immer, wenn wir wieder hoch kamen, noch ein Bier.

Da waren andere. Mit Sorge füllten sich die Gesichter der Offiziere. Verantwortung für 360 Mann und ein teures Schiff. Sorge hinter der Fassade des Seebären.

Ich begann den Sturm zu lieben. Unten 2 Decks unter der Wasseroberfläche. Im Keller, wo meine Koje war, sah man nichts. Nur das Krachen, Donnern und Dröhnen der Wasser, die auf Stahlplatten schlugen, war zu hören. Das große Zittern, wenn Masse sich durch Masse drängt. Alles vibriert dann, als würde das Schiff von einem mächtigen Riesen wie ein Sparschwein durchgeschüttelt, um zu hören ob sich noch ein Goldstück darin befindet.

Die Goldstücke waren wir. Schlugen gegen Wände, verloren den Halt, wenn der Boden unvermittelt unter den Füßen wegsackte und hielten uns in den Kojen während des Schlafes fest um nicht hinausgeschleudert werden.

Ein grandioser Anblick dieses unendliche Wellengebirge. Wie klein wir doch sind!

Wie gigantisch diese wilde Natur.

Strömungen.

Luftströmungen, Meeresströmungen.

Alles fließt, nichts steht jemals still.

Sechs Stunden frei, sechs Stunden Wache. Der Rhythmus meines Lebens auf See. Kein eigener Rhythmus. Der Körper wehrt sich. Die Kraft zieht sich zurück nach innen. Kein Halten, kein Wille stark genug, sich der Natur zu widersetzen. Eingeschlafen auf der Brücke. Stehend, beide Hände umklammern das an der Decke gespannte Halteseil. Festhalten und schlafen, weil die Augen sich nicht mehr öffnen wollen, flüchtige Szenen einer anderen Welt sich in das Bewusstsein schieben. Welche Welt ist wahr?

Die um mich herum schaukelnde Dunkelheit, in der vereinzelt Leuchtspuren von Instrumenten tanzen? Sie verschwimmen, mischen sich zu vagen Eindrücken. Überblenden! Fliehen in Gedanken, träger Brei im Hirn, Sehnsucht nach Ruhe und Erleichterung.

Aufgeben. Nachlassen, fallen lassen.

Meine Hände halten den Körper. Sie wissen, sie dürfen nicht nachlassen. Ich weiß es nicht mehr. Traum.

Schlaf.

Wach auf! Schrecken jagt durch den Körper.

Wo bin ich?

Auf See. In Sicherheit.

Traum, Schlaf, Wach.

Es gibt nur diese drei Zustände. Für die Ungeübten sind es drei Welten, von denen nur eine wahr ist. Für die Meister keine Trennung, nur schnelle Wechsel. Leben und Tod, Tag und Nacht, hell und dunkel.

Freiheit

Unendlicher Ozean. Selbst auf einem Schiff mit geplanter Reisezeit und vorgeschriebenem Lebensrhythmus.

Für Simone

Worte und Erfahrungen

Wer nicht hören will, muss fühlen

… das hören wahrscheinlich immer wieder viele Kinder von ihren Eltern in der ein oder anderen Weise. Aber was wollen Eltern ihren Kindern damit eigentlich sagen?

Im Grunde sagen sie damit, dass sie schon die Erfahrung gemacht haben, die den Kindern noch bevorsteht. Und dass sich Kinder Schmerzen oder Leiden ersparen können, wenn sie sich die Erfahrungen der Eltern zu Herzen nehmen.

So geht es seit Tausenden von Jahren. Es sind immer dieselben Worte und trotz der Worte immer wieder dieselben Erfahrungen. Man könnte daraus schließen, dass Menschen eigene Erfahrungen brauchen, um wirklich zu verstehen. Man kann auch daraus schließen, dass Worte allein nicht genügen. Wozu dann Worte?

Wozu dieses Buch? Es sind auch Worte. Worte, wenn sie von einer echten Erfahrung getragen werden, übermitteln auch das Gefühl dessen, der sie spricht. Wenn beispielsweise jemand eine schlechte Erfahrung gemacht hat, hört man mitunter auch die Angst, die mit dieser Erfahrung verbunden ist. Umgekehrt hört man auch die Freude und das Glück, wenn jemand von guten Erfahrungen berichtet. Worte haben immer Begleiter.

Worte können machtvoll sein, sie können schmerzen, sie können wohl tun, sie können heilen, sie können auch inspirieren und beflügeln. Je nachdem von wem, wie und wann sie ausgesprochen werden.

Im Alltagsleben werden unsere Worte von Emotionen begleitet. Unsere Emotionen färben den Klang unserer Stimme und zeigen dem Hörer, wie es dem Sprechenden innerlich geht. Worte von Eltern an ihre Kinder werden auch von Gefühlen begleitet: zum Beispiel Angst, Erwartungen, Ärger, Anspannung, Druck oder auch Freundlichkeit, Wärme, Liebe und Vertrauen. Kinder spüren das sehr deutlich. Je nachdem, wie stark das Gefühl des Erwachsenen ist, hinterlässt es einen mehr oder weniger starken Eindruck bei den Kindern. Und es bringt etwas im Kind in Schwingung. Es reagiert energetisch auf die Energie, die die Worte des Erwachsenen begleitet.

Neben den Emotionen werden die Worte auch von allen Umständen der Erfahrungen und dem, was man daraus gelernt hat, begleitet. All das wird übermittelt, während man spricht oder schreibt. Wer aufmerksam und offen ist, kann das wahrnehmen, kann also viel mehr spüren, als die Worte alleine vermitteln. Wer in der Lage ist dies zu tun ist also eindeutig im Vorteil. Kommunikation findet auf mehreren Ebenen statt. Selbst Pflanzen kommunizieren und tauschen sich auf eine ihnen eigne Art über Erfahrungen aus.

Wer nicht hören will, muss fühlen.

In meiner eigenen Geschichte konnte ich manchmal nicht von den Erfahrungen anderer profitieren, weil ich weder die Offenheit besaß, noch das Vertrauen, und es fehlte mir auch an eigener Erfahrung, die dem nahekam, was die anderen mir vermitteln wollten. Zum Beispiel erinnere ich mich noch gut an den Mathematikunterricht. Mein Lehrer verfügte über viel Wissen und auch Unterrichtserfahrung und gab sich auch sehr viel Mühe. Dennoch gab es keine Verbindung zwischen seinem und meinem Geist. Mein mathematischer Geist befand sich etwa zwei Jahrgangsstufen weiter unten. Das war in der elften Klasse des Gymnasiums. Etwa sieben Jahre später, und um einige außerschulische Erfahrungen reicher las ich mit Begeisterung und mit bebendem Herzen „Das Teil und das Ganze“ von Werner Heisenberg. Ich konnte seine Worte sofort erfassen, obwohl ich mich in naturwissenschaftlichen Fächern keinen Schritt weiter gebildet hatte.

Dieses Buch hat mich inspiriert und damit ein Teil meines schlafenden Geistes geweckt. Was war der Unterschied zwischen meinem Lehrer, der Mathematik und diesem Buch?

Die Worte der Mathematik bestehen aus Zahlen, Zeichen und Formeln. Auf mich wirkten sie damals wie chinesische Schriftzeichen. Heisenbergs Worte hingegen erreichten mich auf einer anderen Ebene. Man kann sagen, ich hatte ein anderes Programm eingeschaltet. Heute sind mir die Formeln noch immer nicht zugänglich, aber ihr Sinn erschließt sich mir leichter. Welche Erfahrungen haben dazu beigetragen?

Wer nicht hören will, muss fühlen.

Vielleicht hat jeder schon einmal diese Erfahrung gemacht, dass man trotz der Warnung anderer oder sogar des eigenen besseren Wissens etwas nicht lassen konnte oder unbedingt tun musste, das letztlich zu einer schmerzlichen Erfahrung führte. Manche Erfahrungen sind also offenbar unumgänglich oder sogar nötig. Und kein Wort kann sie ersetzen. Alle Erfahrungen können unserern Horizont erweitern und uns lehren, das Leben zu verstehen, wenn wir bereit sind, zu lernen und die guten Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht brauchen wir dann irgendwann keine neuen schmerzlichen Erfahrungen mehr.

Auf der anderen Seite ist es schwierig, anderen eigene Erfahrungen zu vermitteln. Insbesondere dann, wenn es sich um innere Erfahrungen wie Gefühle, Träume, Wahrnehmungen oder Einsichten handelt.

Die Menschheit hat viele verschiedene Möglichkeiten entwickelt, Erfahrungen mitzuteilen. Es gibt die Malerei, es gibt die Musik, die bildende Kunst, das Theater, die Wissenschaften, Philosophie und so weiter. Allein auf dem Gebiet der Sprache gibt es unzählige Variationen von Schriften, Betonungen und Worten. Die Einen drücken sich emotional aus, die anderen sind eher intellektuell, wiederum andere sachlich neutral; je nach Typ, momentanem Zustand, Absicht und Möglichkeit. Etwas schwingt immer mit. Ein sachlich-nüchterner Mensch wird ein gefühlsstarkes Erlebnis anders erzählen, als ein emotionaler Mensch. Ein ängstlicher Mensch wird bestimmte Erfahrungen vielleicht gar nicht erzählen können.

Und dann gibt es da noch das Umfeld. Oft haben Kinder keine so sichere Verbindung zu ihren Eltern, dass sie zum Beispiel von ihren Träumen berichten können. Auch für Erwachsene ist es manchmal schwierig, bestimmte Erfahrungen, die Träumen gleichen, mit anderen Menschen zu teilen. Denn unter gewissen Umständen kann eine starke innere Erfahrung auch als Krankheitssymptom angesehen werden.

In meiner Praxis habe ich häufiger mit Menschen zu tun, die Erfahrungen machen, die sie nicht in ihr gewohntes Weltbild integrieren können. Diese Menschen haben Angst, dies zu teilen, weil sie befürchten, abgestempelt zu werden. Erst wenn sie erleben, dass sie mit diesen Wahrnehmungen nicht alleine sind, werden sie ruhiger und können ihre eigene Welt auch zulassen. Mit der Zeit entwickeln sie ein neues Zutrauen zu sich selbst, lernen sich besser kennen und die eigenen Grenzen öffnen sich. Worte können also auch begrenzen und von der eigenen Erfahrung trennen. Schon alleine der Begriff ‚Krankheit‘ für eine andere Form der Wahrnehmung schließt ein freieres Umgehen mit manchen Erfahrungen aus.

Worte sind dehnbare Formen. Ein Beispiel ist das Wort ‚Gott‘. Für die einen ist es eine Gestalt mit menschlichen Zügen, Gefühlen und Gedanken, für die nächsten ist es ein religiöser Begriff und wiederum andere bezeichnen mit Gott das unsichtbare Wirken hinter allem Sichtbaren. Das Wort ‚Gott‘ steht also einerseits für etwas eher Kleines, Menschliches und gleichzeitig für das unendlich Schöpferische. Die Form, also das Wort ‚Gott‘ bleibt jeweils gleich. Das, was die Form in sich trägt, seine Bedeutung, ist abhängig davon, was ein Mensch, der das Wort ausspricht, damit verbindet.

In der Quantenmechanik wird der Zustand eines physikalischen Systems durch Wellenfunktionen dargestellt, die als Ψ geschrieben werden. Darüber hinaus stellt jede lineare Überlagerung von Wellenfunktionen immer noch einen möglichen Zustand des Systems dar. Das ist die Überlagerung oder die Superposition in der Quantenwelt.

Grob vereinfacht und auf den Menschen übertragen bedeutet das in etwa: in meiner Familie bin ich die Tochter oder der Sohn, Enkel oder Enkelin usw. Meinen Kindern gegenüber bin ich Vater oder Mutter. Bei der Arbeit bin ich Fachmann oder Fachfrau für meinen Bereich und Kollegin oder Kollege. Unter Freunden wiederum bin ich Freundin oder Freund usw. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Schauspieler z.B. nehmen immer wieder verschiedene Rollen ein, und sobald sie eine Rolle spielen, sind sie für eine Zeitlang die dargestellte Person.

In der Psychologie spricht man von Rollenmustern.

Man könnte sagen, das Wort ‚Gott‘ ist wie die Superposition in der Quantenphysik. Der individuelle Gebrauch des Wortes ‚Gott‘ ist wie eine Wellenfunktion, also wie ein bestimmter Zustand. Jeder Mensch hat sein eigenes Verständnis von Gott – entsprechend seiner eigenen Erfahrung. Die Summe aller Gottesbegriffe käme der Wahrheit schon ein Stückchen näher. Die Wahrheit wäre in diesem Falle die Superposition der Quantenmechanik. Andersherum könnte man sagen, dass in dem Wort ‚Gott‘, wenn man es verwendet, alle möglichen Ansichten mitschwingen. Gleiches gilt auch für alle anderen Bezeichnungen Gottes.

Wenn man Fahrradfahren lernen will, kann man sich nicht alleine auf die Worte eines Erwachsenen oder Freundes verlassen. Mit Worten allein kann man kein Fahrrad fahren. Man muss sich darauf setzen und es ausprobieren. Wenn man dann hinfällt, können einem tröstende Worte weiterhelfen. Aber lernen, das Gleichgewicht zu halten, gleichzeitig die Beine auf und ab zu bewegen, zu lenken und nötigenfalls zu bremsen muss man immer selbst. Anfeuerungsrufe können auch hierbei sehr wertvoll sein. Denn sie transportieren Zustimmung und machen Mut.

Mit dem Wort ‚Gott‘ ist es ähnlich wie mit dem Fahrradfahren. Nur dass man sich nicht daraufsetzt und seinen Körper trainiert. Um Erfahrungen mit dem Gottesbegriff zu machen, ist man auf seine Gefühle, seinen Verstand und seinen Geist angewiesen. Es sind die inneren Fähigkeiten, die man trainiert und erprobt.

Die ersten Erfahrungen macht man im Austausch mit anderen. Zum Beispiel im Elternhaus, mit Freunden, mit Lehrern … Als Kind erfassen wir die Ansichten der anderen zunächst als Gefühl. Wir spüren die Gefühle zum Beispiel der Oma, wenn sie von Gott erzählt. Dann wird Oma mit ihrer Gotteserfahrung wie ein Puzzleteil in unserem Weltbild. Andere Menschen kommen hinzu und wir erleben, wie unterschiedliche Gefühle und Sichtweisen mit dem Wort ‚Gott‘ verbunden sind. In uns entsteht ein eigenes Gefühl, das verbunden ist mit den Gefühlen der anderen.

Wenn wir älter sind, machen wir andere Erfahrungen, zum Beispiel indem wir Texte über Gott lesen. Oder indem wir uns mit anderen darüber unterhalten und so deren Denken kennen lernen. Vielleicht lehnen wir manche Gedanken ab und fügen passende zu unserem eigenen Gedankengebäude hinzu. So verbinden wir uns mit den Gedanken, denen wir zustimmen, und damit auch mit den Menschen, deren Ansichten wir teilen.

Uns unpassend erscheinende Auffassungen legen wir in den Papierkorb und versuchen sie zu löschen. Dann sind sie vielleicht nicht mehr bei uns. Da sie jemand anderes denkt, sind sie dennoch in der Welt, nur wir verbinden uns nicht damit. Zum Beispiel, wenn eine Gruppe Menschen denkt, Gott wäre nur auf ihrer Seite, ist es schwer, sich mit ihnen zu verständigen, wenn man eine andere Sichtweise vertritt.

Wir machen also erste geistige Erfahrungen, indem wir Worte, Gefühle und Gedanken kombinieren und gleichzeitig versuchen, sie mit der uns umgebenden Wirklichkeit zu vereinbaren. Irgendwann stellen wir vielleicht fest, dass das, was wir erleben und empfinden sich den Worten entzieht. Dann ziehen wir weiter und versuchen Erklärungen in den Wissenschaften, Religionen und Philosophien zu finden. Dort begegnen wir wiederum Menschen, die ihre Erfahrungen und Erkenntnisse ebenfalls mit Worten und Begriffen weiterzugeben versuchen.

In meiner Jugend habe ich Menschen kennen gelernt, die zum Beispiel die zehn Gebote als feststehende Gesetze interpretiert haben. Später traf ich einen Mann, der mir die historischen Hintergründe erklärte, die mir die Notwendigkeit solcher Verhaltensregeln verdeutlichte und mir klar machte, dass es sich um „Warnhinweise“ handelt. Er fasste die Gebote nicht so streng auf, sondern sagte: Man kann sich daran halten, man kann es aber auch lassen. Je nachdem, was man selbst verantworten kann.

Für meinen Vortrag „Die Sünde der Schöpfung“ habe ich mich noch einmal damit beschäftigt und gesehen, dass diese Gebote vielen ähnlichen Empfehlungen anderer Kulturen entsprechen. Im Kern geht es immer darum, andere und sich selbst nicht zu stören.

Nehmen wir als Beispiel das Gebot „Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus, Weib ….“ Jeder, der schon einmal neidisch war, hat erlebt, wie mächtig dieses Gefühl sein kann. Jedes kleine Kind kennt das Gefühl, etwas unbedingt haben zu wollen und es nicht zu bekommen. Manche – Kinder oder Erwachsene – vergessen dann sich selbst und tun alles dafür, das zu bekommen, was ihre Aufmerksamkeit gefesselt hat. Sie sind dann wie gebannt von dem Objekt der Begierde und sogar bereit, sich selbst und anderen zu schaden, um zu bekommen, was sie wollen. Wenn sie es dann erreicht haben, und sich umschauen, sehen sie, dass das, was sie an Schaden angerichtet haben, wieder zu ihnen zurückkommt. Zum Beispiel ein Kind, das an der Supermarkt-Kasse schreit und schreit, um eine Süßigkeit zu bekommen. Vielleicht geben die Eltern irgendwann nach, um nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Meist aber sind sie dann genervt von dem Kind und die Atmosphäre zwischen ihnen bleibt gereizt und angespannt.

Ein anderes Beispiel: Ein Mann erliegt der Schönheit seiner verheirateten Nachbarin. „Erliegen“ bedeutet soviel wie überwältigt werden oder auch besiegt werden. Die Nachbarin hat ihn sicher nicht besiegt, aber etwas in ihm ist bei ihrem Anblick schwach geworden. Obwohl selbst verheiratet startet der Mann verschiedene Versuche dem Objekt seiner Begierde näher zu kommen. Sein Verhalten ändert sich. Seine Aufmerksamkeit und damit seine Energie wenden sich nach Nebenan. Er ist nicht mehr ganz bei sich. Frau und Kinder bemerken es, er ist ihnen nicht mehr so zugewandt. Doch er hat alle möglichen „Erklärungen“. Es sind viele Szenen denkbar. Von heimlichen Blicken bis zu offensiven Annäherungen. Je nachdem wie sehr der Mann begehrt und wie weit es ihn weg bringt von seinem bisherigen Weg.

Wer nicht hören will, muss fühlen.

In einem anderen Sinn übersetzt könnte dieser Satz bedeuten: Wenn ich die Worte nicht verstehe, lerne ich es durch Erfahrungen. Aus elterlichem Mund hört sich dieser Satz wie eine Drohung an. Vielleicht lehnt man sich deshalb dagegen auf und propagiert die eigene Freiheit. Und es ist diese Freiheit, die uns dann die entsprechenden Erfahrungen machen lässt.

So ergeht es Kindern, die sich trotz aller Warnungen der Eltern an einer Kerze verbrennen. Ohne die Erfahrung, dass Feuer heiß ist, machen die elterlichen Worte keinen Sinn. Bei komplexeren Erfahrungen wie zum Beispiel Traumata oder sinnlichen Erfahrungen, die sich nicht in Worte fassen lassen, ist es ähnlich. Jemand, der noch nie Kopfschmerzen hatte, wird nicht wissen, was das Wort ‚Kopfschmerz‘ beinhaltet. Jemand, der noch nie Liebeskummer hatte, kennt diesen Schmerz nicht. Ein Mensch, der sich noch nie an seine Träume erinnern konnte, wird sich verwundert fragen, was denn mit demjenigen los ist, der ihm zum Beispiel davon berichtet, dass er nachts im Traum geflogen ist.

Ein begabter Mathematiker macht mit Sicherheit sehr tiefe geistige Erfahrungen, die er schwerlich mit jemandem teilen kann, der sein Glück in der Landwirtschaft findet. Dennoch gibt es etwas, dass uns ahnen lässt, was den anderen bewegt. Dazu bedarf es einer gewissen Offenheit. Einer Offenheit aller Sinne und ein Gefühl für das Gegenüber.

Wenn du offen jemanden anschaust, kannst du spüren, wie es ihm geht. So offen zu werden ist manchen Menschen von Anfang an gegeben, andere gelangen dahin, indem sie Erfahrungen machen und sich darin trainieren.

Zwerge

Im Alter von 5 Jahren hatte ich ein erstes eindrückliches Erlebnis, das mir bis heute im Gedächtnis ist. Ich lag im Bett in meinem Kinderzimmer, das Licht war aus und draußen war es dunkel. Ich hatte wohl schon geschlafen, wurde aber durch irgendetwas geweckt, durch ein Geräusch. Ich öffnete die Augen und sah zum Fenster. Es war nichts Besonderes. Bis ich bemerkte, dass irgendetwas im Zimmer sich bewegte. Ich erschrak, denn die Bewegung kam nicht aus der Ecke, in der das Bett meines Bruders stand. Ich richtete mich auf und sah genauer hin. Und was ich sah, machte mir Angst.

Ein Zwerg ging durch das Zimmer ohne mich zu bemerken. Ich rieb mir die Augen und war mir nicht sicher, ob ich tatsächlich wach war, oder noch immer träumte.

Tatsächlich denke ich heute, dass ich wach war, denn alles fühlte sich damals wach an. Und es blieb nicht bei dem einen Zwerg. Ich schaute mich im Zimmer um, und entdeckte mehrere von ihnen. Die einen unter dem Bett meines Bruders, andere auf dem Tisch, wieder andere unter dem Tisch; doch sie schienen mich nicht zu bemerken. Ich weiß noch, dass ich überlegte, was zu tun ist, um dem Spuk ein Ende zu machen. Denn so sehr ich mich auch anstrengte, aus dem vermeintlichen Traum zu erwachen, die Zwerge blieben. Wie genau sie aussahen, weiß ich nicht mehr. Nur dass sie nicht wie die typischen Zwerge aus den Bilderbüchern aussahen.

Vorsichtig, die Zwerge immer im Blick, schob ich die Decke beiseite, und bewegte mich zum Fußende meines Bettes. Von dort brauchte ich nur einen Sprung, um an der Tür vorbei den Lichtschalter zu finden. Ich richtete mich auf, noch immer den Blick auf die Zwerge gerichtet, die mich wiederum nicht beachteten, sprang und knipste das Licht an.

In dem kurzen Moment, nachdem sich meine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, sah ich, dass der Spuk ein Ende hatte. Die Zwerge waren nicht mehr da.

Bis heute bedaure ich, keinen Kontakt mit ihnen gemacht zu haben. Denn sie sind nie wieder gekommen.

Erst als ich erwachsen war, habe ich davon erzählt, weil ich als Kind das Gefühl hatte, ein Geheimnis bewahren zu müssen. Bis heute ist mir nicht klar, ob meine Eltern mir das damals geglaubt hätten, oder die ganze Geschichte als einen Traum oder als Fantasie abgetan hätten. Wenn ich heute daran denke, sind mir Bruchteile davon noch lebhaft vor Augen, und diese Erfahrung für mich wie eine Art „Initiation“.

Heute, viele Jahre und Erfahrungen später, kann ich durchaus sagen, dass die Zwerge auf eine gewisse Weise sehr real waren. Lange Zeit habe ich sie in den Bereich der kindlichen Fantasie, Halluzination oder Träumerei eingeordnet.

Doch was ist wirklich passiert?

Alles fließt

Etwa 40 Jahre später und um einige Erfahrungen reicher, arbeitete ich in einem internationalen Projekt für eine gesunde Männlichkeit. Unsere Gruppe traf sich ein Mal wöchentlich abends für ein paar Stunden, um sich auszutauschen und miteinander zu arbeiten. Es war ein schöner Sommerabend und der Austausch verlief mit viel Freude, gegenseitiger Achtung und Respekt. Zum Schluss räumten wir den Raum wieder auf. Ich hatte gerade mit einem anderen Mann zusammen einen Tisch an seinen Platz zurück gestellt und sah, dass nichts mehr zu tun war. So stand ich da und genoss einfach die ruhige Atmosphäre und die milde Luft, die durch die Fenster hereinwehte. Wie in Tagträumen hatte ich meinen Blick nicht fokussiert, sondern guckte einfach offen in den Raum. Etwas begann sich zu bewegen. Zunächst nur eine Kleinigkeit, ein Bild, das an der Wand hing, schien zu verschwimmen. Zunächst achtete ich nicht besonders darauf, doch da es nicht aufhörte sich zu bewegen, schaute ich genauer hin, und sah, wie das Bild zu fließen begann. Es hing nach wie vor an der Wand und war auch in seinen Umrissen klar erkennbar. Und dennoch floss es, als würde permanent Wasser an ihm herunterlaufen. Dann wurde ich gewahr, dass auch die Wand um das Bild herum floss und sich allmählich der ganze Raum in ein einziges Fließen verwandelte. Alle Gegenstände, der Boden, die Wände und selbst die Männer, die herumstanden und miteinander redeten, flossen.

In meinen Gedanken versuchte ich die Situation zu analysieren. Ich hatte weder Drogen genommen, noch Alkohol getrunken, ich war nicht übermüdet, erschöpft oder emotional aufgeladen von unserem Abend. Es gab keinerlei Anzeichen für eine körperliche Beeinträchtigung. Ich konnte mich bewegen, konnte meine Augen reiben, soviel ich wollte und auch mein Verstand funktionierte. Ich wusste, wo ich bin, wie spät es ist und wie ich heiße.

Ich wusste, ich war klar, und trotzdem floss alles. Ein wenig erinnerte mich das Bild an den Film „Matrix“, in dem die Realität in eine fließende Zahlenabfolge überblendet wurde. Ich wäre gerne dabei geblieben, doch fragte ich mich, wie wohl mein Leben verlaufen würde, wenn ich ständig alles fließen sähe. Und etwas in meinem Inneren sagte mir, dass ich dieses Phänomen sofort abstellen konnte, wenn ich mich dafür entschied. Es würde nie wiederkommen.

Nach einiger Zeit des Staunens und der Faszination entschied ich mich, das Programm zu wechseln. Den Rest des Abends füllten nette Gespräche und der Nachhall dieser eindrücklichen Erfahrung.

Damals habe ich niemandem davon erzählt. Da ich inzwischen einige ähnliche Erlebnisse gehabt hatte, machte ich mir keine Sorgen über meinen Geisteszustand und hatte auch keine Angst vor diesen Erfahrungen. Was mir schwieriger erschien, war, diese Erfahrung mit anderen zu teilen. So wie auch jetzt beim Schreiben, fehlen eigentlich die passenden Worte, um diese Wahrnehmung so mitzuteilen, wie ich sie erlebt habe. Ich spürte auch, dass ich auf einige Skepsis und Zweifel stoßen würde – und hatte nicht im Geringsten Lust, mich damit auseinanderzusetzen. Dazu schien mir diese Erfahrung zu wertvoll.

Die Gedanken der Skeptiker und Zweifler sind mir durchaus nicht fremd. Auch ich habe oft gezweifelt und Manches als Einbildung abgetan – auch bei mir selbst. Bis ich schließlich akzeptiert habe, dass mir trotz meiner Skepsis Dinge passieren, die außerhalb der gewohnten Wahrnehmung liegen.

Bei früheren Gelegenheiten und anderen Erlebnissen schien mir manchmal die Grenze zum Verrücktwerden erreicht. Manches hat mich tagelang beschäftigt und mich innerlich in Unruhe versetzt. Gelegentlich hatte ich auch Angst, psychisch krank zu sein. Jedoch war ich mir in allem, was ich erlebte, immer auch meiner „realen“ Umgebung bewusst und es gab auch immer dieses Bewusstsein in mir, das mir klar signalisierte, ich könnte jederzeit aufhören und mir zum Beispiel erst mal einen Kaffee kochen oder duschen gehen …

Ameisen

Manche Erfahrungen waren durchaus lehrreich. Nachdem ich mit Anfang 30 nach Hamburg gezogen bin, saß ich eines Tages in unserer kleinen Wohnung an einer belebten Straße auf einem Stuhl und wollte eine Qigong-Übung machen.

Die Übung ist recht einfach. Man setzt sich, legt die Hände mit den geöffneten Handflächen nach oben auf die Oberschenkel. Die Zungenspitze legt sich leicht an den Übergang der oberen Schneidezähne zum Gaumen. Mund und Augen werden geschlossen. Der Atem fliesst einfach in seinem momentanen Rhythmus und seine Bewegung wird mitgezählt. Ein und aus ist jeweils 1 Atemzug. Das Zählen schafft eine gewisse Konzentration des Geistes während die Gedanken ihrem unaufhörlichen Strom folgen. Die Verbindung zwischen dem natürlich Rhythmus des Atems und dem Zählen seiner Frequenz schafft im Laufe der Übung einen Gleichklang in dem Körper, Seele und Geist miteinander schwingen. Man zählt bis 72 und beginnt dann wieder mit 1. Mehr dazu im Kapitel 72 (Seite →).

Ich saß also da und zählte meine Atemzüge, als mir plötzlich bewusst wurde, dass ich meine Arme und Beine seltsam anfühlten. Ich bewegte sie nicht und dennoch hatte ich das Gefühl, als begännen sie, sich von selbst zu bewegen. Diese innere Bewegung wurde immer stärker und erinnerte mich in ihrer Art an die eher krabbelnden Bewegungen von Insekten. Arme und Beine schienen jeweils ein Glied mehr bekommen zu haben, so als gebe es jeweils zwei Ellenbogen und zwei Knie.

Deutlich hörte ich den Verkehrslärm unten auf der Straße, spürte den Stuhl, auf dem ich saß und war mir gleichzeitig auch meiner menschlichen Gliedmaßen bewusst. Die Arme hingen ruhig hinunter, die Füße standen fest auf dem Boden. Mein Körpergefühl signalisierte mir, dass sich die ameisenhaften Bewegungen weiter fortsetzten. Das Gefühl einer fremdartigen Bewegungsform durchströmte meinen ganzen Körper. Ich wurde zu einer Ameise. Zur Sicherheit blinzelte ich ein wenig und sah, dass ich nach wie vor im selben Zimmer saß, alles war so wie immer. Gleichzeitig wuchsen mir Fühler am Kopf.

Ich fragte mich, ob das Geschehen meiner Vorstellungskraft zu verdanken war oder meiner Fantasie. Es könnte zum Beispiel sein, dass die Fühler, die ich spürte, Reste einer Visualisierungsübung waren, die ich Jahre zuvor in einer Meditationsgruppe erprobt hatte. Dort ging es darum, die Hypophyse mittels farbiger Linien mit zwei Punkten auf dem Rand der Aura zu verbinden. Damals erschien mir das Ganze sehr esoterisch, doch etwas daran interessierte mich.

Ähnlichkeiten zu meinem jetzigen Ameisenerlebnis waren nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich beschloss also, das Ameisenexperiment fortzusetzen und gelegentlich zu überprüfen, ob ich mich noch auf meinem Stuhl in meinem Zimmer befand. Irgendwann begann mir die Sache Spaß zu machen. Es war interessant, ohne Cyberbrille in diese virtuelle Welt einzutauchen und mich als Ameise zu fühlen. Ich gab mich diesem Gefühl ganz hin und ließ mich ein auf das, was geschehen würde. Mal spürte ich, wie mir aus den Seiten meines Oberkörpers zwei zusätzliche Beine wuchsen, mal probierte ich aus, wie es ist, den inneren Bewegungen ein wenig auch mit meinem menschlichen Körper zu folgen. Besonders die Fühler übten eine Faszination aus. Über sie empfing ich zunächst eigenartige Informationen. Je mehr ich mich darauf einließ, desto deutlicher konnte ich die verschiedenen Strömungen in der Luft unterscheiden. Ähnlich wie bei Gerüchen oder Funkwellen kamen über die Fühler unterschiedliche Informationen in mein Bewusstsein. Bald verband sich mein Bewusstsein mit den Enden der Fühler, so dass ich direkt wahrnehmen konnte, was um mich herum passierte. Über diese „Funkwellen“ war ich mit dem ganzen Ameisenvolk verbunden, so dass jeder zu jeder Zeit wusste, wo die anderen waren und was zu tun ist. Ich bemerkte, dass auch ich, wenn ich in diesem Informationsstrom angeschlossen war, mein Wissen, meine Wahrnehmung der Umwelt an alle anderen weitergab. Eine Art Internet. Je weiter ich mich dafür öffnete, desto stärker durchströmten mich die Informationen und desto mehr hatte ich das Gefühl, eins zu sein mit all den anderen. Besonders stark und hell waren die Impulse, die von der Königin kamen.

So saß ich da also eine ganze Weile in meinem Zimmer und war gleichzeitig mit meinem Bewusstsein oder Geist in einer mir bis dahin fremden Welt. Irgendwann rief ich mich selbst zurück, da ich nicht mehr wusste, wieviel Zeit schon vergangen war. Ich öffnete die Augen und ging in die Küche, um einen Tee zu trinken. Was ich in dieser relativ kurzen Zeit, etwa 1 Stunde, gesehen und erlebt hatte, hat mich auf eine ganz andere Weise die Welt der Insekten kennenlernen lassen. Mir war und ist bewusst, dass dies ein rein subjektives Erleben ist – sicher mit wissenschaftlichen Instrumenten nicht nachweisbar. Ich habe auch keine Ahnung, wieso ich ausgerechnet zur Ameise wurde, denn Ameisen interessierten mich bis dahin nicht besonders. Mein Wissen über Ameisen war das eines Menschen, der diese Insekten eher als lästiges Beiwerk betrachtet. Dieses Erlebnis hat mich jedoch tief beeindruckt und mir einen großen Respekt vor dieser Lebenswelt geschenkt.

Und wieder beschäftigt mich die Frage nach der Wirklichkeit. Lange bevor ich Dschuang Dsi gelesen hatte, stellte sich mir die Frage: „Was ist real und was ist virtuell?“ Habe ich die Ameise oder hat die Ameise mich besucht? Als mögliche Erklärung bot sich mir damals an, anzunehmen, dass diese Informationen irgendwo meinem Stammhirn entsprungen sind. Ich vermutete, dass wir alles Wissen und alle Erfahrung des Lebens in uns tragen, dass sozusagen die ganze Evolution in uns gespeichert ist und dass wir diese Information abrufen können, je nachdem, zu welchem Speicher wir Zugang haben.

Das Abrufen des Speichers konnte ich leider nicht steuern, so dass solche Erlebnisse mehr oder weniger dem Zufall überlassen blieben. Interessant war allerdings, dass diese Information den ganzen Körper und das ganze Bewusstsein für eine Zeit durchströmen konnten. Bis auf den Teil von mir, der sich seines Ich-Zustandes als Mensch in seiner vertrauten Umgebung bewusst war. Wenn dem so ist, dachte ich, wäre es doch ein relativ leichter Weg, herauszufinden, wie die Natur funktioniert, wie Insekten und Tiere miteinander kommunizieren und welche vielleicht noch unbewussten Fähigkeiten Menschen haben. Später las ich in einem Buch über Schamanen, dass einige von ihnen über Techniken verfügten, mit dem Geist von Tieren in Kontakt zu treten.

Alien

Um mich herum war unendliche Weite. Sterne und Planeten leuchteten und seltsamerweise war die Weite einmal hell und einmal dunkel. Sie wechselte langsam von einem zum anderen, von hell zu dunkel. Ich fühlte mich wohl und war völlig frei. Ich hatte keinen Körper und dennoch war ich. Von irgendwo kam ein Gedanke in meinen Sinn und dieser Gedanke sagte mir, dass ich zu Hause in meiner kleinen Wohnung auf dem Bett liege und schlafe.

Nach einer Weile begann der Gedanke stärker zu werden und ich wandte ihm meine Aufmerksamkeit zu, die sich bis dahin mit nichts beschäftigt hatte. Dieser Gedanke hatte eine gewisse Schwerkraft. Je mehr ich mich mit ihm befasste, desto stärker zog er mich an. Und ich folgte ihm neugierig. Dieser Gedanke hatte keine Form, aber er beinhaltete eine Art Wissen um eine Form. Die Form war ein träumender Mensch.

Nach einer Weile erkannte ich vor mir die Erde. In diesem Moment erwachte mein Bewusstsein und registrierte, dass ich schlafend auf meinem Bett lag und mich fragte, wie es angehen konnte, dass ich von so weit außen auf die Erde schaute. Beide Bewusstseinsstränge liefen in diesem Moment zusammen und parallel nebeneinander her. Der Gedanke, ich müsse mich wieder zusammenfügen kam, so als wäre ich mit meinem Geist im Traum viel zu weit weg gewesen.

Ich schlief wieder ein. Und befand mich auf dem Weg zur Erde. Ich suchte Europa. Wurde mir kurz bewusst, dass ich immer noch im Bett lag und schlief, fand Europa und steuerte nach Norden. Allmählich kam ich auf die Höhe von Verkehrsflugzeugen und lenkte meinen Weg Richtung Nordsee. Wie bei einem Navigationsgerät sah ich die Karte von Norddeutschland vor mir, suchte die Elbe und folgte ihrem Weg flussaufwärts bis Hamburg.

Und wieder erwachte ich und begann mich mit meiner Umgebung zu beschäftigen. Das Haus, in dem ich wohnte, die Straße, die daran vorbeiführte und die angrenzenden Straßen und Häuser, das brachliegende Grundstück gegenüber, das alte Fabrikgebäude, die nahe Elbe – und in meiner Erinnerung erschuf ich ein dreidimensionales Bild meines Stadtteils.

Gleichzeitig hatte ich aus dem Universum kommend endlich Hamburg erreicht und schwebte darüber. Mich erreichten die ersten 3D-Bilder des Stadtteils, die ich auf dem Bett liegend in meinem Geist erzeugte. Ich wandte mich ihnen zu, erkannte von oben das Hochhaus an der Elbe, den Turm der nahen Kirche und wandte mich von dort den Straßenzügen folgend der Kreuzung zu, an der das Haus stand, in dem ich wohnte. Mit geschlossenen Augen lag ich noch immer auf dem Bett und rührte mich nicht. Ich lag auf der Seite und hielt im Geist die Verbindung mit dem Alien, das ich auch war. Das Fenster war geöffnet und der Straßenlärm drang zu mir hoch. Ich lag da und wartete.

Noch immer körperlos fand ich das Fenster, hinter dem ich schlief. Ich flog hinein und legte mich hinter mich selbst auf das Bett. Wiederum gleichzeitig konnte ich spüren, wie sich etwas Unsichtbares hinter mich legte. Ich lag auf der Seite und unsere Verbindung wurde so stark, dass wir allmählich ineinander übergingen. Ich „hatte mich wieder“.

Was für ein Quatsch! Solche Geschichten kann man sich doch eigentlich nur ausdenken! Sie gehören in den Bereich der Fantasie. Aber was ist Fantasie? Was ist Illusion und was ist Wirklichkeit? Vielleicht war das Bild des Universums nur ein anderer Ausdruck für Unterbewusstsein. Vielleicht war es auch ein luzider Traum. Vielleicht auch etwas ganz anderes. Je nachdem, mit welcher Theorie solche Erlebnisse betrachtet werden, verwandeln sie sich in etwas anderes. Ich habe mir angewöhnt, diese Erfahrungen einfach als das zu nehmen, was sie sind.

Die Alien-Erfahrung trug etwas Unbeschreibliches in sich, etwas, dass sich allen Worten entzieht. Etwas, das gleichzeitig intim, weil nur mir gehörend und dennoch Allgemeingut ist. Ich bin mir sicher, dass Erlebnisse wie diese allgemein zu uns Menschen gehören. Sie haben nur keinen Platz im öffentlichen Bewusstsein.

Spätestens seit diesem Erlebnis fragte ich mich, was es mit diesem Unbeschreiblichen auf sich hat. Ich erinnerte mich wieder an Heisenberg und die Quantenmechanik. Am Meisten faszinierte mich daran die Welle-Teilchen-Dualität. Dass etwas „Sowohl als auch“ sein kann. Und nur die Wahrscheinlichkeit seines Erscheinens vorhersehbar ist. In dem Alien-Erlebnis hatte ich das Gefühl, diesem Welle-Teilchen-Dualismus auf meine ganz persönliche Weise näher gekommen zu sein. Seltsam war, dass ich zwei Beobachter positionen innehatte, die sich beide gleich real anfühlten. Ich spürte dabei sowohl das Bett, auf dem ich lag, das Zimmer, in dem das Bett stand und das Haus, das sich an dieser Kreuzung befand. Ich spürte meine Müdigkeit und meinen Schlaf. Gleichzeitig empfand ich die unendliche Weite des Raums, eine unbeschreibliche Freiheit und obwohl ich allein war, ein völliges Aufgehobensein unter den Sternen. Beides konnte ich auch tatsächlich körperlich empfinden. So ähnlich wie ich in dem Ameisen-Erlebnis meinen menschlichen Körper und gleichzeitig den Körper einer Ameise erlebte.

Als Alien war ich wie eine Welle und als Derjenige, der im Bett lag, das Teilchen. In meinem damaligen Erleben stellte sich ein Glücksgefühl ein, als sich beide Teile von mir wieder verbanden. Es war tatsächlich so, als ob etwas in meinen Körper hineinfloss, etwas Unsichtbares, das aber über eine eigene Kraft verfügte.

Einige Tage später besuchte ich eine kleine Abendgruppe bei einem mir unbekannten Chinesen. Dr. Li sprach kein Wort Deutsch. Seine koreanische Kollegin, in deren Praxis der Abend stattfand, versuchte, so gut es ihr möglich war zu übersetzen. Ich erfuhr, dass wir eine spezielle Art des Qigong üben wollten. Eine der Übungen bestand darin, Energie aufzunehmen. Die sechs Teilnehmer saßen im Schneidersitz mit geschlossenen Augen auf dem Boden und übten sich darin, Atemzüge zu zählen. Ich erinnere mich noch an die Schmerzen, die ich in dieser Haltung verspürte. Je länger ich saß, desto mehr Schmerzen hatte ich. Aber ich zählte weiter. Nach einiger Zeit ließen die Schmerzen etwas nach oder ich nahm sie nicht mehr wahr, beides war möglich. Jedenfalls befand ich mich in einem Zustand leichter Entspannung, als mir jemand eine Hand auf den Kopf hielt. Sofort war mir klar, dass es Dr. Li war. Es dauerte nicht lange und mir wurde heiß. Vor meinem inneren Auge sah ich zunächst nur rot und dann überall Feuer. Vom Scheitel bis hinunter in die Beine durchfloss mich dieses rote Feuer.

Eine völlige Entspannung setzte ein und ich wurde ruhig und gleichzeitig empfand ich eine große Kraft.

Monster

In der kleinen Halle war es dunkel und kalt. Nur ein kleines Feuer erhellte einen Teil des Raumes. Auf einem schweren Holzstuhl, der an einen Thron erinnerte, saß ein Mann, zusammengesunken, in ein Fell gehüllt. Von irgendwo drangen Schreie durch die Gänge. Ich wusste, was da geschah.

Draußen fuhr der Bus vorbei. Es war ein milder Herbsttag und ich hatte es mir auf dem Sofa bequem gemacht, die Augen geschlossen und wollte nur eine Pause machen. Die Szene in der Halle stieg langsam in mir auf – wie eine Art Traumbild, bevor man einschläft. Aber ich war hellwach und verfolgte mit geschlossenen Augen das Geschehen. Obwohl es in meiner Wohnung angenehm warm war, begann ich zu frösteln. Ich blickte in die Dunkelheit und bemerkte, dass jetzt ich anstelle des Mannes auf dem Thron saß. Mein Körperempfinden veränderte sich. Ich spürte nur noch diese Kälte, die trotz des Fells und des Feuers in mir aufstieg. Es gab keine Gefühle.

Alles unterhalb meines Kopfes war eher starr, als wären selbst die Adern wie Metallrohre. Ich begann mich vor mir selbst zu gruseln, wollte aber diese Erfahrung nicht beenden, um herauszufinden, warum sie überhaupt auftauchte. Es gab keinen Anlass für eine Gruselgeschichte, da ich weder ähnliche Filme noch Geschichten gelesen hatte und mein Leben sich eher darum drehte, wie ich genügend Geld für meine Familie verdienen konnte.

Der Mann in dem Saal starrte in die Dunkelheit. Wieder drang ein Schrei an sein Ohr. Mit diesem Schrei, den auch ich vernahm, befand ich mich plötzlich in seinen Gedankenwelten. Er oder ich war ein kleiner Fürst, der seine Macht dazu nutzte, andere Menschen quälen zu lassen. Er empfand nichts dabei außer einem seltsam dünnen Gefühl der Dominanz. „Dünn“ weil er ansonsten nichts verspürte. Nur dieses eine Gefühl, darauf ausgerichtet, andere zu beherrschen und zu quälen. In seinen Gedanken war er unten in den Folterkellern.

Mein eigener Körper fühlte sich allmählich starr an. Ich konnte mich kaum bewegen, spürte jedoch, dass mein Herz und meine Lunge sehr stark in Bewegung waren. Es fiel mir schwer zu atmen und mein Herz schlug, als wollte es eine Begrenzung sprengen. Dennoch konnte ich mich nicht von dieser Szenerie lösen. Wie gebannt und gleichzeitig mit einem gewissen Abstand, folgte ich dem Geist des Mannes. Er kannte die Menschen, die er foltern ließ. Bei keinem dieser Akte ist er jeweils dabeigewesen. Er hat es immer vermieden, selbst Hand anzulegen oder zuzuschauen. Stattdessen saß er in seiner dunklen Halle und ließ seinen Geist durch die Keller ziehen. Er malte sich aus, was dort geschah und gleichzeitig konnte er die Gefühle der Menschen dort unten wahrnehmen, so als wäre er dabei. Alles spielte sich letztlich in seinem Kopf ab, in dem er sämtliche Eindrücke zu eigenen Szenerien verarbeitete. Letztlich war er in seinem Kopf gefangen – und verfügte dennoch über einen stahlharten Willen.

Die Bilder und Eindrücke, die ich durch ihn bekam, stießen mich ab und entsetzten mich. Trotzdem gab es so etwas wie ein Gebanntsein von dem Geist dieses Menschen. Zum Teil erlag ich derselben Faszination wie er und wurde von seinem Geist mitgezogen. Mir wurde immer kälter und mein Körper immer steifer. Ich bekam eine Art Atemnot und entschied mich auszusteigen. Was gar nicht so einfach war. Denn offenbar war die Verbindung zu ihm sehr stark.

Erst nach einigen Mühen und viel Konzentration auf meinen Körper und meine Umgebung konnte ich meinen Geist aus dieser Umklammerung lösen. Am Liebsten hätte ich mich erschöpft auf das Sofa gelegt, aber mein Körper signalisierte mir, dass er dringend Bewegung brauchte, um die Starre abzuschütteln. Ich stand auf und begann meine steifen Glieder zu bewegen und mich so wieder aufzuwärmen und zu lockern.

Was war das? Wieso kam ich mit solch einer seltsamen Geschichte in Verbindung? Woher kam sie? Was hatte ich damit zu tun? Was wollte sie mir sagen? Fragen über Fragen.

Es folgten einige Tage, in denen diese Bilder und Eindrücke mich immer wieder heimsuchten. Ich bemühte viele Theorien, um zu verstehen und das Ganze irgendwie einordnen zu können. Nachdem ich mein bescheidenes Wissen über Psychotherapie, Bewusstsein und Unterbewusstsein, Karma etc. bemüht hatte, kam ich zu dem Schluss, dass jede Erklärung ihre Berechtigung hatte. Jede auf ihre Weise. Ich bemerkte jedoch, dass all diese Theorien und Sichtweisen eher meinen Intellekt beschäftigten, als dass sie mir eine wirkliche Antwort gaben.