2,99 €
In Kurzgeschichten aus erster Hand verwebt sie Erlebtes mit märchenhaftem, Tabou und Clichée mit gesellschaftskritischem Auge.
Das E-Book Trödeln muss man lernen wird angeboten von tredition und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Unterhaltungsliteratur, Frauengeschichten, Globetrotter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 31
Veröffentlichungsjahr: 2021
Birgit Regina Albrecht
Trödeln muss man lernen
Zwischen Gedankengang und Lebenslauf
© 2021 Birgit Regina Albrecht
Verlag und Druck:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback: 978-3-347-26714-5
Hardcover: 978-3-347-26715-2
e-Book: 978-3-347-26716-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhaltsverzeichnis
Prolog: Tanz am Hof
Frau Fett und der Senftopf
Schlaraffenland
Lust und Leben
Und dieser kleine Akzent…
Im Rausch
Der Skipper
Fisherman’s Friend
Portrait
Sinken oder schwimmen
Die Radiostimme
Auf dem Markt
Trödeln muss man lernen
Epilog
Prolog Tanz am Hof
Die romantische Seite vom “Bauerndasein” hatte schon längst aufgehört zu existieren durch den Einsatz von neuen Technologien, die das Arbeitspferd ersetzten, aber als Kind hatte sie immer das Verlangen um mit Tieren zu leben. Zu ihrem Bedauern funktionierte das nicht, da ihre Eltern keine Tiere wollten. Naja, “wollten” ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ihr Vater wollte immer einen Hund haben, aber für seine Gattin war das kein wünschenswertes Scenario: Der Gatte war ja nicht oft zu Hause und folglich würde die Sorge und die Verantwortung für den Köter nur auf ihren Schultern lasten.
Also gab es in diesem Hause nur Mäuse und Hamster die ihr Leben im Käfig und in ihrem Laufrad probierten zu ertragen.
Im Alter von dreißig Jahren traf das Fräulein in den Ferien in Frankreich einen Bauern. Der Anblick der Schafherde hat sie buchstäblich verführt. Sie zog ein bei diesem Bauern, weil sie schon so lange geträumt hatte vom Landleben mit Tieren.
In der Heimat allerdings tobte der Vater, weil er es nicht verdauen konnte dass seine Tochter, die Tanzausbildungen im In- und Ausland absolviert hatte sich plötzlich für Ackerbau und Viehzucht interessierte.
Der Vater war für sie sowieso immer eine Problemfigur mit seinen altmodischen Ansichten. Es fehlte ihm an Poesie und er hatte kein Verständnis für die Gleichberechtigung innerhalb der Frau–Mann Beziehung.
Um seinen Stammbaum fortzusetzen und seinen Namen weiterzugeben wollte er nur Söhne und keine Töchter haben.
Aber sie war nun einmal als Mädchen geboren. Außerdem waren Tänzerinnen Huren in seinen Augen.
Frau Fett und der Senftopf
Als Kind war sie morgens immer aufgeregt bevor sie in die Schule ging. Die Spannung verursachte Bauchschmerzen und da hilf auch nicht der Haferschleim mit Zucker und Dosenmilch. Angekommen auf der Schulbank verlagerte sich die Aufmerksamkeit nach oben:
Durch das Denken und die Konzentration schoss alles Blut ins Gehirn
und ihre Füße wurden eiskalt. Die einzige Rettung bot eine innige Verbundenheit mit dem Lehrer oder der Lehrerin. Wie sollte sie es sonst aushalten um stundenlang auf der Schulbank zu sitzen?
Die Lehrer hatten einen gewaltigen Vorsprung was das Wissen betraf. Darum ging das Mädchen gerne zur Schule denn sie wollte etwas lernen. Sie sog den Unterrichtsstoff auf wie ein Schwamm. Für die Freundschaften auf dem Schulhof interessierte sie sich weniger. Der Schulhof kennt ganz andere Gesetze und als Mädchen konnte sie nicht so einfach wie die Jungens ins Blumenbeet pinkeln.
In den Sommerferien langweilte sie sich unendlich ohne den Unterricht. Um ihre Dankbarkeit zu beweisen kaufte sie ein kleines Geschenk für ihre Lehrerin: Einen Senftopf. Den verpackte sie mit Sorgfalt in ein farbenfrohes Geschenkpapier und schickte das Paket per Post an die Adresse von Frau Fett. Eine Woche später empfing sie einen Brief von dieser geliebten Person: Eine Danksagung mit ausgewählten Worten und Metaphern geschmückt. Das Kind wuchs ungefähr drei Zentimeter in einer Nacht. Die Bestätigung motivierte sie für das nächste Schuljahr.
Lehrer wird man nicht weil man ein Monatsgehalt bekommt sondern weil man will dass Kinder etwas lernen und wachsen.
Auch diese Schülerin wurde Lehrerin, aber für den Tanz, denn wenn sie tanzte hatte sie keine kalten Füße.
