... und immer eine Antwort! - Thomas Loebelt - E-Book

... und immer eine Antwort! E-Book

Thomas Loebelt

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Beschreibung

THOMAS LOEBELT, geboren 1964, ist römisch-katholisch und wohnt in Neuss am Rhein. Beruflich ist er als Führungskraft im Außendienst eines mittelständischen Versicherungsunternehmens tätig. Neben seinem Beruf liegt sein Lebensmittelpunkt bei seiner Frau und seinen Kindern. Darüber hinaus ist es für ihn als Neusser schon als eine Selbstverständlichkeit anzusehen, das sein Herz ebenfalls für das rheinische Schützenwesen schlägt. Sein Werk umfasst eine tagebuchähnliche Wiedergabe von aktuellen Ereignissen und stellt dabei den deutlichen Bezug zum jeweiligen Tagesevangelium dar. Im Kontext mit dem Evangelium gibt er seine Wahrnehmung und seine Erkenntnisse hierzu wieder. Angefangen von Betrachtungen weltpolitischer oder gesellschaftlicher Geschehnisse bis hin zu persönlichen Lebenssituationen erfährt der Autor dabei immer wieder die real existierende Verbindung zwischen dem gegenwärtigen Leben und der frohen Botschaft Christi.

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Seitenzahl: 369

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Thomas Loebelt

… und immer eine Antwort

Die zeitlose Wiedererkennung des Evangeliums im gegenwärtigen Alltag

www.tredition.de

© 2014 Thomas Loebelt

Umschlag, Illustration: Maren Grefrath

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

© 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback

978-3-7323-1701-1

Hardcover

978-3-7323-1702-8

e-Book

978-3-7323-1703-5

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wer ist Thomas Robertz?

Der Friede des Tages - Sonntag 23. November 2014

Man würde ja, aber … - Montag 24. November 2014

Mut zur Entscheidung - Dienstag, 25. November 2014

Bewusster leben - Mittwoch, 26. November 2014

Wachbleiben in Achtsamkeit - Donnerstag, 27. November 2014

Auf dem Weg bleiben - Freitag, 28. November 2014

Die Schöpfung rauscht hinweg - Samstag, 29. November 2014

Senfkörner der Hoffnung 1. Advent - Sonntag, 30. November 2014

Nicht quatschen, sondern handeln - Montag, 01. Dezember 2014

Immer alles mitbekommen - Dienstag, 02. Dezember 2014

Wo das Herz von voll ist - Mittwoch, 03. Dezember 2014

Dumm, wer auf Sand gebaut - Donnerstag, 04. Dezember 2014

Einfach unglaublich, dieser Glaube! - Freitag, 05. Dezember2014

Nikolaus und die Stiefel - Samstag, 06. Dezember 2014

Warten in Bewusstheit - Sonntag, 07. Dezember 2014

Papatag“ ist eine Gnade - Montag, 08. Dezember 2014

Last drückt - Mittwoch, 10. Dezember 2014

Es ist nie zu spät - Donnerstag, 11. Dezember 2014

Grenzen überschreiten - Freitag, 12. Dezember 2014

Gutes nicht unterlassen - Samstag, 13. Dezember 2014

Ein Winzling ist der Größte - 14. Dezember 2014

Klarheit ist Wahrheit - Montag, 15. Dezember 2014

Gutes ist eben gut - Dienstag, 16. Dezember 2014

Wurzeln sind Leben - Mittwoch, 17. Dezember 2014

Vater sein ist nicht schwer - Donnerstag, 18. Dezember 2014

Einfach mal nichts sagen - Freitag, 19. Dezember 2014

Mag alles so geschehen - Samstag, 20. und Sonntag, 21. Dezember 2014

Keine Angst vor Kindern - Montag, 22. Dezember 2014

Tu Gutes und rede drüber - Dienstag, 23. Dezember 2014

Heiligabend - Mittwoch, 24. Dezember 2014

Erster Weihnachtstag - Donnerstag, 25. Dezember 2014

Zweiter Weihnachtstag - Freitag, 26. Dezember 2014

Tod und Leben - Samstag, 27. Dezember 2014

Erkennen und tun- Sonntag, 28. bis 30. Dezember 2014

Silvesterstille - Mittwoch, 31. Dezember 2014

Rückblick nach vorne - Donnerstag, 01. Januar 2015

Geiz ist nicht geil - Freitag, 02. Januar 2015

Glauben gibt’s gratis - Samstag, 03. Januar 2015

Lied des Esels aus der Krippe - Sonntag, 04. Januar 2015

Luxus fehlt Redlichkeit - Montag, 05. Januar 2015

Das Morgenland hat einen gut - Dienstag, 06. Januar 2015

Heller und lauter, statt dunkel und leise - Mittwoch, 07. Januar 2015

Seelennahrung mundet - Donnerstag, 08. Januar 2015

Zu müde zum erkennen - Freitag, 09. Januar 2015

Versöhnen statt spalten - Samstag, 10. Januar 2015

Demut steht uns besser - Sonntag, 11. Januar 2015

Umkehr ist radikal - Montag, 12. Januar 2015

Schmerz der zürnenden Gedanken - Dienstag, 13. Januar 2015

Wahre Freiheit - Mittwoch, 14. Januar 2015

Heilsame Prozesse - Donnerstag, 15. Januar 2015

Beten hilft auf die Beine -Freitag, 16. Januar 2015

Mit Jesus essen - Samstag, 17. Januar 2015

Kommt und seht - Sonntag, 18. Januar 2015

Neuer Wein, neuer Geschmack - Montag, 19. Januar 2015

Zeit ist ein Gottesgeschenk - Dienstag, 20. Januar 2015

Dazu hab ich Hände - Mittwoch, 21. Januar 2015

Was zu Gott treibt- Donnerstag, 22. Januar 2015

Reale Träume - Freitag, 23. Januar 2015

Für Christus von Sinnen - Samstag, 24. Januar 2015

Präsenz zeigen - Sonntag, 25. Januar 2015

Weg der Versöhnung - Montag, 26. Januar 2015

familiäres Leben und Handeln! - Dienstag, 27. Januar 2015

Gestrüpp erstickt Bewusstheit - Mittwoch, 28. Januar 2015

Eine Draufgabe Gutes - Donnerstag, 29. Januar 2015

Für eine bessere Welt- Freitag, 30. Januar 2015

Es stürmt und keiner merkt’s - Samstag, 31. Januar 2015

Gottes Zeit für die Menschen - Sonntag, 01. Februar 2015

Warten - Montag, 02. Februar 2015

Berührende Nähe - Dienstag, 03. Februar 2015

Erkannt oderverkannt? - Mittwoch, 04. Februar 2015

Im Team geht’s leichter - Donnerstag, 05. Februar 2015

Wenn Niedertracht Köpfe kostet - Freitag, 06. Februar 2015

Ruhe gibt Kraft - Samstag, 07. Februar 2015

Das Fieber der Welt - Sonntag, 08. Februar 2015

Berührende Liebe - Montag, 09. Februar 2015

Das Gesetz ist für den Menschen da - Dienstag, 10. Februar 2015

Am Handeln gemessen - Mittwoch, 11. Februar 2015

Zwang macht keinen Glauben - Donnerstag, 12. Februar 2015

In Taubheit gleichgültig - Freitag, 13. Februar 2015

Nicht alle kehren heim - Samstag, 14. Februar 2015

Et kütt, wie et kütt - Sonntag, 15. Februar 2015

Zeichen erkennen - Montag, 16. Februar 2015

Wundersame Gratulantenvermehrung - Dienstag, 17. Februar 2015

Trauermiene ist keine Lösung - Mittwoch, 18. Februar 2015

Verstehen, verstanden zu werden - Donnerstag, 19. Februar 2015

Zeit ist immer für den Menschen - Freitag, 20. Februar 2015

Sünder sind wir doch alle - Samstag, 21. Februar 2015

Alle gehören dazu - Sonntag, 22. Februar 2015

Tun, was man tun kann - Montag, 23. Februar 2015

Vermächtnis der Liebe - Dienstag, 24. Februar 2015

Umkehr statt Advents-WM - Mittwoch, 25. Februar 2015

Das füg auch keinem andern zu - Donnerstag, 26. Februar 2015

Offenen Rechnungen - Freitag, 27. Februar 2015

Nur ein Mensch - Samstag, 28. Februar 2015

Unglaubliches erkennen - Sonntag, 01. März 2015

Leben und leben lassen - Montag, 02. März 2015

Sich selber nicht so wichtig nehmen - Dienstag, 03. März 2015

Geballte Kraft an Feindesliebe - Mittwoch, 04. März 2015

Die Schieflage der Waage - Donnerstag, 05. März 2015

Früchte der Entwicklung - Freitag, 06. März 2015

Beten heilt - Samstag, 07. März 2015

Prophet im eigenen Land - Montag, 09. März 2015

Mit der Nase drauf gestoßen - Dienstag, 10. März 2015

Geburtstagsglück - Mittwoch, 11. März 2015

Wahrheit des Schlafes - Donnerstag, 12. März 2015

Demut verleiht Hoffnung - Freitag, 13. März 2015

Nimm Dich nicht so wichtig - Samstag, 14. März 2015

Nur mit Licht im Herzen geht’s - Sonntag, 15. März 2015

Nie allein, wenn man es nicht will - MMontag, 16. März 2015

Rettung und was man daraus macht - Dienstag, 17. März 2015

Immer noch am Werk - Mittwoch, 18. März 2015

Mehr annehmen, weniger hadern - Donnerstag, 19. März 2015

Sonnenfinsternis in österlicher Vorfreude - Freitag, 20. März 2015

Modernes Pharisäertum - Samstag, 21. März 2015

Auch alte Ähren tragen Frucht - Sonntag, 22. März 2015

Voll ertappt - Montag, 23. März 2015

Glaube im Unglück - Dienstag, 24. März 2015

Mir geschehe, Kraft zu haben - Mittwoch, 25. März 2015

Hören, erkennen, verstehen, ändern - Donnerstag, 26. März 2015

Kraft der Zufriedenheit - Freitag, 27. März 2015

Angst nährt Böses - Samstag, 28. März 2015

Vom Holz herab herrscht mein Gott- Sonntag, 29. März 2015

Motiv statt Sinnhaftigkeit - Montag, 30. März 2015

Alles ist heilbar, nur nicht Verzweiflung - Dienstag, 31. März 2015

Keine Option zur Rückkehr - Mittwoch, 1. April 2015

Es geht auch anders - Donnerstag, 2. April 2015

Vom Kreuz herab - Freitag, 3. April 2015

Trauer erwacht zu Schönem - Samstag, 4. April 2015

Aufwachen und begreifen - Sonntag, 5. April 2015

Er war sogar in York - Montag, 6. April 2015

Erkennen heißt verstehen - Dienstag, 7. April 2015

Jedermanns Emmaus-Gang - Mittwoch, 8. April 2015

Zeuge sein - Donnerstag, 9. April 2015

Misserfolg verlangt Umkehr - Freitag, 10. April 2015

Verkünden nicht versagen - Samstag, 11. April 2015

Berufen bis zum Ende - Sonntag, 12. April 2015

Zurück in Mutters Schoß - Montag, 13. April 2015

sich verlassen können - Dienstag, 14. April 2015

Ehrlichkeit macht hell - Mittwoch, 15. April 2015

Vertrau ihm doch einfach - Donnerstag, 16. April 2015

Gottvertrauen ist das Brot der Seele - Freitag, 17. April 2015

Liebe kennt keine Ängstlichkeit - Samstag, 18. April 2015

Verlorenes Zeugnis des Glaubens - Sonntag, 19. April 2015

Wer wenn nicht er ? - Montag, 20. April 2015

Falsche Freude, falscher Weg - Dienstag, 21. April 2015

Welch eine Chance - Mittwoch, 22. April 2015

Nichts ist eine Sünde wert - Donnerstag, 23. April 2015

Lebensversicherung für die Ewigkeit - Freitag, 24. April 2015

Pfingstgedanken - Samstag, 25. April 2015

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Als ich mich Anfang November 2014 dazu entschlossen habe, ein Buch zu schreiben, war ich mir noch gar nicht im Klaren darüber, ob ich dieses Vorhaben auch ordentlich zu Ende führen werde. Der Inhalt des Buches sollte die zeitlose Aktualität des Evangeliums in Verbindung mit den Gegebenheiten und Anforderungen der heutigen Zeit darstellen. Die Idee dazu entstand durch das regelmäßige Lesen des aktuellen Tagesevangeliums. Dabei versuchte ich hin und wieder das Gelesene auf das gegenwärtige Geschehen in der Welt zu übertragen. Mit großer Verwunderung stellte ich fest, dass diese Versuche immer öfter gelangen, so dass ich nach und nach immer mehr die Worte der frohen Botschaft im Geschehen meines alltäglichen Lebens erkannte. Nicht immer erfüllte sich dabei eine konkrete Verbindung des Gelesenen mit der aktuellen Tagesrealität, aber mit der Zeit änderte sich dadurch meine Einstellung bei der Bewerkstelligung meines Lebensalltages. Perfektionismus wandelt sich in Genügsamkeit, Starrsinn in Toleranz und Ungeduld in Muße. Mit einem Perspektivwechsel auf eine im Glauben begründete Sicht der Dinge, habe ich meine Lebensbalance und meine innere Zufriedenheit wiedergefunden.

Es war mein Wunsch diese Erkenntnisse einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daher kam es zu diesem Buch. Vielleicht würde es ja einem eine Hilfe sein, seine Lebensbalance wieder zu bekommen oder dazu führen, dass jemand damit ein neues Bewusstsein für Gottes ständige Gegenwart im Leben eines Menschen erlangt. Wenn dies eintreffen sollte, so lassen Sie es mich unbedingt wissen. Es würde mich unbeschreiblich freuen!

Allerdings möchte ich klar feststellen, dass es sich bei diesem Werk um eine rein subjektive Wiedergabe von persönlichen Eindrücken und Wahrnehmungen handelt. Dieses Buch ist also nicht als eine theologische oder wissenschaftliche Bibelauslegung zu verstehen, sondern als eine pure Beobachtung von Momentaufnahmen und Rückblicken der Lebenswirklichkeit, verglichen mit dem von mir dabei erkannten Zusammenhängen des jeweiligen Tagesevangelium.

Anfangs waren meine Erkenntnisse von oberflächlich bis verwunderlich zu bezeichnen. In dem ich mich aber Tag für Tag, Woche für Woche intensiver mit allem auseinandergesetzt hatte, erkannte ich noch viel tiefgreifender die Zusammenhänge. Ich wurde von Kapitel zu Kapitel durch einen Entwicklungsprozess geleitet, der mich mehr und mehr erkennen ließ, was ich da eigentlich gerade machte und wie sehr mich meine gedankliche Auseinandersetzung mit diesen Dingen veränderte. Es war nicht nur die Erkenntnis der real existierenden Zusammenhänge, sondern ein innerlicher Wandel meiner selbst, der sich in meinem gänzlich veränderten Denken, Handeln und Tun offenbarte.

Immer wenn es um die Betrachtung der eigenen Person geht, ist die Sicht auf die Dinge keineswegs von Objektivität geprägt. Daher habe ich mich entschlossen, eine fiktive Person mit dem Namen Thomas Robertz zu entwickeln. Diese Person spiegelt zwar mich, mein Leben und meine Empfindungen, ich habe aber dadurch die Möglichkeit in neutraler, subjektiver Weise und mit gebührendem Abstand diese Person zu beobachten und zu beschreiben kann. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Personen die in den einzelnen Tagesbetrachtungen vorkommen.

Ich wünsche viel Freude beim Lesen.

Thomas Loebelt

Wer ist Thomas Robertz?

Thomas Robertz wurde am 11. März 1964 in Neuss geboren. Als uneheliches Kind hatte er in den 60er und 70er Jahren mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Ohne Vater wuchs er bei seiner Mutter im Haus der Großeltern auf. Die frühkindliche Erziehung wurde von seiner Oma übernommen, weil seine Mutter zwecks Einkommenssicherung arbeiten gehen musste. Heutzutage ist es ja normal, dass Mütter und Väter arbeiten gehen, damit die Familien ihren selbstdefinierten Lebensstandard halten können. Damals vor fünfzig Jahren war das eine absolute Seltenheit und nur ganz besonderen Notsituationen, wie zu Beispiel Alleinerziehung, geschuldet. Staatliche Verwahranstalten wie öffentliche Kitas gab es nicht, nur die Kirchen verfügten über derartige Einrichtungen. Leider waren es auch häufig die Kirchen, die uneheliche Kinder nicht in ihren Tagesstätten aufnehmen wollten, weil ein uneheliches Kind in der damaligen Gesellschaft als nicht gesellschaftskonform galt. Dieses hatte auch Thomas Mutter zu spüren bekommen, als sie für ihn einen adäquaten Platz im Ganztagkindergarten direkt gegenüber von ihrer Arbeitsstelle haben wollte. Die ganzen Bemühungen der Mutter waren, aufgrund dieses gesellschaftlichen Makels, absolut chancenlos und so blieb Thomas schließlich tagsüber in der Obhut seiner Oma.

Mit 9 Jahren trat für Thomas eine glückliche Wende ein. Seine Mutter lernte Artur kennen. Artur war ein Arbeitskollege und im Laufe der Zeit kamen beide sich näher bis sie schließlich 1973 heirateten. Damit war für Thomas der ewige Kampf um Anerkennung und Gleichwertigkeit mit anderen Kindern aus vermeintlich geregelten Familienverhältnissen vorbei. Er hatte nun endlich auch eine komplette Familie. Ein Jahr später kam noch eine kleine Schwester dazu und auch wenn Thomas sich nichts lieber als einen Bruder gewünscht hatte, war das natürlich auch in Ordnung für ihn.

Die weitere Kindheit und seine Jugend verliefen weitestgehend sorgenfrei und im Alter von 22 Jahren war Thomas fest davon überzeugt, heiraten zu müssen. Seine Braut Irmgard war 2 Jahre älter und beide haben sich bei der katholischen Jugend ihrer Pfarrgemeinde kennengelernt. 1986 wurde also geheiratet.

Im Jahre 1988 wurde Thomas erstmalig Vater. Seinen Erstgeborenen nannte er Mario, weil Thomas gerade in Italien war, als Irmgard ihm eröffnete, dass sie schwanger sei. 1990 folgte dann der zweite Sohn. Sein Name war Steven. Es folgte daraufhin eine Krise in der Ehe, die dann aber durch Einwirkung von Familie, dem damaligen Pfarrer und Freunden erst einmal entkräftet werden konnte. 1994 kam dann der dritte Sohn Chris auf die Welt und 1996 erblickte seine einzige Tochter Sahra zum ersten Mal das Licht der Welt.

Leider konnte auch der vierköpfige Kindersegen nicht dazu beitragen, dass die Ehe wieder in ruhiges Fahrwasser kam. Die ursprüngliche Krise erfuhr ein weiteres Mal für alle Beteiligten eine weitaus heftigere und noch unwürdigere Wiederbelebung, die schließlich 1998 in der Trennung endete. Während die Kinder im gemeinsamen Einfamilienhaus mit Irmgard wohnen blieben, zog Thomas in ein 28 Quadratmeter großes „Wohnklo“ und sorgte mit einem Berufswechsel in die Versicherungsbranche dafür, dass wenigstens keine finanziellen Sorgen auf die Familie zukamen.

Zum Jahrtausendwechsel zog Thomas dann mit Britta, seiner neuen Freundin zusammen. Britta war eine Arbeitskollegin, die er schon länger kannte. Sie war anders als die Menschen, die Thomas sonst so um sich hatte. Vielleicht lag das an ihrer Herkunft. Sie kam aus Oberhausen im Ruhrgebiet und hatte mit der rheinischen Sinnlichkeit einer frohnatürlichen Oberflächlichkeit im Leben nicht viel gemeinsam. „et is wie et es“ und „et hätt noch immer joot jejange“ waren nicht unbedingt ihre Maßstäbe einer glücksbringenden Lebensweise. Das es Thomas nie ohne seine vier Kinder geben würde, war Britta durchaus klar. Sie nahm diese Herausforderung auch vorbehaltlos an, obwohl sie wusste, dass es eine schwere Zeit werden würde, bis die Kinder groß sind. Beide waren sich einig darin, dass Kinder nicht unter dem Versagen oder Scheitern der Eltern leiden dürften. Da Thomas wesentlich mehr von seinem Einkommen für die Kinder zahlte als es gesetzlich vorgeschrieben, lebten sie in dieser Zeit hauptsächlich von Brittas Einkommen.

Aber auch das gelang, weil sie sich liebten und mit dem Einstieg der Kinder in den Beruf endeten dann ja auch irgendwann die Zahlungen. 2013 entschlossen Thomas und Britta sich, ihre Verbindung als endgültig anzusehen und heirateten. Gemeinsam mit Kindern und ihren Eltern feierten sie ihre Hochzeit in York, England.

Mittlerweile fünfzig Jahre alt, schaut Thomas nun auf das vergangene halbe Jahrhundert seines Lebens zurück. Er stellt sich die Frage, warum dieses oder jenes so gelaufen ist und warum er so oder so handelte. Thomas Robertz ist ein einfacher Durchschnittstyp: Bedingt sportlich, leicht untersetzt, kälteempfindlich. Er meint immer, er wüsste wo es langgeht und neigt zu leichten Wutausbrüchen, wenn es nicht so läuft, wie er es haben möchte. Thomas hat eine große Klappe und verurteilt schnell, hat aber auch andererseits eine sehr ausgeprägte Fähigkeit um sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Er fährt einen Mittelklassewagen und wohnt mit Britta in einem noch nicht ganz abbezahlten kleinen Reihenhaus am Rande der alten Römerstadt Neuss in Nordrhein-Westfalen.

Seit einigen Monaten hat Thomas eine Smartphone-App mit den Bibeltexten des aktuellen Tages. Sein Christsein ist in seinem Leben zwar schon häufig in die Nebensächlichkeit gerutscht, aber die Erziehung der Oma hat bei ihm so viel Elementares hinterlassen, dass er immer wieder zu seinem Glauben zurückgefunden hat. So ist er wohl auch an dieser App hängen geblieben. Thomas verglich täglich das Evangelium mit den realen Ereignissen des Tages und erkannte dabei immer öfter Verbindungen der Worte der Schrift mit den Alltagsvorkommnissen. Seine wirklich intensive Beschäftigung damit begann allerdings erst am Sonntag, den 23. November 2014!

Der Friede des Tages - Sonntag 23. November 2014

Evangelium nach Matthäus 25, 31-46

„Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“

Anlässlich des Christkönigsfestes, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, hatten Thomas, Britta und Mario von Bruder Robert, dem amerikanischen Cousin von Britta, die Einladung zur Feier des Christkönigsfestes der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi in Bad Münstereifel erhalten. Das Glück, mit Bruder Robert hier in Deutschland zusammen zukommen, hatten sie Brittas Hobby zu verdanken. Seit vielen Jahren widmet sie sich der Ahnenforschung. So entstanden familiäre Kontakte in die USA und sie erfuhren, dass Cousin Robert in Bad Münstereifel, im Orden der Legionäre Christi lebt und seiner Berufung eines geistlichen Wirkens in der Welt nachkommen will. Er hat inzwischen seine Zeit als Novize hinter sich und bereitet sich nun auf sein Studium vor, um in einigen Jahren dann die Priesterweihe zu erlangen. Als die drei in Bad Münstereifel ankamen, wurden sie auch schon von Bruder Robert sehr freudig empfangen. Nach kurzem Austauschen über die jüngsten Neuigkeiten, begaben sie sich in die Kapelle zur heiligen Messe. Die Predigt bezog sich auf die Standhaftigkeit, für die das Christkönigfest steht, besonders in Zeiten der Unterdrückung. Im Weiteren wurde in der Predigt die Verbindung zwischen dem Christkönigsfest, der Mission des Ordens und dem heutigen Tagesevangelium deutlich. Thomas verstand es so, dass von den Christen gerade in diesen schwierigen Zeiten ein bewusstes Handeln im Sinne der Barmherzigkeit erwartet wird. Er vermutete, dass es dabei weniger um die eigene Rettung vor der Verdammnis, als vielmehr um die hohe Bedeutung der barmherzigen Werke am Nächsten ging. Seine Gedanken wanderten zu einigen Szenen der vergangenen Wochen und Monate. Da war die ältere Nachbarin, die er abwimmelte, als sie mit ihm sprechen wollte oder der neue Nachbar, der Thomas beim Einzug in die Wohnung gefragt hatte, ob er ihm mit einer Rolle Toilettenpapier aushelfen könne. Thomas hatte dies verneint, obwohl er Toilettenpapier im Haus hatte. Was er genau gegen den Menschen hatte, wusste Thomas gar nicht. Es konnte auf keinen Fall so schlimm sein, dass man ihm eine Rolle Toilettenpapier zur Verrichtung seiner Notdurft missgönnte. Er frug sich, wie der Typ wohl aus dieser misslichen Lage herausgekommen ist?

Im Anschluss an die Heilige Messe wurden verschiedene Vorträge angeboten. Die drei entschieden sich für einen Vortrag zur Aufgabe der Laien in der Kirche. Als der Referent zum Ende des Vortrags dann den Satz präsentierte: „Wenn wir Katholiken auch immer so katholisch leben würden, wäre die Welt bestimmt eine andere!“, musste Thomas direkt wieder an sein „Klopapier-Opfer“ denken. Zusammen mit den anderen rund 250 Gästen und Ordensbrüdern begab er sich in die Mensa der apostolischen Schule um ein gemeinsames Mittagessen einzunehmen. Das fröhlich-friedliche Miteinander dieser Gemeinschaft erfreute ihn. Generell empfand er bei dieser Ordensgemeinschaft immer Ruhe, Frieden und grenzenloses Vertrauen. Er spürte, wie ihm die menschliche Offenheit gut tat. Seine Feststellung war, dass Menschlichkeit und ehrliche Offenheit im Alltag leider viel zu oft zu kurz kommen und dass das Bewusstsein dafür meist an der eigenen Oberflächlichkeit scheitert. Der schöne Tag wurde beendet mit der Anbetung des Allerheiligsten und dem eucharistischen Segen für die Teilnehmer. Tief berührt von der Liebe dieser Gemeinschaft und dem Frieden dieses Tages fuhren Britta, Mario und Thomas am Abend wieder heim.

Man würde ja, aber … - Montag 24. November 2014

Evangelium nach Lukas 21,1-4

In jener Zeit sah Jesus, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf. Da sagte er: „Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.“

Wie jeden Morgen in der Arbeitswoche überflog Thomas am Montag den 24. November 2014 die Tageszeitung und war erbost darüber, dass es in Deutschland jede Menge Proteste wegen der Unterbringung von Flüchtlingen aus aller Welt in Flüchtlingsheime gab. Während er noch überlegte, hierzu einen gepfefferten Leserbrief zu schreiben, wanderten seine Gedanken zu dem Flüchtlingsheim seiner Heimatstadt Neuss. Dort gab es Probleme mit einer Gruppe Nordafrikaner, die Mitbewohner, Ärzte und Helfer gleichermaßen einschüchterte und Drogen verkaufte. Damit löste sich sein guter Vorsatz in Luft auf. „Zuerst soll da mal Ordnung geschaffen werden, ich unterstütze doch keine Drogendealer!“ waren seine Gedanken.

Montagabend ist „Papatag“. Thomas und seine inzwischen erwachsenen Kinder aus erster Ehe erfreuen sich Woche für Woche an dieser Institutionalisierung und halten, seit seiner Trennung von seiner ersten Frau vor 16 Jahren, dem mittlerweile traditionellen „Papatag“ stets die Treue. Zuerst wird gemeinsam zu Abend gegessen. Danach wird über die vergangene Woche erzählt und nachdem jeder wieder alles über den anderen erfahren hat, kommt die Runde dann zu Themen, wie Politik, Religion und Gesellschaft. Thomas stellte fest, wie gut seine Kinder es doch haben. Sie sind nicht von Armut, Krieg oder Terror bedroht. Sie müssen nicht in ein fremdes Land flüchten, wo sie nicht gerne gesehen sind. Wo man sie nicht haben möchte! Je bewusster er die komfortable Lebenslage seiner Familie mit der Situation der Flüchtlinge verglich, umso mehr erkannte er wieder seine Oberflächlichkeit. - Und wieder dachte er an die verdammte Rolle Klopapier, denn der neue Nachbar war ein Farbiger.

Mut zur Entscheidung - Dienstag, 25. November 2014

Evangelium nach Lukas 21,5-11.

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: „Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.“ Siefragten ihn: „Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt?“ Er antwortete: „Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: „Ich bin es!“ und: Die Zeit ist da.“ Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.“ Dann sagte er zu ihnen: „Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.“

Das erste, was Thomas bei diesen Worten durch den Kopf ging, war die Feststellung, dass bereits vor 2000 Jahren beschrieben wurde, wie es heute um die Welt bestellt ist. Sein Blick auf die vergangenen 2000 Jahre wiederum, zeigte ihm aber auch, dass die Welt nie wirklich besser war. Eine Welt voller Krieg, Unruhe, Unrecht, tödlichen Seuchen und maßloser Gier. Seine Wahrnehmung, was die Menschen aus der Schöpfung Gottes machen, war für ihn erschütternd und er traf an dem Tag die Entscheidung mal etwas mehr zu wagen; einfach mal etwas mutiger zu sein.

Wer Thomas richtig kannte, der wusste aber auch, dass seine Art der „Spontanität“ meist gepaart war mit der kurzen „Lust am Neuen“. Ist es am Anfang noch ein loderndes Feuer voller Enthusiasmus, so erlischt die Flamme dann häufig genauso schnell und die vermeintlich gute Sache gerät ins unerledigte Vergessene. Diesmal sollte es aber anders laufen, meinte er und Thomas die feste Entscheidung, das Evangelium täglich zu lesen und die Erkenntnisse daraus in seinem Alltag bewusst umzusetzen.

Bewusster leben - Mittwoch, 26. November 2014

Evangelium nach Lukas 21,12-19

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Man wird Euch festnehmen und Euch verfolgen. Man wird Euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt Euch fest vor, nicht im Voraus für Eure Verteidigung zu sorgen denn ich werde Euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle Eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar Eure Eltern und Geschwister, Eure Verwandten und Freunde werden Euch ausliefern, und manche von Euch wird man töten. Und Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird Euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Eine Entscheidung zu treffen und diese anschließend auch so umzusetzen, sind bekanntlich zwei Paar Schuhe. Auch bei Thomas drehten sich die Gedanken um den Weg eines unerschütterlichen Gottvertrauens und wie man dorthin gelangen kann. Ihm fehlte oft dieses Vertrauen oder er bemerke einfach nicht, dass Gott bei ihm war. Gerade jetzt, wo er so viel von Christen hörte, die mit Gewalt oder Tod zu rechnen haben und trotzdem fest auf Gott vertrauten. Er kam sich erbärmlich vor, als er vor sich sah, wie er aus Sorge vor Hohn oder Spott bei Arbeitskollegen oder Kumpels seinen Glauben meist verschwieg. Die Überlegungen brachten ihn wesentlich aufmerksamer durch den Tag. Einem vorübergehenden Menschen schenkte er ein Lächeln, gab einem Obdachlosen freundliche Auskunft, auf die Frage nach der Uhrzeit und er hörte der Nachbarin, die er vor der Haustüre traf, interessiert zu, obwohl es kalt war und er fror wie ein Schneider. Selbst im Straßenverkehr zeigte Thomas ein rücksichtsvolleres Verhalten. Er ließ die anderen Verkehrsteilnehmer so fahren, wie sie es für richtig hielten und schonte damit seine Körperliche und seelische Gesundheit, statt sich mit Hupkonzerten, waghalsigen Überholmanövern oder Schreiattacken mit schlaganfallgefährdetem Kopf an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Für Thomas war es eine tolle Erfahrung den Tag erstmals bewusst zu erleben.

Wachbleiben in Achtsamkeit - Donnerstag, 27. November 2014

Evangelium nach Lukas 21,20-28

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn ihr seht, dass Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann könnt ihr daran erkennen, dass die Stadt bald verwüstet wird. Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht. Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine große Not wird über das Land hereinbrechen: Der Zorn Gottes wird über dieses Volk kommen. Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle Länder verschleppen, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erfüllen. Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Die Zeiten der Heiden scheinen sich zu erfüllen? Thomas fragte sich, was das wohl zu bedeuten hätte. Eine Internetmeldung brachte ihm die passende Antwort. Der spanische Fußballverein Real Madrid hat sein Vereinswappen geändert. Im Wappen des Traditionsvereins war die Königskrone abgebildet, als Zeichen dafür, dass der Verein den Titel „Real“ also “königlich“, vom katholisch-spanischen Königshaus 1920 verliehen bekommen hat. Nun wünscht ein arabischer Großsponsor, dass das Kreuz auf der Krone entfernt wird!

„Gier frisst Hirn.“ sagte Thomas kopfschüttelnd laut zu sich. Die Tatsache, dass pure Geldgier nun auch die Verbundenheit zur christlichabendländischen Tradition in Europa korrumpiert, machte ihn völlig sprachlos. „Was wird aus unserer Zukunft und der Zukunft unserer Kinder?“ war seine Frage. Real Madrid war jetzt nicht das einzige Dilemma, welches ihm durch den Kopf ging. Kirchenschließungen, Vatikanbankskandal und vieles mehr kam dazu. Ein Anflug von Resignation legte sich auf seine Seele. Thomas folgert daraus, dass die Zeiten der Heiden sich tatsächlich zu erfüllen scheinen!

Auf dem Weg bleiben - Freitag, 28. November 2014

Evangelium nach Lukas 21,29-33

In jener Zeit gebrauchte Jesus einen Vergleich und sagte: „Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an: Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Auch am Tag darauf was Thomas Ärger über Real Madrid noch nicht verflogen. Bei ihm stellte sich die Frage, warum eigentlich niemand mal ein Buch über das Evangelium und seine Verbindung zu unserem Alltag schreibt? Aussagen, die vor über 2000 Jahren getroffen wurden, besitzen doch schließlich heute noch ihre Gültigkeit. Ein, wie er fand, sicherlich interessantes Thema, wenn man bedenkt, wie oft Menschen für ihren Lebensweg nach Leitplanken oder Orientierungshilfen suchten.

Es war in einem Urlaub, den Thomas mit Britta in Devon, England verbracht haben. Sie waren auf einem nicht markierten Weg im menschenverlassenen Dartmoor unterwegs. Ein paar Wildpferde dort, ein paar Schafe hier, ansonsten nur endlose Weite, nur Hügel und Wiesen. Die Sonne war von dichten Wolken verdeckt und es fehlte ihnen jede Orientierung. Thomas fluchte und meckerte über diese vermeintliche Leichtsinnigkeit der Engländer. Die ganze Meckerei nütze aber nichts. Erst als Britta ihn schließlich auf die Markierungen am Straßenrand, die natürlich da waren, aufmerksam machte, fuhren sie in die richtige Richtung. Ohne diese Orientierungshilfen hätten sie sich hoffnungslos verfahren und wären weit von ihrem eigentlichen Ziel abgekommen. Thomas erkannte nun auch die Begrenzungskennzeichen und musste sich eingestehen, dass Begrenzungsmarkierungen nun mal nicht überall in der Welt, so aussehen wie in Deutschland und dass es auch nicht darum geht, wie die auszusehen haben, sondern zu erkennen, was mit diesen Markierungen gemeint ist!

Die Schöpfung rauscht hinweg - Samstag, 29. November 2014

Evangelium nach Lukas 21,34-36

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

Morgen ist bereits der 1. Advent. Für Thomas ist die Adventszeit eine Horrorzeit. Nicht nur, dass er beruflich im Jahresendgeschäft seine letzten Nerven zu verlieren droht, auch in den Innenstädten herrscht nur hektisches Treiben, mit überfüllten Einkaufszonen voller gestresster Menschen.

Die Weihnachtsmärkte haben inzwischen geöffnet und der Konsum steuert die Gesellschaft. Die Eröffnung der Vorweihnachtszeit entpuppt sich als barbarisches Gladiatorenspiel in der Arena des Wirtschaftsprofits. Den Höhepunkt dieser Gladiatorenkämpfe bildet der „Black Friday“ in den USA. An diesem Tag werden alle Artikel des Einzelhandels massiv rabattiert. Menschen aus den armen Bevölkerungsschichten ist auch nur an diesem Tag ein Weihnachtsgeschenk für ihre Liebsten finanziell erschwinglich. Wer sich an den Wühltischen nicht konsequent durchsetzt, geht leer aus. Abartiger kann man die Vorweihnachtszeit überhaupt nicht einläuten!

Thomas hatte im diesem Jahr Glück! Alle Weihnachtsgeschenke waren bereits besorgt und von Britta liebevoll verpackt. Dieses Jahr gibt’s von Thomas für jeden ausschließlich Bücher - zur Entschleunigung!

Den Samstagnachmittag genoss er gemütlich mit Zeitung lesen und danach schaltete er den Fernseher ein, um sich etwas berieseln zu lassen. Hier verfolgte eine Reportage über Intensivtierhaltung von Gänsen, mit dem Zweck der Daunenmassenproduktion. Ihm wurde schlecht bei diesen Bildern. Die widerwärtige Tierquälerei einer schöpfungsverachtenden Billigpreismarktwirtschaft ließ ihn von der Trunkenheit seiner Entschleunigungsphase ausnüchtern. - Gänsefederbetten kauft er nie mehr!

Senfkörner der Hoffnung 1 Advent- Sonntag, 30. November 2014

Evangelium nach Markus 13, 33-37

In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!“

Am Vortag hatte Thomas noch ein Telefonat mit seinem Freund Heinz. Sie kennen sich seit mehr als 35 Jahren aus Kinder- und Jugendzeiten, die sie oft in ihrer Pfarrgemeinde verbrachten. Mittlerweile ist dort das Gemeindeleben fast zum Erliegen gekommen. Kein Nachwuchs und kein Interesse an Kinder- und Jugendarbeit führten dazu, dass es bereits Überlegungen gab, das Pfarrzentrum zu verkaufen. Heinz klagte, dass sich niemand mehr in der Gemeindearbeit engagiere und das das Interesse an Kirche und Glaube immer mehr zurückginge. Thomas fragte, woran das denn wohl läge und Heinz fielen zahlreiche Gründe ein, wie Priestermangel, andere Freizeitangebote oder - wie er sich ausdrückte – schlechtes Management in Pfarrgemeinden. Thomas nächste Frage zielte darauf, wer denn die Gemeinde sei und wer Verantwortung in der Gemeinde übernehmen könne. Ohne konkrete Antwort verabschiedete Heinz sich, mit der Willensbekundung, über das Gespräch nachdenken zu wollen.

Am Nachmittag wurde Thomas unerwartet zu einer Facebook-Gruppe eingeladen! Es war Heinz der diese gegründet hatte. Was war geschehen? Heinz hatte einen Adventsgruß mit einem Bild von dem Pfarrzentrum, worüber die beiden sprachen bei Facebook eingestellt. Daraufhin kommentierten zahlreiche „ehemalige“ Pfadfinder diesen Eintrag. Es entwickelte sich daraus eine unglaubliche Eigendynamik, die schlussendlich dazu führte, dass nun acht „Ehemalige“ ein Treffen planen wollten, um an die früheren Zeiten wieder anzuknüpfen. Während Thomas das alles las, dachte er ein wenig triumphierend: „Ein kleines Senfkorn Hoffnung!“

Nicht quatschen, sondern handeln - Montag, 01. Dezember 2014

Evangelium nach Matthäus 8,5-11

Als er nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: „Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.“Jesus sagte zu ihm: „Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh! so geht er, und zu einem andern: Komm! so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.“ Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: „Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.“

„Wenn ihr doch nur alle römische Soldaten wäret, dann müsstet ihr tun, was Euer Boss Euch sagt und es gäbe keinen Streik“ sagte Thomas, als er am 01. Dezember 2014 von dem wiederholten Streik der Piloten der Deutschen Lufthansa gelesen hatte. Er machte sich dabei vor allem Sorgen um seinen eigenen Flug am zweiten Weihnachtstag nach London, wo er mit Britta gemeinsam ins neue Jahr feiern wollte.

Als Führungskraft muss er sich ebenfalls mit den Anforderungen seines Unternehmens an ihn und seine Mitarbeiter auseinandersetzen. So hatte er an diesem Tag die Produktionsplanung seines Verantwortungsbereiches zu entwickeln, um die Planung anschließend mit seinem Vorgesetzten abzustimmen. Selbst, wenn er für seine Mitarbeiter vorausschauend plante, müsste er dennoch manchmal Entscheidungen treffen, die zwischenmenschlich gesehen, einem aufrichtigen Christsein nicht würdig sind. Nun ist er erfreulicherweise in einer Firma beschäftigt, wo die Ziele nicht so unmenschlich hochgesteckt werden, aber für den einen oder anderen stellen die Ziele schon ein erhebliches psychisches Druckpotenzial dar.

Sein ältester Sohn Mario hatte sich beruflich gegen eine Weiterentwicklung in seiner jetzigen Tätigkeit als Verwaltungsfachkraft entschieden und wollte stattdessen nebenberuflich eine pastoral-seelsorgerische Fortbildung machen, um vielleicht später einmal in ein kirchliches Beschäftigungsverhältnis zu wechseln. Thomas steht den Veränderungsgedanken seines Sohnes sehr positiv gegenüber, weil er schon lange vermutet, dass Mario eine entsprechende geistige Berufung in sich trägt und dieses gerne ausführen möchte.

Er weiß aber auch, dass diese Entscheidung seines Sohnes im Verwandten-und Bekanntenkreis teilweise auf Verwunderung und Unverständnis stoßen wird. Da konnte ihm eigentlich kein besseres Kapitel des Evangeliums unterkommen, als das des Hauptmanns von Kafarnaum. Wenn sich ein hochdekorierter römischer Offizier herab begibt, um Jesus, einer Person aus einem unterworfenen Volk, zu bitten und ihm zu sagen, dass er – der römische Offizier - nicht würdig ist, dass Jesus sein Haus betritt, dann machte er sich mit dieser Geste vor seinen Soldaten und Untergebenen mehr als lächerlich. Das hat den römischen Offizier allerdings nicht im Geringsten interessiert. Er zeigte sich Jesus gegenüber demütig und offen. Abschätziges Gerede war ihm gleichgültig. Ihm reichte es, dass er an Jesus glaubte und ihm vertraute.

Thomas wünscht seinem Sohn daher ganz viel Selbstdisziplin und das notwendige Durchhaltevermögen. Für den Fall, dass der eine oder andere abschätzig über die Entscheidung von Mario reden sollte, will Thomas ihn dabei unterstützen, dass er wird es genauso handelt wie der Hauptmann von Kafarnaum und ihm sein Glaube wichtiger ist als das Geschwätz der Leute.

Immer alles mitbekommen - Dienstag, 02. Dezember 2014

Evangelium nach Lukas 19,21-24

In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.“ Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: „Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht! Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“

Wie bereits erwähnt, hatte Thomas ausschließlich Bücher als Weihnachtsgeschenke besorgt. Jedes dieser Bücher war hatte einen christlichen Hintergrund oder war in religiöser Motivation geschrieben worden. In den letzten Monaten hatte Thomas ebenfalls viele solcher Bücher gelesen und es hatte ihm Lebensmut, Kraft und Muße gegeben. Lebensmut, Kraft und Muße kann man aber nicht eingepackt in Geschenkpapier unter einen Weihnachtsbaum legen, es sei denn als Buch. Also gab es zu Weihnachten nur Bücher!

Auf dem Weg zur Arbeit fiel Thomas ein großes Werbeplakat auf. Es machte auf eine Buchneuerscheinung mit dem Titel: „Heilig über Nacht!“ aufmerksam. Ein humorvoller Roman über jemanden, der plötzlich heilig wurde und nicht so recht damit umgehen konnte. Er hatte das Buch zwar noch nicht gelesen und kannte keinerlei Rezensionen darüber, aber irgendwie war er fest entschlossen, das Buch als weiteres Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Das Ganze ging bei ihm immer rasant schnell. Das Handy raus, die Buchgroßhandels-App aufgerufen, den Buchtitel eingegeben und auf „Kaufen“ gedrückt. Während der nächsten 10 Meter erhielt er bereits die Bestellbestätigung und den voraussichtlichen Liefertermin in der nächsten Woche. Da es ja ein Weihnachtsgeschenk sein sollte, entschied Thomas sich dafür, erstmal selber einen Blick in das Buch zu werfen, bevor er entscheiden wollte, wer es bekommen soll. Vielleicht würde er es ja auch für sich selbst behalten!

Wo das Herz von voll ist - Mittwoch, 03. Dezember 2014

Evangelium nach Matthäus 15,29-37

Jesus zog weiter und kam an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich. Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie. Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels. Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: „Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen.“ Da sagten die Jünger zu ihm: „Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen?“ Jesus sagte zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Sie an tworteten: Sieben, und noch ein paar Fische.“ Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Leute. Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übriggebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.

Nach Feierabend traf Thomas sich in Köln mit einigen Kollegen zu einem gemütlichen Weihnachtsmarktrundgang. Da er natürlich auch den ersten Glühwein des Jahres kosten wollten, fuhr er mit der Bahn und nicht mit dem Auto. Während seiner Bahnfahrt beobachtete Thomas mal ganz bewusst das Treiben und die Menschen in der Bahn. Dabei frug er sich, wie viele dieser Leute wohl Weihnachten in die Kirche gehen würden? Nach seiner Einschätzung passte eigentlich niemand der Bahnfahrenden so recht in sein Bild eines Christmettenbesuchers. Ganz zu schweigen davon, dass er sich auch nur einen einzigen Fahrgast vorstellen konnte, der mal versuchen würde, sein Leben auf das Evangelium hin zu betrachten und es danach auszurichten.

Nach einigen unplanmäßigen Stopps, verspätet in Köln angekommen, hatte er noch Zeit den Dom aufzusuchen und eine kurze Zeit dort zu beten. Im Dom keimte dann doch wieder leichte Hoffnung auf, den einen oder anderen Menschen zu erspähen, der eventuell doch die Äußerlichkeit eines Christmettenbesuchers hatte. Nachdem auch er von einigen Menschen gleichermaßen gemustert wurde, dämmerte ihm so langsam, welch dämliches Spiel er hier spielte und er mit Sicherheit der Letzte sei, der sich anmaßen könnte, fromme Christen an ihrem äußeren zu erkennen. Mit dieser peinlichen Einsicht verließ er den Dom nach einer Viertelstunde und begab sich zum Treffpunkt, an dem die Kollegen schon auf ihn warteten. Es war sehr kalt und wer die unmittelbare Umgebung des Doms kennt, auch extrem