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Den ersten Brief habe ich 1997 an Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl geschrieben, und merkte, dass es Dinge in der Politik gab, die ich nicht hinnehmen wollte. Meine Empörung musste in eine Form gebracht und adressiert werden. Seitdem sind mehr als 30 Briefe an Verantwortungsträger entstanden. Ich glaube, es wäre wichtig, dass viele sich die Mühe machten, ihre Kritik oder Anregungen zu formulieren. Lediglich alle 4 Jahre ein Kreuz zu machen, reicht nicht aus. Wir sollten vielmehr beherzt das Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen. Es liegt an uns allen, wohin die Reise gehen wird!
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Seitenzahl: 88
Veröffentlichungsjahr: 2018
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EINLEITUNG
BRIEFE AN VERANTWORTUNGSTRÄGER
Brief 01 Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler, 19.05.1997
Antwortbrief Bundeskanzleramt 08.06.1997
Brief 02 Gerhard Schröder, Bundeskanzler, 30.07.2000
Antwortbrief Bundeskanzleramt, 11.08.2000
Brief 03 Gerhard Schröder, Bundeskanzler, 19.08.2001
Antwortbrief Bundeskanzleramt, 27.08.2001
Brief 04 Gerhard Schröder, Bundeskanzler, 13.09.2003
Brief 05 Dr. Josef Ackermann, Deutsche Bank, 13.11.2006
Brief 06 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 19.08.2007
Antwortbrief Bundeskanzleramt, 07.09.2007
Brief 07 (Mail) Funke, Hypo Real Estate Bank, 05.10.2008
Brief 08 (Mail) Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 07.10.2008
Brief 09 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 02.04.2009
Brief 10 Dr. Philipp Rösler, Bundesgesundheitsminister, 13.07.2010
Brief 11 Rainer Brüderle, MdB, FDP Fraktion, 30.07.2010
Antwortbrief 22.09.2010
Brief 12 (Mail) Angela Merkel, 13.03.2011
Brief 13 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 14.05.2011
Anzeige von Hamburger Richter Heinz Uthmann
Brief 14 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 09.11.2011
Antwortbrief Bundeskanzleramt, 17.11.2011
Brief 15 Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister, 16,11,2011
Antwortbrief Bundesfinanzministerium, 22.11.2011
Brief 16 Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesinnenminister, 27.01.2012
Brief 17 Christian Wulff, Bundespräsident, 05.03.2012
Brief 18 Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister, 11.03.2012
Antwortbrief Bundesfinanzministerium, 04.04.2012
Brief 19 Dr. Kristina Schröder, Familienministerin, 16. 04.2012
Brief 20 Dr. Frank-Walter Steinmeier, SPD-Fraktion, 17.04.2012
Brief 21 Dr. Kristina Schröder, Familienministerin, 15.05.2012
Brief 22 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 15.06.2012
Antwortbrief Bundeskanzleramt, 28.06.2012
Brief 23 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 26.12.2012
Brief 24 Klaus Wowereit, Bürgermeister von Berlin, 10.01.2013
Brief 25 Ursula von der Leyen, Arbeitsministerin, 08.03.2013
Brief 26 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 13.03.2013
Brief 27 Ursula von der Leyen, Arbeitsministerin, 15. 08. 2013
Antwort Arbeitsministerium, 25.09.2013
Brief 28 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 20.08.2013
Brief 29 Andrea Nahles, Arbeitsministerin, 07.02.2014
Brief 30 Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister, 22.07.2015
Brief 31 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 18.09.2016
Brief 32 Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 15.10.2017
ANHANG
Spiegel Verlag, Leserbrief, 30.09.2003
President Barak Obama, White House, 06.02.2012
Stéphane Hessel, 22.01.2013
Angela Merkel, Bundeskanzlerin, 09.05 2014, (unter Pseudonym)
Andrea Nahles, Arbeitsministerin, 18. 05.2014, (unter Pseudonym)
NACHLESE
STICHWORTVERZEICHNIS
„Wir fordern von den Regierenden nicht genug Offenheit und Verantwortungsbewusstsein.“
Daniel Ellsberg.
Den ersten Brief habe ich 1997 an den damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl geschrieben, damals noch auf einer elektrischen Schreibmaschine. Als ich den Brief wegen eines bestimmten Anlasses begann, merkte ich, dass es viele Dinge in der Politik gab, die ich nicht einfach so hinnehmen wollte und konnte. Meine Empörung musste in eine Form gebracht und adressiert werden. Seitdem sind mehr als 30 Briefe an Verantwortungsträger entstanden.
Ein wichtiger Beweggrund meiner Briefe war meine Sorge um die Zukunft: wohin würde sich das Land entwickeln, wenn die Regierenden so wenig Wille erkennen lassen, das Land zukunftssicher zu gestalten, es anstatt dessen aber dauerhaft schlecht verwalten?
Jetzt, 20 Jahre später, befinden wir uns immer noch in einem Reform- und Investitionsstau. Wir leben mit einer maroden Infrastruktur; die Bildung verliert sich im kleinstaatlichen Gerangel der Länder; den gesellschaftlich relevanten Behörden fehlen sowohl Personal als auch Mittel und das multiple Versagen der Sicherheitsorgane ist offensichtlich lebensgefährlich (NSU, Anis Amri). Soziale Gerechtigkeit? Die Schere zwischen arm und reich ist in den letzten Jahrzehnten so weit auseinander regiert worden, dass die Politiker kaum noch erkennen lassen, dass sie die andere Seite überhaupt wahrnehmen. Das war besonders deutlich im September 2017 im Wahlkampf der Bundeskanzlerin zu sehen. Der zunehmende Mangel an Verantwortungsbewusstsein der politischen Klasse geht einher mit einem besorgniserregenden Verlust an Vertrauen der Bürger in die Exekutive.
Es mag sein, dass nicht alle Sätze in den Briefen politisch korrekt sind und meine Sachkenntnis an vielen Stellen Lücken aufweist, aber ich war häufig so empört und fand vieles so „unerhört“, dass ich denke: auch eine Teflonpfanne – wenn sie denn sehr verkrustet ist - muss man zur Not mal mit einem Topfkratzer bearbeiten!
Ich bin natürlich auch belächelt worden wegen meiner „Schreiberei“: das bringt doch nichts, das landet im Papierkorb! Ich glaube aber, dass es wichtig wäre, wenn Viele sich die Mühe machten (ja, es ist Arbeit!) und ihre Kritik oder Anregungen formulieren würden. Das ließe sich nicht so leicht ignorieren, und auch eine Kanzlerin müsste mal ihre Erkenntnisblockade aufgeben und anfangen, Pläne und Visionen für die Zukunft zu entwickeln und sie dann auch mal umzusetzen. Sonst werden wir uns aus dem Zustand ganz nahe am Rande eines Entwicklungslandes nicht mehr herausbewegen können
Lediglich alle 4 Jahre ein Kreuz zu machen, reicht offensichtlich nicht aus. Wir sollten also beherzt das Recht auf freie Meinungsäußerung (Paragraph 5, Grundgesetz) wahrnehmen, denn es ist nicht gesichert, dass es dieses Recht zuverlässig bis in alle Ewigkeit geben wird. Die AFD, die im September 2017 drittstärkste Kraft wurde, ist nicht vom Himmel gefallen, und die „Überheblichkeit der Technokratie der Exekutive“ (Papst Benedikt) muss aufhören.
Es liegt an uns allen, wohin die Reise gehen wird!
Anna Fischer-Husemeyer
Berlin im Dezember 2017
_______________________________________________________
Herrn
Dr. Helmut Kohl
Bundeskanzleramt
53113 BONN
Berlin, den 19.05.97
Einige Anmerkungen einer besorgten Bundesbürgerin zur „Lage der Nation“
Sehr geehrter Herr Dr. Kohl,
vorgestern abend habe ich an einer kleinen privaten Geburtstagsfeier teilgenommen und während der Gespräche, die sich über den Zustand unseres Staates und unserer Gesellschaft drehten, eine Information erholten, die mich – angesichts unserer finanziellen Situation – sehr erzürnt hat.
Es ging um die Arbeit von sogenannten C4-Professoren einer Forschungsabteilung der FU in Berlin. Eine Freundin von mir arbeitet dort seit etwa eineinhalb Jahren und wunderte sich nach einer gewissen Einarbeitungszeit, daß dort weder wirklich geforscht noch sonstwie effektiv gearbeitet wird. (Es wird – wie sehr häufig – Besitzstand praktiziert!). Sie meinte, dass die C4-Professoren absolut der Meinung seinen, dass es völlig gerechtfertigt sei, dass sie frei über ihre Zeit verfügen können und niemandem Rechenschaft schuldig sind. Ich frage mich, warum eigentlich nicht? Immerhin hat ein solcher Mensch bis etwa zum 30. Lebensjahr die Schule besucht, ein Studium absolviert, unter Umständen ein Stipendium für seine Doktorarbeit bekommen und seine Habilitation erlangt. Zu den wirtschaftlichen Voraussetzungen seiner Karriere haben ihm unzählige unbekannte Steuerzahler verholfen, die jetzt evtl. auch noch arbeitslos geworden sind. Ist das so in Ordnung? Ich meine, dass sich unsere Situation nicht gravierend positiv verändern wird, solange einige Bevölkerungsgruppen in unserem Staat kein Bewusstsein dafür entwickeln, dass ausnahmslos jeder Einschränkungen hinnehmen muss (auch und gerade höhere Beamte)! Die soziale Unruhe wird sich meiner Meinung nach immer mehr verschärfen, und es sieht – trotz angekündigter Reformen und bisher erfolgter bzw. geplanter Sparmaßnahmen – ganz danach aus, dass immer weiter von unten nach oben “umverteilt“ wird.
Herr Dr. Kohl, Sie mögen eine gute Außenpolitik machen, für die erschreckenden Versäumnisse und gravierenden Fehler in der Innen- und Wirtschaftspolitik und deren katastrophale Folgen aber sind Sie und Ihre Regierung verantwortlich.
Ich muss gestehen, dass ich noch nie bisher eine so reale Angst vor der Zukunft hatte, und das hat nicht unbedingt nur damit zu tun, dass ich eine von den viereinhalb Millionen Arbeitslosen bin und dass meine Aussichten mit knapp 50 Jahren nicht gerade rosig sind, noch einmal eine gute Stelle als Sekretärin zu bekommen. Immerhin muss ich noch 15 Jahre arbeiten, was allerdings meine bis dahin erlangten Rentenansprüche auch nicht wesentlich attraktiver machen wird (vorausgesetzt, ich finde noch eine Stelle), denn zur Zeit sind es gerade mal 750, 00 DM.
Es ist inzwischen für viele Normalbürger die Regel, dass sie nach einem realistischen Arbeitsleben (mit Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit etc. ) als Rentner nicht mehr Geld zur Verfügung haben als ein Sozialhilfeempfänger. Also, wozu das ganze Theater? Für mich hat sich das bestehende Rentensystem zu einer Art „Flugzeugspiel“ entwickelt und wäre somit eigentlich verboten! Herr Dr. Kohl, ich weiß, dass ich mit meinen Anschauungen und Befürchtungen absolut nicht alleine dastehe, und deshalb glaube ich, dass ich Sie im Namen vieler Mitbürger ganz dringend um folgendes bitten kann:
reformieren Sie grundlegend das bestehende Rentensystem (z.B. Grundrente)
machen Sie das Steuersystem durchgängig gerechter und einfacher
reformieren Sie das Beamtenrecht (wir leben fast im 21. Jahrhundert!)
investieren Sie grundsätzlich mehr in die Zukunft (auch technologisch) Ich bin sehr gerne dazu bereit, Veränderungen mitzutragen, vorausgesetzt, dass sie gerecht sind und wirklich dem Gemeinwohl und dem sozialen Frieden dienen.
Mit freundlichen Grüßen
A. Fischer-Husemeyer
Bundeskanzleramt
Herrn Bundeskanzler Gerhard Schröder
Schlossplatz 1
10178 Berlin
Berlin, 30.07.2000
..........., Düsseldorf, Eisenach, was noch??
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schröder,
Ganz sicher haben auch Sie heute die Nachricht gehört, dass in Eisenach zwei Menschen - schlimmer, als man es mit Tieren tut - durch die Stadt gejagt wurden.
Wir befinden uns im 20 Jahrhundert, die technische und biologische Entwicklung rast in einer unglaublichen Geschwindigkeit vorwärts: und Mensch bleibt auf der braunen Stufe stehen! Und: auch die rot-grüne Regierung, die ich mir herzhaft gewünscht hatte, traut sich nicht, wirklich etwas daran zu ändern.
Beim Thema „Kampfhunde“ sind sich Volk und Regierung ganz schnell einig: es muss ein Gesetz her. Es werden Polizisten eingesetzt und Maulkörbe verordnet. Was aber ist mit diesen nicht beschreiblichen Menschen, die sich an die Ferse von Hitler hängen, (genehmigte!!) Aufmärsche veranstalten, andere Menschen angreifen und wie die Tiere durch die Stadt jagen: wann wird diesen endlich ein entsprechender „Maulkorb“ verordnet?!
Ach ja, man könnte evtl. Wählerstimmen verlieren: darum also wird der rechten Ecke mehr Toleranz entgegengebracht als der linken Ecke. Das war schon während der 68er Jahre so – und soll wohl so auch bleiben!?? Dann allerdings werden wir irgendwann nicht mehr die Bundes Republik Deutschland haben, sondern die Braune Republik Deutschland. Hitler läßt grüßen!
Ich wünschte mir eine Regierung, die sich wirklich traut - unabhängig vom Wählerverhalten - durch notwendige Entscheidungen die grundlegenden Veränderungen herbeizuführen, die diese Gesellschaft schon seit langem braucht: außer der Bewältigung des o. a. Problems eine wirklich gerechte Steuerreform (ohne Ausnahme alle Einkünfte versteuern), Abbau von überflüssigen Subventionen, eine steuerfinanzierte Grundrente (die dann möglich wäre), und ein durchdachtes Einwanderungsgesetz.
Mit freundlichen Grüßen
Anneliese Fischer-Husemeyer
Herrn
Bundeskanzler Gerhard Schröder
Bundeskanzleramt
Willy-Brandt-Str. 1
10557 Berlin
Berlin, 19.8. 2001
Nazis in Deutschland im Jahr 2001
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schröder,
Vor circa einem Jahr habe ich Ihnen schon einmal geschrieben zum gleichen Thema.
Gestern habe ich im Radio wieder mal eine Nachricht gehört, von der mir übel geworden ist:
Eine deutsche Behörde hat eine Veranstaltung der Neonazis genehmigt, eine Gedenkfeier zum Todestag von Hess, dem Stellvertreter von Hitler während der Nazizeit. Dieses fand unter dem Schutz der Polizei statt.
EINE GEDENKFEIER FÜR EINEN MENSCHEN, DER MILLIONEN MENSCHEN AUF DEM GEWISSEN HAT.
