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Alle Ideen und Veränderungen entstehen im Kopf. Doch welche Macht dem Denken zukommt, verschweigt man uns wohlweislich, und so läuft man Gefahr, den Mediensalat unreflektiert zu konsumieren und sich keine oder die falschen Gedanken zu machen. Die hier verschriftlichten Gedanken verstehen sich als Prolog zum Weiterdenken. Es ist erstaunlich, was man so alles findet, wenn man seine Gedanken aphoristisch entrümpelt. Dabei ziert sich ein Aphorismus nicht, auch mal zu provozieren oder er überrascht mit ungebetenen Antworten, die Fragen aufwerfen.
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Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2016
Für MLuiZ
Was einem nicht so alles in den Sinn kommt, wenn man die Welt offenen Auges durchschreitet oder geschlossenen Auges auf sich wirken lässt. Die folgenden Gedanken verstehen sich als Prolog zum Weiterdenken.
Stell dir vor, es ist 1984 und keiner merkt es.
In abgrundtiefer Verachtung spiegeln sich oft nur die Abgründe der eigenen Seele wider.
Die Reiselust der meisten Menschen endet spätestens vor den Abgründen der eigenen Seelenlandschaft.
Mit zunehmendem Abstand nähert man sich der Lösung eines Problems. Distanz schärft, Nähe verzerrt die Urteilskraft.
Allerweltsnarren werden, wenn sie ein gewisses Maß an Berühmtheit erlangt haben, zu Vorbildern, denen viele bereitwillig folgen.
Wer ständig damit beschäftigt ist, sein natürliches Alter zu kaschieren, wird zunehmend zur Karikatur seiner selbst.
Statt jung und verbraucht alternativ noch im Alter nativ: Oldtimer in bestem Erhaltungszustand.
Man mag die postulierte Alternativlosigkeit heutiger Politik vielleicht als Phantasielosigkeit verstehen, in Wirklichkeit aber folgt sie den Phantasien und dem Diktat des Geldes.
Medienwirksamer Altruismus ist, wenn die wirklich großen Kapitaleigner, medial begleitet, ihr Vermögen steuerneutral stiften und zum eigenen Wohlergehen sichern.
Altruismus ist werbewirksam und salonfähig drapierter Egoismus.
Wer Andersdenkende und potentielle Kritiker allein mit Schlagworten und Verunglimpfungen bedenkt, liefert den schlagenden Beweis für seine bedenklich überschaubare geistige Potenz.
Wer sich aus Angst vor Verlust permanent um Garantien und Rückversicherungen bemüht, kann versichert sein, dass er die Angst garantiert behält und alles andere über kurz oder lang verliert.
Macht macht Angst, wenn Angst Macht verleiht.
Wenn Angst das Karussell besteigt, verschwimmt der gedankliche Fluchtpunkt.
Die Erzeugung von Angst ist ein probates Mittel, Menschen zu steuern und den gesunden Menschenverstand auszuhebeln.
Anstand und Diskretion lassen sich scheinbar nur schwer digitalisieren, wie ein Blick in virtuelle soziale Netzwerke offenbart.
Ein guter Aphorismus lässt das sprachliche Prokrustesbett, in das der Geist gezwungen wird, zur Maßanfertigung werden.
Ein guter Aphorismus überrascht mit ungebetenen Antworten, die Fragen aufwerfen.
Aphorismen - im besten Fall eindeutig mehrdeutig.
Kurz gesagt, klingt ein guter Aphorismus lange nach.
Aphorismen werfen Schlaglichter auf längst Gesagtes.
Ein guter Aphorismus bellt nicht, sondern beißt.
Ein guter Aphorismus ziert sich nicht, auch mal zu provozieren.
Aphorismen: Endprodukte gesunder geistiger Digestion.
Ein unheiliges Mittel: Der profane Charakter der Arbeit sperrt sich doch erheblich gegen die Heiligsprechung durch den Zweck, dem sie dient.
Wer allem und jedem mit Argwohn und Misstrauen begegnet, schränkt sich in seinem Handeln arg ein und muss im Leben so manche positive Erfahrung missen.
Argwohn sucht sich seine Beweise.
Arroganz ist mangelndes Selbstwertgefühl auf links gedreht.
Arroganz: manchmal einfach nur Dummheit in hohen Schuhen.
Zunehmender technischer Fortschritt geht einher mit fortschreitender Entmündigung und der Rückabwicklung der von Kant postulierten Aufklärung.
Wer den Augenblick für sich hat, wer sich des Moments vollkommen bewusst ist, der hat das Leben ganz.
Angesichts der Wucht des Augenblicks bleiben Milliarden Jahre doch nur ein gedankliches Konstrukt.
Die Unerbittlichkeit der Zeit kapituliert vor dem bewusst gelebten Augenblick ... für einen Moment.
Was wäre die äußere Welt, wenn die Menschen dem inneren Menschen nur halb soviel Aufmerksamkeit schenken würden wie dem äußeren?
Was nutzt es, wenn es äußerlich gut läuft, man aber mit sich selbst nicht im Reinen ist?
Wer Bargeld dämonisiert und kriminalisiert, sollte wohl wissen, dass die systemgefährdenden Finanzverbrechen bar aller haptischen Geldmittel begangen werden.
Mit Bedenkzeiten geht das Leben in kritischen Situationen äußerst sparsam um.
Wer die Welt allein über die Anwendung der Naturgesetze verstehen will, erfährt durch jedes Wunder die Beschränktheit seines Verstandes.
Den Schlüssel für die Lösung schwieriger Aufgaben erhalten wir oft erst durch die Aufgabe kognitiver Beschränkungen.
Konsequent und glaubhaft wirkt, wer mit eisernem Besen kehrt und den Bereich vor der eigenen Tür nicht vergisst.
Man kann sich eine Menge Kummer und Ärger ersparen, wenn man im Moment aufkommenden Zorns erst einmal durchatmet und Platz für Besonnenheit schafft.
In einer Welt der Drahtzieher und Oligopole bestimmt unlimitierte Bestechung das Unwesen der Demokratie.
Erfahrung macht Wahrnehmung bestechlich.
Wer Bewährtes in den Wind schlägt, muss sich nicht wundern, wenn er in einen Sturm gerät.
Eine richtige Beziehungskiste hat auch Ecken und Kanten.
Ein Bild verbiegt die Wahrheit manchmal mehr als tausend Worte.
Der zweite Blick offenbart nur allzu oft, dass man auf den ersten Blick übersehen hat, dass einmal mehr Potemkin am Werk war.
Bilder machen Nachrichten und wecken Gefühle, nach denen sich Meinungen richten.
Bildlich gesprochen: mit minimalem verbalen Aufwand zur maximalen Aussage.
Bildung ist das, was am Ende stehen könnte, hätte man das ehedem kerngesunde deutsche Bildungssystem nicht mit Reformeifer und Nachhaltigkeit über Jahrzehnte hinweg bis zum Siechtum zwangskuriert.
Bildungssystem heißt heute, dass von der administrativen Seite, um es mit einem Bild zu sagen, viel Dung an Vorgaben über dem System ausgeschüttet wird.
Bildungspolitik: Wer vorgibt das Qualitätsniveau zu verbessern und Standards nivelliert, lügt entweder vorsätzlich oder ist mit Dummheit geschlagen.
Darf man sich noch wundern, dass dem heutigen Bildungssystem die Fundamente wegbrechen, wenn es doch in großen Teilen auf bodenlosem Unsinn gründet.
Was im Leben nicht passte, in der Biografie fügt es sich.
Das Rauschen der Blätter - eine traurige Erinnerung im Winter und die Hoffnung auf einen baldigen Frühling, wenn es so kommt, wie es immer schon war.
Verschiedene Blickwinkel ersetzen kein Panorama.
Im Zuge einer langen Entwicklungsgeschichte bis zur Perfektion verfeinert: die menschliche Bösartigkeit.
Wir sehen die gegenwärtige Welt nie unmittelbar, sondern immer durch die Brille,
