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Die vier im Werk enthaltenen Kurzgeschichten beschäftigen sich mit der Frage: "Was ist wirklich wichtig im Leben?" Ist es das Materielle, Religion, Ambition, das Bewältigen von kritischen Lebenssituationen oder vielleicht doch einfach nur das Erleben möglichst vieler schöner Momente?
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Seitenzahl: 21
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Rena Paperell
Vier Kurzgeschichten
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Guten Abend Santorin
Der rote Teppich
Der erlösende Scherz
Das Mädchen und die Zauberflöte
Impressum neobooks
Sie saß am Esstisch in ihrem großen Haus. Platz hatte sie genug. Das Haus war bequem eingerichtet - nicht zu altmodisch, nicht zu modern, nicht zu abgeräumt, nicht zu steril. Dennoch wirkte es trübsinnig, fast gespenstisch. In Santorin war es schön gewesen. Sie hatte das weiße Haus mit direktem Blick aufs Meer geliebt. Sie dachte an die Terrasse, die Sonne, das Grün, das Meer und all die schönen Tage.
Nur noch zwei Stunden, dann würde er nach Hause kommen. Er war bestimmt fröhlich - er war es immer. Hatte er es denn wirklich vergessen? Sie beneidete ihn. Er konnte arbeiten, Sport machen, Spaß haben - alles war wie immer. Für sie war hier alles anders. Sie sehnte sich nach Santorin, auch wenn sie wusste, dass dort nichts mehr wie vorher war. Was wenn sie ihm einen Zettel hinterlassen würde auf dem stand: BIN WEG. SANTORIN! Wahrscheinlich wäre er kurz irritiert und würde sich dann überlegen was die sinnvollste Lösung wäre. Er würde schlafen gehen, versuchen sich abzulenken und sie bald auch vergessen haben.
Sie wurde vom Geräusch des Schlüssels im Schloss aus ihren Gedanken gerissen. Da war er schon. Er trat zu ihr, umarmte sie, küsste sie auf die Stirn. Welch nette Gesten, aber sie fühlten sich kalt an. Er fragte wie ihr Tag gewesen war. Sie war sich nicht sicher, ob er bemerkte, dass sie sich sehr bemüht hatte zu antworten, es aber wieder nicht geschafft hatte. Er erzählte von seinem Arbeitstag. Heute hatte ein Schüler in seiner Klasse wegen einer Note geweint. Sie spürte einen Stich. Er musste es wirklich vergessen haben, anders war das doch nicht möglich - oder? Ob ihn eine Reise nach Santorin erinnern würde? Sollte sie ihn fragen?
Da klingelte es an der Haustür. Das mussten die Gäste sein. Sie stand auf, strich ihr Gewand glatt und setzte sich wieder hin. Holger hatte in der Zwischenzeit die Tür geöffnet und sie konnte die lustigen Gespräche im Vorzimmer hören. Ihr Mann war ein freundlicher Gastgeber. Er sprach laut und unaufhörlich. Als die Gäste das Wohnzimmer betraten sagte sie: „Guten Abend“.
