Vom Nashorn zum Einhorn - Basti Gottschalk - E-Book

Vom Nashorn zum Einhorn E-Book

Basti Gottschalk

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Beschreibung

Dies ist die Geschichte einer – bislang in der Darstellung und Offenheit kaum dargelegten – Verwandlung. Nein, eigentlich sind es drei Verwandlungen: eine körperliche, eine geschlechtliche und eine seelisch-spirituelle: von einem schüchternen heterosexuellen Mädchen zu einem extrovertierten schwulen Bodybuilder. Der seine transsexuelle Männlichkeit selbstbewusst nach außen trägt und sich nicht scheut, seine Gefühle und Spiritualität kraftvoll und stolz der Welt mitzuteilen. In der Ich-Form geschrieben, soll diese autobiographische Geschichte anderen Mut machen. Solche, die in einer ähnlichen Situation sind, auch vor einer Verwandlung stehen oder sogar schon mittendrin sind. Aber auch generell junge Menschen, die einen Weg für sich suchen. Das Buch ist also viel mehr als eine simple, straight forward Coming-Out- Geschichte. Coming-out ist nur ein Teil der Verwandlung. Alle drei Verwandlungen sind miteinander verwoben und werden auch so erzählt. Dabei ist die Beschreibung absolut ehrlich und offen – mit allen Höhen und Tiefen. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund.

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Seitenzahl: 243

Veröffentlichungsjahr: 2023

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© 2023 Basti Gottschalk

Lektorat:

Basti Gottschalk und Gerd Johannsen

Coverdesign:

Arndt Nollau

ISBN Softcover:

978-3-347-86906-6

ISBN Hardcover:

978-3-347-86907-3

ISBN E-Book:

978-3-347-86908-0

Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Deutschland.

Inhalt

Cover

Urheberrechte

Vorwort: Warum dieses Buch

Nashörner - die etwas anderen Einhörner

Vertraue deinem Spiegelbild

Die Flucht aus der Realität

Selbstzweifeln den Kampf ansagen

Ewige Unterstützung meiner Großeltern

Mein sportlicher Werdegang

Meine wahre Passion

Bodybuilding als Lebenswandel

interessanter als ihres.“

Woher nimmst du bloß die Motivation?!

Inspiration durch einen bekannten Modedesigner

Graffiti als kreatives Hobby

Warum man in der Schule nichts fürs Leben lernt

Ein Dank an die Mobber

Lege Dein Ego ab und nimm Dein Selbst an

Mein erster Schritt in die Eigenständigkeit/Unabhängigkeit

Mein beruflicher Werdegang

Ist das Leben schon vorbei, bevor es richtig angefangen hat?

Mein Weg in die Selbstständigkeit

Die Vorzüge der Einsamkeit

Positive Vibes

Paradiesvogel auf neuem Wege

Die Beeinflussung durch andere

Bodybuilding als mein Lebenselixier

Beweise es dir einzig und allein selbst

Die unverwechselbaren Edding-Augenbrauen

Auf zu neuen Augenbrauen

Bodyfixers- Locken, Bizeps und der schwule Friseur

Mein Outing als Basti

Befreiung von Glaubenssätzen

Nutze deine Zeit um zu leben

Wahre Freundschaft erkennen

Personal Training als zweites Standbein

Verzicht auf Fleisch

Zurück zum Ursprung

Agnihotra – die Kraft des Feuers

Die Kraft der Pflanzen

Veränderungen durch Corona

Prince Sparkle – mein Seelenhund

Prioritäten setzen

Eine ganz besondere Freundschaft – Seelenfreundschaft

Den Himmel auf Erden kreieren

Geplante Mastektomie

Selbstzweifel

Die Macht der Gedanken

Gewohnheiten ändern

Selbstexperiment Fernsehverzicht

Der Weg macht das Leben lebenswert

Vom Nashorn zum Einhorn

Fazit/Schlusswort

Vom Nashorn zum Einhorn

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Vorwort: Warum dieses Buch

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Vorwort: Warum dieses Buch

Schön, dass Du Dich für mein Buch entschieden hast, an meiner Verwandlung interessiert bist und an dieser teilhaben möchtest. Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage: Ich habe eine besondere Geschichte. Und vielleicht erkennst Du Dich ja ein bisschen in der einen oder anderen Situation wieder oder stehst gar vor einer ähnlichen Entwicklung. Wenn ich Dir dann mit diesem Buch etwas Mut machen kann, dann bin ich sehr glücklich und habe schon viel Positives bewirkt. Geboren wurde ich als biologisches Mädchen. Heute bin ich ein schwuler (Trans)Mann. Das war ein langer und turbulenter Weg. Ein Weg vom Nashorn zum Einhorn. Warum? Das wirst Du in diesem Buch erfahren.

Aber bevor ich anfange, hier mein erster Mutmacher für Dich: Sei stolz auf Dich so wie Du bist. Wie auch Du, sind wir alle ganz unterschiedliche Wege in unserem Leben durchlaufen beziehungsweise gehen diese weiterhin noch. Und zwar bis zum Ende unseres Lebens. Diese Wege haben uns individuell geprägt, verändert, gelehrt und letztendlich zu dem gemacht, was wir heute sind. Vergiss daher nie, dass wir alle auf unsere persönliche Art und Weise besonders und unersetzlich sind. Andere müssen erst einmal in unseren – also auch in Deinen – Schuhen laufen, um unser Leben nur annähernd verstehen zu können. Selbst das reicht nicht aus. Nur wir selbst wissen wirklich, was sich in unseren Köpfen abspielt. Deshalb finde ich es übrigens auch so wichtig, niemals Vorurteile über eine Person zu fällen. Wir kennen dessen Geschichte nicht, wissen nicht, was dieser Mensch alles erlebt und durchgemacht hat.

Wir sind alle Individuen- einzigartig! Und das ist auch gut so. Wären wir alle gleich, wäre unser Leben ziemlich triste und monoton. Genauso finde ich, dass gerade unsere Selbstfindung und der stetig andauernde Entwicklungsprozess zu den schönsten Dingen in unserem Leben gehören. Es wäre doch langweilig, wenn alles so laufen würde, wie wir uns das vorstellen und wir nicht immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt werden. dies macht doch gerade unser Leben so interessant und lebenswert. Also auch Deines! Darum hab keine Angst davor, Dich so zu entfalten und zu entwickeln, wie es sich für Dich als richtig anfühlt! Nur weil vielleicht einige Menschen Deinen Weg nicht als „richtig” erachten, heißt es nicht gleich, dass es sich hierbei um den „falschen” für Dich handelt. Hör auf Dein Herz!

Du wirst jetzt vielleicht denken: Das ist leichter gesagt als getan, du kannst gut reden. Ja, dem stimme ich zu. Aber auch diese Erkenntnis gehörte zu meinem Entwicklungsprozess dazu, und ich brauchte einige Zeit, um zu ihr zu gelangen. Wie genau, das erfährst Du in den nachfolgenden Kapiteln.

Ich habe im Laufe meines bisherigen Lebens mehrere Transformationen durchlaufen: eine körperliche, eine spirituelle und eine mentale. Des Weiteren eine Transformation von einer Frau zu einem Mann. Zwar beschreibe ich diese Transformation als eine Art Autobiographie, also mein Lebensweg, aber es geht mir um mehr als nur das: Nämlich um die Höhen und Tiefen, die ich erlebt habe, und die Herausforderungen, vor die ich gestellt wurde. Zudem möchte ich Dich an meinen spirituellen Gedanken teilhaben lassen. Sie hängen eng mit meiner körperlichen Verwandlung zusammen.

Dieses Buch habe ich außerdem geschrieben, um andere Menschen zum Umdenken anzuregen. Um mehr auf sich und ihre Bedürfnisse zu achten. Es geht mir darum zu zeigen, dass jeder seinen eigenen Weg gehen soll, und zwar genau so, wie er ihn persönlich für wichtig hält. Und auch dann, wenn die Gesellschaft dagegen ist. Oder wenn sie sich darüber amüsiert, nur weil sie diesen Weg nicht für sich als „richtig” erachtet, oder weil sie von Vorurteilen geprägt ist. Dadurch möchte ich erreichen, dass jeder sich selbst so akzeptiert, wie er ist. Erreichen, dass jeder glücklich und im Reinen mit sich ist, als ganz individuelle Persönlichkeit. Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass es im Leben darauf ankommt, sich zu erinnern, wer sie wirklich sind und zu der besten Version von sich selbst werden. Außerdem hoffe ich, jenen Menschen helfen zu können und sie zu bestärken, die eine ähnliche Transformation durchlaufen oder noch durchlaufen werden, wie ich.

Jeder Mensch sollte sich im Spiegel ansehen können und sein Spiegelbild lieben lernen. Aber natürlich nicht nur die Optik, sondern auch seine Seele und Persönlichkeit. Unsere Hülle, die wir Körper nennen, werden wir bei unserem körperlichen Tod verlieren. Was uns jedoch bleibt, und worauf es am Ende wirklich ankommt, ist, ob wir eine gute Seele haben. Leben ist für mich Erfahrung und ein Prozess der nie endenden Selbstfindung. Wir kommen allein auf diesen Planeten und wir verlassen diesen auch wieder allein. Also warum dann nicht einfach das machen, was wir wirklich wollen? Solange wir niemandem schaden, ist alles erlaubt. Wer hält uns davon ab, uns so zu entfalten, wie wir wirklich sind? Was machst Du, wenn Du im Traum merkst, dass Du träumst? Interessiert Dich dann auch noch die Meinung der anderen oder gehst Du dann einfach Deinen Weg – in dem Traum? Ja? Also warum dies nicht auch im realen Leben machen?! Die einzige Person, die Dich davon abhält, das zu tun, was Deine Seele Dir sagt, die bist einzig und allein Du. Und Dein Verstand.

Solltest Du Dich also in meiner Autobiographie wiederfinden und darin Anregungen für Dich zum Nachdenken finden, dann hast Du bereits den ersten Schritt auf dem Weg zu Deiner eigenen Verwandlung gemacht. Zu Dir selbst.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen.

Basti Gottschalk

Nashörner - die etwas anderen Einhörner

Wer man wirklich ist, weiß man schon von Geburt an. Egal ob bewusst oder unbewusst. Denn jeder Mensch kommt als reine Seele auf die Welt, frei von jeglichen Vorurteilen und Glaubenssätzen. Es liegt nur an einem selbst, es umzusetzen und sich somit zu verwirklichen. Wir selbst sind die Hauptakteure in unserem eigenen Film, der sich Leben nennt. Meistens merken wir in der frühen Kindheit, in welche grobe Richtung unser Weg verlaufen wird. Wir spüren zumindest, was wir möchten und was nicht, und wir denken dann nicht darüber nach, ob es richtig oder falsch ist oder wie die Gesellschaft wohl darauf reagieren wird.

So war es jedenfalls bei mir. Schon im Kindergartenalter sah ich mich selbst als Junge, und das war für mich nichts Ungewöhnliches. Auch dachte ich nicht darüber nach, dass andere mein Verhalten wohl als ungewöhnlich und unnormal erachten würden. Ich kannte es ja nur so. Dabei werden wir schon im Kindergarten in der Regel nach männlich oder weiblich eingeteilt, je nach bei Geburt gegebenen Geschlechtsorganen bzw. Vornamen. Wie man sich jedoch innerlich fühlt, das wissen wir nur selbst. Im Kindergartenalter machen wir uns auch noch keine großen Gedanken über unsere Geschlechtszugehörigkeit. Wir sind frei von jeglichen Vorurteilen und Rollenklischees. So habe ich zum Beispiel schon im Kindergarten nur mit den Jungs gespielt und mit ihnen Bobbycar-Rennen gefahren. Das war völlig normal.

Jeder Mensch trägt sowohl „weibliche“ als auch „männliche“ Eigenschaften in sich. Wie hoch deren Anteil ist, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Nur weil jemand beispielsweise mit weiblichen Geschlechtsorganen zur Welt gekommen ist, bedeutet dies nicht zwingend, dass diese Person auch wirklich eine Frau ist und sich auch so fühlt. Diesem jemand wird vielmehr durch die Gesellschaft suggeriert, er/sie müsse alles das tun, was andere Frauen auch machen, um nicht gleich als verrückt oder unnormal zu gelten. Ich finde es uninteressant, ob jemand weiblich, männlich oder non-binary ist. Denn das ist nur die Optik. Wo es final drauf ankommt, und was entscheidend ist, ist das Gefühl. Der Körper verfällt mit der Zeit und am Ende bleibt sowieso nur die Seele. Deshalb verstehe ich es auch nicht, wieso in der heutigen Zeit immer noch so viel vom Geschlecht abhängig gemacht wird.

Ein Beispiel: Bei einem Event war eine Mutter mit ihrem knapp zehnjährigen Sohn vor mir. Der Sohn wollte ein Glitzer-T-Shirt, das er großartig fand und welches dort zum Verkauf angeboten wurde. Die Mutter entgegnete nur entsetzt, dass dies doch nur was für Mädchen sei. Wenn der Junge doch das Glitzer-Shirt großartig findet, soll die Mutter es ihm doch bitteschön kaufen und ihm somit eine Freude bereiten. Wer gibt denn vor, dass gewisse Kleidungsstücke nur für Frauen und andere nur für Männer sind?! Es soll doch jeder bitte das anziehen dürfen, was ihm gefällt, ohne dafür verspottet zu werden. „Fashion is made for people, not for gender!”

Ich sah mich nie als Mädchen und schenkte ihnen auch herzlich wenig Aufmerksamkeit. Ganz im Gegenteil: Ich mochte sie nicht sonderlich. Ich spielte lieber mit den anderen Jungs „Räuber und Gendarm“, machte mich dreckig bei Schlammschlachten oder spielte Fußball. Ich sammelte im Garten Käfer, Kellerasseln und Regenwürmer und zog am liebsten weite Jeans und einen Pullover, bedruckt mit Autos, an. Kleider, Röcke oder pinke mädchenhafte Kleidungsstücke kamen für mich nicht in Frage, und ich bin froh, dass meine Eltern mir die Kleidungsstücke gekauft haben, die mir gefielen, auch wenn diese meistens für Jungs gedacht waren. Genauso wenig wie es für mich in Frage kam, mit Puppen in einem rosa Puppenhaus zu spielen. Ich spielte stattdessen mit meinen Stoff-Nashörnern im „Kuscheltier-Haus“.

Und damit komme ich zur Überschrift dieses Kapitels. Denn wer sich jetzt wundert, warum denn ausgerechnet Stoff-Nashörner, den muss ich über meine sehr große Sammelleidenschaft als Kind aufklären: Sobald ich ein Nashorn aus Plüsch sah, musste es gekauft werden. Größe und Preis haben dabei keine Rolle gespielt. Ich besaß weit über hundert Verschiedene! Mein größtes Ziel war es damals, damit ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Daraus wurde aber leider nie etwas.

Nashörner faszinieren mich seit meiner Kindheit und gehören bis heute zu meinen Lieblingstieren. Mein erstes Kuscheltier war ein Nashorn – „Papa Norbert“. Warum ausgerechnet Norbert? Wegen Norbert (Sebastian) Blüm. Kennt Ihr den deutschen Politiker noch? Ich musste auch lachen, als mir meine Eltern das erzählten. Damals als Kleinkind fand ich ihn anscheinend gut. Papa Norbert habe ich immer noch – genauso wie die anderen über hundert. Sie wohnen in meinem Elternhaus, denn ich kann mich bis heute einfach nicht von ihnen trennen.

Leider sterben immer mehr Nashornarten aus, weil ihre Hörner sehr hoch gehandelt werden und Menschen die Tiere auf brutalste Art und Weise töten, nur um Geld an ihnen zu verdienen. Aber man kann ja in den „Zoo“ gehen, um welche zu sehen. Klar doch! Zu dem Platz, wo die Tiere ihrer Freiheit beraubt werden und von einem Haufen schreiender, kreischender und unruhiger Kinder und von Menschenmassen beobachtet werden. Welche sich an dem Leid der Tiere erfreuen und sich von deren tristem Leben in Gefangenschaft entertainen lassen. Ich bin der Meinung, dass kein Tier auf diesem Planeten solch ein Leid verdient hat. Dabei hat das Nashorn im Zoo im Gegensatz zu Versuchstieren, Milchkühen und anderen Tieren, die nur geboren werden, um nach erfolgreicher Produktion wieder zu sterben, ein Luxusleben.

Überhaupt: Es gibt so viel Leid auf diesem Planeten, welches durch die Gier nach immer mehr Geld und Macht und durch gnadenlosen Wettbewerb vorangetrieben wird. Doch leider besitzt der Mensch anscheinend zu wenig Empathie, oder hat diese Eigenschaft verlernt, sich in die Lage seines Gegenübers zu versetzen, um solch Brutalität ein Ende zu setzen oder zumindest entgegenzuwirken. Egal ob Mensch, Tier oder Pflanze: All dies sind Wesenheiten, und wir sind alle miteinander verbunden. Daher versuche ich, mein Gegenüber immer so zu behandeln, wie auch ich gerne behandelt werden möchte. Bevor ich handle oder rede, versetze ich mich erstmal in die Lage meines Gegenübers und überlege, wie er sich wohl fühlt. Aber die Gier nach Profit und Macht ist bei den meisten leider größer als die Nächstenliebe. Tiere sind reine Seelen, die Schutz, Liebe und Respekt verdienen. Bedauerlicherweise wird ihr Vertrauen, das sie dem Menschen entgegenbringen, viel zu oft ausgenutzt und missbraucht. Glücklicherweise gibt es aber immer wieder Situationen und Momente, die zeigen, dass es auch gutherzige Menschen gibt, die sich für das Tierwohl einsetzen. Das gibt einen Funken Hoffnung auf einem Planeten, der immer mehr zerstört wird. Und bekanntlich können viele kleine Funken ein großes Feuer entfachen.

Ein schönes Beispiel hierfür ist die Rettung einer jungen Taube. Zwei Freunde von mir haben eine hilflose Babytaube auf der Straße gefunden. Diese saß mehrere Stunden allein dort. Also beschlossen sie, die Taube mit nach Hause zu nehmen und sie dort aufzuziehen. Sie tauften sie auf den Namen Manfred. Doch mit der Zeit bemerkten sie immer mehr, dass es sich bei Manfred höchstwahrscheinlich um ein Weibchen handelte. Trotzdem behielt die Taube den Namen. Nach und nach gewöhnte sich Manfred immer mehr an die beiden. Jenen, der sie immer fütterte, nahm sie als Mutter an und ging sogar zum Kuscheln zu ihm. Den anderen pickte sie oder hielt Abstand. Die Taube durfte sich frei in der Wohnung bewegen, und auch wenn die Fenster offen waren, flog sie nie hinaus. Sie saß dann nur auf der Fensterbank im obersten Stock und schaute in die Freiheit hinaus. Irgendwann fühlte sie sich wohl fit genug. Gestärkt und bereit für die große weite Welt verließ sie eines Tages meine beiden Freunde und flog durch das geöffnete Fenster hinaus.

Etwa zur gleichen Zeit, als meine Freunde Manfred fanden, nistete eine Taube bei meinen Eltern auf ihrem Grundstück. Das mag Zufall sein.

Übrigens haben sie dann noch ein Bild von einer Taube vom Titicacasee, einem sogenannten Kraftort, erworben. Auch meiner Tante ist eine Taube zugeflogen – eine bunte. Auch Zufall? Ich glaube nicht, dass es sich um Zufälle handelt. Tauben sind besondere Lebewesen, die genauso viel Respekt und Zuneigung verdient haben, wie andere Vögel.

Wenn jeder Mensch ein bisschen weniger an sich denken und etwas mehr auf die anderen achten würde, sei es hinsichtlich Höflichkeit, Dankbarkeit, Respekt, Anstand oder Empathie – dann wäre es auf unserer Welt schon ein bisschen friedvoller und harmonischer. Denn die Energie, die man nach außen trägt, erhält man in der Regel wieder zurück. Was wir auch Karma nennen.

Stell Dir vor, Du gehst in den Supermarkt. Alle sind schlecht gelaunt und ziehen ein grimmiges Gesicht. Wie Du auch. Dann ändert sich nichts. Bist Du hingegen gut gelaunt und schenkst den Menschen ein Lächeln, dann ist es gut möglich, dass der eine oder andere von Deiner guten Laune angesteckt wird und seine sich verbessert. Die er wiederum auch nach außen weitergibt. Vielleicht ja an Dich. Und das schönste Kompliment, welches ich bekommen kann, ist, wenn ein fremder Mensch sich nach einem Gespräch für dieses bedankt – mit den Worten: „Sie haben meinen Tag positiv verändert.“

Vertraue deinem Spiegelbild

Wir sind alle verschieden und individuell. Der Vielfältigkeit und unserer persönlichen Entfaltung sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich nur solange wir anderen keinen Schaden zufügen- ganz egal, um welches Lebewesen es sich handelt. Grenzen setzen wir uns nur selbst - in unseren Köpfen. Meiner Meinung nach ist alles möglich, woran wir auch glauben. Die Grenzen, die sich andere setzen, bedeuten nicht, dass es auch für mich unmöglich ist. Sagt jemand:” Das geht nicht” oder „Das schaffst Du nicht”, dann sind das seine Grenzen und nicht meine.

Doch in Einem sind wir alle gleich: Wir alle sind Menschen von der Erde. Unser Dasein hier ist befristet, und unser Körper ist nichts weiter als eine temporäre Hülle. Das, was uns wirklich ausmacht als Individuum, ist unsere Seele. Und diese ist – davon bin ich fest überzeugt – unsterblich. Ich vergleiche sie gerne mit einer Art Datenträger, der all unser Wissen speichert, und sogar das globale und universelle Bewusstsein. Das globale Bewusstsein umfasst das gesamte auf unserem Planeten vorhandene Wissen. Das Wissen des universellen Bewusstseins ist jenes, welches unser Universum beinhaltet. Auf diesem Datenträger sind manche Ordner einfacher zu finden, ihre Daten leichter abrufbar als andere. Nur weil es vielleicht nicht möglich ist, alles abzurufen, heißt dies nicht automatisch, dass dieses Wissen nicht mehr vorhanden ist. Es ist dann nur schwerer abrufbar. Wichtig ist zu wissen, dass wir all (All) die Informationen auf diesem Datenträger in uns tragen. Der Datenträger ist unendlich groß. Er ist unsere Seele. Wir können sie erforschen. Durch Meditation und Rückführungen sowie Hypnose ist es uns möglich, unser Bewusstsein zu erweitern und uns zu erinnern. Der Mensch wird auch als ISBE bezeichnet. ISBE steht für die intellektuelle, unsterbliche, spirituelle Seele, die in einer biologischen Einheit verkörpert ist. Seele und Geist sind spirituell, Körper und Verstand biologisch. Unser Verstand versucht immer wieder unseren Geist auszuschalten. Praktiziert man beispielsweise etwas Spirituelles, wie zum Beispiel Pendeln oder Meditation, so meldet der Verstand automatisch Zweifel an. Unsere Seele wohnt in unserem Körper und nutzt diesen als Werkzeug. Denn nur durch unseren Körper ist es uns möglich, wahrzunehmen, zu kommunizieren oder zu erschaffen.

Warum erzähle ich Euch das? Manche denken jetzt vielleicht: Warum sich also um die Optik kümmern, wenn doch die Seele das ist, was jeden Menschen zu einem Unikat macht? Ganz einfach, weil Optik und Ausstrahlung der Spiegel der Seele sind. Mimik, Augen und Körperhaltung sagen viel über den Seelenzustand aus.

In erster Linie gilt ein gepflegtes und gutes, positives optisches Erscheinungsbild, ist oft die Eintrittskarte zu vielen Chancen und Möglichkeiten, die unser Leben birgt. Wer stellt schon einen Bewerber ein, der mit zerrissener Jeans und einem befleckten, dreckigen T-Shirt zum Bewerbungsgespräch kommt? In unserer Gesellschaft zählt nun mal der erste Eindruck. Wenn dieser nicht passt, verpasst man meistens Chancen. Das ist einfach Fakt.

Auch klar ist: Wenn man einen komplett anderen und extrovertierten Kleidungsstil als alle anderen hat und sich generell komplett anders verhält als sein Umfeld, fällt man auf. Und in einer von Vorurteilen geprägten Gesellschaft wird man dann schnell zum Top Gesprächsthema.

So zieht es sich bei mir zumindest wie ein roter Faden durch meinen kompletten Lebensweg. Ich war immer schon anders als alle anderen. Ich habe schon immer das gemacht, was ich wollte. Ich habe mich lieber bunt und farbenfroh gekleidet als schwarz und triste. Ich habe lieber Blinkblink getragen, als mich vor meinem wahren Geschmack zu verstecken. Und dies, obwohl ich mich als Junge fühlte. Im Gegensatz zu anderen zog ich das an, was mir gefiel, egal für welches Geschlecht es deklariert wurde. Es konnte nie zu pompös und ausgefallen sein. Wenn ich mich im Spiegel betrachte, muss es mir gefallen, denn vorher verlasse ich das Haus nicht. Entgegen der Masse, die lieber der Herde voller Schafen folgt und unter lauter Gleichgesinnten unentdeckt bleiben will, will ich genau das Gegenteil. Ich will auffallen und vor allem möchte ich nicht so sein wie alle anderen. Getreu dem Motto: „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom”.

Ich trage das nach außen, was mir gefällt und mich als Individuum ausmacht, als freien Menschen. Dabei ist es mir egal, was die Gesellschaft sagt. Das Wichtigste ist, dass ich jederzeit in den Spiegel schauen kann und dabei ein Lächeln im Gesicht habe. Viel zu viele Menschen haben Angst, aus der Reihe zu tanzen: Angst vor dem, was andere Leute von ihnen denken oder denken könnten. Dabei sind diese Ängste unbegründet. Erstens sind es nur Vermutungen, was andere denken könnten, zweitens wissen wir nicht, was sie denken, und drittens sollte es uns auch nicht interessieren, was in fremden Köpfen vor sich geht. Und dann gibt es noch eine vierte Möglichkeit: Vielleicht denken sie auch überhaupt nicht (über uns nach). Wenn jemand schlecht von mir denkt oder redet, dann kann ich auch gut und gerne auf diese Person verzichten. Vielmehr sollte unser eigenes Leben und unsere Selbstverwirklichung für uns im Vordergrund stehen. Außerdem würde es mir viel mehr Sorgen bereiten, wenn die Menschen gar nicht über mich nachdenken und mich nicht in Erinnerung behalten würden.

Wusstest Du, dass die längste Reise unseres Lebens vom Kopf zum Herzen führt? Dies bedeutet, dass wir auf unsere Intuition, auf unser Herz hören sollten - unabhängig unseres Verstandes und den damit verbundenen Glaubenssätzen, die uns seit Jahren schon eingeredet wurden und weiterhin werden. Denn nur so können wir uns selbst verwirklichen und wahres Glück erfahren.

Ich war nie eine Person, die sich verstellen konnte. Sobald ich mich verstelle, werde ich mir selbst untreu, und das will und werde ich nicht! Mir ist Ehrlichkeit sehr wichtig. Wenn mir etwas nicht passt, dann teile ich dies mit, anstatt anderen nach dem Mund zu reden. Für mich ist das Wichtigste, die Person zu verkörpern, die ich mir erträume- mein eigenes, nie fertig werdendes Kunstwerk. Optik spielt eine entscheidende Rolle auf dem Weg zum Glücklichsein. Sich als Gesamtbild, einschließlich des Inneren, zu lieben und dabei unzufrieden mit seiner Hülle zu sein: Das halte ich für unwahrscheinlich. Auf diesem Weg der Selbstverwirklichung, ist es unaufhaltsam, dass man immer wieder auf Neider stößt, die einem seine Selbstliebe nicht gönnen. Oder die selbst zu schwach und feige sind, sich aus ihren gesellschaftlichen Zwängen zu befreien, weil ihnen dazu schlichtweg der nötige Mut fehlt. Auch werden wir auf Menschen treffen, deren Leben so eintönig und langweilig erscheint, dass sie nichts Besseres mit sich anzufangen wissen, als mit Gleichgesinnten, über andere Menschen herzuziehen, um sich besser zu fühlen. Sie meinen, über andere Leben urteilen zu dürfen, ohne wirklich zu wissen, was sich hinter diesem Menschen verbirgt. Also warum sollten wir dann noch die Meinungen solcher Personen zur Kenntnis oder uns gar zu Herzen nehmen, wenn man bereits weiß, wobei es sich um solche handelt? Es würde sich nur als Zeitverschwendung herausstellen, sich solch einer Flucht aus Unzufriedenheit und Aufmerksamkeit zu widmen.

In meiner Vergangenheit habe ich genügend Erfahrungen mit solchen Gruppierungen sammeln dürfen. Es fing schon in der Grundschule an und ging über die weiterführende Schule bis hin zum Abitur. Ich wurde gemobbt, ausgegrenzt – und war Gesprächsthema Nummer eins. Bei Gruppenarbeiten in der Schule wollte niemand mit mir zusammenarbeiten. Aber dies beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich selbst wollte auch keinen Kontakt zu meinen Klassenkameraden, die mich ständig gemobbt und sich über mich lustig gemacht haben. Ich vermied daher jeglichen unnötigen Sozialkontakt.

Genauso war es auch beim Sportunterricht. Ich wurde immer erst am Schluss gewählt, obwohl ich zu den Besten und Sportlichsten gehörte. Natürlich haben mich solche Situationen anfangs traurig und aggressiv gemacht und prallten nicht einfach so an mir ab, aber ich lernte mit der Zeit immer mehr, mit den angestauten Aggressionen und Negationen umzugehen. Nashörner sind eben keine Rudeltiere.

Die Flucht aus der Realität

Ich wurde am 24. Mai 1995 in Siegen in Nordrhein-Westfalen als biologisches Mädchen geboren. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf in einer sehr ländlichen Gegend, wo der Bus nur einmal die Stunde und nach 22 Uhr gar nicht mehr fährt. Wollte man in den Supermarkt, dann lief man zwei Kilometer ins benachbarte Dorf. Aber ich bin froh darüber, inmitten der Natur und mit dem Geruch von Gülle und frischer Waldluft aufgewachsen zu sein. Meine Kindheit habe ich glücklicherweise noch damit verbracht, draußen zu spielen und zudem gelernt, die Natur und Tiere wertzuschätzen, sowie mit ihnen im Einklang zu leben.

Wenn ich daran denke, dass sich heutzutage viel lieber in die virtuelle Welt geflüchtet wird, als am realen Leben teilzunehmen: Schrecklich! Anstatt sein Glück im Computerspielen oder beim Sammeln von Followern zu suchen, lege ich bis heute Wert darauf, mich in der Realität zu verbessern und mein Bewusstsein zu erweitern. Denn eines Tages wird alles Materielle nicht mehr von Wert sein, stattdessen sind die positiven Eigenschaften, wie Empathie, Nächstenliebe, Selbstverwirklichung und schöne Erinnerungen von hohem Wert. Keiner von uns hat die Möglichkeit, sein Hab und Gut, seine gewonnenen Games oder seine Follower mit ins Grab zu nehmen. Was jedoch für jeden von uns möglich ist, ist es, die gegebene Zeit hier auf Erden effektiv zu nutzen, um sein Bewusstsein zu erweitern und ein besserer Mensch zu werden. Wie? Indem wir permanent an unseren Schwächen arbeiten.

Als Kind habe ich lieber draußen in unserem riesengroßen Garten, Fußball, Handball, Hockey oder mit unserem damaligen Schäferhund „Bimbi“ gespielt, als mich stundenlang in einem abgedunkelten Raum der Spielekonsole zu widmen. „Bimbi“, die in Wirklichkeit „Kimberly“ hieß, war meine beste Freundin auf vier Pfoten. Ich bin mit der ein Jahr älteren Hündin groß geworden und verbrachte sehr viel Zeit mit ihr – beim Spielen im Garten oder dabei, auf immer neue Ideen zu kommen, sie zu ärgern.