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Manchmal sind es die kleinen Momente, die einen berühren und nicht mehr loslassen wollen: selbst Erlebtes, Beobachtetes oder Ausgedachtes. Oft ruhen solche "Splitter" jahrelang im Verborgenen bis sie sich in einer Geschichte zusammenfügen und erzählt werden wollen. Die hier vorgestellten Geschichten sind sehr unterschiedlich und doch geht es in beiden um zwischenmenschliche Beziehungen und das Näherkommen zwischen alt und jung, früher und heute.
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Seitenzahl: 19
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Marion L. Becker
Von Schmetterlingen und Staudämmen
Zwei Erzählungen
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Der Geschichtenteppich
Hamearis lucina
Impressum neobooks
Manchmal sind es die kleinen Momente, die einen berühren und nicht mehr loslassen wollen: selbst Erlebtes, Beobachtetes oder Ausgedachtes. Als Autorin bin ich immer auf der Suche nach solchen Momenten, und oft ruhen solche „Splitter“ jahrelang im Verborgenen bis sie sich in einer Geschichte zusammenfügen und erzählt werden wollen.
Zwei dieser Geschichten möchte ich Ihnen gerne vorstellen.
Sie sind ganz unterschiedlich in ihrer Art. Doch in beiden geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, um Alt und Jung, um gestern und heute.
Im
„Geschichtenteppich“
erfährt die junge Anthropologin Amina von ihrer Großmutter Sonderbares aus längst vergangenen Zeiten; Geschichten, die auf einem „Datenspeicher“ ganz besonderer Art erhalten geblieben sind.
„
Hamearis lucina
“ ist eine Schmetterlingsart und sehr begehrt bei Sammlern. Dass die alten Sammlermethoden aber längst nicht mehr bei allen gefragt sind, das muss der alte Menschenfeind Rudolf Prietsch ausgerechnet von einem kleinen Klugscheißer lernen.
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen
Marion L. Becker
Langsam ruckelte das Auto über die Schlaglöcher der staubigen Straße. Amina parkte den Wagen kurz vor den engen Dorfstraßen dicht unter einem Baum, in der Hoffnung auf ein klein wenig Schatten. Sie ließ sich in den Sitz zurückfallen und schloss kurz die Augen. Die Fahrt war lange und anstrengend gewesen. Nach einem Moment der Entspannung griff sie nach ihrem Rucksack, überprüfte, ob das Handschuhfach verschlossen war und ging in Richtung des Dorfes. Bald schon rannte ihr eine schreiende und tobende Kinderbande entgegen. Natürlich, das alljährliche Ritual. Sie nickte dem ältesten der Kinder zu. „Du passt auf, dass kein Unfug passiert, ja? Die Bande rannte davon und sie musste lächeln. Die nächsten Stunden würde wohl keine Macht der Welt die spielenden Kinder wieder aus dem Auto herausbekommen. Nané erwartete sie schon. Sie saß vor ihrer Lehmhütte auf dem Boden, neben sich eine Teekanne und Gläser. Amina setzte sich neben die alte Frau und küsste ihr liebevoll die Hand. Das abwehrende Brummen ignorierte sie. Sie kannte die Eigenheiten ihrer Großmutter nun lange genug um zu wissen, wie sehr sich ihre Großmutter über ihren Besuch freute.
