Der schwarze Olifant - Marion L. Becker - E-Book

Der schwarze Olifant E-Book

Marion L. Becker

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Beschreibung

Dem alten Dichter ist außer einigen Kartons mit Texten und Versen nicht viel geblieben. Doch dann erfährt sein Leben noch einmal eine unerwartete Wendung. Eine Kurzgeschichte inklusive Leseprobe von "Der Sommer mit Elli". Lesen Sie auch "Meine beste Freundin Hannah" von Marion L. Becker.

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Seitenzahl: 18

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Marion L. Becker

Der schwarze Olifant

Eine Kurzgeschichte

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Der schwarze Olifant

Leseprobe "Der Sommer mit Elli"

Impressum neobooks

Der schwarze Olifant

Als der alte Dichter spürte, dass es nun bald ans Sterben gehen würde, ging er traurig in sein Arbeitszimmer und überlegte, was denn nun aus all seinen Stapeln und Stößen, aus seinen Blättern und Blöcken werden sollte. Er war traurig, wusste er doch, dass kaum jemand nach seinem Tod die handschriftlichen Notizen und Entwürfe noch wertschätzen würde. Vermutlich käme alles in eine große Tonne, wenn er selbst in der kleinen Grube lag.

Schon jetzt kaufte schließlich niemand mehr seine Bücher. Die Zeit der Dichter war vorbei. Zärtlich streichelte er über eine Kiste, die den Aufkleber „Liebesgedichte“ trug. Ihm konnte es ja egal sein. Er braucht schon jetzt nicht viel zum Leben und zum Sterben würde es auch reichen.

Aber seine Mutz, die brauchte – wenn nicht mehr ihn, dann doch sein Geld. Noch konnte er ihr Wohlsein aus seiner kleinen Rente bezahlen, doch wenn er nicht mehr war, würde die wegfallen und sie müsste noch einmal umziehen.

Warum nur hatte er sie nicht geheiratet? Damals, als sie beide noch jung und verrückt waren. Damals war ihm die Heiraterei wie ein altmodisches Geschäft erschienen und jetzt hatte Mutz ihre Sinne verlegt, zusammen mit all den vielen Schlüsseln, und konnte sich nicht mehr daran erinnern, dass sie sich einmal geliebt hatten. Ach Mutz.

Der Dichter spürte die Einsamkeit des Alters in all ihrer Schwere. Es waren schlimme Wochen gewesen, bis er endlich gelernt hatte, dass keine Mutz mehr schimpfend in der Küche stehen würde, wenn er wieder einmal zu spät nach Hause kam. Nie mehr würde er sie schelten, wenn sie in ihrem Übermut zu schnell mit dem Teewagen durch die Diele sauste und den Kaffee überschwappen ließe. Natürlich besuchte er sie täglich, meist hielt sie ihn für ihren Vater und bat ihn flehentlich um die Erlaubnis, auf die Eisbahn zu dürfen, da es schon seit Tagen gefroren habe.