Was sich bewährt hat - Inge Friedl - E-Book

Was sich bewährt hat E-Book

Inge Friedl

4,9

Beschreibung

Uns geht es gar nicht gut. In einer Zeit, die uns durch Stress, Hektik und Burnout zu überfordern scheint, werden wir mit ständig neuen Lösungsansätzen überflutet: Ratgeber, Seminare und selbst gebastelte „Religionen“ stellen sich als letzte Hoffnungsschimmer dar. Da kommt dieses Buch gerade recht: Es ist ein Plädoyer für einen neuen Lebensstil mit altem Wissen. Hier steht der Erfahrungsschatz unserer Vorfahren im Mittelpunkt. Ganz nach der Devise: Hausverstand statt Psycho-Tricks, Lebensklugheit statt teurer Management-Workshops und Miteinanderreden statt E-Mail-Flut. Inge Friedl ist eine Kennerin des „alten Lebens“. Sie zeigt auf, wie wir unser Leben entschleunigen und dabei wieder hoch aktuelle Tugenden, etwa „Zufriedenheit“ oder „Bescheidenheit“, neu entdecken können. Wieso ist es sinnvoll, am Sonntag auszuruhen? Warum macht es glücklich, wenige Dinge zu besitzen? Wie schafft man es, eines nach dem anderen zu tun? Ist dumm, wer bescheiden lebt? Mit großartigem Hintergrundwissen und unterhaltsamen Geschichten ist dieses Buch durchaus geeignet, die Augen zu öffnen …

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„Das Wissen der Menschen nimmt in hohem Tempo zu, die Weisheit offenbar in der gleichen Geschwindigkeit ab!“

Bernd Thye

INGE FRIEDL

Was sich bewährt hat

BEGEGNUNG MIT ALTER LEBENSWEISHEIT

ISBN 978-3-990-40376-1

Wien – Graz – Klagenfurt

© 2015 by Styria premium in der

Verlagsgruppe Styria GmbH & Co KG

Alle Rechte vorbehalten

Bücher aus der Verlagsgruppe Styria gibt es in jeder Buchhandlung und im Online-Shop

Lektorat: Nicole Richter

Buchgestaltung: Maria Schuster

Coverbild: Gerhard Trumler

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2015

Inhalt

Cover

Zitat

Titel

Impressum

Vorwort

SCHLICHT UND EINFACH GEMEINSCHAFT

Vom miteinander Reden und miteinander Leben

DAS GLÜCK DER ZUFRIEDENHEIT

Ein erster Schritt zur Gelassenheit

DER UMGANG MIT DER ZEIT

Eines nach dem anderen statt alles auf einmal

AUS! SCHLUSS! FEIERABEND!

Die Kraft der Sonntagsruhe

WARTEN KÖNNEN

Die Kunst der Vorfreude

KINDERN ETWAS ZUTRAUEN

Wie die Sprösslinge ins Leben hineinwachsen

EINFACH GUT ESSEN

Mehr als Kraut und Rüben

UNSER TÄGLICHES BROT

Was es wert ist und wie es schmecken kann

DAS GANZE TIER ESSEN

Wer Steak sagt, muss auch Leber sagen

BESCHEIDENHEIT IST EINE TUGEND

Mit wenigen Dingen leben

MÜLL? GIBT’S NICHT

Die Kultur der Reparatur

ERZÄHL MIR WAS!

Warum wir Geschichten brauchen

SINGEN, EINFACH SO!

Warum es uns glücklich macht

STERBEN GEHÖRT ZUM LEBEN DAZU

Der Umgang mit Trauer und Tod

Anmerkungen

Quellenverzeichnis

Die Autorin

Vorwort

Seit vielen Jahren führe ich Gespräche mit Menschen am Land und lasse mir von früher erzählen. Ich habe diese Menschen, meine Gesprächspartner, gefragt, was sie von der „alten Zeit“ am meisten vermissen, was früher also tatsächlich besser gewesen ist als heute. Ganz klar wurden zwei Begriffe am häufigsten genannt: Zufriedenheit und Gemeinschaft.

Das ist verblüffend, denn die Arbeit war hart, das Einkommen gering und das Leben war auch damals bestimmt nicht gerechter als heute. Dennoch war die Zufriedenheit groß und, obwohl der Tag randvoll mit Arbeit war, verfügten die Menschen über mehr Zeit als heute. Was hatten die Menschen früher, was wir nicht mehr haben? Woher kamen ihre Gelassenheit, Zufriedenheit und innere Ruhe?

Der Kulturphilosoph Byung-Chul Han hat festgestellt, dass jedes Zeitalter seine eigenen, besonderen Leitkrankheiten hat. Für uns Menschen des 21. Jahrhunderts wären dies nach seiner Meinung Depression, ADHS und Burnout, resultierend aus einer allgemeinen Überforderung und Erschöpfung. Die Diagnose des Philosophen lautet: Wir sind eine „Müdigkeitsgesellschaft“. Faktum ist, dass alles immer mehr, immer schneller, überall und jederzeit sein muss. Das hat Konsequenzen für die psychische Gesundheit unserer Gesellschaft.

Wir hetzen von einem Termin zum anderen, sind gestresst und versuchen, Zeit zu gewinnen, indem wir sie einsparen. Wir haben so viele Möglichkeiten, dass uns die große Auswahl überfordert. Ob im Supermarkt oder bei der Lebensplanung, das Angebot ist riesig und alles scheint möglich. Und unser Dilemma ist: Je mehr Auswahlmöglichkeiten wir haben, desto unzufriedener und unschlüssiger werden wir.

Wir stehen unter Druck, uns im Leben zu verwirklichen und können schwer zur Ruhe kommen. Wir glauben, immer und überall erreichbar sein zu müssen und schalten unser Handy nicht einmal im Urlaub aus. Wir müssen in jeder Hinsicht flexibel sein und haben dabei einen gesunden Lebensrhythmus völlig aus den Augen verloren.

Nicht erst seit der Wirtschaftskrise 2008 fragen wir uns, worauf man sich überhaupt noch verlassen kann und was Bestand hat. Wir merken, dass es uns in vielen Bereichen gar nicht gut geht und dass auch das Lesen von Ratgeberbüchern oder das Besuchen von (teuren) Lebenshilfe-Seminaren uns nicht wirklich weiterhelfen kann. Was aber so nahe liegt, sehen wir hingegen nicht: noch vor ein, zwei Generationen war das Leben ein völlig anderes.

Da lohnt ein Blick zurück. Früher scheint etwas möglich gewesen zu sein, was wir heute ersehnen: ein Leben in Zufriedenheit und Gemeinschaft, ohne unnötige Hektik, dafür in angemessenem Tempo. Ein Leben, in dem man nicht alles gleichzeitig tun muss, sondern schön eines nach dem anderen, und in dem Multitasking ein Fremdwort ist, dafür Begriffe wie Feierabend, Bescheidenheit und Zufriedenheit existieren.

Das ist für die meisten eine unbekannte Welt. In Zeiten von Burnout, Depression und Stress ist es jedoch sinnvoll, etwas genauer hinzuschauen: Würde uns ein neuer Lebensstil mit altem Wissen helfen, dem Hamsterrad von Überforderung und Zeitdruck zu entkommen?

So wie Byung-Chul Han uns heute als „Müdigkeitsgesellschaft“ bezeichnet, könnte man ganz allgemein die Gesellschaft unserer Vorfahren als „Zufriedenheitsgesellschaft“ charakterisieren. Ganz gewiss waren früher nicht alle zufrieden, genauso wenig wie heute alle müde zu sein scheinen. Dennoch sind viele von uns ausgebrannt und erschöpft, obwohl es kaum je ein solches Freizeitangebot gab. Früher scheinen die Menschen gelassener und zufriedener gewesen zu sein, obwohl sie weniger Freizeit, weniger Selbstverwirklichung und in einigen Dingen gar keine Auswahlmöglichkeit hatten.

Es steht außer Diskussion, dass manche der alten Lebensweisen bestimmt nicht zur Nachahmung geeignet sind. Ich picke mir sozusagen die Rosinen aus dem Kuchen und erinnere an jene Dinge des alten Lebens, die absolut erstrebenswert sind.

Es geht in diesem Buch nicht um Ratschläge, sondern um den Erfahrungsschatz unserer Vorfahren. Es geht um einen Umgang mit Zeit, der uns wohl tut, um den Wert des Innehaltens und die Kraft der Sonntagsruhe, um echtes Miteinander und auch um die Frage, wie viele Dinge man zum Leben wirklich braucht.

Dieses Buch ist eine Entdeckungsreise zu Entschleunigung und ein wenig mehr Gelassenheit. Es hätte nicht geschrieben werden können, wenn ich nicht derart viele Expertengespräche geführt hätte. Bei diesen Experten, meinen Gesprächspartnern, möchte ich mich bedanken, bei den mehr als einhundert Frauen und Männern aus Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und dem Burgenland, die ihre Lebenserfahrung und ihre Weisheit mit mir geteilt haben.

Inge Friedl

SCHLICHT UND EINFACH GEMEINSCHAFT

Vom miteinander Reden und miteinander Leben

AM 3.APRIL 1973 wurden die allerersten Worte über ein Handy gesprochen. Der Elektroingenieur Martin Cooper sprach in einer Seitenstraße von Manhattan, ungläubig bestaunt von den Passanten, folgende Worte: „Joel, ich rufe dich von einem mobilen Telefon an. Von einem echten tragbaren Batterietelefon!“ Cooper gilt als der Erfinder des Mobiltelefons und sein erster Anruf galt seinem Konkurrenten Joel Engel in der (gegnerischen) Forschungsabteilung von Bell Laboratories. Das damalige Handy wog übrigens mehr als ein Kilogramm und hatte eine Betriebszeit von nur zwanzig Minuten.

Heute, 42Jahre später, besitzen 90Prozent aller Deutschen über 14Jahren ein Handy und in Österreich wird es nicht viel anders sein. Keiner wundert sich mehr über einen Passanten, der seinem Mobiltelefon begeistert berichtet, wo er sich gerade befindet. Und wir sind es gewohnt, wegzuhören, wenn wir in der Straßenbahn Zeuge eines Telefonats werden, in dem Dinge besprochen werden, die wir gar nicht wissen wollen.

Wir betreten ein Lokal, steigen in die , warten auf den Bus und um uns herum sind alle in ihr Handy vertieft, das mittlerweile ein kleiner Computer geworden ist. Die einen starren auf ihr Display und lesen die Zeitung, die anderen schreiben eine Nachricht auf WhatsApp oder kontrollieren ihren Facebook-Account, eine sieht ein lustiges You Tube-Video an, eine andere hat die Kopfhörer im Ohr und hört Musik. Kaum einer redet miteinander, man schaut einander nicht einmal mehr an.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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