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Das Buch erzählt von einer Auswanderung, die aus Erschöpfung entsteht, nicht aus Abenteuerlust. Die Protagonistin verlässt Deutschland, nachdem das Vertrauen in staatliche, soziale und zwischenmenschliche Strukturen zerbrochen ist. In Bali sucht sie Stabilisierung, begegnet jedoch erneut systemischem Versagen, Machtgefällen und der Auflösung von Verantwortung. Diese Bedingungen aktivieren alte, im Nervensystem gespeicherte Erfahrungen. Der Text beschreibt diesen Prozess konkret und unspektakulär – über Baustellen, Elektrik, Beziehungen und den allmählichen Verlust von Halt.
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Seitenzahl: 78
Veröffentlichungsjahr: 2026
Als Autorin, Malerin und Schamanin widmet sie sich seit vielen Jahren der Erforschung von Heilung und innerer Transformation. Ihre Arbeit ist stark autobiografisch geprägt: Sie setzt sich mit den Folgen von Kindheitstrauma auseinander, insbesondere von sexuellem Kindesmissbrauch, der tiefgreifende, lebenslange Schäden verursacht und die körperliche sowie psychische Gesundheit eines Menschen vollständig zerstören kann.
Ihre Bücher spiegeln diese beiden Ebenen wider: Ihr erstes Werk, Verborgene Seelenleinwand, zeigt auf, wie belastend es für das Individuum sein kann, wenn Systeme versagen und man mit der Last allein gelassen wird – ein Zustand, der zwangsläufig zum Zusammenbruch führen kann. Ihr jüngstes Buch, Was steckt hinter der Corona-Krise?, erweitert die Perspektive auf das kollektive Trauma und das globale Versagen von Strukturen, wie es während der Pandemie sichtbar wurde.
Dieses – ihr drittes – Werk zeigt zugleich: Ein vollständiges Entrinnen aus tief sitzenden Traumata gibt es nicht. Selbst an scheinbar sicheren Orten holt es einen wieder ein, weil der Wetiko-Keim im Nervensystem verankert ist. Die zentrale Frage bleibt: Wie entkommt man diesem Keim? Wie kann er isoliert, entfernt und durch das Gesunde ersetzt werden?
Hinweis zur Anonymisierung
Dieses Buch ist autobiografisch inspiriert und basiert auf den Erfahrungen der Autorin. Alle Namen, Orte und andere identifizierbare Details wurden geändert, um die Privatsphäre aller Beteiligten zu schützen. Die Hauptfigur trägt den Namen Veronika, als literarischer Bezug an Paulo Coelhos Veronika beschließt zu sterben, und ermöglicht es gleichzeitig, die persönlichen Erlebnisse anonym zu erzählen.
"Missbräuchliche Systeme wollen oder können nicht erkennen, dass sie solche sind – damit würden sie sich suizidieren. Die Erkenntnis erfolgt immer auf der höheren Meta-Ebene."
– Therapeutische Einsicht
Monika Auer
Willkommen in Bali Veronika
Ein psychologischer Roman jenseits der Auswanderungsromantik
© 2025 Monika Auer
Lektorat von: Monika Auer
Coverdesign von: Monika Auer
Druck und Distribution im Auftrag der Autorin:
tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: Monika Auer c/o Ursula Habicht, Wörthstr. 1, 75173 Pforzheim, Germany.
Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]
Cover
Titelblatt
Urheberrechte
Teil I: Die Geschichte
Kapitel 1 – Der Wunsch
Kapitel 2 – Die Entscheidung im Mai
Kapitel 3 – Erste Risse
Kapitel 4 – Die Baustelle
Kapitel 5 – Kontrolle
Kapitel 6 – Gaslighting
Kapitel 7 – Nebenkriegsschauplätze
Kapitel 8 – Kurzschluss
Kapitel 9 – Mr. Stupid
Kapitel 10 – Elektrik, Methode, Grenze
Kapitel 11 – Der Boogie
Kapitel 12 – Schnitt
Kapitel 13 – Systemfehler
Kapitel 14 – Unter Vorbehalt
Nachtrag
Abgang
Teil 2: Die Deutung
Zu Kapitel 1
Der leise Beginn der Ablösung
Zu Kapitel 2
Intuition unter Zeitdruck
Zu Kapitel 3
Verlust von Halt
Zu Kapitel 4
Chronische Überforderung und Kontrollverlust
Zu Kapitel 5
Rückfall in alte Schutzmechanismen
Zu Kapitel 6
Wenn Realität bestritten wird
Zu Kapitel 7
Fragmentierung, Dauerstress und Grenzverletzung
Zu Kapitel 8
Scheinbare Stabilisierung und reale Gefahr
Zu Kapitel 9
Begegnung, Projektion und Selbstbehauptung
Zu Kapitel 10
Delegierte Stärke und ambivalente Führung
Zu Kapitel 11
Inszenierte Kontrolle und intuitive Warnung
Zu Kapitel 12
Zu Kapitel 13
Eskalation ohne Außenhalt
Zu Kapitel 14
Leben ohne Abschluss
Zum Nachtrag
Wiederholung unter neuer Maske
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Veröffentlichungen:
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Titelblatt
Urheberrechte
Kapitel 1 – Der Wunsch
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Teil I: Die Geschichte
Kapitel 1 – Der Wunsch
Der Wunsch, mein Leben zu verändern, war nicht plötzlich da. Er hatte sich über Jahre aufgebaut. Still. Hartnäckig. Wie ein Hintergrundton, den man lange ignorierte, bis er nicht mehr zu überhören war.
Ich wollte weg aus Deutschland. Keine Rehabilitation. Keine Wiedergutmachung. Weg aus einer inneren Starre, die dieses System in mir ausgelöst hatte. Ich vertraue der Fürsorge dieses Landes nicht mehr.
Mein Leben funktionierte. Ich funktionierte. Aber es war kein Leben mehr, das mich trug. Es stagnierte seit der Pandemie – als Folge eines Systemversagens.
Ich war nicht auf der Flucht. Ich war auf der Suche. Nach Wärme. Nach Zeit. Nach einem Ort, der mir wieder erlaubte, in meinem eigenen Rhythmus zu leben. Weniger Kontrolle von außen. Weniger Taktung durch andere. Mehr Raum für mich.
Bali war kein Zufall. Ich war vor der Pandemie mehrfach dort gewesen. Hatte als Schmuckdesignerin gearbeitet, mit Locals kooperiert, Projekte umgesetzt. Ich fühlte mich sicher. Respektiert. Eingebunden durch Freundschaften mit Einheimischen. Ich kannte das Land nicht nur als Touristin.
Was mich anzog, war nicht sein Instagrambild. Es war die Selbstverständlichkeit von Kreativität. In Ubud schien jeder zweite Mensch zu malen, zu schnitzen, zu singen, mit Holz oder Gold zu arbeiten. Kunst war kein Statussymbol, sondern Alltag.
Und da war noch dieser Puls – ein Herzschlag. Zumindest in Ubud schien alles sehr lebendig zu sein. Da war Leben.
Ich liebte die Reisfelder. Dieses satte Grün, das nicht dekorativ wirkte, sondern existenziell. Ich liebte die Vorstellung, den grauen Asphalt meiner Stadt einzutauschen gegen diese grüne Fläche. Sie beruhigte mich. Hatte eine Wirkung auf mich, die viel tiefer ging. Erde. Den Roller statt der U-Bahn. Bewegung statt Stillstand.
Ich liebte es, durch die Straßen zu cruisen, überhangen von riesigen Banyanbäumen. Besonders morgens oder abends, wenn sie leerer waren.
Ich suchte kein Investment. Ich suchte kein Renditeobjekt. Ich suchte ein Zuhause. Einen Ort, an dem ich die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre leben konnte. Schreiben. Arbeiten. Heilen. Alt werden.
Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Der Wunsch nach einem Zuhause würde mich in eine Prüfung führen, die weniger mit Orten zu tun hatte als mit Systemen. Und mit Macht.
Kapitel 2 – Die Entscheidung im Mai
Im Mai besichtigte ich die Villa B. Sie wurde mir von zwei Brüdern vermittelt. Tri. und Dan. Junge, dynamische Villabroker mit Wurzeln in Marokko und Frankreich. In Bali geboren und aufgewachsen.
Die Villa B gehörte – wie auch Villa A, C und D – einer Frau namens S. aus ihrem Umfeld. Tante oder Freundin der Mutter, das blieb diffus. Aber es vermittelte Nähe, Vertrauen, eine Art familiäre Struktur.
Beim Eintritt in das semifertige Gebäude erfasste mich eine Brise. Nicht sanft. Eher fordernd. So, als wolle sie mich hineinziehen. Mein Blick fiel sofort auf zwei schlanke Baumstämme, die ein V bildeten.
Ich ging mit schnellen Schritten darauf zu, musste dabei den großen offenen Wohnbereich mit anschließender Küche durchschreiten. Danach trat ich über eine kleine Terrasse in den Garten, wo sich der Baum in seiner ganzen Höhe erfassen ließ.
Er stand mittig auf einer kleinen dreieckigen Grasfläche und reckte sich weit in den Himmel hinein. Ich berührte seine beiden Stämme mit meinen Händen.
„Was für eine schöne Energie“, sagte ich.
„Wir haben ihn nicht absägen lassen. Er war von Anfang an da gewesen. Ein Original“, kam es zurück.
Wir besichtigten den Rest der Villa. Zweihundert Quadratmeter Land, hundertneun Quadratmeter Wohnfläche, ein 6,3 Meter großer Pool – nicht für lange Schwimmzüge geeignet, aber groß genug für Abkühlung und Plantschen mit der Luftmatratze.
Auch die große Dachterrasse überzeugte. Dort oben entfaltete sich erst die ganze Pracht des Baumes – eine Sea Almond Tree. Die dunkelgrüne Krone, majestätisch anzusehen, verschmolz mit den hellgrünen Reisfeldern im Hintergrund zu einem abstrakten Gemälde.
Ich wollte genau das. Eine grüne Leinwand.
Die Lage war gut. Nicht am Meer, aber nah genug. Gute Mischung zwischen Locals und Expats. Keine Partyzone. Kein Durchgangsverkehr. Bis auf die Bauweise, die nicht typisch balinesisch war, erschien mir alles vernünftig.
