Wo die Strothe einen Bogen macht - Martin Lüning - E-Book

Wo die Strothe einen Bogen macht E-Book

Martin Lüning

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Beschreibung

In Begleitung Gottes und des Teufels stolpert "Macke"durch ein Leben, das er selbst, jemand anderes oder doch niemand erlebt hat. Er startet in der lippischen Gemeinde Schlangen. Durch ein funktionierendes Dorf- und Kneipenleben beeindruckt dieser Ort als lebens- und liebenswerte Heimat. Der Held Macke schlängelt sich mehrmals durch bis nach Norddeutschland, um dann jedoch in München die zweite Hälfte zu verbringen. Das sind Lebensumstände, von denen er sich wohl oder übel treiben lässt. Der Musterschüler stürzt früh ab in schlechteste Notendurchschnitte und engagiert sich in einer K-Gruppe. Ausgerechnet bei der Bundeswehr entstehen seltene Höhe- und Tiefpunkte. Besser ist es, doch noch zu studieren und als Diplom-Ingenieur der Architektur bei der Planung weltbekannter Bauwerke mitzuwirken. Parallel dazu wird aus einer Schauspielausbildung ein weiterer Beruf. Zu guter Letzt heiratet Macke Marie. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie glücklich in den Isarauen mit Wald, Fluss, Biergärten und bester Verkehrsanbindung.

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Wo die Strothe einen Bogen macht

 

Mackes Geschichten

 

Fiktive autobiografische Vorkommnisse aus

Ostwestfalen-Lippe und der Welt

 

Martin Lüning

 

Impressum

 

Texte: © Copyright by Martin Lüning

Umschlaggestaltung: © Copyright by Martin Lüning

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Martin Lüning

Wilhelm-Kuhnert-Str. 21

81543 München

[email protected]

 

Druck: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin

 

Titelseite

 

Die rote Kugel stellt den Ort Schlangen dar, das blaue Band den Bach Strothe.

In einem alten Volkslied heißt es: „Weißt Du nicht, wo Schlangen ist – Schlangen liegt im Tale – dort wo die Strothe einen großen Bogen macht.“

Die Kugel war Teil einer der über allen Tischen hängenden Korblampen aus einem Bambus- oder Rattangeflecht in unserer Stammkneipe. Der Abschluss der halbkugelförmigen Lampenschirme bestand aus einem Kranz von ca. 50 roten Kugeln mit ca. 2 cm Durchmesser.

Diese Lampe hing über Tisch 13. Das war außerdem der Name unserer Clique.

Ein Gründungsmitglied hatte die Angewohnheit, nach einem schlechten Wurf im Knobeln der Lampe einen wuchtigen Faustschlag zu verpassen, so dass die Lampe bis zur Decke pendelte. Das ging viele Jahre gut, bis eines Tages, es muss Anfang der 80er Jahre gewesen sein, die Befestigung dieser Kugel nur mehr so schwach war, dass sie wie ein Geschoss durch den Saal flog.

 

Inhalt

 

Inhalt

Vorwort

1 Erklärung

2 Das sechste Buch Mose

3 Die Senne

4 Schlänger

5 Schulaufsatz

6 Wer will mit nach Kölle fahr´n?

7 A&O

8 Kindergarten

9 Aus dem Jenseits

10 Volksschule, erste Klasse

11 Matsche

12 Sonntags im Laden

13 Gasthaus Vergissmeinnicht

14 Sinalco

15 Westeroog

16 Wundertüten

17 Schuttkuhle

18 Bodenpersonal

19 Estrich und Salmiak

20 Aktionskunst

21 Tisch 13

22 Sorbas

23 Bundeswehr

23-01 Einleitung

23-02 Die Verhandlung

23-03 Der Rekruteneinzug

23-04 Die Unterbringung

23-05 Das Fußballspiel

23-06 Die Vertrauensmannwahl

23-07 Schleyer

23-08 „Volksmiliz“ - MAD - Versetzung

23-09 Schlänger Markt

23-10 Puff

23-11 Gelöbnis

23-12 Polen

23-13 Disziplinarbuße von 100,- DM

23-14 Disziplinararrest

23-15 Unterschriftensammlung

23-16 „Ein Soldat ohne Knast ist ein Schiff ohne Mast“

23-17 Wachdienst I

23-18 Der tägliche Kleinkrieg

23-19 Rote Sterne

23-20 Dressman

23-21 Bei der Polizei

23-22 Wachdienst II

23-23 Depressionen

23-24 Die neuen Rekruten

23-25 Versetzungen

23-26 Beim Kommandeur

23-27 Die Fusspilzparty

23-28 Entlassung

23-29 Wieder da

23-30 Wieder weg

23-31 Das Bundesministerium der Verteidigung

23-32 Jäger Sperling lässt grüßen

24 Wasserleitungen

25 DDR

26 Da fliegen die Späne

27 Neue Perspektiven

28 Studium

29 Gott mit dir, du Land der Bayern

30 Im Sommer scheint d’Sonne, im Winter da schneit’s

31 Alles verändert sich

32 Ausgesperrt

33 Grand Hotels

34 Bock und Rowland

35 Bier, Geld und Autos

36 …und immer wieder Neues

37 Marie

38 Marx´ Urenkel

39 Forschungsreisen

39-1 Verona

39.2 Indien

39.3 Chios

39.4 Spiekeroog

40 Literaturverzeichnis

41 Abbildungsverzeichnis

42 Dank

Vorwort

 

In Begleitung Gottes und des Teufels stolpert „Macke“ durch ein Leben, das er selbst, jemand anderes oder doch niemand erlebt hat. Er startet in der lippischen Gemeinde Schlangen. Durch ein funktionierendes Dorf- und Kneipenleben beeindruckt dieser Ort als lebens- und liebenswerte Heimat. Der Held Macke schlängelt sich mehrmals durch bis nach Norddeutschland, um dann jedoch in München die zweite Hälfte zu verbringen. Das sind Lebensumstände, von denen er sich wohl oder übel treiben lässt.

Der Musterschüler stürzt früh ab in schlechteste Notendurchschnitte und engagiert sich in einer K-Gruppe. Ausgerechnet bei der Bundeswehr entstehen seltene Höhe- und Tiefpunkte.

Besser ist es, doch noch zu studieren und als Diplom-Ingenieur der Architektur bei der Planung weltbekannter Bauwerke mitzuwirken. Parallel dazu wird aus einer Schauspielausbildung ein weiterer Beruf. Zu guter Letzt heiratet Macke Marie. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie glücklich in den Isarauen mit Wald, Fluss, Biergärten und bester Verkehrsanbindung.

 

1 Erklärung

 

Dieser Text ist ein Sammelsurium verschiedener Geschichten und erhebt keinen Anspruch auf Korrektheit oder Aktualität. Ganz im Gegenteil, Namen, Eigenschaften von Personen oder Institutionen und Orte sind zum großen Teil frei erfunden. Sie geben lediglich eine Art Stimmung wieder, welche zu gegebenen Zeiten so oder ähnlich bestanden haben mag.

Textstellen, die mit Quellen aus Büchern, Presse oder Wikipedia „belegt“ sind, entsprechen nur so weit der Wahrheit, wie auch die Quellen der Wahrheit entsprechen.

Firmen und Personen des öffentlichen Lebens werden mit ihrem richtigen Namen genannt, wie z.B. die Lebensmittelkooperation A&O, der Investor Dieter Bock, die Firma Advanta und weitere.

Das Buch ist zum großen Teil in der Ich-Form geschrieben aus der Sicht der ebenfalls erfundenen Figur Markus Sperling. In Kapitel 5 gibt es einen Schulaufsatz, der kurz von der Fiktion in die Realität im Jahr 1956 springt. Deshalb ist dort von realen Personen, z.B. der Familie des Autors (Lüning) und deren Laden die Rede. Diese Abweichung ermöglicht es, den Aufsatz als Kopie der Original-Handschrift zu verwenden, was ja auch ein wenig Atmosphäre von der Schulzeit vermittelt.

Zum Kapitel Bundeswehr ist folgendes zu bemerken:

Die erfundenen Anekdoten spielen sich in den siebziger Jahren ab, in denen eine große Friedensbewegung sich gegen Aufrüstung und Raketenstationierungen wandte. Im Bezug zur heutigen Situation wirken die Geschichten kontraproduktiv. Existenz und Aufgaben der Bundeswehr werden sehr in Frage gestellt. Dabei ist es nach Auffassung des Autors wichtig, mit dem Militär der europäischen Länder Europas Sicherheit zu gewährleisten.

Städte, Standorte, Namen und Handlungen gab und gibt es nicht, Übereinstimmungen sind rein zufällig. Auch wenn Einzelheiten wie das Fußballspiel Deutschland-Italien oder die Schleyer-Entführung tatsächlich passiert sind und zeitlich in den Rahmen passen, wird hier lediglich eine Stimmung wiedergegeben.

 

Handlungen und Reden von Gott und dem Teufel haben so nicht stattgefunden, sondern sind ihnen vom Autor unterstellt worden. Das werden die beiden schon kennen, aber ich möchte gleichwohl um Entschuldigung bitten.

 

Dieses Werk ist keine wissenschaftliche Arbeit. Wer sich erhofft, historische Fakten, Wahrheiten oder Möglichkeiten zu erfahren, sollte diese besser in den zahlreich vorhandenen Werken der Historiker suchen oder in Lexika, Sachbüchern oder seriösen Internetportalen.

 

Möglicherweise handelt es sich hier um eine Autofiktion.

Wer jedoch hier und da an der Fiktion zweifelt und Tatsache vermutet, wird auch seinen Spaß haben.

 

2 Das sechste Buch Mose

 

Am achten Tag schuf Gott Schlangen. Also nicht die Reptilien, sondern den Ort in Ostwestfalen-Lippe. Gott wählte den Landstrich „Senne“ aus, da lag viel Sand. Daraus konnte man viele Menschen machen.

Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Trotzdem machte der Bach Strothe sogleich einen großen Bogen um Schlangen.

In einem alten Volkslied heißt es: „Weißt Du nicht, wo Schlangen ist – Schlangen liegt im Tale – dort wo die Strothe einen großen Bogen macht.“

Die Ortsteile Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck, die 1970 eingemeindet wurden schuf Gott gleich mit.

Haustenbeck wurde schon 1937 bis 1939 sowohl dem Ortsteil Oesterholz eingegliedert und gleichzeitig umgesiedelt, um Teil des Truppenübungsplatzes Senne zu werden. Seitdem ist Haustenbeck eine Art Geisterstadt, in welcher z.B. die British Army nach dem 2. Weltkrieg Häuserkampf gegen die IRA übte.

Am Anfang jedenfalls könnte Haustenbeck der paradiesische Ursprung des Ortes gewesen sein. Hier gab es nämlich den „Haustenbecker Pickert “. Pickert war ein wohlschmeckendes Backwerk. Gott verbot, davon zu essen, denn es war ein Gebäck der Erkenntnis.

Noch heute ist der Lippische Pickert in seinen verschiedenen Versionen Nationalgericht der Lipper.

Eine im Sennesand kriechende Blindschleiche führte seinerzeit Armin und Ella in Versuchung, das erste Paar. „Probiert doch mal den Pickert.“ Das ließen sich die beiden nicht zweimal sagen und aßen so viel davon, dass sie zur besseren Verdauung einen Wacholder mit Boonekamp (Magenbitter), den sogenannten Stritz, hinterherschütten mussten. Sie verwechselten dabei die Blindschleiche, die ja nur eine beinlose Echse ist, mit einer echten biblischen Schlange. So kam es, dass man diese Senne-Menschen forthin „Schlänger“ nannte und den Ort Schlangen.

Als Armin und Ella vom Pickertessen zurückkamen, fragte Gott:

„Wo kommt ihr her, Armin?“

„Was?“

„Wo kommt ihr wech?“

„Ach so, wir haben mal grad ´n Schluck Wacholder getrunken.“

„Habt ihr vom Pickert gegessen?“

„Mmh, sind das diese Fladen, die wie Pfannkuchen aussehen, aber aus geriebenen Kartoffeln bestehen?“

„Ja, Armin“

„Ja, dann haben wir sie probiert.“

Ella fügte hinzu: „Das hat uns die Schlange geflüstert.“

„Blindschleiche“, sagte Gott.

Diese Menschen hatten fortan mannigfache Erkenntnisse in Wissenschaft und Kultur, die sie nicht nur für sich selbst nutzten, sondern später in jeden Winkel der Welt brachten, denn sie reisten gern. Dafür mussten sie jedoch zunächst in einer sehr kargen Umgebung bei harter Arbeit ihr Leben fristen.

Nach vielen Jahren des Dahindämmerns in der Steinzeit, der Bronzezeit usw. wurde Schlangen voraussichtlich im Jahr 1015 das erste Mal urkundlich erwähnt.1 Die Nonne Oda aus dem 35 km entfernten Geseke hatte große Besitztümer in Schlangen und im umliegenden Padergau. Großer Besitz ging vermutlich auch damals mit ausuferndem Lebenswandel einher. Jedenfalls war sich Oda ihres Seelenheils nicht so ganz sicher.2

Gott ließ einmal verlauten, damals die Gespräche heimlich belauscht zu haben. Demnach könnte es wohl folgendermaßen gewesen sein: Sie, Oda, fragte ihren Bischof Meinwerk in Paderborn: „Sag mal, wie ist das eigentlich, ich bin ja schon die meiste Zeit im Kloster und bete und arbeite… Aber wir haben da in Geseke ja auch das eine oder andere Fest gefeiert. (Der Teufel, bestätigte dies sogleich.) Und du kannst dir ja denken, was da auch alles so vorgefallen ist. Und billig war das auch alles nicht gerade. Muss ich da was machen? Ich meine, so vorsorglich für die Zeit im, sagen wir… Himmel?“

„Mmmh“, sagte Meinwerk, „ich frag´ mal so: Hast Du was an Sünden ausgelassen?“

„Nö.“

„Ja, also dann wird´s teuer. Alles was Du hast, solltest du der Kirche zu Paderborn schenken, also mir.“

Meinwerk wusste natürlich, dass Oda der Name für „Besitzerin“ ist.3 Er rechnete sich da so einiges aus.

„Nomen est omen“, wie der Lateiner sagt, sagte sich Meinwerk, dessen Latein im Allgemeinen sonst nicht so gut war.4 Da wird ja wohl was zu holen sein. Und da war was zu holen. Oda handelte dann noch aus, dass nicht nur ihr, sondern das Seelenheil ihrer ganzen Familie gesichert sei. Das Geschäft befand Meinwerk für so wichtig, dass er es in seiner Biografie „Vita Meinwerci“ niederschrieb.

Und somit waren zwei Nachweise erbracht: „Schlangen existiert“ und „mit Geld kann man doch alles kaufen“.

Bischof Meinwerk war weiterhin „unermüdlich tätig im Königsdienst und in der repräsentativen Ausgestaltung seines Bischofsitzes und ebenso ehrgeizig als Bauherr wie im Erwerb von Besitzungen und Herrschaftsrechten.“5

Und Oda von Geseke fuhr mitsamt ihrer Verwandschaft gen Himmel auf. Eine Win-Win-Situation.

 

Die Senne selbst blieb lange eine karge, sandige, notleidende Gegend. Der Dichter, Kaufmann und Freund von Marx und Engels, Georg Weerth, geboren am 17. Februar 1822 in Detmold, schrieb darüber die Erzählung „Die Armen in der Senne“.

Ich bin Markus Sperling, vom Autor erfunden und selbst Schlänger. In Schlangen hat fast jeder einen Spitznamen. Deshalb werde ich auch nicht Markus genannt, sondern Macke. Es wird gemunkelt, dass die Urheber dieses Spitznamens der Meinung waren, ich hätte eine. Es hat sich dann halt durchgesetzt und da kann man nichts machen.

 

3 Die Senne

 

Fast 200 Jahre später, also kürzlich erst, unternahmen Gott und der Teufel zusammen eine sommerliche Wanderung. Sie kamen von der Anhöhe Velmerstot über Veldrom nach Schlangen bis in die Ortsmitte. Hier machten sie eine ausgiebige Rast in der Außengastronomie der Wirtschaft „Zum flotten Kalli“.

Ich, Macke, saß seit einer Weile mit meiner Frau Marie an einem Nachbartisch. Wir lebten in München und waren lange nicht in Schlangen gewesen. „Diese Kneipe kenne ich gar nicht…“, dachte ich noch. Die Zeit verging wie im Flug.

Kalli selbst bediente heute und frug die Neuankömmlinge: „Was darf´s denn sein?“

„Och“, meinte der Teufel, „Zwei Halbe Pils erstmal, oder?“

„Einverstanden“, sagte Gott „und was zum Rauchen bitte. Haben Sie Neues Testament mit Filter?“

Kalli drehte sich herum und rief in das offene Fenster der Küche, die seit gefühlten 80 Jahren von seiner Mutter gemanagt wurde: „Haben wir Neues Testament Filter?“

„Nee“, schallte es zurück, „nur Lord, Ernte 23 und Marlboro.“

„Ok“, sagte Gott, „dann nehm´ ich Erntedank.“ „Gut gewählt“, sagte der Teufel, „Lord kannst Du nämlich in der Pfeife rauchen:“ „Du mit deinen blöden Anspielungen“, empörte sich Gott.

„Was essen auch?“ fragte Kalli.

„Ja“, sagte Gott, „bitte zwei doppelte Weizenkorn.“

Nachdem beide nun den Schnaps aus- und das Pils angetrunken hatten, betrachteten sie die fahrenden Autos auf der ehemaligen B1.

Der Teufel rülpste kurz und sagte dann:

„Erzähl doch mal. Wie ging´s denn mit der Senne weiter?“

Gott sah, dass sein Willybecher 6 nur noch halb voll war und zeigte dem Wirt Kalli schnell mit seinem im Kreis fahrenden Zeigefinger an, dass noch ein Gedeck gewünscht war.

Dann erklärte er: „Die Senne wurde wieder zum Paradies. Es ist ein großes Rückzugsgebiet für bedrohte Tiere und Pflanzen und das größte Heidegebiet in Nordrhein-Westfalen. Das war möglich durch die Nutzung als Truppenübungsplatz, seit 1892…“

„Moment, Moment“, sagte der Teufel, „die Senne wurde durch eine Eiszeit so, wie sie heute ist. Das war vor 200.000 Jahren. Die ausschließliche militärische Nutzung hat nur eine Verschandelung verhindert, also eine Verunstaltung durch Industrie, Landwirtschaft oder Zersiedlung.“

„Ruhig,… da wird geschossen, gesprengt und mit Panzern herumgefahren“, führte Gott weiter aus, „die Zivilisten mussten draußen bleiben. Das Gelände, Flora und Fauna wurden sich selbst überlassen. Die britischen Besatzer übernahmen nach dem 2. Weltkrieg die Verwaltung, und die bestimmen auch heute noch, was Sache ist.“

Schon stellte Kalli das neue Gedeck ab. Gott war schon in Verzug und trank nun hastig den Rest seines Glases aus.

Kalli wollte nun auch seinen Senf dazugeben:

„Irgendwann wollte die British Army bis 2020 vollständig abziehen, dann wieder nicht mehr. Naturschutzverbände und einige Parteien wollen einen Nationalpark Senne nach Beendigung der militärischen Nutzung. Das wollte auch eine große Mehrheit der Bevölkerung. Das hat eine Umfrage ergeben. Die Briten wollen nun aber doch bleiben, zumindest mit einem Teil. Das ärgert viele.“

Kalli gab nun Gott noch Feuer zum Rauchen. Gott steckte aus Gewohnheit das kleine BIC-Feuerzeug mit dem aufgedruckten Bild einer Bikinischönheit ein. Darüber ging Kalli souverän schweigend hinweg und führte weiter aus:

„Einerseits muss man ja sagen: Die Briten haben uns mit den Alliierten von der Naziherrschaft befreit. Und sie haben Naturschutzbelange in der Senne vorbildlich behandelt…“

Da fuhr ihm der Teufel dazwischen:

„Aber es gab doch die ganze Zeit Ärgernisse. Die Briten sind mit ihren Panzern natürlich auch durch die umliegenden Ortschaften und Städte gerasselt, dass die Wände wackeln. Ebenfalls wurden Felder durchpflügt. Ich hab das doch in den Zeitungen gelesen, dass die Bauern zwar entschädigt wurden, aber wo ein Panzer fährt, wird der Boden zusammengedrückt, da wächst jahrelang nichts mehr. Und wenn dann ein Bauer danebengestanden und geschimpft hat, so hat es mir ein Ortslandwirt erzählt, dann hätte man ihm auch schon mal gezeigt, wo der Hammer (oder im landwirtschaftlichen Sinne besser: die Sichel) hängt und den Panzer einige Male auf der Stelle gedreht.“

„Hätte, hätte, Panzerkette“, sagte Gott. „Das Auf-der-Stelle-Drehen gehört zu den alltäglichen Übungen mit militärischen Kettenfahrzeugen. Aber viel Verdruss gab und gibt es auch wegen der übermäßig oft stattfindenden Schließungen für Durchfahrten mit PKW oder Fahrrad. Dafür machten aber die Schrankenwärter ein gutes Geschäft. Sie sammelten Patronenhülsen aus Messing“.

„Und das förderte wieder die Bauwirtschaft“, ergänzte Kalli.

„Wieso die Bauwirtschaft“, fragte der Teufel.

Mit viel Sachverstand in der Stimme bemerkte nun Kalli: „Das Zeug ist teuer und lässt sich gut verkaufen. Und vom Geld, was die nicht bei mir und den anderen Wirten ließen, dafür haben die sich ein Haus nach dem andern gebaut.“

„Jetzt aber kein Neid, bitte“, wandte Gott ein, „Neid gehört zu den Todsünden, zumindest bei den Katholiken. Und außerdem ist das sicher übertrieben.“

Jetzt erst erkannte ich Gott und den Teufel wieder, die mich oft begleitet hatten. Augenzwinkernd forderten sie uns auf, doch an ihrem Tisch Platz zu nehmen. Sie hatten mich längst erkannt.

„Zu dem Thema kann ich was beisteuern“, sagte ich, „hier und da gab es sogar Tote, also mindestens eine Tote. Die Oma meiner damaligen Freundin Sabina z.B. wurde in Minden von einem Panzer überfahren.“

„Wie das?“ fragte der Teufel, und fügte mit amüsiertem Gesicht hinzu: „Im Eifer des Gefechts?“

„Die Oma hatte sicher nichts Schlimmes vor“, sagte ich. „Sie trug weder ein Sturmgewehr noch eine IRA-Uniform. Sie wollte sich für den 5-Uhr-Tee ein Stück Platenkuchen kaufen. ‚Da ess´ ich im Jahr zwei Quadratmeter von‘, sagte sie mal. Nun stand sie bereits am Schaufenster der Bäckerei an einer Straßenbiegung. Die heranrollenden Panzer mögen wohl mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. Jedenfalls konnte einer der Fahrer sein Monstrum nicht in der Spur halten und krachte in die Bäckerei, die Oma unter den Ketten. Und da war der Krieg schon 25 Jahre lang vorbei.“ „Chottochott“, sagte Gott, was soviel bedeutet wie Gott oh Gott.

 

4 Schlänger

 

Gott und der Teufel saßen immer noch bei Kalli in der Außengastronomie. Es begann gerade die Blaue Stunde. Marie und ich waren schon längst gegangen. Da fingen sie an, über die Eigentümlichkeiten einiger Schlänger zu schwadronieren. Selbst bei diesen beiden machte sich langsam aber sicher die Wirkung der nicht unerheblichen Mengen von Bier und Schnaps bemerkbar. Kalli stellte immer neue Getränke ab. Klar, man wollte nicht als Tourist auffallen und wenigstens so tun, als sei man ebenfalls Schlänger. Und Kalli trank nun auch mit.

„Du hast die Schlänger nach Deinem Bilde geschaffen“, frotzelte der Teufel und prostete Gott mit einem Wacholder zu. „Hör auf!“ wehrte sich Gott.

 

„Weißt Du noch, dieser Kurt?“ sagte der Teufel. „Der konnte ja für zehn arbeiten… und dann hat man ihm oft den Lohn vorenthalten. Einmal sollte er doch einen Keller für ein Einfamilienhaus ausschachten und hat das ohne Bagger usw. nur mit seiner Schüppe an einem einzigen Tag erledigt. Als er dann den versprochenen Lohn nicht bekam, ging er abends wieder zur Baustelle und hat im Schutz der Dunkelheit alles wieder zugeschaufelt.“

„Richtig so“, sagte Gott und nahm, wie zur Bekräftigung einen tiefen Zug Bier.

„Aber…“ kicherte der Teufel, „das war ja doppelt zu seinem Nachteil!“

„Egal“, sagte Gott. „Ich hab´ ihm heimlich 100 DM in ´s Portemonnaie getan. … Solche Leute sind mir nämlich lieber als diese Betrüger…“

Nachdem nun die Straßenlaternen angegangen waren, fiel Gott ein: „Dieser Heinrich, ob der sich damals wohl mit seinem Vater wieder versöhnt hat?“

„Was war denn mit dem?“ fragte der Teufel. „Der ging eines Morgens in die Polizeiwache und sagte: ‚Sie müssen sich mal morgens um sieben Uhr in die Schützenstraße stellen. Da kommt immer einer mit ´nem Moped vorbei, das ist nur für einen zugelassen. Da sitzt aber immer einer hinten mit drauf‘.“

„Und?“

„Tatsächlich stand am nächsten Morgen die Polizei an dieser Ecke. Und wer kommt mit dem Moped vorbeigefahren? Der Vater von Heinrich und Heinrich saß selbst hinten drauf.“

„Darauf noch zwei Wacho“, rief der Teufel und sekundenschnell stellte der flotte Kalli drei Pinnchen auf den Tisch. „Geht aufs Haus.“ Mittlerweile hatten sich die beiden mit dem Wirt leicht angefreundet.

Dieser hob selbst ein Pinnchen und sprach: „Wohlsein. - Auf August!“.

„Welcher August?“ fragten Gott und der Teufel wie aus einem Munde.

„Ach“, sagte Kalli, „der Arme hatte sich vor vielen Jahren die Hühneraugen mit einem schmutzigen Kartoffelschälmesser geschnitten. Und als ein Bein schon ganz schwarz war, ging er zum Arzt: ‚Muss man da wohl was dran machen?‘ … ‚Ja‘, meinte der Arzt, ‚müssen wir abnehmen‘. Das Bein wurde amputiert…“

Kalli trank den Rest seines Wacholders und fuhr fort: „August lag einige Wochen im Krankenhaus, und dann gab es noch eine tragische Verwechslung. Das Krankenhaus informierte telefonisch Augusts Ehefrau Elli, ‚Es tut uns leid, Ihr Mann ist heute Morgen verstorben. Herzliches Beileid‘. Elli räumte noch schnell das Geschirr vom Mittagessen weg, zog sich ein schwarzes Kleid an und fuhr zum Krankenhaus. Als sie in das Krankenzimmer kam, saß August aufrecht und lebendig im Bett. Mit seinen Zimmergenossen war er in ein angeregtes Gespräch über Fussball vertieft. Dabei hat er seine Frau gutgelaunt angeschaut und gesagt: ‚Elli! Dass du mich auch mal besuchen kommst!'“

In dem Moment kam Kallis Frau Ingrid aus dem Wirtshaus und brachte Kalli ein Bier, was er vor einigen Minuten für sich selbst eingezapft hatte. „Hier, dein Bier. Verschalt langsam.“ Sie verschwand wieder und Kalli erzählte weiter: „Elli konnte den Fußballgesprächen nicht so recht folgen und fuhr wieder heim. Auf dem Rückweg war sie noch im Laden des Kaufmanns Stöwe, um einzukaufen. Dem erzählte sie aufgeregt: ‚Stellen Sie sich vor, Herr Stöwe, ich komme grad aus dem Krankenhaus, wo ich meinen Mann besucht habe. Da sagt doch die Stationsschwester zu mir, ich hätte eine Fahne‘. – ‚Nee‘. – ‚Doch! Herr Stöwe, jetzt bitte ich sie aber. Man wird doch wohl zum Mittagessen mal ´ne Flasche Wein trinken dürfen.‘“

Im Laufe des Abends wurden die Geschichte immer wilder. Kalli kam in Fahrt:

„Kennen Sie den ‚Tiger von Mühlheim‘? Das war ein verwegener Mann aus dem Ruhrgebiet, ehemaliger Boxer, ca. 70 Jahre alt, graue lockige Haare, vom Aussehen so ähnlich wie Charles Bukowski, aber eleganter, mit teurer Uhr, Siegelringen, Goldkettchen usw. Er setzte sich in Schlangen zur Ruhe und nahm hier am Leben teil.“ Kalli trank sein Bier aus.

„Irgendwann kam er in Streit mit seinem Nachbarn wegen ein paar Sträuchern, die über die Grenze wucherten. Jedenfalls ging es ruck zuck, und der Körper eines der Kontrahenten war mit einem langen scharfen Messer durchbohrt. Das Opfer war aber nicht der Nachbar, sondern der ‚Tiger‘ selbst. Im Dorf machte dann noch ein Detail die Runde: ‚Das Messer guckte am Rücken soweit raus, dass man da hätte noch einen Hut dran aufhängen können‘“.

Kalli war wohl etwas weit gegangen. Gott und der Teufel schwiegen nun und tranken still ihr Bier.

„Ja“, sagte der Wirt, „die Gerüchteküche…“, schaute auf die Uhr, „ Es ist schon spät geworden und wir müssen schließen. Aber ich spendiere noch einen Schlürschluck7Den gibt´s nämlich wirklich.“

 

5 Schulaufsatz

 

An dieser Stelle wechselt der Autor von der Ebene der Fiktion zu einer Momentaufnahme der Realität im Jahr 1956.

Ein Schulaufsatz von Helga André nimmt uns direkt mit.

Helga war noch oft in unserem Laden als Aushilfe beschäftigt. Ein beispielhaftes Schlänger Mädchen und später eine bemerkenswerte Frau, deren Kinder mit mir befreundet sind.

 

„Helga André, geb. 2.3.43      Schlangen, d. 16.8.1956

Ein Ferientag in Schlangen

Unsere Klasse fuhr für die Zeit vom 12. Mai bis zum 26. Mai nach Norderney. Da ich nicht mitkonnte, will ich von einem Tage in Schlangen erzählen.

Wenn man bei Lünings in den Laden kommt, dann merkt man gar nicht, wieviel Arbeit dort ist. In den Ferien morgens um Punkt sieben Uhr war ich da. Dann tranken wir erst Kaffee. Danach ging ich in den Laden, füllte die Fächer und putzte Staub. Inzwischen war es acht Uhr geworden. Ich schloß den Laden auf. Gerade hatte ich dieses gemacht, kam Herr Lüning und brachte die frische Milch und die Butter. Jetzt kamen auch schon die ersten Leute. Ich durfte bedienen. Die meisten wollten nur Milch haben. Mir machte es richtig Spaß. Ich kann schonfast alles im Laden, bloß eins nicht, das ist Sahne schlagen.

Am Sonntag wollte Frau Lüning nach Bochum zu ihren Eltern fahren. Nun wußte sie nicht, was aus dem Laden werden sollte, das sie ja sonntagsmorgens immer aufhaben. Schließlich entschloß sie sich doch zu fahren, mit ihrem Mann und den Kindern. Lilli Herdehuneke, die bei Lünings so gut Bescheid weiß um die Preise, wie die Maus ihr Loch findet, sollte kommen. Lilli und ich, wir beide sollten ganz allein im Laden sein. Wir bekamen richtiges Lampenfieber, als Lünings am Sonnabend abend mit ihrem Auto losfuhren. Der Laden wird sonntagsmorgens immer um ein halb neun Uhr geöffnet.

Da wir noch einiges aufzuräumen hatten, verabredeten wir uns auf acht Uhr. Wir waren auch Punkt acht Uhr da. Frau Lüning hatte uns den elektrischen Sahnebläser gegeben, den sie sonst ganz selten benutzt. Es war so gegen elf Uhr, da war der Laden ganz voll. Lilli war feste am Sahne schlagen, und ich bediente die anderen Kunden. Einmal hatte Lilli vergessen, den Sahnelöffel herauszunehmen, bevor sie die Sahne schlug. Plötzlich spritzte die Sahne bis oben an die Decke. Sie stellte sofort den Motor ab. Sonst verlief alles ohne Zwischenfall. Wir hatten uns vorgenommen, alles Geld, was wir einnhamen, aufzuschreiben. Aber als der Laden ganz voll war, kamen wir nicht mehr dazu. Als Frau Lüning von Bochum zurückkam, gab sie uns unseren Lohn. Sie war richtig froh, daß alles so gut geklappt hatte.“

 

6 Wer will mit nach Kölle fahr´n?

 

Das Jahr 1958 war das große Unglücksjahr meiner Familie.

1958 verlor Mama den kleinen Sohn, unseren Bruder 2-jährig, ihren Mann, unseren Papa und ihre Mutter, unsere Oma in Bochum. Ab dann war Mama allein mit uns zwei Jungen und dem Lebensmittelladen. Leider blieb dann noch manche Kundschaft aus. So kam zur Trauer noch dazu, dass das Einkommen knapp wurde. Es ist aber alles gut gegangen. Dass sie uns und den Laden durchgekriegt hat, ohne dabei ihren Mut und ihren Humor zu verlieren, ist wie ein Wunder. Wir, mein Bruder Hans und ich, sind dafür ewig dankbar.

Leicht haben wir es ihr nicht gemacht. Ich war 3, Hans war 9 Jahre alt. So gesehen, ist dies gar kein Untergang, sondern ein riesiger Erfolg.

Mitgewirkt an diesem Erfolg haben unter anderem Helga, Lilli, Frau Tracht, Frau Frühling, Cousine Ulrike, und die Auszubildende Bärbel. Der Opa hat die Buchführung gemacht, die (Stief)-Oma hat im Haushalt geholfen, wenn die beiden aus Bochum zu Besuch waren. Man müsste sicher noch mehr Personen erwähnen... Mitgewirkt hat auch mein Kindermädchen Luise aus der Nachbarschaft.

Luise war wie eine Schwester für mich. Dass Luise behindert war, war für mich nichts Besonderes. Es war so wie manche groß und andere klein sind. Ich zum Beispiel war sehr klein. Luise hatte ein Geheimnis. Manchmal sang sie für mich ein Kinderlied: „Tuff tuff tuff tuff Eibabahn, wer will mit nach Kölle fahr´n“. Ich als frühes Sprachgenie dachte: „Warum macht sie denn aus Eisenbahn Eibabahn? Sie spricht doch sonst alles ganz normal aus. Vielleicht ist es eine Art Geheimsprache, die nur sie und ich verstehen.“ – „Verstanden!“ sagte ich mir. Später bin ich tatsächlich nicht nur nach Kölle gefahren. Ich wurde sogar für eine sehr kurze Zeit Eisenbahner.

 

7 A&O

 

"Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ 8, sagte Gott. Warum er das sagte, als ich meine Mama bat, mir Lesen beizubringen, weiß ich nicht, wahrscheinlich weil A und O die ersten beiden Buchstaben waren, die ich lernte.

„A und O sind das Ein und Alles, die Hauptsache, der Kern“, fügte er noch hinzu.

Meine Mama führte nach dem frühen Tod meines Vaters 1958 das gemeinsame A&O Lebensmittelgeschäft allein weiter. A&O war eine Handelskette, ein Zusammenschluss von Lebensmittelgroßhandlungen wie Edeka und wurde 1953 gegründet, damals noch mit dem Namen ASO (Allsicht-Organisation).

So um 1960/61 herum, im Alter von fünf Jahren, wollte ich Lesen lernen. Optisch war das sicher komisch anzusehen. Ich war dünn, schmächtig und klein und sah aus wie ein Dreijähriger.

„Was ist das für ein Buchstabe, Mama?“ fragte ich, auf ein A zeigend. Sie hatte mich gerade auf dem Arm und zeigte mir das Sortiment im kleinen Laden. Wir standen vor dem Regal Backzutaten, getrocknete Erbsen, Linsen usw.

Auf einer Tüte mit Erbsen stand ASO. „Das ist ein A. Und das da am Ende das ist ein O, in der Mitte ein ssssss oder auch Es. ASO, das ist die Abkürzung für Allsicht-Organisation.“ „Ah.“

„Die Großhandlung, von der wir unsere Waren beziehen, hieß ASO, wie das hier auf dem Päckchen steht. Nun heißt die Firma A&O. Guck mal, Markus, hier steht A&O. Das komische Zeichen in der Mitte steht für und.“ So hatte ich in der ersten Lektion die Buchstaben A, S, O und ein Sonderzeichen kennengelernt.