Wollen wir wirklich hier bleiben? - Sybille B. Ebelt - E-Book

Wollen wir wirklich hier bleiben? E-Book

Sybille B. Ebelt

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Beschreibung

Literarische Briefe aus einem Dorf nördlich des Kummerower Sees in Mecklenburg-Vorpommern. Land und Leute werden in lebendiger Sprache und mit leiser Ironie beschrieben. Auch die Ansiedlung von Großstädtern in einem verlassenen Dorf und auch ein Stück DDR-Geschichte.

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Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Wollen wir wirklich hier bleiben?

Sybille B. Ebelt

Wollen wir wirklichhier bleiben?

Briefe aus Sarmstorf

WANDERN & WUNDERN

Impressum

© 2018 Sybille B. Ebelt

Text und Foto: Sybille B. Ebelt

Umschlaggestaltung: Adrienne Györgyi

Herausgeber: Sybille B. Ebelt

Idee und Konzept: Adrienne Györgyi

Entstanden zum Projekt Wandern & Wundern

Wandern & Wundern © 2018 Adrienne Györgyi

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN Paperback: 978-3-7469-9568-7

ISBN Hardcover: 978-3-7469-9569-4

ISBN e-Book: 978-3-7469-9570-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. JedeVerwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig.Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung,Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation inder Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografischeDaten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.en

August-September 2018, Sarmstorf/Köln

Liebe Adrienne,

Du hattest so viele Fragen an mich, als wir uns im August 2018 inSalem trafen, im Café der Familienfreizeitstätte.

Wie alles begann?

Wir lebten damals im Osten Berlins, mein Mann war freischaffender Musiker und ich hatte mir gerade als Schwedisch-Übersetzerin und Kultur-Journalistin die Freiberuflichkeit erkämpft, was ja in der DDR weder üblich noch leicht zu verwirklichen war, um für meine Kinder von zu Hause aus arbeiten zu können. Als Schaffenshaus, aber mehr noch zur Erholung für unsere Großstadtkinder und auch für uns, zunehmend gestresst, da sich in der Hauptstadt die Probleme der Gesellschaft in den 80ern immer stärker zuspitzten, suchten wir ein Haus auf dem Lande. Möglichst ursprünglich, möglichst billig, zu mieten oder zu kaufen. Klaus spielte damals in der Begleitband des Sängers Hans-Jürgen Beyer, dessen Weg vom Thomanerchor-Knaben zum erfolgreichen Schlagersänger führte und der noch heute auf Tour ist. Bei einem Auftritt in Teterow kam in der Pause eine Mitarbeiterin des FDGB auf meinen Mann zu, bat ihn um ein Plakat von Hans-Jürgen Beyer. Klaus verschwand hinter der Bühne und brachte ihr ein Poster. So kamen die beiden ins Gespräch und mein Mann erzählte der Gewerkschafts-Funktionärin, dass wir ein altes Bauernhaus suchten. „Eventuell habe ich da etwas, aber Sie dürfen nicht an ein Wassergrundstück denken. Ich melde mich wieder“, versprach die FDGB-Frau. Klaus schrieb ihr eine Adresse auf.

Bereits nach drei Wochen brachte uns die Post eine Nachricht der damaligen Bürgermeisterin von Lelkendorf, die uns zu einer Besichtigung in den Ortsteil Sarmstorf einlud. Das war im Herbst 1982. Wir kamen in ein nahezu leerstehendes Dorf, nur noch ein über 80jähriges Paar wohnte am unteren Ende des Vorwerkes. Der Alte war noch Knecht bei dem früheren Gutsverwalter gewesen und erzählte uns später von der alten Zeit, nachdem wir den beiden eine Flasche Korn auf den Tisch gestellt hatten. Die Bürgermeisterin von Sarmstorf zeigte uns alle Häuser, riet uns zu jenem höher gelegenen Haus, in dem wir noch heute die warme Jahreszeit verbringen. In manchen Häusern hausten zu viele Ratten, andere standen zu tief, zogen zu viel Feuchtigkeit an. Nahezu gleichzeitig mit uns kamen im nächsten Frühjahr und Sommer: Theaterleute aus Berlin (Regisseure, Dramatiker, Schauspieler, Theater- und Jazzkritiker), die Journalistin einer Frauenzeitung, eine Grafikerin, ein Schauspieler und eine Bühnenbildnerin vom Theater Frankfurt/Oder, zwei Handwerker-Brüder aus Rostock. Ein Abteilungsleiter des Henschel-Theaterverlages wurde unser Nachbar in der typischen mecklenburgischen Doppelhauskate vom Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Lehrer und zwei Journalisten aus Berlin kamen ein paar Jahre später ins Dorf, ebenso ein Angestellter des Fischverarbeitungswerkes Rostock, der fälschlicher weise bis heute „Kapitän“ genannt wird. Was ihm Wissen und Erfahrungen zumutete, die er nie besaß. So wollte einmal ein Jugendlicher des Dorfes bei ihm