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„Alle Streitigkeiten rühren vom Egoismus her, der auf seiner eigenen Meinung und seiner eigenen Wichtigkeit besteht und glaubt, dass er allein recht hat und jeder andere unrecht. Dadurch gibt er Anlass zu Ärger, dem Gefühl des Gekränktseins usw. Diese Dinge darf man nicht zulassen; sie müssen auf der Stelle zurückgewiesen werden.“ (Sri Aurobindo)
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Omsriaurobindomira
ALLES
LEBEN
IST
YOGA
All life is Yoga. – Sri Aurobindo
Sri Aurobindo | Die Mutter
SRI AUROBINDO
DIGITAL EDITION
BERCHTESGADENER LAND
www.sriaurobindo.center
© Copyright 2025
Herausgeber
AURO MEDIA
Verlag und Fachbuchhandel
Wilfried Schuh
Deutschland
www.auro.media
eBook Design
SRI AUROBINDO DIGITAL EDITION
Deutschland, Berchtesgaden
Ärger
Auszüge aus den Werken von
Sri Aurobindo und der Mutter
Zweite Auflage 2025
ISBN 978-3-96387-084-2
© Fotos und Textauszüge
Sri Aurobindos und der Mutter:
Sri Aurobindo Ashram Trust
Puducherry, Indien
Blume auf dem Cover:
Gloriosa superba. Gelbgrün, stumpfes Rosa, Orange, Rot.
Die von der Mutter gegebene spirituelle Bedeutung:
Kein Streit
Eine sehr wichtige Bedingung, die zu erfüllen ist, um die Ankunft des Supramentals zu fördern.
Überall auf der Welt wächst das Interesse an Spiritualität und Yoga. Man kann eine zunehmende Suche nach dem wahren Sinn und Zweck des Lebens erkennen, eine Suche nach tieferen Lösungen für die Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind, und man kann eine zunehmende Bemühung beobachten, am evolutionären Wandel und Fortschritt der Menschheit beitragen zu wollen.
Bei dieser Suche und Bemühung wenden sich immer mehr Menschen an Sri Aurobindo und die Mutter, um Führung und Kraft zu finden. Aber in den umfangreichen Werken Sri Aurobindos und der Mutter wissen wir oft nicht, wo wir Antworten auf unsere Fragen finden können. Aus diesem Grund haben wir zu bestimmten Themen des alltäglichen Lebens einfache Auszüge aus ihren Werken zusammengetragen, die für die Sadhana eine praktische Orientierung im Alltag geben sollen, denn wahre Spiritualität bedeutet nicht, sich vom Leben abzukehren, sondern das Leben mit einer Göttlichen Vollkommenheit zu vollenden.
Diesbezüglich sagte die Mutter:
„Sri Aurobindo sollte nicht nach Büchern studiert werden, sondern nach Themen – was er über das Göttliche, die Einheit, die Religion, die Evolution, die Erziehung, die Selbstvervollkommnung, das Supramental, usw. gesagt hat.“ (CWM Vol. 12, p. 206)
Bei einer anderen Gelegenheit sagte sie:
„Wenn du wissen willst, was Sri Aurobindo zu einem bestimmten Thema gesagt hat, musst du zumindest alles lesen, was er zu diesem Thema geschrieben hat. Man wird dann sehen, dass er die widersprüchlichsten Dinge gesagt zu haben scheint. Aber wenn man alles gelesen und ein wenig verstanden hat, sieht man, dass all die Widersprüche sich ergänzen und in einer integralen Synthese geordnet und geeint sind.“ (CWM Vol. 16, pp. 309-10)
Unsere Titel aus der Reihe ALLES LEBEN IST YOGA sind ein Versuch, etwas mehr Klarheit über ein bestimmtes Thema zu gewinnen und so vielleicht unsere persönlichen Bemühungen in die richtige Richtung zu lenken. Denn Sri Aurobindo sagt:
„Es ist stets wünschenswert, sich in die richtige Richtung zu bemühen; selbst wenn man scheitert, bringt das Bemühen ein bestimmtes Ergebnis und ist niemals verloren.“ (CWSA Vol. 29, p. 87)
Die Übersetzung der Textstellen von Sri Aurobindo erfolgte aus dem ursprünglichen Englisch, während die meisten Passagen der Mutter bereits Übersetzungen aus dem Französischen waren. Fast alle Texte der Mutter wurden ihren Gesprächen, die sie mit Kindern und Erwachsenen führte, entnommen, einige ihren Schriften. Wir müssen außerdem berücksichtigen, dass die Auszüge ihrem ursprünglichen Zusammenhang entnommen wurden und dass jede Zusammenstellung ihrer Natur nach möglicherweise einen persönlichen und subjektiven Charakter hat. Es wurde jedoch der aufrichtige Versuch unternommen, der Vision Sri Aurobindos und der Mutter treu zu bleiben.
Die Textauszüge sind vom Verlag zum Teil mit Kapiteln und Überschriften versehen worden, um ihre Themen hervorzuheben. Sofern es möglich war, wurden sie in Anlehnung eines Satzes aus dem Text selbst gewählt.
Sri Aurobindo und die Mutter machen von der in der englischen Sprache gegebenen Möglichkeit, Wörter groß zu schreiben, um ihre Bedeutung hervorzuheben, häufig Gebrauch. Mit dieser Großschreibung bezeichnen sie meist Begriffe aus übergeordneten Daseinsbereichen, doch auch allgemeine wie Licht, Friede, Kraft usw., wenn sie ihnen einen vom üblichen Gebrauch abweichenden Sinn zuordnen. Diese Begriffe wurden in diesem Buch kursiv hervorgehoben, um dem Leser zu einer leichteren Einfühlung in diese subtilen Unterscheidungen zu verhelfen.
Eckige Klammern bezeichnen Einfügungen des Übersetzers, die um des besseren Verständnisses willen angebracht erschienen. Einige wenige Sanskritwörter wie Sadhana, Sadhaka, Yoga usw. wurden eingedeutscht, da sie durch ihren häufigen Gebrauch bereits als Bestandteil der deutschen Sprache angesehen werden können. Alle anderen Sanskritwörter sind kursiv hervorgehoben, wobei auf diakritische Transkriptionszeichen verzichtet wurde.
Die kursiv geschriebenen Textpassagen vor den Worten Sri Aurobindos und der Mutter sind Fragen bzw. Antworten von Schülern oder sonstige erläuternde Texte.
Titelseite
Impressum
Anmerkung des Herausgebers
Zitat
ÄRGER
1. Ströme von Ärger
2. Zu Ärger werden
3. Ärger kommt von außerhalb
4. Ärger gehört zu einem weniger entwickelten Menschsein, der Menschheit von gestern
5. Sich Ärger hingeben
6. Identifiziere dich nicht mit Ärger
7. Versuche nicht einen äußeren Grund zu finden – erkenne und weise zurück
8. Fange Ärger sofort im vitalen Zentrum in der Brust ein
9. Still werden und schreiben
10. Richtige Haltung – die positive Seite entwickeln
11. Ärger ist eine Deformation der Kraft des Vitals
12. Leid, das Ärger anderen verursachen kann
13. Bösartige Menschen sind im Ashram viel schlimmer
14. Rudrabhava und Ärger
15. Mutters Rudrabhava
16. Sri Aurobindo und Ärger
17. Vivekananda und Ärger
18. Japaner und Ärger
19. Theons Ärger
20. Übertragung von Ärger
21. Ärger in einer Rose
22. Matteo tötete mich dreimal fast
23. Transformation des Ärgers
24. Ärger ist der Dieb innerer Reichtümer
25. Erzählungen über Selbstkontrolle
Bibliographie
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titelseite
Copyright
Vorwort
Quellenangaben
Alle Streitigkeiten rühren vom Egoismus her, der auf seiner eigenen Meinung und seiner eigenen Wichtigkeit besteht und glaubt, dass er allein recht hat und jeder andere unrecht. Dadurch gibt er Anlass zu Ärger, dem Gefühl des Gekränktseins usw. Diese Dinge darf man nicht zulassen; sie müssen auf der Stelle zurückgewiesen werden.
– Sri Aurobindo
Worte Sri Aurobindos
Fremde Empfindungen strömten hindurch wie Wellen
Und ließen erzittern des feinen Körpers Gestalt,
Ihr Ärger galoppierte rasend in roher Attacke,
Ein Ansturm trampelnder Hufe auf bebendem Grund…
Er fühlte das pochende Leben in anderen Menschen
In sich eindringen mit ihrem Glück und ihrem Schmerz;
Ihre Liebe, ihr Ärger, ihre unausgesprochenen Hoffnungen
Traten ein in Strömen und sich ergießenden Wogen
In den unbeweglichen Ozean seiner Ruhe.
Worte Sri Aurobindos
Diese Fähigkeit zu exklusiver Konzentration ist nicht beschränkt auf die Absorption in einer bestimmten Art und Weise des Arbeitens des eigenen höheren Selbst, sondern erstreckt sich auf die vollständige Selbstvergessenheit bei einer Handlung, die wir zufällig in diesem Augenblick ausführen. Der Handelnde vergisst in Momenten großer Intensität, dass er der Handelnde ist, und wird zu dem, was er auf der Bühne spielt; nicht, dass er sich selbst für Rama oder Ravana hält, aber er identifiziert sich für gewisse Zeit mit der Form des Charakters und der Handlung, welche der Name repräsentiert, und dass so vollkommen, dass er den wirklichen Menschen, der die Rolle spielt, vergisst. So vergisst der Dichter sich selbst in seinem Schaffen, den Menschen, den Arbeiter, und er ist für den Moment nur die inspirierte unpersönliche Energie, die sich selbst in der Formung von Wort und Rhythmus ausdrückt; alles andere nimmt er nicht wahr. Der Soldat vergisst sich selbst bei seinem Handeln und wird zum Angriff, der Wut und dem Töten. Gleichermaßen vergisst sich der Mensch, der von heftigem Ärger überrollt wird, wie es allgemein heißt oder noch passender und kraftvoller gesagt wird: er wird zum Ärger; und diese Formulierungen drücken eine reale Wahrheit aus, die nicht die ganze Wahrheit des menschlichen Wesens in diesem Augenblick ist, sondern eine praktische Tatsache seiner bewussten handelnden Energie. Er vergisst sich wirklich selbst, vergisst sein ganzes übriges Wesen mit all seinen Impulsen und Fähigkeiten zu Selbstbeherrschung und Selbstausrichtung, so dass er einfach als die Energie der Leidenschaft handelt, die ihn beherrscht, und für den Augenblick zu dieser Energie wird. Nur bis hierher kann das Selbst-Vergessen in der normalen menschlichen Psychologie gehen; denn es muss bald zu dem weiteren Selbst-Bewusstsein zurückkehren, von dem es nur eine zeitlich begrenzte Bewegung ist.
Worte der Mutter
Bei Ärger ist es dasselbe. Es ist ganz klar, man empfängt ihn plötzlich, nicht einmal von einer Person, aus der Atmosphäre, – er ist da – und dann kommt er ganz plötzlich in dich hinein und erfasst dich von unten her, steigt hoch und treibt dich an, – und du gehst dann in die Luft. Eine Minute vorher warst du nicht ärgerlich, du warst recht selbstbeherrscht, du hattest keine Absicht, die Geduld zu verlieren. Und dies erfasst dich so völlig, dass du dem nichts entgegensetzen kannst, – weil du nicht genügend bewusst bist. Du lässt es in dich hineinkommen, und es benutzt dich – dich… was du als „dich selbst“ bezeichnest, das heißt, deinen Körper. Denn er ist scheinbar (ich sage scheinbar) etwas vom Körper deines Nachbarn Getrenntes. Aber das ist nur eine optische Illusion, denn da ist in der Tat immer etwas, was man Teilchen nennen kann, sogar materielle Teilchen, wie eine Art Strahlung, die aus dem Körper kommt und sich mit anderen vermischt. Und aus diesem Grund kann man, wenn man sehr sensibel ist, Dinge aus der Entfernung wahrnehmen.
Worte der Mutter
Dort ist es ein bisschen einfacher, den Einfluss wahrzunehmen, denn wenn du nur ein bisschen aufmerksam bist, bemerkst du etwas, was plötzlich in dir erwacht ist. Zum Beispiel diejenigen, die gewohnheitsmäßig ihre Geduld verlieren, aber sich auch nur ein klein wenig bemüht haben ihren Ärger zu beherrschen, finden etwas, das von außen kommt oder von unten heraufsteigt, das tatsächlich ihr Bewusstsein erfasst und Ärger in ihnen kreiert. Ich meine nicht, dass jeder zu dieser Unterscheidung fähig ist; ich spreche von jenen, die versucht haben ihr Wesen zu verstehen und es zu kontrollieren. Diese unerwünschten Einflüsterungen sind leichter zu unterscheiden als zum Beispiel deine Reaktion auf den Willen oder Wunsch eines Wesens, welches die gleiche Natur hat wie du selbst, eines anderen menschlichen Wesens, das konsequent auf dich einwirkt, ohne dir einen klaren Eindruck von etwas, das von außen kommt, zu vermitteln: die Schwingungen ähneln sich zu sehr, sind von zu gleicher Natur, und du musst viel aufmerksamer sein und ein viel schärferes Unterscheidungsvermögen besitzen, um zu realisieren, dass diese Regungen, welche in dir zu entstehen scheinen, in Wirklichkeit nicht von dir selber kommen, sondern von außen. Aber was diese negativen Kräfte betrifft, wenn du wenigstens ein bisschen aufrichtig bist und dich genau beobachtest, bemerkst du, dass es etwas in dir gibt, was auf einen Einfluss, einen Impuls, eine Suggestion antwortet, manchmal sogar auf etwas sehr Konkretes, das eindringt und im Wesen gleichartige Schwingungen hervorruft.
Worte Sri Aurobindos
In meiner Unwissenheit dachte ich, Ärger könnte edel und Rache großartig sein, aber jetzt, wenn ich Achilles in seinem gewaltigen Zorn betrachte, sehe ich ein sehr nettes Baby in einer sehr netten Rage und ich bin zufrieden und amüsiert.
Kraft ist edel, wenn sie den Ärger übertrifft; Zerstörung ist grandios, aber sie verliert ihre Geltung, wenn sie auf Rache gründet. Lasse diese Dinge, denn sie gehören zu einem weniger entwickelten Menschsein.
CWSA Vol. 31, p. 348
CWSA Vol. 33-34, pp. 186-87
CWSA Vol. 33-34, p. 27
CWSA Vol. 21-22, p. 609
CWM Vol. 8, pp. 54-55
CWM Vol. 8, pp. 393-94
CWM Vol. 8, pp. 54-55
Conversations, 24th November 1939, Nirodbaran
Conversations, 7th January 1939: A.B. Purani, Nirodbaran
CWM Vol. 4, p. 170
CWM Vol. 7, p. 113
Conversations, 16th December 1938: Nirodbaran
CWSA Vol. 31, pp. 734-35
Conversations, 4th October 1925: A.B. Purani
CWM Vol. 7, pp. 89-90
CWM Vol. 7, p. 106
CWM Vol. 7, p. 203
CWM Vol. 6, p. 340
CWSA Vol. 31, pp. 271-72
CWSA Vol. 31, pp. 272-73
CWSA Vol. 33-34, pp. 14-15
CWM Vol. 10, pp. 79-81
CWM Vol. 4, pp. 179-81
CWM Vol. 7, p. 343
CWM Vol. 7, p. 416
Conversations, 16th December 1938: Nirodbaran
The Mother, Mother’s Agenda — 1962: March 6, 1962
The Mother, Mother’s Agenda — 1963: February 23, 1963
The Mother, Mother’s Agenda — 1963: October 19, 1963
CWSA Vol. 35, p. 377
CWM Vol. 8, pp. 350-53
Conversations, 26th July 1926: Anilbaran Roy , Pavitra (Philippe Barbier Saint-Hilaire)
The Mother, Mother’s Agenda — 1961: August 5, 1961
The Mother, Mother’s Agenda — 1961: November 7, 1961
The Mother, Mother’s Agenda — 1961: November 5, 1961
The Mother, Mother’s Agenda — 1966: August 3, 1966
The Mother, Mother’s Agenda — 1968: February 7, 1968
The Mother, Mother’s Agenda — 1961: August 5, 1961
CWSA Vol. 33-34, p. 613
CWSA Vol. 33-34, pp. 47-48
CWM Vol. 2, pp. 173-78
