11,99 €
„Krishna ist das innewohnende Göttliche, die Göttliche Gegenwart in jedem und allem. Er ist auch unumschränkt der Aspekt der Freude und Liebe des Höchsten; er ist die lächelnde Sanftheit und die spielerische Fröhlichkeit; er ist zugleich der Spieler, das Spiel und alle, mit denen er spielt. Und weil das gesamte Spiel mit allen Ergebnissen vollständig bekannt, ersonnen, gewollt, angeordnet und in seiner Gesamtheit bewusst gespielt wird, kann dabei für nichts anderes Platz sein als für die Freude am Spiel. Derart Krishna zu sehen heißt, die innere Gottheit zu finden, und mit Krishna zu spielen heißt, sich mit der inneren Gottheit zu identifizieren und an seinem Bewusstsein teilzuhaben.“ – Die Mutter
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2019
Omsriaurobindomira
ALLES
LEBEN
IST
YOGA
All life is Yoga. – Sri Aurobindo
Sri Aurobindo | Die Mutter
SRI AUROBINDO
DIGITAL EDITION
BERCHTESGADENER LAND
www.sriaurobindo.center
© Copyright 2025
Herausgeber
AURO MEDIA
Verlag und Fachbuchhandel
Wilfried Schuh
Deutschland
www.auro.media
eBook Design
SRI AUROBINDO DIGITAL EDITION
Deutschland, Berchtesgaden
Sri Krishna
Auszüge aus den Werken von
Sri Aurobindo und der Mutter
Zweite Auflage 2025
ISBN 978-3-96387-032-3
© Fotos und Textauszüge
Sri Aurobindos und der Mutter:
Sri Aurobindo Ashram Trust
Puducherry, Indien
Blume auf dem Cover:
Plumbago auriculata. Blass lavendellblau.
Die von der Mutter gegebene spirituelle Bedeutung:
Krishnas Ananda
Vielfältig, reichlich und so voller Zauber.
Überall auf der Welt wächst das Interesse an Spiritualität und Yoga. Man kann eine zunehmende Suche nach dem wahren Sinn und Zweck des Lebens erkennen, eine Suche nach tieferen Lösungen für die Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind, und man kann eine zunehmende Bemühung beobachten, am evolutionären Wandel und Fortschritt der Menschheit beitragen zu wollen.
Bei dieser Suche und Bemühung wenden sich immer mehr Menschen an Sri Aurobindo und die Mutter, um Führung und Kraft zu finden. Aber in den umfangreichen Werken Sri Aurobindos und der Mutter wissen wir oft nicht, wo wir Antworten auf unsere Fragen finden können. Aus diesem Grund haben wir zu bestimmten Themen des alltäglichen Lebens einfache Auszüge aus ihren Werken zusammengetragen, die für die Sadhana eine praktische Orientierung im Alltag geben sollen, denn wahre Spiritualität bedeutet nicht, sich vom Leben abzukehren, sondern das Leben mit einer Göttlichen Vollkommenheit zu vollenden.
Diesbezüglich sagte die Mutter:
„Sri Aurobindo sollte nicht nach Büchern studiert werden, sondern nach Themen – was er über das Göttliche, die Einheit, die Religion, die Evolution, die Erziehung, die Selbstvervollkommnung, das Supramental, usw. gesagt hat.“ (CWM Vol. 12, p. 206)
Bei einer anderen Gelegenheit sagte sie:
„Wenn du wissen willst, was Sri Aurobindo zu einem bestimmten Thema gesagt hat, musst du zumindest alles lesen, was er zu diesem Thema geschrieben hat. Man wird dann sehen, dass er die widersprüchlichsten Dinge gesagt zu haben scheint. Aber wenn man alles gelesen und ein wenig verstanden hat, sieht man, dass all die Widersprüche sich ergänzen und in einer integralen Synthese geordnet und geeint sind.“ (CWM Vol. 16, pp. 309-10)
Unsere Titel aus der Reihe ALLES LEBEN IST YOGA sind ein Versuch, etwas mehr Klarheit über ein bestimmtes Thema zu gewinnen und so vielleicht unsere persönlichen Bemühungen in die richtige Richtung zu lenken. Denn Sri Aurobindo sagt:
„Es ist stets wünschenswert, sich in die richtige Richtung zu bemühen; selbst wenn man scheitert, bringt das Bemühen ein bestimmtes Ergebnis und ist niemals verloren.“ (CWSA Vol. 29, p. 87)
Die Übersetzung der Textstellen von Sri Aurobindo erfolgte aus dem ursprünglichen Englisch, während die meisten Passagen der Mutter bereits Übersetzungen aus dem Französischen waren. Fast alle Texte der Mutter wurden ihren Gesprächen, die sie mit Kindern und Erwachsenen führte, entnommen, einige ihren Schriften. Wir müssen außerdem berücksichtigen, dass die Auszüge ihrem ursprünglichen Zusammenhang entnommen wurden und dass jede Zusammenstellung ihrer Natur nach möglicherweise einen persönlichen und subjektiven Charakter hat. Es wurde jedoch der aufrichtige Versuch unternommen, der Vision Sri Aurobindos und der Mutter treu zu bleiben.
Die Textauszüge sind vom Verlag zum Teil mit Kapiteln und Überschriften versehen worden, um ihre Themen hervorzuheben. Sofern es möglich war, wurden sie in Anlehnung eines Satzes aus dem Text selbst gewählt.
Sri Aurobindo und die Mutter machen von der in der englischen Sprache gegebenen Möglichkeit, Wörter groß zu schreiben, um ihre Bedeutung hervorzuheben, häufig Gebrauch. Mit dieser Großschreibung bezeichnen sie meist Begriffe aus übergeordneten Daseinsbereichen, doch auch allgemeine wie Licht, Friede, Kraft usw., wenn sie ihnen einen vom üblichen Gebrauch abweichenden Sinn zuordnen. Diese Begriffe wurden in diesem Buch kursiv hervorgehoben, um dem Leser zu einer leichteren Einfühlung in diese subtilen Unterscheidungen zu verhelfen.
Eckige Klammern bezeichnen Einfügungen des Übersetzers, die um des besseren Verständnisses willen angebracht erschienen. Einige wenige Sanskritwörter wie Sadhana, Sadhaka, Yoga usw. wurden eingedeutscht, da sie durch ihren häufigen Gebrauch bereits als Bestandteil der deutschen Sprache angesehen werden können. Alle anderen Sanskritwörter sind kursiv hervorgehoben, wobei auf diakritische Transkriptionszeichen verzichtet wurde.
Die kursiv geschriebenen Textpassagen vor den Worten Sri Aurobindos und der Mutter sind Fragen bzw. Antworten von Schülern oder sonstige erläuternde Texte.
Titelseite
Impressum
Anmerkung des Herausgebers
Zitat
1. KRISHNA – DIE EWIGE GOTTHEIT
1. Die krönende Verwirklichung dieses Yoga
2. Das göttliche Kind Krishna
3. Sri Krishna wohnt in allem
4. Sri Krishnas Welten-Spiel
5. Sri Krishna – die göttliche Person
6. Krishna – der göttliche Spielgefährte
7. Die Welt Krishnas
8. Die Wahrheiten über Bhagavat und Brindavan
9. Gottes Umgang mit der Menschheit
10. Die symbolische Kameradschaft von Arjuna und Krishna
2. DIE HISTORIE SRI KRISHNAS
1. Sri Krishna existierte tatsächlich auf der Erde
2. Der äußere Aspekt hat nur sekundäre Bedeutung
3. SRI KRISHNA – DER AVATAR
1. Sinn und Zweck der Avatarschaft
2. Die Aufrechterhaltung des Dharma
3. Sri Krishnas Botschaft
4. Der innere Gewinn aus dem Kommen des Avatars
4. SRI KRISHNA – DER GÖTTLICHE MEISTER DES YOGA
1. Liebe und Bhakti für Krishna
2. Innere Bereitschaft ist wichtiger als äußere Umstände
3. Wenn man Krishna will
4. Krishnas Lichter
5. SRI AUROBINDO UND SRI KRISHNA
1. Hingabe an Sri Krishna bedeutet Hingabe an Sri Aurobindo
2. Sri Krishna hat mir die wahre Bedeutung der Veden gezeigt
3. Die Verwirklichung von Vasudeva
4. Siddhi Day: Herabkunft Sri Krishnas in Sri Aurobindos Körper
5. Sri Krishna, Sri Aurobindo und der Erhabene
6. Identität mit Sri Krishna
7. Aphorismen
Bibliographie
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titelseite
Copyright
Vorwort
Quellenangaben
Krishna verkörpert das Ananda des Ewigen; durch ihn ist alle Schöpfung möglich, – durch sein Spiel, durch seine Freude, durch seine Süße.
Brahma ist Unsterblichkeit, Vishnu ist Ewigkeit, Shiva ist Unendlichkeit; Krishna ist des Erhabenen ewiger, unendlicher und unsterblicher Selbst-Besitz, Selbst-Aussendung, Selbst-Manifestation und Selbst-Findung.
– Sri Aurobindo
Worte Sri Aurobindos
Die krönende Verwirklichung dieses Yoga hast du aber erst dann erlangt, wenn du dessen bewusst wirst, dass die ganze Welt der Ausdruck, das Spiel, Lila, einer unendlichen göttlichen Personalität ist. Dann nimmst du in allem nicht nur die apersonale absolute Existenz, Sad Atman, wahr, die der Grund des manifestierten Daseins ist, vielmehr schaust du, ohne dieses Wissen zu verlieren, Sri Krishna, der zugleich das gesamte geoffenbarte und das noch ungeoffenbarte Dasein ist, der ihr Fundament darstellt und sie doch transzendiert, avyakto ’vyaktat parah. Denn hinter dem Sad Atman herrscht das Schweigen des Nichtseins, Asat, welches die buddhistischen Nihilisten als die Leere des Nichtseins, sunyam, realisierten. Jenseits von diesem Schweigen ist aber das Wesen jenseits vom Erhabensten Wesen, Paratpara Purusha, puruso varenya adityavarnas tamasah parastat. Er ist es, der diese Welt aus seinem Sein heraus erschaffen hat, und der in ihr immanent ist. Er trägt und erhält sie als der unendliche-endliche Herr der Natur, Ishwara, als der Unbegrenzte und zugleich der Begrenzte, ananta und santa, Shiva und Narayana. Es ist Sri Krishna, der Meister des göttlichen Schöpfungsspiels, Lilamaya, der durch seine Liebe uns alle zu sich hinzieht. Er hält uns alle im Bann seiner Meister-Künste. Er spielt in der vielgestaltigen Welt sein ewiges Spiel von Freude, Kraft und Schönheit.
Die Welt ist nur das Spiel von seinem Sein, seinem Wissen und seiner Seligkeit, sat, cit und ananda. Darum wirst du auch eines Tages erkennen, dass die Materie an sich nichts Materielles ist. Sie ist nicht Substanz, sondern Erscheinungsform von Bewusstsein; sie ist die Natur in ihren drei ursprünglichen Qualitäten, guna; sie ist das Ergebnis der Qualität des Seins, wie sie durch die Erkenntnis unserer Sinne wahrgenommen wird. Die Festigkeit der Substanz ist an sich nur eine Kombination der gunas, deren massive Form, die durch die Kohäsion, samhati, und durch die Dauer, dhrti, bewirkt wird; sie ist ein Zustand des bewussten Seins, sonst nichts. So sind die Materie, das Leben, das Mental und alles, was jenseits des Mentals liegt, zusammen Sri Krishna; sie sind Brahman als der Inhaber unendlicher Eigenschaften, Ananta-Guna, der als das Sachchidananda in der Welt sein Spiel spielt. Wenn wir diese Verwirklichung gewonnen haben, und wenn wir gesichert und dauernd in ihr daheim sind, dann sind aus unserem Wesen kraftvoll alle Möglichkeiten ausgetrieben, die sich äußern als Kummer und Sünde, Furcht und Selbsttäuschung, Ringen und Leiden.
Worte Sri Aurobindos
Die Historie Krishnas hat keine große spirituelle Bedeutung, sie ist nicht wesentlich, hat aber dennoch einen gewissen Wert. Ohne jeden Zweifel ist der Mensch Krishna keine Legende oder dichterische Erfindung, sondern lebte tatsächlich auf Erden und spielte eine Rolle in der indischen Vergangenheit. Zwei Tatsachen zeichnen sich deutlich ab, einmal, dass er als eine wichtige spirituelle Gestalt betrachtet wurde, deren spirituelle Erleuchtung in einer der Upanishaden erwähnt wird; und dann, dass er allgemein als ein göttlicher Mensch angesehen wurde, einer, der nach seinem Tod als Gottheit verehrt wird; dies hat mit der Erzählung im Mahabharata und in den Puranas nichts zu tun. Es besteht kein Grund zur Annahme, dass die Verbindung seines Namens mit der Bhagavata-Religion, einer wichtigen Strömung im Strom indischer Spiritualität, auf einer reinen Legende oder dichterischen Erfindung beruht. Das Mahabharata ist ein Epos und nicht Geschichte, es ist jedoch klar und deutlich ein Epos, das sich auf einem großen historischen Ereignis gründet, welches durch diese Art der Überlieferung im Gedächtnis bewahrt wurde; einige der in ihm vorkommenden Gestalten, Dhritarashtra und Parikshit zum Beispiel, haben mit Sicherheit gelebt, und die Erzählung, in der Krishna der Heerführer, Krieger und Staatsmann ist, kann als wahrscheinlich angenommen werden und gründet sich vermutlich auf einer geschichtlichen Überlieferung – sie hat nicht den Anschein einer Mythe oder rein dichterischen Erfindung. Soviel kann man, was die geschichtliche Figur des Menschen Krishna anbelangt, von der Theorie und Vernunft her mit Sicherheit sagen. Meiner eigenen Ansicht nach ist viel mehr als dies in ihr enthalten – ich habe immer die Inkarnation als Tatsache angesehen und die Historie Krishnas anerkannt, genauso wie ich die Historie Christi anerkenne.
Die Erzählung von Brindavan ist etwas anderes. Sie ist im Mahabharata nicht enthalten, sondern hat puranischen Ursprung und man könnte behaupten, dass ihr symbolischer Charakter von Anfang an geplant war. Es gab eine Zeit, in der ich mich dieser Auffassung anschloss, doch später musste ich sie fallenlassen; nichts in den Puranas verrät eine derartige Absicht. Mir scheint vielmehr, dass die Geschichte als etwas erzählt wird, das tatsächlich geschah oder irgendwo geschieht. Die Gopis sind Wirklichkeiten und keine Symbole. Zumindest werden sie als eine okkulte Wahrheit aufgefasst – und okkult und symbolisch ist nicht das Gleiche. Das Symbol ist möglicherweise nur eine bedeutsame mentale Konstruktion oder eine phantasievolle Erfindung, das Okkulte aber ist eine Realität, die gleichsam irgendwo hinter der stofflichen Szene Tatsache ist und seine Wahrheit für das Erdenleben haben kann – sein Einfluss darauf kann sich sogar hier verkörpern. Das Spiel, lila, der Gopis scheint als etwas aufgefasst zu werden, das sich ewig in einem göttlichen Gokul abspielt und sich in einem Brindavan auf Erden projiziert – es ist etwas, das immer erkannt und dessen Sinn für die Seele immer Wirklichkeit werden kann. Die Verfasser der Puranas waren offensichtlich der Meinung, dass es [das göttliche Gokul] im Leben des inkarnierten Krishna tatsächlich auf die Erde projiziert wurde – und der religiöse Geist Indiens akzeptierte diese Auffassung.
All diese Fragen und die daraus resultierenden Spekulationen haben keinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem spirituellen Leben. Was dort zählt, ist die Fühlungnahme mit Krishna und dass man dem Krishna-Bewusstsein entgegenwächst; es zählt die Gegenwart, die spirituelle Verbindung, die Einung in der Seele und, solange dies noch nicht erreicht ist, das Streben, die zunehmende Bhakti und jede Art von Erleuchtung, wie immer sie auch sei, die man auf dem spirituellen Weg erhalten kann. Einer, der diese Dinge erfahren hat, der in der Gegenwart lebte, der die Stimme hörte, der Krishna als Freund oder Liebenden erkannte, als Führer, Lehrer, Meister oder – mehr noch – dessen ganzes Bewusstsein durch die Berührung verändert wurde, der die Gegenwart in sich fühlte – für den haben all diese Fragen nur ein äußerliches und oberflächliches Interesse. Ebensowenig zählt alles Übrige für den, der Fühlung mit dem inneren Brindavan und der lila, dem Spiel der Gopis hatte, der die Hingabe vollzog, der dem Zauber der Freude und Schönheit erlag oder selbst für den, der vielleicht nur den Flötenton hörte. Wenn man jedoch vom anderen Standpunkt ausgeht und die historische Wirklichkeit der Inkarnation hinnehmen kann, ergibt sich der große spirituelle Vorteil, dass man gleichsam einen point d'appui, einen Anhaltspunkt für eine konkretere Verwirklichung hat, in der Überzeugung, dass wenigstens einmal das Göttliche die Erde sichtbar berührte und die vollendete Manifestation möglich machte – der göttlichen Übernatur es gleichsam ermöglichte, in diese sich entfaltende, doch noch sehr unvollkommene Erdnatur herabzukommen.
Worte Sri Aurobindos
Die menschliche Art, die Dinge richtig zu machen, erfolgt über eine klare Verbindung mit dem Mental; die Menschen sehen und handeln auf mentale Weise, und was sie erreichen wollen, ist eine mentale und menschliche Vollkommenheit. Wenn sie an eine Manifestation der Gottheit denken, denken sie an eine außergewöhnliche Vervollkommnung in der Verrichtung von gewöhnlichen menschlichen Dingen – einen außergewöhnlichen Geschäftssinn, eine außergewöhnliche poetische, politische oder künstlerische Begabung oder ein genaues Gedächtnis, das ohne Fehl ist und nicht versagt oder aussetzt. Oder aber sie denken an solche Dinge, die sie übermenschlich nennen, zum Beispiel ohne Nahrung zu leben, die Zukunft zu vorauszusagen, auf Nägeln zu schlafen oder diese zu essen. All dies hat nichts mit der Manifestation des Göttlichen zu tun.
Unter diesen Umständen wäre Rama ungöttlich, weil er dem Mayamriga folgte, als wäre es ein natürlicher Hirsch und Krishna wäre ungöttlich, weil er von Jarasandha gezwungen wurde, Zuflucht im fernen Dwaraka zu suchen. Solche menschlichen Vorstellungen sind falsch.
Die Gottheit handelt gemäß einem anderen Bewusstsein, dem Bewusstsein der Wahrheit darüber und der Lila darunter, und sie handelt den Erfordernissen der Lila entsprechend und nicht so wie die Menschen meinen, dass sie handeln sollte oder nicht. Dies ist das erste, was man begreifen muss, andernfalls vermag man die Manifestation des Göttlichen nicht zu verstehen.
Worte Sri Aurobindos
Was Krishna anbelangt, warum näherst du dich ihm nicht einfach und geradewegs? Die einfache Annäherung ist gleichbedeutend mit Vertrauen. Wenn du betest, vertraue darauf, dass er dich erhört. Wenn die Erwiderung lange auf sich warten lässt, vertraue darauf, dass er es weiß und dich liebt und dass er in seiner Weisheit die richtige Zeit wählen wird. Reinige in der Zwischenzeit ruhig das Gelände, damit er nicht über Stock und Stein stolpern möge, wenn er schließlich kommt. Das ist mein Vorschlag, und ich weiß, was ich sage – denn was immer du auch denken magst, ich kenne sehr wohl all die menschlichen Schwierigkeiten und Kämpfe, und ich weiß um ihre Heilung. Daher lege ich soviel Wert auf das, was die Kämpfe und Schwierigkeiten vermindern und abkürzen würde, nämlich auf die seelische Wende, den Glauben, ein vollkommenes und einfaches Vertrauen und Sich-Verlassen. Du wirst dich erinnern, dass dies die Ziele des Vaishnava-Yoga sind. Natürlich, es gibt auch den anderen Vaishnava-Weg, der zwischen Sehnen und Verzweiflung hin und her pendelt – inbrünstiges Suchen und Trennungsschmerz. Diesem letzteren scheinst du zu folgen, und ich leugne nicht, dass man auch auf ihm das Ziel erreichen kann, wie beinahe auf jedem anderen Weg, sofern man ihm ernsthaft folgt. Jene aber, die ihm folgen, finden dann sogar Geschmack an der Trennung, an der Abwesenheit und der Laune des Göttlichen Liebenden. In ihren Liedern berichten einige, wie sie ihm ihr ganzes Leben folgten, er aber immer wieder ihrer Schau entglitt, und selbst hieran finden sie Gefallen und suchen ihn immerzu. Du aber findest keinen Gefallen daran, weshalb du nicht erwarten kannst, dass ich diesem Weg für dich zustimme. Folge Krishna um jeden Preis, doch mit der festen Absicht, ihn zu erreichen, folge ihm nicht mit der Befürchtung eines Fehlschlages oder indem du irgendwie der Möglichkeit zustimmst, auf halbem Wege abzubrechen.
Worte Sri Aurobindos
Die direkte Annäherung an Krishna ist nicht sicher oder einfach; es kann manchmal schrecklich riskant sein, wenn etwas im Sadhak ist, das die Klarheit und Einzigartigkeit seiner Haltung beeinträchtigt. In diesem Fall kann jedes falsche Begehren, jede Eitelkeit, jeder Stolz, jede sexuelle Unreinheit, jeder Ehrgeiz oder jede andere ausgeprägte Schwäche den Weg zu einer ernsthaften Verzerrung der Sadhana ebnen, die sich in falsche Bahnen verwandelt, zu einer Störung oder einem Scheitern führen, sogar in das spirituelle Verderben. Krishnas eigener Einfluss kann kein falscher Einfluss sein, wenn es wirklich der seinige ist, doch man kann ihn leicht mit einem anderen Einfluss verwechseln und diesen als seinen akzeptieren. Krishna ist der Herr der Liebe und Schönheit und der Freude, und nichts ist einfacher für die Menschen, die auf der Suche nach diesen Dingen immer in die falsche Richtung gehen, ihre falsche Art und Weise der Suche nach ihm mit hineinbringen. Diese Erfahrung muss einer der Gründe sein, warum die Seher darauf bestanden, sich Krishna durch einen Guru zu nahen, da man ansonsten nicht zu ihm gelangen könne. Darum bestanden sie auf vairagya, auf der Loslösung von den gewöhnlichen Zielen und Zwecken der menschlichen Natur, wenn es notwendig sei. Deshalb zeigt sich Krishna auch nicht gerne, bis das Feld für ihn frei ist! Die Intervention einer Macht oder eines Einflusses, die sich als Krishna darstellt, sogar seine Gestalt oder Stimme nachahmt, wären fatal, akzeptierte man sie; aber selbst seine wirkliche Offenbarung könnte jemanden aus der Fassung bringen, der nicht wirklich bereit dafür ist. Man muss sich vor diesen Gefahren hüten, und es ist der Guru, der sich als Schutzschild gegen sie einsetzen kann.
Worte Sri Aurobindos
Natürlich, der Verehrer liebt Krishna, weil Krishna liebenswert ist, und aus keinem anderen Grund – das ist sein Gefühl, sein wahres Gefühl. Er hat keine Zeit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was ihn zur Liebe befähigt; ihm genügt die Tatsache, dass er liebt, und er braucht seine Gefühle nicht zu analysieren. Für ihn besteht die Gnade Krishnas darin, dass Krishna liebenswert ist, dass er sich dem Verehrer zeigt, dass er ihn ruft und seine Flöte ihn lockt. Das ist genug für das Herz, und wenn es nach mehr verlangt, dann ist es die Sehnsucht, dass der andere oder dass alle die Flöte hören, sein Antlitz sehen und die ganze Schönheit und die Wonne seiner Liebe fühlen mögen.
Worte Sri Aurobindos
Ich meine, ich hätte dir bereits gesagt, dass deine Hinwendung zu Krishna kein Hindernis sei. Auf jeden Fall bestätige ich das positiv in Beantwortung deiner Frage. Wenn wir die große und in der Tat beherrschende Rolle betrachten, die er in meiner eigenen Sadhana gespielt hat, wäre es seltsam, wenn die Rolle, die er in deiner Sadhana spielt, als unzulässig angesehen werden könnte. Sektierertum ist eine Frage des Dogmas, des Rituals usw., nicht der spirituellen Erfahrung; die Konzentration auf Krishna ist eine Selbstdarbringung an die erwählte Gottheit, ista-deva. Wenn du Krishna erreichst, erreichst du das Göttliche; wenn du dich ihm hinzugeben vermagst, gibst du dich mir hin. Deine Unfähigkeit zu erkennen kann daran liegen, dass du zu viel Stress auf die physischen Aspekte legst, bewusst oder unbewusst.
CWSA Vol. 12, pp. 208-09
CWSA Vol. 13, pp. 76-77
CWSA Vol. 15, p. 14
CWSA Vol. 13, p. 78
CWSA Vol. 13, pp. 89-90
CWSA Vol. 28, pp. 481-82
CWM Vol. 10, pp. 51-52
CWSA Vol. 28, p. 140
CWM Vol. 10, pp. 60-61
CWSA Vol. 19, pp. 17-18
CWSA Vol. 19, p. 19
CWM Vol. 10, pp. 59-60
CWSA Vol. 12, p. 427
CWSA Vol. 28, pp. 482-84
CWSA Vol. 19, pp. 15-16
CWSA Vol. 19, p. 15
CWSA Vol. 12, p. 490
CWSA Vol. 28, pp. 474-75
CWSA Vol. 19, pp. 169-70
CWSA Vol. 13, p. 12
CWSA Vol. 28, p. 488
CWSA Vol. 28, p. 499
CWM Vol. 6, pp. 298-99
CWSA Vol. 19, pp. 175-76
CWSA Vol. 19, p. 14
CWSA Vol. 29, pp. 487-88
CWSA Vol. 29, pp. 488-89
CWSA Vol. 29, p. 491
CWSA Vol. 29, pp. 491-92
CWSA Vol. 29, p. 494
CWSA Vol. 20, p. 379
CWM Vol. 17, p. 278
CWM Vol. 15, p. 210
CWSA Vol. 29, p. 493
CWSA Vol. 29, p. 493
CWSA Vol. 30, p. 157
CWSA Vol. 29, p. 493
CWSA Vol. 30, p. 118
CWSA Vol. 30, p. 126
CWSA Vol. 30, p. 126
CWSA Vol. 30, p. 128
CWSA Vol. 30, p. 128
CWSA Vol. 30, p. 128
CWSA Vol. 35, p. 431
CWSA Vol. 36, p. 178
CWSA Vol. 8, pp. 5-11
The Mother: Conservations with a disciple, August 2, 1961
The Mother: Conservations with a disciple, 18th June 1965
CWSA Vol. 35, pp. 431-32
CWSA Vol. 12, pp. 484-94
